Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Cartesianismus Cartesianismus: (geht auf René Descartes zurück): die These, das wir zwischen ausgedehnten Gegebenheiten (Körpern, Materie, res extensa) und nichtausgedehnten Gegebenheiten (Geist, Seele) unterscheiden müssen. Siehe auch Dualismus.
Dualismus Pauen Pauen I 35
Dualismus/Pauen: zwei Arten von Zuständen, die auch unabhängig auftreten können - Interaktionistischer Dualismus: wechselseitiger Einfluss: Descartes (>Dualismus/Descartes), >Eccles/Popper. Eigenschaftsdualismus: bestimmte neuronale Prozesse besitzen neben ihren physischen zusätzlich auch noch mentale Eigenschaften, die theoretisch unabhängig von den neuronalen - Typische Theorie: Computeranalogie (>Computation), >Marsmenschen usw.
I 60
Bewusstsein als autonome Eigenschaft.
I 38
Dualismus/Pauen: 1. Erklärung für die Einheitlichkeit unserer Erfahrungen angesichts der Vielfalt physischer Realisierungen (>Multiple Realisierung). Integrationsleistung des freien Geistes 2. Erklärung des freien Willens.
I 39
3. Pro Dualismus: VsMonismus: Problem der qualitativ vielfältigen Erfahrungen bei gleichförmiger Aktivität der Nervenzellen.
I 56
VsDualismus: dieser hat gar keinen konkreten Forschungsgegenstand.
I 44
Descartes/Pauen: die Unterscheidung der Substanzen lässt sich durch die Vorstellbarkeit einer solchen Unterscheidung rechtfertigen. - Das Argument spielt bis heute eine wichtige Rolle: Kripke benutzt es als Basis für seinen Einwand VsIdentifikation von mentalen und neuronalen Prozessen. (>Identitätstheorie).

Pauen I
M. Pauen
Grundprobleme der Philosophie des Geistes Frankfurt 2001
Dualismus Rorty I 78
Substanz/Dualismus/Rorty: der heutige Dualismus ist völlig andersartig als der von Descartes. - Der von Kant und Strawson verworfene nicht-räumliche Begriff der Substanz war ein Begriff des 17. Jahrhunderts. Vgl. >Dualismus/Chalmers, >Substanz.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Dualismus Ryle Flor I 258
Descartes: Dualismus/Flor: 1. Der Körper ist in Raum und Zeit, der Geist nur in der Zeit.
2. Der Körper lässt sich mechanisch beschreiben, der Geist nicht.
3. Der Körper ist öffentlich beobachtbar, der Geist ist privat.
4. Eine Person hat durch Introspektion und Evidenz ihres Bewusstseins eine unmittelbare Kenntnis, (privilegierter Zugang), Fremdseelisches kann niemals zugänglich sein.
5. Der Geist wird als Summe von inneren Prozessen und Zuständen aufgefasst, die ihrerseits körperliche Prozesse bzw. Tätigkeiten und Zustände verursachen können.
RyleVs: Auf mechanische Prozesse können keine quasi-mechanischen Prozesse einwirken und umgekehrt.

Ryle I
G. Ryle
Der Begriff des Geistes Stuttgart 1969

Flor I
Jan Riis Flor
"Gilbert Ryle: Bewusstseinsphilosophie"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Flor II
Jan Riis Flor
"Karl Raimund Popper: Kritischer Rationalismus"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A.Hügli/P.Lübcke Reinbek 1993

Flor III
J.R. Flor
"Bertrand Russell: Politisches Engagement und logische Analyse"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Flor IV
Jan Riis Flor
"Thomas S. Kuhn. Entwicklung durch Revolution"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993
Erste Person Burge Frank I 687
Autorität/Erste Person/Selbst Wissen/Burge: (pro Descartes) Wir haben "grundlegendes Selbst Wissen". Bsp "Ich denke (mit genau diesem Gedanken) dass Schreiben Konzentration verlangt. Problem:
1. Folgt der IndiviDualismus aus dem Akzeptieren dieser Cartesianischen Konzeption?
2. Wie ist für den Externalismus (AntiindiviDualismus) Gewissheit über die eigenen mentalen Zustände möglich?
Frank I 706
Selbst-Wissen/Burge: die Quelle unseres starken epistemischen Anspruchs ist nicht, dass wir eine Menge von den Gegenständen wissen oder dass wir die Umstände (Ermöglichungsbedingungen) besonders gut kennen, sondern erwächst aus der Beschaffenheit und Funktion von selbst evaluierenden Urteilen. Bsp wenn wir erwägen, dass es gar kein Wasser gibt, betrachten wir unsere Position unberechtigterweise aus der Perspektive einer dritten Person.


Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of
Philosophy 85 (1988), 649-663

Burge I
T. Burge
Origins of Objectivity Oxford 2010

Burge II
Tyler Burge
"Two Kinds of Consciousness"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Externalismus Burge Esfeld I 149
Sozialer Externalismus/Esfeld: wird vom sozialen Holismus impliziert, da die Überzeugungen zumindest zum Teil durch die soziale Umgebung individuiert werden. (>Individuation). (Tyler Burge, 1979)(1). Burge: Bsp Angenommen, alle internen Faktoren einer Person bleiben gleich, während die soziale Umwelt variiert wird.
I 149/159
So kann man zeigen, dass die Umwelt dazu beiträgt, welchen Inhalt die Überzeugungen einer Person haben. Die Gegenposition nennt Burge "Individualismus" ((s) Die These, dass Überzeugungen nicht von der Umwelt abhängen.)
1. Tyler Burge: 1979. Individualism and the Mental. Midwest Studies in Philosophy 4: 73–121.



Frank I 29
Externalismus/Burge: versucht, diesen mit Descartes zu versöhnen: kein Konflikt zwischen E., und wahrnehmungsunabhängigem Selbstbewusstsein: was die Denkinhalte bestimmt, bestimmt auch, was das denkende Subjekt über sie meint. (gemeinsame Ursache).
Um den Gedanken zu denken, muss man nicht die ermöglichenden Bedingungen kennen. Es genügt, dass sie erfüllt sind.
Frank I 664
Externalismus/Burge: es gibt aber noch einen anderen Weg, auf dem externe Faktoren in die Bestimmung der Inhalte des Denkens Eingang finden: "Gedankenexperiment" (Davidson: trifft zufällig auf mich zu): Bsp bis vor kurzem glaubte ich, Arthritis sei eine Gelenkentzündung, die von Kalziumeinlagerungen herrührt. Ich wusste nicht, dass jede Gelenkentzündung, z.B. Gicht, auch als Arthritis zählt.
Als ein Arzt mir (fälschlicherweise) mitteilte, dass ich Gicht habe, glaubte ich, Gicht zu haben, aber nicht, Arthritis zu haben.
Burge: Stellen wir uns eine mögliche Welt vor, in der ich physisch derselbe bin, aber das Wort "Arthritis" tatsächlich nur auf kalziumverursachte Gelenkentzündungen angewendet wird.
Dann wäre der Satz "Gicht ist keine Form von Arthritis" wahr und nicht falsch.
Die entsprechende Überzeugung wäre nicht die falsche Überzeugung gewesen, dass Gicht keine Form von Arthritis ist (also doch falsch), sondern eine wahre Überzeugung, über eine andere Krankheit als Arthritis.
Doch in dieser Welt sind alle meine physischen Zustände und mein Verhalten dieselben wie in dieser Welt.
Meine Überzeugung hätte sich geändert, aber ich hätte keinen Anlass, das zu glauben und folglich wüsste ich in einem solchen Fall nicht, was ich glaubte. Davidson pro.
Burge: das ist davon abhängig, dass man einen Begriff nur unvollkommen beherrscht und dennoch einen Inhalt glaubt.
Frank I 665
Das ist aber für eine große Zahl von Ausdrücken gang und gäbe oder normal.
Donald Davidson (1987) : Knowing One's Own Mind, in: Proceedings and
Adresses of the American Philosophical Association LX (1987),441 -4 58

Burge I
T. Burge
Origins of Objectivity Oxford 2010

Burge II
Tyler Burge
"Two Kinds of Consciousness"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Hobbes Höffe Höffe I 209
Hobbes/Höffe: [Für die Fragen von Recht und Politik] (...) gibt Hobbes eine Aufgabe und ein Lösungsmuster vor, die beide das Denken bis heute prägen. Staat: Der Staat bedarf wegen seines Herrschaftscharakters der Legitimation.
Höffe I 210
Lösung/Hobbes: besteht im Gedanken des Gesellschaftsvertrages. >Gesellschaftsvertrag/Hobbes. Vernunft: bestimmt Hobbes als Rechnen.
Beweise: sollen nach dem Ideal der Mathematik erbracht werden.
Rationalismus/Höffe: Hobbes gehört – wie Descartes – dem Rationalismus an.
Höffe I 213
Leviathan: (1651) [ist] (...) eine wahre Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften: Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates (Leviathan or The Matter, Forme & Power of a Common- Wealth Ecclesiasticall and Civill, 1651). Aus deren von ihm selbst erstellten, oft knapperen lateinischen Fassung stammen die geflügelten Worte vom Krieg aller gegen alle (bellum omnium contra omnes) und dass die Autorität, nicht die Wahrheit ein Gesetz mache (sed auctoritas, non veritasfacit legem). >Staat/Hobbes, >Gesellschaftsvertrag/Hobbes.
Höffe I 215
Nachwirkung/Wirkungsgeschichte: Für die breite Öffentlichkeit [ist Hobbes] ein Verteidiger des Absolutismus, ein Kritiker der politischen Ansprüche der Kirche, vor allem ein Monstrum von Materialismus, Hedonismus und Unglauben (...).
Höffe I 227
Hobbes‘ Aktualität: Utopien/Hobbes/Höffe: Weil zwar jedes Gemeinwesen, auch ein durch und durch gerechter Staat,
Gebote und Verbote, zusätzlich Verfahrensvorschriften enthält, die sich notfalls gegen den erklärten Willen der Betroffenen richten, ist der Entwurf von Sozialutopien, die auf jegliche Herrschaft verzichten, «natürlich». Gegen entsprechende Utopien der Anarchie, der Herrschaftsfreiheit, zeigt Hobbes' Gedankenexperiment des >Naturzustandes, dass dort, wo die Menschen ihrem Streben nach Glück völlig ungehindert folgen, sie eben dieses Glück aufs Spiel setzen, daher den Naturzustand lieber überwinden wollen. Das einschlägige Gedankenexperiment bildet deshalb den inhaltlichen Kern für die bleibende Aktualität von Hobbes‘ politischem Denken.
Legitimatorischer IndiviDualismus: Die letzte Instanz der Herrschaftslegitimation ist jede einzelne Person. Demokratie bindet sich an einen sozialtheoretischen IndiviDualismus. Es heißt (...), dass der Mensch, obwohl er ein Sozialwesen ist, weder zugunsten anderer Menschen noch zugunsten der Gemeinschaft unterdrückt, ausgebeutet oder anders geopfert werden darf. Bezugspunkt der Legitimation ist das Individuum, weshalb sich das entsprechende Argumentationsmuster im Gegensatz zum gesellschaftstheoretischen IndiviDualismus «legitimatorischer IndiviDualismus» nennt.

Höffe I
Otfried Höffe
Geschichte des politischen Denkens München 2016
Internalismus Burge Frank I 688
BurgeVsInternalismus/Individualismus: Falsche Fortentwicklung des cartesianischen Arguments: Verwechslung der Wahrheitsbindungen mit den Individuierungsbedingungen. 1. Descartes stellt die Frage, ob unsere Gedanken in kontrafaktischen Situationen wahr sind: sie sind es nicht.
Pointe: Dabei wird vorausgesetzt, dass die Gedanken identisch sind mit den entsprechenden aus der ursprünglichen Situation!
D.h. die Individuierungsbedingungen bleiben konstant, die Wahrheitsbedingungen ändern sich.
Zwillingserde/BurgeVs: tatsächlich ist es umgekehrt: die Individuierungsbedingungen ändern sich.
Wir wissen, welche Gedanken wir in der aktuellen Situation haben und können uns vorstellen, dass sie falsch sind. Wir wüssten auch in einer kontrafaktischen Situation, welche Gedanken wir in dieser Situation hätten.
Aber wir haben in der aktuelle Situation kein wissen über Gedanken, die wir in kontrafaktischen Situationen hätten.
Daher kann der Cartesianismus nicht den Internalismus stützen. >Cartesianismus.


Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of
Philosophy 85 (1988), 649-663

Burge I
T. Burge
Origins of Objectivity Oxford 2010

Burge II
Tyler Burge
"Two Kinds of Consciousness"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Monismus Spinoza Höffe I 231
Monismus/Spinoza/Höffe: Gott ist weder wie bei Descartes Garant der Wahrheit noch wie bei Pascal als «Gott von Abraham, Isaak und Jakob» der Gegenstand religiösen Glaubens.(1) Nicht Teil einer
Höffe I 232
Bewusstseinsphilosophie, sondern zugleich einer Seins-, einer Natur- und einer Moralphilosophie, gilt Gott als die vollkommene und zugleich einzige (griech. monos) Substanz. Dieser Monismus soll die Probleme aus Descartes' Zweiteilung, dem Dualismus von zwei geschaffenen Substanzen, Materie und Geist, oder Dreiteilung (zusätzlich gibt es den ungeschaffenen Gott), durch einen systematischen Handstreich lösen: Die einzige Substanz, die es gibt, Gott, ist Grund ihrer selbst (causa sui); die verschiedenen
Grundformen der Wirklichkeit sind nichts anderes als Eigenschaften (Attribute) Gottes. Dieses Innewohnen (Immanenz) aller Dinge in Gott und Gottes in allen Dingen beläuft sich auf einen Pantheismus (Allgottlehre: Gott ist alles und in allem). Es schließt einen die Welt übersteigenden, transzendenten Gottesbegriff aus und trägt Spinoza, obwohl sein System bei einem Gottesbegriff ansetzt, den damals fast tödlichen Vorwurf des Atheismus ein.


1. Spinoza. Ethica ordine geometrico demonstrata, 1677

Spinoza I
B. Spinoza
Spinoza: Complete Works Indianapolis 2002
Physikalismus Schiffer I 138
SchifferVsPhysikalismus: er muss falsch sein, denn These wenn es wahre Zuschreibungen von Glauben gibt, können sie nicht ohne mentalistisches oder intentionales Vokabular dargestellt werden.
I 142f
Def Ontologischer Physikalismus/oP/Schiffer: These keine irreduziblen psychologischen Entitäten. Def sententialistischer Physikalismus: es gibt keine psychologischen Sätze (das ist falsch) wenn es welche gibt, fallen die beiden Physikalismen zusammen.
Def sententialistischer Dualismus/sD: es gibt wahre psychologische Sätze. - Glaubenseigenschaften (GE) wenn es welche gibt, können oP und sD nicht wahr sein.
Ontologischer Dualismus/ SchifferVsDescartes: ist nicht vertretbar.
Sententialistischer Dualismus/Ontologischer Physikalismus: weil beide wahr sind, gibt es keine Glaubenseigenschaften.
NominalismusVsDualismus/Quine: wenn der sententialistischer Physikalismus falsch ist, gibt es gar keine wahren Glaubenssätze.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Rationalismus Adorno XIII 53
Rationalismus/Adorno: in der Gegenüberstellung mit dem Empirismus ist wesentlich, dass der Rationalismus die Objektivität der Vernunft von der Rückfrage auf die Möglichkeit von Erkenntnis unterscheidet.
XIII 148
Rationalismus/Adorno: bei ihm stellt sich ein anderes Problem der Vermittlung als bei dem Idealismus. Im Rationalismus wie im Empirismus werden zunächst die Momente des Denkens und der Erfahrung einander wesentlich antithetisch gegenübergestellt.
XIII 148
Vermittlung heißt dann, anders als beim Idealismus Vermittlung zwischen zwei entgegengesetzten, zwischen der Welt des Räumlichen und der Welt des Geistigen, schlicht gesagt, zwischen Leib und Seele. Die Prinzipien auf der einen Seite der Tatsachen und auf der anderen Seite des Denkens, werden schlechterdings als unabhängig voneinander gedacht. Daher nimmt der Rationalismus zwei Substanzen an,
XIII 150
die res cogitans,die denkende, und die res extensa, die ausgedehnte. Substanzen/Rationalismus/Descartes: hat das Zusammenkommen dieser beiden Substanzen mit der Annahme eines influxus physicus in der Zirbeldrüse zu erklären versucht.
Substanzen/Rationalismus/Spinoza: dieser hat anstelle der unterschiedenen Substanzen res extensa und res cogitans nur eine einzige angenommen, die Gott oder Natur genannt wird. Sie soll ungezählte Attribute haben, also Erscheinungsweisen, von denen nur zwei, eben Denken und Ausdehnung, uns bekannt sein sollen. Durch ihre Einheit im Naturbegriff soll ihre Einheit garantiert sein. Davon schöpft Spinoza den Rahm ab, in der These, dass die Ordnung der Ideen und die Ordnung der Dinge miteinander identisch seien.
XIII 151
Dualismus/Substanzen/Geist/Körper/Leib/Seele/Leibniz/Adorno: Leibniz versucht, den Dualismus zwischen res extensa und res cogitans durch die Infinitesimalrechnung aufzulösen, indem ein Kontinuum gesetzt wird, dass schließlich die tote Materie sich als ein bloßer Grenzwert der denken Substanz erweist. Dabei wird die denkende Substanz bereits als ein Kraftzentrum und bereits auch als ein Individuiertes vorgestellt, wie das im Begriff der Monade der Fall ist.
XIII 153
Rationalismus/Adorno: weil er sich auf die Vernunft und nicht auf die Vernunftinhalte stützt, ist er wesentlich Methode und nicht Erkenntnistheorie. Dagegen ist er immer auch Metaphysik. Sein Modell der Wahrheit ist dabei immer die Mathematik, die gewissermaßen als Organon des Seienden gedacht wird. Die rationalistischen Denker allesamt charakterisieren sich dadurch, dass bei ihnen Momente der Aufklärung mit einer bestimmten traditionalistischen Haltung gegenüber der Theologie sich verbinden. (> Pascal).

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Täuschungen Burge Frank I 687
Täuschung/Descartes/Burge: Descartes weist auf eine kausale Lücke zwischen Welt und Wirkungen hin. Unterschiedliche externe Ursachen können dieselben Wirkungen hervorrufen.
Descartes: die Ursachen unterscheiden sich von dem, was wir über sie denken.
IndiviDualismus: will daraus schließen, dass unsere Gedanken über die Welt falsch sind.
BurgeVsIndiviDualismus: wir wissen aber, welche Gedanken wir haben, selbst wenn sie falsch sind.
D.h. wir wissen auch in kontrafaktischen Situationen, welche Gedanken wir haben. (Zwillingserde).
AntiindiviDualismus These in kontrafaktischen Situationen haben wir aber andere Gedanken als in der aktuellen Situation (Zwillingserde).
Nach Descartes müsste also der AntiindiviDualismus falsch sein.


Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of
Philosophy 85 (1988), 649-663

Burge I
T. Burge
Origins of Objectivity Oxford 2010

Burge II
Tyler Burge
"Two Kinds of Consciousness"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 8 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
Dualismus Descartes Williams, M. Vs Davidson, D. Rorty VI 230
Skeptizismus/Davidson: da er bereits gezeigt habe, dass die meisten unserer Überzeugungen wahr sein müssen, sei der Skeptiker schon geschlagen. Überzeugung/M. WilliamsVsDavidson: hat nicht wirklich gezeigt, dass die meisten Überzeugungen wahr sein müssen.
M. WilliamsVsDavidson: leitet sowohl die Kohärenz als auch die Korrespondenztheorie aus dem Prinzip der Nachsicht ab.
Prinzip der Nachsicht: Vorstellung von einem unproblematischen Zugang zu bestimmten kausalen Beziehungen.
Williams: damit ist das Spiel vorbei, ehe es angefangen hat!
VI 231
M. WilliamsVsDavidson : sofern wir nicht schon eine Möglichkeit haben, Kohärenz mit Wahrheit in Verbindung zu bringen, könne wir unmöglich wissen, dass unsere Überzeugungen in Davidsons Sinne interpretierbar sind! Williams zitiert hier Peter KleinVsDavidson: "er kann nur zeigen, sofern es Überzeugungen gibt sind sie im großen und ganzen wahr."
Rorty: aber Klein fährt fort: "dazu müssten wir wissen, dass es außerhalb unserer Körper Ereignisse gibt, die in kausaler Wechselwirkung mit Zuständen unserer selbst stehen."
Davidson/Rorty: er würde sicherlich dem ersten Teil zustimmen, und um den zweiten dass (ob es überhaupt Überzeugungen gibt) braucht er sich nicht den Kopf zu zerbrechen!
VI 232
Skeptizismus: M. Williams hegt Zweifel, ob wir überhaupt Überzeugungen haben. Aber diese Art des Skeptizismus ist gar nicht die von Descartes oder Stroud! Überzeugungen/M. WilliamsVsDavidson: (Davidson: die meisten Überzeugungen sind wahr): löst nicht das Problem des Skeptizismus, sondern verlagert es auf das Problem der Unerforschlichkeit der Referenz.
Gehirne im Tank/GIT: Bsp der externe Interpret der Gehirne im Tank hat keinen Grund zur Annahme, dass seine Vorstellung von dem, worüber das Gehirn im Tank da redet, "dem Selbstverständnis" des Gehirns im Tank entspricht!
VI 233
DavidsonVsWilliams: würde zurückfragen: "Warum glaubst du denn, dass wir (als Gehirne im Tank) nicht dächten, dass sich unsere Äußerungen auf Ereignisse im Computer beziehen? Das "Selbstverständnis" ist nur eine Spielart der "epistemischen Situation". (Beide sind nach Davidson Formen des "Schemas" im Sinne des Dualismus Schema/Inhalt).

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Dualismus Descartes Ryle Vs Descartes, R. Danto I 176
Gedanke/Descartes: Vollzug einer Art Handlung auf Grund einer Idee. Selbst wenn ich nun ein Stein wäre, dann wäre ich eben ein denkender Stein. ens cogitans. (RyleVs). - Descartes: Gedanke = Handlung - denkender Stein möglich: ens cogitans.
Ryle I 67ff
RyleVsDescartes: der halbmetaphorischen Vorstellung liegt die scheinbar tiefere philosophische Annahme zugrunde, dass es zwei verschiedene Arten von Existenz gibt (falsch!).
I 10
Descartes: These: ~es gibt einen polaren Gegensatz von Geist und Materie in einem gemeinsamen Feld, das "Raum" heißt.
I 11
Privilegierter Zugang: die Berichte einer Psyche über ihre eigenen Angelegenheiten haben eine Gewissheit an sich, die Berichte über die physikalische Welt nicht haben können. Sinneswahrnehmung kann irrig oder verworren sein, Bewusstsein und Introspektion sind es nicht.
Flor I 258
RyleVsDescartes: Mythos vom Geist in der Maschine: Descartes: Dualismus:
1. Der Körper ist im Raum und Zeit, der Geist nur in der Zeit
2. Der Körper lässt sich mechanisch beschreiben, der Geist nicht.
3. Der Körper ist öffentlich beobachtbar, der Geist ist privat.
4. Eine Person hat durch Introspektion und Evidenz ihres Bewusstseins eine unmittelbare Kenntnis, (privilegierter Zugang), Fremdseelisches kann niemals zugänglich sein.
5. Der Geist wird als Summe von inneren Prozessen und Zuständen aufgefasst, die ihrerseits körperliche Prozesse bzw. Tätigkeiten und Zuständen verursachen können.
Flor I 259
RyleVsDescartes: Problem: der vermutete Zusammenhang zwischen der »Seelenmaschine« und der körperlichen Maschine: die Relationen ist entweder als mechanisch oder als quasi mechanisch zu verstehen. Eine dritte Möglichkeit gilt als ausgeschlossen. Aber welcher Auffassung auch man folgt: man benennt das Problem damit nur, löst es aber nicht; denn die Frage bleibt offen, wie das überhaupt möglich sein soll, dass sich die beiden Modelle der Erklärung gegenseitig ausschließen: auf mechanische Prozesse können keine quasi mechanischen einwirken und umgekehrt!

Ryle I
G. Ryle
Der Begriff des Geistes Stuttgart 1969

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005

Flor I
Jan Riis Flor
"Gilbert Ryle: Bewusstseinsphilosophie"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Flor II
Jan Riis Flor
"Karl Raimund Popper: Kritischer Rationalismus"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A.Hügli/P.Lübcke Reinbek 1993

Flor III
J.R. Flor
"Bertrand Russell: Politisches Engagement und logische Analyse"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Flor IV
Jan Riis Flor
"Thomas S. Kuhn. Entwicklung durch Revolution"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993
Dualismus Descartes Ryle Vs Dualismus Pauen I 82
Ryle/Pauen: es scheint, als wolle Ryle die Existenz mentaler Zustände bestreiten, das ist jedoch ein Missverständnis. Er bestreitet lediglich eine autonome geistige Substanz.
I 84
RyleVsDualismus: Kategorienfehler: setzt fälschlich voraus, dass man von geistigen Vorgängen im gleichen Kontext sprechen könne wie von physischen Prozessen. Als ob Geist und Gehirn sich wie Bibliothek und Hörsaalgebäude unterschieden. Daher ist es sinnlos, von "gleichzeitig stattfindenden" mentalen und physischen Ereignissen zu sprechen.

Ryle I 226 ff
Dualismus/RyleVsDualismus/Ryle: das Leben ist nicht eine Doppelreihe von Ereignissen, die sich in zwei verschiedenartigen Materien abspielen. Es ist nur eine Verkettung von Ereignissen verschiedener Gattungen, deren Unterschiede hauptsächlich darin bestehen, dass logisch verschiedene Typen von Gesetzesaussagen und gesetzesähnlichen Aussagen auf sie anwendbar sind.
I 228
Wir blicken nicht in eine geheime Kammer. In Wirklichkeit ist das Problem nicht von der Art. Es handelt sich vielmehr um die methodologische Frage, wie wir gesetzesartige Aussagen über das stille Benehmen von Leuten beweisen und anwenden. Bsp Ich finde heraus, dass jemand ein wahrer Meister des Schachs ist, indem ich ihm zuschaue. Das ein Schüler faul ist, indem ich ihn längere Zeit beobachte.
Die Frage ist nicht die Rahmenfrage: Wie entdecke ich , dass wir eine Seele haben?" sondern: eine ganze Reihe besonderer Fragen, der Form: wie entdecke ich dass ich selbstloser bin als du, dass ich schwach im Dividieren bin, aber besser im Lösen von Differentialgleichungen? Dass du an Angstzuständen leidest, oder gewisse Arten von Tatsachen leicht übersiehst?.
Neben solchen rein dispositionalen Fragen gibt es noch den ganzen Bereich von Ausführungs und Ereignisfragen der Form: wie finde ich heraus, dass ich den Witz verstanden habe, du aber nicht? Dass zu deiner Tat mehr Mut gehörte als zu meiner?
I 229
Fragen dieser Art sind keine Rätsel!
I 230
Kurz gesagt, es gehört zur Bedeutung von "er hat es verstanden" dass er dies und das hätte tun können und dass er es getan hätte... und die Probe ist eine Reihe von Verrichtungen. Mit einem einzigen Erfolg wären wir nicht ganz zufrieden aber wir wären es nach zwanzig. (Ob ein Junge dividieren kann).
Wittgenstein VII 147
Philosophie/Unsinn/logische Grammatik/Tetens: die These, dass sich die Philosophie einem Missverständnis der „logischen Grammatik“ der Sprache verdankt, findet sich weder bei Carnap noch im Tractatus, sondern bei Ryle in seiner Kritik RyleVsDualismus, VsDescartes (Ryle 1969).

Ryle I
G. Ryle
Der Begriff des Geistes Stuttgart 1969

Pauen I
M. Pauen
Grundprobleme der Philosophie des Geistes Frankfurt 2001

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960
Dualismus Descartes Burge Vs Internalismus Frank I 687
Täuschung/Descartes/Burge: Descartes weist auf eine kausale Lücke zwischen Welt und Wirkungen hin unterschiedliche externe Ursachen können dieselben Wirkungen hervorrufen (alle pro) Individualismus: daher sind unsere Gedanken über die Welt falsch Antiindividualismus (Externalismus)/Burge: wir wissen aber, welche Gedanken wir haben, selbst wenn sie falsch sind (sogar auf der Zwillingserde(ZE)) Antiindividualismus These: in kontrafaktischen Situationen haben wir aber andere Gedanken als in der aktuellen Situation (ZE) VsInternalismus: verwechselt Wahrheitsbedingungen mit Individuationsbedingungen: die I Bedingungen (indexikalisch) ändern sich aber in der ZE, weil die Gedanken andere sind aber man kann Gedanken haben, ohne die Individuierungsbedingungen zu kennen.
I 688
BurgeVsInternalismus/Individualismus: falsche Fortentwicklung des cartesianischen Arguments: Verwechslung der Wahrheitsbindungen mit den Individuierungsbedingungen. 1. Descartes stellt die Frage, ob unsere Gedanken in kontrafaktischen Situationen wahr sind: sie sind es nicht.
Pointe: dabei wird vorausgesetzt, dass die Gedanken identisch sind mit den entsprechenden aus der ursprünglichen Situation!
D.h. die Individuierungsbedingungen bleiben konstant die Wahrheitsbedingungen ändern sich.
Zwillingserde/ZE/BurgeVs: tatsächlich ist es umgekehrt: die Individuierungsbedingungen ändern sich.
Wir wissen, welche Gedanken wir in der aktuellen Situation haben und können uns vorstellen, dass sie falsch sind. Wir wüßten auch in einer kontrafaktischen Situation, welche Gedanken wir in dieser Situation hätten.
Aber wir haben in der aktuelle Situation kein wissen über Gedanken, die wir in kontrafaktischen Situationen hätten.
Daher kann der Cartesianismus nicht den Internalismus stützen.


Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of
Philosophy 85 (1988), 649-663

Burge I
T. Burge
Origins of Objectivity Oxford 2010

Burge II
Tyler Burge
"Two Kinds of Consciousness"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Dualismus Descartes Brandom Vs Kant I 852
Kant: dualistischer Charakter seiner Unterscheidung des Begrifflichen und des nichtbegrifflichen.(BrandomVs).
I 853
Kant:1.Urteile sind die grundlegende Form des Bewusstseins.2. Erkennen und Handeln sind bei bewussten Wesen im Unterschied zu nichtbewussten durch normative Beurteilungen bestimmt.3. Dualismus Spontaneität und Rezeptivität.
I 855
Brandom: Für Kant verhalten sich die Begriff zu den Anschauungen 1. Wie die Form zur Materie - 2. Wie das Allgemeine zum Besonderen - 3. Wie das Werk der Spontaneität oder Verstandestätigkeit zu dem der Rezeptivität
Brandom: das sind schon echte Unterschiede, aber sie sind unabhängig und orthogonal zueinander. Keiner der obigen Unterschiede ist zwischen dem Begrifflichen und etwas Nichtbegrifflichem im Urteil zu verstehen. Das, was ein Urteil ausdrückt, sein Inhalt, ist durch und durch begrifflich.
Kant warf also den zweiten und den dritten Punkt zusammen, in dem er systematisch nicht zwischen Repräsentationen des Einzelnen und einzelnen Repräsentationen unterschied. (s. BrandomVsKripke)
II 13
Kant und Descartes: Geist primär, Sprache sekundär - BrandomVsKant und Descartes.
II 123
Gesetz/Handlung/BrandomVsKant: Vorschlag, "Vorstellung von einem Gesetz" durch "Anerkennung einer Festlegung" zu ersetzen.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Dualismus Descartes Anscombe Vs Kripke, Saul A. Frank I 84
Ich/Descartes: keine Art von Körper. Ich könnte annehmen, keinen Körper zu haben. Ich/Augustinus: "der Geist weiß von sich selbst, dass er denkt". "Er kennt seine eigene Substanz".
Kripke/Anscombe: K. hat versucht, Descartes’ Argument für seinen Dualismus zu rehabilitieren.
AnscombeVsKripke: er vernachlässigt dessen Erste Person Charakter, indem er daraus ein Argument für die Nicht Identität von Descartes mit seinem eigenen Körper macht.
I 85
Danach hätte Descartes die Existenz des Menschen Descartes bezweifeln müssen, auf jeden Fall aber die Existenz dieser Figur in der Welt seiner Zeit , dieses Franzosen, getauft auf den Namen René... Descartes/AnscombeVsKripke: "ich bin nicht Descartes" war für ihn wie "Ich bin nicht ein Körper"! Das Argument in die Dritte Person Perspektive hineinzuzwängen, indem man "ich" durch "Descartes" ersetzt, heißt, dies zu vernachlässigen.
Descartes hat niemals gedacht: "Descartes ist nicht Descartes" (was ihm laut Anscombe von Kripke unterstellt wird.
I 85/86
AnscombeVsKripke: es steht nicht das gewöhnliche Reflexivpronomen zur Debatte, sondern ein eigentümliches Reflexivum, das vom Standpunkt des "ich" aus erklärt werden muss. Von Grammatikern wird es das "indirekte Reflexivum" genannt. (Im Griechischen eigene Form). Bsp "Als John Smith von James Robinson sprach, sprach er von seinem Bruder, aber er wusste es nicht."
So ist es auch denkbar, dass jemand nicht weiß, dass das Objekt von dem er spricht, er selbst ist.
Wenn nun "ich" mit Unwissenheit vereinbar ist, kann das Reflexivpronomen nicht wie gewohnt angewendet werden.
(Bsp) Nun kann man fragen: war nicht die Person, von der Smith zu sprechen beabsichtigte, Smith? War die Person nicht er selbst?
Antwort: nicht im relevanten Sinne! Es sei denn, das Reflexivpronomen sei selbst ein hinreichender Beweis der Referenz. Und das kann das gewöhnliche Reflexivpronomen nicht leisten.
I 96
Ich/Selbst/Logik/Anscombe: hier ist die "Weise des Gegebenseins" unwichtig.
Fra I 97
Dem Logiker ist klar, dass "ich" in meinem Mund lediglich ein anderer Name für "E.A." ist. Seine Regel: wenn x Behauptungen mit "Ich" als Subjekt macht, dann sie sie wahr ann und nunr dann, wenn die Prädikate von x wahr sind.
AnscombeVsLogik/AnscombeVsKripke: aus diesem Grund macht dieser den Übergang von "Ich" zu "Descartes".
Das ist aber zu oberflächlich: Ist man ein Sprecher, der "ich" sagt, so bekommt man nicht heraus, was es ist, das "ich" sagt. Man schaut z.B. nicht hin um zu sehen, aus welchem Apparat das Geräusch kommt.
Somit müssen wir unseren Logiker nötigen, eine "garantierte" Referenz von "ich" anzunehmen.
Fra I 98
Problem: bei einer garantierten Referenz gibt es keinen Unterschied mehr zwischen "ich" und "A".

Anscombe I
G.E. M. Anscombe
"The First Person", in: G. E. M. Anscombe The Collected Philosophical Papers, Vol. II: "Metaphysics and the Philosophy of Mind", Oxford 1981, pp. 21-36
In
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins, Manfred Frank Frankfurt/M. 1994

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Dualismus Descartes Williams, M. Vs Stroud, B. Rorty VI 126
Skeptizismus/Rorty: "Erfahrungserkenntnis hat Vorrang vor Welterkenntnis".
VI 227
Michael Williams: der einzige Grund für diese Auffassung ist, dass es sonst keine Möglichkeit gäbe, unsere Welterkenntnis zu bewerten. das ist eine ungeschminkte metaphysische Festlegung. Stroud: "Es muss gezeigt werden, wie es uns möglich ist, Dinge über die Welt zu wissen, sofern unsere Sinneserfahrung damit vereinbar ist, dass wir träumen.
M. WilliamsVsStroud: Dem muss man nur zustimmen, wenn man bereits einen Fundierungsansatz vertritt. Man muss schon anerkennen, dass es die von Descartes so genannte "natürliche Ordnung der Dinge" wirklich gibt, und damit auch einen kontextfreien epistemischen Status.
RortyVsWilliams: so weit, so gut, aber es ist ihm nicht gelungen, wie er behauptet, eine neue, "die richtige theoretische Diagnose" vorgelegt zu haben.
Sollte er wirklich einen Unterschied machen, zwischen dem Ausgang von seiner Fundierungsauffassung und allen anderen Ansätzen? (Dualismus Subjekt/Objekt, "Zuschauer Theorie", Streben nach Gewissheit, Erfahrung als Schleier usw.)
VI 228
Williams hat mit der radikalsten Kritik dieses Dualismus, Davidson, nicht gerechnet: die Kritik der Unterscheidung Schema/Inhalt. Er missversteht Davidson, wenn er meint, dieser versuche dem Skeptiker direkt zu antworten.(Unmögliche Aufgabe).
VI 234/235
Objektivität/M. Williams/Rorty: drückt sich manchmal mehrdeutig aus (Gefahr: "So Sein" der Welt anzunehmen). Scheint aber nur zu meinen, dass das "Wahrsein einer objektiven Aussage etwas anderes ist als unser für wahr halten oder unsere gerechtfertigte Überzeugung, sie sei wahr" Dem kann dann sogar Davidson zustimmen. Denn eine Unterscheidung von "gerechtfertigt sein" und "wahr sein" reicht als solche nicht aus, um den Dualismus Schema/Inhalt erneut in Kraft zu setzen.
Unabhängigkeit/M. Williams: die Vorstellung, "unsere Erfahrung könnte genauso sein wie sie ist, und trotzdem wäre es möglich, dass alle unsere Überzeugungen über die Welt falsch sind."
RortyVsWilliams: es gibt zwei Bedeutungen von "unabhängig": wer sie verwechselt, zieht den falschen Schluss von "Jeder" auf "Alle". Es ist wahr, jede einzelne Überzeugung kann falsch sein, aber daraus folgt eben nicht, dass alle Überzeugungen falsch sein können.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Dualismus Descartes Kanitscheider Vs Verschiedene Kanitscheider I 433
Unendlichkeit/materielle Existenz/Physik: einige Modelle verlangen physikalische Unendlichkeit: die hyperbolische Welt der Allgemeine Relativitätstheorie (AR), die Steady Astate theory (SST). Unendlichkeit/Mathematik/Physik:
Gauß: skeptisch gegenüber aktual unendlichen Größen.
LukrezVsArchimedes: Unendlichkeit bloße Möglichkeit eines Objektes, neue Raumzeitpunkte zu durchlaufen? (Bis heute Diskussion).
Bolzano: die objektive Existenz unendlicher Mengen kann nicht an der Unmöglichkeit scheitern, sich jedes einzelne Objekt vorzustellen.
I 434
NewtonVsDescartes: nicht "unbestimmter" sondern aktual unendlicher Raum! KantVsNewton: Unendliches unvorstellbar!
NewtonVsKant: nicht vorstellbar, aber begrifflich erfassbar!
Riemann: Unterscheidung unendlich/unbegrenzt (neu!). Lösung für das Problem des "Jenseits des Raums". Dreierkugel (S³) begrifflich analytisch problemlos handhabbar.
I 435
Mengen/unendlich: hier ist der Satz: "Das Ganze ist größer als die Teile" nicht mehr anwendbar. (Aber extensionale Bestimmung auch nicht nötig, intensionale reicht). Raum: Frage: kann ein offener unendlicher Raum mehr als Aleph0 Objekte endlicher Größe enthalten?
Lösung: "dichteste Packung" räumlich konvexer Zellen: diese Menge kann nicht größer als abzählbar sein. Damit kein a priori-Hindernis dafür, dass die Zahl der Galaxien in einem unbegrenzten Riemann Raum von nichtendlichem Volumen die kleinste transfinite Kardinalzahl ist.

II 102
Messung/Bewusstsein/Beobachter/Quantenmechanik/QM: psychologistische Interpretation: Fritz London und Edmund Bauer, 1939. >New Age-Bewegung.
II 103
These: der Beobachter konstituiert durch sein Bewusstsein die neue physikalische Objektivität, nämlich die Drehung des Vektors im Hilbertraum. 1. KanitscheiderVsBauer: Problem: dann ist überhaupt kein definitiver Einzelzustand der Materie ohne den Eingriff einer Psyche vorhanden.
2. KanitscheiderVsBauer: einerseits wird das Bewusstsein in die quantenmechanischen Gesetze einbezogen andererseits soll es im Innern des Beobachters wieder Sondereigenschaften besitzen, nämlich jene, die das kombinierte System von Objekt, Apparat und Beobachter ohne äußeren Anstoß aus dem hybriden Überlagerungszustand in den Einzelzustand überführt, in dem die Teilelemente entkoppelt sind.
3. KanitscheiderVsBauer: merkwürdig, dass die Schrödinger-Gleichung, das grundlegendste Gesetz der QM damit nicht auf das Bewusstsein anwendbar sein soll.
4. KanitscheiderVsBauer: außerdem Zweifel, ob das Bewusstsein wirklich im Überlagerungszustand von verschiedenen völlig gleichwertigen Seelenlagen sein kann.
(Bauer hatte seine These von Erich Bechers interaktionalistischen Leib Seele Dualismus übernommen II 104).

I 423
Raumkrümmung/Empirische Messung/Schwarzschild/Kanitscheider: Schwarzschild. Verzerrung des Dreiecks, das durch die Erdbahnparallaxe gebildet wird. Obwohl die Krümmungsfaktoren nicht bekannt sind, kann man schließen, dass wenn der Raum hyperbolisch ist, (K < 0), die Parallaxe der sehr fernen Sterne positiv sein muss.
I 424
Beobachtet man nun Sterne mit verschwindender Parallaxe, dann liefert die Messgenauigkeit eine obere Grenze für den Wert negativer Krümmung. Wenn der Raum sphärisch ist, - die Parallaxe negativ sein
Schwarzschild: beim hyperbolischen Fall müsste der Krümmungsradius mindestens 64 Lichtjahre,
im elliptischen mindestens 1600 Lichtjahre betragen.
KanitscheiderVsSchwarzschild: solche theorieunabhängigen Versuche gelten heute mit Recht als aussichtslos.

I 296
Zeitreisen/Kanitscheider: VsZeitmaschine/VsWells: H.G.Wells macht den Fehler, dass er den Reisenden auf dem gleichen irdischen Raumpunkt die Weltlinie der Erde auf- und absteigen lässt. Genau dies führt zur begrifflichen Unmöglichkeit von Vorwärts und Rückwärtsbewegung in der Zeit. Zeitreisen/AR/Kanitscheider: das ändert sich, wenn Materie ins Spiel kommt.

Kanitsch I
B. Kanitscheider
Kosmologie Stuttgart 1991

Kanitsch II
B. Kanitscheider
Im Innern der Natur Darmstadt 1996

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in Auseinandersetzungen folgender wissenschaftlicher Lager:
Begriff/
Autor/Ismus
Pro/Versus
Eintrag
Literatur
Dualismus Versus Dennett I 615ff~
Geist/Dennett: Descartes, Locke, Gödel, Poe, Lucas: Alternative zum "mechanischen Geist" : nur ein immaterieller Geist - SearleVs: das ist Dualismus.

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Dualismus Popper, K. Vollmer I 108
Dualismus/Vollmer: einzige heute noch vertretene These: der Interaktionismus, (früher Descartes, heute Popper, Eccles, v. Ditfurth). These Geist und Gehirn seien verschiedene Substanzen in aktiver Wechselwirkung. (In beiden Richtungen).

Vollmer I
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd. I Die Natur der Erkenntnis. Beiträge zur Evolutionären Erkenntnistheorie Stuttgart 1988

Vollmer II
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd II Die Erkenntnis der Natur. Beiträge zur modernen Naturphilosophie Stuttgart 1988
Philosophie Ryle, G. Tetens Wittgenstein VII 147
Philosophie/Unsinn/logische Grammatik/Tetens: die These, daß sich die Philosophie einem Mißverständnis der "logischen Grammatik" der Sprache verdankt, findet sich weder bei Carnap noch im Tractatus, sondern bei Ryle in seiner Kritik VsDualismus, VsDescartes (Ryle 1969).

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960
Künstliche Intelligenz Searle, J.R. I 19
Def "starke künstliche Intelligenz" These daß ein Computer Gedanken, Gefühle und Verständnis haben könnte ja sogar haben müßte - und zwar allein schon aufgrund der Tatsache, daß er ein passendes Computerprogramm mit den passenden Inputs und Outputs ausführt. (Berühmteste und verbreitetste Auffassung) von Searle "starke künstliche Intelligenz" (starke KI) genannt. Auch "Computer-Funktionalismus".
I 60
KI These: der Geist verhält sich zum Gehirn wie das Programm zur Hardware. Man konnte Materialist durch und durch sein und zugleich - wie Descartes - der Auffassung sein, daß das Gehirn für den Geist eigentlich nicht wichtig ist. So kann man die typisch geistigen Aspekte des Geistes angeben, und verstehen, ohne daß man weiß, wie das Gehirn funktioniert. Selbst als Materialist braucht man das Gehirn nicht zu erforschen um den Geist zu erforschen.
I 61
So wurde die neue Disziplin der "Kognitionswissenschaft" geboren. (SearleVs).
I 227
Def Starke KI: einen Geist haben heißt ein Programm haben, und mehr ist am Geist nicht dran. Def schwache KI: Gehirnvorgänge können mittels eines Computers simuliert werden.
Def Kognitivismus: Auffassung, das Gehirn sei ein digitaler Computer.
Def Churchï·"Turingï·"These: für jeden Algorithmus gibt es eine Turingmaschine.
Def Turingï·"These: es gibt eine universale Turingmaschine, die jede Turingmaschine simulieren kann.
Perler/Wild I 145
"Starke KI"/Searle: Ausdruck traditionellen Dualismus": daß die spezifische Neurobiologie des Gehirns nicht wichtig ist.