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| Kartellrecht: Kartellgesetze verbieten Praktiken wie Preisabsprachen, Marktaufteilung und den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung. Diese Gesetze zielen darauf ab, die Verbraucher zu schützen, eine faire Preisgestaltung zu gewährleisten und Innovationen durch die Aufrechterhaltung eines wettbewerbsfähigen wirtschaftlichen Umfelds zu fördern. Siehe auch Marktkonzentration, Monopole, Oligopole, Monopolistischer Wettbewerb, Kartelle, Wettbewerb._____________Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente. | |||
| Autor | Begriff | Zusammenfassung/Zitate | Quellen |
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Politik der Vereinigten Staaten über Kartellrecht - Lexikon der Argumente
Henderson I 64 Kartellrecht/Politik der USA/Henderson/Globerman: Die beiden wichtigsten Kartellgesetze in den Vereinigten Staaten sind der Sherman Act und der Robinson-Patman Act. Die Federal Trade Commission (FTC) und das US-Justizministerium (DOJ) setzen die Bundeskartellgesetze durch. Auch die Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten können im Namen von Einzelpersonen, die in ihrem Staat wohnen, oder im Namen des Staates als Käufer Kartellklagen einreichen. Auch private Kläger können Kartellklagen einreichen. Der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler Fred McChesney weist darauf hin, dass auf jede von der Regierung eingereichte Kartellklage zehn Klagen von privaten Klägern kommen (McChesney, 2008)(1). Viele Jahrzehnte lang beherrschte das „Structure-Conduct-Performance“ (SCP)-Paradigma* die Kartelltheorie und -praxis. Das SCP-Paradigma besagt, dass, wenn eine relativ kleine Anzahl von Unternehmen einen großen Marktanteil hat, diese Unternehmen davon absehen werden, miteinander zu konkurrieren, insbesondere im Hinblick auf die Senkung ihrer Preise. Infolgedessen werden die Verbraucher höhere Preise zahlen und die Erzeuger höhere Gewinne erzielen, als dies der Fall wäre, wenn eine größere Anzahl von Unternehmen jeweils einen relativ geringen Marktanteil hätte. Die Struktur eines Marktes wurde im SCP-Paradigma durch den Konzentrationsgrad bestimmt. Letzteres ist im Grunde ein Maß für den Anteil eines sachlichen oder räumlichen Marktes, der auf die größten Unternehmen auf diesem Markt entfällt. Der Konzentrationsgrad von 4 bzw. 8 Unternehmen ist also der prozentuale Anteil der 4 bzw. 8 größten Unternehmen an den Gesamteinnahmen aller Unternehmen, die ein bestimmtes Produkt herstellen bzw. ihr Produkt an einem bestimmten Standort verkaufen.** >Marktkonzentration. Es wurden allgemeine Faustregeln verwendet, um festzustellen, wann die Konzentrationsverhältnisse „zu hoch“ sind. Wenn sie zu hoch seien, so die Argumentation, sollten die Kartellbehörden weitere Fusionen oder Übernahmen verhindern und bestimmte Geschäftspraktiken, die wettbewerbswidrig sein könnten, überwachen.*** >Fusionen. Henderson I 65 Die empirische Rechtfertigung für die Anwendung des SCP-Paradigmas war die statistische Beobachtung, dass dass die Rentabilität in verschiedenen Branchen positiv mit dem Konzentrationsgrad der Branche korreliert war. Dies veranlasste viele Ökonomen zu der Schlussfolgerung, dass Unternehmen in relativ konzentrierten Märkten wahrscheinlich überhöhte Preise von den Verbrauchern verlangten und dadurch „ungerechtfertigt“ hohe Gewinne erzielten, ohne dass es dafür viele andere Beweise gab. DemsetzVs: (...) Demsetz hatte eine andere Idee. >Kartellrecht/Demsetz, >Monopole, >Kartelle, >Marktkonzentration/Demsetz. * Für einen Überblick über dieses Paradigma siehe Bain (1968)(2). ** Ein detaillierteres Maß für die Konzentration (der Herfindahl-Index) berücksichtigt die Marktanteile aller Unternehmen in einem Markt. *** Eine Fusion liegt vor, wenn zwei Unternehmen vereinbaren, sich zu einer einzigen Einheit zusammenzuschließen. Im Falle einer einer Übernahme kauft ein Unternehmen das andere auf. 1. McChesney, Fred (2008). Antitrust. In David R. Henderson (ed.), The Concise Encyclopedia of Economics (Liberty Fund). 2. Bain, Joe S. (1968). Industrial Organization. Wiley._____________ Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der ArgumenteDer Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente. |
Politik der Vereinigten Staaten
Henderson I David R. Henderson Steven Globerman The Essential UCLA School of Economics Vancouver: Fraser Institute. 2019 |
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