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Konservatismus über Werte - Lexikon der Argumente

Gaus I 133
Werte/Konservatismus/Kekes/Gaus: Konservative setzen sich für politische Regelungen ein, die ein gutes Leben fördern. Deshalb müssen sie eine Vorstellung davon haben, was für ein Leben gut ist, welche Verpflichtungen, Tugenden und Befriedigungen es wert sind, geschätzt zu werden. Sie müssen eine Sichtweise haben, d.h. über die Werte, die ein gutes Leben ausmachen. Die Werte scheinen jedoch vielfältig zu sein. Es gibt unzählige Verpflichtungen, Tugenden und Befriedigungen, unzählige Möglichkeiten, sie zu kombinieren und ihre jeweilige Bedeutung zu bewerten, und so scheint es unzählige Möglichkeiten zu geben, wie Leben gut sein kann. Die Konservativen müssen daher
eine Meinung über die Wertevielfalt haben, weil sie einen grundlegenden Einfluss auf die Gründe hat, die für oder gegen bestimmte politische Arrangements angeführt werden können.
Probleme: Das Problem ist, dass es drei weit verbreitete, aber sich gegenseitig ausschließende Ansichten gibt: Absolutismus, Relativismus und Pluralismus.
Absolutismus: Absolutisten glauben, dass die Vielfalt der Werte offensichtlich und nicht real ist. Sie räumen ein, dass es viele Werte gibt, aber sie glauben, dass es einen universellen und objektiven Standard gibt, an den man bei der Bewertung ihrer jeweiligen Bedeutung appellieren kann. >Absolutismus/Kekes.
Gaus I 134
Relativismus: RelativismusVsAbsolutismus: Relativisten betrachten die Vielfalt der Werte als real: Es gibt viele Werte und es gibt viele Möglichkeiten, sie zu kombinieren und einzuordnen. (...) alle Werte sind daher kontextabhängig. >Werte/Relativismus.
Pluralismus: Die Pluralisten sind sowohl mit den Absolutisten als auch mit den Relativisten teilweise einverstanden und teilweise nicht einverstanden. Nach Ansicht der Pluralisten gibt es einen universellen und objektiven Standard, der jedoch nur auf einige Werte anwendbar ist. Die Norm ist universell und objektiv genug, um für einige Werte zu gelten, die von allen politischen Vereinbarungen, die ein gutes Leben fördern, anerkannt werden müssen, aber sie ist nicht universell und objektiv genug, um für all die vielen verschiedenen Werte zu gelten, die zu einem guten Leben beitragen können. Mit anderen Worten, der Standard ist ein Minimalstandard. (Zur Darstellung des Pluralismus im Allgemeinen siehe Kekes, 1993(1); Rescher, 1993(2)).


1. Kekes, John (1993) The Morality of Pluralism. Princeton, NJ: Princeton University Press.
2. Rescher, Nicholas (1993) Pluralism. Oscorf: Clarendon.


Kekes, John 2004. „Conservtive Theories“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Konservatismus

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004

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