Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Mause I 455ff
Politikfeldanalyse/Vedung: Def Policy: soll dazu beitragen, ein gesellschaftliches Problem zu lösen.
Eine in der Politikwissenschaft weit verbreitete Klassifizierung von Policy-Instrumenten basiert auf einer dreigliedrigen Typologie von Vedung (1998)(1), wonach die Instrumente nach ihrer Verbindlichkeit gegenüber Adressaten und nicht auf der Beschaffenheit der Maßnahme selbst klassifiziert werden.
Terminologie von Vedung:
Def Sticks/Vedung: Regulative Instrumente (sticks) beschreiben jeden Versuch der Regierung, das Verhalten der Bevölkerung, Unternehmen und anderen staatlichen Institutionen mittels einer Reduktion verfügbarer Handlungsalternativen für die Individuen innerhalb der Gesellschaft zu regulieren (vgl. Meier 1985, S. 1 (2)). Regulative Instrumente umfassen also beides, die Restriktionen und die Direktiven einer Handlung.
Def Carrots/Vedung: finanzielle/ökonomische Anreize.
Sie unterscheiden sich von Regulierungsmechanismen durch die Freiwilligkeit der Annahme. (Vedung 1998, S. 32.)
Def Sermons/Vedung: Persuasive Instrumente/Information: Beeinflussung durch Argumente, Information bzw. Wissen. (Vedung 1998, S.33).
Def Politikadressat/Vedung: Akteure, die ihr Verhalten ändern müssen, damit das Problem gelöst werden kann. Von diesen werden Politikbetroffene und Politikbegünstige unterschieden.
Mause I 456
Def Interventionshypothese (3): (in Abgrenzung zur Kausalhypothese) Die Interventionshypothese legt fest, wie die Ursachen eines gesellschaftlichen Problems durch eine Policy abgeschwächt werden, und so das Problem behoben werden soll. (4) Sie definiert also Maßnahmen.
Kausalhypothese: spezifiziert die Ursache-Effektbeziehungen und liefert Angaben zu den Adressaten sowie den Endbegünstigten. (5)
Leistungs- und Wirkungsstufen:
Def Output: die Produkte einer Policy, mit den en versucht wird, das Verhalten der Akteure zu ändern.
Def Outcome: die entsprechende Verhaltensänderung der Akteure.
Def Impact: die Gesamtheit der intendierte und nicht intendierten Auswirkungen. (6)



1. Vedung, Evert. 1998. Policy instruments: Typologies and theories. In Carrots, sticks & sermons: Policy instruments and their evaluation. Comparative policy analysis series, Hrsg. Marie-Louise Bemelmans-Videc, Ray C. Rist und Evert, Vedung, 21-58. New Brunswick 1998.
2. Kenneth J. Meier, Regulation politics, economics and bureaucracy, New York 1985.
3. Rossi, Peter H., Howard E. Freeman, und Gerhard Hofmann, Programm-Evaluation – Einführung in die Methoden angewandter Sozialforschung. Stuttgart 1998
4. D’Agostino, Jerome V. 2001. Increasing the role of educational psychology theory in program development and evaluation. Educational Psychologist 36( 2): 127– 132.
5. Peter Knoepfel & Werner Bussmann, Die öffentliche Politik als Evaluationsobjekt. In Einführung in die Politikevaluation, Hrsg. Werner Bussmann, Ulrich Klöti und Peter Knoepfel, S. 57. Basel/ Frankfurt a. M. 1997
6. Sager, Fritz, und Markus Hinterleitner, Evaluation. In Lehrbuch der Politikfeldanalyse. Lehr- und Handbücher der Politikwissenschaft, Hrsg. Klaus Schubert und Nils C. Bandelow, 3. Aufl., 437– 462. München 2014.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

PolVed I
Evert Vedung
Policy instruments: Typologies and theories. In Carrots, sticks & sermons: Policy instruments and their evaluation New Brunswick 1998

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018

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