Wirtschaft Lexikon der Argumente

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Information, Informationstheorie: Ein Zeichen oder eine Zeichenkombination enthält Information, wenn für den Empfänger klar ist, dass dieses Zeichen oder die Zeichenkombination anstelle eines anderen möglichen Zeichens oder einer möglichen Zeichenkombination erscheint. Der Vorrat an möglichen Zeichen bestimmt zu einem Teil die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Zeichens aus diesem Vorrat. Zusätzlich kann die erwartete Wahrscheinlichkeit für das Erscheinen eines Zeichens durch bereits gemachte Erfahrungen von Regelmäßigkeiten erhöht werden. Die Menge der Information, die durch ein Zeichen übermittelt wird hängt ab von der Unwahrscheinlichkeit des Auftretens des Zeichens.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Mause I 167f
Informationsökonomik/Information/Asymmetrie/Arrow: (1)(2)
Terminologie: „Prinzipal“ (Verkäufer, Vorgesetzter; hält mehr Information) - „Agent“ (Käufer, Mitarbeiter; hält weniger Information).
Vier mögliche Konstellationen von Informationsasymmetrie:
1. Hidden action: der Prinzipal kann die Handlungen des Agenten nach Vertragsabschluss nicht vollständig beobachten. Bsp ein Angestellter erwirbt einen besseren Informationsstand als der Arbeitgeber. ((s) Siehe Herrschaft/Knechtschaft/Hegel.)
Moral hazard (Versuchung): der Angestellte kann dies durch Reduktion seiner Arbeitsleistung ausnutzen (shirking).
2. Hidden information: nach Vertragsabschluss ist der Prinzipal nicht in der Lage, die Arbeitsleistung (Qualität) des Agenten angemessen beurteilen zu können, da es ihm selbst an Expertise mangelt. Bsp Autoreparatur, Medizinische Behandlungsfehler. (3)
Mause I 168
3. Hidden characteristics: hier geht es um Eigenschaften des zu verkaufenden Guts.
Das ist eine ex-ante Informationsasymmetrie. Sie liegt häufig auf Gebrauchtwagen-Märkten (4) und Versicherungsmärkten vor.
4. Hidden intention: asymmetrische Informationsverteilung vor Vertragsabschluss: dem Prinzipal steht in diesem Fall weniger Information zur Verfügung. Bsp Ein Auszubildender hegt von Beginn an den Wunsch, zur Konkurrenz zu wechseln.


1. K. J. Arrow, The economics of agency. In Principals and agents: The structure of business, Hrsg. John W. Pratt und Richard J. Zeckhauser, 37– 51. Boston 1985.
2. K. Spremann, Asymmetrische Information. Zeitschrift für Betriebswirtschaft 60 (5/ 6), 1990, S. 561– 586.
3 U. Dulleck, R. Kerschbamer, On doctors, mechanics, and computer specialists: The economics of credence goods. Journal of Economic Literature 44, (1) 2006, S. 5– 42.
4. G. A. Akerlof, The market for ‚Lemons‘: Quality uncertainty and the market mechanism. Quarterly Journal of Economics 84, (3), 1970, S. 488– 500.

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Information/Arrow/Benkler: Kenneth Arrow schrieb 1962, "gerade in dem Maße, wie [Eigentum] wirksam ist, gibt es eine Unterauslastung der Informationen". (1)
Benkler: Da die Wohlfahrtsökonomie einen Markt so definiert, dass er ein Gut nur dann effizient produziert, wenn er es zu seinen Grenzkosten bewertet, ist ein Gut wie Information (und Kultur und Wissen sind aus ökonomischen Gründen Informationsformen), die niemals sowohl zu einem positiven (größer als Null) Preis als auch zu seinen Grenzkosten verkauft werden kann, grundsätzlich ein Kandidat für eine substanzielle Nichtmarktproduktion.
I 37
Aus der Perspektive des allgemeinen Wohlergehens einer Gesellschaft wäre es am effizientesten, wenn diejenigen, die Informationen besitzen, diese kostenlos oder besser gesagt, zu den Kosten der Kommunikation weitergeben würden und nicht mehr.
Nicht-Rivalität ist übrigens nicht das einzige eigenartige Merkmal der Informationsproduktion als wirtschaftliches Phänomen. Die andere entscheidende Besonderheit ist, dass Informationen sowohl Input als auch Output des eigenen Produktionsprozesses sind. Um den heutigen akademischen oder persönlichen Artikel zu schreiben, brauche ich Zugang zu den Artikeln und Berichten von gestern.


1. Kenneth Arrow, “Economic Welfare and the Allocation of Resources for Invention,” in Rate and Direction of Inventive Activity: Economic and Social Factors, ed. Richard R. Nelson (Princeton, NJ: Princeton University Press, 1962), 616-617.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

EconArrow I
Kenneth J. Arrow
Social Choice and Individual Values: Third Edition New Haven 2012

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018

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