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Vernunft, Philosophie: Fähigkeit zur Einsicht. Der Vernunftbegriff wird im deutschen Idealismus vom Begriff des Verstands unterschieden, wobei letzterer sich auf die Erkenntnis von Regelmäßigkeiten und Unterschieden bezieht, ersterer auf die Begründung von Prinzipien, die den Regelmäßigkeiten zugrunde liegen. Siehe auch Verstand, Idealismus.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Thomas Scanlon über Vernunft – Lexikon der Argumente

Gaus I 111
Rationalität/Vernunft/Scanlon/Gaus: Für Scanlon "ist die Unterscheidung zwischen dem, was vernünftig zu tun wäre, und dem, was rational zu tun wäre, keine technische, sondern eine in der Alltagssprache verankerte" (1998(1): 192). Eine vernünftige Person macht keine Behauptungen, mit denen andere nicht leben können oder die grob ungerecht sind.
Rawls: Rawls hat eine ähnliche Vorstellung: Parteien seiner ursprünglichen Position sind "rational und vernünftig", nicht einfach nur rational: "Personen sind vernünftig ..., wenn sie bereit sind, Prinzipien und Normen als faire Bedingungen der Zusammenarbeit vorzuschlagen und sich bereitwillig daran zu halten, wenn sie die Gewissheit haben, dass andere dies ebenfalls tun werden" (1996(2): 48). Im Gegensatz zu den Hobbes'schen Auftragnehmern streben die Rawls'schen Auftragnehmer danach, den Status des jeweils anderen als freie und gleichberechtigte moralische Wesen zu respektieren (Larmore, 1996(3): Kap. 6). >Vertragstheorie/Scanlon, vgl. >Person/Benn, >Person/Gewirth, >Kant/Sandel.
Kant: Die Kant'sche Vertragstheorie muss einen gewissen Zwang einbauen, der die Berücksichtigung nur auf Rechtfertigungen beschränkt, die alle vernünftigen Menschen akzeptieren würden oder die keiner ablehnen würde.
Rawls: Eine Möglichkeit, dies zu tun, besteht darin, à la Rawls, die Wahlsituation so einzuschränken, dass die vernünftigen Parteien gezwungen sind, nur vernünftige Überlegungen vorzubringen. Die Art von Rawls' Argument hinter dem Schleier der Unwissenheit (der spezifisches Wissen über das Leben und die Persönlichkeit eines Auftragnehmers nach Vertragsabschluss ausschließt) ist so beschaffen, dass angesichts der Einschränkungen bei der Wahl die rationalste Wahl für einen Auftragnehmer eine vernünftige Wahl für die andere Person und mich darstellt.
ScanlonVsRawls: Statt jedoch unser Verständnis der Anforderungen der Zumutbarkeit in den Rahmen der Wahlsituation einzubauen, könnten wir, wie Scanlon vorschlägt, direkt an unsere Intuitionen zur Zumutbarkeit in der Vertragsanalyse appellieren (1998(1): Kap. 5).


1. Scanlon, Thomas (1998) What We Owe Each Other. Cambridge, MA: Harvard University Press.
2. Rawls, John (1996) Political Liberalism, paperback edn. New York: Columbia University Press.
3. Larmore, Charles (1996) The Morals of Modernity. Cambridge: Cambridge University Press.

Gaus, Gerald F. 2004. „The Diversity of Comprehensive Liberalisms.“ In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Scanlon, Thomas

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004

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