Wirtschaft Lexikon der Argumente

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Mause I 404/405
Umweltpolitik/Wirtschaftstheorie: aus Sicht der Wirtschaftstheorie ist eine zentrale Regelung nur im Fall von räumlich homogenen Umweltschutzpräferenzen, grenzüberschreitenden Schadenswirkungen (regionale Spillover-Effekte) oder umsetzungsbezogenen Kostendegressionseffekten wünschenswert. (1)
Ansonsten ist eine mehr regionale Gestaltung begrüßenswert, da damit nicht nur die Möglichkeit zu einer besseren Verwirklichung des Subsidiaritätsprinzips in der innerstaatlichen Kompetenzverteilung (Döring und Voigt 2006, S. 206 (2)), sondern auch die Chance auf einen vermehrten föderalen Wettbewerb im Bereich des Umweltschutzes besteht (Mammen 2007, S. 125 (3); Koch und Krohn 2006 (4).
Vs: eine Zersplitterung der umweltpolitischen Gesetzgebung könnte zu einem „race to the bottom“ bei einer Vielzahl von Umweltstandards führen könnte (Benz et al. 2008 (5); Ingerowski 2006 (6)).
Marktkräfte können nur wenig zur Eindämmung von Umweltschäden beitragen. (Siehe Umweltgüter/Wirtschaftstheorien). Der Grund ist das Trittbrettfahrerproblem (free rider problem, Siehe Gefangenendilemma/Ostrom).
Trittbrettfahrer: Bsp wenn der Einbau eines Katalysators Euro 1.00,- kostet und der individuelle Nutzen aus sauberer Luft gleichzeitig mit 1.500,- Euro bewertet wird, dann ist es für das Individuum rational, auf den Einbau des Katalysators zu verzichten. Das gilt sogar, wenn auch alle anderen auf den Einbau verzichten.
Gesamtgesellschaftlich führt dies zum schlechtesten Ergebnis. Daher muss in den meisten Fällen der Staat zur Eindämmung von Umweltschäden eingreifen. (Nordhaus 1993, S. 18) (7), Hartwig 1992, S. 132) (8). Siehe Externalitäten.


1. Klaus W. Zimmermann & Walter Kahlenborn, Umweltföderalismus. Einheit und Einheitlichkeit in Deutschland und Europa. Berlin 1994.
2. Thomas Döring & Stefan Voigt. 2006. Reforming federalism German style. Intereconomics 41: 201– 208.
3. Lars Mammen. 2007. Der neue Typus der konkurrierenden Gesetzgebung mit Abweichungsrecht. Die öffentliche Verwaltung 9: 376– 379.
4. Hans-Joachim Koch, &Susan Krohn. 2006. Umwelt in schlechter Verfassung? Der Umweltschutz nach der Föderalismusreform. Natur und Recht 28: 673– 680.
https://link.springer.com/ article/10.1007%2Fs10357-006-1144-3
5. Arthur Benz, Arthur, Hans-Joachim Koch, André Suck & Anna Fizek, Verwaltungshandeln im Naturschutz: Herausforderungen und Folgen veränderter Rahmenbedingungen. Münster 2008..
6. Jan B. Ingerowski, J2006. Die Föderalismusreform: Chance auf ein stringentes, an den aktuellen Herausforderungen des Umweltschutzes orientiertes Umweltrecht vertan. KGV-Rundbrief 3   +   4/ 2006.
7. William D. Nordhaus. 1993. Reflections on the economics of climate change. The Journal of Economic Perspectives 7: 11– 25.
8. Karl-Hans Hartwig, Umweltökonomie. In Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, Hrsg. Dieter Bender, Hartmut Berg, Dieter Cassel, Günter Gabisch, Karl-Hans Hartwig, Lothar Hübl, Dietmar Kath, Rolf Peffekoven, Jürgen Siebke, H. Jörg Thieme und Manfred Willms, Bd.   2, 5.   Aufl., 122– 162. München 1992.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Wirtschaftstheorien

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018

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