Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Denotation Russell Hintikka I 165
On Denoting/Russell/Hintikka: (Russell 1905) Problem: mit Phrasen, die für echte Konstituenten von Propositionen stehen. Problem/Frege: Fehlschlagen der Substitutivität der Identität (SI) in intensionalen Kontexten.
informative Identität/Frege: dass Identität manchmal überhaupt informativ sein kann hängt damit zusammen.
EG/existentielle Generalisierung/Russell: auch sie kann fehlschlagen in intensionalen Kontexten, (Problem der leeren Termini).
HintikkaVsRussell: er erkennt nicht die Tiefe des Problems und umgeht eher die Probleme mit denotierenden Termen.
Der gegenwärtige König/Russell: Problem: wir können nicht durch existentielle Generalisierung beweisen, dass es einen gegenwärtigen König von Frankreich gibt.
HintikkaVsRussell: es gibt aber noch andere Probleme. (s.u. wegen Uneindeutigkeit der Querwelteinidentifikation).
Hintikka I 173
Denotation/Russell/Hintikka: Pointe: ein geniales Merkmal von Russells Theorie der Denotation von 1905 ist, dass es die Quantoren sind, die denotieren! Theorie der Kennzeichnungen/Russell: (Ende von „On Denoting“) These: enthält die Reduktion von Kennzeichnungen auf Objekte der Bekanntschaft.
I 174
Hintikka: dieser Zusammenhang ist erstaunlich, Es scheint auch zirkulär zu sein, nur Objekte der Bekanntschaft zuzulassen. Lösung: wir müssen sehen, was erfolgreich denotierende Ausdrücke (phrases) tatsächlich denotieren: sie denotieren eben Objekte der Bekanntschaft.
Uneindeutigkeit/Eindeutigkeit/Hintikka: es ist eben Uneindeutigkeit, die zum Fehlschlagen der EG führt.
Bsp Waverley/Russell/Hintikka: dass nur Objekte der Bekanntschaft zugelassen sind, zeigt sein eigenes Beispiel: „der Autor von Waverley“ in (1) ist tatsächlich ein primäres Vorkommnis d.h. sein Beispiel (2) .
„ob“/Russell/Hintikka: einziger Unterschied: wollte wissen, ob“ statt „wusste nicht“.
Sekundäre Kennzeichnung/Russell: kann man auch so ausdrücken: dass George von dem Mann, der tatsächlich Waverley schrieb wissen wollte, ob er Scott sei.
I 175
Das wäre der Fall, wenn Georg IV Scott gesehen hätte (in der Distanz) und gefragt hätte „Ist das Scott?“. HintikkaVsRussell: warum wählt Russell ein Beispiel mit einem wahrnehmungsmäßig bekannten Individuum? Haben wir nicht normalerweise mit Individuen aus Fleisch und Blut zu tun, deren Identität uns bekannt ist, statt nur mit Wahrnehmungsobjekten?
Wissen wer/Wissen was/Wahrnehmungsobjekt/Russell/Hintikka: gerade bei Wahrnehmungsobjekten scheint es, als sei die Art von Eindeutigkeit, die wir für ein Wissen-wer brauchen, gerade nicht gegeben ist.


Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Eigenschaften Frege II 74
Eigenschaften werden von einem Begriff ausgesagt werden - ein Begriff kann unter einen höheren fallen.(> Zahlen/Frege, >Nichtexistenz/Frege). Etwas kann zugleich Eigenschaft und Merkmal sein, aber nicht von demselben! - Ein Merkmal eines Begriffs kann Eigenschaft eines Gegenstands sein.
I 76
Def Eigenschaft: Ich nenne die Begriffe, unter die ein Gegenstand fällt, seine Eigenschaften. "Eigenschaft von" ist die Umkehrung von "fällt unter".
Bsp Zahlen
Statt zu sagen
"2 ist eine positive Zahl" und
"2 ist eine ganze Zahl" und
"2 ist kleiner als 10" können wir auch sagen:
"2 ist eine positive ganze Zahl kleiner als 10".
hier erscheinen eine positive Zahl zu sein, eine ganze Zahl zu sein, kleiner als 10 zu sein, als Eigenschaften des Gegenstands 2 und zugleich als Merkmal des Begriffes
(Der Unterschied zwischen Merkmal und Eigenschaft ist aber nicht der zwischen Begriff und Gegenstand)

Stalnaker I 181
Unterscheidung Objekt/Eigenschaften: pro: Tractatus/Wittgenstein - pro: Kripke - Vs: Searle/Dummett/Frege. >Eigenschaften/Wittgenstein, Eigenschaften/Searle, Eigenschaften/Dummett, Eigenschaften/Kripke, >Eigenschaften/Stalnaker.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
Existenz Hilbert Berka I 294
Existenz/Widerspruchsfreiheit/Begriff/Hilbert: wenn man einem Begriff Merkmale erteilt, die sich widersprechen, so sage ich: der Begriff existiert mathematisch nicht. FregeVsHilbert/(s): würde sagen, der Begriff kann existieren, nur es fällt kein Gegenstand unter ihn.
Existenz/Zahl/Hilbert: die Existenz eines Begriffs ist bewiesen, wenn beweisbar ist, dass bei der Anwendung einer endlichen Anzahl von logischen Schlüssen niemals Widersprüche auftreten.
Damit wäre die Existenz einer Zahl oder einer Funktion bewiesen.
I 294/295
Reelle Zahlen/Existenz/Axiome/Hilbert: hier ist der Widerspruchsfreiheitsbeweis für die Axiome zugleich der Nachweis für die Existenz des Kontinuums.(1)

1. D. Hilbert, „Mathematische Probleme“ in: Ders. Gesammelte Abhandlungen (1935) Bd. III S. 290-329 (gekürzter Nachdruck v. S 299-301)

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983
Gehalt Brandom I 139ff
Gehalt/Brandom: jeder Gehalt leitet sich aus dem Gehalt möglicher Urteile ab.
I 145
Semantischer Gehalt: Rolle in der Bestimmung von Richtigkeiten der Praxis - Grundlage: inferentielle Relationen - wer über Gehalt verfügt, ist Normen unterworfen. - Frege: Begriffe aus Urteilen
I 150f
Gehalt/Brandom: darf Begriffe und semantischen Gehalt nicht voraussetzen - Reaktion ohne Gehalt: Bsp Eisen rostet bei Nässe - Lösung: inferentielle Rolle - Bsp Messen: Instrument hat keine Begriffe
I 316
Umstände/Gehalt/Brandom: was ein Interpret für die Umstände hält, ist ein wesentliches Merkmal des empirischen Gehalts
I 479
Gehalt/Brandom: muss im Kontext die Umstände festlegen, unter denen man zu einer Festlegung berechtigt ist. - Gehalt durch Richtigkeit von Inferenzen: drei Probleme: 1. Funktionale Verknüpfungen gibt es nicht nur innersprachlich sondern auch zur Welt - 2. Sätze haben oft signifikante Teile, die keine Propositionen ausdrücken - 3. Es wird bei der Analyse auch repräsentationales Vokabular gebraucht (>Referenz/Brandom).
I 530
Gehalt/Brandom: eines Ausdrucks wird durch die Menge der einfach materialen substitutionsinferentiellen Festlegungen (EMSIFs) bestimmt, die die Substitutionsinferenzen regeln (Reichhaltigkeit). - Neues Vokabular muss durch EMSIFs mit dem alten verbunden werden.
I 566
Gehalt/Brandom: (von Sätzen): der explizite Ausdruck der Relationen zwischen Sätzen, die teilweise konstitutiv dafür sind, dass Sätze gehaltvoll sind, kann als Gehalt von Sätzen angesehen werden - die Gehalte, die durch Praktiken der Gemeinschaft auf die Sätze übertragen werden, stehen untereinander systematisch in Beziehungen derart, dass sie als Produkte der Gehalte dargestellt werden können, die mit den subsententialen Ausdrücken verbunden sind.
I 658
Gehalt/Brandom: Behauptungen werden ausgedrückt, deshalb sind Sätze propositional gehaltvoll - subsententiale Ausdrücke sind indirekt inferentiell gehaltvoll kraft ihrer Signifikanz durch Substitution - unwiederholbare Tokenings sind eingebunden in Substitutionsinferenzen und damit indirekt inferentiell gehaltvoll kraft ihrer Verbindung zu anderen Tokenings in einer Rekurrenzstruktur (Vererbung).
I 664
Gehalt: es muss mindestens einen Kontext geben, in dem das Hinzufügen einer Behauptung nichttriviale Konsequenzen hat.
II 13
Gehalt/Brandom: wird durch den Akt erläutert und nicht andersrum.
II 35
Gehalt/Brandom: nichtinferentielle Umstände: (Wahrnehmungsumstände) bilden ein entscheidendes Element des Gehaltes eines Begriffes wie Rot - weiter Gehalt billigt die Inferenz von Umständen auf die Folgen der angemessenen Verwendung, ganz gleich, ob jene Umstände selbst wiederum in eng verstandenen inferentiellen Begriffen angegeben werden.
I 698
Gehalt/Handlung/Brandom: Zustände und Handlungen erhalten dadurch Gehalt, dass sie - als Prämissen und Konklusionen - in Folgerungen, in Inferenzen eingebunden sind - (statt durch Repräsentation).

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Inhalt Wright I 45
Gehalt/"tiefer Gehalt"/"tiefe Referenz"/Wright: kann durch Syntax maskiert oder simuliert werden. (Negationen, Konditionale).(>Ausdruckstheorie: besitzen die Sätze Gehalt oder wird er nur syntaktisch simuliert?). Gemeinsame Basis von Realismus und Anti-Realismus: dass dies nicht der Fall ist!
Bsp bei Freges Zahlen gibt es keine tiefe Referenz. Die Eignung eines Ausdrucks, auf ein Objekt zu referieren hängt mit seiner Syntax zusammen. sie sorgt dafür, dass er als sing Term funktionieren kann. Dann lässt sich keine weitere Frage mehr stellen, ob der Objektbezug erfolgreich ist. Es wird jedoch zugestanden, dass die geeigneten Kontexte, in denen dies der Fall ist, wahr sind. (Keine "tiefe Referenz").
I 44
syntaktische Oberflächenmerkmale: es muss sichergestellt sein, dass ein Satz, der ein Wahrheitsprädikat enthält, in Konditionale eingebettet werden kann und bedeutsame Negationen besitzt. Gehalt/Wright: muss Disziplin und Oberflächensyntax (z.B. Konditional, Negation) eines Diskurses entsprechen. Der so gesicherte Gehalt genügt, um ein Wahrheitsprädikat zu qualifizieren (durch Plattitüden).
I 242f
Def weitreichende kosmologische Rolle: (I 250) ein Gehalt spielt eine weitreichende kosmologische Rolle genau in dem Fall, in dem die Erwähnung von Sachverhalten, aus denen er besteht, zumindest in bestimmten Arten der Erklärung von Kontingenzen auftreten kann, Erklärungen, deren Möglichkeit nicht bloß durch die minimale Wahrheitsfähigkeit des Diskurses garantiert ist. Bsp These: das Moralische spielt keine weitreichende kosmologische Rolle.
Weitreichende kosmologische Rolle des Gehalts: wir wollen ihre Reichweite für einen Diskurs am Ausmaß messen, in dem die Angabe der verschiedenen Sachverhalte potentiell zur Erklärung aller jener Dinge beitragen kann, die nicht oder nicht direkt mit unseren Einstellungszuständen zu tun haben, aufgrund derer wir solche Sachverhalte als Objekte auffassen.
I 248
Kosmologische Rolle: Erklärung von Bedeutung/Gehalt nicht aus unseren Einstellungen.

WrightCr I
Crispin Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

WrightCr II
Crispin Wright
"Language-Mastery and Sorites Paradox"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

WrightGH I
Georg Henrik von Wright
Erklären und Verstehen Hamburg 2008
Merkmale Merkmale, Philosophie: Merkmale sind grundsätzlich Eigenschaften, jedoch hat sich in der philosophischen Terminologie nach Frege eingebürgert, bei Begriffen von (notwendigen) Merkmalen, bei Gegenständen jedoch von (kontingenten) Eigenschaften zu sprechen. Gegenstände haben ihre Eigenschaften nicht notwendig, sie können immer auch anders sein. Dagegen haben Begriffe ihre Merkmale notwendig. Bsp Dass Kreise rund sind ist ein notwendiges Merkmal des Begriffs Kreis, nicht aber eine notwendige Eigenschaft gezeichneter Kreise. Es ist allerdings nicht der Begriff, der selbst das Merkmal aufweist, sondern die Gegenstände, die unter ihn fallen.
Merkmale Frege II 76
Eigenschaft / Merkmal/Frege: etwas kann zugleich Eigenschaft und Merkmal sein, aber nicht von demselben! - Ein Merkmal eines Begriffs kann Eigenschaft eines Gegenstands sein - ((s) Merkmale von Begriffen sind wesentlich.) - ((s) weil es sonst ein anderer Begriff wäre.) -
I 86
Begriff/Merkmal/Eigenschaft/Gegenstand/Frege: Gegenstand: hat Eigenschaften: - Begriff: hat Merkmale: Bsp der Satz, daß es kein rechtwinkliges, gleichseitiges Dreieck gebe, spricht ein Merkmal des Begriffs aus. - Existenz/Frege: nicht Eigenschaft von Gegenständen sondern Merkmal eines Begriffs. - FregeVsAnselm: daher scheitert der ontologische Gottesbeweis.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993
Merkmale Gärdenfors I 47
Merkmal/Merkmalsanalyse/Linguistik/Gärdenfors: in der Tradition der Fregeschen Logik und Tarskis Wahrheitstheorie hat sich ein anderer Ansatz herausgebildet, als der von mir verfolgte: die Annahme, dass eine Menge von Merkmalen eines Begriffs notwendig und hinreichend zur Bestimmung der Bedeutung ist.
I 48
Siehe hierzu Jackendoff, 1983, p. 112 (1); Goddard and Wierzbicka, 1994. (2) Insbesondere Katz and Fodor (1963) (3), R. Lakoff (1971) (4), Schank, (1975) (5), Miller and Johnson-Laird (1976). (6)
Lager: GärdenforsVsMerkmalsanalyse.
Begriffsmerkmale/GärdenforsVsKatz/GärdenforsVsLakoff, R./GärdenforsVsFodor/ GärdenforsVsFrege: Experimentelle Resultate sprechen eher für dimensionale Repräsentationen, die auf Ähnlichkeiten basieren als für Repräsentationen von Merkmalen. (Siehe Rosch, 1978, >Prototypentheorie). (7)
Prototypentheorie/Rosch These: Gegenstände sind mehr oder weniger typische Beispiele einer Kategorie und es gibt ein abgestuftes Enthaltensein in Kategorien.

(1) Jackendoff, R. (1983). Semantics and cognition. Cambridge, MA: MIT Press.

(2) Goddard, C., & Wierzbicka, A. (1994). Semantic and lexical universals: Theory and empirical findings. Amsterdam: John Benjamins.

(3) Fodor, J. A., & Katz, J. J. (1963). The structure of a semantic theory. Language, 39, 170–210.

(4) Lakoff, R. (1971). IFs, ANDs, and BUTs: about conjunction. In C. Fillmore & D. T. Langendoen (Eds.), Studies in linguistic semantics (pp. 114–149). New York: Holt, Rinehart & Winston.

(5) Schank, R. C. (1975). Conceptual information processing. New York: Elsevier Science.

(6) Miller, G. A., & Johnson-Laird, P. N. (1976). Language and perception. Cambridge, MA: Belknap Press.

(7) Rosch, E. (1978). Prototype classification and logical classification: The two systems. In E. Scholnik (Ed.), New trends in cognitive representation: Challenges to Piaget’s theory (pp. 73–86). Hillsdale, NJ: Erlbaum.

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Namen Mill I 43 ff
Namen/Mill: was ist angemessener: den Namen als etwas für einen Gegenstand oder für eine Vorstellung von dem Gegenstand aufzufassen? MillVsHobbes: „Vorstellung“ ist zu metaphysisch.
I 43
Def Name/Hobbes: "ein beliebig gewähltes Wort, das als Merkmal dient, um in unserem Geiste einen Gedanken wachzurufen, der einem Gedanken gleicht, den man vorher hatte, und das, Anderen gegenüber ausgesprochen, diesen als Zeichen eines Gedankens dient, den der Sprechende früher in seinem Geiste hatte." Namen/Hobbes: nicht Zeichen der Dinge selbst. Man denkt nur an den Stein.

I 44
MillVsHobbes: das Wort Sonne nennt den Namen der Sonne und nicht unsere >Idee der Sonne. ((s) Die Idee oder Vorstellung könnte wechseln).
Mill: denn die Namen teilen nicht nur unsere Vorstellungen mit, sondern belehren den Hörer auch über unseren Glauben und dies ist ein Glaube über die Sache selbst und nicht über die Idee!
Bsp "Die Sonne ist die Ursache des Tageslichts". Das soll nicht heißen, dass die Idee der Sonne die Idee des Tageslichts hervorbringt.

Namen/Mill: verschiedene Arten: einige Wörter sind nur Teile von Namen:
Bsp von, zu, oft, wahrhaft, außerdem Pronomina wie mich, ihm, "Johanns", sogar Adjektive.
Diese Worte drücken nichts aus, was bejaht oder verneint werden kann.
Ausnahme: Bsp " 'Schwer' ist ein Adjektiv": hier ist "schwer" ein vollständiger Name. Name dieser Lautfolge. >Erwähnung / >Gebrauch.
I 47
Namen/Mill: durch ihre Vermittlung sind wir in der Lage, allgemeine (generelle) Sätze auszusagen. Auch sie selbst können in >allgemeine Termini (Bsp "Mensch") und >singuläre Termini (Bsp Maria) unterteilt werden. (>Zink). "Johann" lässt sich nur von einem einzigen Menschen (wenigstens in demselben Sinne) bejahen.
I 49
Namen/konkret/abstrakt/Mill: Bsp "Weiß" ist zugleich Name eines Gegenstands und vieler Gegenstände (konkret). "Weiße" ist der Name eines Attributs. "Alter": Name eines Attributs. (Abstrakt, Verallgemeinerung). Stammt von Locke und Condillac.
Wolf I 50
"Attribut" ist selbst der allgemeine Name vieler Attribute. Name/abstrakt/singulärer Term/Mill: wenn jedoch ein Attribut weder Gradunterschiede noch Artunterschiede zulässt, ist er kein allg Term, sondern ein singulärer Term:
Bsp Sichtbarkeit, Greifbarkeit, Gleichheit, Viereckigkeit, Milchweiße. Keine Vielheit von Attributen, sondern ein bestimmtes Attribut.
Wolf I 51
Namen/Mill: schließen immer irgendein Attribut in sich, aber sie sind nicht der Name dieses Attributs! Das Attribut besitzt selbst einen eigenen, abstrakten Namen (singulärer Term) Bsp "Die Weiße".
I 53
Namen/Mill: nicht mitbezeichnend, nicht konnotativ: sie bezeichnen die Individuen ohne irgendwelche Attribute.
I 54
Bsp Ursprünglich kann Dartmouth an der Mündung des Dart gelegen sein, aber Johann heißt nicht so, weil es einen Teil der Bedeutung bildete, dass der Vater vielleicht denselben Namen hatte. Außerdem kann die Mündung des Flusses sich verlagert haben, ohne dass der Name der Stadt geändert werden müsste.
Eigennamen haften den Sachen selbst an (Etiketten) und fallen nicht weg, wenn Attribute des Gegenstands wegfallen.
Obwohl nur Gott die entsprechenden Attribute haben mag, ist es dennoch ein allgemeiner Name und gehört sowieso nicht hierher.
I 55
Mitbezeichnende Namen/Mill: sind Kennzeichnungen: Bsp "der einzige Sohn von Johann Müller". Bezeichnet Attribute mit.
Wolf I 56
Wann immer Namen daher irgendeine Bedeutung haben, liegt die Bedeutung in dem, was sie mitbezeichnen, nicht in dem, was sie bezeichnen (dem Träger). Nichtbezeichnende (normale) Namen haben keine Bedeutung.
I 57
Namen/Mill: teilen dem Hörer keine Kenntnis des Gegenstands mit. Wenn er vielleicht früher schon etwas über Köln erfahren hat, so nicht durch das Wort Köln.
Wolf I 58
Indem wir erfahren, von wie vielen Gegenständen der Name sein kann, die er alle bezeichnet, erfahren wir auch nichts, sondern nur, wenn wir erfahren, was er eventuell mitbezeichnet (Attribute). Auf dasselbe Ding können wir außerdem verschiedene Namen anwenden, deren Bedeutung nicht dieselbe ist.
MillVsFrege: Daher ist der Träger nicht die Bedeutung.
I 59
Mitbezeichnende Namen/Mill: hier gibt es eine Ungewissheit.
I 61
Lösung: bei konkreten Namen mit auftretenden Prädikaten eine feste Mitbezeichnung zu verleihen.

Mill I
John St. Mill
Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998

K II siehe Wol I
U. Wolf (Hg)
Eigennamen Frankfurt 1993
Namen Searle II 288
Namen/Searle: setzen irgendeine andere Repräsentation voraus - haben keinen expliziten intentionalen Gehalt
II 291 ff
Namen: SearleVsKripke: VsKausaltheorie: übertreibt Analogie zw Bezugnahme und Wahrnehmung - übergewichtet die parasitären Fälle - setzt allwissenden Beobachter voraus - Meteorologie tauft zukünftige Ereignisse
II 291 ff
Namen: Mill: keine Konnotation, nur Denotation - Frege: Bedeutung eines Namen wird durch Kennzeichnung erfasst. >Kennzeichnungen.
II 292
Namen/SearleVsKripke: Kausalkette kann nur intentional erfasst werden: durch Sprecherabsicht - Kausalkette nicht rein, selbst deskriptivistisch - Die Taufe selbst kann nicht kausal sein, sonst wird erfolgreiche Referenz durch erfolgreiche Referenz erklärt (zirkulär).
II 311
Namen/Bedeutung/Referenz/Searle: Bsp Gödel/Schmidt: intentionaler Gehalt legt Referenz fest:"Entdecker, egal wie der heißt". Wir sprechen von der Person, die von ihren Zeitgenossen anerkannt wurde - Bsp vertauschte Flecken: Identifikation: "der Fleck, der das Erlebnis verursacht". - Variante: Vergessen: "der, den ich früher als A zu identifizieren in der Lage war".
Erklärung/(s):
Bsp Gödel/Schmidt/Kripke: (Kripke I 99f) Angenommen, Gödel war gar nicht der Urheber des Unvollständigkeitssatzes, sondern Schmidt, dessen Leiche in Wien aufgefunden wurde. Gödel gelangte damals in den Besitz der Papiere. Frage: referieren wir mit "Der Entdecker des Unvollständigkeitssatzes" dann auf Gödel oder auf Schmidt?

Wolf II 168
Namen/Searle: Bedeutung bleibt offen, die Hälfte der Beschreibungen könnte zutreffen - wir können nicht im Voraus bestimmen, welche Merkmale auf Aristoteles zutreffen - (Strawson dito) - Zink: dann würden wir aber sagen, dass wir den Namen gar nicht kennen - Lösung/Zink: Lokalisierung.
Searle V 145
Namen/SearleVsMill: es ist falsch, dass Eigennamen »bedeutungslose Zeichen« seien, dass sie »denotativ« aber nicht »konnotativ« seien.
V 145
Es kann keine Tatsachen über einen unabhängig von Sachverhalten identifizierten Gegenstand geben - sonst näherte man sich der traditionellen Substanz. Identifikation/SearleVsTractatus: Gegenstände können nicht unabhängig von Tatsachen identifiziert werden
V 245
Namen/SearleVsRussell: wenn sie keine Beschreibung (Kennzeichnung) enthalten sollen, müssen wir leider Substanzen annehmen! - Aus der vermeintlichen Unterscheidung zwischen Namen und Kennzeichnungen wird die metaphysische Unterscheidung zwischen Gegenständen und Eigenschaften abgeleitet. - Tractatus: der Name bedeutet den Gegenstand, der Gegenstand ist seine Bedeutung - SearleVsWittgenstein.
V 247
Namen//Mill: haben keinen Sinn - FregeVsMill: Bsp dann wäre Mt. Everest = Gaurisankar nicht informativer als Everest = Everest. - FregeVs, SearleVs - Searle: Namen beschreiben nicht Eigenschaften von Gegenständen - Identität Everest = Tschomolungma lieferte sonst keine Information. V 256 Namen/SearleVsFrege: nicht völlig eindeutig - Bsp Morgenstern/Abendstern eigentlich auf der Grenze zu Kennzeichnung. - SearleVsKripke: Namen nicht starr, sonst wie logische Äquivalente - Searle: Namen gibt es, weil es notwendig ist, die hinweisende von der prädikativen Funktion zu trennen.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

K II siehe Wol I
U. Wolf (Hg)
Eigennamen Frankfurt 1993
Notwendigkeit Wittgenstein I 73 ff
Existenz/Ontologie/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: anders als Frege fasst Wittgenstein im Tractatus eine Ontologie der möglichen Sachverhalte ins Auge. Nach Wittgenstein hat es kaum Sinn, von einer möglichen Existenz zu reden. Das heißt, dass wir die tatsächlichen Gegenstände so auffassen müssen, als existiere jeder mit Notwendigkeit!
I 157
Notwendigkeit/Form/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: nach Wittgenstein lassen sich solche logischen Notwendigkeiten immer an der logischen Form der betreffenden Sätze erkennen. Diese wird durch rein notationsgebundene Merkmale dargestellt. "Es ist das besondere Merkmal der logischen Sätze, dass man an der Form allein erkennen kann, dass sie wahr sind."
Alle notwendigen Verbindungen sind wiederum letzten Endes Tautologien. Das wirft nun ein neues Licht auf die "Bildtheorie".
I 165/166
Farbe/Farbwörter/Notwendigkeit/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: die Frage, ob die Farbeninkompatibilität einen Verstoß bedeutet gegen Wittgensteins Vorstellung, dass rein logische Notwendigkeiten die einzigen Notwendigkeiten sind, wird jetzt in eine neues Licht gerückt. Es hängt davon ab, was wir für die logische Form der Farbbegriffe halten (oder die richtige Notation). Wird
a) jede einzelne Farbe durch ein einstelliges Prädikat wiedergegeben, erhalten wir Notwendigkeiten, die nicht logischer Art sind.
b) Punkte in einem Farbraum: dann bewirken die Inkompatibilitäten der verschiedenen Farben keine nichtlogischen Notwendigkeiten.
(Wittgenstein ist diese Alternative von Anscombe aber sicherlich fremd). Er setzt sich unentwegt mit dem Begriff des Farbenraums auseinander. Dieser Konzeption kann man aber nicht gerecht werden, wenn man spezifische Farbwörter als undefinierte Prädikate interpretiert
II 79
Notwendigkeit/notwendig/Wittgenstein: einer Notwendigkeit in der Welt entspricht eine willkürliche Regel in der Sprache.
II 134
Notwendig/Notwendigkeit/Physik/Logik/Wittgenstein: den Ausdruck verwenden wir sowohl in der Logik als auch in der Physik, denn es besteht eine gewisse Analogie zwischen ihnen.
II 168
Die Wörter "Möglichkeit" und "Notwendigkeit" bringen ein Stück Grammatik zum Ausdruck, sie sind dabei allerdings nach dem Muster von "physikalischer Möglichkeit" gebildet.
VI 124
WittgensteinVsNotwendigkeit/Schulte: die Notwendigkeit des logischen "Muss" ist nur Übereinkunft.
VI 169
Notwendigkeit/Wittgenstein: nicht bei Gegenständen, nur bei Begriffen - nicht bei Farbtönen (dass notwendig noch eine Stufe dazwischen liegt) sondern beim Darstellungssystem (Übereinkunft).

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960
Prädikate Frege II 47
Frege: Bsp Ein Satz, der von einem Einhorn spricht ist ein Satz ohne Wahrheitswert, Prädikate können nicht zu- oder abgesprochen werden. (>Nichtexistenz. - Gedanke: ist derselbe, ob der Ausdruck einen Bezug ("Bedeutung") hat oder nicht.
Berka I 87
Prädikat/Frege: man könnte mit einem einzigen auskommen: "ist eine Tatsache" - Von Subjekt/Prädikat ist dann keine Rede.(1)
1. G. Frege, Begriffsschrift, eine der arithmetischen nachgebildete Formelsprache des reinen Denkens, Halle 1879, Neudruck in: Ders. Begriffsschrift und andere Aufsätze, hrsg. v. J. Agnelli, Hildesheim 1964

Brandom I 943
Frege: (große Entdeckung): Es muß in dem Sinne komplexe Prädikate geben: damit die inferentielle Rolle von Sätzen Bsp "Jeder, der jemanden bewundert, bewundert sich selbst" erkannt werden kann. (x)(y)[Rxy > Rxx]. (Kann auch schon in einer Sprache ohne Quantifikation vorkommen) - Strawson: das ist das zweite Unterscheidungsmerkmal von sing Term und Prädikaten: dass Termini quantifiziert werden können.
EMD II 226ff
Prädikat/Frege: Funktion: nimmt Objekte als Argumente und liefert Wahrheitswerte als Wert.
Frege II 71
Prädikat/Frege: Bsp "fallend unter den Begriff Mensch" - das bedeutet dasselbe wie "ein Mensch" - ((s) spätere Autoren: "ist ein Mensch" - "ist" gehört zum Prädikat.
Tugendhat I 192
Prädikat/Frege/Tugendhat: auch bei Frege steht das Prädikat für etwas, aber etwas Ungegenständliches: den Begriff. - (>VsGegenstandstheorie) - ("stehen für").
Tugendhat I 193
Prädikat/Frege: hat keine Referenz - nicht weil widersprüchlich, sondern wegen Unbestimmtheit.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Evans I
Gareth Evans
"The Causal Theory of Names", in: Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol. 47 (1973) 187-208
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Evans II
Gareth Evans
"Semantic Structure and Logical Form"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Evans III
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Propositionen Castaneda Frank I 323
Propositionen/Tradition: (in Reinform von niemand, auch nicht von Frege, vertreten): ideale Konvergenz der Elemente des Denkens, Sprechens, der Wirklichkeit und der Kommunikation. - Propositionen, die in erster Linie als Träger von zeitlosen Wahrheitswerten definiert, elementare Träger sprachlicher Bedeutung, als Konstituenten der Wirklichkeit und als öffentlich zugängliche Inhalte der Kommunikation. - Vorteil: das lässt keine Kluft zwischen dem Inhalt des Denkens, und dem, worauf er gerichtet ist, der Wirklichkeit entstehen. - CastanedaVs: das gilt nicht für indexikalische Sätze. - Individuation: von Index-Sätzen: im Sprechakt, nicht durch Bedeutung.
I 340ff
Proposition/Tradition: (Frege, Moore): 1. Psychologische Einheiten, 2. Ontologische, 3. Ontologisch objektiv (intersubjektiv) , 4. Metaphysische Einheiten, 5. Logische Einheiten, 6. Semantische Einheiten 7. Sprachliche Einheiten der Kommunikation - CastanedaVs: Diskrepanzen zwischen 1 - 7 bei diachronem Fluss der Erfahrungen in der sich ändernden Welt. - VsTradition: versagt bei indexikalischer Referenz mit "ich", "hier", "jetzt". - Problem: Bsp "ich habe 30 Gramm Stickstoff in meiner Leber": Verstehen, ohne Kenntnis des Wahrheitswerts ,öglich. - Daher ist Bedeutung ungleich Wahrheitswert (VsFrege). - Das, was durch die Bildung eines Satzes gedacht wird, ist nicht irgendein objektives Merkmal oder Ding in der Welt, das jedermann zugänglich ist.

Hector-Neri Castaneda (1987b): Self-Consciousness, Demonstrative Reference,
and the Self-Ascription View of Believing, in: James E. Tomberlin (ed) (1987a): Critical Review of Myles Brand's "Intending and Acting", in: Nous 21 (1987), 45-55

James E. Tomberlin (ed.) (1986): Hector-Neri.Castaneda, (Profiles: An
International Series on Contemporary Philosophers and Logicians,
Vol. 6), Dordrecht 1986

Cast I
H.-N. Castaneda
Phenomeno-Logic of the I: Essays on Self-Consciousness Bloomington 1999

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Quasianalyse Carnap VI 94
Quasianalyse/Carnap: Zerlegung von Grundelementen, die eigentlich nicht zerlegbar sind. (> Frege-Russell: "Abstraktionsprinzip", > Abstraktion). - Die beschreibenden Beziehungen sind nicht ihrem Sinn (Bedeutung) nach, sondern nur ihrer Extension nach, also als Relationen gegeben.
VI 96
Die eigentliche Analyse beschäftigt sich nicht mit eigenschaftslosen Punkten, sondern mit Gegenständen, die verschiedene Bestandteile (oder Merkmale) haben.

Ca I
R. Carnap
Die alte und die neue Logik
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Ca II
R. Carnap
Philosophie als logische Syntax
In
Philosophie im 20.Jahrhundert, Bd II, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Ca IV
R. Carnap
Mein Weg in die Philosophie Stuttgart 1992

Ca IX
Rudolf Carnap
Wahrheit und Bewährung. Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique fasc. 4, Induction et Probabilité, Paris, 1936
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Ca VI
R. Carnap
Der Logische Aufbau der Welt Hamburg 1998

CA VII = PiS
R. Carnap
Sinn und Synonymität in natürlichen Sprachen
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Ca VIII (= PiS)
R. Carnap
Über einige Begriffe der Pragmatik
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982
Risikowahrnehmung Gibson Slater I 41
Risikowahrnehmung/visuelle Klippe/E. J. Gibson/Entwicklungspsychologie: In den 1980er Jahren konzeptionierte Gibson ihre Studien mit der visuellen Klippe (>visuelle Klippe/Entwicklungspsychologie) als Untersuchungen zur Entwicklung der Wahrnehmung von "Affordanzen" - der Übereinstimmung zwischen den physischen Fähigkeiten eines Tieres und den Merkmalen der Umgebung, die eine bestimmte Aktion ermöglichen (Gibson, 1988(1); Gibson & Schmuckler, 1989)(2). Diese Rekonzeptualisierung führte zu einer Reihe von Studien über die Wahrnehmung von Affordanzen für Traversabilität durch Säuglinge (Gibson et al., 1987)(3). Jetzt lag Gibsons Fokus auf dem Vergleich von kriechenden und laufenden Säuglingen, da Unterschiede in der Stabilität ihrer Körperhaltung die Kosten für die Fortbewegung beeinflussen. Von besonderem Interesse waren die explorativen Verhaltensweisen, mit denen Informationen für die Affordanzen generiert wurden. (...) in diesem Fall variierte die Festigkeit der Bodenoberfläche anstelle der Höhe des Absetzens. Kriechende Säuglinge überquerten häufiger ein matschiges Wasserbett als laufende Säuglinge, aber beide Gruppen gingen sofort über starres Sperrholz. Laufende unterschieden die beiden Oberflächen mit erhöhter visueller und taktiler Erkundung auf dem Wasserbett, während kriechende Säuglinge dies nicht taten.
Gibsons neue Sichtweise auf das alte visuelle Klippenparadigma führte zu Dutzenden von Studien über die Wahrnehmung von Bewegungsmöglichkeiten durch Säuglinge: über reale Klippen (Kretch & Adolph, im Druck), Lücken (Adolph, 2000(4); Adolph, Berger, & Leo, 2011(5); Zwart, Ledebt, Fong, de Vries, & Savelsbergh, 2005)(6), Pisten (z.B, Adolph, 1997)(7), Treppen (Ulrich, Thelen, & Niles, 1990)(8), Brücken (Berger & Adolph, 2003(9); Berger, Adolph, & Kavookjian, 2010(10); Berger, Adolph, & Lobo, 2005(11); Kretch, Kung, Quon, & Adolph, 2011)(12), Schaumgruben (Joh, 2011(13); Joh & Adolph, 2006(14)), rutschigen Boden (Adolph, Joh, & Eppler, 2010)(15), unter, über und um Barrieren (Kingsnorth & Schmuckler, 2000(16); Lockman, 1984(17); Mulvey, Kubo, Chang, & Ulrich, 2011(18); Schmuckler, 1996(19).




1. Gibson, E. J. (1988). Exploratory behavior in the development of perceiving, acting, and the acquiring of knowledge. Annual Review of Psychology, 39, 1–41.
2. Gibson, E. J., & Schmuckler, M. A. (1989). Going somewhere: An ecological and experimental approach to development of mobility. Ecological Psychology, 1, 3–25.
3. Gibson, E. J., Riccio, G., Schmuckler, M. A., StofFregen, T. A., Rosenberg, D., & Taormina, J. (1987). Detection of the traversability of surfaces by crawling and walking infants. Journal of Experimental Psychology: Human Perception and Performance, 13, 533–544.
4. Adolph, K. E. (2000). Specificity of learning: Why infants fall over a veritable cliff. Psychological Science, 11, 290–295.
5. Adolph, K. E., Berger, S. E., & Leo, A. J. (2011). Developmental continuity? Crawling, cruising, and walking. Developmental Science, 14, 306–318.
6. Zwart, R., Ledebt, A., Fong, B. F., de Vries, H., & Savelsbergh, G. J. P. (2005). The affordance of gap crossing in toddlers. Infant Behavior & Development, 28, 145–154.
7. Adolph, K. E. (1997). Learning in the development of infant locomotion. Monographs of the Society for Research in Child Development, 62, 3 (Serial No. 251).
8. Ulrich, B. D., Thelen, E., & Niles, D. (1990). Perceptual determinants of action: Stair-climbing choices of infants and toddlers. In J. E. Clark & J. H. Humphrey (Eds), Advances in Motor Development Research (Vol. 3, pp. 1–15). New York: AMS Publishers.
9. Berger, S. E., & Adolph, K. E. (2003). Infants use handrails as tools in a locomotor task. Developmental Psychology, 39, 594–605.
10. Berger, S. E., Adolph, K. E., & Kavookjian, A. E. (2010). Bridging the gap: Solving spatial means-ends relations in a locomotor task. Child Development, 81, 1367–1375.
11. Berger, S. E., Adolph, K. E., & Lobo, S. A. (2005). Out of the toolbox: Toddlers differentiate wobbly and wooden handrails. Child Development, 76, 1294–1307.
12. Kretch, K. S., Kung, J., Quon, J. L., & Adolph, K. E. (2011, October). Bridging the gap: Infants’ sensitivity to bridge width and drop-off height. Poster presented at the meeting of the Cognitive Development Society, Philadelphia, PA.
13. Joh, A. S. (2011). Development of learning from falling in young infants: A longitudinal study on the effects of practice, locomotor skill, and learning context. Manuscript in revision.
14. Joh, A. S., & Adolph, K. E. (2006). Learning from falling. Child Development, 77, 89–102.
15. Adolph, K. E., Joh, A. S., & Eppler, M. A. (2010). Infants’ perception of affordances of slopes under high and low friction conditions. Journal of Experimental Psychology: Human Perception and Performance, 36, 797–811.
16. Kingsnorth, S., & Schmuckler, M. A. (2000). Walking skill versus walking experience as a predictor of barrier crossing in toddlers. Infant Behavior and Development, 23, 331–350.
17. Lockman, J. J. (1984). The development of detour ability during infancy. Child Development, 55, 482–491.
18. Mulvey, G. M., Kubo, M., Chang, C.-L., & Ulrich, B. D. (2011). New walkers with Down Syndrome use cautious but effective strategies for crossing obstacles. Research Quarterly for Exercise and Sport, 82, 210–219.
19. Schmuckler, M. A. (1996). Development of visually guided locomotion: Barrier crossing by toddlers. Ecological Psychology, 8, 209–236.


Karen E. Adolph and Kari S. Kretch, “Infants on the Edge. Beyond the Visual Cliff” in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012
Sachverhalte Wittgenstein Dummett I 160
Wittgenstein/Sachverhalt: stellt sogar den "Sachverhalt" in Frage: sobald wir gesehen haben, dass es eine Vielzahl von Umständen gibt, die zu der Äußerung "mit einem Schlag verstand er" führen können, werden wir geheilt sein von dem Drang, uns auf einen unabhängig denkbaren "Sachverhalt" zu berufen, durch den eine solche Aussage wahr gemacht werden könnte.
Chisholm II 166
Sachverhalt/Wittgenstein: keine Tatsache - er liegt zwischen Tatsachen in Abstraktion von ihrem Bestehen und Komplexen - ein Atomsatz ist wahr, wenn ein korrespondierender Komplex existiert.
Wittgenstein VI 70
Def Sachverhalt/Tractatus/Schulte: Verbindung von Gegenständen (Sachen, Dingen). Dass sich Dinge in bestimmter Weise verhalten, ist eine Def Tatsache. - Sachverhalt: entspricht Elementarsatz - Tatsache: entspricht dem logischen Produkt von Elementarsätzen.
Hintikka I 67 ff
Sachverhalt/Gegenstand/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: 2.03 Im Sachverhalt hängen die Gegenständen ineinander wie die Glieder einer Kette.
2.031 Im Sachverhalt verhalten sich die Gegenstände in bestimmter Art und Weise zueinander.
Abbildtheorie/Bildtheorie/Wittgenstein/Früh: wenn der Satz ein sprachliches Gegenstück zum Sachverhalt ist, dann:
I 68
"Wohlgemerkt, jene Verbindung ist keine Relation, sondern nur das Bestehen einer Relation."
I 73 ff
Existenz/Ontologie/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: anders als Frege fasst Wittgenstein im Tractatus eine Ontologie der möglichen Sachverhalte ins Auge. Nach Wittgenstein hat es kaum Sinn, von einer möglichen Existenz zu reden. D.h. dass wir die tatsächlichen Gegenstände so auffassen müssen, als existiere jeder mit Notwendigkeit!
Natürlich glaubt Wittgenstein nicht, er könne sagen, dass Gegenstände notwendig existieren. Eben darin liegt nach ihm die Transzendentalität der Gegenstände und diese macht wie er meint, den Kern der Transzendentalität der Logik aus (6.13).
Dennoch ist klar, dass Wittgenstein die wichtige, aber nicht ausdrückbare Voraussetzung der notwendigen und notwendig vollständigen Existenz der Gegenstände tatsächlich macht.
Folge: nicht nur alle tatsächlichen Sachverhalte, sondern darüber hinaus alle möglichen Sachverhalte müssen so aufgefasst werden, als seien sie aus denselben Gegenständen aufgebaut.
Mögliche welt//Tractatus/Wittgenstein: 2.022 "Es ist offenbar, dass auch eine von der wirklichen noch so verschiedene Welt etwas - eine Form - mit der wirklichen Welt gemein haben muss.
2.023 „Diese feste Form besteht eben aus den Gegenständen."

III 141
Def Sachverhalt/Tractatus/Wittgenstein/Flor: Kombination von einfachen Gegenständen ohne Qualitätsmerkmale! Die Sachverhalte sind voneinander völlig unabhängig. Bsp Im Tractatus gibt es wieder ein Beispiel für einen Sachverhalt noch für einen Gegenstand! Mit der Wiedergabe sämtlicher Gegenstände im Verhältnis ihrer Positionen sind auch sämtliche Sachverhalte abgedeckt. Sämtliche Welten.
III 142
Es muss eine absolute Unterscheidung zwischen dem Einfachen und dem Komplexen geben. Ontologie/Tractatus/Wittgenstein/Flor: muss in der Angabe einer absoluten Bestimmung des Denkbaren und Möglichen bestehen.
Bildtheorie Tractatus/Wittgenstein/Flor: ein Elementarsatz verkörpert einen Sachverhalt dadurch, dass er die gleiche logische Form hat. Jedem Element im Bild entspricht ein und nur ein Element des in dem Bild dargestellten Sachverhalts. Die Elemente des Elementarsatzes, die Namen, entsprechen bestimmten Gegenständen des Sachverhalts. Der Name steht stellvertretend für den Gegenstand. (Stellvertreter!).
Die Konfiguration der Bildelemente entspricht der Konfiguration der Gegenstände im Sachverhalt. Durch eine bloße Gruppierung lässt sich kein Sachverhalt herstellen. Eine solche Gruppierung ist auch nicht wahr oder falsch.
III 149
Sinn/Zeigen/Tractatus/Wittgenstein/Flor: da alle Sachverhalte ein Teil der möglichen Welten sind, kann der Sinn der Welt nicht selbst ein Sachverhalt, ein Teil der möglichen Welt sein.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Chisholm I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chisholm II
Roderick Chisholm

In
Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986

Chisholm III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Semantischer Wert Dummett III (b) 53
Def semantischer Wert/Frege/Dummett: (für den Elementarsatz) dasjenige der Merkmale, dessen Besitz hinreichend und notwendig ist, um jeden komplexen Satz gemäß seiner Zusammensetzung aus Elementarsätzen als wahr oder nicht wahr zu bestimmen. - Der semantische Wert eines Elementarsatzes ist nichts anderes als sein Wahrheitswert - semantische Interpretation: direkte Zuordnung der semantischen Werte der verschiedenen Ausdrücke zu den Schemabuchstaben (nicht der Ausdrücke selbst!). - Semantischer Wert: = Referenz! - Semantischer Wert eines Prädikats: Extension - das ist nicht dasselbe wie der Sinn.
III (b) 54
Semantischer Wert: eines singulären Terms: Einzelding.
III 225
Semantischer Wert/Schulte: soll eine angenommene "Natur" des Bezugsgegenstands vermeiden.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Sinn Millikan I 6
Sinn/Sense/Millikan: ist das grundlegende intentionale oder semantische Merkmal, aber es ist nicht Referenz und auch nicht Intension. Es ist nicht einmal durch Intension festgelegt! Daher gibt es ein erkenntnistheoretisches Problem der Intentionalität:
Intentionalität/Millikan: These: wir können nicht a priori wissen, was wir denken! Weil der Sinn nicht durch Referenz festgelegt ist! Das liefert eine Unterstützung des Realismus.
Gegebenes/Millikan: MillikanVsMythos des Gegebenen. Für zu einem falschen „Foundationalism“ der Erkenntnistheorie.
VsKorrespondenztheorie: damit wird auch die Korrespondenztheorie zurückgewiesen
I 7
und zwar nicht nur als „Test für Wahrheit“ sondern auch als „Natur der Wahrheit“. Jedenfalls nach einer populären Sichtweise. Das ist aber nicht ohne Paradoxien.
Wissen/Naturalismus/Millikan: die Fähigkeiten eines Wissenden sind ein Produkt Natur, wie der Wissende selbst. Wissen muss etwas sein, was man in der Welt tut. Es ist eine natürliche Relation zur Welt.
I 11
Sense/Sinn/Millikan: ist nicht „Intension“: auch nicht Quinesche „Bedeutung“. Auch nicht Fregescher Sinn. Intension/Millikan: hat mit einem Netzwerk von Schlussregeln zu tun.
sense: hat die Aufgabe von „Intension“ übernommen, aber sense steht nicht völlig im Kontrast mit „Referent“.
Referenz“ einen Referenten haben wird dasselbe sein wie „Sinn“ (sense) zu haben.
Referenten: sind eine andere Sache.
I 111
Def Sinn/sense/intentionale Icons/Fregescher Sinn/Millikan: ein intentionales Icon hat Sinn und jedes der variablen und invarianten Abbildungselemente oder Aspekte hat auch Sinn. Auch jedes Element einer Familie eines solchen Elements hat Sinn. Haben von Sinn: entspricht dem Haben Normaler Bedingungen für die Ausübung der direkten Eigenfunktion.
Def Sinn/sense/Fregescher Sinn/kurz/Millikan: ist die Normale Abbildungsregel. Sinn eines Icons sind die Regeln, nach denen das Icon etwas abbildet.
I 141
Sinn/Intension/Zusammenfassung/Millikan: 1. Weder Reizbedeutung noch explizite Intension (wenn überhaupt eine vorhanden ist) bestimmen den Sinn.
2. Der Sinn bestimmt weder die Reizbedeutung noch die explizite Intension (wenn es eine gibt).
3. Ausdrücke im Idiolekt können daher verschiedene Reizbedeutungen und/oder Intensionen haben und dennoch denselben Sinn. Sogar dieselbe Reizbedeutung und/oder Intension und verschiedene Sinne.
4. Weder Reizbedeutung noch Intension sind unfehlbar. Das brauchen sie auch nicht, weil sie keine „Kriterien“ sind. Für den Referenten hängt nichts von ihnen ab.
5. Sinne – auch von Gedanken – können mehrdeutig sein und auch leer.
6. Ein Term im Idiolekt kann multiple Intensionen und dennoch einen eindeutigen Sinn haben.
7. Sinn: eines Ausdrucks ist nicht dasselbe wie der Sinn einer der expliziten Intensionen.
8. Der Sinn eines Ausdrucks kann mehrdeutig oder leer sein, und dennoch kann seine explizite Intension einen eindeutigen Sinn haben.
9. Wenn man sagen kann, dass ein leerer Term eine Bedeutung hat (irgendwie auf Intentionalität bezogen), dann nur, weil er eine Intension hat, die ihrerseits Sinn hat. Sinn, nicht Intension ist die Wurzel aller Intentionalität, Intension ist nur sekundäre „Bedeutung“.
10. Es kann sein, dass man zwei Ausdrücke im Idiolekt hat, aber nicht weiß dass sie denselben Sinn haben Bsp Hesperus/Phosphorus. D.h. Kenntnis der Synonymie in einem Idiolekt ist kein Wissen a priori. Kenntnis der Mehrdeutigkeit des Fregeschen Sinnes ist auch kein Wissen a priori.
I 235
Sinn/komplex/Komplexität/zusammengesetzt/Ausdruck/Millikan/(s): um Sinn zu haben, muss ein Ausdruck ((s) in einer Prädikation) zusammengesetzt sein.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Terminologien Boer I XI
TI/Boer: These: Glauben als 2-stellige Relation zu einer speziellen Art von Eigenschaft („Gedankeninhalt“). Schreibweise: Deutsche Schrift (Fraktur).
I XI
Lager: Relationstheorie: Boer pro: Glauben als Relation zu Gedankeninhalt (bestimmte Eigenschaft) - STI /Boer: Semantik für Glaubenszuschreibungen, die substitutionale Opazität in Glaubensberichten als echtes semantisches Merkmal auffasst.
These: diese beiden zusammen lösen viele bekannte Rätsel.
Objekt-abhängige Sinne/Frege/Boer: diese sollen hier verteidigt werden (Boer pro Frege).
I 6
Partizipieren/Partizipation/Boer: ein Ding, das nicht in der Welt partizipiert, ist entweder Bsp ein nicht-existentes Ding oder ein nicht-raumzeitliches Individuum, eine nicht-existente oder falsche Proposition, ein nicht-existenter oder nicht-bestehender Zustand, eine nicht-existente oder unexemplifizierte Eigenschaft oder Relation, oder ein nicht-existentes oder nicht-vorkommendes Ereignis. Also präziser:

(D2) R ist eine partizipations-unabhängige Relation = es ist möglich für ein existierendes Ding, eine Relation R zu einem Ding zu haben, das nicht in der Welt partizipiert.

Bsp mentale Referenz: wäre dann intentional einfach weil man sowohl an abstrakte als auch konkrete Individuen denken kann (auch unexemplifizierte Eigenschaften usw.).

Relation/Partizipation/Boer: obwohl ein toleranter Aktualist, der die Existenz von Relationen überhaupt anerkennt, akzeptiert, dass einige Relationen Partizipations.-unabhängig sind, beschränkt (D2) die Relation solcher Relationen nicht auf existierende Dinge.
(D2) fordert nur, dass ein existierendes Dinge eine solche Relation zu einem nicht-partizipierenden Ding hat.
Relation R: daraus, dass jemand R zu etwas hat, folgt also nicht, dass dieses Etwas in der Welt partizipiert ((s) man kann an abstrakte Objekte denken).
Nichtexistenz: wenn es nicht-existente Dinge gibt, gibt es nichts in (D2) das verbietet, dass man eine partizipations-unabhängige Relation wie mentale Referenz zu ihnen hat. ((s Man kann an etwas Nicht-existentes denken). Das wird höchstens ein sehr strenger Nominalismus ablehnen.

I 12
Schreibweise/Boer: N: sei eine Entität eines gegebenen Typs
(E: Schreibweise im Buch: Frakturschrift)
EN: sei die wesentliche Eigenschaft von Dingen dieses Typs N gdw.
I 13
i) EN exemplifizierbar ist (d.h. dass es möglicherweise ein solches Ding gibt) ii) notwendig: ein Ding exemplifiziert EN gdw. es identisch ist mit N.

haecceitas: von N. die Eigenschaft, N zu sein. Diese wäre hier trivialerweise die Essenz (Wesen) von N.
I 13
Def normal/Terminologie/Boer: wollen wir Dinge nennen, für die es möglich ist, dass sie existieren/aktual sind.
Def abstrakt/Terminologie/Boer: sei ein Ding, für das es nicht möglich ist, dass es existiert/aktual ist.

Fiktion/fiktiv/Boer: a) im ersten Sinn: (bloße Possibilia): normal, wenn auch nicht-existierend.
b) als wesentlich fiktional: abstrakt.


Boer I
Steven E. Boer
Thought-Contents: On the Ontology of Belief and the Semantics of Belief Attribution (Philosophical Studies Series) New York 2010

Boer II
Steven E. Boer
Knowing Who Cambridge 1986
Wahrheitsdefinition Frege V 105
FregeVsWahrheitsdefinition/W-Def/: Regreß: immer Wahrheit anderer Sätze vorausgesetzt
IV 20
Wahrheit/Definition/W-Def/Frege: kann nicht definiert werden - in einer Definition gibt man gewisse Merkmale an - bei der Anwendung auf einen bestimmten Fall kommt es dann darauf an, ob sie erfüllt sind - so drehte man sich bei der Wahrheit im Kreise -

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993
Wahrheitswert Tugendhat II 233ff
Wahrheitswertpotential/Tugendhat: zwei Namen, die denselben Gegenstand bezeichnen, haben dasselbe Wahrheitswert-Potential. Lösung für Konflikt: Frege: Teilsätze, Zitate: Namen von Sätzen - Searle: Sätze niemals Namen - Tugendhat: dann ist das Wahrheitswert-Potential quasi die Übertragung der Merkmale von Sätzen auf Namen.
II 237
Wahrheitswert/Satz/Gegenstand/Frege: durch Substituierbarkeit wird bewiesen, dass die Wahrheitswerte der Sätze den Gegenständen der Namen entsprechen. TugendhatVsFrege: nur umgekehrt kann bewiesen werden, dass die Gegenstände der Namen den Wahrheitswerten der Sätze entsprechen.
II 243
Ungerade Bedeutung/Frege: Name eines Satzes.

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Wahrnehmung Dummett I 36
DummettVsHusserl: das Noema ist nicht sprachlich erschließbar.
I 52
Husserl, Noema, Mittel der Wahrnehmung: VsDirekte Wahrnehmung von "uninterpretiertem Gegebenem" Noema: Er nimmt mittels des Noemas wahr, nimmt es aber selbst nicht wahr noch erfasst er es sonst auf irgendeine Weise.
I 55
DummettVsHusserl: Seine Behauptung, das Abgleiten in den Idealismus werde durch die Unterscheidung zwischen Noema und Gegenstand verhindert, ist gar nicht ohne weiteres einleuchtend. Wir können nicht sagen, das Subjekt nehme den Gegenstand nur indirekt wahr, da dieser durch das Noema vermittelt sei. es gibt nämlich gar keinen Begriff der direkten Wahrnehmung, den wir diesem gegenüberstellen könnten.
I 64
Einen Wortschatz für Merkmale der Sinnesempfindungen kann es nicht geben, wenn man diese als etwas ansieht, was nicht durch ihre Interpretation als Wahrnehmung einer äußeren Realität beeinflusst wird. Und wenn ein solcher Wortschatz doch möglich wäre, könnten wir uns seiner nicht bedienen.
I 94
Husserl: Wahrnehmung ist nicht der Akt, in dem die Bedeutung liegt - gleiche Wahrnehmung, andere Aussage (Sinn) - gleiche Aussage (Sinn), andere Wahrnehmung.
I 96
Def Noema: Verallgemeinerung des "Sinnbegriffs", nichts weiter als die Verallgemeinerung der Idee der Bedeutung auf das Gesamtgebiet der Akte.
I 96f
Dummett: was ist eigentlich das Noema der sinnlichen Wahrnehmung? Verfehlt: das Noema mit den Sinneseindrücken gleichzusetzen.
I 99
Def Hyle: Sinneseindrücke werden von Husserl zusammenfassend als Hyle bezeichnet. Er fasst sie genauso auf wie Frege. Erst durch das Noema erhält der Wahrnehmungsakt einen Gegenstand. Daher sind Noema und Sinn etwas, was über sich selbst hinaus auf einen Gegenstand in der Außenwelt verweist.
I 99
Sinneseindrücke dagegen verweisen auf nichts, wir haben sie einfach.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Wissen Davidson McGinn I 179
McGinn: Domestizierungstheorien des Wissens: Neuere Variante: bezieht sich auf den Externalismus bezüglich des Bewußtseinsinhalts: Geist und Welt können so auseinanderklaffen, wie der Skeptiker annehmen möchte. (Putnam, Davidson).
Davidson I (b) 18
DavidsonVsHume: es gibt unendlich viele Eigenschaften, daher ist Unkenntnis der gedachten Gegenstände möglich.
I (b) 18
Sinn/Merkmal/FregeVsDavidson/Frege pro Hume: zum Begreifen des Sinns gehört nur, was relevant ist - Daher können "verborgene" Merkmale kein Teil des Sinns sein. - Dummett: das sind die "internen Merkmale".

Davidson I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

Davidson I (a)
Donald Davidson
"Tho Conditions of Thoughts", in: Le Cahier du Collège de Philosophie, Paris 1989, pp. 163-171
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (b)
Donald Davidson
"What is Present to the Mind?" in: J. Brandl/W. Gombocz (eds) The MInd of Donald Davidson, Amsterdam 1989, pp. 3-18
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (c)
Donald Davidson
"Meaning, Truth and Evidence", in: R. Barrett/R. Gibson (eds.) Perspectives on Quine, Cambridge/MA 1990, pp. 68-79
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (d)
Donald Davidson
"Epistemology Externalized", Ms 1989
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (e)
Donald Davidson
"The Myth of the Subjective", in: M. Benedikt/R. Burger (eds.) Bewußtsein, Sprache und die Kunst, Wien 1988, pp. 45-54
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson II
Donald Davidson
"Reply to Foster"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Davidson III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

Davidson IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

Davidson V
Donald Davidson
"Rational Animals", in: D. Davidson, Subjective, Intersubjective, Objective, Oxford 2001, pp. 95-105
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

McGinn I
Colin McGinn
Die Grenzen vernünftigen Fragens Stuttgart 1996

McGinn II
C. McGinn
Wie kommt der Geist in die Materie? München 2001
Zahlen Geach I 215ff
Zahlen/Geach: benennen nichts - nicht: Bsp "Es gibt zwei Daimon und Phobos" - wie oft ein Begriff realisiert ist, ist kein Merkmal des Begriffs. ((s) GeachVsMeixner). Einheit/Vielheit/Geach: können keinem Objekt zugeschrieben werden - Lösung/Frege: sie werden den Begriffen zugeschrieben, unter die die Objekte fallen. - Zahlen: in der Mathematik manchmal wie Gegenstände mit Eigenschaften Bsp Teilbarkeit - Geach: dann brauchen wir ein Identitätskriterium - Frege: Gleichzahligkeit: "Es gibt eine Eins-zu-Eins-Entsprechung von Fs und Gs". - Pointe: das beinhaltet nicht, dass die Fs oder die Gs auf ein einzelnes Objekt - eine Klasse - referieren! - Lösung: Relation statt Klasse. - Bsp Man legt neben jeden Teller ein Messer: das ist keine Klasse sondern eine Relation.
I 220
Zahlen/Frege: Selbstkritik: Klassen dürfen nicht gebraucht werden, um zu erklären, was Zahlen sind, sonst Widerspruch: "ein und dasselbe Objekt ist beides, die Klasse der M und die Klasse der Gs, obwohl ein Objekt (dieses Objekt, z.B. Zahl(!)) ein M ist ohne ein G zu sein." - (+) - Das zeigt dass der ursprüngliche Begriff einer Klasse Widersprüche enthielt. Zahlen können Objekte sein (mit Eigenschaften wie Teilbarkeit), Klassen nicht. - Nicht widersprüchlich: "ein und dasselbe Objekt: die Zahl (nicht Klasse!) der Fs und die Zahl der Ks".
I 221f
Zahlen/GeachVsFrege: Zahl ist nicht "Zahl von Objekten". - Damit verwirft er seine eigenen Bedenken zu sagen, dass "der Gegenstand einer Zahl zu einer Klasse gehört" (falsch). - "Die Zahl der As" soll bedeuten: "die Zahl der Klasse aller As" (falsch). Lösung/Geach: (wie Frege anderswo): die Leerstelle in "die Zahl von.." und "wie viele ... gibt es?" kann nur mit einem Begriffswort im Plural gefüllt werden - nicht mit dem Namen eines Gegenstands oder einer Liste von Gegenständen. - Begriffswort statt Klasse!
I 225
Zahlen/Klassen/Geach: nicht Klassen von Klassen! (Frege dito). - Wenn wir eine Zahl (fälschlich) mit einer Klasse a verbinden, verbinden wir sie in Wirklichkeit mit der Eigenschaft, die ausgedrückt wird durch "___ist ein Element von a". Das ist nicht trivial. - Denn wenn wir eine Zahl mit einer Eigenschaft verbinden, ist die Eigenschaft normalerweise nicht in dieser Form ausgedrückt.
I 225
Zahlen/Klassen/Geach: falsch: "Die Zahl der Fs ist 0" - richtig: "Die Klasse der Fs ist 0" - Klasse wie Zahl sind gleichermaßen spezifiziert durch die Erwähnung einer Eigenschaft.
I 235
Zahlen/Frege/Geach: nicht Klassen von Klassen (das sagt Frege auch nicht). - Der Fehler rührt von der Idee her, dass man mit konkreten Objekten beginnen könnte und diese dann zu Gruppen und Super-Gruppen zusammenfassen könnte.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Zeichen Millikan I 6
Zeichen/Millikan: ich werde eine allgemeine Zeichentheorie auf Basis von Fregeschen Sinnen aber im Sinn von Peirce aufstellen, damit sollen konventionelle Zeichen, aber auch Gedanken abgedeckt werden.
Das hat eine wichtige Konsequenz:
Sinn/Sense/Millikan: ist das grundlegende intentionale oder semantische Merkmal, aber es ist nicht Referenz und auch nicht Intension. Es ist nicht einmal durch Intension festgelegt! Daher gibt es ein erkenntnistheoretisches Problem der Intentionalität:
Intentionalität/Millikan: These: wir können nicht a priori wissen, was wir denken! Weil der Sinn nicht durch Referenz festgelegt ist! Das liefert eine Unterstützung des Realismus.
Gegebenes/Millikan: MillikanVsMythos des Gegebenen. Für zu einem falschen „Foundationalism“ der Erkenntnistheorie.
VsKorrespondenztheorie: damit wird auch die Korrespondenztheorie zurückgewiesen
I 7
und zwar nicht nur als „Test für Wahrheit“ sondern auch als „Natur der Wahrheit“. Jedenfalls nach einer populären Sichtweise. Das ist aber nicht ohne Paradoxien.
Wissen/Naturalismus/Millikan: die Fähigkeiten eines Wissenden sind ein Produkt Natur, wie der Wissende selbst. Wissen muss etwas sein, was man in der Welt tut. Es ist eine natürliche Relation zur Welt.

I 70
Zeichen/konventionelle//Millikan: werden normalerweise ohne Überlegung gebraucht. Konvention: was konventionelle Zeichen konventionell macht, ist dass sie Eigenfunktion haben, die unabhängig vom besonderen Gebrauch sind.
I 126
Zeichen/Millikan: jedes Zeichen ist entweder intentional oder nicht intentional. Nur wenn es intentional ist, ist es wahr/falsch. Intentionalität/Millikan: lässt Abstufungen zu.


Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 19 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
Merkmal Frege Quine Vs Carnap, R. Carnap VII 151
intensionalistische These der Pragmatik/CarnapVsQuine: die Bestimmung der Intension ist eine empirische Hypothese, die durch Beobachtung der Sprachgewohnheiten überprüft werden kann.extensionalistische These/QuineVsCarnap: die Bestimmung der Intension ist letztlich eine Geschmacksfrage, der Linguist ist frei, weil es nicht überprüft werden kann. Dann stellt sich aber auch nicht die Frage nach der Wahrheit und Falschheit. Quine: das fertiggestellt Lexikon ist ex pede Herculem d.h. wir riskieren einen Irrtum, wenn wir am Fußende beginnen. Aber wir können daraus einen Vorteil ziehen.
Wenn wir im Fall des Lexikons hingegen (?) eine Definition der Synonymität hinauszögern, taucht kein Problem auf, als nichts für Lexikographen, das wahr oder falsch wäre.
Carnap VII 154
Intension/Carnap: wesentliche Aufgabe: herauszufinden, welche Variationen eines gegebenen Exemplar in verschiedener Hinsicht (z.B. Größe, Gestalt, Farbe) im Bereich des Prädikats zugelassen sind. Intension: kann als Bereich des Prädikats definiert werden.
QuineVsCarnap: könnte antworten, daß der Mann auf der Straße nicht willens sei, etwas über nichtexistierende Gegenstände zu sagen.
Carnap VII 155
CarnapVsQuine: die Prüfungen, die die Intensionen betreffen, sind von Existenzfragen unabhängig. Der Mann auf der Straße ist sehr wohl imstande, Fragen in Bezug auf angenommene kontrafaktische Situationen zu verstehen.
Lanz I 271
QuineVsCarnap: Kritik an der Unterscheidung analytisch/synthetisch. Diese Unterscheidung war für den logischen Empirismus wichtig, weil sie ein Verständnis der Philosophie ermöglicht, das der Philosophie eine selbständige Aufgabe zuweist, die klar von derjenigen der empirischen Wissenschaften verschieden ist! Quine untergräbt diese Voraussetzung: das Los von Begriffen ist nicht unabhängig von ihrem Gebrauch in empirischen Theorien!

I 272
Es gibt keine begrifflichen Wahrheiten, die immun wären gegenüber dem Wandel solcher Theorien. Philosophie und Wissenschaften liegen auf ein und denselben Kontinuum.
Newen I 123
Quine/Newen: steht wie Carnap im Geist des Empirismus, hat diesen aber radikal modifiziert.
I 124
Gedanke/Frege: nichtreduzierbar. Gedanke/QuineVsFrege: strebt eine reduktive Erläuterung von Satzinhalten an(wie Carnap).
Basis/QuineVsCarnap: nicht individuelle Sinnesdaten, sondern objektiv beschreibbare Reize.
Satzbedeutung/Quine/Newen: ist durch zwei mengen bestimmt:
1. die Menge der Reize, die zu Zustimmung führt
2. die Menge der reize, die zu Ablehnung führt.
Das gilt aber nur für Gelegenheitssätze.
I 125
Def kognitiv äquivalent/Quine/Newen: = bedeutungsgleich: sind zwei Sätze, wenn sie das gleiche Zustimmungs- bzw. Abbildungsverhalten nach sich ziehen. Für die gesamte Sprache: wenn das für alle Sprecher gilt.
QuineVsCarnap: Sätze haben Vorrang vor Worten.

Quine I 73
QuineVsCarnap: Unterschiede zu Carnaps empirischer Semantik: Carnap schlägt vor, Bedeutung zu erkunden, indem man die Versuchsperson fragt, ob sie ihn unter verschiedenen vorgestellten Umständen die ihr beschrieben werden, anwenden würde. Vorteil: Gegensätze von Termini wie "Kobold" und "Einhorn" werden bewahrt, auch wenn es in der Welt an Beispielen fehlt, die dergestalt voneinander abstechen können.
I 74
Quine: denselben Vorteil weist die Reizbedeutung auf, da es Reizmuster gibt, die zur Zustimmung zur Frage "Einhorn?" veranlassen würden, nicht aber zu "Kobold?" QuineVsCarnap Carnaps Ansatz setzt Entscheidungen darüber voraus, welche Beschreibungen imaginärer Zustände zulässig sind. So wäre z.B. "Einhorn" in Beschreibungen zur Sondierung der Bedeutung von "Einhorn" unerwünscht. Unterschied:
Quine schränkt den Gebrauch unerfüllter Konditionalsätze auf den Forscher ein, Carnap lässt seinen Forscher solche Urteile dem Gewährsmann selbst zur Beurteilung vorlegen. Reizbedeutung kann schon in den ersten Stadien der radikalen Übersetzung ermittelt werden, wo Carnaps Fragebogen noch gar nicht zur Verfügung steht.
Quine: Theorie hat in erster Linie mit Sätzen,
Carnap: mit Termini zu tun.

I 466
Carnap vertritt schon lange die Ansicht, dass die echten Probleme der Philosophie sprachlich sind. Pragmatische Fragen, die unser Sprachverhalten betreffen, nicht Gegenstände. Warum sollte dies nicht auf theoretische Fragen allgemein zutreffen?
I 467
Das geht Hand in Hand mit dem Analytizitätsbegriff.(§ 14) Schließlich lassen sich die theoretischen Sätze im allgemeinen nur pragmatisch rechtfertigen. QuineVsCarnap: Wie kann Carnap da eine Linie ziehen und behaupten, für gewisse Bereiche gälte das nicht?
Dennoch merken wir, dass es einen Übergang von Aussagen über Gegenstände zu Aussagen über Wörter gibt, wenn wir etwa von Fragen über die Existenz von Einhörnern zu Fragen über die Existenz von Punkten und Kilometern Klassen übergehen.

Durch das vielgebrauchte Verfahren des "semantischen Aufstiegs": der Übergang von Aussagen über Kilometer zu Aussagen über "Kilometer". Von der inhaltlichen zur formalen Redeweise. Es ist der Übergang von der Rede in bestimmten Begriffen zur Rede über diese Begriffe.
Es ist genau der Übergang, von dem Carnap meint, er entkleide philosophische Fragen ihres trügerischen Scheins und lasse sie in ihrer wahren Gestalt hervortreten.
QuineVsCarnap: diesen Teil akzeptiere ich jedoch nicht. Der semantische Aufstieg, von dem ich spreche, lässt sich überall anwenden. (Carnap: "inhaltlich" kann man auch "material" nennen.)
Bsp Wenn es darauf ankäme, ließe sich der Satz "In Tasmanien gibt es Wombats" so paraphrasieren: ""Wombat" trifft auf einige Lebewesen in Tasmanien zu".

IV 404
Carnap/(logische Partikel): (»Der logische Aufbau der Welt«): These: es ist grundsätzlich möglich, alle Begriffe auf das unmittelbar Gegebene zurückzuführen. QuineVsCarnap: das ist zu reduktionistisch: Dispositionsbegriffe wie »löslich« können nicht so definiert werden. (Von Carnap selbst später erkannt).
IV 416
QuineVsCarnap: Wozu all die erfinderischen Rekonstruktionen? Letztlich sind Sinnesreizungen das einzige, was wir haben. Wir müssen ermitteln, wie daraus das Bild der Welt konstruiert wird. Warum sich nicht mit Psychologie begnügen?
V 28
Disposition/Quine: Problem: die Angewiesenheit auf gewisse ceteris paribus Klauseln. Mögliche Störungen müssen ausgeschaltet sein. Lösung: einige Autoren: (z.B. Chomsky) Rückzug auf Wahrscheinlichkeiten.
V 29
Carnap: statt Wahrscheinlichkeit: Reduktionssätze als Idealisierungen aufgefasst, an denen Korrekturen stattfinden. Diese Korrekturen fasst Carnap als Umdefinitionen auf, d.h. sie führen zu analytischen Sätzen, die aus der Bedeutung wahr sind.
QuineVsCarnap: ich mache keine Unterscheidung zwischen analytischen und anderen Sätzen.
V 30
Reflexe/Holt/Quine: später konditionierte sind nicht grundsätzlich verschieden von angeborenen. Sie bestehen aus Nervenbahnen mit verringertem Widerstand. Quine: so kann man Dispo auch als diese Bahn selbst auffassen! ((s) Also quasi körperlich. Eben als physikalischen Zustand.)
Disposition/GoodmanVsQuine: ein Dispositionsausdruck ist ein Wechsel auf eine schließlich mechanische Beschreibung und daher zirkulär. Die mechanistischen Termini werden letztlich implizit Dispositionstermini sein.
QuineVsGoodman/QuineVsCarnap: ich bin, anders als die beiden, mit einem theoretischen Wortschatz zufrieden, von dem einige physikalische Grundprädikate zunächst mit Hilfe der Dispositionen-Redeweise gelernt wurden. (Heuristische Rolle).

VII (b) 40
Seine Arbeit ist aber immer noch nur ein Fragment des ganzen Programms. Seine Raum Zeit Punkt Quadrupel setzen eine bewegungsarme Welt voraus ("laziest world"). Prinzip der geringsten Bewegung, soll der Leitfaden für eine Konstruktion einer Welt aus der Erfahrung sein.
QuineVsCarnap: er schien nicht zu bemerken, dass es seiner Behandlung physikalischer Objekte an Reduktion mangelte! Die Quadrupel maximieren und minimieren gewisse allgemeine Eigenschaften (over all features) und mit zunehmender Erfahrung werden die Wahrheitswerte im selben Sinn revidiert.

X 127
Logische Wahrheit/Carnap: These: nur die Sprache und nicht die Beschaffenheit der Welt macht sie wahr. Wahrheit/logische Wahrheit/QuineVsCarnap: ist keine rein linguistische Sache.
Logik/QuineVsCarnap: die beiden Zusammenbrüche, die wir gerade gesehen haben, ähneln sich in Form und Wirkung:
1. Die Logik ist wahr aufgrund der Sprache nur insofern, als sie trivialerweise wahr aufgrund von allem und jedem ist.
2. Die Logik ist untrennbar von der Übersetzung nur insofern, als alles Evidente von der Übersetzung untrennbar ist.
Logik/Sprache/Quine: für die linguistische These scheint der semantische Aufstieg zu sprechen.
QuineVs: das Prädikat „wahr“ (W Prädikat) ist schon vorhanden und hilft gerade, die Logik von der Sprache zu trennen, indem es auf die Welt zeigt.
Logik: spricht zwar viel von Sprache, ist aber auf die Welt und nicht auf die Sprache orientiert. Das wird vom W Prädikat bewirkt.
X 133
Wir lernen die Logik, indem wir die Sprache lernen. VsCarnap: das unterschiedet aber die Logik nicht von anderen Gebieten des Alltagswissens!

XI 99
QuineVsProtokollsatz/QuineVsCarnap/Lauener: beschreibt private, nicht öffentlich zugängliche eigenpsychische Erlebnisse.
XI 129
Intension/Carnap/Lauener: (Meaning and Necessity): versucht Intensionen einzuführen, ohne sich dadurch in eine Metaphysik zu verwickeln. QuineVsCarnap: man kann nicht die Vorteile einer Theorie genießen, ohne die ontologische Rechnung zu begleichen. Daher müssen die angenommenen Gegenstände Werte der Variablen sein.
Eine andere Art wäre zu sagen, dass bestimmte Prädikate zutreffen müssen, damit die Theorie wahr wird. Aber das heißt so viel wie dass es die Gegenstände sind, die Werte der Variablen sein müssen.
Auf jeden Wert trifft ein Prädikat oder dessen Negation zu. ((s) >durchgängige Bestimmung).
XI 130
Umgekehrt ist alles, worauf ein Prädikat zutrifft, ein Wert einer Variablen. Denn ein Prädikat ist ein offener Satz.
XI 138
Ontologie/Carnap/Lauener: Bsp „x ist ein Ding“: auf höherer Allgemeinheitsstufe beziehen sich Existenzannahmen nicht mehr auf die Welt, sondern nur noch auf die Wahl eines geeigneten sprachlichen Rahmenwerks. QuineVsCarnap: das ist bloß ein gradueller Unterschied.
XI 142
Ontologie/Carnap/Lauener: (vorübergehend vertreten): These: philosophische Fragen sind immer Fragen nach dem Sprachgebrauch. semantischer Aufstieg/QuineVsCarnap: dieser darf nicht für ontologische Ausweichmanöver missbraucht werden.
XI 150
Ding/Gegenstand/Carnap/Lauener: Dinge anzunehmen bedeutet nur die Wahl einer gewissen Sprache. Es heißt nicht, an diese Dinge zu glauben.
XI 151
CarnapVsQuine: sein Existenz Kriterium (Wert einer gebunden Variablen zu sein) hat insofern keine tiefere Bedeutung, als darin nur eine Sprachwahl zum Ausdruck kommt. QuineVsCarnap: Sprache und Theorie können nicht so getrennt werden. Wissenschaft ist die Fortsetzung unserer täglichen Praxis.

XII 69
QuineVsCarnap/QuineVsAllwörter: es wird nicht gesagt, worin das Merkmal für den Geltungsbereich genau besteht. ontologische Relativität/QuineVsCarnap: lässt sich nicht durch interne/externe Frage-, Allwörter oder universelle Prädikate erhellen. Sie hat nichts mit universellen Prädikaten zu tun. Die Fragen nach einer absoluten Ontologie sind sinnlos. Dass sie in Bezug auf einen Rahmen sinnvoll sind, liegt im allgemeinen nicht daran, dass die Rahmentheorie einen umfassenderen Bereich hat.
absolute Ontologie/Quine: was sie sinnlos macht, ist nicht ihre Universalität sondern ihre Zirkularität.
Bsp „Was ist ein F?“ kann nur im Rückgriff auf einen weiteren Term beantwortet werden: „Ein F ist ein G“.

XII 89
Erkenntnistheorie/Geltung/Gültigkeit/QuineVsCarnap: Humes Problem (allg. Aussagen + Aussagen über Zukunft sind ungewiss, wenn als über Sinnesdaten oder Sinneseindrücke verstanden) ist bis heute ungelöst. Carnap/Quine: seine Konstruktionen hätten ermöglicht, alle Sätze über die Welt in Sinnesdaten bzw. Beobachtungsbegriffe plus Logik und Mengenlehre zu übersetzen.
XII 90
QuineVsCarnap: die bloße Tatsache, dass ein Satz mit logischen, mengentheoretischen und Beobachtungstermen ausgedrückt ist, bedeutet nicht, dass er sich mit logischen und mengentheoretischen Mitteln aus Beobachtungssätzen beweisen ließe. ((s) Ausdrucksmittel sind keine Beweismittel. (innen/außen, Ebene, Zirkel).)
Erkenntnistheorie/Quine: Pointe: die Wahrheiten über die Natur mit der vollen Autorität der unmittelbaren Erfahrung ausstatten zu wollen, ist ebenso zum Scheitern verurteil wie die Rückführung der Wahrheiten der Mathematik auf die potentielle Einsichtigkeit der elementaren Logik.
XII 91
Carnap/QuineVsCarnap: wenn Carnap seine Konstruktion erfolgreich durchgeführt hätte, wie hätte er wissen können, ob es die richtige ist? Die Frage wäre leer gewesen! Jede wäre befriedigend erschienen, wenn sie nur die physikalischen Aussagen richtig dargestellt hätte. Das ist die rationale Rekonstruktion.
Def rationale Rekonstruktion/Carnap/Quine: Konstruktion physikalistischer Aussagen aus Beobachtungsbegriffen, logischen und mengentheoretischen Begriffen.
QuineVsCarnap: Problem: wenn das erfolgreich gewesen wäre, hätte es viele solche Konstruktionen gegeben und jede wäre gleich befriedigend erschienen, wenn sie nur die physikalistischen Aussagen richtig dargestellt hätte. Aber jede wäre auch eine große Errungenschaft gewesen.
XII 92
QuineVsCarnap: leider liefert der „Aufbau“ keine Reduktion qua Übersetzung die die physikalistischen Begriffe überflüssig machen würde. Das würde er nicht einmal, wenn seine Skizze ausgearbeitet würde. Problem: die Stelle wo Carnap erklärt, wie den Orten im physikalischen Raum und physikalischen Zeit Sinnesqualitäten zuzuordnen seien.
Das bietet aber keinen Schlüssel für die Übersetzung wissenschaftlicher Sätze in solche, die aus logischen, mengentheoretischen und beobachtungsbegriffen gebildet sind.
CarnapVsCarnap: später: („Testability and Meaning“, 1936): Reduktionssätze statt Definitionen.
XII 94
Empirismus/QuineVsCarnap: der Empirismus hat 1. aufgegeben, die Wahrheit über die Natur aus der Sinneserfahrung zu deduzieren. Damit hat er ein wesentlichen Zugeständnis gemacht.
2. hat er die rationale Rekonstruktion aufgegeben, d.h. den Versuch, diese Wahrheiten in Beobachtungsbegriffe und logisch mathematische Hilfsmittel zu übersetzen.
QuineVsPeirce: Angenommen, wir meinten, dass die Bedeutung einer Aussage in dem Unterschied besteht, den ihre Wahrheit für die Erfahrung macht. Könnten wir dann nicht in einem seitenlangen Satz der Beobachtungssprache alle Unterschiede formulieren, die die Wahrheit ausmachen könnte, und könnten wir dies dann nicht als Übersetzung betrachten?
Problem: diese Beschreibung könnte unendlich lang sein, sie könnte dann aber auch in einer unendlichen Axiomatisierung eingefangen werden.
Pointe: damit gibt der Empirist die Hoffnung auf, dass sich die empirische Bedeutung typischer Aussagen über die Realität sich ausdrücken lässt.
Quine: das Problem ist nicht eine zu hohe Komplexität für eine endliche Axiomatisierung, sondern der Holismus:
XII 95
Bedeutung/QuineVsPeirce: was normalerweise Erfahrungsimplikationen hat („Unterschied für die Erfahrung“) betrifft nur Theorien als ganze, nicht einzelne Erfahrungssätze. QuineVsCarnap: auch der „Aufbau“ müsste einer sein, in dem die Texte, in die logisch mathematische Beobachtungsbegriffe übersetzt werden sollen, ganze Theorien und nicht bloß Terme oder kurze Sätze sind.
rationale Rekonstruktion/QuineVsCarnap: wäre eine merkwürdige „Übersetzung“: sie würde das ganze (ganze Theorien) aber nicht die Teile übersetzen!
Statt von „Übersetzung“ sollten wir einfach von Beobachtungsgrundlagen von Theorien sprechen.
pro Peirce: das können wir dann sehr wohl die empirische Bedeutung der Theorien nennen. ((s) Das Zuordnen ganzer Theorien zu Beobachtungen).

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

Ca I
R. Carnap
Die alte und die neue Logik
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Ca II
R. Carnap
Philosophie als logische Syntax
In
Philosophie im 20.Jahrhundert, Bd II, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Ca IV
R. Carnap
Mein Weg in die Philosophie Stuttgart 1992

Ca IX
Rudolf Carnap
Wahrheit und Bewährung. Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique fasc. 4, Induction et Probabilité, Paris, 1936
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Ca VI
R. Carnap
Der Logische Aufbau der Welt Hamburg 1998

CA VII = PiS
R. Carnap
Sinn und Synonymität in natürlichen Sprachen
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Ca VIII (= PiS)
R. Carnap
Über einige Begriffe der Pragmatik
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Lanz I
Peter Lanz
Vom Begriff des Geistes zur Neurophilosophie
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

New II
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005

Newen I
Albert Newen
Markus Schrenk
Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008
Merkmal Frege Evans Vs Frege, G. Frank I 485
Ich/hier/jetzt/dies/Indexwörter/Evans: sind sehr verwandt. Es gilt ein und dasselbe Erklärungsmuster. mit drei Merkmalen: 1. kriterienlose Identifikation: in einem bestimmten Sinn findet sogar überhaupt keine Identifikation statt!. Aber das kann man ein einem "weiteren Sinn von Identifikation" begreifen.
Problem: mögliches Mißverständnis: Identifikationskriterium eines sing Term ist der Fregesche Sinn.
Ein "kriterienloser Sinn" erschiene dann als ein begrifflicher Widerspruch.
Lösung/Evans: Fregescher Sinn: sollte als die bestimmte Weise verstanden werden, an einen durch einen Ausdruck bezeichneten Gegenstand zu denken.
2. begrenzt zugänglich: "ich" ist nicht jedermann zu jeder Zeit zugänglich.
Fra I 486
Man muss sich schon an dem Ort befinden, um wahrheitsgemäß "hier" zu sagen. Dem entspricht das Verhalten von "ich", "dies" usw. ich/Gedanken/verstehen/EvansVsFrege: es ist mir wohl unmöglich, anderer Leute "ich" Gedanken zu "fassen" aber deshalb ist mir nicht unmöglich, sie zu verstehen!
Kommunikation/Evans: es ist nicht unbedingt nötig, die Gedanken anderer in genau derselben Form zu denken, wie diese selbst, um sie zu verstehen.
begrenzte Zugänglichkeit/VsEvans: Frage: kann man nicht doch "hier" Gedanken haben, egal wo man sich aufhält?
EvansVsVs: Mißverständnis:
Fregesche Gedanken sind Träger unrelativierter, absoluter Wahrheitswerte. Damit ist ausgeschlossen, dass ein und derselbe Gedanke bald wahr und bald falsch ist.
Es ist also falsch, von einer durch "hier" ausgedrückten Weise des Gegebenseins zu sprechen
(s) "Hier" nicht Intension, "hier" keine Intension" Kaplan: "Ich": starre Intension" )
Evans: es gibt so viele Weisen des Gegebenseins von "hier" wie es Orte gibt.
Unterschied: Typ/Vorkommnis.


Gareth Evans(1982b): Self-Identification, in: Evans (1982a) The Varieties of Reference, ed. by John McDowell, Oxford/New York 1982, 204-266

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Evans I
Gareth Evans
"The Causal Theory of Names", in: Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol. 47 (1973) 187-208
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Evans II
Gareth Evans
"Semantic Structure and Logical Form"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Evans III
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Merkmal Frege Frege Vs Hilbert Berka I 294
Widerspruchsfreiheit/WSF/Geometrie/Hilbert: Nachweis durch analoge Beziehungen zwischen Zahlen Begriffe: wenn Merkmale sich widersprechen, existiert der Begriff nicht.(1) - FregeVsHilbert: es fällt bloß nichts darunter. Reelle Zahlen/Hilbert: hier ist der Widerspruchsfreiheitsbeweis für die Axiome zugleich der Existenzbeweis des Kontinuums.

1. D. Hilbert, „Mathematische Probleme“ in: Ders. Gesammelte Abhandlungen (1935) Bd. III S. 290-329 (gekürzter Nachdruck v. S 299-301)

Thiel I 279
Hilbert: hatte 1899 in seinen Grundlagen der Geometrie Termini wie Punkt, Gerade, Ebene,"zwischen" usw. verwendet, aber deren Sinn auf bis dahin ungewohnte Weise verstanden. Sie sollte nämlich nicht nur die Herleitung der üblichen Sätze ermöglichen, sondern in ihrer Gesamtheit überhaupt erst die Bedeutung der in ihnen verwendeten Termini festlegen!
Thiel I 280
Später nannte man dies :"Definition durch Postulate", "implizite Definition" >Definition. Die Benennungen Punkt, Gerade usw. sollten allenfalls eine bequeme Hilfe für die mathematische Anschauung sein.
FregeVsHilbert: stellt im Briefwechsel klar, dass dessen Axiome nicht Aussagen sondern Aussageformen seine. >Aussageform.
Er bestritt, dass durch deren Zusammenwirken den in ihnen auftretenden Begriffen eine Bedeutung verliehen werde. Definiert werde vielmehr ein (in Freges Terminologie) "Begriff zweiter Stufe", heute würde man auch sagen eine "Struktur".
HilbertVsFrege: die Pointe des Hilbertschen Vorgehens ist gerade, dass die Bedeutung von "Punkt", "Gerade" usw offen gelassen wird.
Frege und Hilbert hätten sich darauf durchaus einigen können, taten es aber nicht.
Frege: Axiom sollte im klass. Sinne einfache, im Sinn völlig klare Aussage am Anfang eines Systems sein.
Hilbert: Aussageformen, die zusammengefasst eine Disziplin definieren. Daraus hat sich die "schlampige" Redeweise entwickelt Bsp "Gerade" in der Kugelgeometrie sei eben ein Großkreis.
Thiel I 343
Formalismus: 1. "älterer" Formalismus: zweite Hälfte 19, Jahrh. Schöpfer Hankel, Heine, Thomae, Stolz. "formale Arithmetik,", "formale Algebra". "Gegenstand der Arithmetik seien die Zeichen auf dem Papier selbst, so dass die Existenz dieser Zahlen nicht in Frage steht" (naiv). Def "Permanenzprinzip": es war üblich geworden, für hinzukommende Zahlen neue Zeichen einzuführen und dann zu postulieren, dass die von den Zahlen des Ausgangsbereichs geltenden Regeln auch für den erweiterten Bereich gültig sein sollten.
Vs: das müsste solange als illegitim gelten, als die Widerspruchsfreiheit nicht gezeigt sei. Sonst könnte man eine neue Zahl einführen, und
Bsp § + 1 = 2 und § + 2 = 1 einfach postulieren. Dieser Widerspruch würde zeigen dass es die "neuen Zahlen" in Wahrheit gar nicht gibt. Das erklärt die Formulierung von Heine, dass die "Existenz gar nicht in Frage steht". (>"tonk").
Thiel I 343/344
Etwas differenzierter behandelte Thomae das Problem als "Spielregeln". FregeVsThomae: dieser habe nicht einmal die Grundbestimmungen seines Spiels, nämlich die Entsprechungen zu den Regeln, Figuren, und Stellungen präzise angegeben.
Diese Kritik Freges war schon ein Vorläufer der Hilbertschen Beweistheorie, in der ja ebenfalls bloße Zeichenreihen unter Absehung von ihren etwaigen Inhalt auf ihre Erzeugung und Umformung nach gegebenen Regeln betrachtet werden.
Thiel I 345
HilbertVsVs: Kritiker Hilberts übersehen oft, dass zumindest für Hilbert selbst, der "finite Kern" durchaus inhaltlich gedeutet bleiben sollte und nur die "idealen" nicht finit deutbaren Teile keinen unmittelbar aufweibaren Inhalt haben. Diese Pointe ist methodischer, nicht philosophischer Art. Für Hilberts Programm ist auch "Formalismus" der am häufigsten gebrauchte Ausdruck. Darüber hinaus geht die Auffassung des Formalismus in einem dritten Sinn: nämlich die Auffassung der Mathematik und Logik als ein System von Handlungsschemata für den Umgang mit von jedem Inhalt freien Figuren.
HilbertVsFrege und Dedekind: die Gegenstände der Zahlentheorie sind die Zeichen selber. Motto: "Am Anfang war das Zeichen."
Thiel I 346
Die Bezeichnung Formalismus stammte nicht von Hilbert oder seiner Schule. Brouwer hatte die Gegensätze zwischen seinem Intuitionismus und dem Formalismus der Hilbertschule zu einer Grundsatzentscheidung hochstilisiert.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Merkmal Frege Tarski Vs Hilbert Horwich I 127
Wahrheit/Philosophie/Mathematik/HilbertVsTarski: (einziger „philosophischer“ Einwand überhaupt, von einem Mathematiker!): die W Def hätte nichts mit dem „philosophischen Problem „ zu tun. Das sollte aber keine Kritik sein. Begriff/TarskiVsHilbert: ich habe nie verstanden, was das „Wesentliche“ an einem Begriff sein soll. ((s) >Frege: Begriffe haben Merkmale, die man als notwendig ansehen kann, da es sonst ein anderer Begriff ist, im Gegensatz zu Gegenständen, die sich auch als etwas anderes herausstellen können, aber immer noch der betrachtete Gegenstand sind.)
Wahrheit/Tarski: ich glaube, hier gibt es gar kein „philosophisches Problem“.(1)


1. A. Tarski, The semantic Conceptions of Truth, Philosophy and Phenomenological Research 4, pp. 341-75

Tarski I
A. Tarski
Logic, Semantics, Metamathematics: Papers from 1923-38 Indianapolis 1983
Merkmal Frege Frege Vs Hume, D. I 67
Zahl/Hobbes: setzt in der Mathematik unter sich gleiche Einheiten voraus, aus denen sie hergestellt wird. Zahl/Hume/Frege: die zusammensetzenden Teile der der Quantität und Zahl hält er für ganz gleichartig.
Zahl/FregeVsHobbes/FregeVsHume: ebensogut könnte man die Individuen als ganz verschieden ansehen!
Wenn man von den Merkmalen absieht, durch die sich die Dinge unterscheiden, erhält man nicht, wie Lipschitz meint: "den Begriff der Anzahl der betrachteten Dinge" zurück, sondern
Frege: einen allgemeinen Begriff, unter den diese Dinge fallen.
I 94
Zahl/Gleichheit/Zahlengleichheit/Gleichzahligkeit/Frege: wir müssen den Sinn des Satzes "Die Zahl (sic), die dem Begriff F zukommt ist dieselbe, die dem Begriff G zukommt"
erklären, und zwar so, dass der Ausdruck:
"Die Anzahl (sic), die dem Begriff F zukommt"
nicht vorkommt. (VsZirkel).
Zahlengleichheit/Hume/Lösung: Zuordnung jeder Einheit einer Zahl zu einer Einheit der anderen Zahl. ((s) >eineindeutige Abbildung).
I 95
FregeVsHume: das gibt logische Schwierigkeiten, an denen wir nicht vorbeigehen dürfen: Gleichheit/Anzahl/FregeVsHume/Frege: Gleichheit kommt auch unabhängig von Zahlen (sic) vor, so dass man meinen könnte, dass sie schon vor der Anzahl feststünde, und dass aus dem Begriff der Anzahl (sic) und dem der Gleichheit sich ergeben müßte, wann zwei Anzahlen gleich sind, ohne dass wir eine Definition brauchten.
FregeVs: das würde die Gleichheit nur für jeden einzelnen Fall erklären! (Indem man immer eine Gleichung aufstellte).

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993
Merkmal Frege Frege Vs Kant I 30
HankelVsKant: die Annahme von unendlich vielen unbeweisbaren Urwahrheiten ist unangemessen und paradox. (Frege pro Hankel) Axiome/FregeVsKant: sollten unmittelbar einleuchtend sein. Bsp ist es etwa einleuchtend, daß
135 664 + 37 863 = 173 527?
Und eben das führt Kant für ihre synthetische Natur an!
I 30
Frege: es spricht aber vielmehr gegen ihre Unbeweisbarkeit. Wie sollen sie anders eingesehen werden, als durch einen Beweis, da sie unmittelbar nicht einleuchten.
I 41
Zahlen/FregeVsKant: Kant will die Anschauung von Fingern und Punkten zu Hilfe nehmen, aber das geht ja hier gerade nicht! man sollte nicht zwischen kleinen und großen Zahlen unterscheiden müssen! FregeVsKant: "reine Anschauung" hilft nicht! Was wird alles Anschauung genannt. Anzahlen, Länge, Flächeninhalte, Volumina, Winkel, Krümmungen, Massen, Geschwindigkeiten
I 42
Kräfte, Lichtstärken, Stromstärken, usw. Dagegen kann ich nicht einmal die Anschauung der Zahl 100 000 zugeben.
Der Sinn des Wortes Zahl in der Logik ist demnach ein weiterer als der in der transzendentalen Ästhetik.
Zahlen/Frege: man sollte die Verwandtschaft mit der Geometrie nicht überschätzen!
I 43
Ein geometrischer Punkt ist für sich betrachtet von einem anderen gar nicht zu unterscheiden, einzelne Zahlen dagegen wohl! Jede Zahl hat ihre Eigentümlichkeit.
I 120
FregeVsKant: dieser hat die analytischen Urteile unterschätzt:
I 121
Er denkt das Urteil allgemein bejahend. Problem. wenn es sich aber um einen einzelnen Gegenstand handelt, um ein Existenzialurteil?
Zahlen/FregeVsKant: dieser meint, ohne Sinnlichkeit wäre uns kein Gegenstand gegeben, die Zahlen sind es aber doch, als abstrakte aber ganz bestimmte Gegenstände. Zahlen sind keine Begriffe!

IV 61
Verneinung/FregeVsKant: dieser spricht von bejahenden und verneinenden Urteilen. Dann müsste man auch bejahende und verneinende Gedanken unterscheiden. Das ist in der Logik ganz unnötig.
I 119
FregeVsKant: dieser hat die analytischen Urteile unterschätzt:
I 120
Er denkt das Urteil allgemein bejahend. Problem. wenn es sich aber um einen einzelnen Gegenstand handelt, um ein Existentialurteil? Kant: scheint an beigeordnete Merkmale zu denken. Aber z.B. im Falle der stetigen Funktion einer wirklich fruchtbare Definition gibt es sicher eine innigere Verbindung.
I 121
Die Folgerungen der Mathematik bereichern unsere Kenntnisse, deswegen sollten sie nach Kant synthetisch genannt werden, sie sind aber durchaus auch analytisch! Sie sind in den Definitionen enthalten, wie die Pflanze im Samenkorn, nicht wie der Balken im Hause. Zahlen/FregeVsKant: dieser meint, ohne Sinnlichkeit wäre uns kein Gegenstand gegeben, die Zahlen sind es aber doch, als abstrakte aber ganz bestimmte Gegenstände.
Zahlen sind keine Begriffe.

Stepanians I 34
Mathematik/Wahrheit/FregeVsKant: falsch, geometrische Erkenntnis (durch reine Anschauung) auf alle Mathematik zu verallgemeinern.
Step I 34
reine Anschauung/Kant/Frege/Stepanians: (wie Kant): geometrische Erkenntnis stützt sich auf reine Anschauung und ist schon "in uns", synthetisch a priori. FregeVsMill: geometrische Erkenntnis ist keine Sinneswahrnehmung, weil Punkt, Linie usw. nicht eigentlich durch die Sinne wahrgenommen werden.
Mathematik/Wahrheit/FregeVsKant: falsch, geometrische Erkenntnis (durch reine Anschauung) auf alle Mathematik zu verallgemeinern.
I 35
Zahlen/KantVsFrege: sind uns nicht durch Anschauung gegeben.
I 36
Zahlen/Arithmetik/FregeVsKant: für alle arithmetischen Begriffe lassen sich rein logische Definitionen geben. ((s) Daher ist sie eine sicherere Erkenntnis als die geometrische). Def Logizismus/Frege/Stepanians: das ist die Auffassung, die "Logizismus" genannt wurde. D.h. die Arithmetik ist ein Teil der Logik.
Arithmetik/FregeVsKant: ist nicht synthetisch, sondern analytisch.

Newen I 21
Entdeckungszusammenhang/Begründungszusammenhang/Newen: die Unterscheidung hat in Freges Grundlagen der Arithmetik ihre Wurzeln. Def analytisch/Frege: ist die Begründung eines Satzes, wenn bei dem Beweis nur allgemeine logische Gesetze und Definitionen benötigt werden.
I 22
Frege/FregeVsKant: alle Zahlformeln sind analytisch.
Tugendhat II 12
"Nicht"/Tugendhat: Fehler: das Wort "nicht" als Spiegelung der "Position" zu betrachten. (Kant: nennt "Sein" "Position"). FregeVsKant: hat gezeigt, dass die Negation sich immer auf den sogenannten propositionalen Gehalt bezieht und nicht auf derselben Ebene mit dem Behauptungsmoment (Position) steht.
Die traditionelle Gegenüberstellung von verneinenden und bejahenden Urteilen (Kant) ist deswegen nicht zu halten!

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Step I
Markus Stepanians
Gottlob Frege zur Einführung Hamburg 2001

New II
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005

Newen I
Albert Newen
Markus Schrenk
Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Merkmal Frege Frege Vs Korrespondenztheorie Dummett I 24
Kontextprinzip: nur ganze Sätze haben Bedeutung. Dummett/Frege: KontextprinzipVsKorrespondenztheorie - KontextprinzipVsKohärenztheorie: Bedeutung nicht vorgegeben - jene fragen fälschlich nach Proposition statt Satz. Frege I 104 Proposition hier: das, was durch einen Satz ausgedrückt wird.
FregeVsKorrespondenztheorie: der Sinn eines Ausdrucks, der kein Satz ist, muß ausgehend von seinem Beitrag zur Bestimmung des Sinns erklärt werden.
IV 32
FregeVsKorrespondeztheorie: Übereinstimmung ist eine Beziehung, dem widerspricht aber die Gebrauchsweise des Wortes "wahr", das keinen Hinweis auf etwas anderes enthält, mit dem es übereinstimmen sollte. Übereinstimmung: kann nur vollkommen sein, wenn die Gegenstände zusammenfallen, also nur ein Gegenstand allein da ist.
Wahrheit/Frege: verträgt kein Mehr oder Minder. Was nur halb wahr ist, ist falsch.
Wenn man versuchen wollte "gewisse Hinsichten" festzulegen, könnte das Spiel dann von neuem beginnen. (>Regreß).
((s) Bsp "Hinsichten"/Begriff: einige Tiere sind Säugetiere: das ist keine Korrespondenz oder Übereinstimmung-Beziehung".)
Frege: daher ist Wahrheit undefinierbar: es käme immer darauf an, daß "gewisse Merkmale" zuträfen.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Merkmal Frege Millikan Vs Korrespondenztheorie I 6
Zeichen/Millikan: ich werde eine allgemeine Zeichentheorie auf Basis von Fregeschen Sinnen aber im Sinn von Peirce aufstellen, damit sollen konventionelle Zeichen, aber auch Gedanken abgedeckt werden.
Das hat eine wichtige Konsequenz:
Sinn/Sense/Millikan: ist das grundlegende intentionale oder semantische Merkmal, aber es ist nicht Referenz und auch nicht Intension. Es ist nicht einmal durch Intension festgelegt! Daher gibt es ein erkenntnistheoretisches Problem der Intentionalität:
Intentionalität/Millikan: These: wir können nicht a priori wissen, was wir denken! Weil der Sinn nicht durch Referenz festgelegt ist! Das liefert eine Unterstützung des Realismus.
Gegebenes/Millikan: MillikanVsMythos des Gegebenen. Für zu einem falschen „Foundationalism“ der Erkenntnistheorie.
VsKorrespondenztheorie: damit wird auch die Korrespondenztheorie zurückgewiesen
I 7
und zwar nicht nur als „Test für Wahrheit“ sondern auch als „Natur der Wahrheit“. Jedenfalls nach einer populären Sichtweise. Das ist aber nicht ohne Paradoxien.
Wissen/Naturalismus/Millikan: die Fähigkeiten eines Wissenden sind ein Produkt Natur, wie der Wissende selbst. Wissen muss etwas sein, was man in der Welt tut. Es ist eine natürliche Relation zur Welt.
I 8
Kohärenz/Millikan: man wird erklären müssen wozu sie gut ist, wie sie uns hilft, nicht nur, was sie ist. Letztendlich geht das nur in einer Gesamttheorie über die Welt. „Neuer Empirismus“/Millikan: hat bisher nur die Hälfte seiner Aufgabe geschafft, er hat nicht geschafft, den Mythos des Gegebenen, der in der Bedeutungstheorie (BT) eingebettet ist, zu überwinden.
Realismus/Millikan: die Argumente VsRealismus sind sehr einfach:
VsRealismus: „um die Bedeutung eines Worts zu finden, muss man sehen, was seine Anwendung rechtfertigen würde, oder was eine Anwendung verursachen würde. Aber die Anwendung wird durch frühere Anwendungen gerechtfertigt! Und sie wurde verursacht durch frühere Überzeugungen! ((s) auch VsKausaltheorie, VsKorrespondenztheorie).
Korrespondenz: spielt also keine Rolle bei der Rechtfertigung oder der Kausalerklärung einer Äußerung. Also hat Korrespondenz nichts mit der Bedeutung von „wahr“ zu tun.
MillikanVsVs: das kann man genausogut auch umdrehen:
Korrespondenztheorie: pro: Korrespondenz ist in der Natur von Wahrheit involviert, weil für einen Satz wahr zu sein bedeutet, in bestimmter Weise einem Teil der Welt zu korrespondieren. Dass Korrespondenz keine Rolle in der Rechtfertigung einer Äußerung spielt, kann man genausogut so wenden: dass die Bedeutung nichts mit Rechtfertigung zu tun hat (!). (Millikan pro!).
Satzbedeutung/Bedeutung/Millikan: sind die spezielle Abbildungsfunktionen des Satzes Aber da wir Korrespondenz als Test für Wahrheit ablehnen, kann die Abbildungsfunktion nicht in Regeln im Kopf bestehen.
I 10
Es kann nicht der „Benutzer“ sein, der „annimmt“, dass seine Sätze die Welt so und so abbilden. Außerdem muss das „angenommen“ („sollte“) das die Bedeutung festlegt ein anderes „angenommen“ („sollte“) sein als das, wie man von einer Person „annimmt“ dass sie in Übereinstimmung mit der Erwartung anderer nach Regeln verhält. („verhalten sollte“). Abbildungsfunktion/Abbildung/Bedeutung/Millikan: die Fragen werden dann immer schwieriger: Welche Art Dinge sind das, die Sätze abbilden?, Welche Art von Abbildungsfunktionen sind involviert? Was ist das für ein „sollte“?
Wissen/Selbst/Bedeutung/Millikan: wenn etwas anderes als die Weise, wie ich selbst meine Äußerungen rechtfertige, meine Bedeutungen festlegt, wie kann ich dann erfassen, was ich selber denke?
These: Wir werden aufgeben müssen, dass wir das a priori wissen! Wir wissen auch nicht a priori, was wir meinen.
Subjekt/Prädikat/Kohärenz/Sprache/Welt/Millikan: Subjekt-Prädikat-Struktur: ich versuche zu zeigen, wie das Gesetz des Nichtwiderspruchs (SvW?) (das Wesen der Kohärenz) in die Natur passt. Dazu brauche ich Fregeschen Sinn als Hauptbegriff.
Wie man sich beim Wissen irren kann, so auch in der Bedeutung.

I 86
Intentionalität/Millikan: ist kein scharf abgegrenztes Phänomen. Sie ist nicht aus einem Stück. Sie hat allgemein damit zu tun, was Normal ist oder was eine Eigenfunktion ist. Nicht so sehr damit, was aktual ist. Intentionalität/Millikan. hat allgemein mit Abbildungsregeln zwischen Zeichen und Dingen zu tun.
>Korrespondenz: daher ist eine reine Korrespondenztheorie leer.
Def reine Korrespondenz/Korrespondenztheorie/Millikan: wäre eine, die behaupten würde, eine Korrespondenz wäre wahr allein weil es eine Abbildungsrelation gibt.
Das funktioniert nicht, weil es mathematisch unendlich viele verschiedene Abbildungsrelationen geben kann.
Dagegen:
Repräsentationen: sind nicht so ubiquitär und vielfältig.
I 87
Korrespondenztheorie/Millikan: damit sie nicht leer ist, muss sie erklären, was so speziell ist an den Abbildungsrelationen, die Repräsentationen auf das Repräsentierte abbilden. Abbildungsrelation/Millikan: muss mit realer Kausalität in realen Situationen zu tun haben, nicht mit logischer Ordnung.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Merkmal Frege Searle Vs Mill, J. St. V 144
SearleVsMill: es ist falsch, dass Eigennamen "bedeutungslose Zeichen" seien, dass sie "denotativ" aber nicht "konnotativ" seien. >Eigennamen.
V 247
Namen/SearleVsMill: (Mill: Eigennamen haben keinen Sinn). Bsp Everest = Tschomolungma kann verwendet werden, um geographische, nicht bloß lexikografische Behauptungen zu machen.
Hätten Eigennamen jedoch keinen Sinn, könnte damit keine Information vermittelt werden! Dann gäbe es nicht mehr Information als in den Satz Everest = Everest. (Das ist Freges Argument gegen Mill).

Stalnaker I 181
SearleVsMill/Stalnaker: (Searle 1969 (1)) Mills Theorie ((s) "direkte Referenz", ohne zwischengeschalteten Sinn) führt uns in eine "metaphysische Falle": seine Auffassung von Eigennamen setzt eine metaphysische Unterscheidung von Objekt und seinen Eigenschaften voraus. >Referenz. Metaphysik/Searle: ihre Ursünde: der Versuch, wirkliche oder angebliche Merkmale einer Sprache auf die Welt zu übertragen. ((s) > auch Kant wie Searle).
Searle: man darf keine ontologische Konklusionen aus linguistischen Thesen ableiten.
StalnakerVsSearle: das macht Searle nun aber selbst, indem er Mills angeblich implizite Voraussetzung gegen ihn verwendet.
Stalnaker: es kann kein gutes Argument gegen einen semantischen Zugang sein, dass jemand illegitime metaphysische Schlussfolgerungen daraus gezogen hat. ((s) Kein Argument gegen eine Theorie, dass jemand sie missbraucht hat).


1. J. Searle, Speech Acts, Cambridge 1969, S. 163ff

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
Merkmal Frege Quine Vs Modallogik Chisholm II 185
QuineVsModallogik: statt dessen R-Z-Punkte als Quadrupel. Grund: dauerhafte Gegenstände (continuants) scheinen die Extensionalität zu bedrohen. SimonsVsQuine: die Achillesferse ist, daß wir Zweifel haben müssen, ob irgend jemand eine Sprache lernen könnte, die nicht auf dauerhafte Gegenstände (continuants) referiert.

Lewis IV 32
QuineVsModallogik: welche Eigenschaften notwendig bzw. akzidentiell sind, ist dann beschreibungsabhängig. Def Essentialismus/Aristoteles: wesentliche Eigenschaften sind nicht beschreibungsabhängig.
QuineVs: das ist genauso kongenial wie die ganze Modallogik.
LewisVsQuine: das ist wirklich kongenial!

Quine I 338
Logische Modalität hat damit jedoch gar nichts zu tun. Hier völlig unpersönlich. Die Modallogik wie wir sie kennen, beginnt mit Clarence Lewis "A survey of Symbolic Logic" 1918. Seine Interpretation der Notwendigkeit, die Carnap später noch schärfer formuliert lautet: Def Notwendigkeit/Carnap: Ein Satz der mit "es ist notwendig, dass" anfängt, ist dann und nur dann wahr, wenn der restliche Satz analytisch ist.
Quine vorläufig brauchbar, trotz unserer Vorbehalte gegen Analytizität.
I 339
(1) Es ist notwendig, dass 9 > 4 wird dann folgendermaßen erklärt:
(2) "9 >4" ist analytisch.
Es ist zweifelhalt, ob Lewis sich jemals auf diese Sache eingelassen hätte, wenn nicht Russell und Whitehead (Frege folgend) nicht den Fehler gemacht hätten, die Philonische Konstruktion:
"Wenn p so q" als "~(p und ~q)"
wenn sie also diese Konstruktion als materiale Implikation statt als materiales Konditional zu bezeichnen.
C.I.Lewis: legte Protest ein und meinte, eine so definierte materiale Implikation dürfe nicht lediglich wahr sein, sondern müsse zugleich analytisch sein, wenn man sie zu Recht als "Implikation" bezeichnen wolle. So kam es zu seiner Konzeption der "strikten Implikation".
Quine: Am besten betrachtet man "impliziert" und "ist analytisch" als allg Termini, die von Sätzen prädiziert werden, indem man sie prädikativ an Namen (d.h. Zitate) von Sätzen anfügt. Im Gegensatz zu "und", "nicht" ,"wenn so" die nicht Termini sondern Operatoren sind.
Whitehead und Russell, die die Unterscheidung zw. Gebrauch und Erwähnung auf die leichte Schulter nahmen, schrieben "p impliziert q" (im materialen Sinn) als sei es mit "Wenn p, so q" (im materialen Sinn) austauschbar.
I 339
Materiale Implikation "p impl q" nicht gleich "p > q" (Erwähnung/Gebrauch) "impliziert" und "analytisch" am besten allgemeine Termini statt Operator. Lewis tat das gleiche, schrieb also "p impliziert strikt q" und erklärte das als "Es ist notwendig dass nicht (p und nicht q)" Daher kommt es, dass er eine Modallogik entwickelte, bei der "notwendig" satzbezogener Operator ist.
Wenn wir (1) in der Form von (2) erklären, dann fragt es sich, warum wir überhaupt Modallogik brauchen.
I 340
Ein scheinbarer Vorteil ist die Möglichkeit, in modale Positionen zu quantifizieren. Denn wir wissen, dass wir nicht in Zitate hineinquantifizieren können, und in (2) wird ein Zitat verwendet. Das lag auch sicherlich in Lewis Absicht. Aber ist es legitim?
I 341
sicher ist (1) bei jeder plausiblen Deutung wahr und folgendes falsch: (3) Es ist notwendig, dass die Anzahl der Planeten > 4
Da 9 = die Anzahl der Planeten können wir schließen, dass die Position von "9" in (1) nicht rein bezeichnend und der Notwendigkeitsoperator folglich undurchsichtig ist.
Die Widerspenstigkeit der 9 beruht darauf, dass sie sich auf verschiedene Weisen spezifizieren lässt, denen die notwendige Äquivalenz abgeht.(z.B. als Anzahl der Planeten, und als Nachfolger der 8) so dass bei der einen Spezifizierung verschiedene Merkmale notwendig folgen (etwas "größer als 4" ) und bei der anderen nicht.
Postulat: Immer wenn jeder von zwei Sätzen den Gegenstand x eindeutig bestimmt, sind die betreffenden Sätze notwendig äquivalent.
(4) Wenn Fx und ausschließlich x und Gx und ausschließlich x, so ist notwendig, dass (w)(Fw dann und nur dann, wenn Gw)
I 342
(Das macht jeden beliebigen Satz p zu einem notwendigen Satz!) Dieses Postulat macht jedoch modale Unterscheidungen zunichte: denn wir können die Gültigkeit von "Es ist notwendig, dass p" daraus ableiten, ohne dass es eine Rolle spielt, welchen wahren Satz wir für "p" einsetzen!
Argument: "p" stehe für einen beliebigen wahren Satz, y sei irgendein Gegenstand und x = y . Dann gilt offenkundig:
(5) (p und x =y) und ausschließlich x
sowie
(6) x = y und ausschließlich x
dann können wir aufgrund von (4) aus (5) und (6) schließen:
(7) Es ist notwendig, dass (w)(p und w = y) dann und nur dann, wenn w = y)
Die Quantifikation in (7) impliziert aber insbesondere "(p und y = y) dann und nur dann, wenn y = y" was wiederum "p" impliziert; und so schließen wie aus (7), dass es notwendig ist, dass p.
I 343
Die Modallogischen Systeme von Barcan und Fitch lassen uneingeschränktes Quantifizieren in modale Kontexte zu. Wie eine solche Theorie interpretiert werden kann, ohne die katastrophale Annahme (4) zu machen, ist alles andere als klar.
I 343
Modallogik: Church/Frege: modaler Satz = Proposition Churchs System ist anders aufgebaut: Er schränkt die Quantifikation indirekt ein, indem er Variablen und andere Symbole in modalen Positionen uminterpretiert. Für ihn (wie für Frege) bezeichnet ein Satz, dem ein modaler Operator übergeordnet ist, dann eine Proposition. Der Operator ist ein Prädikat, das auf die Proposition angewandt wird. Wenn wir die Modalitäten ebenso behandeln, wie zuvor die propositionalen Einstellung, dann könnten wir (1) zunächst als
(8) [9 > 4] ist notwendig
(eckige Klammern für Klasse)
uminterprtieren, und die Undurchsichtigkeit der intensionalen Abstraktion anhängen.
Man würde also Propositionen als das auffassen, was notwendig und möglich ist.
I 344
Dann könnten wir das Modell aus § 35 weiterverfolgen und die Modalität versuchen, selektiv durchsichtig wiederzugeben, indem wir selektiv von Propositionen zu Eigenschaften übergehen: (9) x(x > 4) ist notwendig in Bezug auf 9.
Dies steht insofern im Gegensatz zu (8) als "9" hier eine rein bezeichnende Position erhält, in die man quantifizieren und in der man "9" durch "die Anzahl der Planeten" ersetzen kann.
Das schien sich im Fall der en durchaus zu lohnen, als wir z.B. sagen können wollten
(§ 31) es gäbe jemand, von dem man glaubt, er sei ein Spion (> II).
Im Fall der Modalausdrücke kommt aber etwas sehr verblüffendes heraus. Die Redeweise von einem Unterschied von notwendigen und kontingenten Eigenschaften eines Gegenstands.
Bsp Man könnte sagen, Mathematiker seien notwendigerweise rational und nicht notwendigerweise zweibeinig, während Radfahrer notwendigerweise zweibeinig aber nicht notwendigerweise rational. Wie verhält es sich aber mit einem radfahrenden Mathematiker?
Insoweit wir rein bezeichnend von dem Gegenstand sprechen, ist es nicht einmal andeutungsweise sinnvoll, von einigen seiner Eigenschaften als kontingent und anderen als notwendig zu sprechen.
I 344
Eigenschaften/Quine: keine notwendigen oder kontingenten E.(VsModallogik) - nur wichtige und weniger wichtige Eigenschaften Freilich gelten einige seiner Eigenschaften als wichtig und andere als unwichtig, einige als dauerhaft und andere als vorübergehend, aber es gibt keine, die notwendig oder kontingent sind. (> Eigenschaften).
Kurioserweise hat gerade diese Unterscheidung philosophische Tradition. Sie lebt fort in den Ausdrücken "Wesen" und "Akzidenz". Man schreibt die Unterscheidung Aristoteles zu. (Wahrscheinlich werden einige Gelehrte protestieren, aber das ist eben die Strafe dafür, dass man Aristoteles irgendetwas zuschreibt.)
I 345
Aber wie ehrwürdig diese Unterscheidung auch immer sein mag, sie lässt sich sicher nicht rechtfertigen. Und damit muss die Konstruktion (9) die diese Unterscheidung so elegant vollzieht ebenfalls scheitern. Wir können die Schuld an den diversen Gebrechen der Modalität nicht der Analytizität in die Schuhe schieben.
Es gibt zu (1) und (2) noch eine Alternative, die uns zumindest ein Stück weit auf so etwas wie Modallogik festlegt. Wir können
"P ist notwendig" als "P = ((x)(x = x))" definieren.
Ob (8) dadurch wahr wird, oder ob sie überhaupt mit der Gleichsetzung von (1) und (2) in Einklang steht, wird davon abhängen, wie eng wir die Propositionen hinsichtlich ihrer Identität konstruieren. Sie dürfen in der Tat nicht so eng konstruiert werden, dass sie den propositionalen Einstellungen angemessen sind.
Aber wie sonderlich die Definition auch sein mag, es kommt etwas dabei heraus, das einer Modallogik ohne Quantoren isomorph ist.

VI 41
Abstrakte Gegenstände/Modallogik/Putnam/Parsons: Modaloperatoren können abstrakte Gegenstände einsparen QuineVsModallogik: statt dessen Quantifikation (Postulieren von Gegenständen) damit straffen wir die Wahrheitsfunktionen. Modallogik/Putnam/Parsons/Quine: Putnam und Charles Parsons haben gezeigt, wie im Rückgriff auf Möglichkeitsoperatoren abstrakte Objekte eingespart werden können.
Quine: ohne Modaloperatoren:
Bsp "Alles ist derart, dass es, sofern es eine Katze ist und verdorbenen Fisch ist, und ihm schlecht wird, in Zukunft Fisch vermeiden wird."
((s) logische Form/(s): (x) ((Fx u Gx u Hx) > Vx).
So kann das Postulieren von Gegenständen unsere nur locker bindenden Wahrheitsfunktionen straffen, ohne dass wir zu Modaloperatoren greifen müssen.

VI 102
Notwendigkeit/Möglichkeit/Quine: sind insofern intensional, als sie sich der Substitutivität der Identität nicht fügen. Erneut Schwanken zwischen de re und de dicto.
VI 103
Kontrafaktische Bedingungssätze, irreale Bedingungssätze/KoKo/Quine: sind wahr, wenn ihr Konsequens logisch aus dem Antezedens in Konjunktion mit Hintergrundprämissen folgt. Notwendigkeit/Quine: durch Satzkonstellationen, die von Gruppen akzeptiert werden. (Geht über den einzelnen Satz hinaus).
VI 104
QuineVsModallogik: ihre Freunde wollen der Notwendigkeit einen objektiven Sinn geben.
XI 52
QuineVsModallogik/Lauener: es ist gar nicht klar, auf welche Gegenstände wir uns hier beziehen.
XI 53
Notwendig/Quine/Lauener: („Three Grades of Modal Involvement“): 3 progressive Verwendungsweisen: 1. als Prädikat für Namen von Sätzen: Bsp „N „p““ : „p ist notwendig wahr“. (N: = Quadrat, Box). Das ist harmlos, einfach mit Analytizität gleichzusetzen.
2. als Operator, der sich auf geschlossene Sätze erstreckt: Bsp „N p“: „es ist notwendig wahr, dass p“
3. als Operator auch für offene Sätze: Bsp „N Fx“: daraus durch Existenzgeneralisierung: „(Ex) N Fx“.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

Chisholm I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chisholm II
Roderick Chisholm

In
Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986

Chisholm III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
Merkmal Frege Stechow Vs Montague, R. I 44
Typen/Stechow: Definition/Linguistik/Stechow: Bsp für Definition einer Definition mittels der durch Typen festgelegter semantischer Bereiche: Bsp für ein Adjektiv und eine Präpositionalphrase: "in".
logischer Typ/Linguistik/Stechow: ist ein semantisches Merkmal eines Kategoriensymbols.
Montague/Stechow: geht so vor, als ob jeder syntaktischen Kategorie genau ein logischer Typ entspräche und schreibt daher nur die Kategorien hin. Das hat er populär gemacht.
StechowVsMontague: das geht aber nicht, weil einer syntaktischen Kategorie nicht bloß ein logischer Typ entspricht.
Problem: Bsp die Nomina Fritz, Studentin, Vater diese haben wahrscheinlich verschiedene Bedeutungsarten: Fritz: bezeichnet etwas vom Typ e, Studentin: Typ ep, Vater: Tap e(ep). Dann muss es bei Montague auch drei verschiedene Nomenkategorien geben. Da wir nur eine Nomenkategorie annehmen, müssen wir die Typen bereits ins Lexikon schreiben.
I 104
IFA/Intensor/Heim/KratzerVsMontague: man kann den Intensor ersetzen durch das Kompositionsprinzip der ILA. (Intensionale Funktionale Applikation): sie leistet in der Metasprache das, was die Interpretation des Intensors leistet. Damit werden die Rechnungen einfacher: Bsp
Da bei Montague vor jedes Argument ein Knoten gesetzt wird, spart man damit sehr viel.
105
FA/Montague: bei ihm muss man erst den Intensor abbauen und dann die FA IFA/Heim/Kratzer: zieht beide Schritte zusammen.
150
Lambda Abstraktion/Stechow: findet man der Sache nach schon bei Frege (1884)!
151
Quantifying in/Montague/Stechow: Bsp Jede Regel besteht aus eine syntaktischen und einer semantischen Operation.
syntaktische Operation/Stechow: war hier bisher immer ganz einfach: nur Nebeneinanderschreiben.
Montagues syntaktische Operation f14,2 ist viel komplizierter: nimm das erste Argument der Funktion (hier "jeden Linguisten") und ersetze das erste Vorkommen des Pronomens "ihn" im zweiten Argument durch diesen Ausdruck.
Die Semantik dieser Regel ist natürlich genau die Semantik von unserem QR. D.h. wir wenden die Bedeutung des Quantors auf die Bedeutung des λ-Abstrakts an, das wir aus dem zweiten Ausdruck bilden.
VsMontague: Problem: es gibt unendlich viele Regeln des Hineinquantifizierens, nämlich für jede natürliche Zahl eine. Und zwar, weil wir für ein Pronomen einen beliebigen Index wählen können.
Lambda Kalkül/Stechow: mit ihm kann man so gut wie alles machen. Die Originalarbeit enthält keine Semantik. (Lit: Lambek, 1958).
152
Typen/nicht/Stechow: nicht kann den Typ (st)t haben, dann ist es ein Satzadverb. Oder (s(et)(et), dann ist es ein VP Modifikator. ((s) >enge Reichweite/>weite Reichweite).
A. von Stechow
I Arnim von Stechow Schritte zur Satzsemantik
www.sfs.uniï·"tuebingen.de/~astechow/Aufsaetze/Schritte.pdf (26.06.2006)
Merkmal Frege Peacocke Vs Russell, B. I 131
Bekanntschaft/Russell: Objekte der Bekanntschaft: Bsp Sinnesdaten. Sie sind dem Subjekt offensichtlich. Sinnesdaten/Russell: entsprechen den Positionen von sing Term im Satz.
Sie sind gleichzeitig reale Konstituenten des Satzes.
Und zwar ohne Gegebenheitsweise! (Ohne Intension). Rein extensionales Vorkommen von Objekten im Satz.
PeacockeVsRussell: 1. Das mag FregeVsRussell’s Kritik an seinem Begriff der Proposition mildern.
Aber es rechtfertigt Russell nicht: denn er berief sich dabei nicht auf Offensichtlichkeit für den Denkenden.
2. Physikalische Objekte, die nach Russell "die Sinnesdaten verursachen" sind also gemischt demonstrativ deskiptiv.
PeacockeVs: unser Ansatz geht dagegen davon aus, dass demonstrative Gegebenheitsweise nicht deskriptiv sind.
Aber auch Russells gemischter Ansatz ist nicht gänzlich irrelevant: wenn wir "Sinnesdaten" durch "Erfahrung" ersetzen:
PeacockeVsRussell: er hat eine plausible Bestimmung der konstitutiven Rolle mit "Inhalt" verwechselt.

I 180
Bekanntschaft/Russell: (Problems of Philosophy, 1973,S 32) "Jeder verstehbare Satz muss aus Konstituenten zusammengesetzt sein, mit denen wir bekannt sind". PeacockeVs: das hatte keine gute Presse. Problem: zu starke Nähe zu Humeschem Empirismus.
SainsburyVs: man sollte Russells Ideen möglichst ohne das Prinzip der Bekanntschaft verteidigen.
Peacocke: wenn man das Prinzip aber von unwesentlichen erkenntnistheoretischen Anhängseln befreit, ist es eine korrekte und fundamentale Bedingung für die Zuschreibung von Inhalten.
Bekanntschaft/Russell: man ist mit Sinnesdaten, einigen Objekten der unmittelbaren Erinnerung und mit Universalien und Komplexen bekannt.
Früh: der Denkende ist auch mit sich selbst bekannt.
später: Vs.
Komplex/Russell: aRb. Bekanntschaft/PeacockeVsRussell: er hatte eine korrekten Grundvorstellung von Bekanntschaft, aber ein falsche von ihrer Extension (von den Dingen, die unter sie fallen).
Das hervorstechende Merkmal ist der Gedanke der Relation. Man hat mit dem Gegenstand selbst zu tun und nicht mit einem Stellvertreter.
I 182
Def Prinzip der Bekanntschaft/PeacockeVsRussell: These: Rekonstruktion, reformuliertes Prinzip der Bekanntschaft: Der Denkende ist bekannt mit einem Objekt wenn es eine Gegebenheitsweise (innerhalb seines Begriffsrepertoires) gibt, die vom Prinzip der Sensitivität beherrscht wird und er in einem geeigneten gegenwärtigen psychologischen Zustand ist, den er braucht, um an das Objekt unter dieser Gegebenheitsweise zu denken.
Dafür brauchen wir eine dreistellige Relation zwischen Subjekt, Objekt und Typ der Gegebenheitsweise.
Der Typ der Gegebenheitsweise (z.B. visuelle oder aurale Wahrnehmung) greift das Objekt heraus.
"Herausgreifen" ist hier neutral in Bezug darauf, ob das Objekt eine "Konstituente der Gedanken" sein soll oder nicht.
Das bewahrt zwei Merkmale von Russells Konzept:
1. Durch Bekanntschaft ist das Subjekt in der Lage, in einer bestimmten Weise über das Objekt zu denken und zwar wegen der Relation, die er zu ihm hat.
2. Das Konzept des psychologischen Zustands mag das erhalten, was Russell meinte, als er von Bekanntschaft als Relation der Präsentation sprach.
Konstituente/Gedanken/Russell: dieser meinte, Objekte kämen regelrecht als Bestandteile des Gedankens vor!
PeacockeVsRussell: wir werden das interpretieren als ein Objekt, das einen Typ einer Gegebenheitsweise angibt (indexing).
Wir erlauben einem Objekt nicht als Bestandteil eines Gedankens vorzukommen nur weil es die einzige Komponente des Gedankens ist, die einer sing Term Position in einem Satz entspricht, der einen Gedanken ausdrückt!
I 183
Das ist eine Neo Fregesche Theorie, weil ein Objekt nur durch die bestimmte Weise seines Gegebenseins als Bestandteil des Gedankens vorkommen kann. (Intension). (VsRussell: nicht buchstäblich Teil des Gedankens oder Satzes).

I 195
Farben/Erklärung/Peacocke: um Zirkularität zu vermeiden, dass die Farbe selbst nicht in die Erklärung einer Reaktionshandlung einbezogen werden, sondern nur ihre physikalischen Grundlagen. Anders: Bsp ’John’s Lieblingsfarbe’: welche Objekte sie haben, hängt davon ab, welche Begriffe φ so sind, dass φ das Subjekt urteilt, ’John’s Lieblingsfarbe ist φ’ zusammen mit Gedanken der Form ’t ist φ’. (Sonderzeichen)
Analog: bestimmte Kennzeichnung: Bsp ’der reichste Mann’ .Identifiziert wird er durch relationale Gegebenheitsweise im Zusammenhang mit Zusatzinformationen.
Komplex/Bekanntschaft/Russell/Peacocke: Bsp ein Subjekt hat ein Erfahrungstoken mit zwei Eigenschaften:
1. Es mag im Zusammenhang mit Sensitivität für eine bestimmte DEMGW (demonstrative Gegebenheitsweise) eines Objekts erwähnt worden sein (z.B. hörbarer Ton).
2. Zur gleichen Zeit mag es ein Erfahrungstoken eines bestimmten Typs sein. Dann müssen die beiden zum Wiedererkennen zusammenfallen im Zusammenhang
I 196
mit einer Sensitivität für einen bestimmten Begriff φ im Repertoire des Subjekts. VsBekanntschaft/VsRussell/Peacocke: man kann einwenden:
Bsp Cicero starb vor langer Zeit
Bsp Arthritis ist schmerzhaft.
Solche Glaubenseinstellungen können wir zuschreiben, wenn das Subjekt die Bedeutungen der Begriffe versteht.
Dennoch: die Bereitschaft zu urteilen, dass Cicero vor langer Zeit starb, von einem psychischen Zustand abhängig, im Hinblick auf den es eine Evidenz geben muss.
Was für ein psychischer Zustand sollte das sein?
Es muss sich nicht an die Gelegenheit zu erinnern, wann es den Namen ’Cicero’ zum ersten Mal gehört hat.
Aber auch nicht: ’F starb vor langer Zeit’ , wobei ’F’ eine bestimmte Kennzeichnung ist.
Namen/Peacocke: semantische Funktion: einfach ein bestimmtes Objekt herausgreifen.
Verstehen: wenn man den Referenten des Namens in einer oder der anderen Weise identifizieren kann.
Es gibt keine bestimmte Weise, in der man an den römischen Redner denken muss, um den Namen zu verstehen.
VsBekanntschaft/VsPeacocke: das kann sogar das reformulierte Prinzip gefährden: wenn der Name das Objekt nur herausgreift, dann muss das Subjekt eine Relation zu einem Gedanken haben, der das Objekt als Konstituente enthält.
PeacockeVs: ich bestreite das letzte Konditional.
Wir müssen scharf unterscheiden zwischen
a) Glaubenssätzen, in denen der dass Satz einen Namen enthält, und
b) der Gegenwart des Referenten eines Namens als Konstituenten eines Neo-Fregeschen Gedankens. Letzterem entspricht die Relation ’Bel’.
I 196/197
Def Relation ’Bel’/Terminologie/Glauben/propositionale Einstellungen/Peacocke: ein Glaube, der den Referenten eines Namens als Konstituenten eines Neo Fregeschen Gedankens enthält: Bsp nicht nur ’NN starb vor langer Zeit’ sondern propositionale Einstellung.
((s) also nicht nur Glauben von jemand oder etwas, sondern von einem bestimmten Objekt.)
Relation Bel/Glauben/Peacocke: drei Gründe zur Unterscheidung von Glaubenssätzen:
a) wir möchten ausschließen, dass jemand einen neuen Glauben erwerben kann, einfach dadurch, dass er einen neuen Namen einführt. (Das könnte nur eine Kennzeichnung).
Bsp wenn wir den Erfinder des Rades ’Helle’ nennen wollten:
Trivialisierung: 1. es wäre trivial, dass eine solche Stipulation in einer Gemeinschaft für die Referenz genügen sollte.
2. Es geht auch nicht darum, dass wir Außenstehende eine theoretische Beschreibung der Sprache der Gemeinschaft geben können.
Man kann nicht durch linguistische Stipulation eine Relation Bel herbeiführen.
I 198
b) Pierre Bsp/Kripke/Peacocke: diese Art Problem entsteht in Fällen, wo die Sprache zu arm ist für eine Theorie für Glaubenssätze in diesem Sinn: wenn jemand einen Satz versteht, ist damit nicht eindeutig, welchen Gedanken er damit ausdrückt! (>Proposition/Wissen, >Verstehen/Peacocke). Denn die Semantik greift nur das Objekt heraus, nicht die Weise des Denkens an den Gegenstand, (Intension). Das ist anders bei reinen Indexwörtern und bestimmte Kennzeichnungen.
Bsp eine Person die sagt ’Ich bin jetzt heiß’ drückt den Gedanken aus:
^[selbst x] ^[jetzt t].
Aber dabei gibt es nichts, was ’Denken an etwas unter einem Namen’ wäre!
Pierre Bsp/Kripke/Lösung: eine vollständige Beschreibung von Pierres Situation ist ( für uns außenstehende) möglich, ohne ’London’ in Glaubenskontexte einzubetten.
Peacocke: auf der Ebene von ’Bel’ (wo der Referent selbst Teil des Glaubens ist) kann man Glaubenssätze formulieren, so dass Eigennamen gebraucht werden: ’Er glaubt, dass NN so und so ist’.
c) Wahrnehmung/Demonstrativa/Gegebenheitsweise/Peacocke: hier scheint die Gegebenheitsweise einen Reichtum zu haben, der nicht gänzlich erfasst werden muss, wenn jemand Demonstrativa gebraucht.
Der Reichtum der Erfahrung wird aber von der Relation Bel erfasst.
Damit gehen wir aber nicht bestimmte Verpflichtungen ein: Bsp ’Cicero starb vor langer Zeit’ müssen wir nicht als metalinguistisch auffassen, sondern durchaus als buchstäblich gemeint.

I 201
logische Operatoren/Quantifikation/Logik/Bekanntschaft/PeacockeVsRussell: in unserem rekonstruierten Prinzips der Bekanntschaft ist implizit die Verpflichtung enthalten, Entitäten anzuerkennen, die nur inferentiell erhalten werden können: Bsp Einzigkeitsoperatoren, andere Quantoren, Verbindungen, auch abgeleitete.
Das kann sogar auch für logische Konstanten gelten und einige Wahrheitsfunktionen und nicht nur für die Gegebenheitsweise dieser Funktionen.
RussellVs: das Prinzip der Bekanntschaft ist nicht auf logische Konstituenten von Gedanken anwendbar.

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
Merkmal Frege Hintikka Vs Russell, B. II 165
On Denoting/Russell/Hintikka: (Russell 1905) Problem: mit Phrasen, die für echte Konstituenten von Propositionen stehen. Problem/Frege: Fehlschlagen der Substitutivität der Identität (SI) in intensionalen Kontexten.
informative Identität/Frege: dass Identität manchmal überhaupt informativ sein kann hängt damit zusammen.
EG/existentielle Generalisierung/Russell: auch sie kann fehlschlagen in intensionalen Kontexten, (Problem der leeren Termini).
HintikkaVsRussell: er erkennt nicht die Tiefe des Problems und umgeht eher die Probleme mit denotierenden Termen.
Nichtexistenz/Russell: Problem: wir können nicht durch existentielle Generalisierung beweisen, dass es einen gegenwärtigen König von Frankreich gibt.
HintikkaVsRussell: es gibt aber noch andere Probleme. (s.u. wegen Uneindeutigkeit der Querwelteinidentifikation).,
Kennzeichnungen/Russell/Hintikka:
Def primäre Kennzeichnung: für sie gilt die Substitutivität der Identität (SI)
Def sekundäre Kennzeichnung: für sie schlägt die Substitutivität der Identität (SI) fehl.
II 166
Bsp Russell: zwei Lesarten: (1) George IV wusste nicht, ob Scott der Autor von Waverley war.
Kennzeichnung/logische Form/Russell/Hintikka: „der Autor von Waverley“: (ix)A(x)
primär: hat die Kennzeichnung folgende Kraft:
(2) (Ex)[A(x) & (y) A(y) > y = x) & ~ George IV wusste, dass (Scott = x)].
((s) Schreibweise : Quantor hier immer normaler Existenzquantor, gespiegeltes E).
D.h. der Quantor hat in der primären Kennzeichnung maximale Reichweite (RW).
Wahrscheinlicher ist aber die zweite Lesart: sekundär:
(3) ~George IV wusste, dass (Ex)[A(x) & (y)(A(y) > y = x & (Scott = x)].
((s) enge Reichweite)
Reichweite/HintikkaVsRussell : dieser wusste nicht, dass es für die Reichweite eines Quantors auch eine dritte Möglichkeit gibt ((s) > „mittlere Reichweite“/Kripke).
(4) ~(Ex)[A(x) & (y)(A(y) > y = x ) & George IV wusste, dass (Scott = x)].
II 166
EG/HintikkaVsRussell: dieser sah nicht, dass es einen Grund für das Fehlschlagen der EG gibt, der nicht durch die Nichtexistenz des Gegenstands verursacht ist. Bsp
(5) George IV wusste, dass der Autor von Waverley der Autor von Waverley ist.
a) triviale Interpretation:
II 167
(6) George IV wußte, dass (Ex)(A(x) & (y)(A(y) > y = x)) alltagssprachliche Übersetzung: er wußte, dass eine und nur eine Person Waverley schrieb.
I 166
b) nichttriviale Interpretation: (7) (Ex)(A(x) & (y)(A(y) > y = x) & George IV wusste, dass (A(x) & (y)(A(y) > y = x))).
((s) kein Quantor nach „wusste, dass“
Alltagssprachliche Übersetzung: George wusste von der einzigen Person, die tatsächlich Waverley schrieb, dass sie dies tat.
Weil Wissen Wahrheit impliziert, ist (7) äquivalent mit
(8) (Ex) George IV wusste, dass (Ez)(A(z) & (y)(A(y) > y = z) & x = z).
das ist äquivalent mit
(9) (Ex) George IV wusste, dass (der Autor von Waverley = x)
hier hat die Kennzeichnung sekundäre (enge) Reichweite.
Alltagssprachliche Übersetzung: George wusste, wer der Autor von Waverley ist.
II 167
Wissen/wer/was/wo/HintikkaVsRussell: Russell kann nicht explizit Konstruktionen der Form weiß + W-Satz analysieren. Allgemein: (10) a weiß, wer (z.B. x) ist so, dass A(x)
wird zu
(11) (Ex) a weiß, dass A(x).
Hintikka: das geht aber nur, wenn wir Russells Ansatz modifizieren:
Problem: die EG bricht jetzt zusammen auf eine Weise, die nicht auf die Nichtexistenz zurückgeführt werden kann, und die nicht mit Russells Theorie der Kennzeichnungen (ThdK) analysiert werden kann.
Problem: für jede Person gibt es eine Menge Leute, deren Namen sie kennt und von deren Existenz sie weiß, aber von der sie nicht weiß, wer sie sind.
II 168
Bsp Charles Dodgson war für Queen Victoria jemand, von dem sie gehört hatte, den sie aber nicht kannte. Problem: wenn wir annehmen, dass (11) die richtige Analyse von (10) ist, gilt
(12) ~(Ex) Victoria wusste, dass Dodgson = x)
Aber das ist trivial falsch, auch nach Russell.
Denn folgendes ist sicher wahr:
(13) Victoria wusste, dass Dodgson = Dodgson)
existentielle Generalisierung/EG: ergibt dann
(14) (Ex) Victoria wusste, dass Dodgson = x)
Also genau die Negation von (12) Widerspruch.
II 168
Kennzeichnungen/Hintikka: sind hier gar nicht involviert. Daher kann Russells Theorie der Kennzeichnungen hier auch nicht helfen. Bsp wir können außerdem annehmen, dass Victoria von der Existenz von Dodgson wusste.
leere Termini/leere Namen: sind hier also auch nicht das Problem.
Ontologie/Hintikka: so bekommt unser Problem einen ontologischen Aspekt.
existentielle Generalisierung/EG/Sein/Quine/Ontologie/Hintikka: die Frage, ob man EG über einen sing Term "b" anwenden darf z.B. in einem Kontext "F(b)", ist dieselbe wie die, ob b Wert einer gebundenen Variablen sein darf.
EG/Hintikka: schlägt hier nicht wegen Nichtexistenz fehl.
I 169
Mi folgenden Problemen haben wir es hier zu tun: Manifestation gebraucht von

a) keine SI Frege, Russell
b) keine EG
(i) wegen Nichtexistenz Russell
(ii) wegen Uneindeutigkeit Hintikka
Uneindeutigkeit/Lösung/Hintikka: Semantik möglicher Welten.
Bsp (12)-(14) das Problem ist nicht, dass Dodgson nicht in der wirklichen Welt (WiWe) existierte oder nicht in einer von Victorias Wissenswelten, sondern dass der Name Dodgson in verschiedenen möglichen Welten (MöWe) verschiedene Individuen herausgreift.
Daher folgt (14) nicht aus (13).
II 170
existentielle Generalisierung/EG/Uneindeutigkeit/Eindeutigkeit/Russell/Hintikka. Welche Wege hätte Russell offen gestanden? Wissen-wer/Russell/Hintikka: Russell selbst spricht sehr oft von der Äquivalenz des Wissens, wer etwas tat mit der Existenz eines Individuums, von dem bekannt ist, dass es das tat. ..+…
II 173
Denotation/Russell/Hintikka: Pointe: ein geniales Merkmal von Russells Theorie der Denotation von 1905 ist, dass es die Quantoren sind, die denotieren! ThdK/Russell: (Ende von „On Denoting“) enthält die Reduktion von Kennzeichnungen auf Objekte der Bekanntschaft.
II 174
Hintikka: dieser Zusammenhang ist erstaunlich, Es scheint auch zirkulär zu sein, nur Objekte der Bekanntschaft zuzulassen. Lösung: wir müssen sehen, was erfolgreich denotierende Ausdrücke (phrases) tatsächlich denotieren: sie denotieren eben Objekte der Bekanntschaft.
Uneindeutigkeit/Eindeutigkeit/Hintikka: es ist eben Uneindeutigkeit, die zum Fehlschlagen der EG führt.
Bsp Waverley/Russell/Hintikka: dass nur Objekte der Bekanntschaft zugelassen sind, zeigt sein eigenes Beispiel: „der Autor von Waverley“ in (1) ist tatsächlich ein primäres Vorkommnis d.h. sein Beispiel (2) .
"ob"/Russell/Hintikka: einziger Unterschied: wollte wissen, ob“ statt wusste nicht“. (sekundär?)
sekundäre Kennzeichnung/Russell: kann man auch so ausdrücken: dass George von dem Mann, der tatsächlich Waverley schrieb wissen wollte, ob er Scott sei.
II 175
Das wäre der Fall, wenn Georg IV Scott gesehen hätte (in der Distanz) und gefragt hätte „Ist das Scott?“. HintikkaVsRussell: warum wählt Russell ein Beispiel mit einem wahrnehmungsmäßig bekannten Individuum? Haben wir nicht normalerweise mit Individuen aus Fleisch und Blut zu tun, deren Identität uns bekannt ist, statt nur mit Wahrnehmungsobjekten?
Wissen wer/Wissen was/Wahrnehmungsobjekt/Russell/Hintikka: gerade bei Wahrnehmungsobjekten scheint es, als sei die Art von Eindeutigkeit, die wir für ein Wissen-wer brauchen, gerade nicht gegeben ist.
Identifkation/MöWe-Semantik/HintikkaVsRussell/Hintikka: in meinem Ansatz ist Dodgson ein bona fide Individuum gdw. er ein und dasselbe Individuum n alle Wissenswelten von Victoria ist. D.h. identifizierbar gdw.
(15) (Ex) in alle relevanten MöWe, ist es wahr, dass (Dodgson = x).
Problem: was sind die relevanten MöWe?

II 178
Quantor/Quantifikation/HintikkaVsRussell: Russell verwechselt systematisch zwei Arten von Quantoren. (a) der Bekanntschaft, b) der Beschreibung). Problem: Russell hat nicht erkannt, dass der Unterschied nicht allein in Bezug auf die wirkliche Welt (WiWe) definiert werden kann!
Lösung/Hintikka: wir brauchen eine Relativierung auf Mengen von MöWe, die mit den verschiedenen propositionalen Einstellungen wechseln.
II 179
RussellVsHintikka: dieser würde meine Darstellung seiner Position so nicht akzeptiert haben. HintikkaVsRussell: aber der grund dafür liegt bloß in einem weiteren Fehler Russells: Ich habe ihm nicht zugeschrieben, was er glaubte, sondern was er hätte glauben sollen.
Quantifikation/Russell/Hintikka: hätte er auf Objekte der Bekanntschaft reduzieren sollen. Russell glaubte aber, es sei hinreichend, Ausdrücke zu eliminieren, die scheinbar Objekte denotieren, die nicht solche der Bekanntschaft sind.
Pointe: dabei gehen seine Quantoren keine ontologische Verpflichtung ein. Nur denotierende Ausdrücke tun das.
Variable/Russell/Hintikka: sind bei Russell nur notationale Muster.
Ontologische Verpflichtung/Quine/HintikkaVsRussell: Russell erkannt gar nicht die oV die Sprachen 1. Stufe mit sich bringen.
Sein/Ontologie/Quine: „Sein heißt, Wert, einer gebundenen Variablen zu sein“.
HintikkaVsRussell: das hat dieser nicht erkannt.
II 180
Elimination/Eliminierbarkeit/HintikkaVsRussell/Hintikka: um bloß scheinbar denotierende Kennzeichnungen zu eliminieren, muss man annehmen, dass die Quantoren und gebundenen Variablen über Individuen gehen, die beschreibungsmäßig identifiziert sind. ((s) Objekt der > Beschreibung). Sonst wäre der reale Bismarck kein zulässiger Wert der Variablen, mit denen wir ausdrücken, dass es ein Individuum einer bestimmten Art gibt.
Problem: dann dürfen diese Quantoren aber keine Konstituenten der Propositionen sein, denn ihre Wertebereiche bestehen eben nicht bloß aus Objekten der Bekanntschaft. Daher war Russells Fehler ein zweifacher.
Quantor/Variable/Russell/Hintikka, 1905 hatte er schon aufgehört zu denken, dass Quantoren und gebundene Variablen echte Konstituenten von Propositionen sind.
Def Scheinveränderliche/Russell/Hintikka: = gebundene Variable.
Bekanntschaft/Russell: Werte der Variablen sollten nur noch Objekte der Bekanntschaft sein. (HintikkaVsRussell).
Quantoren/HintikkaVsRussell: jetzt können wir sehen, warum Russell nicht zwischen verschiedenen Quantoren unterschied (Bekanntschaft/Beschreibung): Für ihn waren Quantoren nur notationale Muster, und für sie braucht man den Bereich der möglichen Interpretation nicht festzulegen, daher macht es auch keinen Unterschied, wenn sich der Bereich ändert!
Quantifikation/Russell: für ihn war sie implizit objektional (referentiell) jedenfalls nicht substitutional.

Peacocke I 190
Mögliche Welten/MöWe/Quantifikation/HintikkaVsRussell: R. ist nicht in der Lage, die Fälle zu erklären, wo wir in Glaubenskontexte quantifizieren (!) wo (nach Hintikka) der Quantor über "öffentlich deskriptiv identifizierte" Einzeldinge reicht. Hintikka: vergleicht das mit einem "Schlüsselroman".
Peacocke: es ist unklar, dass (ob) das nicht von Russell als Fälle allgemeiner Gedanken erklärt werden könnte, so dass die Person mit den und den Eigenschaften so und so ist.

Universalien/Bekanntschaft/Russell/Peacocke: wir sind mit Universalien bekannt und sie sind Konstituenten unserer Gedanken.
HintikkaVsRussell: das ist eine verzweifelte Medizin, um das Prinzip der Bekanntschaft zu retten.
PeacockeVsRussell: seine Argumente sind auch sehr schwach.
Russell: Bsp wir können die Transitivität von "vor" nicht verstehen, wenn wir nicht mit "vor" bekannt sind, und noch weniger, was es heißt, dass ein Ding vor einem anderen ist. wobei das Urteil von einem Bewusstsein eines Komplexes abhängt, dessen Analyse wir nicht verstehen, wenn wir nicht die verwendeten Begriffe verstehen.
I 191
PeacockeVsRussell: was für eine Relation soll den zwischen Subjekt und Universale bestehen? Lösung: das reformulierte PB: hier können wir feststellen, welchen Bedingungen ein Begriff unterworfen ist, analog zum Prinzip der Sensitivität bei relationalen Gegebenheitsweise.
I 192
HintikkaVsRussell: ("On denoting what?", 1981, S.167 ff): die Elimination von Gegenständen, mit denen das Subjekt nicht bekannt ist, aus der sing Term Position ist nicht hinreichend für die Irreduzibilität von Bekanntschaft, an die Russell dachte. Quantifikation/Hintikka: die Quantoren werden immer noch über Gegenstände reichen, mit denen das Subjekt nicht bekannt ist.
Solche Quantoren können aber nicht Konstituenten von Propositionen sein, wenn das mit dem PB verträglich sein soll. Denn sie würde sicher durch ihre Wertverläufe (value range, Wertebereich?) eintreten und diese bestehen nicht aus Einzeldingen, mit denen man bekannt ist.

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
Merkmal Frege Field Vs Strukturalismus II 328
Zahlen/Strukturalismus/Field: das drückt man manchmal so aus, dass 2 einfach eine Stelle in einer Struktur ist. (Resnik 1981, Shapiro 1989). Vagheit/Field: diese Sicht entspricht der Auffassung, dass Vagheit sich in der Welt befindet statt in unserer Sprache! ((s) >epistemische Sicht).
FieldVs: nicht nur für Zahlen wie „2“ scheint das gut zu funktionieren, sondern auch für die Ausdrücke die wir gebrauchen, um Strukturen zu beschreiben, in denen es keine Symmetrien gibt.
Symmetrie/Field: bringt hier ein Problem ins Spiel. ((s) Der Uneindeutigkeit, Mehrdeutigkeit?)
Bsp Brandom: -1/Wurzel –1/komplexe Zahlen/Field: Problem: jede komplexe Zahl ungleich 0 (Bsp –1) hat zwei Wurzeln. (eigentlich BrandomVsFrege, BrandomVsLogizismus).
„Zahl i“: dieser Term ist standardmäßig eingeführt für eine von beiden, (dann ist –i natürlich die andere).
Problem. selbst wenn wir annehmen, dass wir irgendwie festgelegt haben, welche Objekte die komplexen Zahlen sind, welche Teilmenge von ihnen die reellen Zahlen sind und welche Funktionen von ihnen Addition und Multiplikation sind, dann läßt unser Gebrauch dieser Ausdrücke immer noch unbestimmt, auf welche der beiden Wurzeln von –1 unser Ausdruck „i“ referiert. ((s) Wegen der Symmetrie, es läßt sich kein Unterschied ausmachen).
komplexe Zahlen/innen/außen/Theorie/Field: innerhalb der Theorie der komplexen Zahlen gibt es keine Möglichkeit, i und –i zu unterscheiden. Es gibt kein Prädikat A(x) das nicht selbst „i“ enthält und das wahr vom einen ist, aber nicht vom anderen.
komplexe Zahlen/Field: natürlich helfen auch die praktischen Anwendungen nicht, sie zu unterscheiden!
Problem: selbst wenn man nun sagt, dass „i“ einfach eine Stelle im System der komplexen Zahlen ist, besteht die Unbestimmtheit, denn die komplexe Zahlenebene enthält zwei strukturell identische Positionen für Wurzeln von –1, ohne unterscheidende Merkmale.
4. Unvollständigkeit“/Mathematik/Zahlen/Field: Zahlen sind gewissermaßen unvollständige Objekte: Bsp 2 hat Eigenschaften wie Vorgänger von 3 zu sein und Primzahl zu sein, aber keine Eigenschaft die darüber entscheidet, ob es eine Menge ist!
FieldVsStrukturalismus: in dieser 4. Sichtweise ist er jedenfalls nicht die beste Weise, die „strukturalistische Einsicht“ zu erfassen.
II 332
Platonismus/Mathematik/VsStrukturalismus/Field: isomorphe mathematische Bereiche müssen nicht ununterscheidbar sein.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Merkmal Frege Verschiedene Vs Tarski, A. Eigen VII 303
v. WeizsäckerVsTarski: zur Beschreibung der Metasprache brauchte man wieder eine Metametasprache. Regress.
Sainsbury V 180
Tarski: der gewöhnliche alltägliche Wahrheitsbegriff ist inkohärent: er muss durch eine hierarchische Reihe von Wahrheitsprädikaten ersetzt werden. Die Objektsprache darf kein Prädikat enthalten, das genau auf ihre wahren Sätze zutrifft.
SainsburyVsTarski: einige Autoren meinen, dass unsere Alltagssprache nicht wirklich mangelhaft sei, sondern die geforderte Hierarchie bereits enthalte. z.B. bei Wendungen wie
"Was Sie soeben gesagt haben, ist nicht wahr".
Es scheint zu radikal, unseren gewöhnlichen Wahrheitsbegriff zu verwerfen. Andererseits ist es wohl nicht korrekt anzunehmen, unser alltäglicher Begriff enthalte schon die ganze Trennung.
Verstärkter LügnerVsTarski : (L2: L2 ist nicht wahr"). Trotz Tarski könnten wir formulieren:
LN: LN ist nicht wahrN
Version 1: Wenn das mangelhaft ist, weil es die Trennung der Ebenen nicht respektiert, dann ist es nicht wahrN. aber das es das ist, was es sagt, muss es doch wahrN sein!
Version 2: Ein Satz, der die Ebenen durchbricht, ist semantisch mangelhaft und also nicht wahr. Man kann also immer einen Verstärkten-Lügner-Satz konstruieren, um einen Ansatz über Ebenen zu widerlegen!

Horwich I 122
W-Definition/VsTarski: Einwände wegen angeblicher fehlender Korrektheit richten sich gegen den semantischen W-Begriff im allgemeinen. VsTarski: die W-Def sei zirkulär, weil in der Form "p gdw. q" Wahrheit implizit vorkommen: nämlich, weil die Äquivalenz gilt, wenn entweder beide Seiten wahr oder beide Seiten falsch sind.
TarskiVsVs: wenn dieser Einwand gültig wäre, gäbe es überhaupt keine formal korrekte W Def. Denn wir können keinen zusammengesetzten Satz bilden ohne die Hilfe von Verknüpfungen und anderen logischen Termen, die mit ihrer Hilfe definiert werden,.
I 123
Lösung/Tarski: eine strenge deduktive Entwicklung der Logik wird oft eingeleitet durch eine Erklärung der Bedingungen, unter denen Sätze der Form "wenn p dann q" usw. als wahr betrachtet werden. (WW-Tabellen).
Horwich I 127
VsTarski: wegen seines Schemas, das ihn auf Tatsachen verpflichte, sei er auf einen Realismus festgelegt. (GonsethVsTarski). TarskiVsVs: dass der Ausdruck ... Schnee... "tatsächlich" weiß ist...wurde von meinen Kritikern fälschlich eingefügt.
Wahrheitsbedingungen//W-Def/Tarski: der Bezug auf Tatsachen fehlt ganz bewusst im T-Schema! Es geht nämlich nicht um Wahrheitsbedingungen!
T-Schema/Tarski: impliziert nur, dass wenn wir den Satz
(1) Schnee ist weiß
behaupten oder negieren, dass wir dann auch den korrelierten Satz (2) Der Satz „Schnee ist weiß“ ist wahr
behaupten oder negieren müssen.
I 128
Pointe: damit können wir unsere jeweilige epistemologische Einstellung behalten: wir können Realisten, Idealisten, usw. bleiben, wenn wir es vorher schon waren. Realismus/Tarski: der semantische W-Begriff verpflichtet uns keineswegs auf einen naiven Realismus.
((s) Wenn Wahrheit Zitattilgung ist, dann müssen sich die "Disziplinen" unterscheiden lassen eben durch Sätze, die disquotational wahr sind, anstatt "immanent wahr").
TarskiVsVs: reductio ad absurdum: wenn es einen anderen W-Begriff gäbe (nach dem Willen dieser Kritiker, dann müsste er sich irgendwie unterscheiden und dann müsste letztlich herauskommen, dass "Schnee ist weiß" wahr ist, gdw. Schnee nicht weiß ist ! Denn sonst wäre es ja kein anderer W-Begriff sondern derselbe W-Begriff!.
Dennoch wäre ein solcher "neuer" W-Begriff nicht unbedingt absurd. Jedenfalls hätte aber jeder W-Begriff, der mit der semantischen W-Def inkompatibel ist, solche Konsequenzen.

Tarski I 160
VsTarski: Frage: Ist die semantische Konzeption der Wahrheit die einzig "richtige"? TarskiVsVs: ich muss gestehen, dass ich diese Frage nicht verstehe, denn das Problem ist so unbestimmt, dass keine klare Lösung möglich ist.
I 162
VsTarski: bei der Formulierung der Definition gebrauchen wir notwendigerweise Aussageverknüpfungen wie "wenn...., dann.....", "oder" usw.. Diese kommen in Definiens vor. Es ist jedoch wohlbekannt, dass der Sinn von Aussageverknüpfungen in der Logik mit Hilfe der Wörter "wahr" und "falsch" erklärt wird. Zirkel. TarskiVsVs: es ist zweifellos der Fall, dass einer streng deduktiven Entwicklung der Logik häufig bestimmte Feststellungen vorangehen, die die Bedingungen erklären, unter denen Aussagen der Form "wenn, dann..." wahr oder falsch sind.
Diese Feststellungen liegen jedoch außerhalb des Systems der Logik und sollten nicht als Definition der betreffenden Terme angesehen werden!
I 163
Diese Feststellungen beeinflussen die deduktiven Entwicklung der Logik in keiner Weise. Denn hier erörtern wir nicht die Frage, ob eine Aussage wahr ist, sondern ob sie beweisbar ist! (Wahrheit/Beweisbarkeit).
I 163
logische Verknüpfung/Aussagenverknüpfung/Tarski: in dem Moment, wo wir uns im deduktiven System der Logik (oder der Semantik, die auf der Logik basiert) befinden, behandeln wir die Aussagenverknüpfungen entweder als undefinierte Terme, oder wir definieren sie mit Hilfe anderer Aussagenverknüpfungen. Wir definieren die Verknüpfungen jedoch nicht mit Hilfe von Termen wie "wahr" oder "falsch".
(p oder q) genau dann, wenn (wenn nicht p, dann q).
Diese Definition enthält offensichtlich keine semantischen Terme.
Fehler: das Schema
(T) X ist wahr genau dann, wenn p.
für eine Definition der Wahrheit zu halten!
VsTarski: ein Kritiker, der diesen Fehler begeht, hielt diese angebliche Definition für "unzulässig kurz, d. h.: unvollständig".
I 164
Es sei nicht zu entscheiden „ob mit "Äquivalenz" eine logische formale oder eine nicht logische Beziehung gemeint sei. Er schlägt vor zu ergänzen: (T’) X ist wahr genau dann, wenn p wahr ist. ((s) Vs: hier kommt zweimal "wahr" vor ).
(T’’) X ist wahr genau dann, wenn p der Fall ist.
TarskiVsVs: das ist ein Missverständnis hinsichtlich der Natur der Aussagenverknüpfungen. (Verwechslung von Name und Gegenstand/Verwechslung von Aussagen und ihren Namen, Erwähnung/Gebrauch). ((s) p (rechts) ist die Aussage selbst, nicht die Behauptung über ihre Wahrheit. Das hat mit der Richtigkeit Redundanztheorie nichts zu tun).
I 168
VsTarski: die formale Definition der Wahrheit hat aber nichts mit dem "philosophischen Problem der Wahrheit" zu tun. Sie gibt wohl notwendige und hinreichende Bedingungen, aber nicht das "Wesen" dieses Begriffs. TarskiVs: ich bin nicht imstande zu verstehen, was das "Wesen" eines Begriffs sein soll.
((s) FregeVsTarski: Begriffe haben notwendige Merkmale.)
I 172
Kriterium/Wahrheitskriterium/VsTarski: einige argumentieren, Definitionen statten uns nicht mit allgemeinen Kriterien für die Entscheidung aus, ob ein Gegenstand unter den definierten Begriffen fällt. Und der Term "wahr" sei von dieser Art, da aus der Definition unmittelbar kein universelles Kriterium der Wahrheit hervorgeht. (> Wahrheitskriterium). ((s) RescherVsTarski). Tarski: das ist völlig korrekt, aber das unterscheidet den Begriff nicht von vielen Begriffen der Wissenschaften wie z. B. der theoretischen Physik. (> Begriff).
I 174
Semantik/Tarski: semantische Begriffe sind tatsächlich in vielen Bereichen der Wissenschaften und insbesondere der empirischen Wissenschaften enthalten.





Eigen I
M. Eigen
Ruth Winkler
Das Spiel München 1975

Sai I
R.M. Sainsbury
Paradoxien Stuttgart 1993

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

Tarski I
A. Tarski
Logic, Semantics, Metamathematics: Papers from 1923-38 Indianapolis 1983
Merkmal Frege Hilbert Vs Tarski, A. Horwich I 127
Wahrheit/Philosophie/Mathematik/HilbertVsTarski: (einziger „philosophischer“ Einwand überhaupt, von einem Mathematiker!): die W Def hätte nichts mit dem „philosophischen Problem „ zu tun. Das sollte aber keine Kritik sein. Begriff/TarskiVsHilbert: ich habe nie verstanden, was das „Wesentliche“ an einem Begriff sein soll. ((s) >Frege: Begriffe haben Merkmale, die man als notwendig ansehen kann, da es sonst ein anderer Begriff ist, im Gegensatz zu Gegenständen, die sich auch als etwas anderes herausstellen können, aber immer noch der „betrachtete Gegenstand“ sind.)
Wahrheit/Tarski: ich glaube, hier gibt es gar kein „philosophisches Problem“.
Merkmal Frege Millikan Vs Tradition I 13
klassischer Realismus: für ihn ist Denken und Wissen getrennt und Intentionalität ist transparent. Intentionalität/über/aboutness/MillikanVsTradition: Intentionalität ist nicht transparent: viele Vorgänge, die „über“ etwas sind, sind für ihre Benutzer nicht bewusst.
Bsp von Frisch wußte worüber ein Bienentanz ist, die Bienen wissen es nicht. Bienen reagieren bloß angemessen auf Bienentänze.
Gedanke: erfordert, dass der Referent identifiziert ist.
Inferenz: involviert Akte der Identifikation dessen, worüber die Gedanken sind. Deswegen sind sie Repräsentationen.
Ontologie/Millikan: uns interessiert, welche allgemeine Struktur die Welt haben muss, damit Subjekt-Prädikat-Sätze, Negation usw. auf die abgebildet werden können.
Realismus/Millikan: richtig verstanden verlangt der Realismus nicht, dass die Welt dafür „richtig aufgeteilt“ sein muss.

I 17
Eigenfunktion/Millikan: Bsp ein Herz hat sicher damit zu tun, dass es Blut pumpt. Aber welche Art von Verbindung zum Blutpumpen muss gegeben sein? Einige Herzen sind mißgebildet und können nicht pumpen, andere, Bsp Wasserpumpen könnte perfekt Blut pumpen, aber sie sind keine Herzen.
Bsp Kunstherzen: gehören nicht zur biologischen Kategorie. Also ist es nicht die aktuale Konstitution, aktuale Kräfte, Dispositionen usw. die etwas zu einem Element einer biologischen Kategorie machen.
Eigenfunktion/Millikan: führt dazu, etwas in eine biologische Kategorie einzuordnen. Sie hat nicht mit Kräften und Dispositionen zu tun, sondern mit Geschichte.
Eine Eigenfunktion zu haben heißt, “für etwas vorgesehen“ zu sein, etwas „zu sollen“ („supposed to“, designed to“).
Das müssen wir nun in einer naturalistischen, nichtnormativen Weise untersuchen.
Sprache/propositionale Einstellung/Millikan: wir müssen also fragen, „wozu sie gut sind“.
Satz/Millikan: so wie ein Herz manchmal missgebildet sein kann, so kann auch ein Satz nichtwohlgeformt sein. Andere Sätze sind einfach falsch.
Tradition/Falschheit/Millikan: die Tradition war verpflichtet anzunehmen, dass falsche Überzeugungen auch Überzeugungen sind. Dann müssen wie auch die Kräfte haben, unsere Dispositionen zu beeinflussen.
MillikanVsTradition: aber eine kaputte Niere hat nicht die Kräfte, ihre Funktion zu erfüllen.
I 18
Und falsche und verwirrte Gedanken haben solche Kräfte ebenfalls nicht. Tradition: hat hier mehr mit Input-Output-Relationen zu tun.
Millikan: These: wir dagegen beschäftigen uns mit den biologischen Funktionen, den Funktionen, „für die etwas gedacht“ ist.
Millikan: These: durch die Konzentration auf die Eigenfunktion (biologische Funktion) sind wir frei, die definierenden Merkmale zu finden, zwischen wahren Überzeugungen und der Welt draußen.
Eigenfunktion/EF/Millikan: 1. direkte Eigenfunktion: der erste Teil der Theorie bezieht sich nur auf die Funktionen von Dingen, die Elemente von Familien sind, sie einander ähnlich sind Bsp Herzen, oder einem Urbild ähnlich sind, Bsp Sätze, Wörter, Bsp Händeschütteln.
2. abgeleitete Eigenfunktion: hier müssen wir zeigen, dass auch neue Dinge Eigenfunktion haben können: Bsp neues Verhalten, neue Bienentänze, neue Überzeugungen.

I 133
Intension/Tradition/Millikan: hat immer mit Anwendungskriterien zu tun. 1. Menge von Eigenschaften oder Charakteren, die im Geist assoziiert sind.
2. Dieses Kriterium legt fest, worauf der Term angewendet wird – die Extension!
Extension/Intension/Tradition: die beiden sind im Geist verbunden.
Intension/MillikanVsTradition/Millikan: statt dessen ist es die Evolution, die die Verbindung zwischen Intention und Extension festlegt.
Sinn/Millikan: ergibt sich durch die Verbindung von Term und Referent: wie der Term „abbilden soll“. Dabei brauchen wir noch den Begriff des Tests.

I 157
Rationalismus/rationalistisch/Tradition/Millikan: (ähnliches Argument): was ein Term in einem Idiolekt bedeutet, muss für den Sprecher dieses Idiolekts a priori bekannt sein. Aber alles was man a priori wissen kann, ist ob zwei Ausdrücke in dem Idiolekt dieselbe Intension haben. Wenn nun aber ein Term mehr als eine Intension hat, kann man nicht a priori wissen, ob die Intensionen in der Anwendung konvergieren werden. Daher muss jeder eindeutige Term nur eine Intension haben. Bedeutung/Sinn/MillikanVsTradition: Bedeutung ist Fregescher Sinn, nicht Intension. Dann ist Leerheit die primäre Art von Bedeutungslosigkeit und weder Mehrdeutigkeit noch Synonymie werden durch rein a priori Überlegung festgelegt.
Intension/Millikan: ist nur die sekundäre Bedeutung.
I 158
Sie können nur Bedeutung sein, insofern diese Intensionen explizit sind und selber einen Sinn haben.
I 171
Irrtum/Täuschung/Zeigen/Indexwort/Millikan: Bsp es gibt zwei Gegenstände auf dem Tisch, einen Aschenbecher, den ich nicht für einen Aschenbecher halte und ein Ding, das kein Aschenbecher ist, das ich aber dafür halte und sage „Das ist ein schöner Aschenbecher“. Frage: habe ich damit gesagt, dass der Aschenbecher schön ist, obwohl ich den anderen Gegenstand gemeint habe?
Bsp ich halte ein Buch hoch und sage „Dies gehörte meinem Großvater“. Dabei täusche ich mich allerdings und halte das falsche buch hoch.
I 172
Was ich gesagt habe, ist natürlich falsch. Nicht so klar ist, ob ich das, was ich gemeint habe etwas anderes ist als das, was ich gesagt habe. Millikan: These: hier ist es nicht der Fall, dass Ich und mein Token von „dies“ verschiedene Dinge gemeint haben.
Lösung: „dies“ ist mehrdeutig in bezug auf Fregeschen Sinn.
MillikanVsTradition: Philosophen haben dies oft außer Acht gelassen.
Lösung/Millikan: Wahrnehmung kann bei uns zu vorübergehenden Begriffen führen.
vorübergehende Begriffe/Intensionen/Millikan: Intensionen sind dann an unsere Fähigkeiten geknüpft, Dinge zu verfolgen und zu reidentifizieren.
vorläufiger Begriff: Bsp diese Kaffeetasse ist für mich vollkommen ununterscheidbar von einem Dutzend anderen, aber im Moment ist es meine Tasse.
I 173
Frage: ob das überhaupt als Begriff zählt. Fähigkeit den Gegenstand zu verfolgen führt zu einem inneren Begriff. Das führt zur Unterscheidung von Wahrnehmung und Gedanken. Denken/Millikan: wenn Denken nicht durch Wahrnehmung vermittelt wird, sind die Gegenstände, an die man denkt, nicht mit einem Index versehen.
Wahrnehmung: hier sind die Gegenstände mit einem Index versehen.
I 174
Irrtum/Täuschung/Indexwort/Wahrnehmung/Fehlidentifikation/Millikan: Bsp Angenommen, ich irre mich, als ich einen wiederkehrenden Gegenstand identifiziere. Dann hat mein innerer Begriff zwei Sinne, er hat einen mehrdeutigen Fregeschen Sinn. 1. abgeleiteter Sinn aus der Fähigkeit, den Gegenstand zu verfolgen
2. innerer Begriff, den ich schon vorher hatte.
„dies“: ist also mehrdeutig.

I 270
Standardbedingungen/Inhalt/Millikan: 1. um ihnen einen Inhalt zu geben, muss „Standard-Beobachter“ mehr bedeuten als „Beobachter, für den rote Dinge rot aussehen, unter Standard-Bedingungen“. Und entsprechend für „Standard-Bedingungen“.
Lösung: Standard-Bedingungen für rot“ müssen ausbuchstabiert werden.
Problem: kein Mensch hat eine Ahnung, wie das gehen sollte.
Problem: wenn man allen Grund hätte zur Annahme, man sei ein Standard-Beobachter gibt es Umstände, in denen ein Gegenstand eine andere Farbe zu haben scheint, als er hat. Aber man würde dann nicht schließen, dass das Ding nicht rot wäre.
Problem: wenn Selbigkeit eines Dings durch seine gegenteiligen Eigenschaften definiert wird, muss ein Beobachter diese gegenteiligen Eigenschaften auch identifizieren können. Und es kann sein, dass diese niemals zutage treten!
Problem: wie kann meine Erfahrung die Gegenteiligkeit von rot und grün bezeugen?
Viele Autoren: denken, dass man niemals überhaupt behaupten könne, dass rot und grün zur selben Zeit am selben Ort sein könnten.
I 271
MillikanVsTradition: das stimmt aber nicht, in Wirklichkeit gibt es viele Möglichkeiten, Bsp Schielen. Komplementärfarben/Wahrnehmung/Sehen/Gewissheit/Millikan: unser Vertrauen darin, dass rot und grün Gegensätze sind, (vielleicht in die Natur eingebaut) ist eine empirische Gewissheit. Und dies ist Gewissheit für die objektive Gültigkeit dieser Begriffe, für die Tatsache, dass rot und grün Eigenschaften sind – und nicht nur Halluzinationen.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Merkmal Frege Frege Vs Verschiedene Brandom II 83
FregeVsBoole: keine materialen Gehalte, daher unfähig, der wissenschaftlichen Begriffsbildung zu folgen. Boole: "Umfangsgleichheit".
Frege I 32
Addition/Hankel: will definieren: "wenn a und b beliebige Glieder der Grundreihe sind, so versteht man unter der Summe a + b dasjenige Glied der Grundreihe, für das die Formel a + (b + e) = a + b + e
gilt". (Hierbei soll e die positive Einheit bedeuten).
Addition/Summe/FregeVsHankel: 1. so wird die Summe durch sich selbst erklärt. Wenn man noch nicht weiß, was a + b ist, versteht man a + (b + e) auch nicht.
2. wenn man vielleicht einwendet, nicht die Summe, sondern die Addition sollte erklärt werden, dann könnte man immer noch einwenden, daß a + b ein leeres Zeichen wäre, wenn es kein Glied der Grundreihe oder deren mehrere von der verlangten Art gäbe.
Frege I 48
Zahlen/FregeVsNewton: dieser will Zahlen als das Verhältnis einer jeden Größe zu einer anderen derselben Art verstehen. Frege: man kann zugeben, dass hiermit die Zahl in einem weiteren Sinne, wozu auch die Brüche und die Irrationalzahlen gehören, zutreffend beschrieben sei. Doch dabei werden die Begriffe der Größe und des Größenverhältnisses vorausgesetzt!
I 49
Es würde auch nicht gehen, wenn man Zahlen als Mengen verstehen wollte, denn dann würde der Begriff der Menge und der Mengenverhältnisse vorausgesetzt wird.
I 58
Zahl/Schlömilch: "Vorstellung der Stelle eines Objekts in einer Reihe". FregeVsSchlömilch: dann müsste immer dieselbe Vorstellung einer Stelle erscheinen, wenn dieselbe Zahl auftritt, und das ist offenbar falsch. Das könnte man vermeiden, wenn er unter Vorstellung eine objektive Idee verstehen wollte, aber welcher Unterschied wäre dann zwischen der Vorstellung und der Stelle selbst?
I 60
Frege: dann wäre die Arithmetik Psychologie. Wäre die Zwei ein Vorstellung, dann wäre sie zunächst nur die meine. Wir hätten dann vielleicht viele Millionen Zweien.
I 64
Einheit/Baumann: Abgegrenztheit. FregeVsBaumann: Bsp wenn man sagt, die Erde habe Einen Mond, so will man ihn nicht für einen Abgegrenzten erklären, sondern man sagt das im Gegensatz dazu, das der Venus oder dem Jupiter zukommt.
I 65
In Bezug auf Abgegrenztheit und Ungeteiltheit, können sich die Jupitermonde mit unserem messen und sind in diesem Sinne ebenso einheitlich wie unser Mond. Einheit/Zahl/Köpp: Einheit sollte nicht nur ungeteilt, sondern unteilbar sein!
FregeVsKöpp: das soll wohl ein von der Willkür unabhängiges Merkmal sein. Dann bliebe aber nichts übrig, was gezählt und als Einheit gedacht werden könnte! VsVs: dann könnte man vielleicht nicht die Unteilbarkeit selbst, sondern das als unteilbar gedacht werden als Merkmal aufstellen. FregeVs: 1. es wird nichts gewonnen, wenn man sich die Sachen anders denkt, als sie sind! I 66
2. Wenn man dann aus der Unteilbarkeit nichts schließen will, was nützt sie dann?
3. Man braucht die Zerlegbarkeit sogar oft: Bsp bei der Aufgabe: ein Tag hat 24 Stunden, wieviel Stunden haben drei Tage?
I 69
Einheit/Verschiedenheit/Zahl/FregeVsJevons: die Betonung der Verschiedenheit bringt aber auch nur Schwierigkeiten. Bsp Wenn alle Einheiten verschieden wären, könnte man nicht einfach addieren:
1 + 1 + 1 + 1... sondern müßte immer schreiben:
1" + 1"" + 1 """ + 1 """" usw. oder sogar a + b + c + d.....(obwohl immer Einheiten gemeint sind). Dann haben wir keine eins mehr!
I 78ff: ++ Zahl weder Beschreibung noch Darstellung , Abstraktion keine Definition - Gleichheit darf nicht immer für jeden einzelnen Fall definiert werden müssen. Unendlich/Cantor: es sollten nur die endlichen Anzahlen als wirklich gelten. Sie sind ebensowenig sinnlich wahrnehmbar wie negative, Brüche, irrationale und komplexe Zahlen. FregeVsCantor: wir brauchen gar keine sinnlichen Wahrnehmungen als Beweisgründe für unsere Lehrsätze. Es genügt, wenn sie logisch widerspruchsfrei sind. I 117 - I 127 ++ VsHankel: Zeichen (2-3) nicht leer, sondern bestimmter Inhalt! Zeichen niemals eine Lösung! - Nullklasse/FregeVsSchröder: (> leere Menge) falsche Definition der Nullklasse: eine Klasse die in allen Klassen als Element enthalten ist, kann es nicht geben, also kann man sie auch nicht durch Definition erschaffen. (Der Begriff ist widersprüchlich).

IV 14
VsSchröder: man kann nicht von "Klassen" sprechen, ohne schon einen Begriff vorgegeben zu haben. - die Null darf nicht als Element in einer anderen Klasse enthalten sein (Patzig, Einleitung), sondern nur "als Klasse untergeordnet". (+ IV 100/101).
II 93
Euklid/FregeVsEuklid: macht mehrfach von stillschweigenden Voraussetzungen Gebrauch, die er weder unter seinen Grundsätzen noch unter den Voraussetzungen des besonderen Satzes aufführt. Bsp setzt der 19. Satz des ersten Buches der Elemente (in jedem Dreieck liegt dem größeren Winkel die größere Seite gegenüber) stillschweigend die folgenden Sätze voraus: 1. Wenn eine Strecke nicht größer als eine andere ist, so ist die gleich dieser oder kleiner als diese.
2. Wenn ein Winkel gleich einem anderen ist, so ist er nicht größer als dieser
3. Wenn ein Winkel kleiner als ein anderer ist, so ist er nicht größer als dieser.

Waismann II 12
FregeVsPostulate: warum fordert man nicht auch, dass durch drei beliebige Punkte eine Gerade gezogen werde? Weil diese Forderung einen Widerspruch enthält. Ei, so beweise man erst, dass jene anderen Forderungen keine Widerspruch enthalten! Russell: Postulate bieten die Vorteile des Diebstahls gegenüber ehrlicher Arbeit.
Existieren gleich Lösbarkeit von Gleichungen: dass 2 existiert, heißt, dass x² 2 = 0 lösbar ist. (Sonderzeichen Wurzel).

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Waismann I
F. Waismann
Einführung in das mathematische Denken Darmstadt 1996

Waismann II
F. Waismann
Logik, Sprache, Philosophie Stuttgart 1976
Merkmal Frege Dummett Vs Wittgenstein Brandom I 490
Wittgenstein (laut Dummett): Es gibt kein einheitliches Mittel der Ableitung aller anderen Merkmale aus einem. (Nur Gebrauch) DummettVsWittgenstein: gibt es keinen Schlüsselbegriff mehr, dann wissen wir nicht, was die Bedeutung eines Wortes im Unterschied zu der eines Satzes sein soll.
Dummett I 31
DummettVsGebrauchstheorie: Der Nachteil liegt darin, daß das wesentlich unsystematisch ist. Nach Wittgenstein allerdings ein Vorteil, denn er legt Wert auf die Vielfalt der Sprechakte. Dummett: Ordnungsliebe ist aber nicht alles, Die Gebrauchstheorie setzt wahrscheinlich voraus, daß ein beträchtlicher Teil der Sprache bereits verstanden ist. Nur eine systematische Theorie könnte erklären, inwieweit sich die sprachliche Bedeutung ohne einen vorher gegebenen Vorrat semantischer Begriffe erklären läßt. Im Idealfall brauchte man gar keine semantischen Begriffe im Voraus. Aus der Undefinierbarkeit der Wahrheit (Frege) folgt nicht die Unerklärbarkeit.
Dummett I 83
Verstehen/Wittgenstein: >Verstehen kein seelischer Vorgang, sondern Fähigkeit (dispositional).LL. FregeVs: das Fassen eines Gedankens ist ein Bewußtseinsakt. Und zwar einer, der sich auf etwas außerhalb des Bewußtseins richtet: (episodisch). DummettVsWittgenstein: schwer einzusehen, warum überhaupt kein episodischer Sinn von Verstehen möglich sein soll, wenn man Bsp beim ersten Hören eines Satzes verblüfft sein kann!
I 145
Privatsprache: WittgensteinVs - Dummett künstliche Privatsprache möglich und erlernbar.
I 156
DummettVsWittgenstein/DummettVsGebrauchstheorie: Verfehlt anzunehmen, eine vollständige Darstellung des Sprachverstehens sei gegeben, sobald seine sich in der Verwendung bekundenden Äußerungen beschrieben sind. Denn dadurch wird die Sprachbeherrschung auf das Haben einer praktischen Fähigkeit reduziert.
I 161
Tier: Frage: ob wir Tieren Gedanken zuschreiben können. Wittgenstein: "Der Hund fürchtet, der Herr werde ihn schlagen. Aber er fürchtet nicht, der Herr werde ihn morgen schlagen". DummettVsWittgenstein: hier kommt es aber weit weniger als Wittgenstein lieb ist, auf Erinnerungen an, sondern auf einen theoretischen Apparat.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in Auseinandersetzungen folgender wissenschaftlicher Lager:
Begriff/
Autor/Ismus
Pro/Versus
Eintrag
Literatur
W-Def Versus Frege IV 19/20
Wahrheit/Definition/FregeVsTarski: kann nicht definiert werden! ( Grund: in einer Definition gibt man gewisse Merkmale an. Bei der Anwendung auf eine bestimmten Fall kommt es dann darauf an, ob sie erfüllt sind. So drehte man sich bei der Wahrheit im Kreise.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993