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Psychologische Theorien über Erwachsenenalter - Lexikon der Argumente

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Erwachsenenalter/Psychologische Theorien/Upton: Im Gegensatz zur Adoleszenz, die normalerweise durch den Beginn der Pubertät eingeleitet wird, hat das Erwachsensein keinen offensichtlichen physischen Marker, um seine Ankunft anzukündigen. Die meisten Menschen erreichen jedoch in diesem Alter ihre endgültige Größe und auch unsere Organe und Körpersysteme haben ihre Reife erreicht (Wold, 2004)(1). Darüber hinaus gibt es kulturelle, soziale und psychologische Marker, die helfen, den Übergang zum Erwachsensein zu bestimmen, (...) und diese können zwischen den Kulturen unterschiedlich sein. >Erwachsenenalter/Kulturpsychologie.
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Der Prozess des Übergangs von der Adoleszenz zum Erwachsenenalter ist für die meisten Individuen von Kontinuität geprägt: Gut angepasste Jugendliche sind als Erwachsene weiterhin gut angepasst und auffällige Jugendliche als Erwachsene weiterhin auffällig (Schulenberg et al... 2006)(2).
Inzwischen wird zunehmend anerkannt, dass der Übergang ins Erwachsenenalter ein kritischer Punkt in der Lebensspanne ist (Arnett, 2004(3), 2006(4)). Dies, gepaart mit einem zunehmenden Trend, dass junge Menschen ihren Eintritt in die Erwachsenenwelt verzögern, hat zur Einführung des Begriffs "emerging adulthood" geführt, um die Zeit zwischen Jugend und Erwachsensein zu beschreiben (Arnett, 2004(3), 2006(4)).
Laut Kefalas et al. (2005)(5) funktioniert die Vorstellung, dass die Adoleszenz die Lücke zwischen Kindheit und Erwachsenenalter schließen kann, in der modernen Gesellschaft, in welcher das Timing und die Reihenfolge der traditionellen Erfahrungen, die den Prozess des Erwachsenwerdens darstellen, wie z.B. das Verlassen des Hauses, das Beenden der Schule, das Beginnen der Arbeit und das Heiraten, die Geburt von Kindern, welche flexibler sind als früher, nicht mehr. Die sozialen Normen und Erwartungen an all diese Prozesse haben sich seit den Nachkriegsjahren dramatisch verändert.
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[Der] Bedarf an längerer Bildung hat dazu geführt, dass viele junge Menschen ihren Eintritt in den Wirtschaftsmarkt verzögern, was wiederum dazu führt, dass die finanzielle Unabhängigkeit für viele junge Menschen heute auf Anfang oder Mitte zwanzig verschoben wird (Cohen et al., 2003)(6). Dies bedeutet oft, dass junge Menschen noch Anfang zwanzig im Familienhaus leben (Heath. 2008)(7). Diese erhöhte Abhängigkeit von Eltern für den Wohnungsbau ist ein anerkanntes Merkmal der "emerging adulthood". Der Grund für diese Abhängigkeit ist jedoch nicht nur finanzieller Natur.
Selbst wenn sie eine Universität besuchen, bleiben Studierende mit Arbeiterhintergrund eher bei ihren Eltern zu Hause wohnen als ihre Peers mit mittelständischem Hintergrund (Patiniotis und Holdsworth. 2005)(8).
Daraus ergibt sich, dass praktische Fragen wie die finanzielle Unabhängigkeit ein wichtiger Bestandteil des Erwachsenengefühls sind. Es wurden jedoch auch andere eher kognitive Faktoren wie die Fähigkeit, unabhängige Entscheidungen zu treffen, identifiziert (Shulman und Ben-Artzi, 2003)(9). Sassler et al. (2008)(10) befragten junge Erwachsene, die kürzlich in das Familienhaus zurückgekehrt waren, und fanden heraus, dass das Erwachsenenalter als psychologischer Zustand wahrgenommen wurde. Nach dieser Auffassung ist das Erwachsenenalter erreicht, wenn sich ein Individuum in der Lage fühlt, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen und sich in der Lage fühlt, mit anderen Erwachsenen (insbesondere seinen Eltern) auf Augenhöhe zu interagieren (Sassler et al. 2008)(10).



1. Wold, G (2004) Basic Geriatric Nursing. St Louis, MO: Mosby.
2. Schulenberg, JE and Zarrett, NR (2006) Mental health during emerging adulthood: continuity and discontinuity in courses, causes, and functions, in Arnett,JJ and Tanner,JL (eds)Emerging Adults in America: Coming of cl,ge in the 21st century. Washington, DC: American Psychological Association.
3. Arnett, JJ (2004) Emerging Adulthood: The winding road from the late teens through the twenties. New York: Oxford University Press.
4. Arnett, 11(2006) Emerging adulthood in Europe: a response to Bynner. Journal of Youth Studies, 9: 111-23.
5. Kefalas, M, Furstenberg, F and Napolitano. L (2005) Marriage is More than Being Together: The meaning of marriage among young adults in the United States. Available online at www.transad.pop.upenn.edu/downloads/kefalasmarriagenorms.pdf (accessed 12 March
2011).
6. Cohen, LB and Cashon, CH (2003) Infant perception and cognition, in Lemer, R, Easterbrooks, A and Mistry, J (eds) Comprehensive Handbook of Psychology: Vol. 6, Developmental psychology. Part Two: Infancy (pp.65-89). New York: Wiley and Sons.
7. Heath, S (2008) Housing Choices and Issues for Young People in the UK. York: Joseph Rowntree
Foundation. Available at www.ecotec.com/pdfs/2325 -young-people-housing.pdf
8. Patiniotis, J and Holdsworth, C (2005) ‘Seize that chance!’: Leaving home and transitions to higher Education’. Journal of Youth Studies, 8(1): 81-95.
9. Shuman, S and Ben-Artzi, E (2003) Age-related differences in the transition from adolescence to adulthood and links with family relationships. Journal of Adult Development, 10(4): 217-26.
10. Sassier, S, Ciambrone, D and Benway, G (2008) Are they really mama’s boys/daddy’s girls? The negotiation of adulthood upon returning to the parental home. Sociological Forum, 23(4):
670-98.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Psychologische Theorien

Upton I
Penney Upton
Developmental Psychology 2011

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