Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 4 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Gottesbeweise Fraassen I 210
Gottesbeweis/Thomas von Aquin/ aus Abstufung in Dingen: diese sind immer nur im Hinblick auf ein Bestes möglich. - Dann muss es dieses Beste geben: Gott.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
Gottesbeweise Hume Fraassen I 212
Gottesbeweis/HumeVsThomas v. Aquin: Universum statt Gott - wenn Gottes Wille entscheidend wäre, wie sollten wir dann diesen Willen verstehen? - ((s) Gottes Wille müsste immer mit dem Tatsächlichen identisch sein.)
Hoerster II 253
Kosmologischer Gottesbeweis: für jedes Ding muss es eine Ursache und damit eine Erklärung seiner Existenz geben. - Dies ist etwas notwendig Existierendes. - HumeVs: die Existenz Gottes wäre eine Tatsache - Tatsachen sind nie notwendig. - Hume: das notwendig Existierende könnte statt Gott auch das Universum sein.
II 256
Teleologischer Gottesbeweis/Hume: der t.G. ist einzige den er ernst nimmt, weil er ohne apriorische Annahmen auskommt. - Hier: Variante: die erstaunliche Abstimmung kann kein Zufall sein - ein intelligenter Schöpfer ist notwendig. HumeVs: 1. Es fehlt die Wiederholung, die zur Verknüpfung notwendig ist.
2. Die Analogie zum Menschen fraglich.
II 257
3. Wenn doch, dann würde sie a) die Einheit Gottes - b) die Unkörperlichkeit und Unendlichkeit fraglich machen.
II 259
4. Ordnung ist kein Beweis bewusster Planung - Bsp Tiere haben nicht weniger Ordnung als eine Uhr, werden aber nicht von einem Uhrmacher, sondern von Eltern gezeugt.
II 260
Prinzip: Die Erzeugung von Pflanzen und Tieren ist immer pflanzlich oder tierisch - bei menschlichen Erfindungen gibt es eine Kenntnis der Ursachen - nicht aber bei göttlichen. 6. (Die Evolutionstheorie vorwegnehmend): Materie ist in ständiger Bewegung und erreicht irgendwann gewisse Stabilität.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980

Hum II
N. Hoerster
Hume
In
Grundprobleme der großen Philosophen - Neuzeit I, J. Speck (Hg) Göttingen 1997
Philosophie Thomas v. Aquin Höffe I 145
Philosophie/Religion/Thomas/Höffe: Thomas lehnt jede Vermischung und Durchmischung [von Philosophie und Religion] ab. Bei den genuin philosophischen Fragen argumentiert er mit der rein natürlichen Vernunft. Insofern ist sein Denken, obwohl in einem christlichen Horizont verankert, säkular. Gott/Thomas: Das Thema Gott erscheint häufig nur als Vollendung des zunächst bloß vernünftigen Denkens, also nicht voreilig, sondern als ein Aufgipfeln. Selbst in dieser Form bleibt es ein immanent philosophischer Gegenstand, denn Gottes Existenz gilt nicht als selbstevident, sondern bedarf des Nachdenkens. >Gottesbeweis.

Aquin I
Thomas von Aquin
Über die Herrschaft des Fürsten Stuttgart 1971
Realismus Fraassen I 4
Realismus/FraassenVsRealismus: umgekehrter Fehler wie beim Positivismus: statt alles zu versprachlichen, reifiziert er alles, was nicht wegdefiniert werden kann.
I 7
VsRealismus/Fraassen/(s): kann nicht behaupten, dass die gegenwärtig beste Theorie falsch sei, das ist letztlich eine Leugnung des Fortschritts.
I 9
Die Orientierung an Wahrheit impliziert aber nicht, dass wir je berechtigt sind, eine Theorie zu glauben.
I 21
Realismus/Beste Erklärung/Fraassen: jede Regularität braucht eine Erklärung. - Nominalismus: es gibt überhaupt nur Regularitäten, aber die müssen nicht alle erklärt werden.
I 24
Regularitäten = bloße Tatsachen (>"nackte Tatsachen").
I 32f
Sellars: pro Realismus - Theorie/Sellars: Erklärt überhaupt nicht, sondern zeigt, warum beobachtbare Objekte sogenannten Gesetzen gehorchen - es gibt keine empirischen Gesetze - Bsp dass Wasser bei 100° kocht gilt nur bei normalem Druck. - (>Tatsachen/Nancy Cartwright, Erklärungen/Cartwright, Theorien/Cartwright).
I 37
Realismus/Dummett: neu: man sollte nicht Klassen von Entitäten und von Ausdrücken in Beziehung setzen, sondern Klassen von Behauptungen. - Diese können nur durch Referenz auf die Art Ding, die wir als Beleg akzeptieren würden, verstanden werden. - Damit wird der Nominalist zum Realisten.
I 38
Realismus/Dummett/Fraassen: hier geht es Dummett um Sprache - nach ihm müssen nicht alle Sätze w/f sein - aber es sein können! - Konstruktiver Empirismus: auch er nimmt geistunabhängige Wahrheitswerte an. FraassenVsDummett: dabei geht es gar nicht um Sprache.
I 209
Realismus/Fraassen pro: wir wissen von einigen Regularitäten - also muss es darunterliegende Gründe geben. - Nach Thomas von Aquins Gottesbeweis.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 2 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
Gottesbeweis Thomas Hume Vs Thomas v. Aquin Fraassen I 212
Gottesbeweis/HumeVsThomas v. Aquin/Fraassen: unsere neue Auffassung (moderne Analogie) ist nicht der Kritik von Hume ausgesetzt. HumeVsThomas v. Aquin: auch wenn der Regreß in der Verursachung oder Erklärung ein Ende haben muss,
I 213
gibt es keinen Grund anzunehmen, dass dieses Ende (Endpunkt) nicht das Universum (Welt) selbst (statt Gott) sein sollte. Problem: denn wenn die Welt nur durch Referenz auf Gottes Willen verständlich ist, wie sollen wir dann Gottes Willen verstehen? Und wenn wir ihn nicht verstehen können, warum sollen wir dann nicht beim Universum haltmachen?
VsHume: alle Gegenargumente scheinen auf der Annahme zu beruhen. dass Gott wesentlich vom Universum verschieden ist. Gott selbst verlangt keine Erklärung oder Begründung.
Fraassen: das mag für Gott gelten, dennoch gibt es für unsern Fall ein mögliches Gegenargument: und zwar wie folgt:
Erklärung/Fraassen: in Bezug auf Erklärung gibt es keinen Unterschied zwischen Galvanometern und Elektronen. Statt dessen: Mikrostruktur (MiSt).
MiSt/VsFraassen: sie zu fordern heißt nicht, an einen kosmischen Zufall zu appellieren. Dass Bsp Nebelkammern und Galvanometer sich so verhalten, ist selbst dann noch überraschend, wenn es theoretische Entitäten wie Elektronen gibt. Denn es ist erstaunlich, dass es eine solche Regularität im Verhalten der Elektronen geben sollte. Wenn wir nicht metaphysisch gesinnt sind, sollten wir froh sein, dass unser Bezug auf die QM Ordnung da rein gebracht hat. Denn den zugrundeliegenden (prior, nicht zeitlich) Zufall (coincidence) verstehen wir nicht. Wenn wir dann weiter fragen, was bringt die Mikro-Dinge derselben Art dazu, sich in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in derselben Weise zu verhalten, haben wir einen neuen übertriebenen Realismus.
FraassenVsVs:
Erklärung/Regularität/Fraassen: These: es sind nur Regularitäten der beobachtbaren Phänomene, die erklärt werden müssen! theoretische Entitäten/Fraassen: die Frage, warum sie sich so verhalten, wie sie es tun, ist eine Frage auf einer anderen Ebene als der der Erklärung. Denn dann gibt es zwei Möglichkeiten:
a) es gibt eine weitere, noch unerklärte Regularität oder
b) es gibt die Vermutung, dass unsere Theorie noch verbessert werden kann, indem sie vereinfacht wird.
In keinem der beiden Fälle verlangen die Regularitäten hinter den Phänomenen eine Erklärung.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
Gottesbeweis Thomas Mackie Vs Thomas v. Aquin Stegmüller IV 394
Gottesbeweis/Thomas von Aquin/Stegmüller: (drittes Argument) zwei Stufen: 1. " Was auch nicht sein kann, ist zu irgendeiner Zeit nicht!:
VsThomas: schon das ist zweifelhaft: wenn "vergängliche Dinge" gemeint sind, ist die Prämisse zwar sogar analytisch. Aber daraus folgt nicht, dass es zu irgendeiner Zeit nichts gegeben hätte. Die Vergänglichkeit kann sich erst in der Zukunft erweisen,
2. VsThomas: Die Existenz endlicher Gegenstände kann sich überlappen.
IV 395
VsVs: dieses Überlappen könnte man allerdings als einen einzigen Gegenstand auffassen! das legt aber wiederum den problematischen Gedanken einer zugrundeliegenden Trägersubstanz nahe.
3. VsThomas: bei Aquin implizit: "Was nicht existiert, kann nicht zu existieren anfangen, es sei denn durch etwas, das existiert".
Wenn nun die Abfolge einmal unterbrochen gewesen wäre, hätte sie durch nichts fortgesetzt werden können.
HumeVsThomas: wir können durchaus den Begriff einer unverursachten Ursache (unverursachten Existenzbeginns) bilden.
Sollte das, was wir uns vorstellen können, unmöglich sein, so müsste dies erst bewiesen werden! (>Frege: widersprüchliche Begriffe als Begriffe sind möglich: dann fällt eben kein Gegenstand unter diesen Begriff, > Rundes Quadrat/Frege).
Thomas v. Aquin/Stegmüller: nehmen wir nun trotzdem an, dass es mindestens ein notwendiges und unvergängliches Ding gibt.
Gottesbeweis/Unendlichkeit/Thomas von Aquin/Stegmüller: 2. zweite Stufe: Aquin gibt zu, dass die Unvergänglichkeit eines Dings durch ein anderes Ding verursacht sein könnte, es könnte durch das andere im Dasein erhalten bleiben.
Aber: man kann in der Reihe solcher Dinge nicht endlos zurückgehen.
IV 396
Denn in dieser Ordnung von Wirkursachen ist das Erste die Ursache des Mittleren und das Mittlere die Ursache des Letzten, ob nun viele Zwischenglieder vorhanden sind, oder nur eines! Mit der Ursache aber fällt auch die Wirkung. Gibt es also kein Erstes in dieser Ordnung, dann kann es auch kein Letztes oder Mittleres geben. Bei einer unendlichen Reihe gibt es daher keine Wirkung und keine Ursache.
MackieVsThomas: das ist nicht schlüssig: in einer endlichen Reihe ist zwar die mittlere (genauer: die erste der mittleren) durch die erste verursacht, aber das gilt natürlich nicht, wenn die Ordnung der Ursachen unendlich wäre. Hier ist jede Ursache durch eine vorangehende verursacht.
Fehler: wenn wir statt einer endlichen eine unendliche Ordnung betrachten, so schließt die Art und Weise, in der das erste Glied (erste Ursache) "wegfällt" nicht das "Wegfallen" der nachfolgenden Ursachen ein!
VsVs: Mackie räumt ein, dass man das zu einer wirklich schlüssigen Argumentation verbessern könnte: in einer Reihe wird angenommen, dass eine Relation des ’"Haltens" oder "Tragens" wie in einer Kette besteht.
Bsp wir wären sehr überrascht, wenn jemand behauptete, dass ein unendlich langer Eisenbahnzug ohne Lokomotive auskäme, weil eben der letzte Wagen vom vorletzten gezogen würde, dieser wiederum vom Vorgänger usw. ...
Bsp als ob eine unendlich lange Kette keinen Aufhänger benötigte, weil jedes Glied vom Nachbarglied gehalten würde.
IV 397
Aquin: sein Argument ist: wo eine Ordnung von Abhängigkeitsbeziehungen vorliegt, kann man nicht unendlich zurückgehen. Eine solche Ordnung kann daher weder unendlich noch zirkulär sein. (Das findet sich auch bei dem islamischen Philosophen Al Farabi). Mackie: verbesserte Version des Arguments von Aquin: ("notwendig " bedeutet hier dasselbe wie "unvergänglich"): Jedes notwendige Ding hängt entweder in seiner Unvergänglichkeit von etwas anderem ab oder es ist in sich notwendig.
Etwas, dessen Wesen nicht die Existenz einschließt, muss in seiner Existenz von etwas anderem abhängen.
Mackie: so erhalten wir tatsächlich ein Abhängigkeitsverhältnis, und dieses macht es erforderlich, das Zurückgehen in der Kette der Ursachen an eine Ende gelangen zu lassen. Außerdem ist dann sicher, dass nur eine Seiendes, dessen Wesen die Existenz einschließt, das Zurückgehen beenden kann.
MackieVsThomas: nun haben wir aber keinen Grund, die implizite Annahme von Aquin zu akzeptieren.
IV 398
Warum sollte es eine unvergängliche Urmaterie geben, deren Wesen zwar die Existenz einschließt,. die jedoch ihre Existenz von nichts anderem herleitet? Unterschied zu Leibniz: die Urmaterie wäre einfach eine nackte Tatsache, die keinen zureichenden Grund hätte.
Eine Anleihe bei Leibniz würde Aquins Beweis auch nicht retten.
Fazit:
MackieVsThomas/MackieVsLeibniz: wir verstehen zwar, dass alles, was eine zeitlich vorhergehende Ursache hat, von dieser (irgendwie) abhängt. Doch daraus folgt nicht, dass alles außer Gott etwas anderes benötigt, von dem es in dieser Weise abhängt (wie von einer Ursache).
IV 399
"Prinzip von Al Farabi": in einer Folge von Abhängigkeitsrelationen (das ist eine Ordnung) muss es ein Ende geben. MackieVsAl Farabi: warum sollte Gott die einzige Ausnahme bilden?
Damit würde man das populäre Argument mit genau dem Gedanken belasten, der seine philosophischen Entsprechungen zusammenbrechen ließ. Oder man nimmt Zuflucht zu einem bloßen Mysterium.

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977