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| Regierungspolitik: Die Regierungspolitik bezieht sich auf eine Reihe von Grundsätzen, Leitlinien oder Maßnahmen, die von einem Regierungsorgan festgelegt werden, um bestimmte Probleme anzugehen oder gewünschte Ergebnisse in einer Gesellschaft oder Wirtschaft zu erzielen, z. B. Wirtschaftswachstum, soziales Wohlergehen, Gesundheitswesen, Bildung oder Außenbeziehungen. Siehe auch Staatshaushalt, Staatsverschuldung, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft._____________Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente. | |||
| Autor | Begriff | Zusammenfassung/Zitate | Quellen |
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Joseph A. Schumpeter über Regierungspolitik – Lexikon der Argumente
Sobel I 28 Regierungspolitik/Schumpeter/Sobel/Clemens: Schumpeters Ideen über die Funktionsweise des Staates wurden wahrscheinlich durch seine eigenen Erfahrungen als österreichischer Finanzminister geprägt. Damals und auch heute noch beruht ein Großteil der wirtschaftlichen Analyse staatlicher Eingriffe auf einer Reihe von impliziten (manchmal auch expliziten) Annahmen über die Akteure in der politischen Sphäre - dass sie selbstlos, wohlwollend, Führungspersönlichkeiten und Bürokraten sind, die sich nur um das öffentliche Interesse kümmern und vom Einfluss der Interessengruppen unberührt bleiben. In der Tat beruht ein Großteil des von John Maynard Keynes vertretenen interventionistischen Ansatzes in der makroökonomischen Politik implizit auf dem weisen Handeln wohlwollender staatlicher Akteure, die sich selbstlos um das Gemeinwohl kümmern. SchumpeterVsKeynes: Schumpeter wusste aus eigener Erfahrung, dass diese Annahmen falsch waren. >John Maynard Keynes, >Keynesianismus. Demokratie: Schumpeter verstand die Demokratie lediglich als einen alternativen Prozess zur Erzielung sozialer und wirtschaftlicher Ergebnisse, und „daraus folgt nicht notwendigerweise, dass die politischen Entscheidungen, die durch diesen Prozess aus dem Rohmaterial dieser individuellen Willensäußerungen hervorgebracht werden, irgendetwas darstellen, das in irgendeinem überzeugenden Sinne als der Wille des Volkes bezeichnet werden könnte“ (CSD(1): 254). In Bezug auf die Idee, dass die Regierung ein Gemeinwohl verfolgt, argumentiert Schumpeter: „Erstens gibt es so etwas wie ein eindeutig bestimmtes Gemeinwohl nicht, auf das sich alle Menschen einigen oder durch die Kraft rationaler Argumente zu einer Einigung gebracht werden könnten. Das liegt nicht in erster Linie daran, dass manche Menschen etwas anderes wollen als das Gemeinwohl, sondern an der viel grundlegenderen Tatsache, dass das Gemeinwohl für verschiedene Individuen und Gruppen zwangsläufig unterschiedliche Dinge bedeutet ... als Folge davon ... löst sich der besondere Begriff des Volkswillens ... in Luft auf.“ (CSD(1): 251-252) Sobel/Clemens: Schumpeter erkannte, dass man, um demokratische Ergebnisse zu verstehen, die Motivationen und unterschiedlichen Wünsche der am Prozess beteiligten Personen, seien es die Wähler, die gewählten Politiker oder die Verwalter und Bürokraten in den Regierungsbehörden, verstehen muss. Das heißt, um demokratische Ergebnisse zu verstehen, muss man die Rolle dessen verstehen, was er als „menschliche Natur in der Politik“ bezeichnete. Damit teilte Schumpeter eine Einsicht mit den Begründern der Public-Choice-Forschung wie dem Nobelpreisträger James Buchanan, der erkannte, dass der Einzelne, nur weil er in die öffentliche Sphäre eintritt, nicht plötzlich anfängt, für das Gemeinwohl zu handeln - stattdessen bleibt er ein eigennütziger Akteur, der seine eigenen Ziele und Wünsche verfolgt. >James M. Buchanan, >Public Choice, >Public Choice Theorie. Demokratie/Schumpeter: Nach Schumpeter ist Demokratie am besten wie folgt zu verstehen: „Die demokratische Methode ist diejenige institutionelle Anordnung zur Herbeiführung politischer Entscheidungen, bei der die Individuen die Entscheidungsbefugnis durch einen Konkurrenzkampf um die Stimme des Volkes erwerben“ (CSD(1): 269). Nach Schumpeter können wir, soweit es echte gruppenweise Willensäußerungen gibt, ... sie genau in die Rolle einfügen, die sie tatsächlich spielen, ... ins Leben gerufen von einem politischen Führer, der sie zu politischen Faktoren macht, ... indem er sie aufarbeitet und schließlich geeignete Elemente in sein Konkurrenzangebot aufnimmt ... Der unaufhörliche Konkurrenzkampf, um ins Amt zu kommen oder darin zu bleiben, verleiht jeder Betrachtung von Politiken und Maßnahmen die Voreingenommenheit, die in dem Satz über den „Handel mit Stimmen“ so bewundernswert zum Ausdruck kommt. (CSD(1): 270, 287). 1. Schumpeter, Joseph A. (1942). Capitalism, Socialism, and Democracy [CSD]. Harper & Brothers._____________ Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der ArgumenteDer Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente."Vs" stellt inhaltliche Differenzen dar, nicht unbedingt den zeitlichen Verlauf einer Kontroverse. |
EconSchum I Joseph A. Schumpeter Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung Leipzig 1912 Sobel I Russell S. Sobel Jason Clemens The Essential Joseph Schumpeter Vancouver 2020 |
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