Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 1 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Autor
Eintrag
Eintrag
Literatur
Literatur
Notwendigkeit Simons I 269
"Notwendigkeit des Ursprungs"/Organismus/Kripke: (1972, 312ff, 1980, 110ff): These: ein Organismus hätte nicht von einer anderen Ursprungszelle abstammen können als er es tatsächlich tat - Simons pro. - Die Zygote ist aber immer noch kein permanenter wesentlicher Teil, denn sie stirbt früh. Phasensortal/McGinn: Bsp "Kind", "Erwachsener" - entsprechend auch Zygote.
I 270
Lösung/Simons: es ist wesentlich für den Organismus, dass er aus sexueller Reproduktion hervorgeht und dass er seine Zygote als anfänglichen unechten Teil hat - unklar, ob Gehirn wesentlicher Teil (> Gehirntransplantation). Siehe auch Identität/Parfit, >Körper/B.Williams.
I 295
Notwendige Existenz/Simons: kommt nur bei abstrakten Objekten evtl. in Frage: Bsp Universalien, Zahlen, usw. - Problem: wenn etwas notwendig existiert, hängt alles andere davon ab.

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
Körper B.Williams Nozick Vs Williams, B. II 29
Selbst/Person/Selbstidentität/Identität/B.Williams: Bsp zwei Geschichten die uns zusammengenommen vor ein Rätsel stellen: 1. Fall: eine Person tritt in einen neuen Körper ein, eigentlich tauschen zwei Personen ihre Körper aus. Zwei Personen, A und B betreten eine Maschine
A Körper Person: (jetzt mit dem A Körper verbunden): hat alle Erinnerungen, alles Wissen, Werte, Verhaltensweisen usw. der (früheren, kompletten) Person B. Im A Körper befindet sich jetzt das "Vektorprodukt" dieses B Materials mit den Körperlichen Grenzen des A Körpers.
Gleichermaßen alles umgekehrt für B. Die Situation ist symmetrisch.
II 29/30
Wenn A nun (nach dem Wechsel) entscheiden sollte, welchem von beiden Körpern starke Schmerzen zugefügt werden sollten, dann würde A den A Körper dafür auswählen! Denn er geht davon aus, dass er selbst den B Körper bewohnt. 2. Fall: Stellen Sie sich vor, jemand sagt ihnen, dass sie schreckliche Schmerzen ertragen sollen. Das beängstigt Sie. Als nächstes erhalten sie die Information, dass Sie einen enormen Wechsel ihrer psychologischen Verfassung durchmachen werden, vielleicht so, dass Sie exakt den Charakter, die Erinnerungen und die Verhaltensweisen von jemand anderen besitzen werden, der zur Zeit lebt. Das beängstigt Sie noch mehr. Sie wollen ihre Identität nicht verlieren und dann anschließend Schmerzen erleiden.
Williams: Frage: warum hatte die A Person, als sie die 1. Geschichte hörte, nicht genau dieselben Befürchtungen, wie im 2. Fall?
Was macht die 1. Geschichte zu einer Geschichte über den Transfer einer Person in einen anderen Körper und nicht zu einer Geschichte über etwas, was einer Person widerfährt, die bleibt, wer sie ist?
Wie kann der Unterschied darin bestehen, dass im 1. Fall zusätzlich zu dem, was dem A Körper passiert,
II 31
auch noch A’s Erinnerungen und Psyche endet bzw. im B Körper neu entsteht? Problem: was irgendwo anders geschieht, kann keine Auswirkung darauf haben, ob A weiterhin im A Körper lebt.
Wenn es einem Körper passiert, dann ist es eine psychologische Aufgabe und Erwerb einer neuen Psyche.
Frage: wie können dann zwei Aufgaben und Erwerbe neuer Erinnerungen und Werte darauf hinauslaufen, dass zwei Körper getauscht werden?
Körper A / Körper B
1. Situation erwirbt Erinn. + Charakt. von B / erw. Erinn. + Charakt. von A

2. Situation erwirbt Erinn.+ Charakt. v. B / behält Erinn. + Charakt oder evtl. ganz neue

Zwei Prinzipien sollen das erklären:
Prinzip 1/Williams: Wenn x zu t1 dasselbe Individuum wie y nach t2 ist, dann kann das nur von Tatsachen über x, y und den Relationen zwischen ihnen abhängen. Keine Fakten über irgendein anderes existierendes Ding sind relevant. Damit hängt zusammen:
Prinzip 2/Williams: wenn y zu t2 (Teil desselben kontinuierlichen Einzeldings ist wie) x zu t1, kraft einer Relation R zu x zu t1, dann könnte es ein anderes zusätzliches Ding z zu t2 geben, dass ebenfalls (zusammen mit y) in R zu x zu t1 steht. Wenn dieses zusätzliche Ding z zu t2 existiert, dann wäre weder z, noch y identisch mit x.
Wenn nun dieses z potentiell existieren könnte, obwohl es aktual nicht existiert, dann ist y zu t2 nicht identisch mit y zu t1 wenigstens nicht kraft Relation R!
((s) Wenn es eine Relation R gibt, die die Identität zu späterer Zeit ermöglicht, dann können mehrere Dinge davon „profitieren“ und dann wäre die Identität (die eindeutig sein muss) zerstört. Das gilt schon, wenn die Existenz eines zweiten Dings bloß möglich ist.)
II 32
Selbst/Identität/Person/Williams: diese beiden Prinzipien hatte Williams früher in drei Veröffentlichungen formuliert, um seine These zu stützen: Körperliche Identität ist eine notwendige Bedingung personaler Identität.
Sonst wäre es möglich sich vorzustellen, Bsp dass eine Peson in eine Maschine eintritt, hier verschwindet und in einer anderen Maschine in einer Entfernung wieder auftaucht, ohne den Raum dazwischen durchquert zu haben. Oder:
Bsp es könnte eine dritte Maschine auf der anderen Seite geben aus der ein ebenfalls anderes (qualitativ) identisches Wesen heraustritt. Keine von beiden wäre dann die ursprüngliche Person die die Maschine in der Mitte betreten hatte.
Wenn nun in diesem Fall doppelter Materialisierung die ursprüngliche Person mit keiner der beiden späteren identisch ist, so auch nicht im ersten Fall, wo nur eine Person an einer anderen Stelle erscheint.
Williams: die bloße Möglichkeit, dass jemand diskontinuierlich an einer anderen Stelle erscheint, ist hinreichend um zu zeigen, dass er selbst ohne Verdoppelung nicht dieselbe Person sein kann.
1. Prinzip: Identität von etwas kann nicht davon abhängen, ob es ein anderes Ding irgendeiner Art gibt.
2. Prinzip: wenn es möglich ist, dass es ein anderes Ding gäbe, das die Identität verhinderte, dann gibt es gar keine Identität, selbst wenn dieses andere Ding nicht existierte!
((s) Das erste folgt hier aus dem zweiten.)
NozickVsWilliams: beide Prinzipien sind falsch.
1. (ohne personale Identität): Bsp der Wiener Kreis wurde von den Nazis aus Wien vertrieben, ein Mitglied, Reichenbach gelangte nach Istanbul. Angenommen, es gab 20 Mitglieder des Kreises, von denen drei nach Istanbul gingen und sich weiter trafen. 1943 hören sie, dass die anderen tot sind. Jetzt sind sie der Wiener Kreis, der sich in Istanbul trifft.
((s) ArmstrongVs/ChisholmVs: eine lokale Eigenschaft ist keine Eigenschaft.)
1945 erfahren sie, dass 9 weitere Mitglieder sich in Amerika weiter getroffen und dasselbe philosophische Programm weiterentwickelt hatten.
Nozick: dann ist die Gruppe in Amerika der Wiener Kreis, die in Istanbul bloß der Ableger.
Nozick: wie ist’s möglich? Entweder ist die Gruppe in Istanbul der WK oder sie ist es nicht. Wie kann das von etwas beEinfluss t werden, das sich woanders abspielt?
((s) Weil Teilmengen hier eine Rolle spielen, die bei Bsp der personalen Identität keine Rolle spielen. Analog wäre gewesen, beim Körperwechsel anzunehmen, dass ein Teil der psychischen Eigenschaften mitgenommen wird).
II 33
Nozick: Bsp wäre es nicht klar, dass wenn die 9 anderen im Untergrund in Wien überlebt hätten, das zeigen würde, dass die Istanbulgruppe nicht der WK ist? Also kann man das 1. Prinzip (Williams) hier nicht anwenden: es ist nicht plausibel zu sagen, dass wenn die Gruppe der drei in Istanbul dieselbe Entität wie der ursprüngliche WK ist, dass das nur von Relationen zwischen diesen beiden abhängen kann...
Nozick:...und nicht, ob irgend etwas anderes existiert.
Def "nächster Nachfolger"/nN/closest contiuner/Nozick: Lösung: die Istanbulgruppe ist der nN. und zwar ist sie es dann, wenn keine andere Gruppe existiert. Wenn aber die Gruppe in Amerika existiert, ist sie der nN. Welches den WK konstituiert ist dabei (anders als bei Williams) abhängig von der Existenz anderer Dinge.
Etwas späteres zu sein heißt, der nN zu sein. ((s) Und Späteres genannt werden zu können hängt dann mit der Menge der geteilten Eigenschaften zusammen). Bsp Wie viele andere Gruppen des Wiener Kreises gibt es im Exil? ("Schema").
Identität in der Zeit:/Nozick: es ist kein Problem für etwas, seine Teile auszuwechseln und die Identität zu behalten.
Bsp Schiff des Theseus/Nozick: 2. Schiff aus gesammelten ausrangierten Teilen des alten Schiffs: zwei Originale? (War in der Form schon der Antike bekannt).
nN: hilft, das Problem zu strukturieren, aber nicht es zu lösen. Denn das Schema sagt nicht von sich aus, welche Dimension gewichtete Summe von Dimensionen die Nähe bestimmen. Zwei Möglichkeiten: a) raumzeitliche Kontinuität b) Kontinuität der Teile. Wenn beide gleich gewichtet werden, herrscht ein Patt.
II 34
Keiner von beiden ist der nächste Nachfolger. Und also auch keiner das Original. Aber selbst dann, wenn das eine ursprünglich ohne das andere existiert hat, dann wäre es als nN das Original.
Vielleicht ist die Situation kein Patt, sondern eine unklare Gewichtung, die Begriffe sind vielleicht nicht scharf genug, um alle möglichen Kombinationen in eine Rangfolge zu bringen.
personale Identität/Nozick: hier ist es anders, besonders wenn es um uns selbst geht: hier sind wir nicht bereit, dass es eine Frage von Entscheidung von der Stipulation ist.
Schiff des Theseus/NozickVsWilliams: externe Tatsachen über externe Dinge spielen sehr wohl eine Rolle: wenn wir die Geschichte hören, sind wir zunächst nicht im Zweifel, erst wenn die Variante mit dem zweiten, rekonstruierten Schiff ins Spiel kommt.
nächster Nachfolger/nN/Nozick: notwendige Bedingung für Identität: etwas zu t2 ist nicht dieselbe Entität wie x zu t1, wenn es nicht x’s nN ist.
Wenn zwei Dinge gleich nahe sind, ist keines der nN
Etwas kann der nN von x sein, ohne nahe genug zu sein, um x selbst zu sein!
Wenn die Sichtweise des nN korrekt ist, dann reflektieren unsere Urteile über Identität Gewichtungen von Dimensionen.
DF Umkehrung: dann können wir umgekehrt diese Urteile gebrauchen, um diese Dimensionen zu entdecken.
II 35
Eine Eig mag ein Faktor für die Identität sein, ohne eine notwendige Bedingung für sie zu sein. Körperliche Identität kann weiterhin ein wichtiger Faktor sein. Wenn etwas nN ist, heißt das nicht, dass seine Eig qualitativ dieselben wie die von x sind, oder ihnen ähneln! Eher erwachsen sie aus den Eig von x. Sie sind auf jeden Fall kausal verursacht!
raumzeitliche Kontinuität/Nozick: kann nicht bloß als Film ohne Lücke erklärt werden. Gegen Bsp Die Ersetzung durch ein anderes Ding würde die Kontinuität des Films nicht zerstören!
Kausalrelation/nN: die KR braucht keine zeitliche Kontinuität zu involvieren! Bsp jedes einzelne Ding besäße nur eine flackernde Existenz (wie Nachrichten durchs Telephon). Wenn das für alle Dinge gilt, ist das die beste Art von Kontinuität.
NozickVsWilliams: wenn man aber feststellt, dass einige Dinge nicht dem Flackern ihrer Existenz unterworfen sind, dann wird man von den anderen Dingen nicht mehr als besten Realisierungen von kontinuierlich existierenden Dingen sprechen. Abhängigkeit der Identität von anderen Dingen!
Theologie/Gott/Identität/Nozick: Problem. wenn die kausale Komponente notwendig ist, und Angenommen, Gott hält alles in kontinuierlicher Existenz, wobei das alle kausalen Verbindungen schließt: wie unterscheidet Gott dann die Erhaltung eines alten Dings in Kontinuität von der Produktion eines neuen, qualitativ identischen, ohne dass ein "Film unterbrochen" wird?
II 36
zeitliche Kontinuität/NozickVsWilliams: wieviel zK notwendig für ein kontinuierliches Objekt ist, hängt davon ab, wie eng Dinge anderswo kontinuierlich zusammenhängen. Psychologie/Kontinuiät/Identität/Nozick: Experimente mit Objekten, die nach einer Zeit mehr oder weniger verändert hinter einem Schirm (wieder) auftauchen.

No I
R. Nozick
Philosophical Explanations Oxford 1981

No II
R., Nozick
The Nature of Rationality 1994