Philosophie Lexikon der Argumente

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Mause I 231
Taylor-Regel/Staatsinterventionen/Geldpolitik/Taylor: Die Taylor-Regel für staatliche Interventionen stützt sich auf Geldmarktzinsen. Taylor versuchte, den Zusammenhang zwischen der Zinsentwicklung und den potenziellen Endzielvariablen in den USA mit Hilfe einer Politikreaktionsfunktion zu identifizieren. (1),(2)
Der Regel zufolge hat der Offenmarktausschuss (FOMC) des Federal Reserve Systems den Geldmarktsatz (Federal Funds Rate) immer dann verändert, wenn es zu Abweichungen zwischen der aktuellen (durchschnittlichen) und der gewünschten Inflationsrate (Inflationslücke) und zu Abweichungen zwischen dem realen Inlandsprodukt und einem langfristigen Gleichgewichtsniveau (Outputlücke) gekommen ist.
Die Notenbank erhöht den Geldmarktsatz bei zunehmender Inflation und bei einem höheren Wirtschaftswachstum und umgekehrt (Feedback-Regel). Möchte man die Taylor-Regel operationalisieren, sind Aussagen über das langfristige (gleichgewichtige) Realzinsniveau, die Zielwerte der Inflationsrate und des Inlandsprodukts sowie Informationen über die Reaktionsparameter erforderlich.
Problem: die benötigten Daten erst mit zeitlicher Verzögerung zur Verfügung und werden zudem in der Folgezeit häufig und in einem nicht unerheblichen Umfang nachjustiert.
VsTaylor: Geldpolitik sollte nicht auf Vergangenheitswerte der Inflations- oder Outputlücke reagieren, sondern die zukünftig erwarteten Lücken antizipieren und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. Siehe auch Randbreitenproblem.


1. John B. Taylor,“Discretion Versus Policy Rules in Practice”, Carnegie-Rochester Conference Series on Public Policy 39, 1993 p. 195– 214.
2. John B. Taylor, “A Historical Analysis of Monetary Policy Rules,” In Monetary Policy Rules, J.B. Taylor, Hrsg. Chicago 1999.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

EconTayl I
John Brian Taylor
Discretion Versus Policy Rules in Practice 1993

TaylorB II
Barry Taylor
"States of Affairs"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

TaylorCh I
Charles Taylor
The Language Animal: The Full Shape of the Human Linguistic Capacity Cambridge 2016

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018

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