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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Benkler I 185
Kommerzielle Massenmedien/Massenmedien/Werbegestützte Medien/Benkler: Im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts haben die Massenmedien eine grundlegende konstitutive Rolle beim Aufbau der Öffentlichkeit in liberalen Demokratien gespielt. In diesem Zeitraum, zunächst in den Vereinigten Staaten und später weltweit, hat sich die kommerzielle, werbegestützte Form der Massenmedien sowohl in den Print- als auch in den elektronischen Medien durchgesetzt.
I 186
Das Massenmedienmodell war das dominierende Modell der Kommunikation in Demokratien und auch in autoritären Rivalen während der Zeit, als sich die Demokratie etablierte, zuerst gegen Monarchien, später gegen Kommunismus und Faschismus. Zu sagen, dass die Massenmedien dominierten, bedeutet nicht, dass nur technische Systeme der Fernkommunikation die Plattform der Öffentlichkeit bilden.
I 205
(...) werbegestützte Medien müssen ein möglichst großes Publikum erreichen, nicht ein möglichst engagiertes oder zufriedenes Publikum. Dies führt dazu, dass sich solche Medien auf die Programmierung mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner und Materialien konzentrieren, die eine breite zweitbeste Anziehungskraft haben, anstatt zu versuchen, ihr Programm auf die wahren Erstpräferenzen genau definierter Segmente des Publikums abzustimmen. (...) Themen von echtem öffentlichem Interesse und potenzielle politische Auseinandersetzungen werden abgeschwächt und als Performance zwischen ikonischen Darstellungen und einem breiten Spektrum an Meinungen strukturiert, um nicht zu viel vom Publikum zu entfremden. Dies ist das Wiederaufleben des Spektakels, das Habermas in "The Transformation of the Public Sphere" identifiziert hat. >Öffentlichkeit/Habermas.
[Bei den kommerziellen Massenmedien] steht Geschäftslogik oft im Widerspruch zur journalistischen Ethik. Während es Nischenmärkte für High-End-Journalismus und Meinungsbildung gibt, sind die Unternehmen, die diese Märkte bedienen, spezialisiert. Diejenigen, die sich an breitere Märkte richten, müssen die journalistische Ethik der unternehmerischen Notwendigkeit unterwerfen, indem sie Berühmtheiten oder lokale Kriminalität über ferne Hungersnöte oder eine sorgfältige Analyse der Wirtschaftspolitik hervorheben.
I 201
Medienkonzentration: Die Macht der kommerziellen Massenmedien hängt vom Konzentrationsgrad in den Massenmedienmärkten ab. Eine Million gleichgeschalteter Kanäle üben keine Macht aus. Konzentration ist ein gebräuchliches Wort, um die Ausübung der Machtmedien zu beschreiben, wenn es nur wenige Durchlässe (engl. outlets) gibt, aber eine knifflige, weil sie zwei sehr unterschiedliche Phänomene impliziert. Der erste ist ein Mangel an Wettbewerb auf einem Markt, der ausreicht, einem Unternehmen zu ermöglichen, die Macht über seine Preise auszuüben. Das ist der kartellrechtliche Sinn. Das zweite, ganz andere Anliegen könnte als "Mindshare" bezeichnet werden. Das heißt, Medien sind "konzentriert", wenn eine kleine Anzahl von Medienunternehmen eine große Rolle als Kanal von und zu einer großen Mehrheit von Lesern, Zuschauern und Hörern in einer bestimmten politisch relevanten sozialen Einheit spielt. >Massenmedien/Benkler.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Benkler I
Yochai Benkler
The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom New Haven 2007

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