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Vernon L. Smith über Experimentelle Ökonomik – Lexikon der Argumente

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Experimentelle Ökonomik/Vernon Smith/Sullivan/Holt: Smiths Ansatz zur Untersuchung des Marktgleichgewichts bestand darin, einen Markt für ein künstliches Gut zu schaffen. Käufer in Smiths Markt bewerteten die Ware, weil die Regeln des Experiments ihnen erlaubten, jede "Einheit" der Ware, die sie kauften, gegen Bargeld einzulösen und so die Differenz zwischen einem zugewiesenen Rückkaufswert und dem ausgehandelten Preis für jeden Kauf zu verdienen. Die Verkäufer bewerteten den Handel in ähnlicher Weise, weil sie die Differenz zwischen dem ausgehandelten Verkaufspreis und einer jeder Einheit der Ware zugewiesenen Kostennummer verdienten. Diese induzierten Werte erlaubten es Smith, die beobachteten Transaktionen mit dem Walras'schen Preis zu vergleichen, der Angebot und Nachfrage auf seinem Markt tatsächlich ausglich. ((s) >Gleichgewicht/Walras).
Das Experiment war bemerkenswert, weil es zeigte, dass Märkte mit guten Informationen über Gebote, Nachfragen und Verkaufspreise zur Gleichgewichtsvorhersage konvergieren - sogar mit einer kleinen Anzahl von Händlern und ohne öffentliche Informationen über die Werte und Kosten anderer. Anpassungen des experimentellen Ansatzes an andere Situationen folgten schnell und flossen schließlich in die ebenfalls expandierende Literatur der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften ein. >Law and Economics/Sullivan/Holt, >Induced Value Theory/Wirtschaftstheorien.
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Es wird seit langem vermutet, dass Versuchspersonen in Experimenten unter bestimmten Umständen durch persönliche Präferenzen über abstrakte Ergebnisse, wie z.B. den Gewinn eines Spiels, adäquat und angemessen angespornt werden können (Smith, 1976(1), S. 277).
Sullivan/Holt: Die deutliche Besorgnis, die viele Menschen über das Ableben von Charakteren in fiktiven Geschichten und Fernsehsendungen äußern - abgebildet auf die Ergebnisse von fiktiven Prozessparteien in Scheinstreitigkeiten - unterscheidet sich vielleicht nicht so sehr von den Präferenzen, die tatsächliche Geschworene über die "realen", aber in vielerlei Hinsicht nicht weniger hypothetischen Ergebnisse der ihnen vorliegenden Fälle haben. Es ist jedoch Vorsicht geboten, da die Motivation der Probanden durch den Kontext gleichzeitig dazu führen kann, dass die Überzeugungen oder wahrgenommenen Werte der Probanden in einer Weise verzerrt werden, die die theoretischen Vorhersagen ungültig macht oder zumindest verschleiert. Andererseits können solche Verzerrungen von begrenztem Interesse sein, wenn sie nicht mit den Behandlungsbedingungen korreliert sind. >Rechtsprechung/Experimentelle Ökonomik, >Risikowahrnehmung/Ökonomische Theorien, >Strategisches Wählen/Experimentelle Ökonomik.


1. Smith, V. L. (1976). “Experimental economics: Induced value theory.” American Economic Review 66(2): 274–279.


Sullivan, Sean P. and Charles A. Holt. „Experimental Economics and the Law“ In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente

EconSmith I
Adam Smith
The Theory of Moral Sentiments London 2010

EconSmithV I
Vernon L. Smith
Rationality in Economics: Constructivist and Ecological Forms Cambridge 2009

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017

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