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Mause I 402f
Umweltschäden/Wirtschaftstheorie: Umweltschäden sind häufig das Ergebnis einer wirtschaftlichen Nutzung natürlicher Ressourcen. Sie werden durch Produktion und Konsum sowie die Aufnahme von Schadstoffen innerhalb der bestehenden Umweltmedien (Luft, Wasser, Boden) verursacht. Die genannten Nutzungsformen lassen sich auch als Funktionen der natürlichen Umwelt (Produktions-, Konsum-, Deponiefunktion) bezeichnen.
Zum anderen trägt die zunehmende Flächeninanspruchnahme für Siedlungs-, Verkehrs- und Produktionszwecke zu Umweltschäden bei, weil im Zuge dessen natürliche Ökosysteme zurückgedrängt werden, die Artenvielfalt abnimmt, das Landschaftsbild beeinträchtigt sowie der Boden zunehmend versiegelt wird (Cansier 1993, S. 3 (1); Hartwig 1992, S. 126ff (2)).
Umweltpolitik/Bundesrepublik Deutschland: Die seit mehr als 40 Jahren in Deutschland betriebene Umweltpolitik (siehe für einen Überblick Böcher und Töller 2012, S. 6ff. (3)) hat insbesondere mit Blick auf die jüngere Vergangenheit – folgt man dem neuesten Umweltprüfbericht der OECD (2012) (4) für Deutschland – zu einer nennenswerten Verbesserung des Umweltqualitätszustands beigetragen. So lagen etwa die gesamten Treibhausgasemissionen (CO2, Methan etc.) Deutschlands im Jahr 2010 um 24  % unter dem Niveau von 1990. Dabei zählt Deutschland zu den wenigen OECD-Ländern, die in den 2000er-Jahren Treibhausgasemissionen und Wirtschaftswachstum vollständig entkoppelt haben, was nicht zuletzt auf eine gesunkene Energieintensität der Industrieproduktion zurückzuführen ist.
Externalität: Die Notwendigkeit staatlichen Handelns im Bereich der Umweltpolitik kann neben den öffentlichen Gutseigenschaften der Beseitigung von Umweltschäden aus ökonomischer Sicht auch mit Hilfe des Konzepts der externen Effekte begründet werden (Feess und Seeliger 2013, S. 39ff.(5); Endres 2000, S. 18ff.(6)).
Umweltschäden und Umweltverbesserungen lassen sich danach als Folge von negativen oder positiven Nebenwirkungen von Produktion oder Konsum verstehen. Wie öffentliche Güter werden auch diese Effekte nicht vom Marktpreismechanismus erfasst.
Problem: Sorgt der Staat im Rahmen seiner Umweltpolitik nicht für eine „Internalisierung externer Effekte“, d.   h. für eine Anlastung der externen
Kosten bzw. eine Vergütung des externen Nutzens beim Verursacher, führt dies zu einer Fehlallokation bei der Bereitstellung von privaten Gütern, die mit einer Übernutzung von Umweltressourcen oder einem zu geringen Maß an Umweltqualitätsverbesserungen einhergeht (7).


1. Cansier, Dieter. 1993. Umweltökonomie. Stuttgart/ Jena:
2. Hartwig, Karl-Hans, Umweltökonomie. In Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, Hrsg. Dieter Bender, Hartmut Berg, Dieter Cassel, Günter Gabisch, Karl-Hans Hartwig, Lothar Hübl, Dietmar Kath, Rolf Peffekoven, Jürgen Siebke, H. Jörg Thieme und Manfred Willms, Bd.   2, 5.   Aufl., 122– 162. München 1992
3. Böcher, Michael, und Annette E. Töller, Umweltpolitik in Deutschland. Eine politikfeldanalytische Einführung. Wiesbaden 2012.
4. OECD. 2012. OECD-Umweltprüfberichte. Deutschland 2012. Paris: OECD Publishing.
5. Feess, Eberhard, und Andreas Seeliger, Umweltökonomie und Umweltpolitik, 4.   Aufl. München 2013
6. Endres, Alfred, Umweltökonomie, 3. Aufl. Stuttgart: 2000.
7. Ebenda S. 19


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Wirtschaftstheorien

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018

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