Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 29 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Abstraktion Bigelow I 380
Abstraktionen/Zahlen/Armstrong/Bigelow/Pargetter: Zahlen sind kausal inaktiv.
Mathematik/Realismus/Bigelow/Pargetter: einige mathematische Entitäten sind sogar beobachtbar!
I 381
Verursachung/Mathematik/BigelowVsArmstrong/Bigelow/Pargetter: genau genommen, sind Menschen auch keine Ursachen, aber sie sind doch in Kausalprozessen involviert. Zahlen: auch sie sind in Kausalprozessen involviert. Wenn Objekte nicht die Quantitäten instanziierten, die sie instanziieren, hätten sich andere Veränderungen ereignet. So sind zumindest Proportionen kausal involviert. ((s) FieldVsZahlen als kausale Agenten, aber nicht Vs Proportionen).
I 382
kontrafaktische Abhängigkeit/Bigelow/Pargetter: so kann man wieder Folgen von kontrafaktischen Konditionalen aufstellen, z.B. für die Hebelgesetze des Archimedes. Das liefert auch wieder Warum-Erklärungen.
I 383
Zahlen/Kausalität/Bigelow/Pargetter: das zeigt, daß Zahlen eine fundamentale Rolle bei Kausalerklärungen spielen.
BigelowVsField: (a propos Field, Science without numbers): dieser geht fälschlich davon aus, dass die Physik zuerst mit reiner Empirie startet, um die Ergebnisse anschließen in völlig abstrakte Mathematik umzuwandeln.
Field/Bigelow/Pargetter: will diesen Umweg vermeiden.
BigelowVsField: sein Projekt ist überflüssig wenn wir einsehen, dass Mathematik nur eine andere Beschreibung der physikalische Proportionen und Relationen ist und kein Umweg.


Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Altruismus Gould II 56
Altruismus/Verhalten/Evolution/Gould: Def Haplodiploid: die Männchen entwickeln sich aus unbefruchteten Eiern und haben keinen Vater. Befruchtete Eier dagegen erzeugen diploide Weibchen. Damit kann die Anzahl der Weibchen gesteuert werden.
II 57
Dieses faszinierende System kann dazu beitragen, den Ursprung der sozialen Systeme bei Ameisen zu erklären. Oder auch, Bsp dass eine männliche Milbe vor ihrer eigenen Geburt stirbt, nachdem sie im Mutterleib ihre Schwestern befruchtet hat. Wenigstens 10% aller bekannten Tierarten sind haplodiploid
Das führt zu Problemen aus darwinistischer Sicht: wieso sollten in einer Welt, in der jedes Individuum für den persönlichen Fortpflanzungserfolg arbeitet, eine große Anzahl von Weibchen ihrer eigene Fortpflanzung aufgeben, um ihrer Mutter (der Königin) dabei zu helfen, mehr Schwestern heranzuziehen?
Die geniale Erklärung beruht auf der asymmetrischen Beziehung zwischen den Geschlechtern bei haplodiploiden Tieren. Sowohl bei diploiden als auch bei Haplodiploiden gibt die Mutter jeweils die Hälfte ihres Erbmaterials an ihre Nachkommen (andere Hälfte der Vater). Daher ist sie mit ihren Söhnen und Töchtern gleichermaßen verwandt.
Ein diplo Weibchen teilt ebenfalls mit ihren Brüdern und Schwestern jeweils die Hälfte ihrer Gene. Ein haplo Weibchen hingegen teilt dreiviertel der Gene mit den Schwestern aber nur ein Viertel mit den Brüdern.
Veranlasst nun der darwinsche Imperativ Organismen dazu, die Anzahl ihrer eigenen Gene in zukünftigen Generationen zu maximieren, dann tun die Weibchen bei Haplodiploiden besser daran, ihrer Mutter bei der Aufzucht der Schwestern zu helfen, anstatt eigene Nachkommenschaft zu zeugen.
Tatsächlich haben sich solche Entwicklungen mehrmals unabhängig voneinander ergeben.
II 59
Kausalität: Die Biologen waren durch diese Beobachtungen so fasziniert, dass sich in viele Beschreibungen eine subtile Umkehrung der Kausalität eingeschlichen hat: allein das Bestehen des Haplodiploidismus wird elegant mit der Entscheidung "für" ein besseres Sozialsystem Bsp der Ameisen in Verbindung gebracht.
II 61
GouldVs: Haplodiploide Vorfahren waren sicherlich noch nicht gänzlich sozial, das hat sich erst als "phylogenetischer Zusatzgedanke" in einigen unabhängigen Stämmen entwickelt. Umwelt solcher Stämme: jedes einzelne Weibchen! Selbst ein unausgewachsenes wird zu einer möglichen Begründerin neuer Kolonien, da es ganz allein in der Lage ist, eine Generation von Männchen zu erzeugen, mit denen es sich paaren kann, um eine neue Generation von Weibchen ins Leben zu rufen.


Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989
Charakterzüge Verhaltensgenetik Corr I 287
Charakterzüge/Verhaltensgenetik/Munafò: Die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen DNA-Varianten und psychologischen Phänotypen hat das Potenzial zu bestimmen, welche Gene vererbbare psychologische Merkmale wie Persönlichkeit beeinflussen (Ebstein, Benjamin und Belmaker 2000(1); Eysenck 1977)(2). Diese Forschung hat eine lange Geschichte, beginnend mit der Beobachtung, dass Verhaltensphänotypen (einschließlich Persönlichkeit) dazu neigen, mit zunehmender genetischer Ähnlichkeit eine größere Ähnlichkeit zwischen Paaren von Individuen zu zeigen. Probleme: Molekulargenetische Studien waren bisher eher durch die Inkonsistenz ihrer Ergebnisse gekennzeichnet als durch die Bereitstellung neuartiger biologischer Informationen. Angesichts der großen Anzahl von Kandidatengenen, die zur Beeinflussung psychologischer Merkmale hypothetisiert werden können sowie des Ausmaßes der DNA-Sequenzvariation und der zahlreichen, oft widersprüchlichen Methoden zur Messung phänotypischer Variationen in der Psychologie und Verhaltensforschung ist die Aufgabe, konkurrierende statistische Hypothesen zu bewerten, wahrscheinlich beschwerlich. (VsMolekulare Genetik, VsBehaviorale Genetik).
Charakterzüge/Psychologie: Die meisten Charakterzugpsychologen argumentieren, dass eine kleine Anzahl von Faktoren verwendet werden kann, um individuelle Unterschiede in der Persönlichkeit zu berücksichtigen. So besteht beispielsweise starke Übereinstimmung darüber, dass die Dimensionen Extraversion-Introversion und Neurotizismus-Stabilität grundlegende Bestandteile jeder Persönlichkeitstaxonomie sind. >Charakterzüge/Psychologische Theorien.
Kausalität: Kausale Persönlichkeitstheoretiker haben versucht, weiter zu gehen und bekannte neurobiologische Mechanismen mit Persönlichkeitsdimensionen zu verbinden, gemessen mit einer Reihe von Instrumenten. >Kausalität/Entwicklungspsychologie.
Verhalten: In Anlehnung an die Typologie von Revelle (Revelle 1995)(3) wurden drei grundlegende Verhaltensdimensionen vorgeschlagen, die der differentiellen Aktivität in Neurotransmittersystemen entsprechen sollen (Ebstein, Benjamin Benjamin und Belmaker 2000(1); Munafò, Clark, Moore et al. 2003(4)): Dopamin für Annäherungsverhalten, Serotonin und Noradrenalin für Vermeidungsverhalten und Serotonin, Noradrenalin und GABA für aggressives oder Kampf-Rückzug-Verhalten. Es besteht ein breiter Konsens über die Konstruktvalidität der ersten beiden dieser Dimensionen, aber es bleibt eine ebenso große Debatte über die dritte.


1. Ebstein, R. P., Benjamin, J., Belmaker, R. H. 2000. Personality and polymorphisms of genes involved in aminergic neurotransmission, European Journal of Pharmacology 410: 205–14
2. Eysenck, H. J. 1977. National differences in personality as related to ABO blood group polymorphism, Psychology Reports 41: 1257–8
3. Revelle, W. 1995. Personality processes, Annual Review of Psychology 46: 295–328

4. Munafò, M. R., Clark, T. G., Moore, L. R., Payne, E., Walton, R. and Flint, J. 2003. Genetic polymorphisms and personality in healthy adults: a systematic review and meta-analysis, Molecular Psychiatry 8: 471–84


Marcus R. Munafò,“Behavioural genetics: from variance to DNA“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.)2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press


Corr I 329
Personality traits/Behavioral Genetics: Behaviour genetic analysis has shown that the two meta-traits have genetic origins (Jang et al. 2006)(1), and evidence is accumulating that Stability (>Personality traits/neurobiology) is related to serotonin, whereas Plasticity may be related to dopamine (DeYoung 2006(2); DeYoung, Peterson and Higgins 2002;(3) Yamagata, Suzuki, Ando et al. 2006)(4). Serotonine and dopamine act as diffuse neuromodulators affecting a wide array of brain systems, and their broad influence is consistent with a role in the broadest level of personality structure.

1. Jang, K. L., Livesley, W. J., Ando, J., Yamagata, S., Suzuki, A., Angleitner, A., Ostendorf, F., Riemann, R. and Spinath, F. 2006. Behavioural genetics of the higher-order factors of the Big Five, Personality and Individual Differences 41: 261–72
2. DeYoung, C. G. 2006. Higher-order factors of the Big Five in a multi-informant sample, Journal of Personality and Social Psychology 91: 1138–51
3. DeYoung, C. G., Peterson, J. B. and Higgins, D. M. 2002. Higher-order factors of the Big Five predict conformity: are there neuroses of health? Personality and Individual Differences 33: 533–52
4. Yamagata, S., Suzuki, A., Ando, J., Ono, Y., Kijima, N., Yoshimura, K., Ostendorf, F., Angleitner, A., Riemann, R., Spinath, F. M., Livesley, W. J. and Jang, K. L. 2006. Is the genetic structure of human personality universal? A cross-cultural twin study from North America, Europe, and Asia, Journal of Personality and Social Psychology 90: 987–98


Colin G. DeYoung and Jeremy R. Gray, „ Personality neuroscience: explaining individual differences in affect, behaviour and cognition“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Dispositionen Armstrong II 1 f
Disposition/Place: Problem der Unbeobachtbarkeit
III 113
Verifikation/Place: von dispositionalen Eigenschaften: hier geht es darum, was wahrscheinlich passiert, nicht darum, was beobachtbar ist.
II 4f
Kontrafaktisches Konditional/KoKo/Mellor: auch kategorische (nicht nur dispositionale) Eigenschaften genügen kontrafaktischen Konditionalen (KoKo) - Armstrong: diese Eigenschaften werden nicht von kontrafaktischen Konditionalen wahrgemacht. >Wahrmacher.
Martin: Das kontrafaktische Konditional kann auch wahr sein, während eine verknüpfte Eigenschaft nicht realisiert ist. - Dispositionen können nicht auf die Tatsachen reduziert werden, die von den kontrafaktischen Konditionalen festgestellt werden, die sie oft beinhalten
II 5
Armstrong: These: Dispositionale = kategorische Eigenschaft = Mikrostruktur (MiSt). - (Daher sind Dispositionen keine Possibilia). Andere Autoren: eine kategorische Eigenschaft "realisiert" dispositionale Eigenschaften.
Disposition/Martin: Dispositionen sind genauso aktual - es wäre pervers, sie nicht-aktual zu nennen.
Disposition/Armstrong: sind selbst keine Ursachen - (andere Autoren dito). - Dispositionen sind immer aktual, nur nicht ihre Manifestationen.
II 6
Bsp Draht/Martin: Problem: ein Kontrafaktisches Konditional kann wahr sein, ohne kraft der zugeschriebenen Dispositionen wahr zu sein: wenn der Draht berührt, fließt Strom: das kann auch wahr sein, wenn der Draht tot ist: Bsp "elektro-fink": dieser erweckt den Draht statt dessen im selben Moment zum Leben: ((s) falsche Ursache).
Place II 62
Dispositionale Eigenschaft/PlaceVsArmstrong: Gene sind nicht die Propensität (Tendenz) zur Krankheit, die Propensität wird vielmehr durch die Gene (kategorische Eigenschaft) erklärt, daher können sie nicht mit der dispositionalen Eigenschaft identisch sein.
Armstrong II (c) 90
Dispositionen/Armstrong/Place/Martin: Dispositionen sind "in" den Einzeldingen. Martin: Bsp Entfernte Elementarteilchen, die nie mit unseren bekannten Elementarteilchen interagieren - >irreduzible Dispositionen.
ArmstrongVs: es gibt keine irreduzible Dispositionen - Armstrong: warum annehmen, dass diese Teilchen eine zusätzliche Eigenschaft zu den manifestierten rein kategorischen Eigenschaft haben?
II (c) 90/91
Martin-Bsp: Fazit/Martin: These: In der wirklichen Welt ist Dispositionalität eine irreduzible Seite, verbunden mit allen kategorische Eigenschaften. - Wahrmacher/WM/Armstrong: die Pointe der Geschichte ist die Frage der Wahrmacher: nach Martin muss er irreduzibel "in" den Teilchen sein. - Vs: das verlangt platonistische, nie instantiierte Naturgesetze.
II (c) 92
Aber die nicht-dispositionale Eigenschaften plus "starke" Naturgesetze, die diese nicht-dispositionale Eigenschaften verbinden, sind hinreichende Wahrmacher. - Keine unbekannte Weise der Interaktion ist nötig.
II 93
Armstrong: gewisse kontrafaktische Konditionale gelten, aber ihr Konsequens muss unbestimmt bleiben, nicht nur epistemisch sondern auch ontologisch.
II (c) 94
Intentionalität/Armstrong: Vs Parallele zu Dispositionen: im Mentalen ist das Zeigen intrinsisch, bei Dispositionen nur projiziert.
Place III 108
Disposition/Martin: Lösung: wir müssen ((s) die oben genannten) Teilchen ohne Struktur betrachten.
III 109
Martin-Bsp/Place: Sein Beispiel mit entfernten Teilchen die selbst keine Mikrostruktur haben, erlaubt ihm, die Feinheiten des Verhältnisses der Eigenschaften des Ganzen und der Eigenschaften der Teile zu untersuchen, verbietet ihm aber die Beziehungen zwischen kategorischen und dispositionalen Eigenschaften zu untersuchen.
III 119
Rein dispositionale Eigenschaft/PlaceVsMartin: haben strukturelle Basis im Träger, die beiden sind getrennte Entitäten in einer Kausalrelation. - Teile und Ganzes sind getrennte Entitäten, das ist als Kausalrelation in Ordnung. ((s) Die Teile können das Ganze "verursachen"). - Dispositionale Eigenschaften des Ganzen sind Wirkung der dispositionalen Eigenschaften der Teile und ihres Arrangements.

Martin III 163
Disposition/Place: befindet sich außerhalb der Entitäten, es sind Eigenschaften der Interaktion. (MartinVsPlace: Verwechslung mit Manifestation. - ArmstrongVsPlace: innerhalb? Eher in der Verbindung - Martin: Dispositionen sind wechselseitige Reaktionspartner. Dispositionen/Ryle: Dispositionen sind nicht lokalisiert, gehören aber zur Person oder zum Objekt.
III 165
Kausalität/Disposition/MartinVsPlace: Place' Einführung von "kausaler Interaktion" zwischen den Dispositionen ist eine Verdopplung der Kausalität.
III 166
Disposition/Martin: sind immer völlig aktual, auch ohne Manifestation.
III 174
Dispositionen/Armstrong: Dispositionen sind nicht betrachter-abhängig - ungleich Fähigkeiten.

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983

Place I
U. T. Place
Dispositions as Intentional States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place II
U. T. Place
A Conceptualist Ontology
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place III
U. T. Place
Structural Properties: Categorical, Dispositional, or both?
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place IV
U. T. Place
Conceptualism and the Ontological Independence of Cause and Effect
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place V
U. T. Place
Identifying the Mind: Selected Papers of U. T. Place Oxford 2004

Martin I
C. B. Martin
Properties and Dispositions
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin II
C. B. Martin
Replies to Armstrong and Place
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin III
C. B. Martin
Final Replies to Place and Armstrong
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin IV
C. B. Martin
The Mind in Nature Oxford 2010
Dispositionen Place Armstrong II 1 f
Disposition/Place: Problem der Unbeobachtbarkeit
Armstrong III 113
Verifikation/Place: von dispositionalen Eigenschaften: hier geht es darum, was wahrscheinlich passiert, nicht darum, was beobachtbar ist.
Armstrong II 4f
Kontrafaktisches Konditional/KoKo/Mellor: auch kategorische (nicht nur dispositionale) Eigenschaften genügen kontrafaktischen Konditionalen (KoKo) - Armstrong: diese Eigenschaften werden nicht von kontrafaktischen Konditionalen wahrgemacht. >Wahrmacher.
Martin: Das kontrafaktische Konditional kann auch wahr sein, während eine verknüpfte Eigenschaft nicht realisiert ist. - Dispositionen können nicht auf die Tatsachen reduziert werden, die von den kontrafaktischen Konditionalen festgestellt werden, die sie oft beinhalten
Armstrong II 5
Armstrong: These: Dispositionale = kategorische Eigenschaft = Mikrostruktur (MiSt). - (Daher sind Dispositionen keine Possibilia). Andere Autoren: eine kategorische Eigenschaft "realisiert" dispositionale Eigenschaften.
Disposition/Martin: Dispositionen sind genauso aktual - es wäre pervers, sie nicht-aktual zu nennen.
Disposition/Armstrong: sind selbst keine Ursachen - (andere Autoren dito). - Dispositionen sind immer aktual, nur nicht ihre Manifestationen.
Armstrong II 6
Bsp Draht/Martin: Problem: ein Kontrafaktisches Konditional kann wahr sein, ohne kraft der zugeschriebenen Dispositionen wahr zu sein: wenn der Draht berührt, fließt Strom: das kann auch wahr sein, wenn der Draht tot ist: Bsp "elektro-fink": dieser erweckt den Draht statt dessen im selben Moment zum Leben: ((s) falsche Ursache).
Place II 62
Dispositionale Eigenschaft/PlaceVsArmstrong: Gene sind nicht die Propensität (Tendenz) zur Krankheit, die Propensität wird vielmehr durch die Gene (kategorische Eigenschaft) erklärt, daher können sie nicht mit der dispositionalen Eigenschaft identisch sein.
Armstrong II (c) 90
Dispositionen/Armstrong/Place/Martin: Dispositionen sind "in" den Einzeldingen. Martin: Bsp Entfernte Elementarteilchen, die nie mit unseren bekannten Elementarteilchen interagieren - >irreduzible Dispositionen.
ArmstrongVs: es gibt keine irreduzible Dispositionen - Armstrong: warum annehmen, dass diese Teilchen eine zusätzliche Eigenschaft zu den manifestierten rein kategorischen Eigenschaft haben?
Armstrong II (c) 90/91
Martin-Bsp: Fazit/Martin: These: In der wirklichen Welt ist Dispositionalität eine irreduzible Seite, verbunden mit allen kategorische Eigenschaften. - Wahrmacher/WM/Armstrong: die Pointe der Geschichte ist die Frage der Wahrmacher: nach Martin muss er irreduzibel "in" den Teilchen sein. - Vs: das verlangt platonistische, nie instantiierte Naturgesetze.
Armstrong II (c) 92
Aber die nicht-dispositionale Eigenschaften plus "starke" Naturgesetze, die diese nicht-dispositionale Eigenschaften verbinden, sind hinreichende Wahrmacher. - Keine unbekannte Weise der Interaktion ist nötig.
Armstrong II 93
Armstrong: gewisse kontrafaktische Konditionale gelten, aber ihr Konsequens muss unbestimmt bleiben, nicht nur epistemisch sondern auch ontologisch.
Armstrong II (c) 94
Intentionalität/Armstrong: Vs Parallele zu Dispositionen: im Mentalen ist das Zeigen intrinsisch, bei Dispositionen nur projiziert.
Place III 108
Disposition/Martin: Lösung: wir müssen ((s) die oben genannten) Teilchen ohne Struktur betrachten.
III 109
Martin-Bsp/Place: Sein Beispiel mit entfernten Teilchen die selbst keine Mikrostruktur haben, erlaubt ihm, die Feinheiten des Verhältnisses der Eigenschaften des Ganzen und der Eigenschaften der Teile zu untersuchen, verbietet ihm aber die Beziehungen zwischen kategorischen und dispositionalen Eigenschaften zu untersuchen.
III 119
Rein dispositionale Eigenschaft/PlaceVsMartin: haben strukturelle Basis im Träger, die beiden sind getrennte Entitäten in einer Kausalrelation. - Teile und Ganzes sind getrennte Entitäten, das ist als Kausalrelation in Ordnung. ((s) Die Teile können das Ganze "verursachen"). - Dispositionale Eigenschaften des Ganzen sind Wirkung der dispositionalen Eigenschaften der Teile und ihres Arrangements.

Martin III 163
Disposition/Place: befindet sich außerhalb der Entitäten, es sind Eigenschaften der Interaktion. (MartinVsPlace: Verwechslung mit Manifestation. - ArmstrongVsPlace: innerhalb? Eher in der Verbindung - Martin: Dispositionen sind wechselseitige Reaktionspartner. Dispositionen/Ryle: Dispositionen sind nicht lokalisiert, gehören aber zur Person oder zum Objekt.
III 165
Kausalität/Disposition/MartinVsPlace: Place' Einführung von "kausaler Interaktion" zwischen den Dispositionen ist eine Verdopplung der Kausalität.
III 166
Disposition/Martin: sind immer völlig aktual, auch ohne Manifestation.
III 174
Dispositionen/Armstrong: Dispositionen sind nicht betrachter-abhängig - ungleich Fähigkeiten.

Place I
U. T. Place
Dispositions as Intentional States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place II
U. T. Place
A Conceptualist Ontology
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place III
U. T. Place
Structural Properties: Categorical, Dispositional, or both?
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place IV
U. T. Place
Conceptualism and the Ontological Independence of Cause and Effect
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place V
U. T. Place
Identifying the Mind: Selected Papers of U. T. Place Oxford 2004

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983

Martin I
C. B. Martin
Properties and Dispositions
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin II
C. B. Martin
Replies to Armstrong and Place
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin III
C. B. Martin
Final Replies to Place and Armstrong
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin IV
C. B. Martin
The Mind in Nature Oxford 2010
Einzelfallverursachung Einzelfallverursachung, Philosophie: theoretisches Problem im Anschluss an David Humes Behauptung, dass Verursachung nicht beobachtbar, sondern nur aus einer Regelmäßigkeit wiederholter Ereignisse zu schließen sei. Praktische Probleme sind dann unter anderem die Erklärung der Entwicklung des Universums oder das Entstehen und Aussterben von Arten. Siehe auch Universum, Art, Ursache, Wirkung, Kausalität, Kausalerklärung, Kausaltheorie, Regelmäßigkeitstheorie, Regularitäten, Regularitätstheorie.
Funktionalismus Searle Dennett I 557
Funktion/Searle: (laut Dennett): nur Produkte, die von einem echten menschlichen Bewusstsein hergestellt wurden, haben eine Funktion ((s) > objet ambigu, Paul Valery). DennettVsSearle: also dienen die Tragflächen des Flugzeugs, aber nicht die Flügel des Adlers zum Fliegen. Vgl. >Funktionen.
---
I 19
SearleVsFunktionalismus (SearleVsPutnam): Beziehungen zwischen Geistzuständen nicht ausschließlich kausal! sonst hätten Steine mit den richtigen Kausalbeziehungen die gleichen Geistzustände wie wir.
I 59 ff
VsFunktionalismus: eliminiert Qualia - Imitation einer funktionalen Organisation führt nicht zu Schmerzempfindung.
I 233f
Maschine durch Effekte definiert, kann nicht aus Käse nachgebaut werden - Computer: syntaktisch definiert, kann aus Beliebigem nachgebaut werden (Katzen, Mäusen, Käse). - Syntax ist immer beobachterrelativ, nicht intrinsisch. - Aber das Herz ist intrinsisch eine Pumpe. - Auch Wasser ist als intelligent beschreibbar (geringster Widerstand).
I 266f
Intentionale Phänomene: Regelfolgen: echt kausale Phänomene - Funktionale Erklärungen: nur nackte physische Fakten, Kausalität hier nur durch interessengeleitete Beschreibung - Regeln sind keine Ursachen für Handlungen.
I 266
Funktion/Searle: keine separate Ebene.
I 269
Muster: spielt in funktionaler Hinsicht eine kausale Rolle, verbürgt aber keine unbewusste Repräsentation (Intentionalität).
III 24
SearleVsMillikan: Funktion immer beobachterrelativ (Nur "Ablauf" immanent) - Millikan: Funktion ist evolutionär entstanden.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Interner Realismus Putnam VI 389
Interner Realismus/iR/Putnam: empirische Theorie - kollektives Sprecher-Verhalten. - Dagegen metaphysischer Realismus: nicht empirisch, sondern ein Modell. (Wie Billardkugeln).
VI 400
Interner Realismus/Putnam: wie eine Theorie "verstanden wird" kann gar nicht innerhalb der Theorie selbst diskutiert werden. - Ob die Theorie eine eindeutig intendierte Interpretation hat, hat keinen absoluten Sinn. - Metaphysischer Realismus: fragt nach einer Theorie-unabhängigen Tatsache, in Bezug darauf, worauf ein Term innerhalb einer Theorie referiert. - iR: unser Gebrauch von "Kuh" setzt voraus, dass "Kuh" verstanden ist. - Das geht alles aber nur mit einem verifikationistischen Ansatz von Verstehen - nicht mit einem wahrheits-konditionalen - daher ist der Gebrauch schon erklärt! (s.o.).
I (a) 18
Interner Realismus/Putnam: (Wahrheit relativ auf eine Theorie) - hier sind Gebrauch und Referenz verknüpft.
I (f) 151
Interner Realismus/PutnamVsDummett: mit seinem Anti-Realismus verwandt, aber Wahrheit wird nicht mit Rechtfertigung sondern mit einer Idealisierung der Rechtfertigung identifiziert. - Quine: die Rechtfertigungsbedingungen ändern sich mit unserem Wissenskorpus.
I (f) 156ff
Interner Realismus/Putnam: die Ontologie ist theorieabhängig - Wahrheit: rationalisierte Akzeptierbarkeit - Gehirne im Tank sind keine mögliche Welt, weil nur aus Gottesperspektive beurteilbar - Beobachtung durch eine "andere Welt" ist per definitionem ausgeschlossen. - Der i.R. erkennt ein "internes Begriffsschema" an, innerhalb dessen die Gegenstände existieren. - Internalismus: "Kaninchen" referiert eben auf Kaninchen.
I (f) 159
ExternalismusVs: das sagt uns nicht, was Referenz ist. - Internalismus: Tautologien sind hinreichend für Referenz (>Bedeutungspostulate). Kausalität für Referenz irrelevant. "Außerirdischer" referiert auf Außerirdische - ExternalismusVs: die Bedeutung entsteht für uns durch Assoziation mit "nicht von dieser Erde" und das ist letztlich kausal vermittelt. - Bsp Natürliche Art: Basisbegriff für zukünftige Pferde.
I (f) 160
InternalismusVs: "von derselben Art" macht keinen Sinn außerhalb eines Kategoriensystems. - Alles ist irgendwie von derselben Art. - Es gibt keine Extra-Tatsachen, die wahr machen, dass Pferde Pferde sind, es gibt einfach Pferde. - VsInternalismus: damit werden aber selbstidentifizierende Gegenstände angenommen (und die Welt ordne sich selbst). - Putnam: letztlich gibt es selbstidentifizierende Gegenstände, aber nicht im externalistischen Sinn. - Lösung: Gegenstände sind ebenso gemacht wie entdeckt - dann haben sie intrinsische Etiketten (sie sind aber nicht geist-unabhängig).

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Kausalität Kausalität: die Relation zwischen zwei (getrennten) Entitäten, wobei eine Zustandsveränderung der einen Entität bewirkt, dass der Zustand der anderen Entität sich ändert. Heutzutage wird angenommen, dass eine Energieübertragung entscheidend dafür ist, dass man von einem Kausalzusammenhang sprechen kann.
D. Hume leugnete als erster konsequent die beobachtbarkeit von Ursache und Wirkung. (David Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand, Hamburg 1993, S. 95).

Kausalität Bindungstheorie Corr I 237
Kausalität/Bindungstheorie/Shaver/Mikulincer: In den ersten Studien zur Bindung von Säuglingen identifizierten Ainsworth, Blehar, Waters and Wall (1978) mehrere mütterliche Verhaltensweisen bei der Beobachtung von Mutter-Kind-Interaktionen zu Hause, die mit der Bindungssicherheit eines Säuglings in der fremden Situation verbunden waren. Zu diesen Verhaltensweisen gehörten beispielsweise die Reaktion auf das Schreien des Säuglings, der Zeitpunkt des Fütterns, die Sensibilität für die Signale und Bedürfnisse des Säuglings, die psychologische Zugänglichkeit, wenn der Säugling verzweifelt war oder einen Bedarf oder Wunsch nach Unterstützung und Geborgenheit signalisierte. In den folgenden Jahrzehnten folgten Dutzende von Studien den Erkenntnissen von Ainsworth et al. (1978)(1) und der weiteren Verknüpfung der Bindungssicherheit von Säuglingen mit sensiblem mütterlichem Verhalten und der Qualität der väterlichen Betreuung (siehe Atkinson, Niccols, Paglia et al. 2000(2); De Wolff und van IJzendoorn 1997(3), für Rezension und Metaanalysen). Basierend auf diesen soliden Beweisen kamen van IJzendoorn und Bakermans-Kranenburg (2004(4), S. 248) zu dem Schluss, dass die kausale Rolle der mütterlichen Sensibilität bei der Bildung der Bindungsbeziehung zwischen Säugling und Mutter ein stark gesicherter Befund ist.

1. Ainsworth, M. D. S., Blehar, M. C., Waters, E. and Wall, S. 1978. Patterns of attachment: assessed in the Strange Situation and at home. Hillsdale, NJ: Erlbaum
2. Atkinson, L., Niccols, A., Paglia, A., Coolbear, J., Parker, K. C. H., Poulton, L., Guger, S. and Sitarenios, G. 2000. A meta-analysis of time between maternal sensitivity and attachment assessments: implications for internal working models in infancy/toddlerhood, Journal of Social and Personal Relationships 17: 791–810
3. De Wolff, M. and van IJzendoorn, M. H. 1997. Sensitivity and attachment: a meta-analysis on parental antecedents of infant attachment, Child Development 68: 571–91
4. van IJzendoorn, M. H. and Bakermans-Kranenburg, M. J. 2004. Maternal sensitivity and infant temperament in the formation of attachment, in G. Bremner and A. Slater (eds.), Theories of infant development, pp. 233–57. Malden, MA: Blackwell Publishing


Phillip R. Shaver and Mario Mikulincer, “Attachment theory: I. Motivational, individual-differences and structural aspects”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Kausalität Feyerabend I 370
Kausalität/Beobachtung/Quantentheorie/Feyerabend: Einstein, Podolski, Rosen/EPR: Analyse von Bohr: es gibt Veränderungen, die nicht das Ergebnis einer kausalen Wirkung des Beobachters auf den Gegenstand sind, sondern eine Veränderung der Bedingungen: Bsp wenn man ein Gummiband A dehnt, so ändert sich der Wahrheitswert der Aussage »Gummiband A ist kürzer als Gummiband B« von wahr nach falsch, ohne dass zwischen A und B Wirkungen stattfänden.

Feyerabend I
Paul Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Feyerabend II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979
Kausalität Gould II 59
Kausalität/Gould: Def Haplodiploid: die Männchen entwickeln sich aus unbefruchteten Eiern und haben keinen Vater. Befruchtete Eier dagegen erzeugen diploide Weibchen. Damit kann die Anzahl der Weibchen gesteuert werden.
II 57
Dieses faszinierende System kann dazu beitragen, den Ursprung der sozialen Systeme bei Ameisen zu erklären. Oder auch, Bsp dass eine männliche Milbe vor ihrer eigenen Geburt stirbt, nachdem sie im Mutterleib ihre Schwestern befruchtet hat Die Biologen waren durch diese beobachtungen so fasziniert, dass sich in viele Beschreibungen eine subtile Umkehrung der Kausalität eingeschlichen hat: allein das Bestehen des Haplodiploidismus wird elegant mit der Entscheidung "für" ein besseres Sozialsystem Bsp der Ameisen in Verbindung gebracht.
II 61
GouldVs: Haplodiploide Vorfahren waren sicherlich noch nicht gänzlich sozial, das hat sich erst als "phylogenetischer Zusatzgedanke" in einigen unabhängigen Stämmen entwickelt. Umwelt solcher Stämme: jedes einzelne Weibchen! Selbst ein unausgewachsenes wird zu einer möglichen Begründerin neuer Kolonien, da es ganz allein in der Lage ist, eine Generation von Männchen zu erzeugen, mit denen es sich paaren kann, um eine neue Generation von Weibchen ins Leben zu rufen.
Häufiger Fehler: dass die augenblickliche Nützlichkeit einer Eigenschaft die Rückfolgerung auf die Gründe ihres Ursprungs zuließe.
Ursprung und gegenwärtige Nützlichkeit sind jedoch zwei ganz verschiedene Themen.
Komplexe Eigenschaften bersten vor Möglichkeiten: ihre denkbaren Verwendungen sind nicht auf ihre ursprünglichen Funktionen beschränkt.
Bsp die Gleichgewichtsflossen der Fische wurden zu antreibenden Gliedern.


Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989
Kausalität Hume Arm II 122
Kausalrelation/Hume/Tradition/Armstrong: allgemein nimmt man an, daß die Getrenntheit damit gesichert ist, dass A und B unter irgend einer Beschreibung getrennt sind, wenn es nicht selbstwidersprüchlich wäre, wenn A existiert und B nicht.
Hoerster II 125
Place selbst hat das vor 40 Jahren zurückgewiesen, nämlich die Sichtweise, dass zwei logisch verschiedene Beschreibungen nicht auf ein und dasselbe Ding referieren können. - Ordnung: Unterschiedenheit von Beschreibungen/von Objekten - Lösung: wir müssen hier drei Entitäten annehmen - Härte und Unelastizität ((s) weil relativ auf Partner).
Danto I 307
Kausalität/Ursache/Wirkung/Hume/Danto: jedenfalls gibt es zusätzlich zu eventuellen kausalen Verknüpfungen immer noch logische Verknüpfungen - denn die verschiedenen Vorstellungen sind nicht zufällig zusammen im Geist.
Deleuze I 15
Kausalität/Hume: ist Affekt! - Eindruck der Selbstwahrnehmung - Wirkung der Ähnlichkeit - Die Vorstellung der Kausalität ist eins mit der Vorstellung der Dinge.
Deleuze I 71
Kausalität/Hume: nicht aus Wahrscheinlichkeit (diese müsste auf jeder Stufe der Gewohnheit festgestellt werden) - sondern aus allmählicher Beobachtung.
I 74
Ihr wahrer Inhalt nicht in Erfahrung konstituierbar, weil sie selbst die Erfahrung konstituiert.
I 75
Die Vorstellungen müssen einen anderen Zusammenhang haben als bloße Einzelereignisse - sonst kein Schluss von Wirkung auf Ursache - Lösung: Gewohnheit als Prinzip - Gewohnheit: setzt ihrerseits Erfahrung voraus.
Deleuze I 146
Kausalität/Hume: die einzige Relation, aus der man schließen kann. - Erfahrung: dabei rein selektiv - konstituierend. die Gewohnheit - Schlussfolgerung: wechselt die Ebene.
I 152
Kausalität steht buchstäblich für das Eigentum.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983

Hum II
N. Hoerster
Hume
In
Grundprobleme der großen Philosophen - Neuzeit I, J. Speck (Hg) Göttingen 1997

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005

Deleuze I
Gilles Deleuze
Felix Guattari
Was ist Philosophie? Frankfurt/M. 2000

Hum I
G. Deleuze
David Hume , Frankfurt 1997
Kausalität KI-Forschung Norvig I 827
Kausalität/Kausalitätsnetzwerke/AI-Forschung/Norvig/Russell: Die Fähigkeit, die Struktur von Bayesschen Netzwerken zu erlernen, ist eng mit der Frage der Wiederherstellung kausaler Informationen aus Daten verbunden. Das heißt, ist es möglich, Bayessche Netze so zu lernen, dass die wiederhergestellte Netzstruktur echte kausale Einflüsse anzeigt? Viele Jahre lang sind Statistiker dieser Frage ausgewichen, da sie der Meinung waren, dass Beobachtungsdaten (im Gegensatz zu Daten, die aus experimentellen Versuchen gewonnen wurden) nur korrelierende Informationen liefern könnten - schließlich könnten zwei Variablen, die miteinander in Beziehung zu stehen scheinen, in Wirklichkeit von einem dritten, unbekannten kausalen Faktor beeinflusst werden, anstatt sich direkt zu beeinflussen. Pearl (2000)(1) hat überzeugende gegenteilige Argumente vorgebracht, die zeigen, dass es in der Tat viele Fälle gibt, in denen Kausalität festgestellt werden kann. Außerdem entwickelte er den Kausalitätsnetzwerkformalismus, um Ursachen und Wirkungen von Interventionen sowie gewöhnliche bedingte Wahrscheinlichkeiten auszudrücken.


1. Pearl, J. (2000). Causality: Models, Reasoning, and Inference. Cambridge University Press.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Kausalität Locke Euchner I 36ff
Kausalität/Locke: durchaus beobachtbar, Kräfte, Einwirkungen, Umformungen, sogar Entstehung aus Nichts.
I 48
Kausalität/Locke: Sinne nehmen Wirkkräfte wahr. - Doch die Ideen, die dabei entstehen, zeigen nur die Oberfläche der Phänomene, die den Wirkkräften in den Körpern nicht gleicht. - Über sie brauchen wir zusätzliche Überlegungen.

Loc III
J. Locke
An Essay Concerning Human Understanding

Loc I
W. Euchner
Locke zur Einführung Hamburg 1996
Kausalität Luhmann AU Kass 5
Kausalität/Systemtheorie/Luhmann: Kausalität ist immer Sache des beobachters. - Kopplung von Ursachen und Wirkungen, je nachdem, wie der beobachter seine Interessen formiert. - Es gibt auch Kausalität des Unterlassens und Kausalität der Struktur.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
Kausalität Searle I 287/88 (Anmerkung)
Kausalität/Identität/PlaceVsSearle: kausale Abhängigkeit setzt getrennte Entitäten voraus (> Kausalität/Armstrong). - SearleVsPlace: Bsp flüssiger Zustand kann vom Verhalten der Moleküle kausal abhängig sein und gleichzeitig eine Eigenschaft des Systems sein.
II 93
Kausalität/Searle: keine externe Instanz, immer nur weitere Erlebnisse.
II 101f
Kausalität: Dampfkochtopf: Schließen vom Dampf auf Druck - Sehen: kein Schließen auf materielle Gegenstände. - SearleVsHume: Kausalität kann sehr wohl direkt erlebt werden, aber nicht unabhängig, sondern das Verursachtsein gehört zum Erlebnis.
II 152ff
Kausalität/SearleVsHume: real und direkt beobachtbar.
I 157
Logische Kausalität: nicht Folgerung sondern intentionaler Gehalt und Erfüllungsbedingungen - nicht zwei Erlebnisse sondern Verursachung = intentionaler Gehalt.
II 179
Kausalität: Teil des Erlebnisses, Verursachung gehört zum Erlebnis.
Danto I 299
Kausalität/Searle: Kausalität erst durch Interpretation.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Kausalität Strawson IV 152f
Kausalität/Strawson: wegen verschiedener möglicher Beschreibungen in Wirklichkeit von Allgemeinheit abhängig - darin hatte Hume recht - sie ist aber auch keine Auswahl einzelner Beschreibungen.
IV 157
Kausalität/StrawsonVsHume: er übersieht die ganz offensichtliche Tatsache, dass Gegenstände physikalische Kräfte ausüben - (Dennett: und die sind beobachtbar).
I 162
pro Hume: man kann viele Reaktionen beobachten, ohne zu wissen, welche Kräfte am Werk sind.
IV 163
VsHume: Regularität ist zeitneutral, sie könnte auch umgekehrt werden - (s) weil (Typ-Typ, nicht Typ-Token).
IV 165
VsHume: wir lernen die Regelhaftigkeit, weil wir den Begriff der Kausalität schon haben.
IV 172
Strawson: das Äußerste was wir erkennen können, sind Wahrscheinlichkeitsgesetze - Kausalität/Sprache: mehr in transitiven Verben als im Wort "Ursache".
IV 175
Allgemeine Ursachen: sehr wohl möglich: Bsp Malaria - Ursache: benennt Relation, die in verschiedenen Seinsweisen vorkommt.

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993
Mathematische Entitäten Armstrong Bigelow I 380
Zahlen/Armstrong/Bigelow/Pargetter: Armstrong These: Zahlen sind kausal inaktiv. (Field dito). Mathematik/Realismus/Bigelow/Pargetter: einige mathematische Entitäten sind sogar beobachtbar!(1)
I 381
Verursachung/Mathematik/BigelowVsArmstrong/Bigelow/Pargetter: Zahlen: auch sie sind in Kausalprozessen involviert. Wenn Objekte nicht die Quantitäten instanziierten, die sie instanziieren, hätten sich andere Veränderungen ereignet. So sind zumindest Proportionen kausal involviert. ((s) FieldVsZahlen als kausale Agenten, aber nicht FieldVsProportionen).
I 382
Kontrafaktische Abhängigkeit/Bigelow/Pargetter: so kann man wieder Folgen von kontrafaktischen Konditionalen aufstellen, z.B. für die Hebelgesetze des Archimedes. Das liefert auch wieder Warum-Erklärungen. ((s) Vgl. >Kontrafaktische Abhängigkeit.)
I 383
Zahlen/Kausalität/Bigelow/Pargetter: das zeigt, dass Zahlen eine fundamentale Rolle bei Kausalerklärungen spielen. ((s) Vgl. >Mathematische Entitäten/Benacerraf). BigelowVsField: (a propos Field, Science without numbers): dieser geht fälschlich davon aus, dass die Physik zuerst mit reiner Empirie startet, um die Ergebnisse anschließen in völlig abstrakte Mathematik umzuwandeln.
Field/Bigelow/Pargetter: Field will diesen Umweg vermeiden.
BigelowVsField: sein Projekt ist überflüssig wenn wir einsehen, dass Mathematik nur eine andere Beschreibung der physikalische Proportionen und Relationen ist und kein Umweg.


1. J. Bigelow, R. Pargetter Science and Necessity Cambridge 1990

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Mystizismus Darwin Gould II 120
Mystizismus/Darwin/Gould: Darwins Theorie ist insofern materialistisch als sie die Kausalität jeglicher spiritueller Kräfte, Energien oder Mächte leugnet. Beispiel: Methode/Darwin/Gould: Wie können wir in Bezug auf die Vergangenheit wissenschaftlich sein? Das wird in Darwins Buch über die Würmer deutlich.
Gould II 123
Darwin stellte über die Würmer vor allem zwei Behauptungen auf(1): 1. Die Auswirkungen bei der Gestaltung des Bodens sind richtungsgebunden.
2. Sie formen den Humus, die oberste Schicht des Bodens und bilden damit eine Konstanz inmitten sonstiger ständiger Veränderung.
Gould II 129
Gould: was ist, wenn die Beweise auf den statischen Gegenstand selber beschränkt sind? Wenn wir den Prozess der Bildung eben nicht beobachten können, noch mehrere Stufen des Prozesses finden können? Darwins Antwort: wir leiten die Geschichte von Unvollkommenheiten ab, die die Zwänge der Abstammung festhalten. Wenn Gott von Anfang an Orchideen auf den Zweck hin angelegt hätte, denn ihre komplexen Organe jetzt innehaben, hätte er sie sicher viel einfacher gemacht.


1. Charles Darwin: The formation of vegetable mould, through the action of worms, with observations on their habits. London: John Murray, 1881.

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989
Positivismus Hacking I 77
Def Positivismus/Hacking:
1. Verifikation
2. Beobachtung
3. VsKausalität
4. VsErklärung (bringt nur Phänomene in eine Ordnung, erklärt nicht warum) 5. VsTheoretische Entitäten
6. VsMetaphysik (nichts Unprüfbares stehen lassen.)
I 80
Popper: Vs Bezeichnung "Positivist" - VsSinnesdaten .- nicht VsMetaphysik - nichtprüfbare Sätze sind als erster Schritt akzeptabel - spätere Prüfung ist immer noch möglich.
I 80
Empirismus: hier geht es um das Messen (These: theoretische Entitäten existieren). Positivismus: hier geht es um das Sehen, Schmecken, Hören, Riechen, Fühlen (These: theoretische Entitäten existieren nicht).

Hacking I
I. Hacking
Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften Stuttgart 1996
Regularität Regularität, Philosophie: Regelmäßigkeit; Der Ausdruck wird meist im Zusammenhang mit Erwägungen zur Kausalität gebraucht. Es ist die Frage, ob die Feststellung von Regelmäßigkeiten hinreichend ist für die Formulierung von Naturgesetzen. Gegner der Regularitätstheorie verlangen, dass zusätzlich zur beobachtung positiver Fälle eine formale Festlegung auf noch nicht eingetretene Fälle eingegangen wird. Dazu wird z.B. ein kontrafaktisches Konditional aufgestellt. Bsp Wenn A der Fall wäre, wäre B der Fall, wobei angenommen wird, dass der Fall A (noch) nicht eingetreten ist. Siehe auch Kausalität, Naturgesetze, Gesetze, Kontrafaktische Konditionale, Irreale Bedingungssätze, Ursache, Wirkung, Induktion.
Situationen Shoda Corr I 473
Situationen/Shoda/Smith: Das "Persönlichkeitsparadoxon"/Shoda/Smith: Das konsequente Versäumnis, Beweise für Verhaltensstabilität über Situationen hinweg zu finden (intra-individuelle Variabilität), ließ einige die Tragfähigkeit des Grundbegriffs der Persönlichkeit als Kausalfaktor im Verhalten in Frage stellen (z.B. Shweder 1975)(1). Dieser rätselhafte Zustand der Affären - die Annahme einer stabilen Dispositionsstruktur, kombiniert mit wenig Beweisen für Verhaltenskonsistenz - wurde von Bem und Allen (1974)(2) als "Persönlichkeitsparadoxon" bezeichnet. Die Auflösung des Persönlichkeitsparadoxons erforderte daher ein konzeptionelles Modell, das nicht nur individuelle Unterschiede im Mittelwert oder im "durchschnittlichen" Verhalten in Situationen, die im Mittelpunkt von Merkmalskonzepten stehen, berücksichtigen könnte, sondern auch die unverwechselbaren und einzigartigen Möglichkeiten, wie sich das Verhalten einer Person in verschiedenen Situationen ändern kann. Ein solches Modell würde notwendigerweise sowohl situative als auch dispositionale Faktoren beinhalten, jedoch in einer Weise, die auf dem Konzept der triadischen gegenseitigen Kausalität aufbaut, die bidirektionale kausale Beziehungen zwischen Mensch, Umwelt und Verhalten spezifiziert (Bandura 1986)(3). ((s Vgl. >Kausalität/Evolutionäre Psychologie).
Corr I 474
Shoda: Idiographische Analysen der Antworten von (...) Kindern lieferten Hinweise auf stabile und konsistente Situationsverhaltensprofile in fünf verschiedenen und klar definierten Situationen (z.B. von einem anderen Kind gehänselt, von einem Erwachsenen gelobt, von einem Erwachsenen gewarnt). Die Kinder unterschieden sich nicht nur in der Gesamtzahl ihrer aggressiven Reaktionen, sondern auch in den Situationen, in denen das Verhalten auftrat. Ihre Situationsverhaltensprofile über verschiedene Zeiträume hinweg waren oft sehr einheitlich. (Shoda, Mischel und Wright (1994)(4)). Stabile Verhaltenssignaturen wurden auch in der Wirtschaft (Ilies, Scott und Richter 2006)(5) und in Laborsituationen (Borkenau, Riemann, Spinath und Angleitner 2006)(6) beobachtet.


1. Shweder, R. A. 1975. How relevant is an individual difference theory of personality?, Journal of Personality 43: 455–85
2. Bem, D. J. and Allen, A. 1974. On predicting some of the people some of the time: the search for cross-situational consistencies in behaviour, Psychological Review 81:506–20
3. Bandura, A. 1986. Social foundations of thought and action: a social cognitive theory. Englewood Cliffs, NJ: Prentice-Hall
4. Shoda, Y., Mischel, W. and Wright, J. C. 1994. Intra-individual stability in the organization and patterning of behaviour: incorporating psychological situations into the idio-graphic analysis of personality, Journal of Personality and Social Psychology 67:674–87
5. Ilies, R., Scott, B. A. and Judge, T. A. 2006. The interactive effects of personal traits and experienced states on intraindividual patterns of citizenship behaviour, Academy of Management Journal 49: 561–75
6. Borkenau, P., Riemann, R., Spinath, F. M. and Angleitner, A. 2006. Genetic and environmental influences on person x situation profiles, Journal of Personality 74: 1451–80


Ronald E. Smith and Yuichi Shoda, “Personality as a cognitive-affective processing system“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Statistisches Lernen Norvig Norvig I 825
Statistisches Lernen/Norvig/Russell: Statistische Lernmethoden reichen von der einfachen Berechnung von Durchschnittswerten bis hin zur Konstruktion komplexer Modelle wie Bayessche Netze. Sie werden in der gesamten Informatik, im Ingenieurwesen, in der computergestützten Biologie, in den Neurowissenschaften, in der Psychologie und in der Physik angewandt. ((s) Vgl. >Vorwissen/Norvig). Bayessche Lernmethoden: formulieren Lernen als eine Form probabilistischer Inferenz, indem Sie die beobachtungen nutzen, um eine frühere Verteilung über Hypothesen zu aktualisieren. Dieser Ansatz bietet eine gute Möglichkeit zur Implementierung von Ockhams Rasiermesser, wird aber für komplexe Hypothesenräume schnell unlösbar.
Maximales a posteriori (MAP) Lernen: wählt eine einzelne, angesichts der Daten wahrscheinlichste Hypothese aus. Die vorherige Hypothese wird nach wie vor verwendet und die Methode ist oft besser durchführbar als das vollständige Bayessche Lernen.
Lernen mit maximaler Wahrscheinlichkeit: wählt einfach die Hypothese aus, die die Wahrscheinlichkeit der Daten maximiert; sie entspricht dem MAP-Lernen mit einem einheitlichen Vorgänger. In einfachen Fällen wie bei der linearen Regression und vollständig beobachtbaren Bayesschen Netzwerken können Maximale-Wahrscheinlichkeits-Lösungen leicht in geschlossener Form gefunden werden. Das naive Bayes-Lernen ist eine besonders effektive Technik, die gut skaliert.
Versteckte Variablen/latente Variablen: Wenn einige Variablen verborgen sind, können mit Hilfe des EM-Algorithmus lokale Maximale-Wahrscheinlichkeits-Lösungen gefunden werden. Zu den Anwendungen gehören Clustering mit Mischungen von Gaussians, lernende Bayessche Netze und das Lernen verborgener Markov-Modelle.
Norvig I 823
EM-Algorithmus: Jeder dieser Algorithmen beinhaltet die Berechnung der erwarteten Werte der verborgenen Variablen für jedes Beispiel und die anschließende Neuberechnung der Parameter, wobei die erwarteten Werte so verwendet werden, als wären es Beobachtungswerte.
Norvig I 825
Das Erlernen der Struktur von Bayesschen Netzen ist ein Beispiel für die Modellauswahl. Dabei handelt es sich in der Regel um eine diskrete Suche im Raum der Strukturen. Eine Methode ist erforderlich, um die Modellkomplexität gegen den Grad der Anpassung abzuwägen. Nichtparametrische Modelle: stellen eine Verteilung unter Verwendung der Sammlung von Datenpunkten dar. Die Anzahl der Parameter wächst also mit dem Trainingsset. Nearest-Neighbor-Methoden betrachten die den betreffenden Punkt am nächsten liegenden Beispiele, während Kernel-Methoden eine entfernungsgewichtete Kombination aller Beispiele bilden.
Geschichte: Die Anwendung statistischer Lerntechniken in der KI war in den frühen Jahren ein aktives Forschungsgebiet (siehe Duda und Hart, 1973)(1), wurde aber vom Mainstream der KI getrennt, da sich letzterer Bereich auf symbolische Methoden konzentrierte. Ein Wiederaufleben des Interesses trat kurz nach der Einführung der Bayesschen Netzwerkmodelle in den späten 1980er Jahren ein; ungefähr zur gleichen Zeit,
Norvig I 826
begann sich eine statistische Sichtweise des Lernens mit neuronalen Netzen herauszubilden. In den späten 1990er Jahren gab es eine merkliche Annäherung der Interessen in den Bereichen maschinelles Lernen, Statistik und neuronale Netze, die sich auf Methoden zur Erstellung großer probabilistischer Modelle aus Daten konzentrierten.
Naives Bayes-Modell: ist eine der ältesten und einfachsten Formen des Bayesschen Netzwerks, die bis in die 1950er Jahre zurückreicht. Sein überraschender Erfolg wird teilweise durch Domingos und Pazzani (1997)(2) erklärt. Eine verstärkte Form des naiven Bayes-Lernens gewann den ersten Data-Mining-Wettbewerb des KDD-Cups (Elkan, 1997)(3). Heckerman (1998)(4) und bietet eine ausgezeichnete Einführung in das allgemeine Problem des Bayes-Netz-Lernens. Das Lernen von Bayesschen Parametern mit Dirichlet-Prioritäten für Bayessche Netzwerke wurde von Spiegelhalter et al. (1993)(5) diskutiert. Das Softwarepaket BUGS (Gilks et al., 1994)(6) enthält viele dieser Ideen und stellt ein sehr leistungsfähiges Werkzeug zum Formulieren und Lernen komplexer Wahrscheinlichkeitsmodelle dar. Die ersten Algorithmen zum Lernen von Bayes-Netzstrukturen verwendeten bedingte Unabhängigkeitstests (Pearl, 1988(7); Pearl und Verma, 1991(8)). Spirtes et al. (1993)(9) entwickelten einen umfassenden Ansatz, der im TETRAD-Paket für das Lernen von Bayes-Netzen verankert ist. Algorithmische Verbesserungen führten seitdem zu einem klaren Sieg im Data-Mining-Wettbewerb des KDD-Cups 2001 für eine Bayes-Netzlernmethode (Cheng et al., 2002)(10). (Die spezifische Aufgabenstellung war hier ein bioinformatisches Problem mit 139.351 Merkmalen!) Ein auf der Maximierung der Wahrscheinlichkeit basierender Struktur-Lernansatz wurde von Cooper und Herskovits (1992)(11) entwickelt und von Heckerman et al. (1994)(12) verbessert.
Mehrere algorithmische Fortschritte seit dieser Zeit haben zu einer recht respektablen Leistung im Fall der vollständigen Daten geführt (Moore und Wong, 2003(13); Teyssier und Koller, 2005(14)). Eine wichtige Komponente ist eine effiziente Datenstruktur, hier der AD-Baum, für die Zwischenspeicherung von Zählungen über alle möglichen Kombinationen von Variablen und Werten (Moore und Lee, 1997)(15). Friedman und Goldszmidt (1996)(16) wiesen auf den Einfluss der Darstellung lokaler bedingter Verteilungen auf die gelernte Struktur hin.
Versteckte Variablen/fehlende Daten: Das allgemeine Problem der Lernwahrscheinlichkeitsmodelle mit verborgenen Variablen und fehlenden Daten wurde von Hartley (1958)(17) behandelt, der die allgemeine Idee dessen, was später als EM bezeichnet wurde, beschrieb und mehrere Beispiele nannte. Weitere Impulse kamen vom Baum-Welch-Algorithmus für das HMM-Lernen (Baum und Petrie, 1966)(18), das ein Spezialfall der EM ist. Die Arbeit von Dempster, Laird und Rubin (1977)(19), die den EM-Algorithmus in allgemeiner Form vorstellte und seine Konvergenz analysierte, ist eine der meistzitierten Arbeiten sowohl in der Informatik als auch in der Statistik. (Dempster selbst betrachtet EM als ein Schema und nicht als einen Algorithmus, da möglicherweise eine Menge mathematischer Arbeit erforderlich ist, bevor es auf eine neue Familie von Verteilungen angewendet werden kann). McLachlan und Krishnan (1997)(20) widmen dem Algorithmus und seinen Eigenschaften ein ganzes Buch. Das spezifische Problem der Lernmischungsmodelle, einschließlich Mischungen von Gaussians, wird von Titterington et al. (1985)(21) behandelt. Innerhalb der KI war das erste erfolgreiche System, das EM für die Mischungsmodellierung verwendete, AUTOCLASS (Cheeseman et al., 1988(22); Cheeseman und Stutz, 1996(23)). AUTOCLASS wurde auf eine Reihe realer wissenschaftlicher Klassifikationsaufgaben angewandt, darunter die Entdeckung neuer Sterntypen aus Spektraldaten (Goebel et al., 1989)(24) und neuer Klassen von Proteinen und Intronen in DNA-/Proteinsequenzdatenbanken (Hunter und States, 1992)(25).
Parameter-Lernen mit maximaler Wahrscheinlichkeit: Für das Lernen von Parametern mit maximaler Wahrscheinlichkeit in Bayes-Netzen mit versteckten Variablen wurden EM und gradientenbasierte Methoden etwa zur gleichen Zeit von Lauritzen (1995)(26), Russell et al. (1995)(27) und Binder et al. (1997a)(28) eingeführt. Der strukturelle EM-Algorithmus wurde von Friedman (1998)(29) entwickelt und auf das maximale Wahrscheinlichkeitslernen von Bayes-Netzstrukturen mit
Norvig I 827
latente Variablen angewandt. Friedman und Koller (2003)(30) beschreiben das Bayessche Strukturlernen. Kausalität/Kausalitätsnetz: Die Fähigkeit, die Struktur von Bayesschen Netzwerken zu erlernen, ist eng mit der Frage der Wiederherstellung kausaler Informationen aus Daten verbunden. Das heißt, ist es möglich, Bayessche Netze so zu lernen, dass die wiederhergestellte Netzstruktur echte kausale Einflüsse anzeigt? Viele Jahre lang sind Statistiker dieser Frage ausgewichen, da sie der Meinung waren, dass beobachtungsdaten (im Gegensatz zu Daten, die aus experimentellen Versuchen gewonnen wurden) nur korrelierende Informationen liefern könnten - schließlich könnten zwei Variablen, die miteinander in Beziehung zu stehen scheinen, in Wirklichkeit von einem dritten, unbekannten kausalen Faktor beeinflusst werden, anstatt sich direkt zu beeinflussen. Pearl (2000)(31) hat überzeugende gegenteilige Argumente vorgebracht, die zeigen, dass es in der Tat viele Fälle gibt, in denen Kausalität festgestellt werden kann. Außerdem entwickelte er den Kausalnetzformalismus, um Ursachen und Wirkungen von Interventionen sowie gewöhnliche bedingte Wahrscheinlichkeiten auszudrücken.
Literatur über statistisches Lernen und Mustererkennung: Gute Texte zur Bayesschen Statistik sind die von DeGroot (1970)(32), Berger (1985)(33) und Gelman et al. (1995)(34). Bishop (2007)(35) und Hastie et al. (2009)(36) bieten eine ausgezeichnete Einführung in das statistische maschinelle Lernen.
Der einschlägigste Text für die Musterklassifikation ist seit vielen Jahren Duda und Hart (1973)(1), jetzt aktualisiert (Duda et al., 2001)(37). Die Jahrestagung der NIPS (Neural Information Processing Conference), deren Berichte in der Reihe "Advances in Neural Information Processing Systems" veröffentlicht werden, wird inzwischen von Bayesschen Arbeiten dominiert. Artikel über lernende Bayessche Netzwerke erscheinen auch in der "Uncertainty in AI" und in Konferenzen zu maschinellem Lernen sowie in mehreren Statistik-Konferenzen. Zu den Zeitschriften, die sich speziell mit neuronalen Netzen befassen, gehören "Neural Computation", "Neural Networks" und die "IEEE Transactions on Neural Networks".


1. Duda, R. O. and Hart, P. E. (1973). Pattern classification and scene analysis. Wiley.
2. Domingos, P. and Pazzani, M. (1997). On the optimality of the simple Bayesian classifier under zero-one loss. Machine Learning, 29, 103–30.
3. Elkan, C. (1997). Boosting and naive Bayesian learning. Tech. rep., Department of Computer Science
and Engineering, University of California, San Diego.
4. Heckerman, D. (1998). A tutorial on learning with Bayesian networks. In Jordan, M. I. (Ed.), Learning in graphical models. Kluwer.
5. Spiegelhalter, D. J., Dawid, A. P., Lauritzen, S., and Cowell, R. (1993). Bayesian analysis in expert systems. Statistical Science, 8, 219–282.
6. Gilks, W. R., Thomas, A., and Spiegelhalter, D. J. (1994). A language and program for complex
Bayesian modelling. The Statistician, 43, 169–178.
7. Pearl, J. (1988). Probabilistic Reasoning in Intelligent Systems: Networks of Plausible Inference. Morgan Kaufmann.
8. Pearl, J. and Verma, T. (1991). A theory of inferred causation. In KR-91, pp. 441–452.
9. Spirtes, P., Glymour, C., and Scheines, R. (1993). Causation, prediction, and search. Springer-Verlag.
10. Cheng, J., Greiner, R., Kelly, J., Bell, D. A., and Liu, W. (2002). Learning Bayesian networks from data: An information-theory based approach. AIJ, 137, 43–90.
11. Cooper, G. and Herskovits, E. (1992). A Bayesian method for the induction of probabilistic networks from data. Machine Learning, 9, 309–347.
12. Heckerman, D., Geiger, D., and Chickering, D. M. (1994). Learning Bayesian networks: The combination of knowledge and statistical data. Technical report MSR-TR-94-09, Microsoft Research.
13. Moore, A. and Wong, W.-K. (2003). Optimal reinsertion: A new search operator for accelerated and more accurate Bayesian network structure learning. In ICML-03.
14. Teyssier, M. and Koller, D. (2005). Ordering-based search: A simple and effective algorithm for learning Bayesian networks. In UAI-05, pp. 584–590.
15. Moore, A. W. and Lee, M. S. (1997). Cached sufficient statistics for efficient machine learning with large datasets. JAIR, 8, 67–91.
16. Friedman, N. and Goldszmidt, M. (1996). Learning Bayesian networks with local structure. In UAI-96, pp. 252–262.
17. Hartley, H. (1958). Maximum likelihood estimation from incomplete data. Biometrics, 14, 174–194.
18. Baum, L. E. and Petrie, T. (1966). Statistical inference for probabilistic functions of finite state
Markov chains. Annals of Mathematical Statistics, 41.
19. Dempster, A. P., Laird, N., and Rubin, D. (1977). Maximum likelihood from incomplete data via the
EM algorithm. J. Royal Statistical Society, 39 (Series B), 1–38.
20. McLachlan, G. J. and Krishnan, T. (1997). The EM Algorithm and Extensions. Wiley.
21. Titterington, D. M., Smith, A. F. M., and Makov, U. E. (1985). Statistical analysis of finite mixture distributions. Wiley.
22. Cheeseman, P., Self, M., Kelly, J., and Stutz, J. (1988). Bayesian classification. In AAAI-88, Vol. 2,
pp. 607–611.
23. Cheeseman, P. and Stutz, J. (1996). Bayesian classification (AutoClass): Theory and results. In Fayyad, U., Piatesky-Shapiro, G., Smyth, P., and Uthurusamy, R. (Eds.), Advances in Knowledge Discovery and Data Mining. AAAI Press/MIT Press.
24. Goebel, J., Volk, K., Walker, H., and Gerbault, F. (1989). Automatic classification of spectra from the infrared astronomical satellite (IRAS). Astronomy and Astrophysics, 222, L5–L8.
25. Hunter, L. and States, D. J. (1992). Bayesian classification of protein structure. IEEE Expert, 7(4),
67–75.
26. Lauritzen, S. (1995). The EM algorithm for graphical association models with missing data. Computational Statistics and Data Analysis, 19, 191–201.
27. Russell, S. J., Binder, J., Koller, D., and Kanazawa, K. (1995). Local learning in probabilistic networks with hidden variables. In IJCAI-95, pp. 1146–52.
28. Binder, J., Koller, D., Russell, S. J., and Kanazawa, K. (1997a). Adaptive probabilistic networks with hidden variables. Machine Learning, 29, 213–244.
29. Friedman, N. (1998). The Bayesian structural EM algorithm. In UAI-98.
30. Friedman, N. and Koller, D. (2003). Being Bayesian about Bayesian network structure: A Bayesian approach to structure discovery in Bayesian networks. Machine Learning, 50, 95–125.
31. Pearl, J. (2000). Causality: Models, Reasoning, and Inference. Cambridge University Press.
32. DeGroot, M. H. (1970). Optimal Statistical Decisions. McGraw-Hill.
33. Berger, J. O. (1985). Statistical Decision Theory and Bayesian Analysis. Springer Verlag.
34. Gelman, A., Carlin, J. B., Stern, H. S., and Rubin, D. (1995). Bayesian Data Analysis. Chapman & Hall.
35. Bishop, C. M. (2007). Pattern Recognition and Machine Learning. Springer-Verlag.
36. Hastie, T., Tibshirani, R., and Friedman, J. (2009). The Elements of Statistical Learning: Data Mining,
Inference and Prediction (2nd edition). Springer- Verlag.
37. Duda, R. O., Hart, P. E., and Stork, D. G. (2001). Pattern Classification (2nd edition). Wiley.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Theoretische Termini Peacocke I 91f
Beobachtungsbegriffe/BB/Theoretische Termini/TT/Peacocke: Quadrat: muss als solches erfahren werden - eine Röntgenröhre nicht - für Wissenschaftler kann die Röntgenröhre völlig anders konstruiert sein, für Laien nicht - anderer Begriff. - Sensitivität für die Eigenschaft: notwendige aber nicht hinreichende Bedingung - "tomatenartig": Aussehen oder Geschmack, keine Theorie ist erforderlich. - Quadrat: eine minimale Theorie über Perspektive ist erforderlich. - es gibt nichts "Quadratartiges", was "tomatenartig" entspräche. - Ohne Quadratbegriff keine Empfindung von Quadrat, (nicht nur keine Repräsentation). - Ein perspektivisch verzerrtes Quadrat wird als Quadrat empfunden, aber nicht als verzerrt empfunden. (>Höhere Ordnung: > Beschreibungsebenen). - Nicht so bei tomatenartig: kann nicht als Tomate gewusst werden. (>Fälschung). - "Tomatenartig" ist kein Kriterium, sonst ist Tomate doch noch ein Beobachtungsbegriff. - Repräsentation: Tomate, nicht "Tomatenartiges"
I 94ff
Theoretische Termini/Peacocke: jede Wahrnehmung hat repräsentationalen Inhalt - Bsp "Die Teilchenkollision erzeugte die Spur": Problem: dann ist die Kausalität im repräsentationalen Inhalt, dann haben wir Wissen a priori. - Lösung: Beobachtungsbegriffe und Wahrnehmung müssen gleichzeitig charakterisiert werden - Zutreffen nur für beobachtete Inhalte (nicht für theoretische Termini). - Die Erfahrung muss auch gemacht werden können, wenn das Objekt nicht unter diesen theoretischen Begriff fällt.
I 100
Teilchenpaar/Beobachtungsbegriff/theoretische Termini/Peacocke: hier gelten nicht die gleichen Bedingungen für wechselnde Winkel usw. - man kann sich hier vorstellen, dass die Spur des Teilchenpaars in der Nebelkammer nicht aus einer Teilchenkollision resultiert. - Anders als Bsp Quadrat - d.h. aber nicht, dass Quadratischkeit eine sekundäre Qualität wäre im Sinn von Kraft, eine Empfindung hervorzurufen.
I 101
Theoretischer Term: wenn ein wahrgenommenes Objekt unter einen theoretischen Begriff fällt, dann muss es eine Ebene des repräsentationalen Inhalts geben, auf der die Erfahrung gemacht werden könnte, selbst wenn das Objekt nicht unter diesen theoretischen Term fällt - gerade dadurch wird "Spur, die von einer Teilchenkollision verursacht wurde" zu einem theoretischen Begriff.

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
Theorien Waltz Brocker I 625
Theorie/Politik/Waltz: Eine Theorie sollte das Auftauchen von Gesetzmäßigkeiten erklären (1). Für Waltz ist eine Theorie keine „Reihe von Gesetzen, ein bestimmtes Verhalten oder Phänomene betreffend“. Theorien haben auch nicht die Funktion, Gesetze zu erklären. (2) Gesetze/Waltz: werden durch beobachtung gewonnen.
Theorien: werden durch spekulative Prozesse gewonnen, die Gesetze erklären sollen. Theorien seien Spekulationen. Daher seien sie mit der realen Welt nur lose verbunden.
Pointe: aus dieser definitorischen Trennung von Gesetzen und Theorien folgt, dass Theorien nicht danach beurteilt werden können, ob sie wahr sind.
Lösung/Waltz: eine gute Theorie zeichnet sich dadurch aus, dass sie in ihrem Aufbau kohärent ist und andere Wissenschaftler sie ernstnehmen. (3)
Gesetze/Waltz: Gesetze können dagegen nach den Kriterien „wahr“ und „falsch“ beurteilt werden.
WaltzVsEmpirismus: Waltz propagiert eine scharfe Trennung zwischen Theorie und Realität.
Aber es gilt auch: WaltzVsRationalismus.
Brocker I 626
Pragmatismus/Waltz/Masala: man kann Waltz eine pragmatistische Position in der Nähe zu Sellars und Quine nachweisen. Realität/Waltz: Theorien konstruieren für Waltz eine Realität, ohne dass jemand jemals sagen könnte, dass dies die Realität ist (4). ((s) Diese Position kann aber nicht so ohne weiteres Quine zugeschrieben werden). Siehe Theorien/Quine, Realität/Quine, Gesetze/Quine, Empirismus/Quine.
Kriterien/Waltz: für die Bildung von Theorien: 1.Kriterium: Theorien müssen diskriminieren.
Realität/Realismus/Waltz: These: es gibt eine von Sprache und Theorien unabhängige Realität. ((s) Widerspruch zu der These oben, nach der es mehrere „Realitäten“ geben soll). ((s) Das ist eine Position des extremen Realismus). Die von Masala erwähnte Nähe zu Quine und Sellars lässt sich nicht ganz nachvollziehen: Siehe Realität/Sellars, Theorie/Sellars.
Methode/WaltzVsPopper: Waltz plädiert für ein pluralistisches Verfahren aus Falsifikation und Verifikation. (5)
2.Kriterium für die Theoriebildung: (WaltzVsBehavioralismus): WaltzVsInduktion: die induktive Methode der politischen Theorien der 1960er und 1970er Jahre ist falsch, da sie aus vorgefundenen Korrelationen Gesetze formulieren will. Mit der Methode der Korrelation kann jede Variable zu einer anderen in einen statistisch signifikanten Zusammenhang gebracht werden.
Komplexität/WaltzVsInduktion: die Komplexität der realen Welt sei durch Theorien nicht zu erklären. Denn diese Theorien sind nicht Beschreibungen, sondern Instrumente, um Teile der realen Welt zu erklären.
Brocker I 627
Theorien/Waltz: sollten einfacher sein als die Realität; sie sollten „elegant“ sein. (6) Um das zu erreichen, muss eine Theorie bestimmte Faktoren unberücksichtigt lassen. Begriffe/Bedeutung/WaltzVsSozialwissenschaften: Problem: nicht nur variieren Bedeutungen mit Betrachtern, dies mach jede sozialwissenschaftliche Theorie inhärent schwar. Aber auch der Versuch durch Operationalisierung von Definitionen die Bedeutung eines Begriffes zu spezifizieren, ist kein Ausweg, denn jeder Begriff kann in jedem Diskurskontext operationalisiert werden. (7) Siehe auch Begriffe/Quine.
Lösung/Waltz: wir müssen Kausalitäten spezifizieren.
Brocker I 628
Sozialwissenschaften/Waltz: wenn kausale Verbindungen und die Interaktion der Variablen erklärt werden können, sind harte soziwalwissenschaftliche Theorien möglich. Theorien/Waltz: können nicht getestet werden – lediglich die aus ihnen abgeleiteten Hypothesen. Daher sollte eine Theorie auch nicht verworfen werden, wenn eine ihrer Hypothesen nicht bestätigt wird. (8)


1. Kenneth N. Waltz, „Theory of International Relations“, in: Fred Greenstein/Nelson W. Polsby (Hg.) International Politics: Handbook of Political Science, Reading, Mas. 1975, S. 4
2. Ebenda S. 3.
3. Kenneth N. Waltz, “Assaying Theories: Reflections on Imre Lakatos”, in: Colin Elman/Miriam Fendius Elman (Ed.) Progress in International Relations Theory: Appraising the Field, Cambridge, Mass.2003, S. xii.
4. Kenneth N. Waltz Theory of International Politics, Reading, Mas. 1979, S. 9.
5. Kernneth N. Waltz “Response to my Critics” in: Robert O. Keohane (Ed.) Neorealism and its Critics, New York 1986, S. 336.
6. Waltz 1975, S. 9.
7. Ebenda S. 11
8. Ebenda S. 13.
Carlo Masala, „Kenneth N. Waltz, Theory of International Politics” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolWaltz I
Kenneth N. Waltz
Man,the State and War New York 1959

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Werte Quine VI 155
Werte/Quine: dass wir Gemälde gut finden, ist nicht darauf angewiesen, dass die Kausalität irgendwie suspendiert wäre. Dennoch sind einhellig geteilte moralische Grundsätze keine Beobachtungssätze.
VI 158
Werte/Moral/Ethik/Quine: restlos menschlichen Ursprungs. Wahrscheinlich im Zuge der Selektion ausgebildet. Ihr Zweck ist sicher, in Konflikt geratene Wünsche zu vereinbaren.
VIII 24ff
Wert einer Variablen/Existenz/Ontologie/Quine: das, was vom Namen benannt wird, nicht der Name Bsp Ziffer/Zahl - "Es gibt ein Ding, das Blinddarmentzündung ist" -"Das Wort "Blinddarmentzündung" bezeichnet etwas" - "Das Wort Blinddarmentzündung ist ein Name" - "Das Wort Blinddarmentzündung ist die Ersetzung einer Variablen" - "Die Blinddarmentzündung ist der Wert einer Variablen".

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Zeit Luhmann AU Kass 9
Zeit/Luhmann: Problem: Zeit muss auch beobachtet werden. - ((s) Sie existiert dann nur in den punktuellen Ereignissen der beobachtung/Unterscheidung.) - Umwelt ist immer gleichzeitig. - Daher können wir nicht auf sie reagieren. - Alfred Schütz: (1932) niemand altert schneller. - Alles was geschieht, geschieht gleichzeitig. - Daher kann man nichts bewirken. - Das System kann nur seine eigenen Rekursionen behandeln, nicht die Umwelt. - Problem der Synchronisation: erfordert immer Ausgriffe in nicht mehr Änderbares Vergangenes und noch Unsicheres, Unbestimmtes Zukünftiges. - Das involviert Kontrollvorstellungen und Kausalvorstellungen.
AU Kass 9
Zeit/beobachtung/Luhmann: beobachten ist die Operation der Unterscheidung. - Frage: wer unterscheidet - Tradition: Unterscheidung führt zu Kategorien Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Diese Kategorien lassen Zeit aussehen wie eine Strecke.
AU Kass 9
Zeit/Gleichzeitigkeit/Luhmann: wenn ich sage, alles, was geschieht, geschieht gleichzeitig, sage ich im Grunde noch gar nichts über Zeit. - Gegenbegriff: Ungleichzeitigkeit. - Das sagt aber nichts darüber. - Es geht nur um beobachtung als Unterscheidung. - Pointe: Zukunft und Vergangenheit kommen immer gleichzeitig vor. - ((s) In der Unterscheidung.) - Asymmetrie: nur eine Seite der Unterscheidung kann gebraucht werden.
AU Kass 9
Zeit/Luhmann: beim "Vorher"/"Nachher" kann man auf die Vorstellung von Bewegung verzichten. - Auch auf die Zuschreibung von Kausalität. - Aber die Unterscheidung v/n muß Überlegungen zur Kausalität vorausgehen. - Andere Unterscheidung: Zukunft/Vergangenheit. - Vergangenheit: Husserls Horizont: vor dem Vorher war ein anderes Vorher usw. - Zukunft: ist dann ein Horizont, der von einer Folge von Nachhers ausgefüllt werden kann.
AU Kass 10
Zeit/Luhmann: Bewegung genügt nicht für ihre Definition, da die Zeit sich nicht an uns vorbeibewegt. - Das sah schon Aristoteles. Bewegung/Hegel/Aristoteles: was Sein von Nichtsein unterscheidet.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
Zeit Vollmer II 51
Zeit/Zeitrichtung/Zeitumkehrung/Vollmer: die Auszeichnung einer Zeitrichtung ist empirisch und erfolgt immer erst sekundär durch Zusatzannahmen - Bsp Anfangsbedingungen in der Mechanik und Thermodynamik - Ausstrahlungsbedingungen in der Elektrodynamik.
II 234
Zeit/logische Form/Vollmer: zeitliche Beziehungen lassen sich durch reelle Funktionen t(e1, e2) ausdrücken, die auf Ereignispaaren definiert sind. - Asymmetrie: ist dann eine formale Eigenschaft dieser Funktion, bei Vertauschung das Vorzeichen zu wechseln - das hat noch nichts mit Umkehrbarkeit physikalischer Prozesse zu tun, auch nicht mit Auszeichnung einer Richtung. - Zeitumkehr: nur formale Operation des Wechsels des Vorzeichens.
II 325
Invariant: ist eine Formel, die sich unter Zeitumkehr nicht ändert. - Zeitumkehr-Invarianz: ist also eine Eigenschaft von Formeln bzw. Funktionen. - Bsp Newtonsche Bewegungsgleichung. - Dagegen: die Frage, ob Naturvorgänge umkehrbar sind, betrifft die reale Welt. - Problem. eine T-invariante Gleichung kann sowohl umkehrbare als auch nicht-umkehrbare Vorgänge beschreiben. - Wenn, dann enthält sie noch nicht alle Informationen.
II 236
Def Zeitpfeil/Zeitrichtung/Vollmer: so werden wir die Tatsache nennen, dass es Ereignisketten gibt, deren Teilereignisse nie in umgekehrter Reihenfolge vorkommen - Zeitrichtung ist nicht eine Eigenschaft der Zeit, sondern von Prozessen - das es verschiedene Klassen von irreversiblen Prozessen gibt, gibt es verschiedene Zeitpfeile: der Expansion des Universums, der elektrodynamische von Kugelwellen. - Dass ein Prozess irreversibel ist, sieht man ihm nicht an. - Es kann auch nie bewiesen werden. - Kausalität/Ursache/Wirkung/VollmerVsReichenbach: können den Zeitpfeil nicht definieren. - Umgekehrt: diese sind nicht ohne Zeitpfeil zu definieren.
II 238
Irreversibilität/Physik/Zeitumkehr/Zeitpfeil/Vollmer: wir erwarten, dass die fundamentalen Gleichungen, Bewegungsgleichungen, Kraftgesetze, Feldgleichungen - T-variant sind, d.h. dass sie sich bei Zeitumkehr verändern.
II 252
Entropie/Universum/Boltzmann/Vollmer: nach ihm befindet sich das Weltall als ganzes im thermodynamischen Gleichgewicht, also im Entropie-Maximum.
II 253
VollmerVsBoltzmann: die Beobachtungen sprechen dagegen! Dringen wir in entferntere Teile des Weltalls vor, finden wir immer niedrige Entropie. - Gäbe es ein Raumgebiet mit abnehmender Entropie (zunehmender Ordnung) gäbe es auch irreversible Prozesse, aber einige Zeitpfeile wären umgekehrt.

Vollmer I
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd. I Die Natur der Erkenntnis. Beiträge zur Evolutionären Erkenntnistheorie Stuttgart 1988

Vollmer II
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd II Die Erkenntnis der Natur. Beiträge zur modernen Naturphilosophie Stuttgart 1988

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Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
Kausalität beobacht Stalnaker Vs Dennett, D. II 180
DennettVsSententialismus/Dennett/Stalnaker: Vs Sätze als Glaubensobjekte. (Relationstheorie). Lösung/Dennett: "organismischer Beitrag" des Glaubenden. Neutral in Bezug auf die Weise, wie er repräsentiert wird.
Def notionale Einstellung-Psychologie/not. Einst/Dennett: (statt propositionale Einstellung) neutral in Bezug auf die Weise der Repräsentation. Definiert in Begriffen von möglichen Welten (MöWe), "notionalen Welten".
Def prop Einst-Psychologie/Dennett: beschreibt Einstellungen in Begriffen von weitem Inhalt.
Def sententiale Einstellungen/sent.Einst/Dennett: syntaktisch, nimmt Mentalesisch an.
Def notionale Welt/Dennett: eine fiktionale Welt, die von einem Theoretiker als externem beobachter konstruiert wird,
II 181
um die engen Einstellungen eines Subjekts zu charakterisieren. D.h. Mein Zwilling auf der Zwillingserde und ich haben die dieselbe notionale Welt. Def enger Inhalt/Dennett: ist durch eine Menge von notionalen Welten definiert, die die Weise ist, wie eine Person, die aktuale Welt (WiWe) sei.
notionale Welt/Stalnaker: scheinen genau die MöWe zu sein, die in der Psychologie der propositionalen Einstellungen den weiten Inhalt charakterisieren.
StalnakerVsDennett: alle MöWe außer einer sind fiktiv – wie können notionale Einstellungen von propositionalen Einstellungen verschiedenen sein. Warum sollen not Einst eng und prop Einst weit sein?
enger Inhalt/StalnakerVsDennett: sind dann nach Dennett einfach Propositionen. Der Unterschied findet sich weder in den Welten selbst, noch in der Natur der Inhalte, wenn es beiden einfach Mengen von MöWe sind. Der Unterschied liegt in den verschiedenen Antworten der beiden Theorien auf die Frage, kraft welcher Tatsache jemand eine Überzeugung mit diesem Inhalt.
prop Einst-Psychologie/Dennett/Stalnaker: nach ihr sind Inhalte ein Funktion der Relation zur aktualen Umwelt, wobei die Zwillingserden-Bsp zeigen, dass sie nicht rein intern sein können.
notionale Einstellungen/not. Einst-Psychologie/Dennett/Stalnaker: soll erklären, wie rein interne (intrinsische) Eigenschaften eine Menge von MöWe herausgreifen können, die verschieden ist von der Menge, die durch propositionale Einstellungen herausgegriffen wird.
weiter Inhalt: Bsp O’Leary denkt, (korrekterweise) dass Wasser im Erdgeschoß ist. In der Zwillingserde (ZE) ist das falsch, weil es kein Wasser, sondern XYZ ist.
enger Inhalt/Lösung: "wasser-ähnliches Zeug".
Dennett/Fodor/Stalnaker: wir können beide Ansätze vergleichen:
II 182
Enger Inhalt/Fodor/Stalnaker: er verändert die Art des Glaubensobjekt, enge Inhalte sind nicht mehr Propositionen, sondern Funktionen von Kontext auf Propositionen. Enger Inhalt/Dennett/Stalnaker: ist für Dennett von derselben Art wie weiter Inhalt: beides sind Propositionen – Funktion von MöWe (= notionale Welten) auf Wahrheitswerte (WW). Was sich im Vergleich zum weiten Inhalt ändert ist die Relation zwischen einem Glaubenden in einer Proposition kraft derer die Proposition die Überzeugung korrekt beschreibt.
StalnakerVsDennett: dazu muss er uns aber noch erklären, wie die rein internen (intrinsischen) Eigenschaften des Subjekts den engen Inhalt festlegen.
Lösung/Dennett: Bsp Angenommen, wir wissen alles über die Dispositionen und Fähigkeiten eines Subjekts, aber nichts über seine Kausalgeschichte. Dann ist das so ähnlich, wie wenn wir einen antiken Gegenstand finden und uns fragen, wozu er gut sei ((s) >Valéry, Fundstück am Strand, objet ambigu).
Dennett: dann stellen wir uns vor, wozu er idealerweise geschaffen wurde. Bei der notionalen Welt eines Organismus stellen wir uns vor, wie die Umwelt aussieht, der er am besten angepasst ist.
Lösung: Sätze, die in solchen möglichen Umwelten (MöWe) wahr sind, werden die engen Inhalte der Überzeugungen dieser Subjekte sein.
StalnakerVsDennett: das ist nun gar nicht, was wir wollen: solche MöWe sehen eher so dass, dass die Wünsche und Bedürfnisse der Organismen in ihnen erfüllt werden, und nicht, dass ihre Propositionen in ihnen wahr sind.
Bsp Es ist nicht klar, dass die Antilope mit ihren Eigenschaften auf Löwen zu reagieren besser dran in einer Welt mit Löwen, als in einer ohne. Sie könnte dann einen besser Job machen in Bezug auf Überleben und sie zu reproduzieren.
ideal/ideale Umwelt/Dennett: könnte auch eine sehr häßliche MöWe sein, in der die Organismen aber dafür präpariert sind, in ihr zu überleben.
II 183
StalnakerVsDennett: das ist besser, sicher versuchen wir mit der Welt klarzukommen, in der wir zu leben glauben. Aber etwas fehlt: a) viele Eigenschaften, die Organismen das Überleben ermöglichen, haben gar nichts mit ihren Überzeugungen zu tun,
b) die Tatsache, dass einige kontrafaktische Fähigkeiten uns helfen würden, in einer kontrafaktischen MöWe zu überleben, ist nicht hinreichend dafür zu sagen, dass eine solche kontrafaktische Möglichkeit kompatibel ist mit der MöWe, die wir für die aktuale Welt (WiWe) halten.
Bsp Angenommen, es gibt in der WiWe keine wirklichen Fressfeinde der Stachelschweine, diese tragen ihre Stacheln einfach noch so. Dann wäre es unrealistisch, ihre notionale Welt künstlich mit Freßfeinden zu bevölkern.
Bsp Angenommen, eine MöWe mit Wesen, die gerne uns Menschen fressen würden, aufgrund unseres speziellen Geruchs. Dann sollten wir solche MöWe aber nicht gebrauchen, um unsere Überzeugungen zu charakterisieren.
Lösung/Stalnaker: eine Glaubenszustand muss in irgendeiner Weise dazu dienen, empfänglich für Information aus der Umwelt zu sein, und die Information muss eine Rolle für die Bestimmung des Verhaltens haben.
StalnakerVsDennett: wenn wir ihn so verstehen, haben wir es immer noch mit weitem Inhalt zu tun.
II 184
Repräsentationssystem/Stalnaker: ist dann fähig, in einer Menge alternativer interner Zustände zu sein, die systematisch von der Umwelt abhängig sind. S1, S2,.. seien interne Zustände
Ei: ein Zustand der Umwelt.
Dann ist ein Individuum normalerweise in einem Zustand Si wenn die Umwelt in Zustand Si ist. Repräsentation: dann könnten wir sagen, dass der Organismus die Umwelt als in Zustand Ei seiend repräsentiert.
Inhalt: wir können auch sagen, dass die Zustände Information über die Umwelt enthalten.
Angenommen, die Zustände determinieren ein bestimmtes Verhalten, sich angemessen in der Umwelt Ei zu verhalten.
Glaubenszustand/GZ: dann können wir sagen, dass diese Repräsentationen geeignet sind, als allgemeine Art von GZ angesehen zu werden.
Das ist so, wie Dennett engen Inhalt auffasst.
Problem/StalnakerVsDennett:
1. die Beschreibung der Umwelt wird dem Organismus nicht zugeschrieben.
2. Information wird nicht von Falschinformation (Irrtum, Täuschung) unterschieden.
D.h. wenn er in Zustand Si ist, repräsentiert er die Umwelt als in Ei seiend, egal ob sie es ist.
Problem: der Begriff, der aus einer Kausalrelation herrührt, ist wieder weiter Inhalt.
Pointe: wenn die Umwelt radikal anders wäre, wäre das Subjekt vielleicht in anderer Weise sensitiv auf sie, oder sensitiv auf andere Merkmale ((s) würde alles umkehren) oder er wäre gar nicht sensitiv auf die Umwelt!
enger Inhalt/StalnakerVsDennett: Problem: wenn die Fähigkeiten und Dispositionen des Organismus in die Beschreibungen des Inhalts einbezogen werden, ist zunächst die aktuale Welt (WiWe) maßgeblich.
((s) Problem/Stalnaker/(s): wie sollten wir ihre Fähigkeiten in kontrafaktischen MöWe charakterisieren?)
II 185
Dennett: wenn Organismen raffiniert genug sind, könnten wir auch hier einen engen ((s) kontrafaktischen) Inhalt zuschreiben. StalnakerVsDennett: ich sehe keinen Grund für einen solchen Optimismus. Man kann keine Information über virtuelle MöWe erwarten, wenn man überhaupt keine Annahmen über die aktuale Welt (WiWe) (aktuale Umwelt) macht.
Zuschreibung/Inhalt/Überzeugung/Glauben/Stalnaker: in normalen Glaubenszuschreibungen ignorieren wir nicht nur märchenhafte Welten, sondern überhaupt alle Möglichkeiten außer den völlig alltäglichen!
Bsp O’Leary: unterscheidet nur MöWe, in denen das Erdgeschoß trocken oder naß ist,
II 186
nicht auch noch solche, in denen XYZ rumschwimmt. Frage: würde er sich dann anders verhalten? Bei Olivenöl sicher, aber nicht bei XYZ. Zwillingserde/ZE/Zuschreibung: auch wenn sich das Verhalten in ZE-Fällen nicht ändern würde, ist es immer noch vernünftig, keine ZE-Fälle zuzuschreiben.
Kontext-Abhängigkeit/Revisionismus/Stalnaker: könnte argumentieren, dass es nicht ZE, sondern normale KA ist, die sie ungeeignet macht für wissenschaftlichen Zuschreibungen.
Dennett: macht sich für seinen neutralen Ansatz (notionale Welt) stark.
StalnakerVsDennett: dennoch ist kausal-informationelle Repräsentation wesentlich relativ auf eine Menge alternativer Möglichkeiten (MöWe).
intern/intrinsisch/Kausalität/Problem: das System kausaler Relationen kann nicht selbst dem Repräsentierenden intrinsisch sein.
Theorie: hat zwar einen Spielraum, zwischen verschiedenen Möglichkeiten der Definition von Inhalt zu wählen
II 187
StalnakerVsDennett: aber es gibt hier keinen absolut neutralen Kontext ohne Präsuppositionen über die Umwelt. Enger Inhalt/Dennett/Stalnaker: bindet sich selbst eine Hand auf den Rücken, indem er sich die Information, die für weiten Inhalt zugänglich ist, verbietet.
StalnakerVsDennett: ich glaube, dass aus dieser Beschränkung kein vernünftiger Begriff von Inhalt resultiert.

II 238
Sprachabhängigkeit/Zuschreibung/Glauben/Stalnaker: diese dritte Art der Sprachabhängigkeit ist von den drei anderen verschieden.
II 239
Leute müssen nicht dazu disponiert sein, Glauben dieser Art von Sprachabhängigkeit überhaupt auszudrücken. Es können unbewusste oder stillschweigende Annahmen sein. Der Inhalt muss auch gar keine Sprache involvieren. Dennett: Bsp Berdichev: wir sollten einfache sprachabhängige Fälle - deren Objekte informationale Zustände sind – von denen unterscheiden, so Sätze gespeichert werden – Bsp Zustimmung oder Meinungen.
StalnakerVsDennett: wir sollten solche Fälle lieber als Spezialfälle allgemeineren Glaubens verstehen, den auch nichtsprachliche wesen wie Tiere haben können.

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
Kausalität beobacht Kanitscheider Vs Empirismus I 392
Teilchenhorizont/TH: generiert in den Urknall Modellen auch das Kausalitätsparadox: zwei Galaxien waren in der Vergangenheit so lange unverbunden, bis sich ihre TH berührten. Wenn sie dennoch innerlich völlig gleich beschaffen sind, müsste dies als ein Zufall angesehen werden.
I 394
Horizont/Kanitscheider: Frage, ob die Horizonte echte Erkenntnisgrenzen darstellen. Sie betreffen sicher nicht die theoretische Erkenntnis. Empirismus/Kanitscheider: die Beschränkung durch den Horizont ist keine ontologische.
VsEmpirismus: besitzt ein Modell einen Ereignishorizont, driften nach und nach alle Galaxien über die Grenze, die vorher einmal sichtbar waren, andererseits bleibt ein andres Objekt ewig sichtbar, weil dessen Geschichte bei Annäherung an den EH unendlich verzögert wird. Optisch eingefroren mit unendlicher Rotverschiebung. Für den beobachter auf dem Objekt existiert dieses Phänomen jedoch nicht.
Umgekehrt gelangen beim Teilchenhorizont immer mehr Objekte in den Bereich des sichtbaren.
Das zeigt, dass beide Horizonte keine physikalischen Barrieren, sondern optische Grenzen sind.
I 395
Kanitscheider: eine Galaxie, die über den Horizont driftet, ändert nicht ihren ontologischen Status, nur ihren epistemischen. (>epistemisch/ontologisch). Damit wird auch der Begriff eines "Gesamtuniversums" sinnvoll, da die Grenzen der sichtbaren Welt nicht die Grenzen der Welt darstellen. Konstituiert wird der Ausdruck durch die Existenz eines kontinuierlichen gesetzesartigen Zusammenhangs.
Objekte außerhalb dieses Zusammenhangs müssen als unerforschbar aufgefasst werden. Für ihre Postulierung gibt es aber auch keinen Grund. Sie sind kein wissenschaftliches Problem.

Kanitsch I
B. Kanitscheider
Kosmologie Stuttgart 1991

Kanitsch II
B. Kanitscheider
Im Innern der Natur Darmstadt 1996
Kausalität beobacht Cartwright Vs Feynman, R. I 19
Wissenschaft/Cartwright: mein Bild von ihr ist nicht so rein wie das des Positivismus. Es ist ein Durcheinander von unbeobachtbaren Entitäten, Kausalprozessen, und phänomenologischen Gesetzen. Realität/Positivismus/Cartwright: pro: wir haben keine bessere Realität neben der, die wir zur Hand haben.
Cartwright: These es gibt keine Realität hinter den Dingen, die von theoretischen Gesetzen beschrieben würde.
Erklärung/Feynman: die Phänomene in die Muster der Natur einpassen.
CartwrightVsFeynman: was für Muster?
Natur/Cartwright: ist ein wilder Überfluß, den unser Denken nicht bändigt. Dinge, die gleich zu sein scheinen, sind es nicht mehr, wenn wir sie von Nahem betrachten.
I 59
Kraft/Kräfte/Komposition/Ursache/Zusammensetzung/Kausalität/Physik/NG/Cartwright: Bsp der Mix von Elektromechanik und Gravitation ist ein Beispiel für die Komposition von Kräften. Kräfte: setzen sich vektoriell zusammen. Ist das nicht eine Lösung für alle Befürchtungen? Wir erhalten aus der Vektoraddition dann die „resultierende Kraft“.
Vektoraddition/Cartwright: wir addieren hier Zahlen (die die Kräfte repräsentieren). Das sind Rechnungen. Es ist nicht die Natur, die Kräfte „addiert“. Denn die „Komponenten-Kräfte“ sind gar nicht da! Nur in einem metaphorischen Sinn. Und die entsprechenden Gesetze müssen auch metaphorisch gelesen werden. Die Geschichte mit der Vektoraddition setzt voraus, daß Feynman etwas vergessen hat in seiner Version des Gravitationsgesetzes, denn es klingt so, als beschriebe das Gesetz die Resultante statt der Komponenten.
I 60
Gravitationsgesetz/CartwrightVsFeynman: sollte dann besser so geschrieben werden: statt „...ausüben...“: „zwei Körper produzieren eine Kraft zwischen einander....(die Kraft gemäß der Gravitation)...“
I 161
Lichtbrechung/Kausalität/Modell/Feynman: (2. Band Berkeley Physik-Vorlesungen: ~“...wir können jetzt besser als im ersten Semester Differentialgleichungen lösen. Früher konnten wir den Brechungsindex nur für Materialien von geringer Dichte wie Gase finden, aber dabei wurden die physikalischen Prinzipien, die den Index hervorbrachten, klar.
I 162
Jetzt dagegen (mit den Differentialgleichungen) wird der physikalische Ursprung verdunkelt! (Dieser kommt von zurückgestrahlten Wellen, die mit den ursprünglichen interferieren. Dafür wird die Theorie jetzt einfacher. CartwrightVsFeynman: ich verstehe gar nicht, was es für eine Theorie heißt, eine „kausale Geschichte zu erzählen“. Wie macht er im 1. Band denn klar, daß die physikalischen Prinzipien die Brechung produzieren?
Cartwright: ich weiß schon, was er tut und er ist erfolgreich darin, eine kausale Darstellung aus seinem Modell herauszuziehen.
Kausalität/CartwrightVsFeynman: aber ich habe keine philosophische Theorie darüber, wie das gemacht wird.
Kausalität/Philosophie/Cartwright: wir brauchen eine neue Theorie für die Relation zwischen Kausalprozessen und den fundamentalen Gesetzen. Unsere alten Theorien sind nicht geeignet.
Hier hilft weder der covering law-Ansatz noch meine Simulakrum-Sicht.

Car I
N. Cartwright
How the laws of physics lie Oxford New York 1983

CartwrightR I
R. Cartwright
A Neglected Theory of Truth. Philosophical Essays, Cambridge/MA pp. 71-93
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

CartwrightR II
R. Cartwright
Ontology and the theory of meaning Chicago 1954
Kausalität beobacht Cartwright Vs Fraassen, B. van I 10
Asymmetrie/Erklärung/Kausalität/Fraassen: (The scientific image): These: die (erklärungsmäßigen) Asymmetrien sind nicht echt! CartwrightVsFraassen: ich glaube er irrt sich. Aber seine Frage ist stark und könnte uns dazu bringen, bestimmte Erklärungsstrategien aufzugeben.
Cartwright These: was wir aber nicht so leicht aufgeben sind unsere Handlungsstrategien im Alltagsleben. Bsp Sümpfe mit Antimoskitomitteln einzusprühen ist effektiv, Bsp Laken von Malariapatienten zu verbrennen, nicht.
I 89
FraassenVstheoretische Entitäten/Cartwright: warum sollte man an sie glauben? CartwrightVsFraassen: theoretische Entitäten gibt es, weil es auf der Ebene der Phänomene keine echte Regularität gibt.
Regularität/Cartwright: gibt es nur auf der Ebene der theoretischen Entitäten, nicht der Phänomene.
Gesetze/NG/Cartwright: ihre Ausnahmslosigkeit erklärt nicht nur, warum die Phänomene sich so regelmäßig (regulär) verhalten wie sie es tun, sondern auch, warum wir manchmal Ausnahmen sehen. Das gesteht van Fraassen zu.
Erklärung/van Fraassen: Problem;: aber daraus, daß ein Bündel von Prinzipien die Phänomene sicherstellt (save to the fact, Übersetzung Englisch), kann man nicht schließen, daß sie wahr sind!
richtig: Bsp „Ich denke also bin ich“.
falsch: Bsp „P erklärt Q. Q ist wahr, also P ist wahr“.
I 92
Elektron/Cartwright: Pointe: ist nicht Entität irgendeiner speziellen Theorie! (Elektronen nicht theorie-abhängig!). D.h. es geht nicht um Bohrsche Elektronen im Unterschied zu Rutherfordschen Elektronen. CartwrightVsFraassen: ich wähle ein Bsp von van Fraassen um zu zeigen, wie wir differieren:
Bsp Nebelkammer/Fraassen: im Gegensatz zum Kondensstreifen am Himmel, können wir vorne an der Nebelkammerspur nichts erkennen, egal wie genau wir hinsehen. Daher gibt es keine theoretischen Entitäten.
CartwrightVsFraassen: ich stimme der Prämisse zu, aber nicht der Konklusion.
I 93
theoretische Entitäten/Cartwright: das besondere an Erklärungen, die theoretische Entitäten involvieren ist, daß sie Kausalerklärungen sind (nicht Schluß auf die Beste Erklärung). Und Existenzbehauptung ist charakteristisch für Kausalerklärungen. Ursache/Kausalität/Fraassen/Cartwright: dieser glaubt nicht an Ursachen. Die ganze Kausalität sei eine Fiktion.
I 160
Theorie//Fraassen/Sellars/Cartwright: beide haben außerordentlichen Respekt vor der Theorie. Beide erwarten, daß sie die Tatsachen über das Beobachtbare richtig erfaßt. Für van Fraassen müssen die theoretischen Behauptungen (über Unbeobachtbares) das nicht. CartwrightVsFraassen/CartwrightVsSellars: eine gute Theorie muß beides nicht! Die beobachtungskonsequenzen ((s) >“beobachtungskonditional“?) können im großen und ganzen das sei, was wir für wahr halten, aber sie sind normalerweise nicht das beste, was wir erwarten können.
CartwrightVsFraassen: 2. mir geht es nicht ausschließlich um beobachtbares. Ich nehme theoretischen Entitäten an und auch kausale Prozesse. Damit bin ich näher bei Sellars.

Car I
N. Cartwright
How the laws of physics lie Oxford New York 1983

CartwrightR I
R. Cartwright
A Neglected Theory of Truth. Philosophical Essays, Cambridge/MA pp. 71-93
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

CartwrightR II
R. Cartwright
Ontology and the theory of meaning Chicago 1954
Kausalität beobacht Putnam Vs Hume, D. Hume I 26
Vernunft/Hume: kann immer angewendet werden, aber auf eine Welt, die vorher schon da war! Sie setzt eine der Vernunft vorgeordnete Moral voraus. PutnamVsHume: es gibt keine >"Fertigwelt". Praxis und Moral sind der Vernunft nach indifferent (nicht den Umständen nach!).
So kann sich die Vernunft, da sie von außen geleugnet wird, als Skeptizismus entdecken. >Skeptizismus.

PutnamVsHume: Kräfte können durchaus beobachtet werden (z.B. gefühlt: Druck). >Kausalität/Hume.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Kausalität beobacht Quine Vs Hume, D. Hume I 115
Zeit/Hume: war Struktur des Geistes, jetzt stellt sich das Subjekt als Synthese der Zeit heraus. Erinnerung/Hume: das erneute Auftreten eines Eindruck in der Form einer noch lebhaften Vorstellung. ((s) QuineVsHume).
Die Erinnerung bewirkt aber von sich aus keine Synthese der Zeit. Sie überwindet die Struktur nicht.
I 178
Die Leistung der Erinnerung besteht nicht im Festhalten einzelner Vorstellungen, sondern im Festhalten ihrer Ordnung.
Quine V 19
Ursache/Regularität/QuineVsHume: Problem: man kann bei der Regularität auch gerade die beiden Einerklassen nehmen, die aus a und b bestehen. Dann erliegt man dem Trugschluss post hoc ergo propter hoc. Dispositionen: hier gibt es das gleiche Problem.

V 88
Identität/Identitätsprädikat/Sprachlernen/Quine: es scheint, als hätten wir die Entstehung des Identitätsprädikats erkannt: es ist nichts als ein gemeinsamer Bestandteil verschiedener relativer Beobachtungstermini für Stoffe wie
V 89
Bsp „derselbe Hund wie“, oder noch weniger: ein Wort für die zeitliche Verlängerung des Hinweisens (Zeigens). Identität/Locke/Hume: nur sinnvoll für Erscheinungen desselben Körpers zu verschiedenen Zeiten.
QuineVsLocke/QuineVsHume: das passt ganz gut zu unserem jetzigen Zweck der Individuation von Dingen. Identität geht jedoch darüber hinaus.

V 177
Vergangenheit/Beobachtung/Quine: es gibt aber auch Berichte über frühere Beobachtungen, wo der Terminus durch Definition statt durch Konditionierung gelernt wurde. Da man eine definierten Term durch sein Definiendum ersetzen kann, läuft das auf einen zusammengesetzte Beobachtungsterm hinaus. Bsp „Ich habe ein schwarzes Kaninchen gesehen“: Lernsituation: einmal für schwarz, einmal für Kaninchen, sowie für attributive Zusammensetzung.
Vorstellung/Gedächtnis/Quine: in der Sprache der Vorstellungsbilder können wir sagen, dass diese hervorgerufen werden, auch wenn der entsprechende Gegenstand nicht vorhanden ist.
Jetzt müssen wir aber weiter gehen und noch mehr Fähigkeiten voraussetzen: das Kind muss zwischen zwei Arten von Vorstellungsbildern unterscheiden:
a) Fantasien
b) Erinnerungen.
V 178
QuineVsHume: hat sich wenig überzeugend auf Lebhaftigkeit als Unterscheidungsmerkmal berufen. Def Erinnerung/Hume: abgeschwächte Empfindung
Def Fantasie/Hume: abgeschwächte Erinnerung.
Def Vorstellungsbild/QuineVsHume: ist ein Ereignis im Nervensystem, das zu einem Zustand der Bereitschaft für eine entsprechende Reizung führt. Dieser hinweisende Nervenvorgang wird vom Subjekt wahrgenommen, d.h. es muss spezifisch auf ihn reagieren können, auf zwei verschiedene Arten:
a) Zusammenfassung bisher gelernter Elemente Bsp „schwarz“ und „Kaninchen“
b) verstärkt durch Bekanntschaft: d.h. wirkliche frühere Begegnung mit einem schwarzen Kaninchen. Grundlage für die Bejahung.
V 179
Beobachtungssatz/vollständiger Gedanke/Referenz/Quine: bezieht sich auf den Gegenstand und auf die Kalenderuhr sowie gegebenenfalls auf einen Ort. Komplexer Beobachtungsterm. >Protokollsatz: zeitloser Satz (von ewiger Dauer) wenn Orts und Zeitangaben vollständig.

Quine VII (d) 65
Gegenstände/Einzeldinge/Ding/Hume: die Idee physikalischer Objekte entspringt einem Irrtum der Identifikation. Jeden Augenblick erfinden wir in Wirklichkeit ein neues Objekt!
QuineVsHume: das brauchen wir nicht zu teilen.

Quine XI 112
Kausalität/QuineVsRegularität/QuineVsHume/Lauener: Bsp zu welcher Art von Ereignissen gehört das Schreien der Gänse auf dem Kapitol und zu welcher das Gerettetsein Roms?

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Kausalität beobacht Strawson Vs Hume, D. IV 157
Kausalität/StrawsonVsHume: er übersieht die ganz offensichtliche Tatsache, dass Gegenstände physikalische Kräfte ausüben. (>Dennett: und die sind beobachtbar).
IV 160
Theorie/Strawson: ich möchte keine zu scharfe Grenze zwischen Beobachtung und Theorie ziehen.
IV 162
Kausalität/Hume/Strawson: wir können tatsächlich viele Aktionen und Reaktionen beobachten, ohne zu wissen, welche Wirkungen tatsächlich am Werk waren.
IV 163
Regularität/Kausalität/Regelhaftigkeit/StrawsonVsHume: Regularität oder Regelhaftigkeit ist zeitneutral. Die Regelmäßigkeit verbietet nicht, die Reihenfolge umzukehren.
IV 165
KantVsHume: zwar lernen wir durch Beobachtung eine Menge über regelhafte Abfolgen in der Welt, aber nur, weil wir den Begriff der Kausalität bereits haben!
IV 166
Kausalität/Strawson: um sie zu verstehen, setzen wir bewusst oder unbewusst das Modell unseres menschlichen Handelns und die Erfahrung, welche Kräfte wir selbst einsetzen müssen und welchen Kräften wir ausgesetzt sind ein.

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993
Kausalität beobacht Verschiedene Vs Hume, D. Hacking I 68
Kausalität/W.C.BroadVsHume:. VsRegelmäßigkeit: Bsp wir können feststellen, daß die Sirene von Manchester jeden Tag um die gleiche Zeit heult, woraufhin die Arbeiter von Leeds die Arbeit für eine Stunde ruhen lassen. Aber keine Verursachung.
Hacking I 70
CartwrightVsHume: die Regelmäßigkeiten sind Merkmale der Verfahren, mit denen wir Theorien aufstellen. (>Putnam).
Hacking I 70
Kausalität/W.C.BroadVsHume: VsRegelmäßigkeit: Bsp wir können feststellen, dass die Sirene von Manchester jeden Tag um die gleiche Zeit heult, woraufhin die Arbeiter von Leeds die Arbeit für eine Stunde ruhen lassen. Aber keine Verursachung. Hacking I 68 CartwrightVsHume: die Regelmäßigkeiten sind Merkmale der Verfahren, mit denen wir Theorien aufstellen. (>Putnam).

Hume I 131
Def Atomismus/Hume/Deleuze: ist die These, dass die Relationen den Vorstellungen äußerlich sind. (KantVs). VsHume: Kritiker werfen ihm vor, das Gegebene "atomisiert" zu haben.
Theorie/DeleuzeVsVs: damit glaubt man, ein ganzes System an den Pranger gestellt zu haben. . Als wäre es eine Marotte Humes. Was ein Philosoph sagt wird so dargestellt, als würde es von ihm getan oder gewollt.
I 132
Was glaubt man damit erklären zu können? Eine Theorie muss von ihren begrifflichen Grundlagen her verstanden werden. Eine philosophische Theorie ist eine entfaltete Frage. Frage und Kritik der Frage sind eins.
I 133
Es geht nicht darum zu wissen, ob die Dinge so oder so sind, sondern ob die Frage eine gute Frage ist oder nicht.
Schurz I 238
Gesetzesartigkeit/gesetzesartig/Schurz: b) im engeren Sinn: = physikalische Notwendigkeit (um der Vagheit bzw. Gradualität des weiten Begriffs zu entgehen). Problem: nicht alle raumzeitlich unbeschränkten Gesetze sind gesetzesartig im engeren Sinn.
Universell, aber nicht physikalisch notwendig: Bsp "Kein Klumpen Gold hat einen Durchmesser von mehr als einem Kilometer".
Universalität: ist also keine hinreichende, aber eine notwendige Bedingung für Gesetzesartigkeit. Bsp der Allsatz "Alle Äpfel in diesem Korb sind rot" ist nicht universell, auch dann nicht, wenn man ihn durch seine Kontraposition ersetzt: Bsp "Alle nichtroten Gegenstände sind keine Äpfel in diesem Korb". (Hempel 1965, 341).
starke Hume-These/Hume/Schurz: Universalität ist eine hinreichende Bedingung für Gesetzesartigkeit. SchurzVs: das ist falsch
schwache Hume-These/Schurz: Universalität ist eine notwendige Bedingung für Gesetzesartigkeit.
((s) stärker/schwächer/(s): die Behauptung, dass eine Bedingung hinreichend ist, ist stärker als die, dass sie notwendig ist.) BhaskarVsschwache Hume-These. BhaskarVsHume.
Lösung/Carnap/Hempel:
Def Maxwell-Bedingung/Gesetzesartigkeit: Naturgesetze bzw. nomologische Prädikate dürfen keinen analytischen Bezug auf bestimmte Individuen oder Raumzeitpunkte (RZ-Punkte) enthalten. Das ist viel stärker als die Universalitätsbedingung. (stärker/schwächer).
Bsp "Alle Smaragde sind glau": ist zwar raumzeitlich universell, aber erfüllt nicht die Maxwell Bedingung. ((s) weil beobachtete Smaragde konkrete Individuen sind?).
I 239
Naturgesetz/NG/Armstrong: sind Implikationsbeziehungen zwischen Universalien. Daher kein Bezug auf Individuen. (1983,) Maxwell Bedingung/Wilson/Schurz: (Wilson 1979): stelle ein physikalisches Symmetrieprinzip dar: d.h. NG müssen invariant sein unter Translation ihrer Zeitkoordinaten und Translation bzw. Rotation ihrer Raumkoordinaten. Daraus lassen sich Erhaltungssätze gewinnen.
Symmetrieprinzipien/Prinzip/Prinzipien/Schurz: physikalische Symmetrieprinzipien sind jedoch nicht a priori, sondern erfahrungsabhängig!
Maxwell-Bedingung/Schurz: ist für Gesetzesartigkeit zu schwach: Bsp "Kein Klumpen Gold..." auch dieser Allsatz erfüllt sie.

Stegmüller IV 243
StegmüllerVsHume: geht meist unsystematisch vor und mischt kontingente Eigenschaften der Welt mit zufälligen Eigenschaften der Menschen. Ethik/Moral/Hume: 1. angesichts knapper Ressourcen müssen die Menschen kooperieren um überleben zu können.
2. HumeVsHobbes: allen Menschen ist Sympathie eigen. Wäre freilich alles im Überfluss vorhanden, wäre die Respektierung fremden Eigentums überflüssig:
IV 244
Die Menschen würden freiwillig die Bedürfnisse im allseitigen Interesse gemäß ihrer Dringlichkeit befriedigen. Moral/Ethik/Shaftesbury/ShaftesburyVsHume: will die gesamte Moral auf menschlicher Sympathie, Altruismus und Nächstenlieben aufbauen. (>Positionen).
HumeVsShaftesbury: illusionäres Ideal.
Ethik/Moral/Hume: 3. menschliche Einsichtsfähigkeit und Willensstärke sind begrenzt, daher sind Sanktionen notwendig.
4. Vorteilhafter Zug: die Intelligenz befähigt den Menschen, langfristige Interessen zu berechnen.
IV 245
Die entscheidende Triebkraft ist das Eigeninteresse. Es ist sinnlos zu fragen, ob der Mensch "von Natur aus gut" oder "von Natur aus schlecht" sei.
es geht um die Unterscheidung von Klugheit und Narrheit.
5. Der Mensch ist verwundbar.
6. Die Menschen sind annähernd gleich.





Hacking I
I. Hacking
Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften Stuttgart 1996

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
Kausalität beobacht Mackie Vs Kant Stegmüller IV 319
KantVsDeterminismus: Freiheit ist Voraussetzung unseres moralischen Denkens. MackieVsKant: das macht die Voraussetzung eines metaphysischen Objektivismus.
IV 320
VsDeterminismus: dieser untergräbt die Möglichkeit des Urteilens überhaupt! Man kann nicht eine Überzeugung haben und gleichzeitig annehmen, dass sie kausal determiniert ist! VsVs: diese Überlegung ist schlicht falsch: die Determiniertheit untergräbt nicht die Korrektheit des Urteils!
Determinismus/Stegmüller: heute wissen wir zu wenig, um zu entscheiden, ob er wahr oder falsch ist. Würde er aber, wenn er wahr wäre, unser moralisches Denken untergraben?
Terminologie:
Def Unvereinbarkeitsthese/Moral/Stegmüller: wenn der Determinismus wahr ist, gibt es kein moralisches Denken. Verantwortlichkeit, Pflicht, Güte usw. werden sinnlos.

Stegmüller IV 171
Mackie/VsKant: dem kategorischen Imperativ kommt keine objektive Geltung zu! Es muss mindestens eine Prämisse vorkommen, die nicht wahrheitsfähig ist, sondern die Tatsache ausdrückt, dass eine Entscheidung gefällt worden ist.
Stegmüller IV 323
Ich/MackieVsKant: soll auf der Basis von Vernunftgründen handeln. Problem: wie soll es das, wenn es nicht über seine Handlungsgründe mit seinen Handlungen kausal verbunden ist? Wie können Handlungen zum Ich gehören und doch nur Zufallsereignisse sein?
Der Unvereinbarkeitstheoretiker müsste ein Analogon zur Kausalität konstruieren und gleichzeitig den kausalen Charakter des Analogons bestreiten.
metaphysisches Ich/Kant/Stegmüller: wesentlicher Bestandteil bei Kant, weil es der Adressat des moralischen Sollens ist.
MackieVsKant: als Subjektivist braucht er das metaphysische Ich gar nicht einzuführen.

Stegmüller IV 431
Gott/Unsterblichkeit/Moral/MackieVsKant: (i) dieser hat hier eine schwankende Haltung: einerseits Primat der praktischen Vernunft, deren Forderungen die theoretische Vernunft zu übernehmen habe. Andererseits fragt er, ob unsere Kenntnisse dadurch wirklich erweitert werden.
Kant: "allerdings, aber nur in praktischer Absicht."
Mackie: damit wird alles wieder zurückgenommen. Zwei Deutungsmöglichkeiten:
1. Kant will sagen, dass die Existenz Gottes und die Unsterblichkeit der Seele als Tatsachen beweisen lassen,
2. nicht als Tatsachen, sondern als notwendige Voraussetzungen für unser Bewusstsein als Vernunftwesen.
IV 432
MackieVsKant: größte Schwäche: 1. der Übergang von "wir sollen das höchste Gut zu befördern suchen" zu "das muss doch möglich sein". Sollen/Kant: hatte an anderer Stell zu zeigen versucht, dass ein "Sollen" ein entsprechendes "Können" voraussetzt. (wo?). Aber dort war es um die Befolgung des Sittengesetzes gegangen.
MackieVsKant: die Analogie zum summum bonum leuchtet nicht ein. Doch sei das einmal zugestanden.
2. dann schließt die These, dass wir das höchste Gut zu befördern suchen sollen nur ein, dass wir es zu befördern suchen können. Der Schluss auf die Möglichkeit einer vollen Verwirklichung ist unzulässig.
Moral/MackieVsKant: dieser kann nicht einmal behaupten, dass die mögliche Verwirklichung eine notwendige Voraussetzung moralischen Denkens darstellt.
IV 433
MackieVsKant: unbehebbar ist die Spannung zwischen seinem Theismus auf der einen Seite und seiner Betonung der Autonomie der Moral auf der anderen. KantVs populäre Auffassung: weder unser Wissen um Gott und seinen Willen noch dieser Wille selbst sind Geltungsgrund des moralischen Gesetzes, sondern die Vernunft!
Daher "Selbstgesetzgebung" der praktischen Vernunft.
MackieVsKant: dennoch spricht dieser irreführend von den "Geboten des höchsten Wesens". Gott selbst ist hier aber nur ein weiteres Vernunftwesen!
MackieVsKant: der gesuchten Entsprechung von Sittlichkeit und Glückseligkeit entspricht immer noch ein unbewusstes Denken in Kategorien von Lohn und Bestrafung.
Die konsequente Anerkennung der Autonomie der Moral hätte ihn eher zu einer stoischen Auffassung bringen sollen: dass die Moral keiner anderen Glückseligkeit bedürfe als die des Bewusstseins der Rechtschaffenheit selbst. (evtl. Hume, Marc Aurel, Adam Smith).
Moral/Gott/Kant: Kant scheint sich dieser Schwierigkeit bewusst gewesen zu sein. In der Metaphysik der Sitten nimmt er das Gewissensargument von J. H. Newman vorweg. Außerdem schwankt er zwischen der Vorstellung von Gott als rein gedanklicher Konstruktion (etwa Adam Smiths idealen beobachters) und der Annahme einer realen Existenz.
IV 437
MackieVs moralische Gottesbeweise: bessere Erklärungen für Handeln als für die Existenz einer göttlichen Person. Praktische Entschlüsse müssen sich auf Tatsachenüberzeugungen gründen und nicht umgekehrt!
Wir können nicht das, was wir als vernünftiges Handeln anzusehen geneigt sind, als Beweis für das heranziehen, was der Fall ist.
IV 438
MackieVsKant: Schwierigkeit seines moralischen Arguments: wenn ein bestimmtes praktischen Prinzip ganz bestimmte Tatsachenbehauptungen voraussetzt, dann kann die Vernunft, so rein sie sein mag, nicht beanspruchen, die Gültigkeit dieses praktischen Prinzips aufgezeigt zu haben, wenn sie nicht unabhängig davon die Gültigkeit der fraglichen Tatsachenbehauptungen nachgewiesen hat.
IV 461
Freiheit/Determinismus/Moral/Mackie/Stegmüller: andere Formen wie z.B. Freiheit von neurotischen Zwängen sind völlig mit dem Determinismus vereinbar!
IV 462
Wille/Kant: (Metaphysik der Sitten): "ist eine Art von Kausalität lebender Wesen, sofern sie vernünftig sind und Freiheit würde diejenige Eigenschaft dieser Kausalität sein, da sie unabhängig von fremden sie bestimmenden Ursachen wirkend sein kann." "fremde Ursachen": Belohnung, Strafen, aber auch Wünsche und Neigungen!
Autonomie/Kant/Stegmüller: ist hier Übereinstimmung mit seinem eigenen Vernunftideal als Selbstzweck.
MackieVsKant: Irrtum: er war wohl selbst der Meinung, die kontrakausale Willensfreiheit charakterisiert zu haben, hat aber tatsächlich zwischen Fremdursachen und der autonomen Wirksamkeit des Willens unterschieden. Und das ist etwas ganz anderes!
IV 463
autonome Wirksamkeit: sie ist vollkommen vereinbar mit zwei Annahmen: 1. dass es vorausgehende hinreichende Ursachen gibt, dass der Wille eine bestimmte Stärke hat.
2. dass das, was ein solcher Wille leistet, tatsächlich vom Charakter des Menschen und der Stärke des Willens abhängt.
Das ist mit einem durchgehenden Kausaldeterminismus vereinbar.
Wille/Willkür/Kant/Stegmüller: später unterschiedet er die beiden: letztere ist der freie Wille im üblichen Sinne. Nur sie hat kontrakausale Freiheit.
Freiheit/Kant:(spät) verlegt er ganz in die Autonomie (Selbstgesetzlichkeit des Willens).
Vs: das ist aber keine Lösung unseres Problems.
Urteil/Überzeugung/Kant/Stegmüller: (Metaphysik der Sitten): es ist nicht möglich, dass man im theoretischen (spekulativen) Bereich ein Urteil fällt oder eine echte Überzeugung äußert, und dabei zugleich zugibt, dass man dazu von außen veranlasst worden ist.
IV 464
Urteil/Überzeugung/MackieVsKant: ein vernünftiges Urteil kann von dem, der es fällt nicht so verstanden werden, dass es auf verkehrte Weise verursacht worden ist. Dagegen ist es völlig unproblematisch, eine vernünftige Überzeugung mit Ernst zu vertreten und zugleich einzuräumen, dass sie in geeigneter Weise verursacht worden ist.

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977
Kausalität beobacht Millikan Vs Leibniz, G.W. I 261
VsLeibniz/VsLeibniz’ Gesetz/Prinzip/Identität/Ununterscheidbarkeit/Ununterscheidbares/Millikan: der klassische Einwand VsLeibniz ist, auf die Möglichkeit hinzuweisen, dass das Universum perfekt symmetrisch sein könnte, wobei dann ein perfekt identisches ((s) ununterscheidbares) Individuum an einem anderen Ort wäre. ((s) D.h. es gäbe etwas von x Ununterscheidbares, das dennoch nicht identisch mit x wäre, gegen Leibniz Prinzip). Varianten: Bsp ein sich zeitlich wiederholendes Universum usw. Bsp zwei identische Wassertropfen, zwei identische Billardkugeln an verschiedenen Orten.
Eigenschaft/Leibniz: These: ein Bezug auf Raum und Zeit führt zu einer Eigenschaft, die nicht rein qualitativ ist.
Millikan: wenn man nun solche "unreinen" Eigenschaften außer acht lässt ((s) also nicht auf Raum und Zeit bezug nimmt) haben die zwei Billardkugeln dieselben Eigenschaften!
VsLeibniz’ Prinzip/Gesetz/R. M. Adams/Millikan: These: das Prinzip, das gebraucht wird, wenn man solche symmetrischen Welten konstruiert ist, das Prinzip, dass ein Individuum nicht von sich selbst unterschieden (getrennt) werden kann, daher können die zwei Welthälften nicht ein und dieselbe Hälfte sein.
Leibniz’ Gesetz/VsVs/Hacking/Millikan: (jüngste Verteidigung von Hacking): die Einwände gehen nicht darauf ein, dass es sich um gekrümmten Raum statt um eine Verdoppelung handeln könnte.
Gekrümmter Raum/Hacking/Millikan: hier taucht ein und dasselbe Ding nochmals auf, es ist keine Verdoppelung wie in der Euklidischen Geometrie.
MillikanVsHacking: aber das würde eben die Frage nicht beantworten.
I 262
Es gibt aber immer noch zwei interessante Möglichkeiten: Leibniz’ Gesetz/Prinzip/Identität/Ununterscheidbarkeit/Millikan:
1. symmetrische Welt: man könnte behaupten, dass hier einfach keine Tatsache gibt, die darüber entscheidet, ob der Raum gekrümmt ist oder verdoppelt. ((s) >Nonfaktualismus).
Pointe: das würde beinhalten, dass Leibniz Prinzip weder metaphysisch noch logisch notwendig ist, und dass seine Gültigkeit nur eine Frage der Konvention ist.
2. symmetrische Welt: man könnte sagen, dass das Beispiel keine allgemeine Lösung anbietet, wohl aber die Annahme einer bestimmten gegebenen symmetrischen Welt: hier gäbe es dann sehr wohl einen Tatsache, ob der Raum gekrümmt ist oder nicht. Ein bestimmter gegebener Raum kann nämlich nicht beides sein!
Pointe: dann ist Leibniz Prinzip weder metaphysisch noch logisch notwendig.
Pointe: aber in diesem Fall ist das dann keine Frage der Konvention, sondern eine wirkliche Tatsache!
MillikanVsAdams/MillikanVsArmstrong/Millikan: weder Adams noch Armstrong berücksichtigen das.
Gekrümmter Raum/Millikan: hier ist das, was identisch ist, notwendig identisch ((s) weil es nur gespiegelt ist). Hier gälte das kontrafaktische Konditional: wenn die eine Hälfte anders gewesen wäre, dann auch die andere. Hier scheint der Raum überhaupt nur doppelt zu sein.
Verdoppelung/Millikan: wenn der Raum (in Euklidischer Geometrie) gespiegelt ist, ist die Identität eine zufällig, nicht notwendige. Hier könnte die eine Hälfte sich ändern, ohne dass die andere Hälfte sich ändert. ((s) Kein kontrafaktisches Konditional).
Identität: ist dann gegeben, wenn die Gegenstände nicht deswegen ununterscheidbar sind, weil ein Gesetz in situ gilt, sondern ein Naturgesetz, eine naturnotwendige Übereinstimmung.
I 263
Dann gilt in der zweiten Option Identität aus Kausalität. (x)(y){[NN(F)Fx ⇔ Fy] ⇔ x = y}
NN/Schreibweise: naturnotwendig unter natürlich möglichen Umständen.
MillikanVsVerifikationismus: wenn meine Theorie richtig ist, muss er falsch sein.
Wahrheit/Welt/Relation/Millikan: These: letztlich liegen Bedeutungshaftigkeit und Wahrheit in Relationen zwischen Denken und Welt,
I 264
Deshalb können sie nicht im Kopf sein, wir können sie nicht internalisieren.
I 268
Eigenschaften/Millikan: These: Eigenschaften (ein- oder mehr-stellig) die in denselben Bereich fallen, sind Eigenschaften, die Gegenteile von einander sind. Sicher kann ein Bereich auch einen anderen Bereich enthalten. Bsp "rot" beinhaltet "scharlachrot" statt es auszuschließen und Bsp "zwei Zentimeter groß sein plus minus 1 Millimeter" beinhaltet eher "2,05 Zentimeter groß sein plus minus 1 Millimeter" als dass es diese Eigenschaft ausschließt.
Die Annahme, dass zwei Eigenschaften nur dann dieselben sein können, wenn die vollständigen Gegenteilsbereiche aus denen sie kommen, zusammenfallen, suggeriert, dass die Identität einer Eigenschaft oder eines Eigenschaftsgebiets an die Identität eines weiter gefassten Bereichs gebunden ist, aus dem sie kommt, und daher an die Identität ihrer Gegenteile gebunden ist. Jetzt stellen wir Leibniz’ Auffassung mit der von Aristoteles gegenüber:
Identität/Leibniz/Millikan: alle einfachen Eigenschaften sind intrinsisch vergleichbar. Allerdings vielleicht nicht in der Natur vergleichbar, weil Gott nur die beste der möglichen Welten geschaffen hat – aber sie wären metaphysisch vergleichbar.
Komplexe Eigenschaften/Leibniz/Millikan: das wären Eigenschaften, die nicht vergleichbar sind. Sie beinhalten auch Abwesenheiten oder Negationen von Eigenschaften. Sie haben die allgemeine Form "A und nicht B".
((s) Vergleich/Vergleichbarkeit/vergleichbar/Millikan/(s): zusammengesetzte Eigenschaften sind nicht vergleichbar Bsp "A und nicht B".)
Natürlich ist sie unvereinbar mit der Eigenschaft "A und B".
Pointe: damit beruht die metaphysische Unvereinbarkeit auf der logischen Unvereinbarkeit. D.h. auf dem Widerspruch.
I 269
Notwendigkeit/Leibniz/Millikan: dann hat Gott zuerst logische Notwendigkeit geschaffen und erst später Naturnotwendigkeit. („Am Anfang…“). gegensätzliche Eigenschaften/Gegenteil/Eigenschaft/Leibniz/Millikan: nach Leibniz sind gegenteilige Eigenschaften von zweierlei Art:
1. beide widersprechende Eigenschaften einem Ding zuzuschreiben hieße dann, sich selbst zu widersprechen ((s) logisch) oder
2. der Widerspruch zwischen den Eigenschaften läge in deren eigener Natur. Das läge aber nicht in ihrer jeweiligen Natur als einzelner betrachtet, sondern wäre von Gott so festgelegt, der verhinderte, dass die Eigenschaften jemals zusammen kämen.
MillikanVsLeibniz.
Identität/Eigenschaften/Aristoteles/Millikan: gegenteilige Eigenschaften: für Aristoteles dienen sie dazu zu erklären, dass nicht etwas aus nichts entstehen kann. Def gegenteilige Eigenschaft/Aristoteles: sind solche, die sich gegenseitig die Grundlage entziehen, sich gegenseitig unmöglich machen. Die Verhinderung einer anderen Eigenschaft ist diese Eigenschaft!
Veränderung/Wandel/Wechsel/Aristoteles/Millikan. wenn eine Veränderung sich ereignet, erwerben Substanzen neue Eigenschaften, die die Gegenteile der früheren Eigenschaften sind.
Gegenteil/Aristoteles: ist die Potentialität (Möglichkeit) der anderen Eigenschaft. Dann sind diese Gegenteile auf der fundamentalsten Ebene (in ihrer Natur) aneinander gebunden.
Millikan pro Aristoteles: mit dem letzteren hatte er recht. Bei Aristoteles gibt es nicht einen „Anfang“ wie bei Leibniz.
Eigenschaften/Gegenteil/Leibniz/Millikan pro Leibniz: dieser hatte recht damit, dass die Behauptung, dass zwei gegenteilige Eigenschaften auf dieselbe Substanz zutreffen, heißt, sich zu widersprechen. Aber dabei geht es um eine unbestimmte Negation, nicht um die Behauptung einer bestimmten Abwesenheit. Bzw. Abwesenheit ist das Vorliegen einer Widersprüchlichkeit. Bsp
Null/0/moderne Wissenschaft/Mathematik: ist nicht die Behauptung eines Nichts: Bsp Null Beschleunigung, Nullpunkt der Temperatur, leerer Raum usw. Null repräsentiert eine Quantität.
Nichtwiderspruch/Gesetz des Nichtwiderspruchs/Millikan: ist dann eine Schablone einer abstrakten Welt-Struktur oder etwas, das für eine solche Schablone hinreichend ist.
Erkenntnistheorie/epistemisch/Leibniz/Aristoteles/Millikan: der Streit zwischen Leibniz und Aristoteles erscheint auf der Ebene der Epistemologie wieder:
I 270
Bsp de Behauptung "x ist rot" sei äquivalent zur Behauptung "x sieht rot aus für einen Standardbeobachter unter Standardbedingungen". Problem: dann folgt aus "x ist nicht rot": "x sieht nicht rot aus für.. unter Standardbedingungen".
Ontologisch/Ontologie: dem entspricht dass Nicht-rot-sein eine Leerheit wäre, eine Abwesenheit von Rot – eher als ein Gegenteil von Rot.
Es geht aber darum, dass "x ist nicht rot" äquivalent ist zu "x sieht nicht rot aus unter Standardbedingungen" entweder leer oder falsch ist.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005