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Daron Acemoglu über Unwissenheit – Lexikon der Argumente

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Unwissenheit/Ungleichheit/Wirtschaft/Armut/Acemoglu/Robinson: Die Unwissenheits-Hypothese besagt, dass arme Länder arm sind, weil ihre Märkte oft versagen und weil Ökonomen und Politiker nicht wissen, wie sie dies verbessern können und in der Vergangenheit falsche Ratschläge befolgt haben.
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AcemogluVsUnwissenheits-Hypothese: Weder das enttäuschende Abschneiden Ghanas nach der Unabhängigkeit noch die zahllosen anderen Fälle von offensichtlicher Misswirtschaft können einfach auf Unwissenheit zurückgeführt werden. Wäre Unwissenheit das Problem, würden wohlmeinende Führungspersönlichkeiten schließlich schnell lernen, welche Art von Politik das Einkommen und den Wohlstand ihrer Bürger steigert, und sich zu dieser Politik hingezogen fühlen. Korruption statt Unwissenheit: Es waren nicht Unterschiede im Wissen oder in den Absichten zwischen John Smith und Cortés, die den Keim der Divergenz während der Kolonialzeit legten, und es waren nicht Unterschiede im Wissen zwischen späteren US-Präsidenten wie Teddy Roosevelt oder Woodrow Wilson und Porfirio Díaz, die Mexiko Ende des neunzehnten und Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts dazu brachten, wirtschaftliche Institutionen zu wählen, die die Eliten auf Kosten der übrigen Gesellschaft bereicherten, während Roosevelt und Wilson das Gegenteil taten. Es waren vielmehr die Unterschiede in den institutionellen Zwängen, mit denen die Präsidenten und Eliten der Länder konfrontiert waren. In ähnlicher Weise haben die Staatsoberhäupte afrikanischer Nationen, die im letzten halben Jahrhundert unter unsicheren Eigentumsrechten und Wirtschaftsinstitutionen gelitten und einen Großteil ihrer Bevölkerung verarmt haben, dies nicht zugelassen, weil sie es für eine gute Wirtschaft hielten; sie taten es, weil sie damit davonkommen und sich bereichern konnten (...).
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Die Unwissenheits-Hypothese unterscheidet sich von den geographischen und kulturellen Hypothesen insofern, als sie mit einem Vorschlag zur "Lösung" des Armutsproblems einhergeht: Wenn Unwissenheit uns hierher gebracht hat, können aufgeklärte und informierte Herrscher und Politiker uns hier rausholen, und wir sollten in der Lage sein, Wohlstand auf der ganzen Welt zu "erschaffen", indem wir die richtigen Ratschläge geben und die Politiker davon überzeugen, was gute Wirtschaft ist. [Aber] (...) das Haupthindernis für die Annahme von Politiken, die Marktversagen verringern und das Wirtschaftswachstum fördern würden, ist nicht die Unwissenheit der Politiker, sondern die Anreize und Zwänge,
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denen sie durch die politischen und wirtschaftlichen Institutionen in ihren Gesellschaften ausgesetzt sind. >Wirtschaftspolitik/Acemoglu, >Institutionen/Acemoglu.

Die Idee, dass Unwissenheit die vergleichende Entwicklung erklärt, ist in den meisten wirtschaftlichen Analysen der wirtschaftlichen Entwicklung und der politischen Reformen implizit enthalten: zum Beispiel Williamson (1990)(1); Perkins, Radelet und Lindauer (2006)(2); und Aghion und Howitt (2009)(3). Eine neue, eindringliche Version dieser Sichtweise wird in Banerjee und Duflo (2011)(4) entwickelt.

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1.Williamson, John (1990). Latin American Adjustment: How Much Has Happened? Washington, D.C.: Institute of International Economics.
2.Perkins, Dwight H., Steven Radelet, and David L. Lindauer (2006). Development Economics. 6th ed. New York: W. W. Norton and Co.
3.Aghion, Philippe, and Peter Howitt (2009). The Economics of Growth. Cambridge, Mass.: MIT Press.
4.Banerjee, Abhijit V., Esther Duflo, and Rachel Glennerster (2008). “Putting a Band-Aid on a Corpse: Incentives for Nurses in the Indian Public Health Care System.” System.” Journal of the European Economic Association 7: 487–500.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente

Acemoglu II
James A. Acemoglu
James A. Robinson
Economic origins of dictatorship and democracy Cambridge 2006

Acemoglu I
James A. Acemoglu
James A. Robinson
Why nations fail. The origins of power, prosperity, and poverty New York 2012

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