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Stereotype, Philosophie: Eingebürgerte Bezeichnungen für typische Formen oder Erscheinungen, die das Wiedererkennen erleichtern und Beschreibungen von Sachverhalten vereinfachen können. Stereotype können im Sprachgebrauch bewusst oder unbewusst verwendet werden.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Corr I 463
Stereotypen/Sozialpsychologie/Robinson/Sedikides: Charakterzug-Selbstberichte scheinen stereotyper zu sein als die momentanen Bewertungen des Selbst (Robinson und Clore 2002a)(1). Wenn ja, sollte das Priming von Stereotypen, wie sie mit der Vorstellung zusammenhängen, dass Frauen emotionaler sind als Männer, die Beurteilung von Eigenschaften des Selbst im Vergleich zu staatlichen Bewertungen des Selbst differenziert beeinflussen. Diese Vorhersage wurde in einer Studie von Robinson and Clore (2002b)(2) systematisch bestätigt, die geschlechtsspezifische Stereotypen vorbereitete, bevor sie Einzelpersonen aufforderten, ihre Emotionen sowohl im Allgemeinen als auch im Moment zu bewerten. (...) es gibt einige experimentelle Beweise für die Idee, dass Charakterzug-Selbstberichte stereotyper sind als Ansichten des Selbst in jüngeren Zeiträumen (z.B. in den "letzten Tagen").


1. Robinson, M. D. and Clore, G. L. 2002a. Belief and feeling: an accessibility model of emotional self-report, Psychological Bulletin 128: 934–60
2. Robinson, M. D. and Clore, G. L. 2002b. Episodic and semantic knowledge in emotional self-report: evidence for two judgment processes, Journal of Personality and Social Psychology 83: 198–215


Michael D. Robinson and Constantine Sedikides, “Traits and the self: toward an integration”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

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Haslam I 231
Stereotype/Sozialpsychologie: Stereotypisierung ist ein guter Ausgangspunkt, um zu versuchen, die soziale Struktur kognitiv zu erklären. Unter den Sozialpsychologen in den 70er Jahren herrschte fast einhellige Einigkeit darüber, dass Stereotypen sehr problematisch sind. Sie wurden allgemein als negative, starre und falsche Überzeugungen angesehen, die soziale Barrieren schufen und zu Vorurteilen und Diskriminierung führten. Nirgendwo könnte dies deutlicher sein als bei Stereotypen von Minderheitengruppen.
Haslam I 232
Doch die Sozialpsychologie hatte keinen systematischen Überblick darüber, woher diese Stereotypen stammen.
Stereotypen: Könnte es sein, dass verschiedene Menschen zu dem gleichen Schluss kommen, weil ihr Verstand auf die gleiche Weise funktioniert?
Lösung/Gifford/Hamilton: Hamilton und Gifford 1976(1): erklärten Stereotypen im Sinne einer illusorischen Korrelation, >Stereotype/Gifford/Hamilton, >Illusorische Korrelation/Gifford/Hamilton.



1. Hamilton, D.L. and Gifford, R.K. (1976) ‘Illusory correlation in intergroup perception: A cognitive basis of stereotypic judgments’, Journal of Experimental Social Psychology, 12: 392–407.



Craig McGarty, „Stereotype Formation. Revisiting Hamilton and Gifford’s illusory correlation studies“, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic studies. London: Sage Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Sozialpsychologie

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017

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