Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 334
Politische Wahlen/Surowiecki: schon die Tatsache, dass jemand wählen geht, zeigt, dass er nicht ausschließlich egoistischen Motiven gehorcht. Die eigene Stimme hat kaum Chancen, sich auszuwirken. Auch hat das Handeln der Präsidenten kaum Auswirkung auf das tägliche Leben.
Die Public Choice-Theorie der Wirtschaftswissenschaften hat versucht, dies mit Marktverhalten zu erklären und eine menschliche Grundneigung zur Beteiligung an einem Gemeinwesen weg zu erklären.
I 335
Surowiecki: Selbst wenn – wie einige Theoretiker annehmen – Wählen nur „expressiv“ ist, dann könnte das für die Gesellschaft vorteilhafter sein, als wenn sie ihre Stimme im Sinne persönlichen Eigennutzes abgeben (was die Public Choice-Theoretiker annehmen. (Siehe Demokratie/Surowiecki, Politische Wahlen/Buchanan).
Ökonomie/Politik/Wahlen/Surowiecki: Donald R. Kinder und D. Roderick Kiwiet haben festgestellt, dass zwischen der privaten wirtschaftlichen Situation von Wählern und ihrer Stimmabgabe keine Relation besteht, wohl aber zwischen ihrer Wahlentscheidung und ihrem Verständnis der wirtschaftlichen Gesamtsituation. (1) (Siehe auch Politische Wahlen/Sears).
I 336
Das heißt nicht, dass amerikanische Wähler vor ihrer Stimmabgabe gründlich recherchieren. Sie verlassen sich eher auf lokales Wissen – so wie sie sich auch in einem Markt verhalten. Das ist aber kein Widerspruch zu der These, dass sie ein Interesse daran haben, den besten Kandidaten für das Amt zu wählen und nicht einfach den Kandidaten zu wählen, der für sie persönlich am besten ist.


1. Donald R. Kinder und D. Roderick Kiewiet, »Economic Discontent and Political Behavior – The Role of Personal Grievances and Collective Economic Judgments in Congressional Voting«, American Journal of Political Science 79/1979, S. 10-27; sowie Kinder und Kiewiet, »Sociotropic Politics – The America Case«, British Journal of Politics 11/1981, S. 129-161.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Surowi I
James Surowiecki
Die Weisheit der Vielen: Warum Gruppen klüger sind als Einzelne und wie wir das kollektive Wissen für unser wirtschaftliches, soziales und politisches Handeln nutzen können München 2005

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> Gegenargumente gegen Surowiecki

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