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| Betrug: Unter Betrug versteht man in der Wirtschaft die absichtliche Täuschung oder Falschdarstellung von Informationen zur Erlangung eines unlauteren Vorteils, in der Regel zum finanziellen Vorteil. Er kann in verschiedenen Formen auftreten, z. B. als falsche Werbung, Unterschlagung oder Insiderhandel. Betrug untergräbt die Markteffizienz, untergräbt das Vertrauen und kann zu rechtlichen Konsequenzen führen, die sowohl dem Einzelnen als auch der Wirtschaft im Allgemeinen schaden._____________Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente. | |||
| Autor | Begriff | Zusammenfassung/Zitate | Quellen |
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Murray N. Rothbard über Betrug – Lexikon der Argumente
Rothbard III 183 Betrug/Rothbard: Betrug liegt vor, wenn eine Partei eines vereinbarten Tausches sich absichtlich weigert, ihren Teil des Vertrages zu erfüllen. Er erwirbt so das Eigentum der anderen Person, aber er opfert entweder nichts von den vereinbarten Gütern oder weniger als er vereinbart hatte. (...) Die vorsätzliche Nichtzahlung eines Schuldners an seinen Gläubiger ist gleichbedeutend mit einem regelrechten Diebstahl des Eigentums des Gläubigers. >Kredit/Rothbard, >Eigentum/Rothbard, >Eingriff in das Eigentum/Rothbard, >Freier Markt/Rothbard. Rothbard III 184 Ein weiteres Beispiel für betrügerisches Handeln ist der folgende Tausch: Smith erklärt sich bereit, Jones 15 Unzen Gold im Austausch gegen ein Paket mit bestimmten Porzellanartikeln zu überlassen. Als er das Paket erhält, nachdem er auf das Gold verzichtet hat, stellt Smith fest, dass er eine leere Kiste anstelle der Waren erhalten hat, deren Austausch die beiden vereinbart hatten. Jones hat die Waren, die er umtauschen würde, fälschlicherweise angegeben, was auch hier einem regelrechten Diebstahl von Smiths Eigentum gleichkommt. Da es sich um einen falschen Tausch handelt, der ohne die Täuschung der anderen Partei möglicherweise nicht zustande gekommen wäre, handelt es sich nicht um einen freiwilligen Tausch, sondern um einen einseitigen Diebstahl. Wir schließen daher sowohl die explizite Gewalt als auch die implizite Gewalt des Betrugs aus unserer Definition des Marktes - dem Muster des freiwilligen zwischenmenschlichen Austauschs - aus. An dieser Stelle geht es nur um eine Analyse des Marktes, die nicht durch Betrug oder Gewalt beeinträchtigt wird. >Markt/Rothbard, >Freier Markt/Rothbard. Rothbard III 802 Betrug/Geld/Rothbard: Wenn z.B. (...) gefälschte Lagerscheine gedruckt werden, werden Belege für Waren ausgestellt und verkauft oder verliehen, ohne dass solche Waren vorhanden sind. >Waren, >Kassenbestand, >Geld/Rothbard. Geld: Geld ist die Ware, die für diese Praktiken am anfälligsten ist. Denn Geld (...) wird in der Regel gar nicht direkt verwendet, sondern nur zum Tausch. Außerdem ist es ein weitgehend homogenes Gut, und daher ist eine Unze Gold gegen jede andere austauschbar. Die Banken: Da es bequemer ist, Papier im Tausch zu transferieren als Gold mit sich zu führen, werden Geldhäuser (oder Banken), die das Vertrauen der Öffentlichkeit aufbauen, feststellen, dass nur wenige Menschen ihre Zertifikate einlösen. Die Banken werden besonders der Versuchung ausgesetzt sein, Betrug zu begehen und Pseudo-Geldscheine auszugeben, die neben echten Geldscheinen als akzeptabler Geldersatz zirkulieren. Homogenität: Die Tatsache, dass Geld ein homogenes Gut ist, bedeutet, dass es den Menschen egal ist, ob das Geld, das sie einlösen, das ursprüngliche Geld ist, das sie eingezahlt haben. Dies erleichtert die Durchführung von Bankbetrügereien. Pseudo-Zertifikate: „Betrug“ ist ein hartes Wort, aber ein zutreffendes, um diese Praxis zu beschreiben, auch wenn sie im Gesetz oder von den Tätern nicht als solche anerkannt wird. Es ist in der Tat schwierig, den wirtschaftlichen oder moralischen Unterschied zwischen der Ausgabe von Pseudo-Geldscheinen und der Aneignung von fremdem Eigentum oder offener Veruntreuung oder, noch direkter, Fälschung zu erkennen. Banken: In den meisten heutigen Rechtssystemen ist diese Praxis nicht verboten; sie wird sogar als grundlegendes Bankverfahren betrachtet. Libertarismus: Das libertäre Gesetz des freien Marktes müsste es jedoch verbieten. Der rein freie Markt ist per Definition ein Markt, auf dem Diebstahl und Betrug (impliziter Diebstahl) illegal sind und nicht existieren. >Libertarismus. Rothbard III 803 Betrug: Auch wenn auf der Quittung nicht steht, dass das Lagerhaus garantiert, sie in seinen Tresoren aufzubewahren, ist eine solche Vereinbarung implizit in der Ausstellung der Quittung selbst enthalten. Denn es liegt auf der Hand, dass es der Bank bei der Ausstellung von Scheinquittungen sofort unmöglich ist, alle einzulösen, und daher wird sofort ein Betrug begangen. >Banken/Rothbard, >Mindestreserve/Mises._____________ Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der ArgumenteDer Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente. |
Rothbard II Murray N. Rothbard Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995 Rothbard III Murray N. Rothbard Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009 Rothbard IV Murray N. Rothbard The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988 Rothbard V Murray N. Rothbard Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977 |
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