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Kapitalismus: Der Kapitalismus ist ein Wirtschaftssystem, in dem Privatpersonen oder Unternehmen die Produktionsmittel besitzen und gewinnorientiert betreiben. Es ist gekennzeichnet durch Wettbewerb, Markt und eine Konzentration auf die individuelle Vermögensbildung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Murray N. Rothbard über Kapitalismus – Lexikon der Argumente

Rothbard III 346
Kapitalismus/Rothbard: Die volkstümliche Literatur schreibt dem Kapitalisten eine enorme „Macht“ zu und betrachtet seinen Besitz einer Masse von Kapitalgütern als von enormer Bedeutung, die ihm einen großen Vorteil gegenüber anderen Menschen in der Wirtschaft verschafft. Wir sehen jedoch, dass dies bei weitem nicht der Fall ist; das Gegenteil kann durchaus der Fall sein. Denn der Kapitalist hat bereits vor dem möglichen Verbrauch gespart und die Dienste von Faktoren angeheuert, um seine Kapitalgüter zu produzieren. Die Eigentümer dieser Faktoren verfügen bereits über das Geld, für das sie sonst hätten sparen und warten (und die Ungewissheit ertragen) müssen, während der Kapitalist nur über eine Masse von Kapitalgütern verfügt, eine Masse, die sich für ihn als wertlos erweisen wird, wenn sie nicht weiter bearbeitet und das Produkt an die Konsumenten verkauft werden kann. Welcher Austausch findet genau statt, wenn der Kapitalist Faktorleistungen kauft?
>Produktionsfaktoren/Rothbard
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Zeit: Der Kapitalist gibt Geld (ein gegenwärtiges Gut) im Austausch für den Erhalt von Faktorleistungen (Arbeit und Boden), die ihn mit Kapitalgütern versorgen. Sie versorgen ihn also mit zukünftigen Gütern. Die Kapitalgüter, für die er zahlt, sind Zwischenstationen auf dem Weg zum Endprodukt - dem Konsumgut.
>Kapitalgüter/Rothbard.
Zu dem Zeitpunkt, an dem Land und Arbeit zur Produktion von Kapitalgütern gemietet werden, sind diese Kapitalgüter und damit die Leistungen von Land und Arbeit also zukünftige Güter; sie verkörpern den erwarteten Ertrag eines zukünftigen Gutes - eines Gutes, das dann konsumiert werden kann. Der Kapitalist, der im ersten Jahr die Dienste von Land und Arbeit kauft, um an einem Produkt zu arbeiten, das schließlich im zweiten Jahr zu einem verkaufsfähigen Konsumgut wird, schießt Geld (ein gegenwärtiges Gut) im Tausch gegen ein zukünftiges Gut vor - in der gegenwärtigen Erwartung eines zukünftigen Geldertrags aus dem Verkauf des Endprodukts. Ein gegenwärtiges Gut wird gegen ein erwartetes zukünftiges Gut getauscht.
Rothbard III 352
Wenn die Eigentümer von Land und Arbeitsfaktoren das gesamte Einkommen (z. B. 100 Unzen) erhalten, wenn sie das Produkt gemeinsam besitzen, warum willigen ihre Eigentümer dann ein, ihre Dienstleistungen für insgesamt fünf Unzen weniger als ihren „vollen Wert“ zu verkaufen? Ist dies nicht eine Form der „Ausbeutung“ durch die Kapitalisten? Die Antwort ist wiederum, dass die Kapitalisten kein Einkommen aus dem Besitz von Kapitalgütern erzielen oder weil Kapitalgüter irgendeine Art von Geldeinkommen erzeugen. Die Kapitalisten erzielen Einkommen in ihrer Eigenschaft als Käufer zukünftiger Güter im Austausch für die Lieferung gegenwärtiger Güter an die Eigentümer von Faktoren. Es ist dieses Zeitelement, das sich aus den Zeitpräferenzen der verschiedenen Individuen ergibt, und nicht die angeblich unabhängige Produktivität der Kapitalgüter, aus der sich der Zinssatz und das Zinseinkommen ergeben.
>Zeitpräferenz/Rothbard, >Zeit/Rothbard.
Rothbard III 378
Der reine Kapitalist (...), der eine kapitalfördernde Funktion im Produktionssystem ausübt, spielt eine Art Vermittlerrolle. Er verkauft Geld (ein gegenwärtiges Gut) an die Faktoreigentümer im Austausch für die Dienste ihrer Faktoren (zukünftige Güter).
>Gleichmäßig rotierende Wirtschaft/Rothbard, >Produktion/Rothbard, >Investitionen/Rothbard.
Er besitzt diese Güter und lässt so lange an ihnen arbeiten, bis sie in Konsumgüter (gegenwärtige Güter) umgewandelt sind, die er dann gegen Geld (ein gegenwärtiges Gut) an die Öffentlichkeit verkauft. Die Prämie, die er aus dem Verkauf der gegenwärtigen Güter im Vergleich zu dem, was er für die zukünftigen Güter bezahlt hat, verdient, ist der Zinssatz, der auf den Tausch erhoben wird
>Zinsen/Rothbard.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977

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