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Gerald Matthews über Reaktionszeiten – Lexikon der Argumente

Corr I 411
Reaktionszeit/Leistung/Schnelle Reaktion/Persönlichkeitsmerkmale/Extraversion/Matthews: Die Variation der Reaktionszeit hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Stufenmodelle von RT (Reaktionszeit) unterscheiden eine Vielzahl von getrennten Prozessen, die von der Kodierung bis zur motorischen Reaktion reichen; darüber hinaus ist RT strategisch reguliert, wie die bekannte Kompromissfunktion zwischen Geschwindigkeit und Genauigkeit zeigt (siehe Matthews, Davies, Westerman und Stammers 2000)(1).
Extraversion: Obwohl oft davon ausgegangen wird, dass Eigenschaften wie Extraversion mit einem allgemeinen Muster schneller, ungenauer Leistung assoziiert werden sollten, wird eine solche Beziehung in der Literatur nicht unterstützt. Stattdessen ist eine sorgfältige Fokussierung auf verschiedene Komponentenprozesse erforderlich, um Persönlichkeitseffekte aufzuzeigen. Doucet und Stelmack (2000)(2) verwendeten Reaktionszeitparadigmen, die getrennte Messungen der Entscheidungszeit (Analyse des Reizes und Auswahl der Reaktion) und der Bewegungszeit (Ausführung der motorischen Reaktion durch Drücken der richtigen Reaktionstaste) lieferten.
Weitere Untersuchungen zu Extraversion und motorischen Prozessen (überprüft von De Pascalis 2004)(3) haben gezeigt, dass sich diese individuellen Unterschiede in der motorischen Reaktion auf die motoneuronale Empfindlichkeit beziehen können, so dass eine rein neurologische Erklärung des Befundes vorangetrieben werden kann. De Pascalis (2004)(3) diskutiert auch Beweise für kürzere Latenzzeiten lateralisierte Bereitschaftspotenziale, die die Geschwindigkeit der Reaktionsorganisation indizieren (d.h. einen zentralen und nicht einen peripheren Prozess) und zeigt, wie Mehrkomponentenprozesse zu beobachteten Persönlichkeitseffekten beitragen können.



1. Matthews, G., Davies, D. R., Westerman, S. J. and Stammers, R. B. 2000. Human performance: cognition, stress and individual differences. London: Psychology Press
2. Doucet, C. and Stelmack, R. M. 2000. An event-related potential analysis of Extraversion and individual differences in cognitive processing speed and response execution, Journal of Personality and Social Psychology 78: 956–64
3. De Pascalis, V. 2004. On the psychophysiology of Extraversion, in R. Stelmack (ed.), On the psychobiology of personality: essays in honor of Marvin Zuckerman, pp. 295–327. Amsterdam: Elsevier Science



Gerald Matthews, „ Personality and performance: cognitive processes and models“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Matthews, Gerald

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018

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