Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Brocker I 905
Präferenzen/Nussbaum: Trotz des Respekts für Wünsche, Handlungen und Entscheidungen von Bürgern bedarf es nach Nussbaum aber auch einer kritischen Betrachtung von Wünschen. Ideengeschichtlich hat die Problematik Vorläufer in der Marx’schen These vom »falschen Bewusstsein«; aber auch in der liberalen Tradition finden sich Thematisierungen von Präferenz-Deformation (vor allem bei Mill, aber auch bei Smith, Kant oder Rawls). Eine überzeugende Position muss sich heute gegenüber zwei Extremen positionieren:
a) einem »subjective welfarism«, der die Gleichwertigkeit aller Präferenzen betont, dabei aber keine Form der Kritik ungerechter Institutionen entwickeln kann,
b) einem Platonismus, der nach einem objektiven Guten sucht, dabei aber von den konkreten Wünschen und Erfahrungen der Subjekte absieht(1).
NussbaumVsVs: Ob gegenüber prozeduralistischen, utilitaristischen oder institutionalistischen Ansätzen – Nussbaum versucht ihren Ansatz als politischen zu verteidigen, der intrinsische Werte nicht der »preference-satisfaction« unterordnet, aber dennoch verschiedenen Lebensentwürfen ihren Platz gibt.



1. Martha C. Nussbaum, Women and Human Development. The Capabilities Approach, Cambridge 2000, p. 116f
2. Ebenda p.149



Sandra Seubert, „Martha C. Nussbaum, Women and Human Development (2000)“, in:Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

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