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Preistheorie: Die Preistheorie oder Mikroökonomie analysiert, wie die Preise auf den Märkten bestimmt werden. Sie erforscht die Wechselwirkungen zwischen Angebot und Nachfrage und untersucht, wie Einzelpersonen und Unternehmen Entscheidungen in Bezug auf Produktion, Verbrauch und Preisgestaltung treffen. Die Preistheorie erläutert die Mechanismen der Ressourcenallokation, die Auswirkungen von Preisänderungen auf das Marktverhalten und die Effizienz von Marktergebnissen. Siehe auch Angebot, Nachfrage, Mikroökonomie, Preis, Märkte.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Murray N. Rothbard über Preistheorie – Lexikon der Argumente

Rothbard II 167
Preistheorie/Zeit/Rothbard: Hier müssen wir einen entscheidenden Unterschied zwischen dem richtigen Status der „kurzen Frist“ und der „langen Frist“ in der Wirtschaftstheorie betonen. In der eigentlichen Preistheorie sollte der „short run“ Vorrang haben, weil er der reale Marktpreis ist, während der „long run“ die ferne, ultimative Tendenz ist, die nie eintritt und nur dann eintreten könnte, wenn alle Daten für mehrere Jahre eingefroren würden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir nur dann in der unwahrscheinlichen, wenn nicht gar unmöglichen Welt des langfristigen allgemeinen Gleichgewichts leben könnten - in der alle Gewinne und Verluste gleich Null sind - wenn alle Werte, Technologien und Ressourcen für Jahre eingefroren würden.
In der Geldtheorie sollte die Rangfolge jedoch anders sein. Denn in der Geldtheorie sind die Auswirkungen partieller „realer“ Faktoren auf das Preisniveau, die Wechselkurse und die Zahlungsbilanz allesamt Eintagsfliegen, die von den allgemeinen Faktoren bestimmt werden: dem Angebot an und der Nachfrage nach Geld. Diese monetären Einflüsse sind nicht „langfristig“ in dem Sinne, dass sie in weiter Ferne liegen, sondern sie sind in der realen Welt tagtäglich vorhanden und dominant. Der monetäre Einfluss, der dem langfristigen allgemeinen Gleichgewicht entspricht, wäre ein Zustand, in dem alle Preisniveaus und alle Reallohnniveaus in einer Welt mit Goldstandard identisch oder streng proportional zu den relativen Währungsgewichten von Gold wären.
In einer Welt des frei schwankenden Fiat-Geldes wäre dies die Situation, in der alle Preisniveaus streng proportional zu den Währungsverhältnissen zu den internationalen Marktwechselkursen wären. Die dominierenden Einflüsse von Geldangebot und -nachfrage auf das Preisniveau und die Wechselkurse treten jedoch in der realen Welt ständig auf und haben stets Vorrang vor den ephemeren „realen“ spezifischen Preis- und Ausgabenänderungen. Die Analyse der realen Welt, die immer Vorrang haben muss, umfasst daher eine kurzfristige Preisanalyse und eine etwas längerfristige (aber immer noch weit vom endgültigen Gleichgewicht entfernte) monetäre Argumentation. Mit anderen Worten: In der realen Welt werden alle Preise durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage bestimmt. Für die einzelnen Preise bedeutet dies die Bewertung der Verbraucher und die Nachfrage der Verbraucher nach einer bestimmten Ware: Angebot und Nachfrage in der realen Welt.
Dies ist eine „kurzfristige“ Mikro-Analyse. Für die Gesamtpreise oder das „Preisniveau“ ist das relevante Angebot und die relevante Nachfrage das Angebot an und die Nachfrage nach Geld: das Ergebnis der individuellen Nutzenbewertung der gegebenen Geldmenge zu einem bestimmten Zeitpunkt. Und obwohl sie ebenso real und dominant in der
Rothbard II 168
Makrosphäre“ sind, aber dies ist etwas längerfristig entscheidend als die oberflächlichen ‚realen‘ Faktoren, die von Anti-Bullionisten in allen Zeiten betont wurden.
>Geld
, >Geldmenge, >Geldnachfrage, >Bullionismus, >Inflation, >Zentralbanken.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.



Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977

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