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Jeremy Waldron über Gerechtigkeit – Lexikon der Argumente

Gaus I 95
Gerechtigkeit/das Gute/Liberalismus/Waldron: Angenommen, wir können, wenn auch nur annähernd, die Menge der Konzeptionen des Guten definieren, die in der Herangehensweise untergebracht werden muss, die wir in der Gerechtigkeit und der Rechtfertigung der Grundstruktur einer liberalen Gesellschaft einschlagen. Wie soll dann die Beziehung zwischen der Menge der vernünftigen Konzeptionen und einer akzeptablen Theorie der Gerechtigkeit aussehen? >Rawls/Waldron, >Gerechtigkeit/Rawls.
Waldron: Eine Möglichkeit ist, auf so etwas wie einem Einstimmigkeitserfordernis zu bestehen, d.h. wir könnten sagen, dass keine Gerechtigkeitstheorie akzeptabel ist, wenn Mitglieder einer bestimmten Konzeption des Guten geneigt sind, sie abzulehnen. Aber das ist viel zu stark, und zwar in einer Weise, die die Art der Schwierigkeit, die der politische Liberalismus anspricht, falsch versteht.
Das Problem ist nicht, dass Gerechtigkeitstheorien umstritten sind; die kritische Reaktion, die Rawls dazu veranlasste, seinen Ansatz zum Thema Gerechtigkeit zu modifizieren, bestand nicht darin, dass Menschen (wie z.B. Nozick, 1974(1)) seinen Prinzipien aus Gründen der Gerechtigkeit widersprachen. Das Problem war, dass einige Leute eine besondere Art von Schwierigkeiten mit seiner Theorie haben würden (...).
Waldron: Der Schlüssel liegt also darin, darauf zu bestehen, dass eine akzeptable Gerechtigkeitstheorie T so beschaffen sein muss, dass unter den Gründen für die Ablehnung von T oder für die Nichtübereinstimmung von T keine sich gegen die Verpflichtung von T auf eine bestimmte Wertvorstellung oder eine andere umfassende philosophische Konzeption wendet. Natürlich ist dies nur ein Schwellenwerttest: T mag in diesem Sinne akzeptabel sein, aber als Gerechtigkeitstheorie insgesamt immer noch inakzeptabel. Dies wäre jedoch aus gerechtigkeitsbezogenen Gründen, nicht wegen der Komplizenschaft von T mit einer bestimmten umfassenden Konzeption.
Probleme: (...) es gibt weitere Fragen, wie dieser Schwellenwerttest zu verstehen ist. Eine Möglichkeit ist, dass T einen akzeptablen modus vivendi für die Anhänger der verschiedenen umfassenden Konzeptionen darstellt (...). >Gerechtigkeit/Rawls, >Überlappender Konsens/Rawls, >Überlappender Konsens/Waldron.
Gaus I 97
Gerechtigkeit/Waldron: Eine Theorie der Gerechtigkeit (...) ist nicht nur ein Satz esoterischer Formeln; sie soll etwas Öffentliches sein, etwas, das von den Bürgern als gemeinsamer Bezugspunkt für ihre Debatten über die Verteilung von Rechten und Pflichten geteilt wird.


1. Nozick, Robert (1974) Anarchy, State and Utopia Oxford: Blackwell.

Waldron, Jeremy 2004. „Liberalism, Political and Comprehensive“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Waldron, Jeremy

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004

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