Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Brocker I 630
Staat/Waltz: Ungeachtet großer Unterschiede in der Wirtschaftskraft, Bevölkerungs- oder territorialer Größe erfüllen alle Staaten die gleichen Funktionen: Sicherheit nach innen und nach außen zu schaffen. Alle Staaten gleichen sich darin, dass sie die Freiheit der gesellschaftlichen Eigenentwicklung (1) aufrechterhalten wollen bzw. anstreben. Siehe System/Waltz, Souveränität/Waltz.
Die Struktur des Systems „Internationale Politik“ (siehe System/Waltz) wird durch die Staaten als Einheiten geformt. Dies muss aber nicht immer so bleiben, es ist nur so, solange Staaten über die größten Machtpotentiale verfügen. Dies ist ein Merkmal der von Waltz mit vertretenen neorealistischen Theorie. (2)
VsNeorealismus: man hat oft die staatszentrierte Ontologie des Neorealismus kritisiert. (3)
NeorealismusVsVs: diese Kritik verkennt, dass die prominente Stellung des Staates in der neorealistischen Theorie aus seiner empirischen Stellung in der internationalen Politik seit dem Westfälischen Frieden resultiert und weniger aus einer metaphysischen Betrachtung.
Staat/Waltz: ist arbeitsteilig organisiert. Seine Struktur bleibt von der wechselnden Machtverteilung zwischen den Einheiten des Systems unberührt. (4)
Brocker I 632
Funktionen des Staates: obwohl es ein Machtgefälle zwischen Staaten gibt, führt dies nicht dazu, dass sich eine Spezialisierung herausbilden könnte, was die Funktionen betrifft, die Staaten zu erfüllen haben.
System: Die Staaten mit dem stärksten Machtpotential bestimmen die Struktur des internationalen Systems (Siehe Internationale Politik/Waltz.)
Brocker I 633
Rationalität/Waltz: Waltz vertritt die Auffassung, dass es für seine Theorie nicht notwendig ist, anzunehmen, dass der Staat ein rational handelnder Akteur ist, da das Resultat staatlichen Handelns durch die komplexe Umgebung stets beeinflusst wird. (5)


1. Richard Löwenthal, „Freiheit der Eigenentwicklung“, in: Außenpolitische Perspektiven des westdeutschen Staates, Band 1: München 1971, S. 11.
2. Kenneth N. Waltz Theory of International Politics, Reading, Mas. 1979, S. 81
3. Daniel L. Nielson/Michael J. Tierney, „Principals and Interests: Agency Theory and Multilateral Development Bank Lending“, Chicago 2002, S. 3.
4. Waltz 1979, S. 82.
5. Waltz 1979, S. 76-77

Carlo Masala, „Kenneth N. Waltz, Theory of International Politics” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

PolWaltz I
Kenneth N. Waltz
Man,the State and War New York 1959

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

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