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Spekulative Nachfrage: Die spekulative Nachfrage in den Wirtschaftswissenschaften bezieht sich auf die Nachfrage nach Geld, das mit dem Ziel gehalten wird, von künftigen Änderungen der Zinssätze oder der Preise von Vermögenswerten zu profitieren. Sie ist eines der drei Motive für die Geldhaltung, die anderen sind die Transaktionsnachfrage und die Vorsorgenachfrage. Siehe auch Kassenbestand, Spekulation.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Murray N. Rothbard über Spekulative Nachfrage – Lexikon der Argumente

Rothbard III 767
Spekulative Nachfrage nach Geld/Rothbard: Es ist wahr (...), dass der einzige Nutzen des Geldes im Tausch besteht. Daraus darf jedoch nicht gefolgert werden, wie es einige Autoren getan haben, dass dieser Austausch sofort erfolgen muss. Der Grund dafür, dass es eine Reservierungsnachfrage nach Geld gibt und Bargeldguthaben gehalten werden, liegt darin, dass der Einzelne sein Geld für zukünftige Tauschvorgänge in Reserve hält. Das ist die Funktion eines Bargeldguthabens - auf einen günstigen Zeitpunkt zu warten, um einen Tausch vorzunehmen.
Zukunft/Kaufkraft: Einer der offensichtlichsten Einflüsse auf die Geldnachfrage ist die Erwartung künftiger Veränderungen des Tauschwerts des Geldes. Nehmen wir also an, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft ein rapider Rückgang der Kaufkraft der Geldeinheit erwartet wird. Wie das Geldnachfrageprogramm nun reagiert, hängt von der Anzahl der Personen ab, die diese Erwartung hegen, und davon, wie stark sie diese Erwartung hegen. Sie hängt auch davon ab, wie weit in der Zukunft die Veränderung erwartet wird. Je weiter in der Zukunft ein wirtschaftliches Ereignis liegt, desto mehr werden seine Auswirkungen in der Gegenwart durch den Zinssatz abgezinst. Unabhängig vom Ausmaß der Auswirkungen wird jedoch ein erwarteter zukünftiger Rückgang der Kaufkraftparität tendenziell zu einer Senkung der Kaufkraftparität in der Gegenwart führen. Denn ein erwarteter Rückgang der PPM (Kaufkraft; purchasing power per monetary unit) bedeutet, dass Geldeinheiten in der Gegenwart mehr wert sind als in der Zukunft, was zu einem Rückgang der Geldnachfrage führen wird, da die Menschen dazu neigen, jetzt mehr Geld auszugeben als in der Zukunft. Eine allgemeine Erwartung eines bevorstehenden Rückgangs der PPM wird den Geldnachfrageplan zum jetzigen Zeitpunkt senken und somit den Rückgang zum jetzigen Zeitpunkt herbeiführen.
Rothbard III 768
Geldnachfrage: Es gibt jedoch eine „echte“ oder zugrunde liegende Nachfrage nach Geld. Geld wird vielleicht nicht physisch konsumiert, aber es wird verwendet, und deshalb hat es einen Nutzen in einer Bargeldbilanz. Ein solcher Nutzen ist mehr als die Spekulation auf einen Anstieg des PPM. Dies zeigt sich daran, dass die Menschen auch dann Bargeld halten, wenn sie einen Rückgang der PPM erwarten. Diese Bestände mögen zwar reduziert werden, aber sie sind immer noch vorhanden, und wie wir gesehen haben, muss dies in einer unsicheren Welt so sein. Ohne die Bereitschaft, Bargeld zu halten, könnte es überhaupt keine Geldwirtschaft geben.
>Kassenbestand/Rothbard
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Pesudo-Gleichgewicht: Die spekulative Nachfrage antizipiert also die zugrunde liegende nicht-spekulative Nachfrage (...) Nehmen wir also an, dass es eine allgemeine Antizipation eines Anstiegs der PPM (eines Preisrückgangs) gibt, die sich nicht im zugrunde liegenden Angebot und in der Nachfrage widerspiegelt. Es stimmt, dass diese allgemeine Antizipation zunächst ceteris paribus die Nachfrage nach Geld und die PPM (Kaufkraft) erhöht. Aber diese Situation ist nicht von Dauer. Denn nun, da ein Pseudo-Gleichgewicht„ erreicht ist, verkaufen die spekulativen Antizipatoren, die nicht wirklich“ eine erhöhte Geldnachfrage hatten, ihr Geld (kaufen Waren), um ihre Gewinne zu ernten. Das bedeutet aber, dass die zugrundeliegende Nachfrage zum Stillstand kommt, und diese ist geringer als die Geldmenge zu dieser PPM.
>Geldnachfrage/Rothbard, >Clearing/Rothbard.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.



Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977

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