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| Gruppendenken: Gruppendenken ist ein psychologisches Phänomen, das auftritt, wenn eine Gruppe von Menschen einen Konsens anstrebt, ohne die Folgen ihrer Entscheidungen kritisch zu bewerten. Es wird oft durch den Wunsch verursacht, sich anzupassen oder Konflikte zu vermeiden. Gruppendenken kann zu irrationalen oder katastrophalen Entscheidungen führen, da die Mitglieder der Gruppe abweichende Meinungen übersehen oder unterdrücken können. Siehe auch Gruppenverhalten, Konformität._____________Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente. | |||
| Autor | Begriff | Zusammenfassung/Zitate | Quellen |
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Robert S. Baron über Gruppendenken – Lexikon der Argumente
Haslam I 193 Gruppendenken/Gruppendynamik/Baron: Robert S. Baron: Baron (2005)(1) argumentierte, dass Dynamiken im Gruppendenken, einschließlich Konformität, Unterdrückung von Meinungsverschiedenheiten, Polarisierung, Selbstzensur, Illusionen von Konsens und Intergruppenverzerrungen, eigentlich alltäglich sind - was bedeutet, dass sie für so ziemlich jede sinnvolle Gruppe allgegenwärtig sind. >Gruppendenken, >Gruppenverhalten, >Konformität. Baron (2005)(1) argumentierte weiter, dass das Versäumnis, starke oder konsistente Beweise für die vorherrschenden Bedingungen des Gruppendenkens zu finden, tatsächlich die Tatsache widerspiegeln kann, dass es so häufig ist. Mit anderen Worten, es gibt wenig Unterschiede zu erkennen, da die meisten Gruppen Symptome von Gruppendenken und fehlerhafte Entscheidungsprozesse aufweisen. Gruppendenken-Modell/Baron: Baron (2005) schlug ein Allgegenwartsmodell des Gruppendenken vor und argumentierte, dass viele der von Janis (1972(2), 1982(3)) identifizierten Symptome in Gruppen üblich sind und aus drei interaktiven (wiederum nicht additiven) Vorläuferfaktoren resultieren. 1) Mindestens ein minimaler Grad an sozialer Identifikation (definiert in Begriffen wie soziale Identität/Selbstkategorisierung) ist erforderlich. Die Identifikation mit der Gruppe ist zum Teil deshalb wichtig, weil sie sowohl den normativen sozialen Einfluss (d.h. Übereinstimmung) als auch den informationellen sozialen Einfluss (d.h. Internalisierung) erhöht. 2) Damit sozialer Einfluss auftreten kann und die Identifizierung von Symptomen von Gruppendenken hervorrufen kann, muss die Gruppe eine klare Norm oder einen Satz von Normen haben, denen Einzelpersonen folgen können. 3) Sozialer Einfluss ist eher in dem Maße gegeben, in dem einzelne Gruppenmitglieder eine geringe Selbstwirksamkeit oder Selbstvertrauen zeigen in Bezug auf ihre Fähigkeit zu verstehen oder einen eigenen Beitrag zur Entscheidungsfindung leisten. >Sozialer Einfluss, >Soziale Identität, >Entscheidungsprozesse. 1. Baron, R.S. (2005) ‘So right it’s wrong: Groupthink and the ubiquitous nature of polarized group decision-making’, Advances in Experimental Social Psychology, 37: 219–253. 2. Janis, I.L. (1972) Victims of Groupthink. Boston: Houghton Mifflin. 3. Janis, I.L. (1982) Groupthink: Psychological Studies of Policy Decisions and Fiascoes. Boston: Houghton Mifflin. Dominic J. Packer and Nick D. Ungson, „Group Decision-Making. Revisiting Janis’ groupthink studies“, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic studies. London: Sage Publications_____________ Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der ArgumenteDer Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente. |
Baron, Robert S.
Haslam I S. Alexander Haslam Joanne R. Smith Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017 |
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