Wirtschaft Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Brocker I 477
Soziale Güter/Kollektivgut/Olson: allgemein werden Güter in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur unterschieden wie folgt:
Private Güter/Musgrave: zeichnen sich durch Ausschließbarkeit (nicht jeder hat Zugang) und Rivalität (Konsum verringert die Menge des Gutes) aus
Clubgüter: Ausschließbarkeit - Rivalität
Allmendegüter: Nicht-Ausschließbarkeit – Rivalität (Bsp Fischfang)
Öffentliche Güter: Nicht-Ausschließbarkeit – Nichtrivalität. (1)
Dagegen Olson: unterscheiden zwischen exklusiven und inklusiven Gütern
Def Exklusive Kollektivgüter: sind primär in marktorientierten Gruppen zu finden. Sie zeichnen sich durch Rivalität aus. (2) Hier steigt der Gesamtnutzen des Kollektivgutes nicht mit der Anzahl der Nutzer. Damit entspricht es dem Allmendegut. Der Nutzen für das Individuum sinkt mit der Zahl der Nutzer.
Def inklusive Kollektivgüter/Olson: sind durch Nicht-Rivalität ausgezeichnet. Der Nutzen steigt für alle mit zunehmender Zahl der Nutzer (Nicht-Ausschließbarkeit). Diese Güter werden auch reine Kollektivgüter genannt. ((s) Bsp Netzwerke).
Brocker I 487
VsOlson: einige Autoren merken an, dass kollektive Güter weit mehr Eigenschaften aufweisen können als die von Olson verwendeten und dass auch diese Eigenschaften für die Frage der Realisierung dieser Güter in Gruppen relevant sein können (3). So analysieren beispielsweise Frohlich und Oppenheimer (1970) (4) kollektive Güter, die erst mit einer Vielzahl kollektiver Nutzer ermöglicht werden. Daneben gibt es Güter, die nicht stufenlos realisierbar sind, sondern eines Mindestmaßes an Beteiligung bedürfen, um überhaupt bereitgestellt werden zu können (Chong 1991)(5).


1. Musgrave, Richard A., »Public Finance and Finanzwissenschaft Traditions Compared«, in: FinanzArchiv/Public Finance Analysis 53/2, 1996, 145-193.
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) (German Edition) (Kindle Locations 9884-9886). Suhrkamp Verlag. Kindle Edition.
2. Mancur Olson, The Logic of Collective Action: Public Goods and the Theory of Groups, Cambridge, Mass. 1965. Dt.: Mancur Olson, Die Logik des kollektiven Handelns: Kollektivgüter und die Theorie der Gruppen, Tübingen 1998 (zuerst 1968)., S. 36f.
3. Carolin Stange, Die Übertragbarkeit lokaler Lösungsansätze auf Bereitstellungsprobleme Globaler Öffentlicher Güter, Dissertation, Bamberg 2017, Kap. 2.
4. Frohlich, Norman/Oppenheimer Joe A., »I Get By With a Little Help from My Friends«, in: World Politics 23/1, 1970, 104-120.
5. Chong, Dennis, Collective Action and the Civil Rights Movement, Chicago/London 1991.


Johannes Marx, „Mancur Olson, Die Logik des kollektiven Handelns“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

EconOlson I
Mancur Olson
The logic of collective action: Public goods and the theory of groups Cambridge 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

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