(1), 1955(2),

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Herbert A. Simon über Begrenzte Rationalität – Lexikon der Argumente

Parisi I 60
Begrenzte Rationalität/Herbert Simon/Jolls: Die "begrenzte Rationalität" von Herbert Simon (1947(1), 1955(2), 1979(3)) ist zu Recht das Kernstück der Verhaltensökonomik, die eine ökonomische Analyse des Rechts anbietet, die auf dem Verhalten realer und nicht idealisierter Menschen beruht (Jolls, 2010)(6). Da es üblich ist, ökonomische Analysen - seien es rechtliche Regeln oder andere - auf der Grundlage der Genauigkeit ihrer Vorhersagen zu beurteilen, machen idealisierte Annahmen über menschliches Verhalten die auf diesen Annahmen basierende ökonomische Analyse nicht automatisch ungültig (Friedman, 1953)(4). Es sollte jedoch nicht überraschen, dass unrealistische Annahmen oft zu schlechten Vorhersagen führen (Thaler, 1991)(5). Unter solchen Umständen legt die Verhaltensökonomie nahe, dass die Analyse des Verhaltens von begrenzt rationalen Akteuren im Allgemeinen eine größere Vorhersagekraft hat. Das Konzept der begrenzten Rationalität formte sich im Laufe von Simons wissenschaftlicher Karriere neu.
Ursprünglich als "Unkenntnis aller Alternativen, Ungewissheit über relevante exogene Ereignisse und Unfähigkeit zu kalkulieren" - in Simons Worten, ein Mangel an "Allwissenheit" - bezeichnet, wurde die begrenzte Rationalität später zu einem wichtigeren Begriff in Bezug auf Entscheidungen, dem "Satisficing", oder, wie Simon es in seiner Nobelvorlesung formulierte, dem Akzeptieren einer "Alternative für die Wahl, die das Anspruchsniveau des Individuums erfüllt", unabhängig davon, ob diese Alternative für das Individuum "optimal" ist (Simon, 1979(3), S. 503). 502, 503). >Begrenzte Rationalität/Jolls, >Begrenzte Rationalität/Wirtschaftstheorien, >Nichtwissen/Jolls.
Parisi I 62
"Satisficing"/Herbert Simon/Beispiel: Als (...) Veranschaulichung des Simon'schen Konzepts, dass ein Individuum "zufriedenstellend" ist, anstatt die "optimale" Option zu wählen, stellen Sie sich ein Individuum vor, das beurteilt, ob ein für eine Immobilie (...) angebotener Preis auf oder über einem Niveau liegt, das als "akzeptabel" angesehen wird. Das Individuum, so schreibt Simon, "kann $15.000 als einen 'akzeptablen' Preis betrachten, alles über diesem Betrag als 'zufriedenstellend', alles darunter als 'unbefriedigend'" und kann dementsprechend das erste Angebot annehmen, das bei oder über $15.000 liegt, unabhängig davon, ob diese Annahme "optimal" ist (Simon, 1955(2), S. 104). Vgl. >Verständigung im Strafverfahren/Bibas.
>Verfügbarkeitsheuristik/Wirtschaftstheorien.


1. Simon, Herbert A. (1947). Administrative Behavior: A Study of Decision-Making Processes in Administrative Organization. New York: Macmillan.
2. Simon, Herbert A. (1955). “A Behavioral Model of Rational Choice.” Quarterly Journal of Economics 69: 99–118.
3. Simon, Herbert A. (1979). “Rational Decision Making in Business Organizations.” American Economic Review 69: 493–513.
4. Friedman, Milton (1953). “The Methodology of Positive Economics,” in Essays in Positive Economics, 3–43. Chicago: University of Chicago Press.
5. Thaler, Richard H. (1991). The Winner’s Curse: Paradoxes and Anomalies of Economic Life. New York: Free Press.
6.Jolls, Christine (2010). “Governing America: The Emergence of Behavioral Law and Economics,” Max Weber Lecture.


Jolls, Christine, „Bounded Rationality, Behavioral Economics, and the Law“. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente

psySimn II
Herbert A. Simon
Models of Thought New Haven 1979

Simon I
Herbert A. Simon
The Sciences of the Artificial Cambridge, MA 1970

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017

> Gegenargumente gegen Simon

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