Psychologie Lexikon der Argumente

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Upton I 55
A-nicht-B-Fehler/Psychologische Theorien/Upton: Laut Piaget wird vom Säugling folgendes angenommen: "Wenn ich das Spielzeug wiederfinden will, muss ich das tun, was ich vorher getan habe".
BaillargeonVsPiaget: Diese Erkenntnisse sind eindeutig unvereinbar mit den Erkenntnissen von Forschern wie Baillargeon (2002)(1), die darauf hindeuten, dass sich in den ersten Lebensmonaten das Verständnis entwickelt, dass Objekte auch bei Nicht-Sichtbarkeit weiterhin existieren.
Andere Autoren: Warum sollten Kinder im Alter von acht bis neun Monaten, die verstehen, dass Objekte immer noch existieren, wenn sie versteckt sind, weiterhin nach einem Objekt an der falschen Stelle suchen, wenn sie gesehen haben, wie dieses Objekt an einem bestimmten Ort versteckt wird?
Eine Reihe von Erklärungen für dieses faszinierende Verhalten wurden vorgelegt, darunter die Anfälligkeit des kindlichen Gedächtnisses (Harris, 1989)(2), die Perseveration der Gewohnheit (Diamond, 1985)(3) und Veränderungen in der neurologischen Funktion (Munakata, 1998)(4).
Es konnte jedoch nicht festgestellt werden, dass einer dieser Faktoren den A-not-B-Fehler angemessen erklärt. Nach Smith et al. (1999)(5) liegt dies daran, dass die Suche nach einem einzigen Kausalfaktor falsch ist. Ausgehend von dynamischen Systemen argumentieren sie, dass dieses Verhalten nur durch die Berücksichtigung mehrerer Ursachen erklärt werden kann. Die Fähigkeit, das Spielzeug unter dem richtigen Tuch zu suchen, ist das Ergebnis einer Reihe von Fähigkeiten, die auf einmal zusammenkommen.
Diese unterschiedlichen Fähigkeiten, wie z.B. Aufgabenkenntnis, Wahrnehmungs- und Motorikfähigkeiten, entwickeln sich im Laufe der Zeit unterschiedlich schnell. Laut Smith et al. (1999)(5) ist es die Echtzeit-Integration all dieser Fähigkeiten, die es einem Säugling ermöglichen wird, am richtigen Ort zu suchen, nicht die Entwicklung einer einzigen mentalen Struktur wie dem "Verständnis der Objektpermanenz". >Objektpermanenz/Entwicklungspsychologie, >Wissen/Entwicklungspsychologie.


1. Baillargeon, R. (2002) The acquisition of physical knowledge in infancy: a summary in eight lessons, in Goswami, U (ed.) Handbook of Child Cognitive Development. Oxford: Blackwell.
2. Harris, P.L. (1989) Object permanence in infancy, in Slater, A. and Bremner, J.G. (eds) Infant Development: Recent advances. Hove: Lawrence Erlbaum.
3. Diamond, A.D. (1985) Development of the ability to use recall to guide action as indicated by infants’ performance on AB. Child Development, 56: 868–83.
4. Munakata, Y .(1998) Infant perseveration and implications for object permanence theories: a PDP model of the AB task. Developmental Science, 1(2): 161–84.
5. Smith, L.B., Thelen, .E, Titzer, R. and McLin, D. (1999) Knowing in the context of acting: the task dynamics of the A-not-B error. Psychological Review, 106(2): 235–60. Available online at www.indiana.edu/~cogdev/labwork/SmithThelen1999.pdf (accessed 12 March 2011).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Psychologische Theorien

Upton I
Penney Upton
Developmental Psychology 2011

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