Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Brocker I 674
Differenzprinzip/SandelVsRawls/Sandel: das Differenzprinzip besagt, dass soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten nur dann eine Existenzberechtigung haben, wenn sie zugleich den am wenigsten Begünstigten in einer Gesellschaft den größtmöglichen Vorteil bringen. (1)
Sandel: bestreitet nicht, dass dies in einer angenommenen Ausgangssituation für eine zu errichtende Gesellschaft (siehe Schleier des Nichtwissens/Rawls) dazu führt, dass Subjekte im eigenen Interesse ein Prinzip wählen, dass für die weniger Begünstigten so vorteilhaft wie möglich ist (da sie nicht wissen, ob sie selber zu den weniger Begünstigten gehören werden). Siehe Rawls/Nozick).
Lösung/Sandel: man kann Rawls nur dann gegen die Vorwurf von Nozick verteidigen, wenn man annimmt, dass die Begabungen, die zu unterschiedlichen sozialen und ökonomischen Positionen führen, gar nicht die Begabungen einzelner Individuen sind, sondern Begabungen, die von vorneherein der Gemeinschaft aller Subjekte hinter dem „Schleier des Nichtwissens“ zukommen. (2)
Problem: das würde Rawls eigener Theorie der Intersubjektivität zuwider laufen. (Siehe Subjektivität/Sandel).


1. John Rawls Theorie der Gerechtigkeit,1975, (engl. 1971) S. 96.
2. Michael Sandel, Liberalism and the Limits of Justice, Cambridge/New York 1998 (zuerst 1982), S. 101, 141.


Markus Rothhaar, “Michael Sandel, Liberalism and the Limits of Justice” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Sand I
Michael Sandel
The Procedural Republic and the Unencumbered Self 1984

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

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