Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 16
Filterblasen/filter bubbles/Pariser: Google Instant errät seit Herbst 2011, wonach man sucht und vervollständigt Anfragen automatisch.
Eric Schmidt glaubt, dass die Nutzer möchten, dass Google ihnen sagt, was sie als Nächstes tun sollen. (1)
I 17
Filterblasen/Pariser: nenne ich das, was Prognosemaschinen für jeden von uns erschaffen, ein ganz eigenen Informationsuniversum. So verändern sie auf fundamentale Weise, wie wir an Ideen und Informationen gelangen (… ) die Filterblasen bringen neue Dynamiken ins Spiel (…) Wir sitzen allein in einer Blase, da geteilte Informationen
I 18
die Voraussetzung für geteilte Erfahrungen sind, wirkt die Filter Bubble als Zentrifugalkraft und treibt uns auseinander.
I 21
Wir werden bald alle personalisierte Suchfilter benutzen, ob wir es wissen oder nicht.
I 22
In der Blase gibt es weniger Raum für zufällige Begegnungen durch die wir Einsichten gewinnen und lernen können.
I 62
Nachrichten/Fake News/Falschmeldungen/Problem: was ist, wenn die Nachrichtenlandschaft so stark fragmentiert wird, dass Richtigstellungen von falschen Nachrichten oder Lügen den einzelnen nicht mehr erreichen?
I 66
Verantwortung/Pariser: Filterblasen kennen – im Gegensatz zu Zeitungen – keine öffentliche Verantwortung, obwohl sie Rollen in der Nachrichtenbranche übernehmen.
Medien/Zwischeninstanzen/Pareles/Pariser: nach einer These des New York Times-Kritikers Jon Pareles entfernt das Internet eine Zwischeninstanz zwischen den Bürgern und den Nachrichten, eine Rolle, die zuvor die Medien innegehabt hatten. (2)
I 68
PariserVsPareles: diese „Disintermediation“ ist wohl eher ein Mythos als eine Tatsache. In Wirklichkeit werden die neuen Gatekeeper nur unsichtbar.
I 82
Korruption/Shirky/Pariser: Clay Shirky fragt: Wie kann man Politikern noch damit drohen, Alarm zu schlagen, wenn es zu korrupt wird? (3) – Pariser: früher kam so etwas auf die Titelseite, aber das kann man heute vergessen, weil es eine solche Titelseite nicht mehr gibt, wenn Nachrichten persönlich zugeschnitten werden.
I 115
Problem/Pariser: aus einem personalisierten Filter kann man nicht herauszoomen. (Siehe auch Wissen/Pariser).
I 125
Filter/Identität/Personalisierte Suche/Pariser: die personalisierte Suche verkennt die Tatsache, dass wir zu verschiedenen Zeiten oder in verschiedenen Situationen verschiedene Identitäten haben. Es gibt z.B. ein Arbeits-Ich, ein Freizeit-Ich, ein Wusch-Ich und ein Jetzt-Ich.
I 126
Die Filterblase hat es aber nur mit dem Jetzt-Ich zu tun, das gerade klickt.
I 129
Andere Analysemethoden bringen aber Unterschiede hervor, sogenannte „Stimmungsanalyse“ kann erschließen, welche Laune man an den Tag legt. Das wird aus der Wortwahl in Posts, SMS und Emails festgestellt.


1. James Farrar, »Google to End Serendipity (by Creating It)«, ZDNet, 17. 08. 2010, aufgerufen am 19.12. 2010, www.zdnet.com/blog/sustainability/google-to-end-serendipity-by-creating-it/1304.
2. John Pareles, »A World of Megabeats and Megabytes«, New York Times, 30.12. 2009, aufgerufen am 11.12. 2010, www.nytimes.com/2010/01/03/arts/music/03tech.html.
3. Jay Rosen im Interview mit Clay Shirky, Video, Chapter 5 »Why Study Media?«, NYU Primary Sources, New York 2011, aufgerufen am 09. 02. 2011, http://nyuprimarysources.org/video-library/jay-rosen-and-clay-shirky/.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Pariser I
Eli Pariser
The Filter Bubble: How the New Personalized Web Is Changing What We Read and How We Think London 2012

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> Gegenargumente gegen Pariser

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