Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 6
Big Data/Kausalität/Mayer-Schönberger: Big Data bezieht sich auf ein Phänomen, dass nur bei großen Größenordnungen funktioniert, nicht bei kleineren: neue Einsichten zu gewinnen (…) die Märkte, Organisationen oder die Beziehungen von Bürgern und Regierungen verändern können.
I 7
Kausalität: dabei weiß man nicht warum, sondern nur, dass Dinge korreliert sind.
I 10
Durch die Steigerung der Größenordnung (Menge der Daten) ändert sich das Wesen.
I 11
Bei Big Data geht es nicht darum, Computer zu lehren, wie Menschen zu denken, sondern Mathematik auf große Datenmengen anzuwenden, um daraus Wahrscheinlichkeiten zu erschließen. Z. B. ob eine Email Spam ist, oder die Buchstabenfolge „teh“ ein Druckfehler.
I 16
Die Werkzeuge wurden demokratisiert – nicht jedoch die Daten.
I 26
Big Data: wenn wir größere Datenmengen betrachten, weil jetzt die technischen Mittel verfügbar sind, brauchen wir keine Stichproben mehr.
I 29
Ohne auf Stichproben zurückgreifen zu müssen, können jetzt neue Hypothesen testen ((mit der gleichen Datenmenge, nämlich der Gesamtheit der Daten). (Siehe Statistik/Mayer-Schönberger: bei der Stichproben-Methode kann man die Fragestellung nicht mehr verändern).
Diese Hypothesen können dann auch auf verschiedenen Ebenen der Feinkörnigkeit getestet werden.
I 32
Fehler: Große Datenmengen sind stets fehlerbehaftet. Man muss lernen, damit zu leben.
I 34
Die Unordnung ist selbst unordentlich. ((s) Man kann in den Fehlern kein Muster erkennen).
I 35
Algorithmen/Big Data/Mayer-Schönberger: je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto mehr werden Algorithmen übertrumpft. Das sieht man daran, wie Computer lernen, mit der Alltagssprache umzugehen und sie zu übersetzen.
I 55
Internetsuche/Mayer-Schönberger: mit Big Data braucht man keine Anfangshypothese mehr über ein Phänomen, um die Welt zu verstehen. Daher brauchen wir auch keine Vorstellung davon, welche Begriffe die Leute suchen, wenn es darum geht, wie und wo sich eine Grippewelle ausbreitet. Man kann die Entwicklung von Flugpreisen voraussagen ohne zu wissen, wie die Preispolitik der Airlines angelegt ist. Die Ergebnisse werden ohne solche Hypothese schneller vorliegen und weniger Tendenzen aufweisen.
I 111
Rechtschreibkontrolle: Gegenüber Microsoft, das Millionen von Dollar in die Verbesserung seiner Rechtschreibkontrolle investierte, bekam Google sein System praktisch umsonst, indem es einfach die täglichen drei Milliarden Sucheingaben untersuchte.
I 112
Google war mit dieser Idee übrigens nicht das erste Unternehmen. Im Jahr 2000 hatte Yahoo schon diese Idee. Man verwarf das damals jedoch, weil man alte Daten damals als Müll betrachtete. Siehe Daten/Mayer-Schönberger).
I 149
Wahrnehmung/Daten/Big Data/Mayer-Schönberger: unsere Wahrnehmungen Wahrnehmungsorgane wurden für eine Welt knapper Information ausgebildet, nicht für eine Welt des Überflusses an Daten.
I 158
In mehr als der Hälfte der amerikanischen Staaten wird Datenanalyse eingesetzt um Entscheidungen darüber zu stützen, ob ein Strafgefangener aus der Haft entlassen werden sollte.
I 178
Regeln: Computersysteme gründen ihr Verhalten meist auf Regeln, die man zurückverfolgen kann, wenn es zu Fehler gekommen ist. Im Fall der Big Data-Analyse ist das viel schwieriger. Die Basis dessen, was Algorithmen vorhersagen ist zu verzwickt für die meisten Leute.
I 179
Es besteht die Gefahr, dass Big Data-Prognosen zur Black Box werden.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

MSchoen I
Viktor Mayer-Schönberger
Big Data: A Revolution That Will Transform How We Live, Work, and Think New York 2013

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> Gegenargumente gegen Mayer-Schönberger

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