Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Mause I 408f
Umweltgüter/Präferenzen/Wirtschaftstheorien: Es gibt einzelne Umweltbereiche, in denen die Langfristwirkungen von Umweltbeeinträchtigungen individuell nicht immer vollständig überschaut werden (z. B. Erhalt der Bergwälder wegen Lawinengefahr) und daher eine zumindest teilweise Korrektur der individuellen Präferenzen durch sogenannte meritorische Eingriffe des Staates (z. B. Verbot der Abholzung von „Schutzwäldern“) erforderlich ist (Zimmermann et al. 2012, S. 498) (1). Bei der überwiegenden Zahl von Umweltgütern kann jedoch grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass entsprechende Umweltschutzpräferenzen in der Gesellschaft vorhanden sind, ohne dass es jedoch zu einem über den Markt vermittelten Angebot dieser Güter in ausreichender Quantität und Qualität kommt.
Mause I 409
Umweltgüter weisen die typischen Eigenschaften öffentlicher Güter auf (Siehe Öffentliches Gut)
a) Nichtrivalität im Konsum: der Konsum durch einen Bürger schmälert nicht den der anderen. Bsp Luft.
Das führt dazu, dass hier keine Marktpreise entstehen.
b) Das Ausschlussprinzip kann nicht angewendet werden: niemand kann durch Vergabe exklusiver Eigentumsrechts von der Nutzung ausgeschlossen werden. Das führt dazu, dass ein privater Anbieter mit diesen Gütern keine kostendeckenden Preise erzielen könnte.
Fazit: Saubere Umwelt lässt sich nicht über einen Markt verkaufen.
Gemeinschaftsgüter/Allmende: dies sind Güter, bei denen es zu einem rivalisierenden Konsum kommen kann.
Zwar gibt es auch hier keinen Markt, aber aufgrund fehlender Eigentumsrechte besteht auch kein Anreiz für einen schonenden Umgang mit dem betroffenen Umweltgut. Bsp Überfischung (2). Siehe Gefangenen-Dilemma/Ostrom.


1. Horst Zimmermann, Horst, Klaus-Dirk Henke, und Michael Broer, Finanzwissenschaft. Eine Einführung in die Lehre von der öffentlichen Finanzwirtschaft, 11.   Aufl. München 2012.
2. Elinor Ostrom, Governing the commons: The evolution of institutions for collective action. Cambridge 1990.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Wirtschaftstheorien

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018

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