Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Mause I 459
Verkehrspolitik/transport policy/Wirtschaftstheorie: gesellschaftlich Probleme der Verkehrspolitik werden primär durch die Betrachtung von Kosten und Nutzen dargestellt. Wenn nun Wettbewerb auf Mobilitätsmärkten herrscht, und das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage zu Gleichgewichtsmengen und Gleichgewichtspreisen führt, besteht aus ökonomischer Sicht prinzipiell keine Notwendigkeit für staatliche Eingriffe.
Externe Effekte/Externalitäten: treten auf, wenn ein Wirtschaftssubjekt einen Teil seiner Kosten auf andere abwälzt ((s) die keinen Einfluss auf die Gestaltung haben) bzw. einen Nutzen erführt, ohne dafür zu zahlen. Vgl. (1) Siehe auch Gefangenendilemma/Ostrom, (>Trittbrettfahrerproblem).
Infrastruktur: Bsp Straßennetz: da weitestgehend niemand ausgeschlossen wird und Rivalität im Konsum besteht, kann eine ungleiche Aufteilung von Kosten und Nutzen entstehen. Während der Bau in der Regel von einer Gebietskörperschaft getragen wird, geht der Nutzerkreis darüber hinaus.
Mause I 460f
Konsum: der Konsum, also der Verbrauch der Verkehrsinfrastruktur und die dabei bestehenden Rivalität bezieht sich im Wesentlichen auf den Platz und manifestiert sich in Staus.
Problem: Grund für eine Übernutzung ist, dass die Akteure stets nur ihre privaten Kosten im Blick haben.
Grenzkosten: wenn der Verkehr zähflüssiger wird, entsprechen die privaten Grenzkosten der Straßennutzung nicht mehr nur den sozialen Grenzkosten. Jeder weitere Verkehrsteilnehmer trägt dazu bei, dass der Platz noch knapper wird.
Lösung: eine ökonomische Lösung besteht in der Internalisierung der externen Kosten. (Bsp Maut, Straßennutzungsgebühren).
Externalitäten: wird der Verkehrssektor mit allen Verkehrsteilnehmern betrachtet, gibt es keine unbeteiligten Dritten. Dann sind Staukosten keine externen Kosten sondern die Folge von zu wenig Verkehrswegen. (Stock und Bernecker 2014, S. 287).
Externer Nutzen: Neben externen Kosten entsteht ebenfalls externer Nutzen in einer Volkswirtschaft durch den Verkehrssektor. Durch Güterverkehr wird eine Arbeitsteilung und Spezialisierung erst ermöglicht und hat deshalb positive Einkommens-, Wachstums- und Beschäftigungseffekte. Personenverkehr begünstigt die Entwicklung von Verdichtungsräumen (Agglomeration) und den Austausch von Wissen. Eine einzelwirtschaftliche Konsumnachfrage würde diese Aspekte nicht in der jeweiligen Nutzenfunktion berücksichtigen und daher zu gering ausfallen (vgl. Stock und Bernecker 2014, S. 292).
Mause I 12220
Verkehrspolitik: kann an drei Punkten ansetzen: 1. Externe Effekte (Externalitäten), 2. Kapazitätsprobleme, 3.fehlender Wettbewerb.
Investitionen: Problem: Probleme können auftreten, wenn für den Markteintritt eine große spezifische (bzw. irreversible) Investition getätigt werden muss. Gemeint ist damit, dass eine Investition im Produktionsprozess nur für diesen speziellen Markt genutzt und bei Marktaustritt nicht mehr anderweitig eingesetzt werden kann (vgl. Baumol et al. 1988, S. 7) (2).
Bsp Dies trifft für ein Schienennetz zu, welches für den Schienenverkehr notwendig ist, aber auch ausschließlich dafür genutzt werden kann.


1. Stock, Wilfried, und Tobias Bernecker, Verkehrsökonomie. Eine volkswirtschaftlich-empirische Einführung in die Verkehrswissenschaft, 2. Aufl. Wiesbaden 2014.
2. Baumol, William J., John C. Panzar, und Robert D. Willig. 1988. Contestable markets and the theory of industry structure. San Diego 1988.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Wirtschaftstheorien

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018

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