Psychologie Lexikon der Argumente

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Repräsentation, Philosophie: Angenommene innere Gegebenheiten wie z.B. bildliche Vorstellungen oder sprachliche Vervollständigungen, die sich als Assoziationen einstellen oder unter Umständen durch Rekonstruktion erarbeitet werden. In einem weiteren Sinn sind auch Sätze, Wörter und Symbole Repräsentationen innerhalb eines Zeichensystems. Siehe auch Wahrmacher, Vorstellung, Sätze, Propositionen, Intensionen, Korrespondenz, Sprechakttheorie.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Terrence W. Deacon über Repr��sentation – Lexikon der Argumente

I 77
Zeichen/Repräsentation/Deacon: ein Zeichen wird interpretiert - und wird damit als Repräsentation gesehen – indem es reduziert (also in Teilrepräsentationen zerlegt) wird bis es nicht weiter reduzierbar ist. Das ist die Grundlage, auf der alle anderen Repräsentationen aufgebaut sind.
I 78
Repräsentation/Deacon: Icon und Index (siehe Icon/Deacon) entsprechen nicht einfach Wahrnehmung und Lernen, sondern referieren auf Fähigkeiten zum Schlüsseziehen und Vorhersagen die in den entsprechenden neuronalen Prozessen involviert sind. Repräsentationale Relationen sind nicht einfach diese Mechanismen, sondern sie sind ein Merkmal ihre potentiellen Relationen zu vergangenen, zukünftigen, abwesenden oder imaginären Gegenständen. Diese Gegenstände werden nicht re-präsentiert, sondern sie werden virtuell dargestellt durch gelernte Reaktionen, die normalerweise erzeugt würden, wenn diese Gegenstände anwesend wären. In diesem Sinn sind mentale Prozesse nicht weniger repräsentational als äußere Kommunikationsprozesse und äußere Kommunikationsprozesse sind in dieser Hinsicht nicht weniger repräsentational als mentale Prozesse.
Pointe: Mentale Repräsentation reduziert sich auf interne Kommunikation.
I 300
Repräsentation/Gehirn/Deacon: die systematische Natur der symbolischen Referenz legt nahe, dass die Repräsentation symbolischer Assoziationen über das Gehirn verteilt ist und dass dennoch ähnliche Wortklassen neuronale Gemeinsamkeiten teilen.
In dem Maße, wie Repräsentationen höherer Stufe in Bestandteile niedrigerer Stufe zerlegt werden können, dürfen wir erwarten, dass ihre neuronalen Repräsentationen eine ähnlich verschlungene hierarchische Struktur aufweisen.
I 397
Repräsentation/Symbole/symbolische Kommunikation/Deacon: wir sollten nicht unterschätzen, was alles ohne Symbole repräsentiert werden kann: fast alles kann allein mit indexikalischen oder ikonischen Mitteln dargestellt werden. Tierrufe können sich ganz spezifisch auf Arten von Feinden, Arten von Nahrung und vieles mehr beziehen.
Indexikalische Referenz: braucht allerdings eine Teil-Ganzes-Beziehung.
Menschliche Kommunikation: ihr besonderes Merkmal ist der mögliche Bezug auf Nichtmaterielles durch Symbole.
I 400
Die Bestrafung sexueller Untreue wird in menschlichen Gemeinschaften toleriert bzw. gefördert. Dies erfordert ein hohes Maß an Abstraktionsvermögen wie Referenz auf Vergangenes und mögliche Konsequenzen in der Zukunft.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013

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