Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 2 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Paradoxien Thiel I 321
Fehlschlüsse/Thiel: interessieren nur dann, wenn sie als "Trugschlüsse" absichtsvoll herbeigeführt werden, oder in Form von "Sophismen" vermeintlich legitime Schlüsse in eine Argumentation einschmuggeln, oder wie bei Kant sog. "Paralogismen" die "in der Natur der Menschenvernunft" ihren Grund haben und daher "unvermeidlich obzwar nicht unauflöslich" sind. Bsp arithmetischer Trugschluss: 5 = 7. (I 321 +).
Bsp Syllogismus mit einer quaternia terminorum (verstecktes Auftreten von vier statt drei erlaubter Begriffe in einem Schlussschema
Fliegende Elefanten sind Fantasievorstellungen.
Fantasievorstellungen sind Teil unserer Wirklichkeit.
Also sind fliegende Elefanten Teil unserer
Wirklichkeit.
Paradoxien sind etwas der gewöhnlichen Meinung (doxa) Zuwiderlaufendes. Andere Form: in eine Rätsellösung verpackte Tatsache.
Bsp Dass ein eng um den Äquator gelegtes Band nach Verlängerung um nur einen Meter plötzlich um 1/2π, d.h. um etwa 16cm abstehen würde.
I 322
Im alltägliche Gebrauch sind Paradoxien oft lediglich Kalauer, wie der Hypochonder, der sich lediglich einbildet, Wahnvorstellungen zu haben (Definitionsfrage) oder das "Murphysche Gesetz" dass alles länger dauert, auch wenn man das bereits berücksichtigt hat. Da in der englischsprachigen wissenschaftlichen Literatur "paradox" beides, Paradoxien (nicht wirkliche Antinomien) und Antinomien steht, hat sich eine Unterscheidung bisher nicht durchgesetzt.

I 327
Bsp "Krokodilschluss" (schon in der Antike bekannt): Ein Krokodil hat ein Kind geraubt, die Mutter fleht es an, es zurückzugeben. Das Krokodil stellt die Aufgabe, zu erraten, was es als nächstes tun werde. Die Mutter (logisch vorgebildet) sagt: du wirst es mit nicht zurückgeben. Daher Pattsituation. Denn die Mutter argumentiert jetzt, das Krokodil müsse das Kind zurückgeben, denn falls die Aussage wahr sei, bekomme sie es aufgrund der Vereinbarung zurück, sei sie aber falsch, so sei es eben falsch, dass sie das Kind nicht zurückbekomme, also weil es wahr, dass sie es bekomme.
Das Krokodil dagegen argumentiert, das es das Kind nicht zurückzugeben brauche, denn wenn die Aussage der Mutter falsch sei, bekomme sie es aufgrund der Vereinbarung nicht zurück, sei es aber wahr, so besage dies ja gerade, dass sie das Kind nicht zurückerhalte.
Erst eine sorgfältige Analyse deckt auf, dass die getroffene Vereinbarung ja noch keine Handlungsregel liefert.
Steht "z" für dass Zurückgeben, "a" für die Antwort der Mutter, (die noch unbestimmt, daher nur schematisch durch a repräsentiert sein kann) so liefert die Vereinbarung noch kein befolgbares Regelsystem, sondern das Regelschema

"a" ε wahr >> z
"a" ε falsch >> ~z

Wird dabei der Variabilitätsbereich von a nicht eingeschränkt, so kann man auch Wahlen von a treffen, die mit Tarskis Adäquatheitsbedingung für Wahrheitsdefinitionen unverträglich sind.
I 328
Diese besagt, dass für ein Wahrheitsprädikat "W" und jede Aussage p, von der es sinnvoll ausgesagt werden kann, stets
"p" ε W <> p

gelten muss. In dem Krokodilschluss wählt die Mutter ~z für a und macht dadurch aus dem Regelschema das Regelsystem

(R1) "~z" ε wahr >> z
(R2) "~z" ε falsch >> ~z

Das Krokodil schließt nun einerseits nach R2 und andererseits nach Tarski (mit ~z für p) auf ~z. Die Mutter dagegen schließt einerseits nach R1 und andererseits metalogisch von der Falschheit von "~z" sowie von da (nach Tarski) weiter auf z.
Da die Argumentation von einem Wahrheits- und einem Falschheitsprädikat sowie dem Zusammenhang zwischen beiden Gebrauch macht, zählt man den Krokodilschluss gewöhnlich zu den "semantischen" Antinomien.
Man kann in ihm einen Vorläufer der Russellschen Antinomie sehen.
Thiel I 328
Man sollte nicht vorschnell daraus ableiten, dass die Antinomien und Paradoxien für die Mathematik keine Bedeutung haben. Sowohl Poincarés Kriterium (Imprädikativität) als auch die Typentheorie erzwingen eine Einschränkung des sogenannten Komprehensionsaxioms, das die als definierende Bedingungen für Mengen zulässigen Aussageformen bestimmt.

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Raum Kant I 85
Raum/Relationismus/Relationalismus/Leibniz: (laut Kant): besteht nur vermöge des gegenseitigen Verhältnisses der Dinge in ihm. - KantVsLeibniz: Gegen-Beispiel: Inkongruenz von rechter und linker Hand oder Spiegelbild - eine Umstülpung stellt hier nicht die Identität wieder her. ((s) Das müsste sie aber, wenn nur die Relationen eine Rolle spielten.) - ((s) Chiralität/VsRelationismus).
Strawson V 28
Raum/Zeit/Kant: Totalität: scheint uns eine Disjunktion aufzuzwingen: entweder begrenzt, es gibt ein letztes Element, oder unbegrenzt. - Da die Antinomien empirisch nicht entscheidbar sind, ist damit bestätigt, dass Raum und Zeit nur als Erscheinungen und nicht als Dinge an sich existieren. StrawsonVsKant: es ist nicht klar, dass es keine empirische Lösung gibt.
Stra V 48
Raum/Zeit/Kant: nicht von den Dingen produziert, sondern von den Subjekten - Raum und Zeit sind Bewusstseinszustände - Bewusstseinszustand: niederrangig, bloss Wirkung von Dingen, nicht deren Zustände.
V 49
Raum erwächst nicht aus Erfahrung, sondern Erfahrung setzt Raum voraus.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 4 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
Antinomien Kant Popper Vs Kant Kanitscheider I 440
Unendlich/Raum/Zeit/Antinomien/PopperVsKant: Lösung: alle vergangen Zeitintervalle (z.B. Sekunden) und alle zukünftigen Zeitpunkte lassen sich einerseits als potentiell unendliche Folge, andererseits aber auch als unendliche Mengen von Zeitabschnitten auffassen. >Antinomien/Kant, Zeit/Kant. Darin liegt die Verschiedenheit von Vergangenheit und Zukunft und die Richtung des Zeitpfeils.
Kanitscheider: jedoch betrifft dieser Unterschied nicht die Differenz zwischen dem potential und dem aktual Unendlichen:
I 441
EllisVsKant: (Antinomien): die Ausdrücke "früher" und "später" kann man durchaus auf Zustände vor einem festen Zeitpunkt t0 beziehen, ohne anzunehmen, dass es alle diese Zustände wirklich gegeben hat! Genauso, wie man von einer Temperatur von 0 K sprechen kann, auch wenn man weiß, dass diese Temperatur nicht zu erreichen ist.
I 442
Scriven, Michael: These: Über das endliche Alter des Universums ist keine verifizierbare Aussage zu machen: Um den Sinn eines "zeitlichen Ursprungs der Welt" zu finden, muss davon ausgehen, was man unter
"nichts existiert zur Zeit T1"
versteht, denn nur so lässt sich der Satz:
"Zeitpunkt T2 ist der erste Augenblick, da etwas existiert" begreifen.
Bsp "Zeit ohne Dinge" ist wie "Farbe ohne Gegenstand", "Bewegung ohne Körper".
Lösung/Scriven: Bedeutung und Verifizierbarkeit müssen auseinander gehalten werden! An der letzteren scheitert unser Verständnis. Wir können uns aber durchaus sinnvoll auf jeden Punkt in der Vergangenheit beziehen, denn unsere Zeitskala hat keinen Nullpunkt. Weder aus "Zeit ohne Dinge" als auch aus "Zeit vor dem ersten Ding" ist eine empirische Information zu erwarten.
I 443
Entstehung/Universum/Kanitscheider: die Frage nach dem endlichen oder unendlichen Alter der Welt ist empirisch nicht entscheidbar. Zeitliche Unendlichkeit lässt sich auch mit logischen Mitteln nicht verteidigen, sondern nur über den Erfolg eines Modells. Wir haben natürlich gut funktionierende Modelle mit Singularität, die aber zeitlich verschoben werden kann.
I 444
Aber auch die Modelle mit der geodätischen Unvollständigkeit (s.o.) besitzen nie einen Rand, d.h. die Geodäten haben keinen Anfangspunkt. Es gibt immer Vorläufer, die allerdings immer gedrängter liegen.

Po I
Karl Popper
Grundprobleme der Erkenntnislogik. Zum Problem der Methodenlehre
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Kanitsch I
B. Kanitscheider
Kosmologie Stuttgart 1991

Kanitsch II
B. Kanitscheider
Im Innern der Natur Darmstadt 1996
Antinomien Kant Strawson Vs Kant Rorty VI 359
StrawsonVskKant/Rorty: zeigt, dass dank des Fortschritts seit Kant einige Begriffe längst nicht mehr so attraktiv sind: Bsp "im Geist", "vom Geist geschaffen ".(Wittgenstein, Ryle haben uns davon abgebracht).
Strawson V 9
StrawsonVsKant: scheint seine eigenen Prinzipien zu verletzen, indem er versucht, Sinngrenzen von einem Punkt aus zu markieren, der außerhalb von ihnen liegt, und den es, wenn sie richtig markiert sind, nicht geben kann.
V 16
Durchgängige Bestimmung/Kant/Strawson: überall durch den Verstand garantierte Anwendbarkeit der Begriffe. StrawsonVsKant: Keim für das verhängnisvolle Modell der Bestimmtheit des ganzen Universums.
V 19
StrawsonVsKant: dieser hatte grenzenloses Vertrauen in eine gewisse komplizierte und symmetrische Systematik, die er frei aus der formalen Logik wie er sie verstand, übernahm und dem ganzen Umfang seines Materials aufdrängte.
V 23
StrawsonVsKant: dieser versucht in den Analogien ständig mehr aus den Argumenten herauszupressen, als drin ist.
V 25
StrawsonVsKant: die ganze Deduktion ist logisch fehlerhaft. Die Verbindung zur Analytik ist dünn und wird sofern überhaupt, durch den Begriff der "Synthesis" zustande gebracht.
V 37
Dialektik/Kant: primäres Ziel: Entlarvung des metaphysischen Scheins. Instrument: das Sinnprinzip. Gewisse Ideen, die keine empirische Anwendung haben, sind Quellen des Scheins und dennoch können sie eine nützliche oder sogar notwendige Funktion für die Erweiterung des empirischen Wissens haben.
Bsp Wir denken uns innere Zustände, als ob sie Zustände einer immateriellen Substanz wären. ("regulative Ideen").
StrawsonVsKant: das ist offensichtlich ganz unplausibel. Aber warum hat er es vertreten?
V 29
StrawsonVsKant: Es ist keineswegs klar, dass es keine empirische Schlichtung der Antinomien gibt.
V 32
Kant: Ich erscheine mir selber wirklich in der Zeit aber ich erscheine mir nicht wirklich in der Zeit. StrawsonVsKant: unverständlich, was "erscheinen" hier heißt. Es ist keine Verteidigung einer unverständlichen Lehre zu sagen, dass ihre Unverständlichkeit durch ein aus ihr gewonnenes Prinzip garantiert wird.
V 33/34
Raum/Zeit/StrawsonVsKant: Kant: Dinge an sich selber nicht in Raum und Zeit! Strawson: dadurch wird die ganze Lehre unverständlich.
V 35
synthetisch a priori/StrawsonVsKant: Kant selber hat keine klare Konzeption, was er damit meint. Die ganze Lehre ist auch nicht notwendig. Statt dessen sollten wir auf eine Erforschung und Verfeinerung unseres Wissens und unserer sozialen Formen setzen.
V 36
Grenze/StrawsonVsKant: um dem kohärenten Denken Grenzen zu setzen, ist es nicht notwendig, von beiden Seiten dieser Grenzen her zu denken, wie es Kant trotz seiner Dementis versuchte.
V 49
Raum/Kant: unsere Vorstellung des Raumes wird nicht aus der Erfahrung gewonnen, weil die Erfahrung den Raum bereits voraussetzt! StrawsonVsKant: das ist einfach tautologisch. Wenn "voraussetzen" mehr als eine einfache Tautologie meint, dann ist das Argument nicht erhellend.
V 50
StrawsonVsKant: dieser gibt selbst zu, dass es widersprüchlich ist, zugleich eine relationale Auffassung von Raum und Zeit zu vertreten und ihre transzendentale Idealität zu leugnen.
V 58
StrawsonVsKant: es gibt die alten Debatten über "angeborene" Vorstellungen von Raum und Zeit. Sie sind unklar. Es gibt das Argument, dass die Aneignung von Fähigkeiten die Fähigkeit voraussetzt, sich Fähigkeiten anzueignen.
Erfahrung/Raum/Zeit/Eigenschaften/Kant/Strawson: Problem: die Manifestation des entsprechenden Zuges in der Erfahrung, sein Auftreten in der Welt, kann allein unserem kognitiven Vermögen, der Natur unserer Fähigkeiten zugeschrieben werden, nicht den Dingen an sich.
StrawsonVsKant: Problem: dann müssen diese Vorstellungen selber vor aller Erfahrung in uns sein.
V 66
Kategorien/Strawson: müssen wir hier so verstehen, dass den Formen der Logik der Gedanke ihrer Anwendung in Urteilen hinzugefügt wird. StrawsonVsKant: seine Unterteilung der Kategorien setzt einiges auf gleicher Stufe an, was sicher nicht als gleichwertig betrachtet werden kann z.B. bejahend, verneinend, unendlich.
V 73
StrawsonVsKant: erhält sich aufgrund der (fehlgeschlagenen) metaphysischen Deduktion (s.o.) für berechtigt, die "reinen" Begriffe zu identifizieren.
V 75
StrawsonVsKant: warum sollten nicht Gegenstände des Bewusstseins als Gegebenheiten begriffen werden, die eine von den Erlebnissen des Bewusstseins unterschiedene Existenz besitzen, auch wenn Folge und Anordnung Punkt für Punkt mit den Erlebnissen des Bewusstseins übereinstimmen?
V 83
StrawsonVsKant: Einheit der verschiedenen Erfahrungen erfordert Erfahrung von Gegenständen. Hält seine These der Herausforderung stand?
Warum sollten nicht Gegenstände (Akkusative) eine derartige Folge bilden, dass keine Unterscheidung zwischen ihrer Anordnung und der der entsprechenden Erlebnisse getroffen werden müsste?
Bsp Solche Gegenstände könnten Sinnesdaten sein: rote, runde Flecken, Kitzeln, Gerüche, Blitze, Rechtecke.
V 84
Warum sollten die Begriffe nicht einfach solche Sinnesqualitäten Begriffe sein? StrawsonVsKant: es ist sehr gut vorstellbar, dass Erfahrung genau diese Sorte unverbundener Eindrücke zu ihrem Inhalt hat. Eindrücke, die weder erfordern noch erlauben, "im Begriff eines Gegenstands vereinigt" zu werden.
StrawsonVsKant: das Problem mit den Objekten der Erfahrung ist, dass ihr esse ebenso ganz und gar ihr percipi ist, wie ihr percipi nichts als ihr esse. D.h. es gibt keinen effektiven Grund für die Unterscheidung zwischen beidem.
V 106
Raum/Beharrlichkeit/Kant: Der Raum allein ist beharrlich. Alle Zeitbestimmung setzt etwas Beharrliches voraus. StrawsonVsKant: unklar. Für den Begriff des Selbstbewusstseins sind die internen zeitlichen Relationen der Sequenz ganz unzureichend. Wir benötigen zumindest den Gedanken eines Systems zeitlicher Relationen, das mehr als diese Erlebnisse selber umfasst. Aber es gibt für das Subjekt selber keinen Zugang zu diesem umfassenderen System als durch seine eigenen Erfahrungen.
V 107
StrawsonVsKant: es gibt kein unabhängiges Argument dafür, dass die objektive Ordnung eine räumliche Ordnung sein muss.
V 116
Kausalität/StrawsonVsKant: sein Begriff ist zu grob! Kant steht unter dem Eindruck, dass er es mit einer einzigen Anwendung eines einzigen Begriffs von "Notwendigkeit" zu tun hat, aber er verschiebt in seiner Anwendung die Bedeutung dieses Begriffs! Die notwendige Reihenfolge der Wahrnehmungen ist eine begriffliche, die notwendige Reihenfolge der Veränderungen aber eine kausale.
V 118
Analogien/StrawsonVsKant: grundsätzliches Problem: die Bedingungen der Möglichkeit objektiver Zeit Bestimmung. Mögliche Gegenstände/Kant: Problem: ob es ein Zugleich oder Nicht Zugleich möglicher und wirklich wahrgenommener Gegenstände geben soll. Wenn es kein Zugleich gibt, kann überhaupt keine Unterscheidung zwischen möglichen und wirklichen Gegenständen getroffen werden.
V 124
reiner Raum/Kant: ist selber kein Gegenstand der empirischen Wahrnehmung. StrawsonVsKant: Element täuschender Logik: Kant scheint zu denken, dass gewisse formale Eigenschaften des einheitlichen raumzeitlichen Rahmens direkte Korrelate in den Gegenständen selber haben müssen.
V 128
StrawsonVsKant: seine gesamte Behandlung der Objektivität steht unter einer beträchtlichen Einschränkung, er stützt sich nirgends auf den Faktor, auf dem z.B. Wittgenstein nachdrücklich besteht: den sozialen Charakter unserer Begriffe.
V 157
StrawsonVsKant: aber unter der Annahme, dass der physikalische Raum euklidisch ist, könnte die Welt endlich in einem ansonsten unendlichen leeren Raum sein. Und das wäre keine sinnlose Frage.
V 163
Antinomien/StrawsonVsKant: aus der Tatsache, dass es der Fall zu sein scheint, dass es Dinge gibt, die in bestimmter Weise räumlich oder zeitlich geordnet sind, folgt nicht, dass es entweder so scheint, dass alle Dinge als Glieder begrenzter Reihen erscheinen, noch dass es so scheint, dass alle Dinge als Glieder einer unendlichen Reihe existieren. Tatsächlich ist keines der beiden Glieder der Disjunktion wahr!
V 164
Antinomien/StrawsonVsKant: sicher ist der Begriff einer sequentiellen Ordnung gerechtfertigt, aber daraus folgt nicht, dass der Begriff für die "ganze Reihe" der Dinge gelten muss.
V 178
Antinomien/StrawsonVsKant: er hat sich darin geirrt, dass die Antinomien das Feld seien, auf dem die entscheidenden Schlachten geschlagen werden.
V 184
Existenz/Kant: "Notwendigkeit der Existenz kann nur aus der Verknüpfung mit demjenigen, was wahrgenommen wird, nach allgemeinen Gesetzen der Erfahrung erkannt werden." StrawsonVsKant: das ist eine Abweichung von der kritischen Auflösung der Antinomien und hat mit den Interessen der "reinen praktischen Vernunft" zu tun: d.h. mit der Moralität und der Möglichkeit des freien Handelns.
V 194
StrawsonVsKant: wir können aus der Behauptung, dass wenn ein Wesen von unbeschränkter Realität existiert, es nicht kontingenterweise existiert, nicht dahin umkehren, dass wenn irgendetwas nicht kontingenterweise existiert, es ein Wesen von unbeschränkter Realität ist.
V 222
Transzendentaler Idealismus/Kant: behauptet, er sei ein empirischer Realismus. Selbstbewusstsein muss ein Bewusstsein von bestimmten Bewusstseinszuständen unabhängigen Gegenständen einschließen. StrawsonVsKant: das ist sicherlich ein dualistischer Realismus. Dieser Dualismus stellt das "unser" in Frage.
V 249
StrawsonVsKant: zu sagen, ein physikalischer Gegenstand habe nur den Anschein, eine Art Aussehen einer physikalischen Figur, heißt, einen unklaren Begriff durch einen anderen zweifelhaften erhellen zu wollen, nämlich den des visuellen Bildes.

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Antinomien Kant Verschiedene Vs Kant Kanitscheider I 434
KantVsNewton: Unendliches unvorstellbar! NewtonVsKant: nicht vorstellbar, aber begrifflich erfaßbar!
Kanitscheider I 441
EllisVsKant: (Antinomien): die Ausdrücke "früher" und "später" kann man durchaus auf Zustände vor einem festen Zeitpunkt t0 beziehen, ohne anzunehmen, daß es alle diese Zustände wirklich gegeben hat. Genauso, wie man von einer Temperatur von 0 K sprechen kann, auch wenn man weiß, daß diese Temperatur nicht zu erreichen ist.
Kant I 28
VsKant/Kausalität: daran hält er sich selbst freilich nicht! Bei seiner Vernunftkritik geht es dem um mehr als möglicher Erfahrung (nämlich um Metaphysik durch Freiheit und so um den absoluten Wert unseres Daseins). Hier zeigt sich Kants Begriff der Kausalität als völlig unbetroffen von Hume. - »Intelligible Ursache«.
I 47
Verstand: hat seine eigene Kausalität: »Spontaneität der Begriffe«. (VsKant: von Hume unberührt). Antinomie der Freiheit: VsKant: ein Bluff: wir können es nicht mit Objekten machen, »es wird nur mit Begriffen und Grundsätzen, die wir a priori annehmen, tunlich sein.« - I 49 - Freiheitsantinomie: Lösung: dritte kosmologische Antinomie: Thema: die dritte Beschaffenheit der Welt als ganzer: Ereigniszusammenhang. - VsKant: Zumutung: das »handelnde Subjekt«, also ich, soll mich als ein "Beispiel" für Dinge nehmen! Unterliegt an sich nicht der Zeitbedingung. Spontaner Anfang von Ereignissen.
I 53
Freiheit/Kant: Die Freiheit des anderen wäre ungewiß. VsKant: Eine Freiheit, die sowohl meine wie die des anderen sein könnte, kann auf diese Weise nicht gedacht werden. - VsKant: er unterschlägt das Problem der Identifizierung mit dem anderen. (> Intersubjektivität, Subjekt/Objekt). I 52 Für Kant war das kein Problem: für ihn lag die Rettung nicht in der Erscheinungswelt. Begriff: Prädikate müssen lediglich widerspruchsfrei sein. I 66 SchulteVsKant: das gilt nur für Gegenstände, für die das immer entscheidbar ist, nicht für chaotische Mannigfaltigkeit. - I 67 Prädikate/Kant: Kant läßt die negativen Prädikate einfach weg. I 68
I 69
MarxVsKant: Dissertation von 1841: Kants Hinweis auf die Wertlosigkeit eingebildeter Taler: der Wert des Geldes selbst besteht ja nur aus Einbildung! Im Gegenteil, Kants Beispiel hätte den ontologischen Beweis bekräftigen können! Wirkliche Taler haben dieselbe Existenz, die eingebildeter Götter haben!«
I 104
Erst durch diese Idee stimmt die Vernunft a priori überhaupt mit der Natur überein. Diese Voraussetzung ist die "Zweckmäßigkeit der Natur" für unser Erkenntnisvermögen. > Lediglich logischer Zusammenhang. - VsKant: eigentlich Rückfall in "Übereinstimmungsdenken". Die ZEIT 11/02 (Ludger Heidbrink: Rawls
RawlsVsKant: religiös geprägter Manichäismus. Weil das "gute Ich" , das in der intelligiblen Welt des Verstandes lebt, vom "bösen ich" der natürlichen sinnenwelt bedroht wird, muß das moralische handeln in dem Glauben verankert werden, es sei der Wille Gottes, das "höchste Gut" des Daseins in Übereinstimmung mit dem idealen Reich der Zwecke zu verwirklichen.
Moral/HegelVsKant: in einem wohlgeordneten Staat mit funktionierendem Rechtssystem muß der Einzelne nicht zur Moralität verpflichtet werden, sondern handelt in freiwilliger Übereinstimmung mit der sittlichen Verfassung der bürgerlichen Gesellschaft.

Menne I 28
Kant: transzendentale Begründung der Logik. Sie muss apriori gelten. Kant: analytisches Urteil: so eng gefasst, dass bereits der größte Teil der Mathematik und Logik in den Bereich des synthetischen Urteils fällt. MenneVsKant: wollte er die Logik aus den zwölf Kategorien begründen, so läge hier ein Zirkelschluss vor.
Vaihinger I 333
Ding an sich/F.A. LangeVsKant/Vaihinger wenn das Ding an sich fiktiv ist, dann auch seine Unterscheidung von den Erscheinungen. ((s)Vs: die Unterscheidung ist nur gedanklich, nicht empirisch).
Vollmer I XIV
Weltbild/Konrad LorenzVsKant: in keinem Organismus begegnen wir einem Weltbild, das im Widerspruch stünde zu dem, was wir Menschen von der Außenwelt glauben. Grenze/Lorenz: der Vergleich der Weltbilder verschiedener Arten hilft uns, die Begrenzungen unseres eigenen Weltbildapparates zu erwarten und anzuerkennen.





Kanitsch I
B. Kanitscheider
Kosmologie Stuttgart 1991

Kanitsch II
B. Kanitscheider
Im Innern der Natur Darmstadt 1996

Me I
A. Menne
Folgerichtig Denken Darmstadt 1997

Vaihinger I
H. Vaihinger
Die Philosophie des Als Ob Leipzig 1924
Antinomien Kant Kanitscheider Vs Kant I 438
Kant: "kosmologisches Alter" ist ein sinnloser Begriff. (>Antinomien).
I 439
Antinomien/Raum/Zeit/Kosmologie/Kant: Asymmetrie zwischen Vergangenheit und Zukunft: in der Vergangenheit kein Durchlaufen einer unendlichen Reihe von Zeitpunkten möglich. Für die Annahme eines Weltbeginns müsste es eine Zeit davor gegeben haben. In einer solchen "Leeren Zeit" kann aber nichts entstehen, da es keine unterscheidenden Merkmale gibt, die der Existenz vor der Nichtexistenz den Vorzug gäben.
I 440
Kosmologie/Antinomien/KanitscheiderVsKant: übernimmt zu schnell den absolutistischen Standpunkt und bedenkt nicht den relationalen, wonach mit dem ersten Ereignis die Raumzeit selbst entstanden sein könnte. Mengen/Kanitscheider: aktual unendlich.
Folgen/Kanitscheider: potentiell unendlich.

Kanitsch I
B. Kanitscheider
Kosmologie Stuttgart 1991

Kanitsch II
B. Kanitscheider
Im Innern der Natur Darmstadt 1996