Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Benennen Quine II 61
Benennen: ist ein Name oder ein singulärer Term. Bezeichnen: ist ein Prädikat. Beides ist Bezugnahme, nicht Bedeutung. Verschiedene Kennzeichnungen können dasselbe benennen, aber verschiedene Bedeutung haben. >Singuläre Termini/Quine; >Prädikate/Quine.
VIII 27
Synkategorematische Ausdrücke wie "auf" benennen nichts. Ebenso können wir annehmen, dass Wörter wie "Einhorn" nichts benennen; weder etwas Abstraktes noch etwas Konkretes. Dies gilt ebenso für "-keit" oder Satzzeichen. Die bloße Eignung, in einem Satz aufzutreten, macht keine Zeichenkette zu einem Namen. >Namen/Quine.
Nominalismus: der Nominalismus deutet alle Wörter als synkategorematisch! >Nominalismus/Quine.

Ad XI 173 Anmerkung 18:
Sätze/QuineVsFrege/Lauener: Sätze benennen nicht! Daher können von ihnen keine Namen (durch Anführungszeichen) gebildet werden.
XI 173
Substitutionale Quantifikation/Ontologie/Quine/Lauener: die substitutionale Quantifikation geht insofern keine ontologische Verpflichtung ein, als die eingesetzten Namen nichts benennen müssen. D.h. wir sind nicht gezwungen, Werte der Variablen anzunehmen.
XI 49
QuineVssubstitutionale Quantifikation: gerade mit der substitutionalen Quantifikation verschleiern wir die Ontologie, indem wir aus dem Sprachlichen nicht herauskommen. >Substitutionale Quantifikation.
XI 132
Sinn/Benennen/singulärer Term/Quine/Lauener: der Sinn braucht nichts zu benennen, um sinnvoll zu sein. Bsp "Einhorn": Unterschied Sinn/Bedeutung/Referenz. >Einhorn-Beispiel.
XII 73
Unterscheidbarkeit/reelle Zahlen/Quine: Pointe: zwei beliebige reelle Zahlen sind immer unterscheidbar, auch wenn sich nicht jede reelle Zahl benennen lässt! ((s) Es gibt nicht genug Namen). Denn es gilt immer x < y oder y < x, es gilt aber niemals x < x.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Bezeichnen Dummett III (b) 56
Sinn/Bezug/Dummett: Bei komplexen Ausdrücken muss man mehr wissen, als was der Ausdruck bezeichnet. >Komplexität, >Referenz.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Bezug/Referenz Dummett I 41
Frege: erst Bezug, dann "Sinn". Heute gibt es die Tendenz für singuläre Termini: Bedeutung = Referenz anzunehmen. - DummettVs: Das ist absurd bei komplexen Termini (>Kennzeichnungen).
I 47
Bezug: Wörter - nicht Sätze oder Satzteile. Def Bezug eines Ausdrucks ist dasjenige, das allen übrigen Ausdrücken gemeinsam ist, bei denen feststeht, dass ihre Substitution anstelle des ursprünglichen Ausdrucks den Wahrheitswert eines beliebigen Satzes, in dem er vorkommt, nicht beeinflusst.
I 48
Frege: Theorie des Bezugs vor Theorie des "Sinns". - "Sinn" bestimmt den Bezug. - Husserl: Bezug = "Sinn". Gebrauch gibt Bedeutung - Sinn gibt Bezug - Bedeutung ungleich Bezug: Bsp >Einhörner, >Rundes Quadrat.
RussellVsUnterscheidung Sinn/Bezug (Bedeutung/Referenz) (RussellVsFrege).

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Bivalenz Dummett II 103
Bivalenz, Prinzip der/PdB/Wahrheit/Dummett: Das Prinzip der Bivalenz setzt den Begriff der Wahrheit schon voraus - und das ist transzendental im Fall von unentscheidbaren Sätzen. - Es geht über unsere Fähigkeit hinaus, zu erkennen, was eine Manifestation wäre.
II 103f
Unentscheidbarkeit/Anti-Realismus/Dummett: (ohne Bivalenz) Die Bedeutungstheorie wird dann nicht mehr rein beschreibend in Bezug auf unsere aktuale Praxis sein.
III (a) 17
Sinn/Frege: Erklärung des Sinns durch Wahrheitsbedingungen - Tractatus: dito: "Unter welchen Umständen"... DummettVsFrege/DummettVsWittgenstein: Dazu muss man aber bereits wissen, was die Aussage dass P wahr ist, bedeutet - Vs: wenn es dann heißt, P ist wahr bedeute dasselbe, wie P zu behaupten.
VsVs: dann muss man bereits wissen, welchen Sinn es hat, P zu behaupten! Das ist aber genau das, was erklärt werden sollte.
VsRedundanztheorie: Wir müssen sie entweder ergänzen (nicht bloß Bedeutung durch Behauptung und umgekehrt erklären), oder die Zweiwertigkeit aufgeben.

III (b) 74
Sinn/Bezug/Bivalenz/Dummett: Zweiwertigkeit: Problem: Nicht jeder Satz hat einen solchen Sinn, dass wir ihm im Prinzip, wenn er wahr ist, als wahr erkennen können (Bsp >Einhörner, >Goldbachsche Vermutung). - Aber Freges Argument hängt gar nicht von Zweiwertigkeit ab.
III (b) 76
Zweiwertigkeit sollte allerdings doch für Elementarsätze gelten: Wenn hier der semantische Wert die Extension ist, muss aber nicht entschieden werden können, ob das Prädikat zutrifft oder nicht - die Anwendung kann vielleicht nicht effektiv entschieden werden, aber das (undefinierte) Prädikat kann verstanden werden, ohne den Wahrheitswert zuteilen zu können. - Daher Unterscheidung von Sinn und semantischem Wert. >Semantischer Wert.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Cassirer Ricoeur I 22
Cassirer, Ernst/Symbol/Ricoeur: in seiner Philosophie der symbolischen Formen ist er von der Kantischen Philosophie inspiriert, sein erklärtes Ziel sah er darin, den allzu engen Rahmen der transzendentalen Methode, die auf die Kritik der Prinzipien der Newtonschen Philosophie beschränkt bleibt, zu sprengen und alle synthetischen Tätigkeiten und alle ihnen entsprechenden Objektivierungsbereiche zu erkunden. RicoeurVsCassirer: ist es aber legitim, diese verschiedenen „Formen“ der Synthese, in denen sich das Objekt nach der Funktion richtet, diese „Vermögen“ von denen jedes eine Welt produziert und setzt, symbolisch zu nennen?
Pro Cassirer: er war der erste, der die Frage nach der Rückgliederung der Sprache gestellt hat.
Symbolische Form/Cassirer/Ricoeur: der Begriff umgrenzt, noch bevor er eine Antwort darstellt, eine Frage: diejenige nach der Anordnung aller „Vermittlungsfunktionen“ zu einer einzigen Funktion, die Cassirer „das Symbolische“ nennt.
Def Das Symbolische/Cassirer/Ricoeur: das Symbolische bezeichnet den gemeinsamen Nenner aller Arten, die Realität zu objektivieren, ihr einen Sinn zu geben.
Das Symbolische will vor allem die Nicht-Unmittelbarkeit unserer Wirklichkeitserkenntnis zum Ausdruck bringen.
I 23
RicoeurVsCassirer: der Kantische Transzendentalismus (...) schadet der Arbeit der Beschreibung und Klassifizierung der symbolischen Formen. Das Problem ist das der Einheit der Sprache und der Verschränkung ihrer mannigfachen Funktionen in einem einzigen Reich der Rede. >Symbol/Ricoeur, >Sinn/Ricoeur, >Deutung/Ricoeur. Ricoeur: dieses Problem scheint mir durch den Begriff Zeichen (...) besser charakterisiert zu sein. >Symbol/Cassirer.
RicoeurVsCassirer: Was (...) auf dem Spiel steht, ist die Spezifizität des hermeneutischen Problems. Indem Cassirer alle Vermittlungsfunktionen unter dem Titel „Symbolisches" vereint, verleiht er diesem Begriff einen ebenso großen Umfang, wie einerseits dem Begriff der Realität und andererseits dem der Kultur. [Damit verschwindet der grundlegende Unterschied]: der zwischen eindeutigen Ausdrücken und vieldeutigen Ausdrücken. >Sinn/Ricoeur.

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976
Denken Wittgenstein II 45f
Plan/Wittgenstein: Denken heißt, mit Plänen operieren - der Gedanke bedarf keiner Deutung - der Plan braucht eine Deutung - die Regeln der Interpretation eines Plans gehören nicht zum Plan selbst - Wissenschaft: wie der Bau eines Hauses - Philosophie: wie Aufräumen.
II 46
Denken/Wittgenstein: ist ein symbolischer Vorgang - analog: Bsp Verdauung: a) charakteristisch für einen Menschen - b) chemischer Vorgang. Def Denken: Deuten eines Plans - Gedankenlesen: könnte nur Interpretation von Symbolen sein - auf derselben Ebene wie Sprache.
II 50
Denken/Sprache/Wittgenstein: wir denken mit Hilfe des Zeichens. An ein Ding denken, heißt einen Satz denken, indem es vorkommt. - Der Anlass gehört nicht zum Denken - wohl aber die Wörter - ein Satz ist ein Mechanismus - nicht ein Haufen von Einzelteilen.
II 67
Denken/Wittgenstein: kein "Stellvertreten im Geiste" - der Gedanke ist autonom - er weist nicht über sich hinaus - das glauben wir nur wegen der Weise, wie wir Symbole verwenden - es gibt keinen geistigen Vorgang, der sich nicht symbolisieren lässt. - Wir interessieren uns nur für das, was sich symbolisieren lässt.
II 105
Denken/Sprache/Wittgenstein: Denken nicht ohne Sprache möglich.
IV 108
Denken/Tractatus: 6.361 in der Ausdrucksweise Hertz" könnten man sagen: nur gesetzmäßige Zusammenhänge sind denkbar.
VII 10
Denken/Ausdruck/Grenze/Tractatus/Vorwort/Wittgenstein: nicht dem Denken, sondern dem Ausdruck ist eine Grenze gezogen.
VII 12
Kant/Tetens: Wissen: die Grenze des Wissens kann man in beiden Richtungen passieren. Sinn/Unsinn/Wittgenstein/Tetens: diese Grenze kann man nicht überschreiten.
VII 82
Sprache/Denken/Tractatus/Tetens: was wir denken, muss logisch möglich sein. (vgl. 4.031).

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960
Deutung Ricoeur I 20
Deutung/Interpretation/Freud/Traumdeutung/Psychoanalyse/Ricoeur: Deutung bezeichnet jedes Sinnverstehen, das sich speziell auf die zweideutigen Ausdrücke richtet: die Deutung ist das Verständnis des Doppelsinns. >Sinn/Ricoeur.
I 21
Interpretation/Symbol: wir definieren beide jeweils in Bezug auf das andere. Das Symbol ist ein doppelsinniger linguistischer Ausdruck, der nach Interpretation verlangt; die Interpretation eine Arbeit, die darauf abzielt, die Symbole zu entziffern.

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976
Dialog Ricoeur II 16
Dialog/Ricoeur: Meine Erfahrung kann nicht direkt zu Ihrer Erfahrung werden. Ein Ereignis, das zu einem Bewusstseinsstrom gehört, kann nicht als solches in einen anderen Bewusstseinsstrom übertragen werden. Dennoch geht etwas von mir auf Sie über. Etwas wird von einer Lebenssphäre in eine andere übertragen. Dieses Etwas ist nicht die Erfahrung, wie sie erlebt wird, sondern ihre Bedeutung. Die Erfahrung, wie sie erlebt, wie sie gelebt wird, bleibt privat, aber ihr Sinn, ihre Bedeutung wird öffentlich. Kommunikation auf diese Weise ist die Überwindung der radikalen Nicht-Kommunizierbarkeit der gelebten Erfahrung als gelebt.
Dialog: ist ein Ereignis, das zwei Ereignisse verbindet, das des Sprechens und das des Hörens. Für dieses dialogische Ereignis ist das Verständnis als Bedeutung homogen. Daher die Frage: Welche Aspekte des Diskurses selbst werden im Falle eines Dialogs sinnvoll vermittelt?
Der Inhalt: Weil der Sinn eines Satzes sozusagen "ausserhalb" des Satzes liegt, auf den er übertragen werden kann; diese Äusserlichkeit des Diskurses an sich selbst - die gleichbedeutend ist mit der Selbsttranszendenz des Ereignisses in seiner Bedeutung öffnet den Diskurs für den anderen. >Kommunikation, >Sinn/Ricoeur.
II 18
Absicht: Die Intention hat einen psychologischen Aspekt, der nur vom Sprecher als solcher erlebt wird. Im Versprechen zum Beispiel liegt eine Verpflichtung; in einer Behauptung: ein Glaube; in einem Wunsch:ein Mangel; usw., die den psychologischen Zustand des Sprechaktes ausmachen, wenn wir der Analyse von John Searle folgen.(1) Aber diese >"geistigen Akte" sind nicht radikal unmitteilbar. Ihre Intention impliziert die Absicht, anerkannt zu werden, also die Absicht der Absicht des anderen. Diese Absicht, von dem anderen als solche identifiziert, anerkannt und anerkannt zu werden, ist Teil der Absicht selbst. Im Vokabular von Husserl könnte man sagen, dass es das Noetische im Übersinnlichen ist. Das Kriterium des Noetischen ist die Absicht der Mitteilbarkeit, die Erwartung der Anerkennung in der beabsichtigten Handlung selbst. Das Noetische ist die Seele des Diskurses als Dialog.
II 19
Ereignis: Diese Reziprozität der Absichten ist das Ereignis des Dialogs. Der Träger dieses Ereignisses ist die "Grammatik" der Anerkennung, die in der beabsichtigten Bedeutung enthalten ist.
II 21
Die Vorstellung, Erfahrung in die Sprache zu bringen, ist die ontologische Bedingung der Referenz, eine ontologische Bedingung, die sich in der Sprache als ein Postulat widerspiegelt, das keine immanente Rechtfertigung hat; das Postulat, nach dem wir die Existenz singulärer Dinge voraussetzen, die wir identifizieren.

1. John Searle, Speech Acts: An Essay in the Philosophy of Language (New York: Cambridge University Press, 1969).

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976
Einhorn - Beispiel Quine I 312
"(Ex)(x = Pegasus)" ist falsch, mit Pegasus als singulärem Term. Sie ist jedoch richtig, mit Pegasus als allgemeinem Term "= Pegasus". Aber: "(Ex)(x ist Pegasus)" ist falsch, wegen der Nichtexistenz. >Pegasus-Beispiel/Quine; >Nichtexistenz/Quine.
I 356f
Fehlschluss der Subtraktion lautet: weil wir von Bedeutung, Einhörnern und "Anbetrachten" reden können, müsste es auch welche geben! (QuineVs)
I 424
Einhorn: Problem: ist gegenstandsgerichtetes (verfälschendes) Denken.
Manche Philosophen stellen die These auf: "Pegasus" und "Einhorn" können in der Tat völlig geeignete Termini sein. Termini, die wir verstehen, weil ihre Kontexte mit Sinnesreizungen oder intervenierenden Theorien hinreichend eng verknüpft sind, ohne dass es Einhörner oder Pegasus gibt. Bei dieser Schwierigkeit stehen eher singuläre Termini wie "Pegasus" und nicht so sehr allgemeine Termini wie "Einhorn" im Mittelpunkt. Denn an dieser Stelle kommen im alltäglichen Sprachgebrauch die Wahrheitswertlücken ins Spiel. >Wahrheitswert-Lücke/Quine.
QuineVs: Quine ist gegen jede Versuchung, sich in den Morast der "unverwirklichten Möglichkeiten" hinauszuwagen.
Pegasus/Quine: Pegasus ist singulärer Term
Einhorn/Quine: Einhorn ist allgemeiner Term.

III 99
Zutreffen: die Termini treffen zu. Kentaur/Einhorn/Quine: "Kentaur" trifft auf jeden Kentauren zu und sonst gar nichts, also auf gar nichts, da es keine Kentauren gibt.
III 254
Bedeutung/Nichtexistenz/Singulärer Term/Quine: ein singulärer Term kann ein Objekt bezeichnen oder auch nicht, auf jeden Fall hat er aber eine Bedeutung. Bsp: „Zerberus“.
III 256
Einhorn/Bedeutung/Quine: wäre das Wort ohne Bedeutung, würden nicht nur die Dichter darunter leiden, man könnte auch Bsp die einfache Tatsache der Nichtexistenz des Zerberus nicht ausdrücken.
III 258
Einhorn/rundes Quadrat/Bezeichnung/Bedeutung/sing Term/Quine: Fazit: dass etwas die Aufgabe hat, etwas zu bezeichnen (d.h. signifikant ist) hängt überhaupt nicht davon ab, dass es diese Aufgabe erfüllt. Signifikant/Quine: Signifikant bedeutet zunächst nur: die Aufgabe zu haben, etwas zu bezeichnen. Es ist nicht die erfolgreiche Bezeichnung! Jedenfalls ist das bezeichnete Objekt nicht die Bedeutung des Wortes. Verwechslung von Bedeutung und bezeichnetem Gegenstand. >Rundes Quadrat/Quine, >Nichtexistenz/Quine.
III 264
Einhorn/Variable/Quine: Bsp: „Zerberus bewacht das Tor“ ist analog zu einem offenen Satz, nicht zu einem geschlossenen Satz. ((s) Der offene Satz lautet "x bewacht das Tor." Der geschlossene Satz lautet "Der Wächter bewacht das Tor.")
III 280
Kennzeichnung/singuläre Termini/Quine: da singuläre Termini immer als Kennzeichnung aufgefasst werden können, können wir "Einhorn" auch als Kennzeichnung auffassen. Damit ersparen wir uns eine Unterscheidung zwischen bezeichnenden und nicht-bezeichnenden singulären Termini. >Kennzeichnungen/Quine.
III 281
Der Streit wird zu einem Streit über Prädikate. >Wahrheitswert/Quine.
III 281
Wahrheitswert/Nichtexistenz/Einhorn/Quine: es wäre voreilig zu sagen, Sätze wie "Zerberus bellt" seien falsch.
VI 128
Sing Term/Wahrheitswert/Sinn/zweiwertige Logik/Einhorn/Quine: im Falle bezugsloser singulärer Termini oder fehlgeschlagener Kennzeichnungen kennen wir den Wahrheitswert vielleicht nicht. Es ist nicht gewinnbringend, solche Sätze als sinnlos zu bezeichnen, da die Existenz des Objekts sich herausstellen könnte. Siehe Bsp Pluto. Es geht zwar in Ordnung, den Wahrheitswert offenzulassen, aber nicht den Sinn eines Satzes!
>Determinismus/Quine.


II 137 ff
Eigenschaften als letzte Klassen sind alle Element der Nullklasse. Sollen daher alle identisch sein? Vs: diese Identitätsdefinition gilt nur für Theorien, die keine Gegenstände zulassen, die keiner Klasse angehören. (> Autoren zu Nichtexistenz).

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Erklärungen Dummett II 108
Erklärung/Dummett: Bsp "b erfüllt (S oder T) gdw. b S erfüllt oder b T erfüllt, z.B.: "b erfüllt (Wenn es der Fall gewesen wäre, dass b S erfüllt, dann wäre es der Fall dass b T erfüllt): das erklärt nicht die Bedeutung der logischen Konstanten - genauso wenig wie "London bezeichnet London" die Bedeutung von London erklärt. >Erfüllung.
III (a) 39
Absicht/Erklärung/Wahrheit/Dummett: Die Absicht, die Wahrheit zu sagen ist nicht hinreichend um den Wahrheitsbegriff zu erklären - auch nicht die Wahrheitsbedingungen für mehrere Sprachen. >Wahrheitsbedingungen.
III (c) 152
Sinn/Verstehen/Erklärung/DummettVsKripke: Der Trugschluss, man könne den Sinn des zur Erklärung eines Wortes Gesagten mit dem Sinn dieses Wortes selbst gleichsetzen, wird von Kripkes Ansichten verursacht. - Sllerdings lassen die Erklärungsmittel den Sinn zutage treten. >Sinn/Dummett.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Folgebeziehung Wessel I 124
Folgebeziehung/Wessel: = Implikation (kein Operator, sondern Prädikat) führt zu Paradoxien, weil der Inhalt widersprüchlich sein kann, auch wenn die Form gültig ist. >Paradoxie der implikation. - Konditional: (Bsp wissenschaftliche Aussage) wäre aus demselben Grund dann falsch (weil der Inhalt keinen Zusammenhang bildet).
I 138
logische Folgebeziehung/Wessel: Aussage über Zusammenhang (zweier Aussagen), nicht über zwei Gegenstände - in den Regeln der Folgebeziehungen dürfen keine semantischen Termini vorkommen - tA: "die Aussage A" (Term oder Name).
I 140
Folgebeziehung/Sinn/Wessel: wenn A I- B, dann nicht nur bezüglich der Wahrheitswert, sondern auch bezüglich des Sinns - aber nicht bloß Behauptung, dass "dem Sinn nach verknüpft" - Sinnzusammenhang durch Vorkommen gleicher Variablen oder "gleiches Material von Termini und Aussagen" garantiert.
I 286
Gebrauch/Erwähnung: logische Folgebeziehung: A I- B: spricht über Aussagen (d.h. gerade nicht inhaltlich) - Konditional: A --> B: spricht inhaltlich darüber, worüber in den Aussagen gesprochen wird (Bsp Strom, Magnetfeld) - Frage/(s): Erwähnung = wenn nicht inhaltlich über Aussagen gesprochen wird? - Gebrauch: = wenn z.B. die Wahrheit festgestellt wird? - aber: "A ist wahr" - heißt gerade nicht "der Strom fließt".

Wessel I
H. Wessel
Logik Berlin 1999
Form Dennett I 268f
Form/Sinn/Dennett: In der Welt der Makromoleküle ist Form gleich Bestimmung. ((s) Vgl. >Funktionale Analyse. >Funktionale Erklärung.)

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Forschung Droysen Gadamer I 220
Forschung/Historik/Droysen/Gadamer: Am Ende des Kollegs von 1882(1) findet sich die Wendung, »daß wir nicht wie die Naturwissenschaften das Mittel des Experimentes haben, dass wir „nur forschen und nichts als forschen können«. Gadamer: Es muss noch ein anderes Moment für Droysen im Begriff des Forschens wichtig sein, und nicht nur die Unendlichkeit der Aufgabe, die als das Merkmal eines unendlichen Fortschritts die Geschichtsforschung mit der Naturforschung gemeinsam hätte und das gegenüber der „Wissenschaft“ des achtzehnten Jahrhunderts und der „Doctrina“ früherer Jahrhunderte dem Begriff der im neunzehnten Jahrhundert zu seinem Aufstieg verholfen hat.
Begriffsgeschichte: Dieser Begriff von „Forschung“ umfasst, wohl im Ausgang von dem Begriff des Forschungsreisenden, der in unbekannte Gebiete vorstößt, in gleicher Weise Erkenntnis der Natur wie der geschichtlichen Welt. Je mehr der theologische und philosophische Hintergrund der Welterkenntnis verblasst, desto mehr wird Wissenschaft als Vorstoß ins Unbekannte gedacht und deshalb Forschung genannt.
Gadamer: Diese Überlegung genügt aber nicht, um zu erklären, wie Droysen die historische Methode in der zitierten Art gegen die Methode des Experiments in den NaturWissenschaften abheben kann, indem er von der Historie sagt, sie sei „forschen, nichts als forschen“. Es muss eine andere Unendlichkeit sein als die der unbekannten Welt, die in Droysens Augen die historische Erkenntnis als Forschung auszeichnet. Sein Gedanke scheint folgender:
Droysen: Der Forschung eignet eine andersartige, gleichsam qualitative Unendlichkeit, wenn das Erforschte nie selber ansichtig werden kann. Das gilt tatsächlich von der geschichtlichen Vergangenheit — im Gegensatz zu der Selbstgegebenheit, die das Experiment in der Naturforschung darstellt.
Experiment: Die historische Forschung befragt, um zu erkennen, immer nur andere, die Überlieferung, immer neue und immer aufs neue. Ihre Antwort hat niemals wie das Experiment die Eindeutigkeit des Selbstgesehenen. >Wissenschaft/Droysen, >Geschichte/Droysen, >Erkennen/Droysen.
Gadamer: Fragt man sich nun, welchen Ursprungs dies Bedeutungsmoment im Begriff der Forschung ist, dem Droysen in der überraschenden Entgegenstellung von Experiment und Forschung folgt, so wird man, wie mir scheint, auf den Begriff der Gewissensforschung geführt. Die Welt der Geschichte beruht auf der Freiheit, und diese bleibt ein letztlich unerforschliches Geheimnis der Person(2). Nur die Selbsterforschung des Gewissens kann
Gadamer I 221
ihm nahen, und nur Gott kann hier wissen. Aus diesem Grunde wird die historische Forschung nicht Erkenntnis von Gesetzen wollen und kann jedenfalls nicht den Entscheid des Experimentes anrufen. Denn der Historiker ist durch die unendliche Vermittlung der Überlieferung von seinem Gegenstand getrennt. >Verstehen/Droysen, >Sinn/Droysen.


1. Johann Gustav Droysen, Historik, hrsg. von R. Hübner (1935), S. 316, nach einer
Nachschrift von Friedrich Meinecke.
2. Der theologische Einschlag im Begriff der Forschung liegt aber nicht nur in der
Beziehung auf die unerforschliche Person und ihre Freiheit, sondern auch auf dem „verborgenen Sinn“ der Geschichte, dem in der Providenz Gottes „Gemeinten“, den wir nie ganz entschlüsseln können. Insofern ist Historik hier doch nicht ganz von der Hermeneutik überfremdet, wie es sich für den Entdecker des „Hellenismus“ gebührt. Vgl. Bd. 2 der Ges. Werke, S. 123f. und „Heideggers Wege“, Die Marburger Theologie, S. 35ff.; Bd. 3 der Ges. Werke.

Droys I
J. G. Droysen
Grundriss der Historik Paderborn 2011

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Gegebenheitsweise Frege Dummett III 133
Sinn/Frege/Dummett: Der Sinn ist durch die Gegebenheitsweise (GW) konstituiert, aber er ist nicht mit ihr identisch.
Ad Frege II 40
Weise des Gegebenseins/(s): Die Gegebenheitsweise ist kein Zeichen, denn Identität sagt nichts über (kontingente) Zeichen. >Identität/Frege.
Frege I 128
Weise des Gegebenseins/Gegebenheitsweise/GW/Frege: Bsp "Wurzel 1": Begriff - > Identität stellt fest, dass ein und demselben Gegenstand zwei Begriffe (Gegebenheitsweisen) entsprechen - nicht einfach zwei (willkürliche) Zeichen.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Gerechtigkeit Freud Rawls I 539
Gerechtigkeit/Missgunst/Neid/Freud/RawlsVsFreud/Rawls: bei seiner Erklärung des Entstehens des Gerechtigkeitssinns verwechselt Freud Missgunst und Ressentiment (Siehe Ressentiment/Rawls). GerechtigkeitsSinn/Freud/Rawls: Freud bemerkt, dass der Gerechtigkeitssinn aus Neid und Missgunst entsteht. Während einige Mitglieder einer sozialen Gruppe eifersüchtig (jealously) darauf bedacht sind, ihre Vorteile zu sichern, versuchen die Benachteiligten durch Missgunst bewegt, ihnen diese Vorteile zu rauben. Am Ende stellen alle fest, dass sie sich nicht alle mit feindseligen Gefühlen verfolgen können, ohne sich selbst damit zu schädigen. Als Kompromiss einigen sie sich auf Gleichbehandlung. So ist die Bildung des Gerechtigkeitssinns eine Reaktion; eine Transformation aus Neid und Missgunst in ein soziales Gefühl. Freud nimmt an, dass dies im Kindergarten und anderen sozialen Umständen gelernt wird.
RawlsVsFreud: das setzt voraus, dass die ursprünglichen Einstellungen richtig beschrieben sind.
I 540
In der Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft nehmen wir aber nicht an, dass die Mitglieder von Neid und Missgunst angetrieben werden. Wenn Kinder Gefühle wie Missgunst oder Neid zeigen, können wir auch annehmen, dass sie aus einem Ressentiment entstehen, d.h. aus dem Gefühl, das gegen ein Gerechtigkeitsprinzip verstoßen wurde. (Siehe Ressentiment/Rawls). (Vgl. J. N. Shklar, Men and Citizens, (Cambridge, 1969), p. 49.) Gerechtigkeit/Freud/Rawls: was Freud meint, ist, dass die Energie die zur Ausbildung des Gerechtigkeitssinns führt, aus der Energie von Neid und Missgunst stammt und dass ohne diese Energie es kein Bedürfnis nach dem Herstellen von Gerechtigkeit gäbe.

Freud I
S. Freud
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse Hamburg 2011

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Glück Hobbes Höffe I 216
Glück/Eudämonismus/Hobbes/Höffe: Hobbes bleibt zwar dem in der Antike und dem Mittelalter vertretenen Prinzip Glück treu, bricht aber mit dem normativen Verständnis dieses Eudaimonismus, der das Glück in Begriffen der menschlichen Vernunftfähigkeit definiert. HobbesVsEudämonismus: Hobbes hat einen rein empirischen Begriff, die Erfahrung des jeweils gegebenen Begehrens. Infolgedessen werden die seit Platon und Aristoteles im Namen der
Eudaimonie verworfenen Lebensformen, das Genussleben, das nach Macht und Ehre strebende politische Leben und das nach materiellem Gewinn verlangende Kaufmannsleben, nicht diskreditiert. >Sinn/Hobbes, >Gut/Das Gut/Hobbes.

Hobbes I
Thomas Hobbes
Leviathan: With selected variants from the Latin edition of 1668 Cambridge 1994
Gut/Das Gute Hobbes Höffe I 215
Gut/Das Gute/Hobbes/Höffe: der Mensch, heißt es in der «Einleitung» [des Leviathan], ist «Werkstoff
Höffe I 216
und Konstrukteur» des künstlichen Menschen, des Staates. Gemäß der naturalistischen Anthropologie bildet, paradox gesagt, die normative Grundlage dieser Theorie ein normativ entlasteter Begriff des Guten. Mit seiner individualistischen («Jeder einzelne») und hedonistischen (Lust-Unlust bezogenen) Natur provoziert er einen Großteil der Philosophen, ohnehin die gesamte theologische Tradition, denn er fällt vollständig moralfrei aus: Jeder nennt gut, wonach er verlangt, böse, was er verabscheut, und Glück den ständigen Erfolg im Erlangen der Dinge, die er nach und nach begehrt. >Glück/Hobbes, >Sinn/Hobbes.

Hobbes I
Thomas Hobbes
Leviathan: With selected variants from the Latin edition of 1668 Cambridge 1994
Hermeneutik Ricoeur I 39
Hermeneutik/Ricoeur: Die Problematik der Illusion (...), die Nietzsches „Auslegung“ innewohnt, führt uns zu der Hauptschwierigkeit, welche das Los der modernen Hermeneutik bestimmt.
I 40
Problem: Es gibt keine allgemeine Hermeneutik, keinen universellen Kanon für die Exegese, sondern getrennte und einander entgegenstehende Theorien über die Regeln der Interpretation. Das hermeneutische Feld (...) ist in sich selbst zerspalten. A. Auf der einen Seite wird die Hermeneutik aufgefasst als die Manifestation und Wiederherstellung eines Sinns, der in der Art einer Botschaft, einer Verkündigung oder, wie es zuweilen heißt, eines Kerygma an gerichtet ist;
B. Auf der anderen Seite wird sie verstanden als Entmystifizierung, als Illusionsabbau. Auf dieser Seite des Kampfes steht die Psychoanalyse, zumindest bei der ersten Lektüre. >Interpretation/Ricoeur, >Sinn/Ricoeur, >Traumdeutung/Ricoeur.
I 43
Sorge um das Objekt/Ricoeur: Letztlich liegt dieser Sorge ein Vertrauen in die Sprache zugrunde, - der Glaube, dass die Sprache, die die Symbole trägt, weniger von den Menschen als zu den Menschen gesprochen wird, dass die Menschen inmitten der Sprache, im Licht des Logos geboren werden, (...). >Glauben/Ricoeur, >Religiöser Glaube/Ricoeur, >Interpretation/Ricoeur, >Epoché/Ricoeur.
C. Hermeneutik im Zeichen des „Zweifels“/Ricoeur: diese andere Theorie der Interpretation beginnt gerade mit dem Zweifel, ob es ein solches Objekt gibt und ob dieses Objekt der Ort sein kann, wo die intentionale Absicht in Kerygma, Offenbarung und Verkündigung umschlägt. Deshalb ist diese
Hermeneutik kein Herauslösen des Objekts, sondern ein Herunterreißen der Maske, eine die Verkleidungen reduzierende Interpretation.



II 45
Hermeneutik/Symbol/Ricoeur: In meinen früheren Schriften, insbesondere der Symbolik des Bösen und Freud and Philosophy(1,2), habe ich die Hermeneutik direkt durch einen Gegenstand definiert, der sowohl so breit als auch so präzise wie möglich zu sein schien, ich meine das Symbol. Was das Symbol betrifft, so habe ich es wiederum durch seine semantische Struktur definiert, die eine doppelte Bedeutung hat. Heute bin ich mir weniger sicher, dass man das Problem so direkt angehen kann, ohne vorher die Linguistik in Betracht gezogen zu haben. Innerhalb des Symbols, so scheint es mir jetzt, gibt es sowohl etwas Nicht-Semantisches als auch etwas Semantisches (...). >Metapher/Ricoeur.

1. P. Ricoeur, The Symbolism of Evil, trans. Emerson Buchanan (New York: Harper & Row, 1967);
2. P. Ricoeur, Freud and Philosophy: An Essay on Interpretation, trans. Denis Savage (New Haven: Yale University Press, 1970).

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976
Ich Castaneda Frank I 159ff
Ich/Castaneda: "flüchtige Iche": wie "hier","jetzt", irreduzibel - gänzlich epistemologisch, nur zur Vergegenwärtigung, nicht empirisch - eingeschränkte Identität: nur Konsubstantiation (Selbigkeit zwischen gemeinsam existierenden Mengen von Eigenschaften): nicht diachron (Transsubstatiation) daher nicht alle Eigenschaften identisch, keine Substituierbarkeit, keine strikte Identität mit Person - Ich kriterienlos, inhaltlich neutral - Ich kann nur durch den überpersönlichen und situationsunabhängigen Quasi-Indikator "er" abgebildet werden. Ich-Gestaltung/Castaneda: Vs Ich als "Etwas". (Guise-Theorie).
I 167ff
Ich*/Castaneda: "ich selbst" in einer Episode von Selbstbewusstsein bezieht man sich auf sich selbst - (entsprechend für er*).
I 186
Ich* ist kein Demonstrativum.
I 170
Transzendent/ich/Castaneda: wir erfahren uns als nicht vollständig mit dem Inhalt unserer Erfahrungen identisch und deshalb auch als der Welt jenseits der Erfahrung zugehörig.
I 171
Ich/Selbst/Bewusstsein/Selbstbewusstsein/SB/logische Form/Hintikka/Castaneda: Bsp "Der Mann, der tatsächlich a ist, weiß, dass er a ist". Falsch: "Ka (a = a). - richtig:(Ex)(Ka (x = a)) - die in "Ka (...)" vorkommenden Individuenvariablen sind so aufgefasst, dass sie sich auf einen Bereich von Objekten beziehen, die a kennt - "es gibt eine Person, von der a weiß, so dass a weiß, dass diese Person a ist". CastanedaVs: geht nicht bei kontingenten Behauptungen: "Es gib ein Objekt , so dass a nicht weiß, dass es existiert" - Bsp "der Herausgeber weiß nicht, dass er der Herausgeber ist"- Ex)(Ka(x = a) & ~Ka(x = a))) wäre ein formaler Widerspruch -besser: (Exa)(Ka (x = a) & Ka (x = er selbst) (bei Hintikka nicht ausdrückbar).
I 226f
Ich/Castaneda: kein spezifisches Merkmal - verschiedene Kontraste: gegenüber: dies/das, ich/sie - ich/er - ich(Meinender/Handelnder) - ich/du - ich/wir - > Buber: ich/Es - Ich/Du - > Saussure: Netzwerk von Kontrasten (Plural).
Frank I 378
Ich/Spiegelkabinett/Castaneda: scheint zwei Selbste zu brauchen: eins mit dem er spricht, eins, von dem er spricht - aber einfaches Selbst als verschieden von Ich und Körper reicht nicht.
Hector-Neri Castaneda (1987b): Self-Consciousness, Demonstrative Reference,
and the Self-Ascription View of Believing, in: James E. Tomberlin (ed) (1987a): Critical Review of Myles Brand's "Intending and Acting", in: Nous 21 (1987), 45-55

James E. Tomberlin (ed.) (1986): Hector-Neri.Castaneda, (Profiles: An
International Series on Contemporary Philosophers and Logicians,
Vol. 6), Dordrecht 1986

I 430f
Ich/Extra-Sinn/Castaneda: psychologische Rolle, die man mit "ich" assoziiert - die psychischen Zustände erklärt, den Eigennamen oder Kennzeichnungen nicht erklären: "Ich werde am Telefon verlangt": bestimmter psychischer Zustand. PerryVsCastaneda: das reicht nicht, man muss zusätzlich wissen, dass es der eigene Extra-Sinn ist! - Eine Proposition mit "er*" sagt selbst nichts über die Bedeutung dieses Ausdrucks, daher keine Identifikation - Bsp "schwerster Mann Europa" könnte das ohne Waage wissen, wenn "er*" selbständig, ohne Antezedens fungieren könnte. Lösung: zwischengeschalteter Extra-Sinn s für Sheilas Glauben über Ivans Extra-Sinn i.
I 470
Ich/Castaneda: Variable, nicht singuläre Termini, nicht singulärer Bezug: statt dessen: i ist derselbe wie j und Stan glaubt von j...

Cast I
H.-N. Castaneda
Phenomeno-Logic of the I: Essays on Self-Consciousness Bloomington 1999

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Ich Perry Frank I 398ff
Extra-Sinn/Ich/PerryVsCastaneda: kann von anderen genauso erfasst werden, erklärt nicht Unterschied.
I 399f
Ich/er/Referenz/Bezug/Sinn/Bedeutung: Unterschied: Quasi-Indikator schreibt Bezugnahme zu, stellt sie aber nicht her. >Ich/Castaneda, >Quasi-Indikator.
Hector-Neri Castaneda (1987b): Self-Consciousness, Demonstrative Reference,
and the Self-Ascription View of Believing, in: James E. Tomberlin (ed) (1987a): Critical Review of Myles Brand's "Intending and Acting", in: Nous 21 (1987), 45-55

James E. Tomberlin (ed.) (1986): Hector-Neri.Castaneda, (Profiles: An
International Series on Contemporary Philosophers and Logicians,
Vol. 6), Dordrecht 1986

I 402ff
Ich/Castaneda/Perry: nicht durch bestimmte Kennzeichnung ersetzbar, wenn Verhalten erklärt wird - "wesentliches Indexwort" - Problem: gleicher Satz, anderer Sprecher: falscher Glaube "ich mache eine Schweinerei...". - Falsche Lösung: "und ich bin derjenige": wieder ein neues Indexwort. - "Fehlender begrifflicher Bestandteil": hilft nicht: ich kann glauben, dass ich es bin, ohne bestimmten Begriff von mir. - Falsch: Kennzeichnung: "derjenige, der die Schweinerei macht": hilft nicht, weil keine Verbindung zu mir.
I 403
Glauben/Ich/Perry: Lösung: Unterscheidung Glaubens-Zustand/Glaubens-Gegenstand. - Bsp Veranstaltung beginnt um 12:00 - d.h. "jetzt!" oder "schon vorbei" oder "noch Zeit". - Gegenstand: die um 12:00 beginnende Veranstaltung - Zustand: "jetzt" - bestimmte Kennzeichnung ohne Index genügt nicht.
I 414
Ich/Individuation/Perry: folgende Bedingungen reichen nicht: Propositionen de re, de dicto, zusätzliches begriffliches Merkmal, Lokalisierung in Raum und Zeit, Relativierung auf Personen und Orte, zwei verschiedene Beschreibungen ohne "Ich" - wie Castaneda: "ich" ist nicht ersetzbar! Zeit/Person-Proposition: unterscheidet mich nicht von den anderen: "J.P. gestern im Supermarkt" ist für andere genauso wahr. - Bewertungskontext = Meinungskontext: "die Veranstaltung beginnt jetzt" ist um 12:00 wahr - hilft nicht! - Wahr/falsch: hilft nicht: dass Berg A höher ist als B, mag wahr sein, führt aber nicht auf den richtigen Weg. - Es gibt nichts, was alle gemeinsam glauben. - Lösung: verirrte Wanderer im selben Meinungszustand (individuiert durch Indexwörter), aber nicht derselben Meinung.

Perr I
J. R. Perry
Identity, Personal Identity, and the Self 2002

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Individuation Searle V 251
Individuation/Identifikation/Fregescher Sinn/Searle: Mit einem einzelnen Prädikat ist noch keine >Weise des Gegebenseins verbunden, denn das ergibt noch keine identifizierende Beschreibung. Bsp Leo Peter und Gustav Lauben wissen nicht, dass sie von derselben Person sprechen. Kripke: Kripke braucht dafür >wesentliche Eigenschaften.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Instrumentelle Vernunft Horkheimer Habermas III 461
Instrumentelle Vernunft/Horkheimer/Habermas: Horkheimer ist mit Max Weber der Auffassung, dass formale Rationalität „der gegenwärtigen industriellen Kultur zugrunde liegt“. (1) Formale Rationalität/Weber/Habermas: die Bestimmungen, die die „Berechenbarkeit“ von Handlungen ermögliche: unter dem instrumentellen Aspekt die Wirksamkeit der verfügbaren Mittel und unter dem strategischen Aspekt die Richtigkeit der Mittelwahl bei gegebenen Präferenzen, Mitteln und Randbedingungen. Diesen Begriff verwendet Weber synonym mit Zweckrationalität.
Habermas III 462
HorkheimerVsWeber: Horkheimer betont dagegen den Rationalitätsverlust, der in dem Maße eintritt, wie Handlungen nur noch unter kognitiven Aspekten beurteilt, geplant und gerechtfertigt werden können. Habermas: Das Ironische daran ist, dass Vernunft, die sich nach Kant auf das Vermögen der Ideen bezieht und praktische Vernunft und Urteilskraft mit einbezieht, mit dem identifiziert wird, was Kant von ihr unterscheidet, nämlich mit der Verstandestätigkeit. (2) Siehe Sinn/Horkheimer.


1.M. Horkheimer, Zur Kritik der instrumentellen Vernunft, Frankfurt 1967, S. 13.
2.Ebenda S. 21.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Intensionen Cresswell II 70
Def Intension: des Prädikats P: das, was in jeder Welt die Extension festlegt.
II 70
Intension/Extension/Cresswell: diese Unterscheidung steht im Kontrast zur Unterscheidung Sinn/Referenz. - Intension/Extension: wird innerhalb des Reichs der Referenz unterschieden - Referenz: die Referenz jedes sprachlichen Ausdrucks ist einfach eine Intension. - Intension: ist einfach etwas, das Element eines Ds ((s) irgendeiner Bedeutungskategorie) ist.). - Intension: das was gewusst wird, wenn man die Bedeutung eines einfachen Prädikats kennt. )
II 149
Morgenstern/Abendstern/MS/AS/Kripke/Cresswell: seit Kripke wird das AS-MS-Problem meist mit Phosphorus und Hesperus formuliert. - (Namen sind problematischer als Kennzeichnungen.) >Weitere Autoren zu Morgenstern/Abendstern.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Intensionen Frege II 45
Intension/Extension/Frege: Zusammenhang: Der >Gedanke ist nicht die Bedeutung (= der Bezug) des Satzes, sondern der Inhalt. ((s) Die Ausdrücke "Intension" und "Extension" stammen von Carnap und wurden von Frege selbst nicht gebraucht). Sinn/Frege: Der Sinn entspricht der Intension (Weise des Gegenseins).
Die Extension ist der Gegenstand.

Dummett I 18
Def "Sinn" eines Ausdrucks/Frege: Der "Sinn" eines AUsdrucks ist eben die Weise, in der sein Bezug gegeben ist. Daher müssen wir zunächst den Begriff des Bezugs haben. Verfügen wir nun aber über den Begriff des Bezugs vor dem des Sinns, können wir nicht behaupten, dass der Bezug eine Eigenschaft des Sinnes sei, sondern nur eine Eigenschaft des Ausdrucks!
Deutlich wird das in den Grundgesetzen, wo Frege die Interpretation seines Symbolismus durch Festsetzungen, die jedem Ausdruck seinen jeweiligen Bezug vorschreiben, bestimmt. Zusammengenommen bestimmen diese Festsetzungen für jede Formel, unter welchen Bedingungen sie den Wert wahr hat. Vom Sinn soll erst später die Rede sein. Demnach wären die Festsetzungen unverständlich, wenn der Begriff des Bezugs eines Ausdrucks abgeleitet wäre.
I 18
Den Sinn erklärt Frege dann später dadurch, dass er sich auf die Festsetzungen beruft, die den Bezug regulieren.
Dummett I 48
Referenz/Frege: Die Referenz ist die Theorie des Bezugs vor Theorie des "Sinns". "Sinn" bestimmt den Bezug. Husserl: Bezug ist gleich "Sinn". Der Sinn bestimmt den Bezug (die "Bedeutung") und zwar in dem starken Sinn, dass es - die Sachverhalte in der Welt vorausgesetzt - der einem Ausdruck faktisch zukommende Sinn ist, der erklärt, wodurch ihm seine faktische "Bedeutung" (Bezug) gegeben wird. (Nicht nur Evans' "schwacher" Sinn, dass keine zwei Ausdrücke denselben Sinn, aber verschiedene "Bedeutungen" (Bezüge) haben können.)
Eine Theorie des Bezugs bildet demnach noch keine Theorie des Sinns, aber dessen unverzichtbare Grundlage.
Nicht anders als Frege vertritt Husserl die Ansicht, dass der Sinn eines Ausdrucks ein konstitutives Element ist, dem er seinen jeweiligen Bezug verdankt.
Dummett I 48f
Gebrauch/Frege/Dummett: Der Gebrauch ergibt die Bedeutung - Der Sinn gibt den Bezug (Frege). Bedeutung ungleich Bezug: Bsp Einhorn: Der Begriff ist nicht bedeutungslos, daher weiß man erst, dass er sich auf keinen Gegenstand bezieht.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Intensionen Millikan I 5
Glauben/Wünsche/Intention/Millikan: können ohne Referenz auf Sprache erklärt werden.
I 111
Intension/Millikan: ist etwas ganz anderes als Fregescher Sinn! Nicht Regeln, sondern ein Anwendungskriterium, relativ zur Verfasstheit des Sprechers! Wir müssen den Sprecher und seine Mechanismen berücksichtigen. Seine Dispositionen und seine Rechtfertigung für den Gebrauch eines Icons.
I 112
Intension: hat also mit Verursachung und Rechtfertigung von Äußerungen zu tun. Sinn/Fregescher Sinn/Millikan: hat nichts mit dem besonderen Sprecher und seiner Situation zu tun, man muss nicht wissen, wie er dazu kommt, dass er etwas abbildet, nur wie etwas abgebildet wird.
Sinn/Intention/Millikan: Unterschied. Bsp Pegasus: hat eine Intension, aber als leerer Name kann er keinen (Fregeschen) Sinn haben.
Adjektiv: entsprechend: „verhext“ hat keinen Sinn, wohl aber Intension.
I 143
Intension/Begriff/Sprache/Quine/Millikan: unsere Begriffe können nicht auf Intensionen beruhen und diese wiederum auf anderen Intensionen usw... Aufdringliche Information/Quine: dann hätten wir es mit „aufdringlicher Information“ zu tun.
Quine: alles müsste immer auf einmal getestet werden.
I 148
Intension/Millikan:
a) Def explizite Intension/Millikan: ein Ausdruck hat explizite Intension, wenn er wiederholt wird, nach einer Regel, die aus früheren Sätzen stammt, in denen der Ausdruck selbst nicht vorkam. Das hat oft die Form von bestimmten Kennzeichnungen. Bsp „der gegenwärtige Präsident der USA“. b) Def implizite Intension/Millikan: korrespondiert mit Methoden, bei denen die Anwendung eines Terms direkt von Wahrnehmungsdaten abhängt. Aber sie sind keine Reizbedeutungen!
1. Wahrnehmung/Millikan: ist nicht passiv, sondern eine aktive Tätigkeit.
2. Implizite Intensionen: - anders als Reizbedeutungen – sind nicht Mengen von Reizmustern, die eine Äußerung hervorrufen, sondern implizite Intensionen sind bestimmte Fähigkeiten.
Bsp die Fähigkeit, einen Gegenstand durch einen Sinn allein zu identifizieren, z.B. durch den Geruch oder den Tastsinn. (>Beobachtung/Millikan).
Intension/Sinn/Millikan: wenn das so ist, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass Intensionen (implizit oder explizit) den Sinn festlegen.
Sinn: ist nämlich eine Frage der Abbildungsregeln,
Intension: eine Normale Methode der Wiederholung von Ausdrücken
I 149
wenn die Wiederholungsprogramme bei verschiedenen Leuten auch verschieden sein mögen. Intension/Millikan: es ist unwahrscheinlich, dass es immer nur eine Intension (eine Wiederholungsmethode) für einen eindeutigen Term gibt.
Dennoch hätte der Term einen eindeutigen Fregeschen Sinn. Bsp ein Chemiker hat vielleicht verschiedene Methoden, eine Substanz zu ermitteln.
Sinn: damit er eindeutig ist, ist es auch nicht notwendig, dass die Intension (Methode der Wiederholung) unfehlbar ist. Bsp „Bills ältester Bruder“ ist für mich ein eindeutiger Sinn, obwohl ich nicht weiß, dass Bill noch einen älteren Bruder hat, als den, an den ich denke. Die Intension hilft mir dabei nicht.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Intensionen Putnam V 47
Sinn/Frege: ist eine außergeistige Entität - ("alte" Intension). - Der Gedankeninhalt, der erfasst wird - dagegen neue Intension/PutnamVsFrege: es gibt Bedeutungsunterschiede, die der Intension entgehen - also Verstehen nicht ausschließlich durch Verknüpfung mit Intension. - VsFrege: Erfassen nur durch Repräsentation, nicht 6. Sinn. - Repräsentation durch Umwelt bestimmt (> Zwillingserde/Putnam).
V 48f
Einklammerung/Husserl: darüber reden, was in jemandes Kopf vorgeht, ohne Voraussetzung hinsichtlich tatsächlicher Beschaffenheit der Gegenstände - Zwillingserde Bsp "Glauben, dass ein Glas Wasser vor ihm steht (und zwar für den Glaubenden selbst im vollen, uneingeklammerten Sinn).
V 49
"Notionale Welt"/Dennett: Gesamtheit der eingeklammerten Überzeugungen eines Subjekts - Referenz: ist natürlich der tatsächliche Stoff (> Weitere Autoren zu Zwillingserde). - Intension/Tradition: die notionale Welt bestimmt die Intension. - PutnamVs: das ist falsch, daher haben wir heute keinen einheitlichen Begriff von Bedeutung mehr.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Interpretation Ricoeur I 24
Interpretation/Zeichen/Ricoeur: (...) ich werde nicht behaupten, dass ich das sinnliche Zeichen interpretiere, wenn ich verstehe, was es sagt. Die Interpretation bezieht sich auf eine intentionale Struktur zweiten Grades, die voraussetzt, dass ein erster Sinn bereits konstituiert ist, wo etwas in erster Linie gemeint ist, dieses Etwas jedoch auf Anderes verweist, das nur durch es gemeint ist. >Zeichen/Ricoeur.
Ricoeur I 33
Interpretation/Tradition/Ricoeur: die Tradition [empfiehlt uns] zwei verschiedene Anwendungen [des Interpretationsbegriffs]; die eine schlägt uns einen zu »kurzen«, die andere einen zu »langen« Interpretationsbegriff vor; diese beiden Variationen in der Ausdehnung des Interpretationsbegriffs spiegeln in etwa jene wieder, die wir bei der Definition des Symbols ins Auge gefasst haben. >Symbol/Ricoeur. A.
Peri hermenias/Interpretation/Aristoteles: liefert einen „zu langen“ Interpretationsbegriff:
I 34
Interpretation ist jeder durch die Stimme hervorgebrachte und Bedeutung tragende Laut - jede phoné semantiké, jede phoné semantiké. In diesem Sinn ist das Nomen schon an sich Interpretation, desgleichen das Verbum, weil wir damit etwas sagen; doch das einfache Sagen (phásis) ist dem totalen Sinn des Logos entnommen; der volle Sinn der hermeneia erscheint also erst mit dem komplexen Sagen, dem Satz, den Aristoteles logos nennt und der sowohl den Befehl, den Wunsch, die Bitte als auch die aussagende Rede umfasst. Die hermeneia, im vollen Sinn, ist die Bedeutung des Satzes.
I 35
Der Bruch zwischen der Bezeichnung und dem Ding hat bereits mit dem Nomen vollzogen, und dieser Abstand markiert den Ort der Deutung. Nicht jede Rede bewegt sich notwendig im Wahren; sie haftet dem Sein nicht an; (...).
(...) der Weg für eine Hermeneutik der doppelsinnigen Bedeutungen [scheint] versperrt zu sein; der Begriff der Bedeutung erheischt die Eindeutigkeit des Sinns: die Definition des Identitätsprinzips im logischen und ontologischen Sinn verlangt diese Eindeutigkeit des Sinns; (...).
I 37
Def Interpretation/Aristoteles: „etwas von etwas aussagen“. Ricoeur: seine Erörterung der vielfachen Bedeutungen des Seienden schlägt eine Bresche in die rein logische und ontologische Theorie der Eindeutigkeit.
B.
Biblische Exegese/Interpretation/Tradition/Ricoeur: „kurzer“ Interpretationsbegriff:
Hermeneutik/Tradition/Ricoeur: die Hermeneutik ist in diesem Sinne die Wissenschaft der Regeln der Exegese, wobei diese verstanden wird als die besondere Auslegung eines Textes. (...) was man herkömmlicherweise die »Vier Bedeutungen der Schrift« genannt hat, bildet den Kern dieser Hermeneutik; (...) Insbesondere wurden hier die Begriffe Analogie, Allegorie, symbolischer Sinn erarbeitet; (...). Diese zweite Tradition verbindet also die Hermeneutik mit der Definition des Symbols durch die Analogie, ohne sie jedoch ausschließlich darauf zu reduzieren.
Was dieser Definition der Hermeneutik durch die Exegese Grenzen setzt, ist zunächst, dass sie sich auf eine sei es monarchische, kollegiale oder klerikale Autorität beruft, z. B. bei der biblischen Hermeneutik, wie sie innerhalb der christlichen Gemeinschaften betrieben wird; (...).
I 38
Mittelalter: Die Tradition der Exegese bietet indes eine gute Ausgangsbasis für unser Unternehmen: der Textbegriff selbst lässt sich in der Tat in analogischem Sinn fassen; das Mittelalter konnte von einer interpretatio naturae sprechen, dank der Metapher vom Buch der Natur; (...). Dieser Begriff des „Textes“ befreit von dem der Schrift. >Traumdeutung/Freud/Ricoeur. Nietzsche: mit ihm wird die gesamte Philosophie Interpretation.
Ricoeur: Dieser Weg ist mit der neuen Problematik der Vorstellung verbunden.
NietzscheVsKant/Ricoeur: Es geht nicht mehr um die Kantische Frage, ob eine subjektive Vorstellung objektive Gültigkeit besitzen kann.
I 39
Freud: (mittlere Definition) für ihn bietet sich nicht allein eine »Schrift« der Deutung dar, sondern jede Gesamtheit von Zeichen, die Sich als ein zu entziffernder Text betrachten lässt, also ebensowohl ein Traum oder ein neurotisches Symptom wie ein Ritus, ein Mythos, ein Kunstwerk, ein Glaubensinhalt. Muss man somit nicht zu unserem Begriff des Symbols als Doppelsinn zurückkehren, ohne dass man schon wüsste, ob der Doppelsinn Verschleierung oder Offenbarung, Lebenslüge oder Zugang zum Heiligen ist? >Sinn/Ricoeur, >Hermeneutik/Ricoeur.
I 46
Interpretation als Übung des Zweifels: [die Schule des Zweifels wird beherrscht von Marx, Nietzsche und Freud]. Es lässt sich relativ leicht feststellen, dass diese drei Unternehmen miteinander gemeinsam haben, das Primat des »Objekts« in unserer Vorstellung des Heiligen sowie die »Erfüllung« des Ziels des Heiligen durch eine Art analogia entis in Frage zu stellen, die uns kraft einer assimilatorischen Intention mit dem Sein verknüpfen soll. Blickt man auf ihre gemeinsame Intention zurück, so findet man darin den Entschluss, das Bewusstsein im ganzen als »falsches« Bewusstsein zu betrachten. Von hier aus nehmen sie, jeder in einem anderen Bereich, das Problem des Cartesischen Zweifels wieder auf, um ihn ins Zentrum der Cartesischen Festung selbst zu tragen. Nach dem Zweifel an der Sache sind wir nun in den Zweifel am Bewusstsein eingetreten. >Hermeneutik/Ricoeur.

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976
Irrtümer Wittgenstein Hintikka I 106
Gegenstand/Bekanntschaft/Täuschung/Irrtum/Russell/Moore/Hintikka: These: weil man sich täuschen kann, sind die Gegenstände der Bekanntschaft nicht dasselbe wie die physikalischen Gegenstände – ("Illusionsargument").
I 335
Primäre Sprachspiele/Wittgenstein/Hintikka: Bsp physiognomische Sprachspiele – hier sind Zweifel an der Gewissheit sinnlos. – In primären Sprachspielen kommen erkenntnistheoretische Begriffe wie Wissen/Glauben/Wahrheit/ Irrtum usw. nicht vor.
I 339
Schmerz/Empfindung//Irrtum/Täuschung/Wittgenstein/Hintikka: ich kann mich nicht systematisch bei der Identifizierung meiner Empfindungen täuschen. – Die Verbindung zur öffentlichen Sprache ist logisch (begrifflich), nicht empirisch.
II 59
Sinn/Täuschung/Irrtum/Wittgenstein: was uns ermöglicht, die Welt richtig zu beurteilen, ermöglicht uns auch, sie falsch zu beurteilen.
II 62
Maschine/Täuschung/Irrtum/Fehler/Wittgenstein: die Maschine selbst enthält nichts, was richtig oder falsch sein kann - sie läuft, wie sie nun einmal läuft.
II 103
Erinnerung/Kriterien/Täuschung/Irrtum/Wittgenstein: wenn man sich nicht richtig erinnert, muss es neben der Erinnerung noch ein weiteres Kriterium geben. Dann ist die Erinnerung selbst nicht getestet. Fragt man immer weiter: "woher weißt du?" Kommt man letzten Endes nicht umhin zu sagen: "mir scheint es so."
VI 188
Irrtum/Täuschung//Wittgenstein/Schulte: nur wenn Irrtum möglich ist, können wir davon reden, dass wir recht haben. Daher können wir uns nicht über eigene Schmerzen irren. Daher ist es dann aber auch sinnlos, von "absoluter Sicherheit" zu reden. (Keine Kriterien!).
VI 189
Über den Inhalt meiner Tasche kann ich mich aber genauso irren, wie jeder andere.
VI 220/221
Irrtum/Wittgenstein/Schulte: kann man sagen: ein Irrtum habe nicht nur eine Ursache, sondern einen Grund? D.h. ungefähr, er lässt sich in das richtige Wissen des Irrenden einordnen. (Wittgenstein, Über Gewissheit § 74). Nur wer weitergehende Kenntnisse hat, kann auf dem entsprechenden Gebiet einen Irrtum begehen.
VII 152
Skeptizismus/Philosophie/Wittgenstein/spät: die Wörter "Irrtum", "Zweifel" usw. haben auch die Philosophen aus der Alltagssprache gelernt, sie sind nicht zum Zweck des Philosophierens erfunden worden.
VII 153
Täuschung/Wittgenstein/spät: wenn der Philosoph fragt, ob man sich nicht über alles täuschen könnte ((s) "Wenn alles anders wäre..." > Skeptizismus/Davidson) dann verwendet er die Wörter auf eine Weise, wie er sie im Alltag niemals verwenden würde.
VII 154
Wittgenstein: Bsp man kann nicht sagen, dass man sich in seiner Freude über etwas irrt.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Komplex/Komplexität Dummett III (b) 57
Sinn/Bezug/Dummett: bei komplexen Ausdrücken muss man mehr wissen, als was der Ausdruck bezeichnet. Vgl. >Kompositionalität.
I 120
Komplex/Dummett: Ein Gedanke kann gar nicht anders erfasst werden, denn als Komplex. Begründung: "Allgemeinheitsbedingung"/Evans: niemand kann den Gedanken "Diese Rose duftet süß" haben, der außerstande ist, mit Bezug auf diese Rose andere Gedanken zu haben, oder sich nicht im klaren ist, was süß duften ist.
Dummett: Darüber hinaus muss man die Komplexität erfassen: man muss einen Begriff davon haben, wie er selbst an diese Rose denkt und dabei etwas denkt, das womöglich auch auf andere Dinge zutrifft. Vgl. >Semantischer Wert/Dummett.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Komplex/Komplexität Wittgenstein Tugendhat I 163
Komplex/Wittgenstein: Bsp nicht: roter Kreis als Komplex aus Röte und Kreisförmigkeit.
Hintikka I 53
Mittlere Periode/Wittgenstein/Hintikka: Relationen und Eigenschaften zu den Gegenständen gerechnet. PG: "Dies ist die Wurzel des schlechten Ausdrucks: die Tatsache sei ein Komplex von Gegenständen. Bsp Es wird hier, dass ein Mensch krank ist, verglichen mit der Zusammenstellung zweier Dinge."
Hintikka: eine so weitgehende Änderung der Auffassung ist so unwahrscheinlich, dass man davon ausgehen sollte, dass im Tractatus die Gleichsetzung von "Gegenständen " mit Individuen oder Einzeldingen abgelehnt wird.
I 68
Tractatus: verzichtet auf alle im Sinne unabhängiger Entitäten aufgefassten komplexen logischen Formen, Es bleibt nicht übrig als die Formen der Gegenstände (keine komplexen logischen Sätzen entsprechende Formen).
I 68
Ding/komplexer Gegenstand/Terminologie/Wittgenstein: ein komplexer Gegenstand ist eben ein Ding die komplexen Gegenstände kennen wir aus der Anschauung und wissen aus der Anschauung, dass sie komplex sind.
I 138 ff
Frege/Logik/Satz/Hintikka: im Tractatus gibt es einen Bruch mit der Fregeschen Tradition: die Logik Freges gilt als Theorie der komplexen Sätze. Wittgenstein untersucht die einfachsten Bestandteile der Welt und ihrer sprachlichen Stellvertreter.
I 148 ff
Wahrheitsfunktion/Tractatus/Hintikka: Hauptthese des Tractatus: (u.a.) "Der Satz ist eine Wahrheitsfunktion der Elementarsätze". Wittgenstein/Hintikka: muss also nachweisen, dass wahrheitsfunktionale Operationen (zur Bildung komplexer Sätze aus Atomsätzen) keinen Einfluss haben auf den Bildcharakter.

II 39
Komplexität/Wittgenstein: daaa einem allgemeinen Satz unendlich viele Spezialfälle zukommen, macht ihn nicht komplexer, als wenn ihm nur drei oder vier Spezialfall entsprechen. Ein Satz mit vier Spezialfällen ist wohl komplexer als einer mit dreien, aber bei unendlich vielen Spezialfällen ist es eine Allgemeinheit von anderer logischer Art.
II 314
Einfach/Einfachheit/komplex/zusammengesetzt/Sinn/sinnlos/Wittgenstein: Angenommen, es würde gefragt, ob ein gezeichnetes Quadrat zusammengesetzt oder einfach sei, d.h. ob es aus Teilen bestehen oder nicht.
II 315
Bsp "Ist dieser gleichförmig weiße Gegenstand zusammengesetzt oder einfach?" Die Antwort lautet: "je nachdem."
III 139
Elementarsatz/Wittgenstein/Flor: Der Begriff des Elementarsatzes ist wichtig als absoluter Begriff: sonst Mehrdeutigkeit: was in einen Zusammenhang als einfacher Satz auftritt, könnte in einem anderen Zusammenhang komplex sein. Das hieße weiter, dass intensionale Zusammenhänge zwischen Sätzen nicht mehr ausgeschlossen werden könnten.
III 142
Es muss eine absolute Unterscheidung zwischen dem Einfachen und dem Komplexen geben.
IV 31
Komplex/Tractatus: 3.3442 das Zeichen des Komplexes löst sich auch bei der Analyse nicht willkürlich auf.
IV 86
Komplex/Tractatus: 5.5423 einen Komplex wahrnehmen heißt wahrnehmen, daß sich seine Bestandteile so und so zueinander verhalten. Das erklärt, warum man einen gezeichneten Würfel auf zweierlei Art als Würfel wahrnehmen kann.
Vexierbild: hier sehen wir wirklich zwei verschiedene Tatsachen.
W VII 75
Komplex/Abbildtheorie/Bildtheorie/Tractatus: nicht das komplexe Zeichen "aRb" sagt, dass a in Relation R zu b steht, sondern dass "a" in einer Relation zu "b" ((s) Anführungszeichen!) steht, sagt, dass aRb. (Hier keine Anführungszeichen!) (3.1432) - ((s) Auflösung des Zeichens in seine Bestandteile: die Relation auf der Zeichenebene sagt etwas aus über die Relation auf der Ebene der Wirklichkeit). >Atomismus, >Atomsatz.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Kräfte Dummett I 22
Frege unterscheidet zwischen Sinn und Kraft: zwischen dem Gedanken und der mit seiner Äußerung verknüpften Kraft. >Sprechakttheorie.
III (b) 49/50
Behauptende Kraft/Frege: die behauptende Kraft ist ein Aspekt der Bedeutung, bestimmt aber nicht die Wahrheitsbedingungen.
III (e) 206
Behauptende Kraft/Frege/Dummett: Unterscheidung Satzsinn/Kraft: letztere entscheidet, ob etwas eine Frage, ein Befehl usw. ist. Die Kraft legt die konventionelle Signifikanz der Äußerung mit Bezug auf den entsprechenden Sachverhalt fest. Je nachdem, ob dieser gewünscht, befohlen, erfragt wird. usw. Die Kraft ist unabdingbar für eine systematischen Bedeutungstheorie.
Dann ist es sogar sekundär, ob man den Sinn korrekt erfasst hat!
Def SatzSinn/Frege/Dummett: Bestandteil der Satzbedeutung, das, was Frage, Befehl, usw. gemeinsam haben.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Kriterien Popper Flor II 479
Kriterium/Popper: These: Es gibt kein Sinnkriterium! Das Falsifikationsprinzip besagt nicht, dass alle anderen Aussagenarten erkenntnismäßig sinnlos oder leer sind. Auch Basissätze sind kritisierbar. Ihre Annahme ist nicht durch unsere Erlebnisse begründet! >Protokollsätze, >Sinn/Wissenschaft.
Flor II 480
Falsifizierbarkeitsprinzip = Abgrenzungsprinzip.
I 118
Abgrenzungskriterium/Popper: Ein Abgrenzungskriterium wird ein Vorschlag für eine Festsetzung sein. Allein eine Sache des Entschlusses. Das ist nur zu rechtfertigen durch die Analyse seiner logischen Konsequenzen: >Fruchtbarkeit, >Erklärungskraft usw.

Po I
Karl Popper
Grundprobleme der Erkenntnislogik. Zum Problem der Methodenlehre
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Flor I
Jan Riis Flor
"Gilbert Ryle: Bewusstseinsphilosophie"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Flor II
Jan Riis Flor
"Karl Raimund Popper: Kritischer Rationalismus"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A.Hügli/P.Lübcke Reinbek 1993

Flor III
J.R. Flor
"Bertrand Russell: Politisches Engagement und logische Analyse"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Flor IV
Jan Riis Flor
"Thomas S. Kuhn. Entwicklung durch Revolution"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993
Leben Gould I 227 ff
Anfang/Leben/Gould: Bsp Ende 1977 wurden in Südafrika fossile Prokaryoten entdeckt, die etwa 3,4 Milliarden Jahre alt waren. Das ist ein wesentlich früherer Beginn des Lebens, als man bisher angenommen hatte. Def Prokaryoten: u.a. Bakterien, Blaualgen, bilden das Reich der
Def Moneren: haben keine Organellen, keine Zellkerne, keine Mitochondrien.
Kurze Zeit später wurde verkündet, dass diese Methanbakterien überhaupt nicht eng mit anderen Moneren verwandt sind. Gemeinsame Vorfahren mussten also noch viel älter sein!
Die ältesten datierbaren Felsen, in Westgrönland, sind 3,8 Milliarden Jahre alt. Es ist also nur sehr wenig Zeit von der Entstehung überhaupt annehmbarer Lebensbedingungen bis zur Entstehung von Leben selbst.
Vielleicht ist die Entstehung von Leben (primitivem Leben) so unvermeidlich wie das von Feldspat oder Quarz.
Wenn Methanogene gesondert aufgeführt werden, sind sie ein 6. Reich.
Biologen unterscheiden heute eher zwischen Eukaryoten und Prokaryoten statt zwischen Pflanzen und Tieren.
Die Prokaryoten müssen wegen einer gemeinsamen RNA-Sequenz irgendwann einen gemeinsamen Vorläufer gehabt haben.
I 234
Die Annahme einer gleichmäßigen Evolutionsgeschwindigkeit ist vermutlich nicht zu halten. Die frühen Methanogene können sich viel schneller entwickelt haben.
I 260
Form/Leben/Lebewesen/Evolution/Physik/Gould: Stabilität entsteht dadurch, dass ein Lebewesen groß genug ist, in einen Bereich vorzudringen, in dem die Schwerkraft jene Kräfte übertrifft, die sich an der Oberfläche abspielen. Da das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen mit dem Wachstum abnimmt, ist eine zunehmende Größe der sicherste Weg in diesen Bereich. Die physikalische Umwelt der Erde enthält zahlreiche Lebensräume, die nur den Lebewesen zur Verfügung stehen, die größer sind als Einzeller.
Die Vielzelligkeit ist wahrscheinlich an mehreren Stellen unabhängig voneinander entstanden. Sie weist die beiden Hauptzüge der analogen Ähnlichkeit auf:
1. Sie ist relativ einfach zu erreichen und sowohl hochgradig anpassungsfähig als auch
2. der einzig mögliche Weg zu den Vorteilen, den sie mit sich bringt.
Sieht man von der Ausnahme der Straußeneier ab, können einzelne Zellen nicht sehr groß werden.
I 261
Die Vielzelligkeit ist wahrscheinlich sogar innerhalb der einzelnen Reiche mehrmals entstanden. Die meisten Biologen meinen, dass sie bei Pflanzen und Pilzen durch Amalgamierung eintrat. Diese Organismen sind die Nachkommen von Protistenkolonien. (Protisten: Einzeller, siehe Terminologie/Gould). Bsp Manche Volvox Kolonien mit einer festgelegten Anzahl von Zellen sind regelmäßig angeordnet. Die Zellen können in ihrer Größe differieren und die Fortpflanzungsfunktion kann auf diejenigen von ihnen beschränkt sein, die sich an einem Pol befinden.
I 264
Größere Tiere haben ein so niedriges Verhältnis von äußerer Oberfläche zu Volumen, dass sie zur Vergrößerung der ihnen zur Verfügung stehenden Oberfläche innere Organe ausbilden müssen.
I 288
Verhältnis von Oberfläche zu Volumen: bei kleinen Lebewesen sehr hoch. Wärme wird durch das Volumen des Körpers erzeugt, und an seiner Oberfläche abgestrahlt. Daher haben warmblütige Tiere einen besonders hohen Energiebedarf. Bsp Feldmäuse müssen die ganze Zeit über fressen. Das Verhältnis war bei den großen Dinosauriern so gering, dass sie ohne Isolierschicht auskommen konnten.
I 311
Form/Leben/Physik/Größe/Gould: Gould: Die Figur des Morgan in E. L. Doctorows "Ragtime" hatte unrecht, wenn er dachte, dass große Säugetiere geometrische Kopien ihrer kleineren Verwandten seien. Elefanten haben verhältnismäßig größere Gehirne und dickere Beine als Mäuse. Recht hat er insofern, als größere Tiere kleineren Verwandten in derselben Gruppe oft ähnlich sind. Galilei gab schon ein klassisches Beispiel: Bsp Die Stärke eines Beins ist eine Funktion des Querschnitts. Das Gewicht, das die Beine tragen müssen, variiert mit dessen Volumen.
Damit die Körperfunktionen gleich bleiben, müssen als die Tiere, wenn sie größer werden, ihre Form ändern: "Skalierungstheorie". Bsp Von der Krabbenspinne bis zur Tarantel reicht die Skala von Verwandten bis zum tausendfachen Körpergewicht des kleinsten Exemplars.
Auch hier verläuft die Skala regelmäßig: die Dauer des Herzschlages steigt im Vergleich zum Körpergewicht nur 4/10 mal so schnell.
I 312
Kleine Tiere bewegen sich viel schneller durchs Leben als große, ihr Herz schlägt rascher, sie atmen häufiger, ihr Puls ist schneller ihr "Lebensfeuer ist schneller "verbrannt": Die Stoffwechselrate nimmt bei Säugetieren nur um drei Viertel so schnell zu, wie das Körpergewicht. Kleine leben tendenziell kürzer als Große.
I 313
Der homo sapiens lebt allerdings weit länger als ein vergleichbares Säugetier gleicher Größe: Siehe Neotenie/Gould. Es soll keineswegs die Bedeutung der astronomischen Zeit geleugnet werden, Tiere müssen sie messen, um zu überleben.
I 315
Atemdauer und Herzschlag nehmen etwa 0,28 Mal so schnell zu wie das Körpergewicht; das Körpergewicht kann man kürzen, wonach für Säugetiere jeder Körpergröße übrigbleibt, dass sie bei etwa 4 Herzschlägen einmal atmen. Für alle Säugetiere unabhängig von der Größe gilt auch, dass sie während ihres Lebens etwa 200 Mio mal atmen, das Herz als etwa 800 Mio mal schlägt.
I 318 ff
Es gibt magnetotaktische Bakterien, die sich nach den Feldern ausrichten und sich entsprechend bewegen. Sie widerstehen damit dem Mechanismus der Brownschen Bewegung. Man fand heraus, dass die Magnete im Körper der Bakterien in Form von ungefähr 20 kleinen Partikeln verteilt sind. Frage: warum gibt es diese Verteilung des Magnetismus auf Partikel, und warum sind diese Partikel etwa 500 Angström groß (1 Angström = 1 Zehnmillionstel Millimeter).
Sie schließen sich im Körper der länglichen Bakterien zu einer Kette zusammen.
I 320
Wären diese Partikel nun etwas kleiner (etwa ein Fünftel kleiner) dann wären sie "superparamagnetisch", d.h. bei Zimmertemperatur könnte eine magnetische Neuorientierung der Partikel bewirkt werden. Wären sie hingegen z.B. doppelt so groß, bildete sich innerhalb der Partikel ein eigener magnetischer Bereich, der in verschiedene Richtungen wiese. Was kann ein so kleines Lebewesen mit einem Magnetfeld anfangen? Der Bewegungsspielraum während der wenigen Minuten ihrer Existenz beträgt wahrscheinlich nur einige Zentimeter. Da fällt es doch nicht so sehr ins Gewicht, in welche Richtung es geht.
Es kann nun für eine Bakterie entscheidend sein, sich nach unten zu bewegen. Nun ist die Schwerkraft eigentlich ohne Magnetfeld mindestens genauso gut zu spüren. Das gilt aber nur für große Lebewesen.
I 322
Insekten und Vögel leben in einer Welt, die von Kräften beherrscht ist, die auf die Oberfläche einwirken. Einige können auf dem Wasser laufen oder von der Decke herunter hängen, weil die Oberflächen Spannung so stark und die Gravitation relativ schwach ist. Die Gravitation macht den Insekten kaum zu schaffen, den Bakterien überhaupt nicht.

II 325
Leben/Sinn/Gould: These: Die Geschichte des Lebens weist ein paar schwache empirische Tendenzen auf, aber im Wesentlichen bewegt sie sich nirgendwohin.
IV 196
Leben/Vielzeller: gibt es erst seit 600 Mio Jahren. Diese Zeit wird in drei große Teile eingeteilt: Paläozoikum (Erdaltertum), Mesozoikum (Erdmittelalter) – Känozoikum (Erdneuzeit). Alle problematischen Fälle spielen sich im Paläoziokum ab.
Überraschend: es gibt ein übergeordnetes Muster: obwohl die Anzahl der Problematica (Lebewesen, die keine Zukunft in der Evolution hatten und daher, wegen ihrer Seltenheit und Isolation schwer zuzuordnen sind) zur Neuzeit hin abnimmt, ist es erstaunlich, wie fast vollständig sie zum Ende des Paläozoikums verschwinden.
In der Frühgeschichte der Vielzeller muss es also zu einem Aufblühen der Problematica gekommen sein.
IV 303
Leben/Gould: Leben als Ergebnis struktureller und funktionaler Komplexität kann nicht in seine chemischen Bestandteile zerlegt werden und nicht in seiner Ganzheit durch Gesetze erklärt werden. Funktion: Bsp Zellmembran steuert sehr viele Prozesse in der Zelle. Wie kann man dann die Funktionen der Zelle interpretieren, indem man sie in die molekularen Bestandteile zerlegt?

III 207
Leben/Entwicklung/Komplexität: Gould: 7 Argumente 1. Leben muss an der linken Wand beginnen.(Minimale Komplexität).
2. Zeitliche Stabilität der ursprünglichen Bakteriellen Form. Zu den Def Prokaryonten (Organellen ohne Zellkern, ohne Chromosomen, ohne Mitochondrien und Choroplasten)) gehören atemberaubend vielfältige Gruppen, die man zusammenfassend als "Bakterien" bezeichnet und die "blaugrünen 'Algen", eigentlich ebenfalls Bakterien, (Cyanobakterien genannt), sie bedienen sich der Photosynthese.
Mehr als die Hälfte der Geschichte des Lebens ist die Geschichte der Prokaryonten.
3. Damit sich das Leben ausbreiten konnte, musste sich eine immer stärker rechtsschiefe Verteilung ausbilden.
4. Eine Gesamtverteilung durch einen Extremwert in einem Schwanz zu charakterisieren ist kurzsichtig.
Über 80 % aller Arten sind Gliederfüßer, und in der Regel gelten alle Angehörigen dieses Stammes als primitiv.
Außerdem bilden die Formen, die im Lauf der Zeit den rechten Schwanz besetzten, keine ununterbrochene Evolutionsfolge. Es ist eine buntscheckige Reihe, die nicht zusammenhängt. Zeitliche Folge: Bakterium, Eukaryontenzelle, Meeresalge, Qualle,. Trilobit, Nautilid, Panzerfisch, Dinosaurier, Säbelzahntiger, Homo sapiens.
5. Kausalität liegt an der ((s) linken) Wand (geringste Komplexität) und in der Ausweitung der Variationsbreite. Der rechte Schwanz ist nicht Ursache, sondern Wirkung. (Abb III 210, Mensch steht rechts.)
III 212
6. Der einzige Weg, den Fortschritt wieder einzuschmuggeln ist logisch möglich, aber empirisch höchstwahrscheinlich falsch. Das erste Lebewesen steht an der linken Wand aber das erste Säugetier, die erste Blütenpflanze oder die erste Muschel geht von der Mitte aus und die Nachkommen können sich in beide Richtungen bewegen.
Aber man kann mit guten Gründen eine Bevorzugung der Richtung nach links unterstellen, denn Parasitismus ist eine sehr verbreitete Evolutionsstrategie, und Parasiten sind anatomisch in der Regel einfacher gebaut als ihre selbständigen Vorfahren (VsFortschritt!).
So könnte das ganze System untergeordnete Gegenlinien enthalten.
Empirisch zeigen die Funde keine Vorliebe nach rechts!
7. Selbst eine engstirnige Beschränkung auf den rechten Schwanz (>Komplexität) bringt nicht die ersehnte Schlussfolgerung, nämlich eine vorhersagbare, sinnvolle Evolution zur Vorherrschaft eines bewussten Wesens.
Es muss den rechten Schwanz statistisch geben, aber was für Lebewesen dort stehen, lässt sich überhaupt nicht voraussagen. Es ist keineswegs durch die Mechanismen der Evolution bestimmt!
Würde die Evolution sich wiederholen, wäre die Entwicklung zu menschenähnlichen Wesen so gut wie ausgeschlossen, wegen der extremen Unwahrscheinlichkeit.

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989
Mathematik Wittgenstein II 346
Mathematik/Wittgenstein: mathematische Sätze sind nicht wahr oder falsch - sondern sie zeigen, was sinnvoll ist und was sinnlos.
II 385
Sehen/Mathematik/Wittgenstein: Bsp dass vier aus zwei und zwei im Sinne von 2 + 2 = 4 besteht, kann man nicht sehen. - Es gibt kein Phänomen des Sehens, dass ein grammatischer Satz gilt.
II 392
Rechnen/Wittgenstein: dass eine Rechnung mit verschiedenen Verfahren (z.B. Strichliste) zum selben Resultat führt, rührt nicht aus dem Wesen der Verfahren - aus den Vorgängen folgt kein Müssen.
II 395
Dezimalbruch/Entwicklung/Wittgenstein: (Nachkommastellen): die entdeckte Periodizität ist kein Grund, dass jemand einsehen muss, es immer so weiter gehen muss. - Er muss es aber wohl einsehen, wenn er kein Narr ist. - Dass wir anerkennen müssen, dass in der Mathematik zwei Methoden zum selben Resultat führen, ist keine Erfahrungstatsache, sondern eine Regel.
II 399
Entwicklung der Zahl π/Wittgenstein: Frage, ob 3 7er vorkommen müssen oder nicht vorkommen können - tatsächlich gibt es kein Mittel, um das zu beantworten. - Es ist merkwürdig, dass wir diese Frage stellen können, ohne ein Mittel zur Entdeckung der Antwort zu kennen. - ((s) > Verifikationismus.) - Da π unser eigenes Geschöpf ist, könnten wir sagen, dass wir alle Konsequenzen erfunden haben.
II 400
Mathematik/Name/Gegenstand/Wittgenstein: in der Mathematik gibt es nicht so etwas wie die Beschreibung von etwas einerseits und seinen Namen andererseits.
II 406
Sinn/Mathematik/Wittgenstein: es ist nicht so, dass ein mathematischer Satz nur Sinn hat, wenn er sich als wahr oder falsch erwiesen hat, sondern er muss zuerst Sinn haben, damit er wahr oder falsch sein.
II 409
Def Fundamentalsatz der Algebra/Wittgenstein: jede Gleichung hat eine Lösung.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960
Mythos Ricoeur I 19
Mythos/Ricoeur: Doppelsinn: Das Problem des Doppelsinns (...) ist nicht allein der Psychoanalyse eigentümlich: auch die Phänomenologie der Religion kennt es; die großen kosmischen Symbole, wie Erde, Himmel, Wasser, Leben, Bäume, Steine, und die Mythen, jene absonderlichen Erzählungen über den Ursprung und das Ende der Dinge, sind ihr tägliches Brot. >Sinn/Ricoeur. In dem Maße nun, wie sie phänomenologisch ist und nicht psychoanalytisch, sind die von ihr untersuchten Mythen, Riten und Glaubensinhalte keine Märchen, sondern eine Art und Weise des Menschen, mit der fundamentalen Wirklichkeit, wie immer sie beschaffen sei, in Beziehung zu treten. >Interpretation/Ricoeur.

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976
Naturzustand Hobbes Höffe I 216
Naturzustand/Hobbes/Höffe: In dem für den ersten, anthropologischen Teil zentralen Kapitel 13 des Leviathan stellt Hobbes unter dem Titel des Naturzustandes eine seitdem berühmte Überlegung auf. Sie hat den methodischen Status eines Gedankenexperiments.
Höffe I 217
Mit dem Naturzustand skizziert Hobbes keine geschichtlich oder vorschichtliche Phase der Menschheit. Vielmehr untersucht er das Konfliktpotenzial, das einem Zusammenleben vernunftbegabter Sinneswesen innewohnt, sofern unter ihnen keine verbindlichen Regeln und keine öffentlichen Gewalten herrschen. HobbesVsAristoteles: Im radikalen Gegensatz zu der von Aristoteles ausgehenden Bestimmung des Menschen als eines von Natur aus politischen Wesens wird der Staat (...) nicht durch Natur, sondern durch Kunst (art) geschaffen.
„Homo homini lupus“: Hobbes' Antwort auf seine neuartige Frage ist als Formel sprichwörtlich geworden: «Der Mensch ist des Menschen Wolf» (homo homini lupus: Vom Bürger, Widmung). Die Formel stammt freilich aus der vorchristlichen Antike und wird in der Generation vor Hobbes schon von Bacon zitiert. (s.u. „Der Mensch ist dem Menschen ein Gott“).
Naturzustand: Weil nun mangels einer Staatsgewalt, wie das Gedankenexperiment voraussetzt, die Mitstreiter in voller Freiheit agieren, werden sie im Fall, dass sie um dieselben Mittel streiten, zu Gegnern: Die Menschen haben voreinander Angst. [Diese hat] (...) drei Ursachen. 1) Konkurrenz, 2) Misstrauen, 3) Ruhmsucht.
Bürgerkrieg: Erstaunlicherweise fehlt hier die für die Bürgerkriege mitentscheidende Ursache, der Streit über die religiöse Wahrheit. Denn dieser Streit fällt nicht unter eine der drei genannten Konfliktursachen: Am Seelenheil orientiert, entspringt er weder der Gewinnsucht noch dem Sicherheitsinteresse oder der Ruhmsucht.
Höffe I 219
Positive Leidenschaften/Hobbes: Höffe: Glücklicherweise herrschen im Naturzustand außer den drei Konfliktursachen noch weitere Leidenschaften. Wer sie wie viele Interpreten unterschlägt, nimmt nicht nur eine erhebliche Kürzung vor, da er nur die erste Hälfte von Hobbes' Naturzustand berücksichtigt. Er versteht auch nicht, wie der Naturzustand überwunden werden kann. Hobbes beruft sich auf drei den Frieden suchende Motivationskräfte: auf die Todesfurcht, das Verlangen nach Dingen, die es zu einem angenehmen Leben braucht, und die Hoffnung, sie durch eigene Anstrengung zu erreichen (ebd.). >Frieden/Hobbes. Das im Naturzustand herrschende Recht auf alles erweist sich bei näherer Betrachtung als ein Recht auf nichts. Weil dieser Einsicht für sich genommen jede Antriebskraft fehlt, braucht sie einen anderen, sowohl energetischen als auch zielgerichteten Faktor, eben die drei friedensförderlichen Leidenschaften. >Herrschaft/Hobbes.
Herrscher: Wegen [seiner] Allgewalt nennt ihn Hobbes einen Gott,
Höffe I 221
wegen seiner Vergänglichkeit aber nur «sterblichen» Gott. Ihn einzurichten, behauptet er, gebietet das aufgeklärte Selbstinteresse, die >Vernunft im Sinne von Lebensklugheit. „Der Mensch ist dem Mensch ein Gott“: In diesem Zusammenhang führt Hobbes - was viele Interpreten unterschlagen - die Konkurrenzformel zur Wolfs-Formel ein. Auch sie stammt aus der Antike und wird ebenfalls schon von Bacon zitiert: «der Mensch ist dem Menschen ein Gott» (homo homini deus), so heißt es schon in der Widmung der Schrift Vom Bürger.



Danto III 229
Naturzustand/Hobbes/Danto: Laut Hobbes gab es im Naturzustand kein Anzeichen von Zivilisation und die Geschichte (story) des bloßen Lebens müsste eine monotone Wiederholung von Prügeleien und Vergewaltigungen sein: Wenn es eine Geschichte ans sich (history) gegeben hat, dann ist sie der Religion zu verdanken, und laut Nietzsche damit auch dem „Geist, der von den Ohnmächtigen (Danto: den Priestern) her in sie gekommen ist. (F. Nietzsche Jenseits von Gut und Böse, VI. 2, S 281). Sinn/Leben/Nietzsche/Danto: Von hier aus lässt sich die Bedeutung der Religion erst richtig abschätzen: „Es hatte der Mensch, das Tier Mensch bisher keinen Sinn. Sein Dasein auf Erden enthielt kein Ziel; Er wusste sich selbst nicht zu rechtfertigen, zu erklären, zu bejahen.“ (ebenda, S. 429.).

Hobbes I
Thomas Hobbes
Leviathan: With selected variants from the Latin edition of 1668 Cambridge 1994

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Negation Millikan I 221
Nicht/“nicht“/Tractatus/Wittgenstein/Millikan: These: „nicht“ ist ein Operator, der auf dem Rest des Satzes operiert, indem er den Sinn des gesamten Satzes ändert. Negativer Satz/Verneinung/Negation/Existenz/Millikan: negative Sätze können nicht nicht-existente Tatsachen als real value haben.
Begründung: negative Tatsachen haben keine Kausalkräfte, die in einer Normalen Erklärung eine Rolle spielen könnten.
Negativer Satz/Millikan: wir könnten annehmen, dass negative Sätze keine Repräsentationen sind. Bsp „nicht-p“ soll heißen „die Tatsache dass-p existiert nicht“ So hat Wittgenstein es auch
ungefähr aufgefasst.
Pointe: wir hatten oben gesagt, dass Existenzsätze keine Repräsentationen sind.
Abbildtheorie/Bildtheorie/Tractatus/Wittgenstein/Millikan: aber erfasste Sätze der Form „x
existiert nicht“ so auf, dass sie eine nichtexistente Tatsache abbilden. Dann geht die Variable
„x“ in „x existiert nicht“ nicht über Namen von Einzeldingen (Gegenständen, elementaren Objekten) sondern über Repräsentationen möglicher Zustände (möglicher Tatsachen).
Sinn/Nichtexistenz/Negation/Wittgenstein/Millikan: so war es ihm möglich aufrechtzuerhalten, dass Sätze der Form „x existiert nicht“ einen Sinn haben ((s) >Meinong).
Millikan: in unserer Terminologie heißt dass, dass sie Repräsentationen sind (MillikanVs).
I 222
Und gleichzeitig konnte er behaupten, dass die grundlegendsten Elemente aller Propositionen realen Gegenständen entsprechen. Pointe: das machte es möglich, dass er sagen konnte „x existiert nicht“ immer äquivalent ist zu einem Satz der Form „nicht-p“.
Millikan: könnten wir nicht wenigstens eine Hälfte dieser Äquivalenz aufrechterhalten? Die von „nicht-p“ nach „dass-p existiert nicht“?
MillikanVsWittgenstein:; nein, noch nicht einmal dies können wir.
Wenn Wittgenstein recht hätte und „nicht-p“ sagt „dass-p existiert nicht“, dann hieße das für meine Position, dass negative Sätze keine Weltzustände abbilden und keine Repräsentationen sind.
Millikan: statt dessen würden sie sprachliche Tatsachen abbilden, „nicht-p“ wäre dann ein Icon, aber es repräsentiert nicht, wobei ein Weltzustand den Satztyp „p“ als Variante hätte.
Protoreferent/Millikan. „p“ wäre nicht ein repräsentierter Referent von „nicht-p“ sondern ein Protoreferent.
Frage: wäre „nicht-p“ ein Icon von dem das „p ist falsch“ ((s) sprachlich) explizit repräsentiert?.
Vs: dann wäre „nicht“ kein Operator mehr!
Nicht/Negation/Operator/Wittgenstein/Millikan: d.h. die Abbildungsregel für „nicht-p“ ist eine Funktion der Abbildungsregel für „p“.
1. Wenn „nicht“ kein Operator wäre, könnte es vorkommen, dass jemand nicht den Sinn von „p“ versteht, aber dennoch den Sinn von „nicht-p“ Absurd.
2. Wenn „nicht-p“ sagt,“ dass-p existiert nicht“ müsste „nicht-p“ auch wahr sein müssen, wenn irgendeine Variante in „p“ nicht völlig bestimmt ist, also keinen angepassten Sinn hat. Bsp „Pegasus war kein geflügeltes Pferd“ Bsp „Der gegenwärtige König von Frankreich ist nicht kahl“ wären wahre Sätze!
3. Sicher ist es so, dass „“p“ ist falsch“ wenigstens abbildet (icons) dass „p“ keinen real value hat. Entsprechend: „x existiert nicht“ bildet dann die Tatsache ab, dass „x“ keine Referenten hat.
Pointe: wenn nun „nicht-p“ sagt, „dass-p“ existiert nicht“ bildet es immer noch eine negative Tatsache ab. >Tatsachen/Millikan.
I 224
Gegenteil/negativer Satz/Repräsentation/Millikan: These: negative Sätze, deren Gegenteile normale repräsentierende Sätze sind, müssen selbst positive Tatsachen abbilden.
I 224
Negation/Stabilisierungsfunktion/nicht/Repräsentation/Millikan: was ist die SF von „nicht“ in normalen repräsentierenden Sätzen? Es wird jedenfalls nicht gebraucht, um den Rest des Satzes „auszuradieren“. „Ausradieren“: kommt manchmal vor, aber dann heißt es Bsp „Sorry“ oder „das habe ich nicht gemeint“.
Negation/“nicht“: seine Funktion ist es auch nicht, keinen Glauben zu produzieren. Das wäre gar keine Funktion.
Eigenfunktion: von „nicht“ ist relational. D.h. es ist eine (mathematische) Funktion der Eigenfunktion des Satzes ohne „nicht“.
Satz: hat die Funktion, einen Glauben zu produzieren. Ebenso ein Satz mit „nicht“ muss etwas produzieren, das einen möglichen Nutzen hat.
Negativer Satz: vielleicht soll er einen falschen Glauben eliminieren? Aber das wäre so ähnlich wie „existiert nicht“ funktioniert.
I 224
Negativer Satz/“nicht“/Imperativ/Millikan: ein Imperativ wie „bring keinen Dreck ins Haus“ hat sehr wohl eine positive Funktion. Bsp wenn du es doch tust, ist es mit einer Entschuldigung nicht getan „Ich wollte es nicht“ Denn der Befehl war nicht, es ohne Absicht doch zu tun,.
Nicht hinreichend:: „ich habe es nicht beabsichtigt“.
Richtig: ich beabsichtigte, es nicht zu tun.
Nicht hinreichend: „ich wußte nicht, dass ich es tat“
Richtig: man muss wissen, dass man es nicht tut.
Nicht/Imperativ: hier ist der Gebrauch nicht parallel zu der Funktion von „existiert nicht“.
I 257
Negativer Satz/Millikan: bildet eine positive Tatsache (Weltzustand) ab, nicht die Abwesenheit einer Tatsache.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Noema Dummett I 36
Noema/Husserl/Dummett: Husserl verallgemeinert den Sinn und Bedeutungsbegriff bis er zu seiner Konzeption des Noemas gelangt, wodurch die Wendung zur Sprache unmöglich wird. (Eine Verallgemeinerung des Fregeschen Sinnbegriffs ist dagegen ausgeschlossen.)
Gegenstandssinn/Sinn: Tradition: Früher hat man argumentiert: sofern der Sinn die Gegebenheitsweise des Bezugsgegenstands ist, kann es, falls kein Gegenstand vorhanden ist, keine entsprechende Gegebenheitsweise und folglich auch keinen Sinn geben. >Gegebenheitsweise.
Frege/Dummett: Die Schwierigkeit wird dadurch ausgelöst, dass Frege den >semantischen Wert eines singulären Terms und den Gegenstand, auf den er sich beziehen soll, strikt gleichsetzt.
I 52
Die Parole "Ohne semantischen Wert kein Sinn" ist bestechend, aber akzeptieren darf man sie nur um den Preis, dass man einräumt, ein singulärer Term ohne Bezug habe dennoch einen semantischen Wert, der dann vermutlich in der bloßen Tatsache des Fehlens eines Bezugs besteht. Husserl hat in dieser Hinsicht keine Bedenken. Er verallgemeinert den Begriff des Sinns und überträgt ihn von ausdrückenden Akten auf alle Bewusstseins Akte. Für diesen verallgemeinerten Begriff verwendet Husserl den Ausdruck "Noema".
Def Noema 1: der Gegenstand des Bewusstseins Aktes ist durch sein Noema gegeben, Es liegt im Wesen des Noema, dass es auf einen Gegenstand gerichtet ist und das erklärt die Intentionalität der Bewusstseins-Akte. Jeder Bewusstseins Akt muss ein Noema haben.
Er nimmt mittels des Noemas wahr, nimmt es aber selbst nicht wahr noch erfasst er es sonst auf irgendeine Weise . Bloßes Mittel: keine direkte Wahrnehmung unabhängiger Gegenstände.
I 53
Täuschung: Eine durch Sinnestäuschung verursachte Wahrnehmung wirft deshalb kein Problem mehr auf, weil es auch kein Problem ist, wenn ein Noema keinen ihm entsprechenden Gegenstand hat. Das Merkmal der Intentionalität kommt ihm genauso zu. Frege kommt nur selten zu sprechen auf das, was uns beim Sprechen bewusst ist, denn nach seinem Urteil spielt das keine Rolle im Hinblick auf die objektiven Eigenschaften.
Im gleichen Geist macht Husserl geltend, dass wir die Gegenstände unserer Wahrnehmungsakte wirklich wahrnehmen, dies sei keine bloße Redeweise. Das Noema spielt normalerweise gar nicht die Rolle eines Gegenstands des Bewusstseins des Betrachters. und erst recht nicht seine Wahrnehmungen.
Noema/Husserl: Er nimmt mittels des Noemas wahr, nimmt es aber selbst nicht wahr noch erfasst er es sonst auf irgendeine Weise. Vgl. >Idealismus/Dummett, >Noema/Husserl.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Prädikate Searle V 152f
Prädikatausdrücke bedeuten keine Eigenschaften! Prädikate: Prädikate müssen nicht hinweisend sein. >Eigenschaften.
V 152f
Prädikat/SearleVsFrege: Frege versuchte, zwei unvereinbare Standpunkte zu vertreten: a) die Unterscheidung Sinn/Bedeutung auf Prädikate auszudehnen und
b) den funktionellen Unterschied zwischen hinweisenden und prädikativen Ausdrücken zu erklären.
Searle: Frege muss annehmen, dass Prädikate eine Bedeutung haben, weil er das für die Arithmetik braucht. Er braucht Quantifikation von Eigenschaften.
Lösung Existenz/Eigenschaft/Freges Nachfolger: Wenn zwei Träger dieselbe Eigenschaft haben, dann gibt es etwas, das ihnen gemeinsam ist. SearleVs: Implikation ist nicht Referenz. >Implikation, >Referenz.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Qualitäten Carnap VI 130
Qualitäten/Carnap: werden nicht aus den Empfindungen konstituiert, sondern umgekehrt.
VI 173
Qualität im engeren Sinn/Carnap: Intensität, bei den Hautsinnen auch noch das Lokalzeichen (Stelle). >Konstitutionssystem/Carnap.

Ca I
R. Carnap
Die alte und die neue Logik
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Ca II
R. Carnap
Philosophie als logische Syntax
In
Philosophie im 20.Jahrhundert, Bd II, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Ca IV
R. Carnap
Mein Weg in die Philosophie Stuttgart 1992

Ca IX
Rudolf Carnap
Wahrheit und Bewährung. Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique fasc. 4, Induction et Probabilité, Paris, 1936
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Ca VI
R. Carnap
Der Logische Aufbau der Welt Hamburg 1998

CA VII = PiS
R. Carnap
Sinn und Synonymität in natürlichen Sprachen
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Ca VIII (= PiS)
R. Carnap
Über einige Begriffe der Pragmatik
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982
Referenz Dummett II 128
Referenz/Frege/Dummett: Die Referenz zeigt nicht alles, was der Sprecher weiß, wenn er einen Ausdruck versteht. >Sinn/Dummett. - Kenntnis der Referenz reicht nicht für die Kenntnis der Bedeutung Bsp die Identität a = a ist uninformativ. - Dummett: das gilt genauso für jeden Atomsatz.
I 46
Bezug/FregeVsHusserl: Freges Prinzip besagt, dass der
I 47
Def Bezug eines Ausdrucks dasjenige ist, was allen übrigen Ausdrücken gemeinsam ist, bei denen feststeht, dass ihre Substitution anstelle des ursprünglichen Ausdrucks den Wahrheitswert eines beliebigen Satzes, in dem er vorkommt, nicht beeinflusst. Freges Theorie des Bezugs ist die Grundlage seiner Theorie des Sinns. In allen Fällen ist der
Def Sinn: eines Ausdrucks die Weise, in der sein Bezug gegeben ist. Vgl. >Fregescher Sinn.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Satzbedeutung Millikan I 11
Def Satzsinn/sense/Millikan: sind die Abbildungsfunktionen (informell „Regeln“) in Übereinstimmung mit denen man ihn auf die Welt abbilden müsste, wenn man seine Eigenfunktion in Übereinstimmung mit einer Normalen ((s) biologischen) Erklärung ausüben wollte.
I 104
Satzsinn/Sinn/Satz/Millikan: der Sinn eines Satzes ist, dass er etwas korrespondieren soll, nicht, dasjenige, dem er korrespondiert. Satz/Wort/Sinn/Millikan: was ist der Unterschied zwischen der Weise, wie die kombinierten Elemente eines Satzes Sinn haben, und der Weise wie „Theaitetos“ Sinn hat?
Satz: daraus, dass er etwas korrespondieren soll, folgt noch nicht, dass es da etwas gibt, dem er korrespondiert.
s: sei ein Satz,
R: Korrespondenzrelation. Wenn der Satz wahr ist, ist es nur dies, was wahr ist von dem Satz:
Normalerweise, (Ex)sRx. ((s) Normalerweise gibt es einen Referenten.)
Dagegen:
Singulärer Term/Wort/Name/Millikan: daraus, dass ein Name normalerweise etwas korrespondieren sollt folgt allerdings, dass es etwas gibt, dem er korrespondieren soll!
sein sollen: hängt hier nämlich davon ab, dass die Familie des Terms eine Geschichte hat, die die aktualen Korrespondenzen mit dem Referenten beinhaltet.
w: einfacher referierender Term
r Referent.
Dann ist folgendes wahr von w:
(Ex)(Normalerweise wRx).
((s) Es gibt einen Gegenstand, der normalerweise korrespondiert.)
R: ist die Korrespondenzrelation, nicht die Referenzrelation! Es ist die Relation zwischen w und r, die erfüllt wird kraft der Tatsache, dass Normalerweise wRr – das ist etwas ganz anderes!
I 106
Referenz/Millikan: der Satzsinn hängt von viel fundamentaleren Arten von Relationen ab als der Korrespondenz oder Referenz. Bsp die Relation eines wahren Satzes zu dem, was in der Welt er abbildet, kann nicht als Referenz analysiert werden, genauso wie Bsp „Blut pumpen“ nicht analysiert werden kann als „Blut pumpen sollen“. ((s) >Naturalistischer Fehlschluss).

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Selbstbezüglichkeit Searle II 283
Selbstbezüglichkeit/Searle: Selbstbezüglichkeit wird gezeigt, aber nicht gesehen. Zwillingserde: "Dieser Mann" hat einen unterschiedlichen Fregeschen Sinn, auch wenn die Erlebnisse typidentisch sind: Wahrnehmung und Äußerung sind selbstbezüglich, sie würden bei Vertauschung nicht erfüllt. >Fregescher Sinn, >Zwillingserde. Selbstbezüglichkeit/Freges "vervollständigender Sinn": Intentionale Gehalte sind niemals unbestimmt.(SearleVsQuine: Kein unbestimmtes Segelboot kann gewünscht werden).
II 275f
Indexikalität/vervollständigender Fregescher Sinn/Heimson/SearleVsKaplan: Ich, du, dies, hier usw. haben immer eine Form der Selbstbezüglichkeit: Sie bringen immer einen intentionalen Gehalt zum Ausdruck, weil der Sprecher auf eine bestimmte Entität Bezug nimmt. Das ist Freges "Sinn von Eigennamen".
II 278
Selbstbezüglichkeit/Searle: Bsp Da ist eine Hand und dass da eine Hand ist, verursacht dieses visuelle Erlebnis. Die Selbstbezüglichkeit wird gezeigt, aber nicht gesehen. Die der indexikalischen Äußerung wird ebenfalls gezeigt, aber nicht behauptet.
II 284f
SearleVsKaplan: Humes und Heimsons Äußerungen sind selbstbezüglich. Sie drücken verschiedene intentionale Gehalte aus. Die Verwendung des indexikalischen Ausdrucks legt die Bedingungen fest, unter denen er zutrifft. >Heimson-Beispiel.
III 62
Zirkel: Der Zirkel ist nur ein Problem in Definitionen, nicht im Gebrauch: Solange das Objekt die Rolle spielt, brauchen wir in der Definition das Wort gar nicht! Sprachliche Erklärungen sind kein Zirkel. Sprache ist dazu gedacht, sich selbst zu erklären, sie bedarf keiner Sprache, weil sie schon Sprache ist.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Semantik Möglicher Welten Hintikka II 43
Semantik möglicher Welten/nichtexistente Objekte/Nichtexistenz/Möglichkeit/Hintikka: die Semantik möglicher Welten sollte mögliche Individuen als Bewohner nicht nur von möglichen Welten, sondern sogar der aktualen Welt annehmen.
II 50
Semantik möglicher Welten/HintikkaVsFrege: hier gibt es keine >systematische Mehrdeutigkeit, d.h. die Ausdrücke bedeuten intensional dasselbe wie extensional. Bsp Zu wissen, was John weiß heißt, die Welten zu kennen, die mit seinem Glauben kompatibel sind, und zu wissen, welche es nicht sind.
II 51
Extraprämisse: dazu muss sicher sein, dass ein Ausdruck in verschiedenen Welten dasselbe Individuum herausgreift. Kontext: was die relevanten Welten sind, hängt vom Kontext ab.
Bsp Ramses: hier ist der Fall klar,
Dagegen:
Bsp Herzl wusste, dass Loris ein großer Dichter ist
Zusätzliche Prämisse: Loris = Hofmannsthal.
II 53
Bedeutungsfunktion/Semantik möglicher Welten/Hintikka: der Unterschied meines Ansatzes zu dem von Frege ist der, dass ich die Probleme lokal betrachte, während Frege sie global betrachtet. Fregescher Sinn (= Weise des Gegebenseins)/Hintikka: muss als definiert für alle möglichen Welten angesehen werden.
Dagegen:
Hintikka: wenn Fregescher Sinn als Bedeutungsfunktion konstruiert wird, muss er in meinem Ansatz nur als für die relevanten Alternativen definiert angesehen werden.
Frege: gebraucht eben implizit den Begriff der Identität der Sinne. Und als Bedeutungsfunktion ist die Identität nur gegeben, wenn die mathematische Funktion für alle relevanten Argumente gilt.
Totalität/Hintikka: dieser Begriff der Gesamtheit aller logisch möglichen Welten ist nun höchst zweifelhaft.
Lösung/Hintikka: gerade die Semantik möglicher Welten hilft, auf die Gesamtheit aller Möwe zu verzichten. ((s) Und nur die relevanten Alternativen, festgelegt durch den Kontext, zu betrachten).
Fregescher Sinn/Hintikka: wurde quasi als ein Objekt konstruiert (Einstellungsobjekt, propositionales Objekt Gedankenobjekt, Glaubensobjekt) Und zwar, weil sie als Entitäten in der aktualenWelt angenommen wurden, wie abstrakt auch immer.
II 54
Bedeutungsfunktion/HintikkaVsFrege/Hintikka: anders als die Fregeschen Sinne sind Bedeutungsfunktionen weder hier noch sonst wo. Problem/Hintikka: Frege war in Versuchung, seine „Sinne“ zu reifizieren.
Wissensobjekt/Gedankenobjekt/Frege/Hintikka: Frege hat das Problem, anders als z.B. Quine nie berücksichtigt.
II 57
Bedeutungsfunktion/Semantik möglicher Welten/Hintikka: um hier eine Lösung zu sein, muss die Bedeutungsfunktion eine konstante Funktion sein, d.h. sie muss in allen Welten dieselben Individuen herausgreifen.
II 205
Semantik möglicher Welten/Hintikka: braucht keine Auffassung von möglichen Welten als vollständigen kosmologischen Welten, sondern nur „kleine Welten“, eher wie Ereignisverläufe oder Situationen, ich spreche auch von „Szenarien“. Mögliche Welt/Hintikka: der Ausdruck ist missverständlich, wenn man ihn als vollständige Welten auffasst.

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Sinn Cresswell II 28
Sinn/Cresswell: hier Struktur z.B. aus Einzelreferenten der Teile - Sinn = Struktur. (>Empfindlichkeit des > "Dass" auf die Teile des Komplementsatzes - nicht bloß auf den ganzen Satz - wegen der Zuschreibung von propositionalen Einstellungen, die bei Substitution falsch werden kann.
II 26
Das hat mit Freges >"Weise des Gegebenseins" zu tun.
II 77
Sinn/Cresswell: (s.o.): besteht in den Strukturen die aus den Bedeutungen der Teile gebildet werden - dagegen: Referenz/Cresswell: ist das Resultat ((s) also etwas Einfaches) dessen, dass die Teile einer Äußerung in der Weise von Argument und Funktion zueinander stehen. - ((s) Referenz/(s): (s.o.): soll das einfache Ganze sein.) Intension/Cresswell: ebenfalls ein Einfaches. - Zuschreibung von propositionalen Einstellungen/Cresswell: soll empfindlich sein für die Struktur (die Teile) nicht die Intension.
II 86
Sinn (= Struktur) ungleich Referenz. - Referenz: = Intension (= "Ganzes").

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Sinn Droysen Gadamer I 221
Sinn/Geschichte/Droysen/Gadamer: [mittel des Begriffs] hebt sich (...) der Ausdruck die geschichtliche Realität in die Sphäre des Sinnhaften, und damit wird auch in Droysens methodologischer Selbstbesinnung die Hermeneutik über die Historik Herr: »Das Einzelne wird verstanden in dem Ganzen, und das Ganze aus dem Einzelnen« (§ 10)(1). >Verstehen/Droysen.
Gadamer: Das ist die alte rhetorisch-hermeneutische Grundregel, die nun ins Innere gewendet
wird:
Schleiermacher: »Der Verstehende, weil er ein Ich, eine Totalität in sich ist, wie der, den er zu verstehen hat, ergänzt sich dessen Totalität aus der einzelnen Äußerung und die einzelne Äußerung aus dessen Totalität. « Das ist die Formel Schleiermachers. In ihrer Anwendung liegt, dass Droysen ihre Voraussetzung teilt, das heißt, die Geschichte, die er als Taten der Freiheit sieht, ist ihm gleichwohl zutiefst verständlich und sinnhaft wie ein Text.
Droysen: Die Vollendung des Verständnisses der Geschichte ist, wie das Verstehen eines Textes, „geistige Gegenwart“.
DroysenVsRanke/Gadamer: So sehen wir Droysen wohl schärfer als Ranke bestimmen, was Forschen und Verstehen an Vermittlungen in sich schließt, aber auch er vermag am Ende die Aufgabe der Historie nur in ästhetisch-hermeneutischen
Gadamer I 222
Kategorien zu denken. Was die Historik anstrebt, ist auch nach Droysen, aus den Bruchstücken der Überlieferung den großen Text der Geschichte zu rekonstruieren.

1. J.G. Droysen, Grundriss der Historik, 1868

Droys I
J. G. Droysen
Grundriss der Historik Paderborn 2011

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Sinn Dummett II (b) 72ff
Sinn/Dummett: Der Sinn ist eine Eigenschaft eines einzelnen Satzes, nicht des vollen Sprachgebrauchs.
I 122
Sinn/Fassen/DummettVsFrege: Der Gedanke wird nicht unmittelbar dem Bewusstsein dargeboten - vielmehr Erfassen des Sinns: Ist eine Reihe von Fähigkeiten.
I 123
Dass die Brille in der anderen Jacke ist, kann nicht Bewusstseinsinhalt sein.
I 124
Solche Beispiele führen in eine entgegengesetzte Richtung, wonach Sprache durch sprachunabhängig aufgefasste Gedanken erklärt wird und nicht umgekehrt. (>DummettVsEvans). - Eine solche Erklärung wird Saussures Konzeption von Sprache als Code vermeiden. - VsFrege: Wortsinn ist nicht gleich Gedankenbaustein - EvansVsKompositionalität.
III (a) 25
Sinn/Dummett: aus Zweiteilung von Sachverhalten: 1. Wo die Aussage missbraucht sein könnte
2. Wo die Aussage nicht missbraucht sein könnte.
ad 1.: Aussage: falsch, Konditional: falsch, Atomsatz: falsch oder ohne Wahrheitswert
ad 2.: Aussage: wahr, Konditional: wahr oder ohne Wahrheitswert, Atomsatz: wahr.
III (a) 28
Sinn/Dummett: Der Sinn ganz und gar dadurch bestimmt, dass man weiß, wann der Satz einen ausgezeichneten Wahrheitswert hat und wann einen nichtausgezeichneten Wahrheitswert. - Feinere Unterscheidungen sind nur bei komplexen Sätzen mit Operatoren nötig. >Wahrheitswert/Dummett.
III (b) 74
Sinn/Dummett: nicht nur durch Verifikationsmethode, sondern Begreifen, welche Umstände verwirklicht sein müssen.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Sinn Evans Frank I 485f
Sinn/Evans: vertritt folgende Ansichten: pro Frege, pro Oxford (Alltagssprache) - dagegen: VsPerry, VsCastaneda. Fregescher Sinn/Evans: ist eine Denkweise statt einer Gegebenheitsweise. >Fregescher Sinn, >Weise des Gegebenseins.


Gareth Evans(1982b): Self-Identification, in: Evans (1982a) The Varieties of Reference, ed. by John McDowell, Oxford/New York 1982, 204-266

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Evans I
Gareth Evans
"The Causal Theory of Names", in: Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol. 47 (1973) 187-208
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Evans II
Gareth Evans
"Semantic Structure and Logical Form"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Evans III
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Sinn Frege Dummett III 56ff
Sinn/Frege: Sinn hat zwei Argumente. 1. Der Satz ist die kleinste Einheit. 2. Wahrheit spielt die entscheidende Rolle bei der Erklärung der Bedeutung. Sinn: Der Sinn ist Bestandteil der Bedeutung und relevant für Wahrheit oder Falschheit. Die Bedeutung eines Satzes als solche bestimmt nicht die Wahrheit. Der Sinn bestimmt also nur die Wahrheitsbedingungen. Die Wahrheit hängt auch von der Beschaffenheit der Welt ab. Wenn der Sinn den semantischen Wert bestimmt, ist der Beitrag der Welt bereits vorausgesetzt.
Dummett III 64
Sinn/Bezug/Frege: 1. Das Argument (Ein Satz ist die kleinste Sinneinheit) hat zwei Prämissen: a) alles prädikative Wissen beruht auf propositionalem Wissen. b) Für bestimmtes prädikatives Wissen gibt es mehr als nur eine Proposition. Daher ist keine bloße Kenntnis des Bezugs möglich.
Dummett III 74
Sinn/Dummett: Sinn entsteht nicht nur durch eine Verifikationsmethode, sondern durch Begreifen, welche Umstände verwirklicht sein müssen (Bsp Goldbachsche Vermutung). Sinn/Bezug/Bivalenz/Dummett: Zweiwertigkeit: Problem: Nicht jeder Satz hat einen solchen Sinn, dass wir ihm im Prinzip, wenn er wahr ist, als wahr erkennen können (Einhorn, Goldbachsche Vermutung), aber Freges Argument hängt gar nicht von Zweiwertigkeit ab.
Dummett III 76
Zweiwertigkeit gilt allerdings doch für Elementarsätze: Wenn hier der semantische Wert die Extension ist, muss aber nicht entschieden werden können, ob das Prädikat zutrifft oder nicht. Die Anwendung kann vielleicht nicht effektiv entschieden werden, aber das (undefinierte) Prädikat kann verstanden werden, ohne den semantischen Wert (hier: Wahrheitswert) zuteilen zu können. Daher gibt es eine Unterscheidung von Sinn und semantischem Wert.
Dummett III 133
Sinn/Frege/Dummett: Der Sinn wird durch die Gegebenheitsweise (GW) konstituiert, ist aber nicht mit ihr identisch.
Frege V 100f
Bedeutung/Sinn/Frege/Husted: Wenn beide gleich wären, könnte ein Satz nichts mitteilen, was jeder, der den Namen versteht, nicht bereits wüsste. Die Bedeutung eines Namens: ist der Gegenstand. Dass ein Name für einen Gegenstand steht ist eine Folge, nicht Teil des Umstands, dass er einen Sinn hat.
V 103
Frege: Der Sinn des Satzes ist gleich der Wahrheitsbedingung: was müsste der Fall sein, wenn der Satz wahr wäre? > Sinn/Dummett, > Verstehen/Wittgenstein. Verstehen: wissen, was der Fall sein muss.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Sinn Hobbes Höffe I 216
Sinn/Individuum/Streben/Hobbes/Höffe: Weil nichts durch sich selbst gut, böse oder schlecht ist, rechtfertigt sich die Staatsgewalt, zweites Element, aus einem empirisch bestimmbaren Prinzip, dem Selbstinteresse aller Betroffenen, ihrer freien Zustimmung. Hobbes vertritt einen legitimatorischen, nicht sozialtheoretischen Individualismus. Letztbegründung/Hobbes: Die letzte Grundlage seiner Rechtfertigung bildet das Individuum, der nach Erfüllung seines Begehrens strebende Mensch. Bezugspunkt ist die einzelne, aber nicht vereinzelte Person. >Glück, >Gut/Das Gute/Hobbes.

Hobbes I
Thomas Hobbes
Leviathan: With selected variants from the Latin edition of 1668 Cambridge 1994
Sinn Horkheimer Habermas III 462
Sinn/Sinnverlust/Vernunft/Horkheimer/Habermas: These vom Sinnverlust: Horkheimer führt die instrumentelle Vernunft als ‚subjektive Vernunft‘ ein und stellt sie der ‚objektiven Vernunft‘ gegenüber. Damit bildet nicht Kant, sondern die Metaphysik den eigentlichen Kontrast zu einem Bewusstsein, das allein das Vermögen formaler Rationalität, also „die Fähigkeit, Wahrscheinlichkeiten zu berechnen und dadurch einem gegebenen Zweck die richtigen Mittel zuzuordnen“ (1) als vernünftig gelten lässt. (Siehe hierzu Instrumentelle Vernunft/Horkheimer).
Habermas III 463
Objektive Vernunft/Horkheimer: steht für das ontologische Denken, das die Rationalisierung der Weltbilder vorangetrieben, die Menschenwelt als Teil einer kosmologischen Ordnung begriffen hatte.
1.M. Horkheimer, Zur Kritik der instrumentellen Vernunft, Frankfurt 1967, S. 17.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Sinn Luhmann Baraldi I 170
Sinn/Luhmann/GLU: erlaubt die selektive Erzeugung aller sozialen und psychischen Formen - Form des Sinns ist die Unterscheidung "real"/"möglich". - Sinn ist die Simultanpräsentation von Aktuellem und Möglichem - Sinn bestimmt Anschlußfähigkeit an weitere Kommunikation - ((s) Anderswo: ist die Dimension, in der Negation präsentiert wird.) - Sachdimension: "dies"/"anderes" - Sozialdimension: "ego"/"alter" - Zeitdimension: Vergangenheit/Zukunft.
Reese-Schäfer II 34
Sinn/Luhmann/Reese-Schäfer: Ordnungsform menschlichen Erlebens. - Das Erleben muss auswählen - dazu dient der Sinn. - Erleben/Handeln: ist Selektion nach Sinnkriterien.
Reese-Schäfer II 35
Def Sinn/Luhmann: die Bedeutung, die etwas für einen Beobachter hat - Sinnlosigkeit: nur bei Zeichen möglich.
Reese-Schäfer II 44
Sinn/Luhmann/Reese-Schäfer: braucht keinen Träger - Sinn trägt sich selbst, indem er seine eigene Reproduktion selbstreferentiell ermöglicht.
Reese-Schäfer II 139
Sinn/Luhmann/Reese-Schäfer: vorsprachliche, die Sprache fundierende Kategorie. Sinn/HabermasVsLuhmann: prinzipiell sprachlich - nicht ohne intersubjektive Geltung denkbar. LuhmannVsHabermas: Studien über Ehekonflikte zeigen, dass diese alltagssprachlich nicht zu lösen sind, weil die Alltagssprache jeweils positive und negative Ausdrücke bereithält.

AU I Kass 10
Sinn/Soziologie/Luhmann: Problem: wenn jedes Individuum Sinn produziert, gibt es dann eine Sphäre der Intersubjektivität? - Lösung: wir müssen die Sinnkategorie auf zwei verschiedene Systemkategorien anwenden: 1. Psychische Systeme, Bewusstseinsysteme, die sinnhaft erleben. -
2. Kommunikationssysteme, die Sinn reproduzieren dadurch, dass er in Kommunikation verwendet wird. Subjekt: geht verloren. - das Subjekt ist kein Träger des Sinns. - Sinn wird formal. - Lösung: Gewinnung durch die Unterscheidung von Medium und Form - d.h. unabhängig von einem bestimmten System.
AU Kass 10
Sinn/Luhmann: Sinn könnte eine ständige Aufforderung zu spezifischer Formenbildung sein, die sich dann immer dadurch auszeichnen, dass sie im Medium von Sinn gebildet sind - diese Formen repräsentieren aber nicht Sinn als Kategorie überhaupt - Das Wort "Sinn" ist nämlich nicht das einzige, was Sinn hat.
AU I Kass 10
Sinn/Luhmann: a) im Bewusstseinssystem - Bsp Verweisen auf andere Möglichkeiten: ich habe den Schlüssel in der Tasche, um später die Tür aufzuschließen - aber Sinn ist auch die Lokalisierung dieser Verweisung in allem, was wir als Gegenstand betrachten - b) im Kommunikationssystem: zur Information gehört auch der Ausfallbereich: was überrascht mich? - Alle Items haben nur vor dem Hintergrund anderer Möglichkeiten Sinn.
AU I Kass 10
Sinn/Luhmann: ist selbst ein Medium - auch Negation spielt sich innerhalb ab. - Aber Sinn ist selbst nicht negierbar. - Wir kommen nicht heraus. - Eine Welt, in der wir nur noch Käfer existieren, wäre eine, in der kein Sinn mehr prozessiert wird - Aber wir können sie uns nur sinnhaft vorstellen. - Wir stellen uns den Rest als Rest vor - ("wie es für den Menschen wäre"). - ((s) > Fledermaus-Beispiel/Nagel). Tier/Luhmann: es ist unentscheidbar, ob es Sinn für Tiere gibt. - Wir sind auf die Unterstellung von Sinn angewiesen. - Keine Unterscheidungen von Sinn wie z.B. "sachlich"/"zeitlich"/"sozial" sind möglich.
AU I Kass 10
Sinn/Luhmann: kein sinnbrauchendes System kann dann für sich selbst völlig transparent werden. - Das, was wir als Resultat einer langen Kette von Operationen sind, welche Strukturen wir haben, können wir nicht auf eine Formel bringen. - Aber wir können uns stattdessen vorstellen, wer wir sind, oder wir können es beschreiben. - Dabei stoßen wir auch schnell auf Sinnloses - d.h. etwas, das nicht in diese Beschreibung passt.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997

Baraldi I
C. Baraldi, G.Corsi. E. Esposito
GLU: Glossar zu Luhmanns Theorie sozialer Systeme Frankfurt 1997
Sinn Ricoeur I 18
Sinn/Freud/Psychoanalyse/Sprache/Ricoeur: [die] Dynamik – diese Energetik, ja Hydraulik – des Wunsches und der Verdrängung [äußert] sich nur innerhalb einer Semantik: den »Triebschicksalen«, um einen Freudschen Ausdruck aufzugreifen, ist nur durch die »Sinn-Schicksale« beizukommen. Hierin liegt der tiefe Grund aller Analogien zwischen Traum und Witz, Traum und Mythos, Traum und Kunstwerk, Traum und religiöser »Illusion« etc. All diese »psychischen Produktionen« liegen im Umkreis des Sinns und gehören zu einer einzigen Frage: wie kommt das Wort zum Wunsch? Wie bringt der Wunsch das Wort Zum Scheitern und scheitert selbst am Sprechen? Dieser neue Ausblick auf die Gesamtheit des menschlichen Sprechens, auf das, was der begehrende Mensch sagen möchte, verleiht der Psychoanalyse einen Anspruch darauf, an der großen Debatte über die Sprache teilzunehmen.
I 19
Als begehrender Mensch schreite ich verkappt einher — larvatus prodeo; und damit ist sogleich die Sprache entstellt: sie will anderes sagen, als sie sagt, sie hat einen doppelten Sinn, ist zweideutig. Der Traum und seine Analoga stehen also in einem Bereich der Sprache, der sich als der Ort komplexer Bedeutungen ankündigt, wo in einem unmittelbaren Sinn ein anderer Sinn sich auftut und zugleich verbirgt; diese Region des Doppelsinns wollen wir Symbol nennen, (...). >Traumdeutung/Ricoeur. Doppelsinn: Das Problem des Doppelsinns aber ist nicht allein der Psychoanalyse eigentümlich: auch die Phänomenologie der Religion kennt es; die großen kosmischen Symbole, wie Erde, Himmel, Wasser, Leben, Bäume, Steine, und die Mythen, jene absonderlichen Erzählungen
über den Ursprung und das Ende der Dinge, sind ihr tägliches Brot.
In dem Maße nun, wie sie phänomenologisch ist und nicht psychoanalytisch, sind die von ihr untersuchten Mythen, Riten und Glaubensinhalte keine Märchen, sondern eine Art und Weise des Menschen, mit der fundamentalen Wirklichkeit, wie immer sie beschaffen sei, in Beziehung zu treten. >Wünsche/Ricoeur, >Deutung/Ricoeur.

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976
Sinn Weber Habermas III 22
Sinn/Rationalität/Max Weber/Habermas: Webers Hierarchie der Handlungsbegriffe ist auf den Typus zweckrationalen Handelns hin angelegt, sodass alle übrigen Handlungen als spezifische Abweichungen von diesem Typus eingestuft werden können. Die Methode des Sinnverstehens analysiert Weber so, dass die komplexeren Fälle auf den Grenzfall des Verstehens zweckrationalen Handelns bezogen werden können: Das Verständnis des subjektiv erfolgsorientierten Handelns erfordert zugleich dessen objektive Bewertung (nach Maßstäben der Richtigkeitsrationalität).
Habermas III 229
Sinn/Weber/Habermas: die empirische und vollends die mathematisch orientierte Weltbetrachtung entwickelt prinzipiell die Ablehnung jeder Betrachtungsweise, welche überhaupt nach einem ‚Sinn‘ des innerweltlichen Geschehens fragt. Wo immer rationale empirisches Erkennen die Entzauberung der Welt und deren Verwandlung in einen kausalen Mechanismus konsequent vollzogen hat, tritt die Spannung gegen die Ansprüche des ethischen Postulats: dass die Welt ein gottgeordneter, also irgendwie ethisch sinnvoll orientierter Kosmos sei, endgültig hervor. (1)

Habermas III 315
Sinn/Rationalität/Weber/Habermas: Dass die Welt als Kosmos den Anforderungen der rationalen religiösen Ethik genüge, oder irgendeinen ‚Sinn‘ aufweise, damit hatte das religiöse Erkennen gar nichts mehr zu schaffen. Der Kosmos der Naturkausalität und der postulierte Kosmos der ethischen Augleichskausalität standen in unvereinbarem Gegensatz zueinander. Der Intellekt schuf eine von allen persönlichen ethischen Qualitäten der Menschen unabhängige, also unbrüderliche Aristokratie des rationalen Kulturbesitzes. (2) (Siehe auch Protestantische Ethik/Weber, Rationalisierung/Weber.) HabermasVsWeber: diese Erklärung gesellschaftlicher Rationalisierung ist unbefriedigend: Weber bleibt den Nachweis dafür schuldig, dass ein prinzipiengeleitetes moralisches Bewusstsein nur in religiösen Kontexten überleben kann.

Habermas III 335/336
Sinn/Weber/Habermas: Weber, These vom Sinnverlust: angesichts der rationalen Eigengesetzlichkeiten der modernen Lebensordnungen ist sowohl die ethische als auch die theoretische Vereinheitlichung der Welt – sei es im Namen der Religion, sei es im Namen der Wissenschaft – nicht mehr möglich. Weber sieht (in Anlehnung an das Spätwerk von J. St. Mill) einen neuen Polytheismus, eine versachlichte Gestalt eines Antagonismus zwischen unpersönlichen Wert- und Lebensordnungen. (3) Habermas: darin spiegelt sich die generationstypische Erfahrung des Nihilismus.
Habermas III 337
Habermas: Weber begründet die These vom Sinnverlust so: die Vernunft selbst spaltet sich in eine Pluralität von Wertsphären auf und vernichtet ihre eigenen Universalität. Der Einzelne soll nun diese Einheit, die objektiv nicht mehr hergestellt werden kann, in der Privatheit der eigenen Biografie herzustellen versuchen.
Habermas III 377
Sinn/Weber/Habermas: Weber führt „Sinn“ als (undefinierten) Grundbegriff ein, um Handeln definieren zu können. Dabei hat Weber keine Bedeutungstheorie, sondern eine intentionalistische Bewusstseinstheorie im Rücken. D.h. er bezieht Sinn nicht auf sprachliche Verständigung sondern auf Meinungen und Absichten eines Handlungssubjekts.
Habermas III 378
Es geht also zum Zwecktätigkeit, nicht um Verständigung. Verständigung kann dann erst sekundär mithilfe eines Intentionsbegriffs konstruiert werden. (4)


1. M. Weber, Gesammelte Ausätze zur Religionssoziologie, Bd. I. 1963, S. 569.
2. M. Weber, M. Weber, Die protestantische Ethik, hrsg. v. J. Winckelmann, Bd 2, Hamburg 1972, S. 569.
3.M. Weber, Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, hrsg. v. J. Winckelmann, Tübingen 1968, S. 603f.
4.M. Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, hrsg. v. J. Winckelmann, Tübingen 1964, S. 3.

Weber I
M. Weber
Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus München 2013

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Sinnloses Minsky Marvin Minsky Eine Rahmenstruktur für die Wissensrepräsentation 1981 in Dieter Münch (Hrsg.) KognitionsWissenschaft Frankfurt 1992

Münch III 98
Sinn/sinnlos/Sprache/Chomsky/Minsky: Bsp
(A) farblose grüne Ideen schlafen rasend

wird ganz anders behandelt als

(B) rasend schlafen Ideen grüne farblos.

These: Das, was beim Erkennen von Sätzen involviert ist, muss verschieden sein von dem, was beim Verständnis der Bedeutung involviert ist.

Marvin Minsky, “A framework for representing knowledge” in: John Haugeland (Ed) Mind, design, Montgomery 1981, pp. 95-128 - dt.:Eine Rahmenstruktur für die Wissensrepräsentation, in: Dieter Münch (Hrsg.) KognitionsWissenschaft Frankfurt 1992

Minsky I
Marvin Minsky
The Society of Mind New York 1985

Minsky II
Marvin Minsky
Semantic Information Processing Cambridge, MA 2003
Sinnvolles Russell I XXV
Sinn/sinnvoll/Gödel: das Konzept "sinnvoll anwendbar" muss selbst nicht immer sinnvoll anwendbar sein. - Das beweist, dass nicht jedes Konzept ausgedehnt werden kann auf alle Argumente, indem ein anderes definiert wird, das eine falsche Proposition ergibt, wann immer die ursprüngliche sinnlos war. - Zusammenhang/(s): Bivalenz, wahr/falsch, sinnlos - > Paradoxien der intensionalen Form.

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996
Sprechakttheorie Dummett III (e) 204
Sprechakttheorie/Dummett: Problem: man kann nicht alle Wörter in Kategorien nach Frage, Befehl, Behauptung einteilen. - Lösung: nicht alle Wörter im Satz sind Träger der Kraft. >Kraft/Dummett, >Sinn/Dummett.
III (e) 207
WittgensteinVsSprechakttheorie: keine Liste einheitlicher Kategorien wie Frage, Befehl möglich.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Symbole Ricoeur I 19
Symbol/Psychoanalyse/Traumdeutung/Ricoeur: Der Traum und seine Analoga stehen (...) in einem Bereich der Sprache, der sich als der Ort komplexer Bedeutungen ankündigt, wo in einem unmittelbaren Sinn ein anderer Sinn sich auftut und zugleich verbirgt; diese Region des Doppelsinns wollen wir Symbol nennen, (...). >Mythos/Ricoeur, >Sinn/Ricoeur, >Wunsch/Ricoeur.
I 22
Symbol-Definitionen: A. Zu weit: eine zu weite Definition ist jene, welche in der „Symbolischen Funktion“ die allgemeine Vermittlungsfunktion sieht, mit Hilfe derer der Geist, das Bewusstsein seine sämtlichen Welten der Wahrnehmung und der Rede konstruiert: Bsp Ernst Cassirers Philosophie der symbolischen Formen. >Cassirer/Ricoeur.
I 25
Symbol/Ricoeur: [beim Symbol] geht es um einen Dualismus höheren Grades [als beim Zeichen]. (Vgl. >Zeichen/Ricoeur).
Weder ist es derjenige von sinnlichem Zeichen und Bedeutung, noch derjenige von Bedeutung und Sache (...) Er kommt zu dem vorherigen hinzu und überlagert ihn als Beziehung des Sinnes zum Sinn (...). (>Sinn/Ricoeur).
Ich beschränkte also den Begriff des Symbols (...) auf die doppel- und mehrdeutigen Ausdrücke, deren semantische Textur in Wechselbeziehung steht mit der Interpretationsarbeit, die ihren zweiten oder vielfachen Sinn expliziert. >Interpretation/Ricoeur, >Deutung/Ricoeur.
I 28
Es gibt keine Symbolik vor dem sprechenden Menschen (...).
I 29
Symbol-Definitionen: B. Zu eng: [eine zu enge Definition] besteht darin, das Band zwischen Sinn und Sinn im Symbol durch die Analogie zu charakterisieren. Bsp Analogien zwischen Fleck und Beschmutzung, zwischen Abweichung und Sünde, zwischen Last und Sündenschuld; [allgemein] in gewisser Weise die Analogie zwischen Physischem und Existentiellem.
I 31
Interpretation: [die] Verbindung zur Interpretation ist dem Symbol (...) nicht äußerlich (...).Gerade der Doppelsinn, die intentionale Ausrichtung des zweiten Sinns innerhalb und vermittels des ersten Sinns, ruft das Verständnis hervor (...). Deshalb gibt es kein Symbol ohne einen Anfang von Interpretation (...).

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976
Systeme Weber Habermas III 337
Systeme/Subsysteme/Teilsysteme/Gegenwartsdiagnose/Weber/Habermas: Weber stellt die These von der Verselbständigung der Subsysteme zweckrationalen Handelns auf, die die Freiheit des Einzelnen bedroht. Sie ergibt sich allerdings nicht ohne weiteres aus der These vom Sinnverlust (Siehe Sinn/Weber). Weber These: „Einer der konstitutiven Bestandteile des modernen kapitalistischen Geistes (…): die rationale Lebensführung auf Grundlage der Berufsidee, ist (…) geboren aus dem Geist der christlichen Askese (…). Indem die Askese aus den Mönchszellen heraus in das Berufsleben übertragen wurde und die innerweltliche Sittlichkeit zu beherrschen begann, half sie (…) jenen mächtigen Kosmos der modernen, an die technischen und ökonomischen Voraussetzungen mechanisch-maschineller Produktion gebundenen, Wirtschaftsordnung zu erbauen, der heute den Lebensstil aller Einzelnen (…) mit überwältigendem Zwang bestimmt.
Habermas III 338
(…) Indem die Askese die Welt umzubauen (…) unternahm, gewannen die äußeren Güter dieser Welt zunehmende und schließlich unentrinnbare Macht über den Menschen. (…) Heute ist ihr Geist [(s) der Geist der Askese] aus diesem Gehäuse entwichen. Der siegreiche Kapitalismus jedenfalls bedarf, seit er auf mechanischer Grundlage ruht, dieser Stütze nicht mehr. (…) Dann allerdings könnte für die ‚letzten Menschen‘ dieser Kulturentwicklung das Wort zur Wahrheit werden: ‚Fachmenschen ohne Geist, Genussmenschen ohne Herz‘: dies Nichts bildet sich ein, eine nie vorher erreichte Stufe des Menschentums erstiegen zu haben.“ (1) ((s) Schlüsselstelle für die Stichworte: „Das stahlharte Gehäuse“, „Innerweltliche Askese“.
Habermas III 339
HabermasVsWeber: Die These ist in sich nicht plausibel: Weber geht zu weit, wenn er aus dem Verlust der substantiellen Einheit der Vernunft auf einen Polytheismus miteinander ringender Glaubensmächte schließt. (Siehe Sinn/Weber).
Habermas III 340
Weber hat nicht hinreichend zwischen den partikularen Wertinhalten kultureller Überlieferungen und jenen universalen Wertmaßstäben unterschieden, unter denen sich die kognitiven, normativen und expressiven Bestandteile der Kultur zu Wertsphären verselbständigen und eigensinnige Rationalitätskomplexe ausbilden.

1. M. Weber, Die protestantische Ethik, J.Winckelmann (Ed) Bd. I, S. 187-189.

Weber I
M. Weber
Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus München 2013

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Terminologien Husserl Chisholm II 153
Noema/Husserl: der Akt selbst konstituiert das Objekt. - Trennung von Akten und transzendentalen Objekten.
II 154
ChisholmVsHusserl: das Noema erklärt nichts.
Husserl I 19/57
Husserl: Forschungsstrategie: Schema Teil-Ganzes - Generalthesis: die Existenz der Welt wird nicht in Frage gestellt, nur unsere Aussagen über sie. - Das Schema wahr/falsch ist durch bloße Beobachtung nicht zu erkennen.
I 37
Reell/Husserl: nichtintentional, aber auch: die Farbqualität erfährt eine "objektivierende Auffassung" und die "Empfindungskomplexion" ist auch reell. - Sinn/Husserl: was mit einem Zeichen gemeint wird, der Redende verleiht dem Laut einen Sinn. - Wir beziehen uns durch Bedeutung auf einen Gegenstand - Bedeutung/Husserl: Leistung des Bewusstseins. - Phänomenologisches Vorverständnis: alle Gegenstände existieren nur als gemeinte Einheiten.
I 39
Noema (Gedanke)/Husserl: a) Bezugssinn: wie Intension, b) Gegenstandskern als Träger - Noesis: Leistung, Charakter des Auffassungssinnes, (griechisch: noesis = Wahrnehmung).
I 53
"Prinzip aller Prinzipien"/Husserl: die Forderung, dass nur eine "originär gebende Anschauung" die Begründung der Erkenntnis sein kann. Bsp mathematische Axiome. Husserl grenzt hier jeden Bezug zu empirischen Aussagen aus und stellt den Bezug des Bewusstseins auf sich selbst als geeignetes Verfahren hin. "Selbstgegebenheit".
I 58
Einklammerung (Epoche): Vorwissen wird in Klammern gesetzt.
I 42 f
Def Noesis: Leistung, Charakter des Auffassungssinnes. (griechisch: das Wahrnehmen, Begreifen).
I 43
Def Noema: griechisch: der Gedanke - zwei Aspekte des intentionalen Gegenstandes: a) noematischer Sinn (Inhalt) das "Wie" der Bestimmtheiten. Kohärente Sinneinheit in der Fülle verschiedener Bestimmungen.
I 44
b) noematischer Gegenstand (gegenständlich) "Kern", Verknüpfungspunkt und Träger verschiedener Prädikate. Das, womit ein identisches "Etwas" festgehalten wird.
I 65 ff
Horizont von Möglichkeiten. (Durch jeden Bewusstseinsakt gegeben.)
I 67
Innenhorizont/Husserl: Antizipation der Sinndimension - Außenhorizont: Wahrnehmung nicht auf ein Objekt beschränkt, sondern auf den gesamten Raum möglicher Gegenstände.
I 68
Appräsentation: Mitmeinung.
I 69
Apperzeption: denkt Empfindungsinhalte in Attribute des Gegenständlichen um - Wahrheit/Husserl: gebunden an den Prozess der Näherbestimmung. Eidetische Variation/Husserl: wird aktiviert von Zufälligkeiten - Konstitution/Husserl: es ist eine Leistung des Bewusstseins, wenn uns ein Gegenstand anschauungsmäßig gegeben ist. - I 45 Denken/Husserl: begreift man das Denken als Prozess, sieht man, dass Prädikate sich wandeln können.
I 72
Def Kinästhese/Husserl: das bewusste sich Bewegen bei der Wahrnehmung > Leibbewusstsein, Körperbewusstsein. Der Leib wird zum Wahrnehmungsorgan. Die Sinneseindrücke können nicht mehr als einzelne, je nach Denkart abgeschlossene, letzte Einheiten betrachtet werden. Sie stehen in einer Abfolge.
I 85
Transzendentales Ego/Husserl: hat eine Primordialsphäre: zunächst ist nur Eigenes in der Sphäre. Wir unterstellen den anderen, ein transzendentales Ego wie wir selbst zu sein. (> Einfühlung). - Intersubjektivität/Husserl: a) Gegenstände, b) Soziales. - Objektivität/Husserl: durch eine Vielzahl der Perspektiven. Umwelt/Husserl: a) vom intentionalen Bewusstsein gesetzt b) vom kommunizierenden Personenverband gesetzt. - Die kommunikative Umwelt ist jeder egoistischen vorgängig.
I 89
Def Primordialität/Husserl: damit sind alle Erfahrungserlebnisse, auch die für die Fremderfahrung grundlegenden einführenden Bewußtseinerlebnisse einbegriffen. Das hätte zur Konsequenz, daß Bewußtseinerlebnisse von dem anderen in originärer Gegebenheit aufweisbar sind. Eine solche Konzeption würde unterschiedliche Bewußtseinsweisen als originär gegeben umfassen: sowohl gegenständliche als auch personale.
Tugendhat I 167
Synkategorematisch/Husserl: synkategorematische Ausdrücke stehen nicht für einen Gegenstand.
Tugendhat I 177
Husserl: Hauptbegriff "Spezies": Übersetzung des griechischen eidos: Anblick, Aussehen. (s.u.: gemeinsames Merkmal bei Kant, Begriff).
E. Husserl
I Peter Prechtl Husserl zur Einführung, Hamburg 1991 (Junius)
II "Husserl" in: Eva Picardi et al., Interpretationen - Hauptwerke der Philosophie: 20. Jahrhundert, Stuttgart 1992

Chisholm I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chisholm II
Roderick Chisholm

In
Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986

Chisholm III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Traumdeutung Ricoeur I 17
Traumdeutung/Freud/Ricoeur: (...) nicht nur aufgrund ihrer Kulturinterpretation steht die Psychoanalyse innerhalb der großen zeitgenössischen Auseinandersetzung über die Sprache. Dadurch, daß Freud den Traum nicht nur zum Hauptgegenstand seiner Forschungen macht, sondern zu einem Modell in einem Sinn, (...) aller versteckten, substituierten und fiktiven Äußerungen des menschlichen Wunsches, fordert er uns dazu auf, im Traum selber die Verschränkung von Wunsch und Sprache zu suchen, und zwar auf vielfache Weise: zunächst einmal kann nicht der geträumte Traum interpretiert werden, sondern nur der Text der Traumerzählung; diesen Text will die Analyse durch einen anderen Text ersetzen, der gleichsam
I 18
die ursprüngliche Sprache des Wunsches wäre; so bewegt sich die Analyse von einem Sinn zu einem anderen Sinn. Nicht der Wunsch als solcher steht im Mittelpunkt der Analyse, sondern seine Sprache. >Sinn/Freud/Ricoeur, >Traum/Ricoeur.
I 27
Der Analytiker... ersetzt [die Erzählung des Wachens] durch einen anderen Text, der in seinen Augen der Gedanke des Wunsches ist, das, was der Wunsch in einer Prosopoe ohne Zwang sagen würde; man muss anerkennen, (...) dass der Traum an sich selbst der Sprache nahe steht, da er sich erzählen, analysieren, interpretieren lässt.
I 103
Traumdeutung/Freud/Ricoeur: Die Traum-»Gedanken« wiederfinden heißt in der Tat, einen gewissen rückläufigen Weg nehmen, der - jenseits der aktualen Körpereindrücke und Erregungen, jenseits der wachen Erinnerung oder der Tagesreste, jenseits des aktualen Wunsches nach Schlaf - das Unbewusste entdeckt, das heißt die ältesten Wünsche. Unsere Kindheit ist es, die an die Oberfläche gelangt, mit all ihren vergessenen, unterdrückten, verdrängten Triebregungen, und mit unserer Kindheit diejenige der Menschheit, die sich in der des Individuums gewissermaßen abgekürzt wiederholt. Der Traum schafft Zugang zu einem grundlegenden Phänomen, (...) : [dem] Phänomen der Regression, deren Aspekte, nicht nur die zeitlichen, sondern auch die topischen und dynamischen [sind]. >Regression/Ricoeur.
I 104
Die Deutung, die noch nicht mit der der Traumarbeit entsprechenden Entzifferungsarbeit identifiziert und mehr an den psychischen Inhalt als an den Mechanismus geknüpft wird, erhält nichtsdestoweniger allmählich ihre eigene Struktur; und diese Struktur ist eine gemischte Struktur. A) Einerseits ist die Deutung, im Rahmen der Bedeutung, eine Bewegung vom Manifesten zum Latenten; deuten heißt, den Ursprung des Sinns auf einen anderen Ort verschieben. Doch schon auf dieser ersten Ebene ist es nicht mehr möglich, die Deutung für eine einfache Relation zwischen chiffrierter und dechiffrierter Rede zu halten; man kann sich nicht mehr mit dem Satz begnügen, dass das Unbewusste eine andere Rede sei, eine unverständliche Rede. Die Verstellung, welche die Deutung vom manifesten Inhalt zum latenten Inhalt verfolgt, enthüllt eine andere Verstellung, die nämlich des Wunsches in Bilder, der Freud das IV. Kapitel widmet. Um
einen Ausdruck der metapsychologischen Aufsätze zu verwenden: Der Traum ist bereits ein »Triebschicksal«.
B) Traumarbeit: Diese zweite Aufgabe erheischt, noch deutlicher als die erste, das Zusammensetzen
zweier Welten der Rede, der Rede des Sinns und der Rede der Kraft. Zu sagen, der Traum sei die Erfüllung eines verdrängten Wunsches, heißt zwei Begriffe zusammenbringen, die zwei verschiedenen Bereichen angehören:
1. die Erfüllung, die zur Rede des Sinns gehört (wie es die Verwandtschaft mit Husserl bezeugt), und 2. die Verdrängung, die zur Rede der Kraft gehört; der Begriff der Verstellung, der beides vereint, drückt die Verschmelzung der beiden Begriffe aus, da die Verkleidung eine Art von Offenbarung und gleichzeitig die Verstellung ist, die diese Offenbarung verfälscht, die dem Sinn angetane Gewalt. Die in der Verkleidung gegebene Beziehung vom Verborgenen zum Gezeigten erheischt also eine Deformation, die
I 105
nur als ein Kräftekompromiss formuliert werden kann. Zu dieser gemischten Rede gehört auch der Begriff der »Zensur«, der dem der Verstellung entspricht: Verstellung ist die Wirkung, Zensur die Ursache. >Zensur/Freud/Ricoeur, >Symbol/Freud.

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976
Träume Freud Ricoeur I 101
Traum/Freud/Ricoeur: Die These, dass der Traum einen Sinn hat, ist in erster Linie eine polemische These, die Freud auf zwei Fronten verteidigt: a) Einerseits steht sie einer jeden Auffassung entgegen, die den Traum für ein zufälliges Spiel der Vorstellungen hält, für ein Überbleibsel des geistigen Lebens, bei dem einzig der Mangel an Sinn problematisch wäre: vom Sinn des Traumes sprechen heißt hier erklären, daß er eine intelligible, sogar intellektuelle Tätigkeit des Menschen sei; verstehen heißt, die Erfahrung der Intelligibilität machen.
b) Die These steht andererseits einer jeden übereilten organischen Erklärung des Traums entgegen; sie besagt, daß sich die Traumerzählung stets durch eine andere Erzählung ersetzen lässt, samt Semantik und Syntax, und dass man diese beiden Erzählungen miteinander vergleichen kann, wie einen Text mit einem anderen; Freud vergleicht sogar (...) diese Beziehung von Text zu Text mit der Beziehung eines Originals zu seiner Übersetzung (...).
(...) die Deutung [bewegt sich] von einem wenig verständlichen Sinn zu einem verständlicheren hin; das gleiche muss für die Analogie des Bilderrätsels gelten, die zum selben Beziehungskreis gehört, der Beziehung von dunklem Text zu klarem Text. >Sinn/Ricoeur, >Interpretation/Ricoeur, >Symptom/Freud.

Freud I
S. Freud
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse Hamburg 2011

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976
Träume Ricoeur I 18
Traum/Freud/Ricoeur: dieses Wort — Traum — ist nicht ein Wort, das verschließt, sondern das öffnet. Es umschließt nicht eine Randerscheinung des psychologischen Lebens, die Phantasien unserer Nächte, das Traumhafte. Es öffnet sich über allen psychischen Produktionen, insofern sie die Analoga des Traumes sind, im Wahnsinn und in der Kultur, was immer der Grad und das Prinzip dieser Verwandtschaft sein mag; mit dem Traum ist das gesetzt, was ich (...) die Semantik
I 19
des Wunsches nannte; diese Semantik aber kreist um ein gewissermaßen nukleares Thema: als begehrender Mensch schreite ich verkappt einher — larvatus prodeo; und damit ist sogleich die Sprache entstellt: sie will anderes sagen, als sie sagt, sie hat einen doppelten Sinn, ist zweideutig. Der Traum und seine Analoga stehen also in einem Bereich der Sprache, der sich als der Ort komplexer Bedeutungen ankündigt, wo in einem unmittelbaren Sinn ein anderer Sinn sich auftut und zugleich verbirgt; diese Region des Doppelsinns wollen wir Symbol nennen, (...). >Sinn/Ricoeur, >Symbol/Ricoeur, >Interpretation/Ricoeur.
I 27
Traum/Ricoeur: der Traum ist es (...) der davon zeugt, dass wir unablässig etwas anderes sagen, als wir sagen wollen; es gibt manifesten Sinn, der niemals aufhört, auf verborgenen Sinn zu verweisen; das macht aus jedem Schlafenden einen Poeten. In dieser Hinsicht bringt der Traum die private Archäologie des Schlafenden zum Ausdruck, die sich zuweilen mit der der Völker überschneidet, und deshalb beschränkt Freud den Begriff des Symbols des öfteren auf diejenigen Traumthemen, welche die Mythologie wiederholen. >Traumdeutung/Ricoeur.

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976
Two Dogmas Dummett I 138
Bedeutung/Quine: Quine gibt in "Two Dogmas" eine völlig individualistische Darstellung der Sprache als gegliedertes Netz von Sätzen, d.h. die betreffende Sprache ließe sich nur als Idiolekt eines einzelnen Sprechers begreifen. Vgl. >Idiolekt. Nach dieser Darstellung gibt es zu jedem Zeitpunkt eine Funktion, durch die die den Sätzen Wahrheitswerte zugeordnet werden.
I 139
Quine hat sich auf die These festgelegt, es gebe keine Möglichkeit, Bedeutung und akzeptierte Theorie auseinanderzuhalten. > Idiolekt; > Davidson: >radikale Interpretation; Idiolekt aus bestimmter Zeit und Situation.

Nach der Veröffentlichung von "Wort und Gegenstand" ist Quine tendenziell zu der Auffassung von "Two Dogmas" zurückgekehrt, wonach der Begriff des Idiolekts den Vorrang hat. Die Annahme, die Bedeutungen, die der Sprecher mit seinen Worten verbindet, seien die gleichen, die sie auch in der Gemeinschaftssprache besitzen, ist nach Ansicht des späten Quine nicht aufrechtzuerhalten.

II 115f
Sinn/Two Dogmas/Dummett: der Sinn vieler Sätze ist so, dass wir Inferenzen für ihre Verifikation brauchen. >Verifikation.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Vernunft Hobbes Höffe I 219
Vernunft/Hobbes/Höffe: Die Friedensleidenschaften allein [die Todesfurcht, das Verlangen nach Dingen, die es zu einem angenehmen Leben braucht, und die Hoffnung, sie durch eigene Anstrengung zu erreichen] genügen freilich zur Überwindung des Kriegszustandes nicht. >Krieg/Hobbes, >Naturzustand/Hobbes. Vernunft: Als weiterer Faktor ist eine Vernunft vonnöten, die dem dreifachen Friedensantrieb den erforderlichen Weg weist. Sie ist also nicht autonom, sondern steht in fremdem Dienst. Ihr Zweck stammt nicht aus dem Inneren der Vernunft, sondern von außen, dem freien Selbstinteresse. Interesse: Seinetwegen hat Hobbes' Vernunft einen individualpragmatischen, dem Eigenwohl zum Erfolg verhelfenden, dabei aber bloß theoretischen Charakter.
Theoretische Vernunft: Für sich allein ohne Antrieb, mithin handlungsunfähig, ist sie keine praktische, sondern eine theoretische Vernunft, die dem außervernünftigen Antrieb lediglich eine Einsicht beisteuert: Das im Naturzustand herrschende Recht auf alles erweist sich bei näherer Betrachtung als ein Recht auf nichts. Weil dieser Einsicht für sich genommen jede Antriebskraft fehlt, braucht sie einen anderen, sowohl energetischen als auch zielgerichteten Faktor, eben die drei friedensförderlichen Leidenschaften. >Naturzustand/Hobbes, >Sinn/Hobbes, >Glück/Hobbes.
Dem Friedensräsonnement der Vernunft entspringen Naturgesetze, die hier nicht in naturwissenschaftlichen Gesetzen, sondern in Prinzipien einer allgemeingültigen, insofern quasi-menschenrechtlichen Rechtsmoral bestehen (Leviathan, Kap. 14—15). Hobbes stellt insgesamt 19 Naturgesetze auf. Er beginnt mit dem Gebot, Frieden zu suchen. >Moral/Hobbes.

Hobbes I
Thomas Hobbes
Leviathan: With selected variants from the Latin edition of 1668 Cambridge 1994
Verstehen Droysen Gadamer I 216
Verstehen/Droysen/Gadamer: Die philosophische Bedeutung von Droysens Historik liegt eben darin, dass er den Begriff des Verstehens aus der Unbestimmtheit ästhetisch-pantheistischer Kommunion, die er bei Ranke hat, zu lösen sucht und seine begrifflichen Voraussetzungen formuliert. Die erste dieser Voraussetzungen ist der Begriff des Ausdrucks(1). Verstehen ist Verstehen von Ausdruck. Im Ausdruck ist ein Inneres unmittelbar gegenwärtig. Das Innere aber, „das innerliche Wesen“ ist die erste und eigentliche Realität. Gadamer: Droysen steht hier ganz auf cartesianischem Boden und in der Nachfolge Kants und Wilhelms von Humboldt. Das einzelne Ich ist wie ein einsamer Punkt in der Welt der Erscheinungen. Aber in seinen Äußerungen, vor allem in der Sprache, grundsätzlich in allen Formen, in denen es sich Ausdruck zu geben vermag, ist es kein einsamer Punkt mehr. Es gehört der Welt des Verständlichen an.
Historisches Verstehen ist mithin nicht von grundsätzlich anderer Art als sprachliches Verstehen. Wie die Sprache hat auch die Welt der Geschichte nicht den Charakter eines reingeistigen Seins.
Droysen: »Die ethische, die geschichtliche Welt verstehen wollen, heißt vor allem erkennen,
dass sie weder nur doketisch noch nur Stoffwechsel ist«(2).
Gadamer: Das ist gegen den platten Empirismus Buckles gesagt, aber es gilt auch umgekehrt gegenüber dem geschichtsphilosophischen Spiritualismus etwa Hegels. >Geschichte/Droysen.
Gadamer I 221
Der Begriff des Verstehens behält nun trotz aller Vermittlung für Droysen das Kennzeichen einer letzten Unmittelbarkeit.(Vgl. >Forschung/Droysen). »Die Möglichkeit des Verstehens besteht in der uns kongenialen Art der Äußerungen, die als historisches Material vorliegen.« »Den Menschen, menschlichen Äußerungen und Gestaltungen gegenüber sind wir und fühlen uns in wesentlicher Gleichartigkeit und Gegenseitigkeit« (§ 9). Wie das Verstehen das einzelne Ich mit den sittlichen Gemeinsamkeiten verbindet, denen es angehört, so sind auch diese Gemeinsamkeiten selber, Familie, Volk, Staat, Religion, als Ausdruck verständlich. >Sinn/Droysen.


1. Vgl. auch unten S. 341 f. , 471 f. und Bd. 2 der Ges. Werke, Exkurs VI, S. 384ff.
2. Droysen (ed. Rothacker). S. 65.


Wright I 153
Verstehen/Droysen/Wright, G. H.: (J.G. Droysen, Enzyklopädie und Methodologie der Geschichte, 1857 S. 25): Unser historisches Verstehen ist ganz dasselbe, wie wir den mit uns Sprechenden verstehen.

Droys I
J. G. Droysen
Grundriss der Historik Paderborn 2011

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

WrightCr I
Crispin Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

WrightCr II
Crispin Wright
"Language-Mastery and Sorites Paradox"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

WrightGH I
Georg Henrik von Wright
Erklären und Verstehen Hamburg 2008
Wahrheitsbedingungen Dummett II 72
Wahrheitsbedingungen/Dummett: werden als gegeben vorausgesetzt - aber nur für jeden Typ von Sprechakt. - Eine Theorie der >Kraft muss dann zwischen Frage, Befehl usw. unterscheiden. Die Wahrheitsbedingungen angeben können heißt, den Satz paraphrasieren können, nicht einfach das Prädikat "wahr" anzuhängen! - Die Wahrheitsbedingungen selbst dürfen vorgängiges Verständnis des Satzes gerade nicht voraussetzen, wenn sie den Satz erklären sollen. - ((s) Aber man muss wissen was der Satz bedeutet, wenn man beurteilen will, ob die Tatsache gegeben ist, oder ob eine Paraphrase korrekt ist.)
II 95
Wahrheitsbedingungen/Dummett: Beobachtung: Bsp Was es für einen Baum bedeutet, größer zu sein. Bsp Beobachtung von Fähigkeiten: kann nicht prinzipiell herausfinden, worin die Fähigkeit genau besteht. (Wir brauchen Wahrheitsbedingungen für die Zuschreibung von Fähigkeiten).
II 100
Wahrheitsbedingungen/Dummett: Die Wahrheitsbedingungen kann man nicht kennen, wenn man nicht sagen kann, wann sie erfüllt sind
III (a) 17
Sinn/Frege: Erklärung des Sinns durch Wahrheitsbedingungen. - Wittgenstein/Tractatus: dito: Unter welchen Umständen ist ein Satz wahr. DummettVsFrege/DummettVsWittgenstein: dazu muss man aber bereits wissen, was die Aussage dass P wahr ist, bedeutet. - Vs: Wenn es dann heißt, P ist wahr bedeute dasselbe, wie P zu behaupten, dann muss man bereits wissen, welchen Sinn es hat, P zu behaupten!
Problem: Das ist aber genau das, was erklärt werden sollte.
VsRedundanztheorie: wir müssen sie entweder ergänzen (nicht bloß Bedeutung durch Behauptung und umgekehrt erklären), oder die Zweiwertigkeit aufgeben.
III (c) 122
Für-wahr-halten/Dummett: Die Bedingungen für ein Für-wahr-Halten werden durch die Wahrheitstheorie angegeben! Problem: Wahrheitsbedingungen sind nicht immer erkennbar, auch wenn sie erfüllt sind.
Lösung: Nur die Kenntnis der Bedingungen ist verlangt, nicht Kenntnis der Erfüllung.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Wahrheitswert Quine VII (d) 71
Propositionaler Kalkül/Ununterscheidbarkeit/theoretische Termini/Quine: "p", "q" usw. beziehen sich auf propositionale Begriffe, was immer sie sein mögen. Aber wir wissen, daß propositionale Begriffe wie Wahrheitswerte nicht unterscheidbar sind in Begriffen des Kalküls, die Ausdruckskraft des Kalküls ist beschränkt.
VII (f) 112
Wahrheitswerte/Quine: können als abstrakten Entitäten zugelassen werden.
VII (f) 115
Wahrheitwert/Quine: keine abstrakte Entität, an die wir mit Behauptungen appellieren.
VII (i) 154
Reichweite/Russell: ein Wechsel in der Reichweite einer Kennzeichnung ist neutral gegenüber dem Wahrheitswert eines beliebigen Satzes. Quine: aber nur, wenn die Kennzeichnung etwas bezeichnet.
Lauener XI 38
Quantifikation/Lauener/(s): nur quantifizierten Sätzen können Wahrheitswerte zugeschrieben werden.
Quine I 226
Vagheit/Quine: lässt die Wahrheitswerte unangetastet. Daher kann sie nützlich sein.
I 263ff
Wahrheitswert/Intension/Extension/Quine: in extensionalen Kontexten darf ein singulärer Term durch einen gleichbezeichnenden singulären Term ersetzt werden, ohne dass sich der Wahrheitswert des Satzes ändert. Das geht nicht in opaken (intensionalen) Kontexten.
I 266
Opakte Kontexten/Wahrheitswert/Frege: in einer Konstruktion mit einer propositionalen Einstellungen darf ein Satz oder Terminus keine Wahrheitswerte, keine Klasse und kein Individuum bezeichnen, sondern funktioniert als "Name eines Gedankens" oder Name einer Eigenschaft oder eines "Individuenbegriffs". ((s) In nicht-intensionalen Kontexten bezeichnet ein Satz bei Frege einen Wahrheitswert, "Das Wahre", oder "Das Falsche". > "Große Tatsache", >"Slingshot-Argument").
II 192
Aus heutiger Sicht ist die Quantorenlogik nichts weiter als eine Weiterentwicklung der Logik der Wahrheitsfunktionen. Der Wahrheitswert einer Wahrheitsfunktion lässt sich anhand der Wahrheitswerte der Argumente berechnen. Wieso wird dann Quantorenlogik dadurch nicht entscheidbar mittels Wahrheitstafeln? Dieses Gültigkeitskriterium wäre zu streng, weil die quantifizierten Teilausdrücke nicht immer unabhängig voneinander sind.
Manche Teilausdrücke könnten sich als nicht wahr herausstellen, sind aber bei näherer Betrachtung einer Zuordnung zu Wahrheitswerten unwürdig. Siehe auch >Wahrheitswerttabellen.

III 281
Wahrheitswert/Existenz/Nichtexistenz/Ontologie/Logik/Quine: welchen Wahrheitswert haben Sätze wie Bsp „Zerberus bellt“?. (Siehe auch >Einhorn-Beispiel). Die Antwort „falsch“ wäre voreilig.
III 282
Problem: zu allen Sätzen, die dann falsch wären, gäbe es eine Negation, die dann wahr wäre! Unsere Ableitungsmethoden beweisen nichts für den Fall, dass es das Objekt nicht gibt. Was zu beweisen wäre, beruht auf einer nichterfüllten Voraussetzung. Wahrheitswertlücke/Quine: stammt aus der Alltagsprache, in der Logik müssen wir sie füllen. Und sei es willkürlich. Jeder Satz soll einen Wahrheitswert (wahr oder falsch) haben.
Das war der Grund für die bequeme Erweiterung des Begriffs des Konditionals in § 3,m die allgemein einen WW für das gesamte Konditional zuließ. Eine ähnliche Erweiterung brauchen wir jetzt für sing Term, die nichts bezeichnen.
Das geht aber nicht durch eine allumfassende Entscheidung. Wohl aber geht das für einfache Sätze, aus denen wir Regeln für zusammengesetzte Sätze ableiten.
Def einfaches Prädikat: ist ein Prädikat, wenn es nicht explizit die Form einer Quantifikation, Negation, Konjunktion, Alternation usw. von kürzeren Bestandteilen hat.
Wird ein einfaches Prädikat auf einen singulären Term angewendet, der nichts bezeichnet, soll der betreffende Satz als falsch gelten. Dann ist Bsp „Zerberus bellt“ falsch, weil er eine Anwendung des Prädikats „[1] bellt“ auf „Zerberus“ darstellt.

V 112
Wahrheitswerte/Sprachlernen/Quine: Wahrheitswerte entsprechen einer fortgeschritteneren Stufe des Lernens. Anhand verschiedener Theorien für verschiedene Gegenstandsgebiete
V 113
lernen wir schließlich, (wenn überhaupt), welches Urteil man in den unbestimmten Fällen der Konjunktion oder Alternation in der Mitte der Tafel abgeben soll. Logik/Sprachlernen/Quine: die zweiwertige Logik ist ein theoretisches Produkt, das wie alle Theorie nur mittelbar gelernt wird. Wie, darüber können wir nur spekulieren.

VI 128
Singuläre Termini/Wahrheitswert/Sinn/zweiwertige Logik/Einhorn/Quine: im Falle bezugsloser singulärer Termini oder fehlgeschlagener Kennzeichnungen kennen wir den Wahrheitswert vielleicht nicht. Es ist nicht gewinnbringend, solche Sätze als sinnlos zu bezeichnen, da die Existenz des Objekts sich (Bsp Pluto) herausstellen könnte. Es geht zwar in Ordnung, den Wahrheitswert offen zu lassen, aber nicht den Sinn eines Satzes!
VI 129
Singuläre Termini/Wahrheitswert/Sinn/zweiwertige Logik/Einhorn/Quine: im Falle bezugsloser singulärer Termini oder fehlgeschlagener Kennzeichnungen kennen wir den Wahrheitswert vielleicht nicht. Es ist nicht gewinnbringend, solche Sätze als sinnlos zu bezeichnen, da die Existenz des Objekts sich (Bsp Pluto) herausstellen könnte. Es geht zwar in Ordnung, den Wahrheitswert offen zu lassen, aber nicht den Sinn eines Satzes!
VI 131
Antirealismus/Satz vom ausgeschlossenen Dritten/Dummett/Quine: Dummett wendet sich mit erkenntnistheoretischen Argumenten gegen den Satz vom ausgeschlossenen Dritten. (Auch Brouwer): Kein Satz ist wahr oder falsch, solange kein Verfahren zur Feststellung des Wahrheitswertes bekannt ist.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

Q XI
H. Lauener
Willard Van Orman Quine München 1982
Welt/Denken Wittgenstein III 144
Sprache/Wirklichkeit - Denken/Welt: das eigentliche Verhältnis zwischen Sprache (Denken) und Wirklichkeit kann nicht selbst Teil der Wirklichkeit sein! Grund: ein Abbild A muss die gleiche Form haben wie der Sachverhalt S. der der ist nun ein Bild B, welches das Verhältnis zwischen A und S als Abbildungsverhältnis wiedergeben sollte, so müßte es ebenfalls diese Form besitzen. Dann aber wäre es entweder nur mit A identisch, oder es wäre das Abbild eines anderen Sachverhaltes von gleicher Form. Bsp ein Maler kann einen anderen Maler malen, er einen Baum malt. Wie aber sollte man den bloßen Umstand, daß der Maler den Baum malt, bildhaft stellen können? Das Bild zeigt einen Maler, er einen Baum malt. Aber welche Bindestriche auf dem Gemälde bilden eben diesen Umstand ab?
Daher heißt es im Tractatus: ein Satz zeigt seinen Sinn. (> Zeigen/sagen/Sinn: >Abbildtheorie/Wittgenstein, Sinn/Wittgenstein, Zeigen/Wittgenstein). Es ist einem abbildenden Elementarsatz nicht möglich, den Sinn eines Elementarsatzes abzubilden. Das ist nicht zu verwechseln mit unserer Möglichkeit anzugeben, was durch einen Satz ausgedrückt wird.
Rorty IV 41
Sprache/Welt/Wittgenstein/Rorty: nach Wittgenstein muss jede Vorstellung, die wir uns von einer unabhängigen Realität machen können, innerhalb der Grenzen unserer Lebensform bleiben - NagelVsWittgenstein: (mit Kripke): Wittgenstein kann nicht mit dem Realismus in Einklang gebracht werden. - ((s) Aber Th. Nagel wie Wittgenstein: wir können nicht in die Welt der Fledermaus eintreten.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Wünsche Ricoeur I 19
Wünsche/Ricoeur: Ist das Zeigen/Verbergen des Doppelsinns immer Verschleierung dessen was der Wunsch sagen will (>Sinn/Ricoeur), oder
I 20
kann es zuweilen Manifestation, Offenbarung des Heiligen sein? Und ist diese Alternative selbst real oder illusorisch, vorläufig oder endgültig? >Traum/Ricoeur, >Traumdeutung/Ricoeur.

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 16 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
Sinn/ Wissenschaft Putnam Vs Carnap, R. Goodman II Putnam Vorwort V
Carnap/Putnam: Carnap hat laut Putnam die ständige Tendenz, Begriffe mit ihren syntaktischen Darstellungen zu identifizieren.
Carnap machte den Vorschlag: ein Prädikat könne auch an sich disjunktiv oder nichtdisjunktiv sein. >Disjunktive Prädikate.
PutnamVsCarnap: "logischer Himmel" "soll uns sagen" "metaphysischer Zeigestock".

Lewis IV 85
partielle Interpretation/PutnamVsCarnap: Theorien mit falschen Beobachtungskonsequenzen haben überhaupt keine Interpretation! Denn sie haben kein "Modell" das "Standard" ist in Bezug auf die Beobachtungsbegriffe.
IV 85/86
Putnam: solche Interpretationen sind dann falsch, nicht sinnlos! Sinn/Theorie/LewisVsPutnam: die theoretischen Termini (TT) sind hier auch nicht sinnlos, sondern denotationslos (bezeichnungslos): ihr Sinn wird durch ihre Denotation in jenen möglichen Welten gegeben, in denen die Theorie einmalig realisiert ist und daher dort keine falschen Konsequenzen hat.
Einen Sinn haben sie genauso wie der referenzlose Term "Nikolaus".

Putnam V 244
Schmerz/physikalischer Gegenstand/Putnam: es fällt schwer einzusehen, dass die Aussage, vor jemandem stehe ein Tisch, leichter zu akzeptieren sei, als die Aussage, jemand habe Schmerzen. Popper/Carnap: würden erwidern: der methodologische Unterschied besteht darin, dass das eine öffentlich, dass andere privat ist.
PutnamVsPopper/PutnamVsCarnap: beide übertreiben das Ausmaß, in dem Beobachtungen physikalischer Gegenstände stets öffentlich überprüfbar sind. >Beobachtbarkeit.

V 250
Methode/Wissenschaft/PutnamVsCarnap: viele Philosophen haben (fälschlich) geglaubt, die Wissenschaft gehe nach einer Methode vor.(z. B. Carnap).
Putnam I (a) 42
Carnap/Putnam: (Logischer Aufbau der Welt) Schlusskapitel: bringt eine Skizze des Verhältnisses von Dingsprache zu Empfindungs Sprache, die keine Übersetzung darstellt! PutnamVsCarnap/PutnamVsPhänomenologie: das läuft auf die alte Behauptung hinaus, wir würden uns die Dingtheorie heraussuchen, die am "einfachsten" und nützlichsten ist.
Es gibt keinen Nachweis, warum ein Positivist berechtigt ist, über materielle Dinge zu quantifizieren (oder auf sie zu referieren).
Phänomenologie/Putnam: nach ihrem Scheitern gab es zwei Reaktionen:
1. Theorien sollten nicht mehr als Aussagensysteme aufgefasst werden, die eine vollkommen verständliche Interpretation haben müssen, sie werden nun als Kalküle mit dem Ziel aufgefasst, Voraussagen zu machen.
I (a) 43
2. Übergang von der phänomenalistischen Sprache zu einer "Sprache beobachtbarer Dinge" als Basis der Reduktion. D.h. man sucht eine Interpretation physikalischer Theorien in der "Sprache der Dinge", nicht in der "Empfindungssprache".
Putnam I (a) 46
Einfachheit/Putnam: bringt hier nichts: die Konjunktion von einfachen Theorien muss nicht einfach sein. Def Wahrheit/Theorie/Carnap: die Wahrheit einer Theorie ist die Wahrheit ihres Ramsey Satzes.
PutnamVsCarnap: das ist wieder nicht dieselbe Eigenschaft wie "Wahrheit"!
(I 46 +: Hilbertsches Epsilon, Formalisierung von Carnap: zwei Theorien mit gleichem Terminus).
I (a) 48
Sprache/Syntax/Semantik/PutnamVsCarnap: dieser hat die ständige Tendenz, Begriffe mit ihren syntaktischen Darstellungen zu identifizieren Bsp mathematische Wahrheit mit der Eigenschaft, ein Theorem zu sein.
I (a) 49
Wenn er erfolgreich gewesen wäre mit seiner formalen Sprache, dann wäre sie aber deshalb erfolgreich gewesen, weil sie einem vernünftigen Maß der Wahrscheinlichkeit über eine Menge von Sachverhalten entsprochen hätte gerade das ist es aber, was der Positivismus ihn nicht zu sagen erlaubte!

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
Sinn/ Wissenschaft Newen Vs Carnap, R. New I 115
Wissenschaft/Carnap/Newen: These: hat es nur mit Relationen zu tun ((s) extrinsische Eigenschaften, keine intrinsischen). Wissenschaftliche Aussagen sind reine Strukturaussagen. Bsp Eisenbahnnetz (U-Bahnplan, U-Bahn-Netz):
Strukturbeschreibung/Carnap/Newen: verwendet keine Namen für Orte.
Lösung: Identifikation der Orte durch Anzahl der Verbindungen, bei gleicher Anzahl die Verbindungen der nächsten Nachbarorte usw. Wahrscheinlich lässt sich so schon ein sehr komplexes Netz durch Betrachtung der unmittelbaren Nachbarstationen eindeutig beschreiben.
I 116
Sollten wider Erwarten zwei Knoten sich nicht durch die Anzahl der Verbindungen unterscheiden lassen, so sind sie auch wissenschaftlich ununterscheidbar! VsCarnap/Newen: es werden immer nur Relationen in Bezug auf ein Gegenstandsgebiet ((s) Parameter) berücksichtigt.
Problem: dann sind alle strukturgleichen Netze Wissenschaftlich eins zu eins aufeinander abbildbar. Bsp ein Eisenbahnnetz könnte zufällig die Blutbahnen in einem Organismus abbilden.
Relevanz/CarnapVsVs: Wissenschaftliche Unterschiede würden sich in Unterschieden der relevanten Relationen manifestieren.
VsCarnap: es gibt keinen absoluten Begriff relevanter Relationen.
I 117
VCarnap: es ist umstritten, ob man die Welt ohne nichtreduzierbare intrinsische Eigenschaften beschreiben kann. Konstitutionssystem/Carnap/Newen: Bsp
1. Aussagen über das eigene Bewusstsein
2. Aussagen über de Welt physikalischer Objekte
3. über das Bewusstsein anderer Personen
4.über geistig-kulturelle Gegenstände.
Elementarerlebnis/Carnap/Newen: ist der Gesamtinhalt dessen, was einem Bewusstsein in einem Augenblick gegeben ist.
I 118
Die Eindrücke sämtlicher Sinne nebst Erinnerungen, Gefühlen usw. Grundbeziehung der Erlebnisse: die Ähnlichkeitserinnerung.
Empirische Aussagen/Carnap: sind letztlich sehr komplexe Aussagen über Ähnlichkeitserinnerungen.
Def Quasianalyse/Carnap/Newen: ist der Weg zu geeigneten Definitionen. Aus Elementarerlebnissen werden Quasigegenstände konstituiert. Alle Alltagsgegenstände werden als Quasigegenstände aufgefasst.
Elementarerlebnisse (= Knoten im Netz). Relation: Ähnlichkeitserinnerung. Bsp Farben: hier werden z.B. 5 Gegenstände aufgrund von Farbähnlichkeit in Beziehung gesetzt.
I 119
Def Farbe/Carnap/Newen: die größte Menge von Elementarerlebnissen, die miteinander farbgleich sind. Quasieigenschaft/Carnap/Newen: das, was aus einer Quasianalyse hervorgeht, z.B. die Quasieigenschaft, eine bestimmte Farbe zu haben, z.B. rot zu sein.
Rationale Rekonstruktion/Carnap/Newen: diese systematische Ableitung aller Erkenntnisse aus Basiselementen ist nicht unbedingt psychologisch adäquat. Es geht nicht um Synthesen und Formungen, wie sie im wirklichen Erkenntnisprozess vorliegen, sondern eben um rationale Rekonstruktion.
VsCarnap/Newen: Problem: es kann mehrere gleichberechtigte Quasianalysen bei einer Verteilung geben:
I 120
(aus Mormann Rudolf Carnap S. 100): T: 1. A 2. ABC 3. C 4.ABD 5.BCE 6.D 7.DE 8.E
T* 1. A 2. BC 3. C 4.AB*D 5.B*CE 6.D 7.DB*E 8.E

Beide Reihen liefern dieselben strukturellen Farbverwandtschaften, weil B und B* symmetrische Rollen spielen. Außerdem sind A und D sowie C und E strukturell austauschbar. D.h. tauscht man sie aus, ist das Elementarerlebnis 2 in T* Strukturgleich mit dem Nr. 7 in T usw.
Pointe: trotz Strukturgleichheit sind T und T* wesentlich verschieden, weil die Elementarerlebnisse unterschiedliche Eigenschaften haben: nach Theorie T hat 2 die Farben A, B und C, nach T* nur A und C.
Problem: Carnap vernachlässigt das
GoodmanVsCarnap: damit scheitert die Quasianalyse grundsätzlich.
NewenVsGoodman: das ist umstritten.
I 121
Carnap/Newen: seine Theorie ist solipsistisch; sie geht von einem Subjekt und seinen Erlebnissen (mentalen Zuständen) aus. Bewusstsein/NewenVsCarnap: Bewusstsein können wir so nur ohne Interaktion und radikale Verschiedenheit darstellen. Die Welt des anderen kann nur als Teil meiner Welt berücksichtigt werden.
NewenVsCarnap: seine Theorie kann nur gelingen, wenn ein nichtsolipsistischer Ansatz gewählt wird.

NS I 30
CarnapVsFrege/CarnapVsPlatonismus: kein platonisches Reich von Gedanken. VsCarnap/VsMöWe-Semantik/Vs Semantik möglicher Welten: zwei Probleme:
1. Problem der leeren Namen.
a) wie können sie sinnvoll in einem Satz gebraucht werden
b) wie können verschiedene leere Namen unterschieden werden?
2. Problem:
Def Hyperintensionalität/Newen/Schrenk: notwendig wahre Sätze sind in genau denselben Mengen von möglichen Welten (MöWe) wahr (nämlich in allen). Daher können sie durch die MöWe-Semantik nicht unterschieden werden. Ihr unterschiedlicher Gehalt kann nicht durch die Intension erfasst werden, wenn die Intension mit Mengen von MöWe gleichgesetzt wird, in denen der Satz wahr ist.

NS I 101
Sinn/Namen/Frege: These: der Sinn eines Namens wird durch die Kennzeichnung ausgedrückt. Das ist die sogenannte Kennzeichnungstheorie, eine einfache Variante der Beschreibungstheorie.
NS I 102
Referenz/Namen/Frege: ebenfalls durch Hinweise auf Kennzeichnung: die Kennzeichnung, deren Sinn der Beitrag eines Namens zum ausgedrückten Gedanken ist, legt auch das Objekt fest. Namen/Carnap/Newen/Schrenk: wie Frege.
VsFrege/VsCarnap: beide haben das Problem, dass nicht klar ist, welcher Individualbegriff mit einem Namen assoziiert wird. Verschiedene Sprecher könnten verschiedene Kennzeichnungen mit einem Namen verbinden, so dass Kommunikation rätselhaft bleibt.
Lösung: Searle: Bündeltheorie.

New II
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005

Newen I
Albert Newen
Markus Schrenk
Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008
Sinn/ Wissenschaft Russell Vs Frege, G. Dummett I 59
RussellVs Unterscheidung Sinn/Bezug (Bedeutung/Referenz) (RussellVsFrege)
Stepanians I 44
Beweis/Frege/Stepanians: Frege stellte mit der Forderung nach Lückenlosigkeit und Strenge weitaus stärkere Anforderungen an Beweise, als seine mathematischen Zeitgenossen. Mathematik/VsFrege: die Mathematiker waren stärker an der Wahrheit interessiert als am erkenntnistheoretischen Status. Es reichten intuitiv einleuchtende Übergänge.
Stepanians I 87
explizite Definition/Frege/Stepanians: muss zwei Bedingungen erfüllen 1. Freges Adäquatheitskriterium: Humes Prinzip muss aus ihr folgen. Die Rechtfertigung für dieses Prinzip ist, dass sich auf seiner Basis die Grundgesetze der Arithmetik beweisen lassen müssen.
2. die explizite Definition muss im Rekurs auf Begriffsumfänge das Problem meistern, an dem die Kontextdefinition scheitert: sie muss das Cäsar-Problem (s.o.) lösen.
I 88
VsFrege: seine explizite Definition des Anzahlbegriffs löst das Cäsar-Problem nicht, sondern verschiebt es nur auf Begriffsumfänge. Lösung: wäre sie nur, wenn der Umfangsbegriff von vornherein ausschlösse, dass Cäsar ein solcher ist.
Lösung/Frege: setzt hier einfach voraus, dass die Kenntnis des Umfangsbegriff dies ausschließt.
Wertverlauf/Terminologie: = Begriffsumfang.
I 88
Begriffsumfang/Frege/StepaniansVsFrege/VsFrege/Stepanians: Freges eigene Auffassung von Begriffsumfängen wird sich als widersprüchlich erweisen! (s.u. Russellsche Paradoxie).
I 91
Begriffsumfang/Frege/Stepanians: war ein von Frege neu eingeführter logischer Gegenstand zur Lösung des Cäsar-Problems. Sie waren in der Begriffsschrift noch nicht vorhanden. Frege muss sie begründen. Zusätzliches Axiom: "Grundgesetz V":
Der Umfang von F = der Umfang von G
bik
Alle Fs sind G und umgekehrt.
Russellsche Paradoxie/Antinomie/RussellVsFrege/Stepanians: Grundgesetz V erlaubt den Übergang von einer allgemeinen Aussage über Begriffe zu einer Aussage über Gegenstände, die unter F fallen - den Umfang von F.
Dabei wird vorausgesetzt, dass jeder Begriff einen Umfang hat, selbst wenn dieser leer sein sollte.
I 92
RussellVsFrege/Stepanians: zeigt, dass nicht alle in Freges Theorie definierbaren Begriffe einen Umfang: Begriffsumfang/BU/Frege/RussellVsFrege: da BU Gegenstände sind, muss die Frage erlaubt sein, ob ein Begriffsumfang unter den Begriff fällt, dessen Umfang er ist.
Wenn ja, enthält er sich selbst, sonst nicht.
Bsp der Umfang des Begriffs Katze ist selbst keine Katze.
Dagegen:
Bsp der Umfang des Begriffs Nicht-Katze enthält sich sehr wohl selbst, da er keine Katze ist.
Widerspruch: ein Begriffsumfang, der alle Begriffsumfänge umfaßt, die sich nicht selbst enthalten. Enthielte er sich, dürfte er sich per definitionem nicht selbst enthalten, enthielte er sich nicht, müßte er sich per definitionem enthalten.
I 96
Gegenstand/Begriff/Frege/Stepanians: wir entdecken (auf rein logischem Wege) Gegenstände an Begriffen als deren Umfänge.
I 97
VsFrege/VsBegriffsumfang/Stepanians: die Idee des Begriffsumfangs beruht auf einer sprachlichen Täuschung (s.u.. Kap. 6 § 2). Das war Freges eigene Diagnose.
I 114
Satz/Behauptungssatz/Aussage/Bezeichnen/VsFrege/Stepanians: man hat Frege oft vorgeworfen, dass ein Behauptungssatz nichts bezeichnen will (einen WW als Gegenstand) sondern etwas behaupten will. FregeVsVs/Stepanians: bei Sätzen als Namen für WW geht es eigentlich um Teilsätze, wobei diese Teilsätze einen Betrag zum WW des Satzgefüges (Gesamtsatz) leisten.
Satz/Behauptung/Behauptungssatz/Frege: (später, Funktion und Begriff, 22, Fn): der Gesamtsatz bedeutetF nichts.
Grundgesetze/Terminologie/Frege: (später): in den Grundgesetzen unterscheidet er terminologisch und grafisch zwischen satzartigen "Wahrheitswertnamen", die zur Findung des Wahrheitswert beitragen und "Begriffsschriftsätzen", die nichts bedeutenF, sondern etwas behaupten.

Horwich I 57
RussellVsFrege/Cartwright: Russells Analyse unterscheidet sich von Frege, indem sie nicht Ungesättigtheit gebraucht. (1)
1. R. Cartwright, „A Neglected Theory of Truth“ , Philosophical Essays, Cambridge/MA pp. 71-93 in: Paul Horwich (Ed.) Theories of Truth, Aldershot 1994

Newen I 61
Bedeutungsfestlegung/Bedeutung/Russell/Newen: zwei Arten sind möglich: a) synkategorematisch: gemäß dem Vorkommen in einem Satz.
b) kategorematisch; unabhängig vom Vorkommen in einem Satz.
Relationales Prinzip der Bedeutung: gilt für kategorematische Ausdrücke: die Bedeutung ist der Gegenstand (bzw. die Eigenschaft). Sie werden durch Bekanntschaft festgelegt.
I 62
RussellVsFrege: These: einfache Ausdrücke bedeuten das, was sie bezeichnen. synkategorematisch/Bedeutung/Russell. Bsp "und", "oder": ihre Bedeutung anzugeben heißt, de Bedeutung der Sätze anzugeben, in denen sie vorkommen. ((s) >Kontext, kontextuell).
kontextuell/Russell/Newen: synkategorematische Ausdrücke: ihre Bedeutung wird durch ihre Bedeutung in Schemata (Satzschema) angegeben.

Quine II 103
Russell: Klassen, sofern es welche gibt, müssen existieren, Eigenschaften bestenfalls bestehen (schwächer). Quine: das halt ich für willkürlich. In Russells Auseinandersetzung mit dem Begriff der Bedeutung kommt seine relative Gleichgültigkeit gegenüber dem Bestehens-Begriff (>Subsistenz) wieder zum Vorschein: Frege: dreifache Unterscheidung
a) Ausdruck,
b) was er bedeutet,
c) das, worauf er sich wenn überhaupt bezieht.
Das ist für Russell keineswegs natürlich.
RussellVsFrege: ~die ganze Unterscheidung zwischen Bedeuten und Bezeichnen ist falsch. Die Beziehung zwischen "C" und C bleibt völlig mysteriös, und wo sollen wir den bezeichnenden Komplex finden, der angeblich C bezeichnet?"
QuineVsRussell: Russells Standpunkt scheint manchmal von einer Verwechslung der Ausdrücke mit ihren Bedeutungen, manchmal Verwechslung des Ausdrucks mit seiner Erwähnung herzurühren.

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Step I
Markus Stepanians
Gottlob Frege zur Einführung Hamburg 2001

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

New II
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005

Newen I
Albert Newen
Markus Schrenk
Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Sinn/ Wissenschaft Wittgenstein Vs Frege, G. Brandom I 919
TractatusVsFrege: nichts kann als ein Behaupten gelten, wenn nicht zuvor bereits logisches Vokabular zur Verfügung steht, bereits das einfachste Behaupten setzt die gesamte Logik voraus.
Dummett I 32
Frege Erfassen des Gedankens: psychischer Akt - Gedanke nicht Bewusstseinsinhalt - Bewusstsein subjektiv - Gedanke objektiv - WittgensteinVs
I 35
WIttgensteinVsFrege: keine privaten Gegenstände(Empfindungen), sonst Privatsprache, für das Subjekt selbst unerkennbar WittgensteinVsFrege: Verstehen kein psychischer Vorgang, - echter seelischer Vorgang: Schmerz, Melodie (wie Frege)
Dummett I 62
Wittgensteins Kritik des Gedankens einer privaten hinweisenden Definition besagt implizit, dass Farbwörter keinen der Fregeschen Annahme entsprechenden subjektiven, nicht mitteilbaren Sinn haben können. (WittgensteinVsFrege, Farbwörter). Aber Frege tritt ja ohnehin für einen objektiven Sinn der Farbwörter ein, sofern es um Verständigung geht.
Dummett I 158
WittgensteinVsDummett/WittgensteinVsFrege:lehnt die Auffassung ab, die Bedeutung einer Aussage sei durch die Kennzeichnung ihrer Wahrheitsbedingungen anzugeben. Wittgenstein: Verstehen nicht schlagartig, kein inneres Erlebnis, nicht die gleichen Konsequenzen.
Wolf II 344
Namen/Bedeutung/Existenz/WittgensteinVsFrege: Bsp "Nothung hat eine scharfe Schneide" hat auch dann Sinn, wenn Nothung zerschlagen ist.
II 345
Name nicht Träger: wenn Herr N.N. stirbt, ist nicht der Name gestorben. Sonst hätte es keinen Sinn zu sagen "Herr N.N. ist gestorben".
Simons I 342
Satz/Zusammenhang/Kopula/Tradition/Simons: den Zusammenhalt des Satzes lieferte nach Ansicht der Tradition die Kopula. : Kopula/VsTradition: kommt im Satz nur als normales Wort wie die anderen vor, kann also den Zusammenhalt nicht erklären.
Lösung/Frege: ungesättigte Satzteile.
Satz/WittgensteinVsFrege/Simons: Zusammenhang nur einfach gemeinsames Nebeneinaderstehen von Wörtern (Namen). D.h. es gibt nicht einen Teil des Satzes, der den Zusammenhang herstellt.
Ungesättigtheit/Simons: das entspricht genau der ontologischen Abhängigkeit (oA): ein Satzteil kann nicht ohne gewisse andere existieren.

Wittgenstein I 16
Semantik/Wittgenstein/Frege/Hintikka: 1. Hauptthese dieses Kapitels: Wittgenstein Einstellung zur Unausdrückbarkeit der Semantik ist derjenigen Freges sehr ähnlich. Wittgenstein vertritt im frühen wie im späten Werk eine klare und pauschale Auffassung von der Art der Beziehungen zwischen Sprache und Welt. Wie Frege ist er der Meinung, sie können sprachlich nicht zum Ausdruck gebracht werden. Früher WittgensteinVsFrege: durch indirekten Gebrauch könne diese Auffassung aber doch mitgeteilt werden.
Nach der These der Sprache als universellem Medium (SUM) lässt sich insbesondere nicht ausdrücken, was der Fall wäre, wenn die semantischen Beziehungen zwischen Sprache und Welt von den gegebenen verschieden wären.

Wittgenstein I 45
Begriff/Frege/WittgensteinVsFrege/Hintikka: dass ein Begriff wesentlich prädikativ ist, kann Frege sprachlich nicht zum Ausdruck bringen, denn er behauptet, der Ausdruck ’Der Begriff X’ beziehe sich nicht auf einen Begriff, sondern auf einen Gegenstand.
I 46
Begriff/Frege/RussellVsFrege/Hintikka: das genügt, um zu zeigen, dass die Fregesche Theorie nicht wahr sein kann: Die Theorie besteht aus Sätzen, die zufolge der eigenen Theorie gar keine Sätze sein können, und wenn sie keine Sätze sein können, können sie auch nicht wahr sein". (RussellVsFrege) WittgensteinVsFrege/spät: Rückkehr zu den strikteren Maßstäben Russells im Gegensatz zu Frege und dem frühen Wittgenstein selbst.
Wittgenstein spät: betont das rein Deskriptive sehr. Im Tractatus hatte er keineswegs gezögert, über die Umgangssprache hinauszugehen.

Wittgenstein I 65 ff
gesättigt/ungesättigt/Frege/Tractatus/WittgensteinVsFrege: in Freges Unterscheidung lauere ein verborgener Widerspruch. Beide anerkennen das Kontextprinzip. (immer ganzer Satz für Bedeutung entscheidend).
I 66
Frege: ungesättigte Entitäten (Funktionen) brauchen Ergänzung. Das Kontextprinzip besagt jedoch, dass weder gesättigte noch ungesättigte Symbole außerhalb von Sätzen unabhängige Bedeutung haben! Beide bedürfen also der Ergänzung, also ist der Unterschied müßig! Die übliche Gleichsetzung von der Gegenständen des Tractatus mit Individuen (also gesättigten Entitäten) nicht nur verfehlt, sondern diametral falsch. Es ist weniger irreführend, sie allesamt als Funktionen aufzufassen.

Wittgenstein I 222
Bsp Zahl/Zahlzuschreibung/WittgensteinVsFrege/Hintikka: Zahlen setzen nicht voraus, dass die gezählten Entitäten einem allgemeinen Bereich sämtlicher Quantoren angehören. "Nicht einmal eine gewisse Allgemeinheit ist der Zahlangabe wesentlich. Bsp ’drei gleich große Kreise in gleichen Abständen’ Es wird gewiss nicht heißen: (Ex,y,z)xe kreisförmig und rot, ye kreisförmig und rot, etc..." Die Gegenstände die Wittgenstein hier betrachtet, sind offenbar phänomenologische Gegenstände. Seine Argumente zeigen hier tendenziell, dass sie nicht nur außerstande sind, in der logischen Notation wiedergegeben zu werden, sondern auch, dass sie in Wirklichkeit keine echten Gegenstände der Erkenntnis sind! ((s) Das ist hier nicht VsFrege).
Wittgenstein: "Freilich könnte man so schreiben: Es gibt drei Kreise, die die Eigenschaft haben, rot zu sein.
I 223
Aber hier tritt der Unterschied zu Tage zwischen uneigentlichen Gegenständen: Farbflecken im Gesichtsfeld, Tönen etc. und den
eigentlichen Gegenständen: Elementen der Erkenntnis.
(>uneigentlich/eigentlich, >Sinnesdaten, >Phänomenologie).

II 73
Negation/WittgensteinVsFrege: seine Erklärung funktioniert nur, wenn sich seine Symbole durch Wörter ersetzen lassen. Die Verneinung ist komplizierter als das Verneinungs Zeichen.

Wittgenstein VI 119
WittgensteinVsFrege/Schulte: dieser habe nicht gesehen, was am Formalismus berechtigt ist, dass die Symbole der Mathematik nicht die Zeichen sind, aber doch keine Bedeutung haben. Frege: Alternative: entweder bloße Tintenstriche oder Zeichen von etwas. Dann ist das, was sie vertreten, ihre Bedeutung.
WittgensteinVsFrege: dass diese Alternative nicht richtig ist, zeigt das Schachspiel: hier haben wir es nicht mit den Holzfiguren zu tun, und dennoch vertreten die Figuren nichts, sie haben keine Fregesche Bedeutung (Referenz).
Es gibt eben noch ein Drittes : die Zeichen können verwendet werden wie im Spiel.

Wittgenstein VI 172
Namen/Wittgenstein/Schulte: Bedeutung ist nicht der Träger! (VsFrege).
Satz/Zeichen/Tractatus: 3.14 .. das Satzzeichen ist eine Tatsache,.
3.141 Der Satz ist kein Wörtergemisch.
3.143 ...dass das Satzzeichen eine Tatsache ist, wird durch die gewöhnliche Ausdrucksform der Schrift verschleiert.
(WittgensteinVsFrege: so war es möglich, dass Frege den Satz einen zusammengesetzten Namen nannte).
3.1432 Nicht: "Das komplexe Zeichen ’aRb’ sagt, dass a in der Beziehung R zu b steht, sondern: dass "a" in einer gewissen Beziehung zu "b" steht, sagt, dass aRb. ((s) Also umgekehrt: Wirklichkeit führt zum Zeichengebrauch). (Anführungszeichen sic).

IV 28
Erwähnung/Gebrauch/Zeichen/Symbol/WittgensteinVsFrege/WittgensteinVsRussell/Tractatus: ihre Begriffsschrift schließt solche Fehler noch nicht aus. 3.326 Um das Symbol am Zeichen zu erkennen, muss man auf den sinnvollen Gebrauch achten.

Wittgenstein IV 40
Satz/Sinn/WittgensteinVsFrege/Tractatus: das Verb des Satzes ist nicht "ist wahr" oder "ist falsch", sondern das, was wahr ist, muss das Verb schon enthalten. 4.064 Der Satz muss schon einen Sinn haben. Die Bejahung gibt dem Satz nicht erst seinen Sinn.
IV 47
formale Begriffe/Tractatus: (4.1272) Bsp "Komplex", "Tatsache", "Funktion", "Zahl". WittgensteinVsFrege/WittgensteinVsRussell: sie werden in der Begriffsschrift durch Variable, nicht durch Funktionen oder Klassen dargestellt.
Bsp Ausdrücke wie "1 ist eine Zahl" oder "es gibt nur eine Null" oder Bsp "2 + 2 = 4 um drei Uhr" sind unsinnig.
4.12721 der formale Begriff ist mit einem Gegenstand, der unter ihn fällt, bereits gegeben.
IV 47/48
Man kann also nicht Gegenstände eines formalen Begriffs und den formalen Begriff selbst als Grundbegriffe einführen. WittgensteinVsRussell: man kann nicht den Begriff der Funktion und spezielle Funktionen als Grundbegriffe einführen, oder Bsp den Begriff der Zahl und bestimmte Zahlen.
Nachfolger/Begriffsschrift/Wittgenstein/Tractatus: 4.1273 Bsp b ist Nachfolger von a: aRb, (Ex):aRx.xRb, (Ex,y): aRx.xRy.yRb...
allgemein/Allgemeines/Allgemeinheit/WittgensteinVsFrege/WittgensteinVsRussell: das allgemeine Glied einer Formenreihe kann nur durch eine Variable ausgedrückt werden, denn der Begriff: "Glied dieser Formenreihe" ist ein formaler Begriff. Die beiden haben das übersehen: die Art, wie sie allgemeine Sätze ausdrücken wollen, ist zirkulär.
IV 49
Elementarsatz/Atomismus/Tractatus: 4.211 ein Zeichen des Elementarsatzes ist es, dass kein Elementarsatz mit ihm im Widerspruch stehen kann. Der Elementarsatz besteht aus Namen, er ist eine Verkettung von Namen.
WittgensteinVsFrege: er ist nicht selbst ein Name!
IV 53
Wahrheitsbedingungen/Wahrheit/Satz/Ausdruck/Tractatus: 4.431 der Satz ist Ausdruck seiner Wahrheitsbedingungen. (pro Frege). WittgensteinVsFrege: falsche Erklärung des Wahrheitsbegriffs: wären "das Wahre" und "das Falsche" wirklich Gegenstände und die Argumente in ~p etc., dann wäre nach Freges Bestimmung der Sinn von "~p" keineswegs bestimmt!
Satzzeichen/Tractatus: 4.44 das Zeichen, das durch die Zuordnung jeder Abzeichen "W" und der Wahrheitsmöglichkeiten entsteht.
Gegenstand/Satz/Tractatus: 4.441 es ist klar, dass dem Komplex der Zeichen
IV 54
"F" und "W" kein Gegenstand entspricht. Es gibt keine "logischen Gegenstände". Urteilsstrich/WittgensteinVsFrege/Tractatus: 4.442 der Urteilsstrich ist logisch ganz bedeutungslos. Er zeigt nur an, dass die betreffenden Autoren den Satz für wahr halten.
Wittgenstein pro Redundanztheorie/Tractatus: (4.442) ein Satz kann unmöglich von sich selbst sagen, dass er wahr ist. (VsFrege: Vs Urteilsstrich).
IV 59
Bedeutung/WittgensteinVsFrege/Tractatus: (5.02) die Verwechslung von Argument und Index liegt Freges Theorie der Bedeutung
IV 60
der Sätze und Funktionen zugrunde. Für Frege waren Sätze der Logik Namen, deren Argumente die Indices dieser Namen.
IV 62
Schließen/Schlussfolgerung/Folgebeziehung/WittgensteinVsRussell/WittgensteinVsFrege/Tractatus: 5.132 die "Schlussgesetze", die bei den beiden die Schlüsse rechtfertigen sollen, sind sinnlos und wären überflüssig. 5.133 Alles Folgern geschieht a priori.
5.134 aus einem Elementarsatz lässt sich kein anderer folgern.
((s) Schließen: aus Sätzen, nicht aus Sachlagen.)
5.135 Auf keine Weise kann aus dem Bestehen irgendeiner Sachlage auf das Bestehen einer,
IV 63
von ihr gänzlich verschiedenen Sachlage geschlossen werden. Kausalität: 5.136 einen Kausalnexus, der einen solchen Schluss rechtfertigt, gibt es nicht.
5.1361 Die Ereignisse der Zukunft können wir nicht aus den gegenwärtigen erschließen.
IV 70
Urzeichen/WittgensteinVsFrege/WittgensteinVsRussell/Tractatus: 5.42 die Möglichkeit der kreuzweisen Definition der logischen "Urzeichen" Freges und Russells (Bsp >, v) zeigt schon, dass dies keine Urzeichen sind und erst recht, dass sie keine Relationen bezeichnen.
Wittgenstein IV 101
Evidenz/Kriterium/Logik/WittgensteinVsFrege/Tractatus: 6.1271 merkwürdig, dass ein so exakter Denker wie Frege sich auf das Einleuchten als Kriterium des logischen Satzes berufen hat.
IV 102
Identität/Bedeutung/Sinn/WittgensteinVsFrege/Tractatus: 6.232 das Wesentliche an der Gleichung ist nicht, dass die Seiten verschiedenen Sinn aber gleiche Bedeutung haben, sondern das Wesentliche ist, dass die Gleichung nicht notwendig ist, um zu zeigen, dass die beiden Ausdrücke, die das Gleichheitszeichen verbindet, dieselbe Bedeutung haben, da sich dies aus den beiden Ausdrücken selbst ersehen lässt.
Wittgenstein II 343
Intension/Klassen/Mengen/Frege/Russell/WittgensteinVsRussell/WittgensteinVsFrege: die beiden glaubten, sie könnten die Klassen intensional abhandeln, weil sie dachten, sie könnten eine Liste in eine Eigenschaft, eine Funktion verwandeln. (WittgensteinVs). Weshalb lag den beiden so sehr daran, die Zahl zu definieren?

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

K II siehe Wol I
U. Wolf (Hg)
Eigennamen Frankfurt 1993

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987
Sinn/ Wissenschaft Hintikka Vs Frege, G. Cresswell I 148
Kompositionalität/Cresswell: es ist seit langem bekannt, daß sie auf der Oberflächenstruktur fehlschlägt. (Cresswell 1973, S 77). HintikkaVsKompositionalität/HintikkaVsFrege: H. sagt, daß sie einfach falsch ist. Damit ignoriert er die Tiefenstruktur. Und tatsächlich kann man den Unterschied der zwei Lesarten von (39) (Jeder liebt jemand) spieltheoretisch als Wechsel der Reihenfolge in der Wahl von Individuen auffassen. Dann könnte man sagen, daß das einzige sprachliche Objekt die Oberflächenstruktur ist.
CresswellVsHintikka: aber wenn es darum geht, sind seine Beobachtungen nicht neu. Kompositionalität/Cresswell: schlägt fehl, wenn wir sagen, daß die zwei Lesarten von der Reihenfolge abhängt, in der wir zuerst "und" und dann "oder" bearbeiten oder umgekehrt.
Dennoch wird das Frege-Prinzip (= Kompositionalität) dann wiederum auf (44) bzw. (45) anwendbar. So wird es bei Montague behandelt. (s.u. Anhang IV: Spieltheoretische Semantik).
I 149
HintikkaVsKompositionalität/HintikkaVsFrege: schlägt auch bei Quantifikation höherer Stufe fehl. CresswellVsHintikka: das ist ein Irrtum: zunächst ist gar keine Kompositionalität wirksam in der Übersetzung 1. Stufe von Sätzen wie (29).
Aber Autoren,die Entitäten höherer Ordnung gebrauchen (Montague und Cresswell) sehen sich nicht als Leugner des Frege-Prinzips. Das scheint Hintikka (1982, S 231 anzuerkennen).
I 161.
"ist"/Frege/Russell: mehrdeutig in der Alltagssprache. HintikkaVsFrege/KulasVsFrege: (1983): stimmt nicht!
Cresswell: dito, bloß ist die "normale Semantik" sowieso nicht auf Frege-Russell verpflichtet.

Hintikka II 45
(A) Wissen/Wissensobjekte/Frege/Hintikka: ihm ging es darum, welche Objekte wir annehmen müssen, um das logische Verhalten der Sprache zu verstehen, wenn es um Wissen geht.
Lösung/Frege/Hintikka: (s.u.: Freges Wissensobjekte sind die Fregeschen Sinne, reifiziert, >intensionale Objekte).
Hintikka: mir geht es zunächst um die Individuen von denen wir in epistemischen Kontexten reden, erst in zweiter Linie geht es mir darum, ob wir sie „Wissensobjekte“ nennen können.
MöWe-Semantik/HintikkaVsFrege: seinem Ansatz können wir die MöWe-Semantik gegenüberstellen. (Hintikka pro MöWe-Semantik).
II 46
Idee: Anwendung von Wissen führt zur Elimination von MöWe (Alternativen). MöWe/Hintikka: der Ausdruck ist irreführen, weil zu global.
Def Szenario/Hintikka: alles, was mit dem Wissen eines Wissenden kompatibel ist. Wir können sie auch bs Wissenswelten nennen.
Menge aller Möwe/Hintikka: können wir als illegitim bezeichnen. (FN 5).
Wissensobjekt/Hintikka: das können Gegenstände, Personen, Artefakte usw. sein.
Referenz/Frege/Hintikka: Frege geht von einer vollständig referentiellen Sprache aus. d.h. alle unsere Ausdrücke stehen für irgendwelche Entitäten. Diese können als Freges Wissensobjekte genommen werden.
Identität/Substituierbarkeit/SI/Terminologie/Frege/Hintikka: SI sei die These von der Substituierbarkeit der Identität ((s) gilt nur eingeschränkt in intensionalen (opaken) Kontexten).
II 47
(…) Bsp (1) …Ramses wusste dass der Morgenstern = der Morgenstern
Daraus kann man nicht schließen, dass Ramses wusste, dass der Morgenstern = der Abendstern (obwohl MS = AS).
II 48
Kontext/Frege/Hintikka: Frege unterscheiden zwei Arten von Kontext: direkter Kontext/Frege/Hintikka: extensional, transparent
indirekter Kontext/Frege/Hintikka: intensional, opak. Bsp Kontexte mit "glaubt" (Glaubenskontexte). ((s) Terminologie: "ext", "opak" usw. nicht von Frege).
Frege/Hintikka: nach seinem Bild:
(4) Ausdruck > Sinn > Referenz.
((s) D.h. nach Frege bestimmt die Intension die Extension.)
Intensionale Kontexte/Frege/Hintikka: hier ist das Bild modifiziert:
(5) Ausdruck ( > ) Sinn ( > Referenz)
Def systematische Mehrdeutigkeit/Frege/Hintikka: alle unsere Ausdrücke sind systematisch mehrdeutig, d.h. sie referieren auf verschiedene Dinge, je nachdem, ob es sich um direkte (transparente, extensionale) Kontexte handelt oder um indirekte (intensionale, opake).
Fregescher Sinn/Hintikka: Fregesche Sinne sind bei Frege besondere Entitäten, um überhaupt als Referenten in intensionalen Kontexten funktionieren zu können.
Bsp um die Inferenz im obigen Beispiel (MS/AS) wiederherstellen zu können, brauchen wir nicht die
Identität von Morgenstern und Abendstern, sondern die
Identität des Fregeschen Sinns von "Morgenstern" und "Abendstern".
II 49
Pointe: aber Frege reinterpretiert die Identität im Ausdruck MS = AS selbst nicht in dieser Weise. Er kann dies nämlich nicht ausdrücken, denn dort kommt die Identität in einem extensionalen Kontext vor, und später in einem intensionalen Kontext. Identität/Frege/Hintikka: daher kann man nicht sagen, dass Frege unseren normalen Begriff der Identität uminterpretiert.
Problem: es ist nicht einmal klar, ob frege die Identität der Sinne durch einen expliziten Satz ausdrücken kann. Denn in seiner eigenen formalen Sprache (in "Begriffsschrift" und "Grundgesetze2) gibt es keinen Satz, der dies könnte. Das sagt er selbst in "Über Sinn und Bedeutung": auf die Sinne unserer Ausdrücke können wir nur referieren, indem wir das Präfix „der Sinn von“ voranstellen. Aber dies gebraucht er niemals selbst.
(B)
Wissensobjekte/MöWe-Ansatz/HintikkaVsFrege:
Idee: Wissen führt dazu, dass wir einen intentionalen Kontext schaffen der uns zwingt, gewisse Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Diese Nennen wir MöWe.
neu: wir betrachten nicht neue Entitäten (intensionale Entitäten) neben den Referenten, sondern wir betrachten dieselben Referenten in verschiedenen MöWe.
MS/AS/MöWe-Semantik/Hintikka: Lösung: "Morgenstern" und "Abendstern" greifen nun dasselbe Objekt heraus, nämlich den Planeten in der wirklichen Welt.
II 50
(C) MöWe-Semantik/HintikkaVsFrege: hier gibt es keine systematische Mehrdeutigkeit, d.h. die Ausdrücke bedeuten intensional dasselbe wie extensional.
Bsp Zu wissen, was John weiß heißt, die MöWe zu kennen, die mit seinem Glauben kompatibel sind, und zu wissen, welche es nicht sind.
II 51
Extraprämisse: dazu muss sicher sein, dass ein Ausdruck in verschiedenen MöWe dasselbe Individuum herausgreift. Kontext: was die relevanten Möwe sind, hängt vom Kontext ab.
Bsp Ramses: hier ist der Fall klar,
Dagegen:
Bsp Herzl wusste, dass Loris ein großer Dichter ist
Zusätzliche Prämisse: Loris = Hofmannsthal.
II 53
Bedeutungsfunktion/MöWe-Semantik/Hintikka: der Unterschied meines Ansatzes zu dem von Frege ist der, dass ich die Probleme lokal betrachte, während Frege sie global betrachtet. Fregescher Sinn/(=Weise des Gegebenseins)Hintikka: muss als definiert für alle möglichen Welten (MöWe) angesehen werden.
Dagegen:
Hintikka: wenn Fregescher Sinn als Bedeutungsfunktion konstruiert wird, muss er in meinem Ansatz nur als für die relevanten Alternativen definiert angesehen werden.
Frege: gebraucht eben implizit den Begriff der Identität der Sinne. Und als Bedeutungsfunktion ist die Identität nur gegeben, wenn die mathematische Funktion für alle relevanten Argumente gilt.
Totalität/Hintikka: dieser Begriff der Gesamtheit aller logisch möglichen MöWe ist nun höchst zweifelhaft.
Lösung/Hintikka: gerade die MöWe-Semantik hilft, auf die Gesamtheit aller Möwe zu verzichten. ((s) Und nur die relevanten Alternativen, festgelegt durch den Kontext, zu betrachten).
Fregescher Sinn/Hintikka: wurde quasi als ein Objekt konstruiert (Einstellungsobjekt, propositionales Objekt Gedankenobjekt, Glaubensobjekt) Und zwar, weil sie als Entitäten in der wirklichen Welt (WiWe) angenommen wurden, wie abstrakt auch immer.
II 54
Bedeutungsfunktion/BF/HintikkaVsFrege/Hintikka: anders als die Fregeschen Sinne sind BF weder hier noch sonstwo. Problem/Hintikka: Frege war in Versuchung, seine „Sinne“ zu reifizieren.
Wissensobjekt/Gedankenobjekt/Frege/Hintikka: Frege hat das Problem, anders als z.B. Quine nie berücksichtigt.
Existentielle Generalisierung/EG/Hintikka: berechtigt uns, von einem Satz S(b) mit einem sing Term "b" zur Existenzaussage (Ex) S(x) überzugehen.
Dies schlägt fehl in intensionalen (epistemischen) Kontexten.
Übergang von "any" zu "some".
Bsp epistemischer Kontext:
(10) (Prämisse) George IV wußte, dass (w = w)
(11) (versuchsweise Konklusion) (Ex) George IV wußte dass (w = x)
II 55
Problem: der Übergang von (10) zu (11) schlägt fehl, weil (11) die Stärke von (12) hat (12) George IV wußte, wer w ist.
EG/Fehlschlagen/Lösung/Frege/Hintikka: nahm an, dass wir es in intensionalen (opaken) Kontexten mit Ideen von Referenten zu tun haben.
HintikkaVsFrege: Problem: dann würde (11) auf jeden Fall aus (10) folgen ((s) Und das ist gerade nicht gewünscht). Denn man müsste annehmen, dass es auf jeden Fall irgendeinen Sinn gibt, unter dem George IV sich ein Individuum w vorstellt.
Problem: "w" greift in verschiedenen MöWe verschiedene Individuen heraus.
II 56
MöWe-Semantik/Lösung/Hintikka: Bsp Angenommen, (13) George weiß, dass S(w)
zu
(14) (Ex) George weiß, dass S(x)
wobei S(w) keine Ausdrücke enthält, die opake Kontexte schaffen.
Dann brauchen wir eine zusätzliche Bedingung
(15) (Ex) in allen relevanten MöWe (w = x)
Das ist aber kein wohlgeformter Ausdruck in unserer Notation. Wir müssen sagen, was die relevanten MöWe sind.
Def relevante Möwe/Hintikka: sind alle die, die kompatibel sind mit dem Wissen von George.
Damit ist (15) gleichbedeutend mit
(16) (Ex) George weiß, dass (w = x).
Dies ist die zusätzliche Prämisse. D.h. George weiß, wer w ist. (Wissen-dass, Wissen-wer, Wissen-was).
Wissen-was/logische Form/Hintikka/(s): entspricht "weiß, dass (x = y)" ((s) >Einerklasse, Einermenge).
Bsp Wissen, dass „soundso es getan hat“ hilft nicht zu wissen, wer es war, außer man weiß, wer soundso ist. ((s) d.h. aber, dass man y kennt!
Lösung/Hintikka/(s): die Menge der mit dem Wissen kompatiblen MöWe)
II 57
Bedeutungsfunktion/MöWe-Semantik/Hintikka: um hier eine Lösung zu sein, muss die Bedeutungsfunktion (s.o.) eine konstante Funktion sein, d.h. sie muss in alle Möwe dieselben Individuen herausgreifen. Frege/Identität/opaker Kontext/Hintikka: Frege hatte es mit dem Fehlschlagen der SI (Substituierbarkeit bei Identität) ((s) d.h. dass die Individuen vielleicht einen anderen Namen haben) zu tun, nicht mit dem Fehlschlagen der EG (existentielle Generalisierung). ((s) D.h. dass die Individuen vielleicht nicht existieren).
Hintikka: daher brauchen wir verschiedene zusätzliche Prämissen.
MöWe-Semantik:
SI: hier brauchen wir für SI nur die Annahme, dass wir die Referenten zweier verschiedener Terme in jeder MöWe vergleichen können.
EG: hier müssen wir die Referenz ein und desselben Terms in alle MöWe vergleichen.
Frege/Hintikka: nun scheint es, da man Frege noch auf eine andere Weise verteidigen könnte: nämlich, dass wir nun über Weltlinien (als Entitäten) quantifizieren. ((s) Das würde Freges Platonismus entgegenkommen.)
II 58
Weltlinien/Hintikka: sind also irgendwie "real"! Sind sie also nicht irgendwie wie die "Fregeschen Sinne"? HintikkaVs: es geht gar nicht um einen Kontrast zwischen weltgebunden Individuen und Weltlinien als Individuen.
Weltlinien/Hintikka: wir sollten aber gar nicht sagen, dass Weltlinien etwas sind, was "weder hier noch dort" ist. Weltlinien zu gebrauchen heißt nicht, die zu reifizieren.
Lösung/Hintikka: wir brauchen Weltlinien, weil es ohne sie nicht einmal Sinn machen würde überhaupt zu fragen, ob ein Bewohner einer Möwe derselbe ist, wie der einer anderen Möwe ((s) >Querwelteinidentität).
II 59
Weltlinie/Hintikka: gebrauchen wir anstelle von Freges "Weise der Gegebenheit". HintikkaVsFrege: sein Fehler war es, die "Gegebenheitsweisen" zu reifizieren als "Sinn". Sie sind nicht etwas, das in der aktualen Welt (WiWe) existiert.
Quantifikation/Hintikka: daher müssen wir in diesem Zusammenhang auch gar nicht fragen "worüber wir quantifizieren".
II 109
Frege-Prinzip/FP/Kompositionalität/Hintikka: wenn wir von außen nach innen vorgehen, können wir uns erlauben, dass das FP verletzt wird. (D.h. dass die semantische Rolle der Konstituenten im Innern kontextabhängig sind).
II 110
HintikkaVsFrege/HintikkaVsKompositionalität: These: Bedeutungen (meaning entities) sollten nicht Schritt für Schritt aus einfacheren im Tandem mit syntaktischen Regeln hergestellt werden. Sie sollten stattdessen, zumindest in einigen Fällen, als Regeln der semantischen Analyse verstanden werden.
Wittgenstein I 71
Def Existenz/Wittgenstein: Prädikat höherer Ordnung und wird nur durch den Existenzquantor artikuliert. (Frege dito).
I 72
Hintikka: viele Philosophen meinen, dass das nur eine technische Umsetzung der älteren Idee sei, dass die Existenz kein Prädikat sei. HintikkaVsFrege: die Unausdrückbarkeit der Einzelexistenz bei Frege ist aber einer der schwächsten Punkte. Man kann auf einer rein logische Ebene auch ohne die Fregesche Voraussetzung auskommen.
HintikkaVsFrege: Widerspruch bei Frege: verstößt gegen den Grundsatz, die Existenz ausschließlich durch den Quantor auszudrücken, denn die These der Unausdrückbarkeit bedeutet, dass durch jede zugelassene Individuenkonstante Existenz-Annahmen in die logische Sprache eingeschleust werden.

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960
Sinn/ Wissenschaft Burkhardt Vs Frege, G. Wolf II 341
BurkhardtVsFrege: seine Ansicht ist falsch, Eigennamen hätte sowohl Bedeutung als auch Sinn.
II 342
Namen/Burkhardt: unterscheiden sich von allen übrigen Wortarten dadurch, dass sie nur in der aktuellen Verwendung auf etwas referieren können. (parole). Wenn ich einen Namen höre, weiß ich schon, bevor ich weiß, auf wen er referiert, dass er sich auf ein Individuum bezieht.
II 343
Referenz/Strawson: nicht Ausdrücke referieren, sondern Menschen mit Hilfe von Sprachzeichen. Burkhardt: das gilt nicht von Eigennamen: bevor sie in der Sprechhandlung auf etwas verweisen können, muss ihre Beziehung zu dem Referenten bereits vorher konventionell festgelegt sein.
Namen/Benennen/Wittgenstein: (PU § 15): "Es wird sich oft nützlich erweisen, wenn wir uns beim Philosophieren sagen: Etwas benennen, das ist etwas Ähnliches, wie einem Ding ein Namenstäfelchen anheften". (> mere tags).
Namen/Burkhardt: so muss Freges Kontextprinzip (Frege-Prinzip) in Bezug auf Namen aufgegeben werden!.
II 343/344
Frege hatte deshalb guten Grund, den Gegenstand als die Bedeutung des Namens anzunehmen! (>"mere tag"). Namen/Strawson: haben keinen Beschreibungsgehalt.
BurkhardtVsStrawson: damit ist völlig unklar geworden, was er unter Konventionen verstehen will.
Bedeutung/Namen/Träger/Burkhardt: die Namenbedeutung besteht im Trägerbezug. Das sind die allgemeinen Referenzkonventionen.
Namen/Bedeutung/Kriterien/Wittgenstein/Searle/Frege/Russell: die Identitätskriterien im Sinne von Vorstellungen über den Träger sind wesentlich für die Bedeutung des Namens. (Lager).
Namen/Bedeutung/Existenz/WittgensteinVsFrege: Bsp "Nothung hat eine scharfe Schneide" hat auch dann Sinn, wenn Nothung zerschlagen ist.
II 345
Name nicht Träger: wenn Herr N.N. stirbt, ist nicht der Name gestorben. Sonst hätte es keinen Sinn zu sagen "Herr N.N. ist gestorben". Kriterien/Bedeutung/Alltagssprache/Burkhardt: die Alltagssprache gibt kein Kriterium bei philosophischen oder Wissenschaftlichen Entscheidungen ab:
Die Alltagssprache entscheidet zwar, welche Bedeutung ein Wort hat, aber nicht, was Bedeutung ist!
Bedeutung/Namen/Burkhardt: drei Möglichkeiten:
1. Namen haben Bedeutung, dann ist das, gemäß der Konventionen der Träger
2. alle Namen haben dieselbe Bedeutung: nämlich ihre eindeutige Referenzfunktion! (Gebrauchstheorie).
3. Namen haben gar keine Bedeutung.
II 349
Sinn/Namen/Identität/BurkhardtVsFrege: dass Identitätsurteile informativ seien, dafür sei es notwendig, dass der Sinn auf beiden Seiten des Gleichheitszeichens verschieden ist, während der Referent identisch ist.
II 350
Burkhardt: die Aussage wäre aber auch dann informativ, wenn der Hörer mit keinem der beiden Namen eine Vorstellung verbände. So wird Sinn doppeldeutig. Dass unterschiedliche Vorstellung überhaupt bestehen, ist nur ein Sonderfall. So ist der Sinn etwas Sekundäres.
Deshalb kann auch der als subjektiv verstandene Sinn nicht zur Bedeutung gehören.

Burk I
A. Burkhardt
Politik, Sprache und Glaubwürdigkeit. Linguistik des politischen Skandals Göttingen 2003

K II siehe Wol I
U. Wolf (Hg)
Eigennamen Frankfurt 1993
Sinn/ Wissenschaft Nozick Vs Gnosis II 589
Leben/Bedeutung/Sinn/Gott/Nozick: Fabel (Parallele zu Gott): Bsp ich beschließe etwas zu schaffen, was großartig sein soll.
II 589
Wie kann die Existenz des von mir geschaffenen meine eigene Existenz mit Bedeutung und Sinn versorgen, wenn es nur ein wertloses Objekt wäre? Aber darin, dass ich speziell diesen Plan fasste, war noch kein bestimmter Zweck erfüllt. Wie auch? Der einzige Zweck war ja, meinem eigenen Leben einen Zweck (Ziel) zu geben.
Pointe: die Vorstellung, das alles zu beenden ist jetzt weniger beängstigend als vorher!
Pointe: wenn es nun möglich wäre, dass Menschen und Gott einander so gegenseitig die Bedeutungshaftigkeit abstützen, warum sollten das dann nicht auch zwei Menschen (Bsp Lebenspartner) tun können?
II 590
Pointe: ein Plan, dessen einziger Zweck es ist, einem anderen Leben einen Zweck zu verleihen, kann das nicht, in dem er einfach seinen Zweck erfüllt. ((s) Zirkel). Der Plan selbst muss einen unabhängigen Zweck und unabhängige Bedeutung haben.
Ebene: es hilft nicht, eine Stufe höher zu gehen: Bsp wenn es einen Gott gibt, dann besteht unser Zweck darin, herauszufinden, was Gottes Zweck war, indem er uns geschaffen hat. (>Anthropisches Prinzip).
Nach dieser Sichtweise wäre das Kennen der Bedeutung des Lebens zu wissen, "woher wir kommen und wohin wir gehen". Das verschiebt aber bloß die Frage nach den Zwecken Gottes selbst.
Gott/Plan/Bedeutung/Nozick: was macht die Pläne Gottes selbst überhaupt bedeutungsvoll?
Bsp unser Universum könnte von einem Kind in einem anderen Universum geschaffen worden sein, das mit vorgefertigten Teilen spielt aber daraus würde nicht folgen, dass die Ziele des Kindes bedeutungsvoll waren.
Der Schöpfer zu sein, ist nicht hinreichend.
Es reicht auch nicht anzunehmen, dass Gott ein mächtiges und wichtiges Wesen ist.
Gnosis/Gott/Nozick: einige gnostische Mythen nehmen einen Gott höherer Stufe an, oberhalb des Schöpfergottes.
NozickVs: was soll das für einen Unterschied machen, wenn es um die Bedeutungshaftigkeit des Lebens geht?
II 591
Ebenen/Stufen/Nozick: Problem: ich sage nicht, dass es kein "Erdgeschoß" gäbe, aber wenn wir es erreicht hätten, dann wüssten wir es nicht. Wir können uns immer eine tiefere Realität vorstellen.
II 592
Es könnte sich auch herausstellen, dass es weniger Ebenen gibt als gedacht. ((s) Wie sollte sich das herausstellen?) NozickVsGnosis: hätte kein Mittel um auszuschließen, dass es statt zwei nur einen Gott gibt, der aber selbst schizophren ist. Vielleicht hat ihm sein Therapeut geraten, Menschen zu schaffen, um geheilt zu werden?
Leben: der Zweck des menschlichen Lebens könnte dann sein, wie ein Therapeut zu handeln.
Oder der Zweck des menschlichen Lebens könnte sein, wie eine Therapie zu wirken, wie Patientenzeichnungen vielleicht.

No I
R. Nozick
Philosophical Explanations Oxford 1981

No II
R., Nozick
The Nature of Rationality 1994
Sinn/ Wissenschaft Carnap Vs Kant Newen I 112
CarnapVsKant: keine synthetischen Urteile a priori möglich.
Stroud I 171
Def Pseudo-Frage/CarnapVsMetaphysik/CarnapVsKant//Stroud: sind Fragen, die deshalb nicht beantwortet werden können, weil es keine mögliche Sinneserfahrung gibt, die über die Wahrheit oder Falschheit der Sätze entscheidet, in der bestimmte Ausdrücke vorkommen. ((s) z.B. metaphysische oder transzendentale Ausdrücke). Carnap: Bsp zwei Geographen wollen ergründen, ob ein bestimmter Berg in Afrika real oder bloß eine Legende ist.
I 172
a) Wenn sie einen Berg dort finden, der mehr oder weniger dem entspricht, was man angenommen hat, können sie sagen, dass er real ist, dass er existiert. Realität/Carnap: damit wenden sie einen empirischen, nicht-metaphysischen Begriff von Realität an. (Carnap , Chicago 1958, 207).
b) Angenommen, die beiden wären nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Philosophen: einer der beiden nennt sich 2Realist", der andere "Idealist":
"Realist"/Carnap: wird sagen, der Berg habe nicht nur die Eigenschaften (Charakteristika) die man an ihm entdeckt habe, sondern er sei auch real, d.h. unabhängig von unserer Wahrnehmung.
"Idealist"/Carnap: leugnet, dass der Berg von unserer Wahrnehmung unabhängig ist. D.h. er sei nicht real im Sinne des Realisten.
Wissenschaften/Empirie/Carnap: hier kann diese Divergenz zwischen den beiden gar nicht aufkommen. (333f)
D.h. aber nicht, dass beide Thesen falsch wären.
I 173
transzendentaler Idealismus/KantVsCarnap/Stroud: würde sagen, dass er nicht falsch sein könnte, weil er notwendig ist, um alle anderen sinnvollen Fragen empirisch zu klären. CarnapVsKant: nach dem Verifikations-Prinzip ist das aber eine "Pseudo-Theorie", die gar nichts erklären oder garantieren kann.
Sinn/sinnvoll/CarnapVsKant: damit etwas sinnvoll ist, müssen wir den Wahrheitswert (WW) der Sätze kennen können, die die entsprechenden Ausdrücke enthalten.
schwächer: wir müssen einen Grund angeben können, warum es besser ist, die Wahrheit von etwas zu glauben, als seine Falschheit.

Ca I
R. Carnap
Die alte und die neue Logik
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Ca II
R. Carnap
Philosophie als logische Syntax
In
Philosophie im 20.Jahrhundert, Bd II, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Ca IV
R. Carnap
Mein Weg in die Philosophie Stuttgart 1992

Ca IX
Rudolf Carnap
Wahrheit und Bewährung. Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique fasc. 4, Induction et Probabilité, Paris, 1936
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Ca VI
R. Carnap
Der Logische Aufbau der Welt Hamburg 1998

CA VII = PiS
R. Carnap
Sinn und Synonymität in natürlichen Sprachen
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Ca VIII (= PiS)
R. Carnap
Über einige Begriffe der Pragmatik
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

New II
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005

Newen I
Albert Newen
Markus Schrenk
Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008

Stroud I
B. Stroud
The Significance of philosophical scepticism Oxford 1984
Sinn/ Wissenschaft Millikan Vs Realismus I 245
Klassischer Realismus/Denken/Millikan: für den klassischen Realismus war Denken über ein Ding, dieses Ding oder seine Natur vor den bewussten Geist zu bringen. Platon/Aristoteles/Husserl: die Natur des Dings allein tritt in den Geist.
früher Russell/Moore/Phänomenalismus: das Ding allein kommt vor den Geist, (ohne eine „Natur“).
Locke/Hume: These: statt des Dings haben wir mit einer Repräsentation zu tun, die seine Natur verkörpert, indem sie eine Kopie von ihm ist.
Descartes/Whitehead: eine Weise oder ein Aspekt des Dings verkörpert seine Natur.
Wissen/Denken/Realismus/Millikan: also wissen wir ipso facto, was wir denken.
Folgende vier Dinge werden vom klassischen Realismus nicht unterschieden:
1. dass es einem scheint, dass man etwas von etwas denkt
2. wirklich denken
3. dass es einem scheint, dass man weiß was man denkt
4. wirklich wissen, was man denkt.
Identifikation/klassischer Realismus/Millikan: den real value seiner Gedanken zu identifizieren ist dann nicht Identifikation mit etwas, oder Wiedererkennen, dann man hat nur eine einzige Begegnung mit dem Ding.
klar und deutlich/Realismus: wenn ein Gedanke deutlich ist, ist er notwendig real und gewusst über die Natur dieses Dings, real oder möglich.
I 246
Bewusstsein/klassischer Realismus/Millikan: ein Akt des Gewahrwerdens eines Gegenstands ist momentan und hat niemals einen Bezug zu vergangenen oder zukünftigen Bewusstseinsakten. Problem: wie dann ein Ding als dasselbe wir früher identifiziert werden sollte. Daraus macht der klassische Realismus ein Mysterium.
Gegenstand/Objekt/Ding/klassischer Realismus: ein Gegenstand darf dann keine dauernde Existenz haben.
Wahrnehmung/Platon/Descartes/Locke/Millikan: These: nichts kann durch Wahrnehmung allein identifiziert werden, Wiedererkennen: sei ein Akt reinen Denkens bei der Wiederbegegnung im flüchtigen Fluß der Dinge, die den Sinnen gegeben sind.
Sinn/Platon/Descartes/Locke: bestand dann darin, den Geist irgendwie auf ewige Gegenstände zu richten.
Denken/ Platon/Descartes/Locke: dann konnte man nur von ewigen Gegenständen überhaupt Gedanken haben, oder von der ewigen Natur flüchtiger Gegenstände.
Lösung: man nahm Eigenschaften und Arten als die ewigen Gegenstände an, an die man direkt denken konnte.
I 247
Problem: wie sollte man erklären, dass ewige Gegenstände (Eigenschaften) in Relation zu zeitlichen Zuständen stehen? Wie konnte Involviertsein in die Welt für sie wesentlich sein. Dann musste man annehmen, dass es Eigenschaften und Arten gibt, die nicht exemplifiziert sind. Ding/Natur/Wesen/klassischer Realismus/Millikan: weil dauerhafte Gegenstände nicht vor den (nur momentan bewussten) Geist treten konnten, mussten das Ding und seine Natur getrennt werden. (Die Natur ist ewig und notwendig, das Ding vergänglich und akzidentell).
Natur/klassischer Realismus: wurde manchmal vereinfachend als Menge von Eigenschaften gedeutet.
Problem: wie kann die Natur eines vergänglichen Dings, seine ureigenste Identität, eine Menge ewiger Eigenschaften sein?
Identität/MillikanVsRealismus: wie kann die Identität eines Dings etwas anderes sein als diese Ding noch einmal? Das hat die Philosophen damals aber nicht beunruhigt.
Empirismus/EmpirismusVsRealismus/Hume/Millikan: revolutionär bei Hume war, dass nichts im Geist sein sollte, was nicht zuvor in den Sinnen gewesen war. Damit fiel auch die bisherige Unterscheidung zwischen Wahrnehmung und Denken zusammen.
Problem: ist jetzt nicht mehr, wie wir das Zeitliche aus dem Ewigen konstruieren sollen,
I 248
sondern wie wir dauerhafte Gegenstände aus momentanen Gegenständen konstruieren sollen. ((s) Hume/(s) These: ein Gegenstand existiert nur in einem Moment und später wieder neu). Das führte zu Formen des Nominalismus und des Phänomenalismus.

Realismus/Denken/Urteil/Natur/Ding/Existenz/Millikan: eine Lösung: wenn es eher die Natur ist als das Objekt, das vor den Geist kommt, dann ist das akzidentelle Objekt nicht notwendig für die Natur, es muss nicht unbedingt existieren. Dann entspricht die Erkenntnis, dass es das Objekt wirklich gibt, eher einem Urteil, als der Kontemplation über seine Natur.
Existenz: dass das Ding existiert wurde zu etwas Zusätzlichem, das hinzugefügt wurde.
Ontologie/Millikan: Problem: dass etwas „zusätzlich zu seiner vorher existierenden Natur“ existieren sollte.
Denken/Klassischer Realismus/Millikan: einen Term anzuwenden wurde dann gleichgesetzt damit, zu urteilen, dass ein Ding existiert. Also Denken-von = Identifizieren.
I 249
Identifikation/Realismus/Millikan. findet nur in einem Moment statt und involvieret nur eine einzige Begegnung mit dem Objekt. Dann ist das eine Art von ästhetischen Erlebnisses, in dem das Bewusstsein in einem Gewahrwerden des Dings badet. Wozu sollte das gut sein?
Identifikation/Millikan: welchem Zweck dient sie denn normalerweise? These:
a) sie soll früheres Wissen auf einen gegenwärtigen Fall zur Anwendung bringen helfen.
b) sie soll Erlebnisse, die durch ein Medium vermittelt wurden mit Erlebnissen aus einem anderen Medium zusammenbringen Bsp Sehen und Sprache. .
Identität/Relation/Millikan: dann muss Identifikation als wesentlich relational beschrieben werden! Das kann der klassische Realismus aber nicht.
Identifikation/klassischer Realismus/Millikan: nimmt an, dass die Identifikation des Gegenstands im Denken an ihn involviert ist. Und da Denken an einen Gegenstand ein momentaner Akt ist, der nichts mit anderen Akten zu tun hat, sind das erfassen eines Gegenstands unter einem Aspekt und das unter einem anderen Aspekt, gar nicht zusammenzubringen! Bsp zu wissen, da Kant in Königsberg lebte hat nichts damit zu tun zu wissen, dass er ein Philosoph war.
I 250
Wiedererkennen/klassischer Realismus/Millikan: den Gegenstand als denselben wiederzuerkennen ist eine weitere Leistung, sie hat nichts mit dem wiederholten Denken an den Gegenstands zu tun. Intentionalität/MillikanVsRealismus/Millikan: Lösung: es kann einfache Gedanken von komplexen Gegenständen geben. Außerdem erlaubt meine Theorie, dass man weiß was man denkt, während man die Komplexität seines Denkens erst entdeckt.
Intension/Millikan: meine Theorie verwechselt Intentionalität auch nicht mit dem Haben von unterscheidenden Intensionen. D.h. ein Begriff kann sich mit der Zeit wandeln, ohne dass man die Spur des Dings verliert, um das es geht. (Begriffswandel, >Bedeutungswandel).

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Sinn/ Wissenschaft Millikan Vs Reduktionismus I 11
Def Satzsinn/sense/Millikan: sind die Abbildungsfunktionen(informell „Regeln“) in Übereinstimmung mit denen man ihn auf die Welt abbilden müsste, wenn man seine Eigenfunktion in Übereinstimmung mit einer Normalen ((s) biologischen) Erklärung ausüben wollte. sense/Sinn/Millikan: ist nicht „Intension“: auch nicht Quinesche „Bedeutung“. Auch nicht Fregescher Sinn.
Intension/Millikan: hat mit einem Netzwerk von Schlussregeln zu tun.
sense: hat die Aufgabe von „Intension“ übernommen, aber sense steht nicht völlig im Kontrast mit „Referent“.
Referenz“ einen Referenten haben wird dasselbe sein wie „Sinn“ (sense) zu haben.
Referenten: sind eine andere Sache.
I 12
„real value“/echter Wert/Terminologie/Millikan: so nenne ich den Basispartner von Sinn (sense). Der Unterschied zwischen real value und einem Referenten ist mindestens so groß wie der zwischen Sinn (sense) und Intension. ((s) Terminologie/Millikan/(s): „sense“ soll von jetzt an mit „Sinn“ wiedergegeben werden, womit aber nicht Fregescher Sinn gemeint ist.)
real value/Millikan: ist praktisch der Wahrmacher von Sätzen.
Teil II: hier geht es um Fregeschen Sinn.
sense/Sinn: ist quasi Intentionalität.
Gedanke/Satz/Millikan: sind Muster, die Intentionalität zeigen, vielleicht haben sie die Form innerer Sätze ((s) >Mentalesisch).
innere Sätze/Mentalesisch/Millikan: sind nicht durch Schlussregeln bestimmt. Daher ist Intentionalität nicht gleich Rationalität.
Intentionalität/Millikan: beschreibe ich naturalistisch, aber nicht reduktionistisch. (MillikanVsReduktionismus).
Intentionalität/Millikan: ihr Verstehen ist etwas ganz anderes als das Verstehen von Bewusstsein.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Sinn/ Wissenschaft Searle Vs Russell, B. V 122
Theorie der Kennzeichnungen/Russell/Searle: Russell ging so weit zu verneinen, dass eine bestimmte Beschreibung (Kennzeichnung) überhaupt zum Verweisen verwendet werden könnte! ((s) Hier geht es um Fiktionen) Kennzeichnung/Fiktion/SearleVsRussell: man kann natürlich auf literarische Figuren verweisen. Voraussetzung: sie müssen existieren (in der Literatur). Man kann nicht auf die Gattin von Sherlock Holmes verweisen, weil der unverheiratet war.
V 129
Theorie der Kennzeichnungen/Russell/Problem: Bsp "Der Mann beleidigte mich" führt dazu, dass man annehmen könnte, dass nur ein einziger Mann im Universum existiert. SearleVsRussell: behauptete in der Theorie der Kennzeichnungen tatsächlich so etwas.

V 245
Namen/Kennzeichnungen/SearleVsRussell: aus der vermeintlichen Unterscheidung zwischen Eigennamen und bestimmten Kennzeichnungen wird die metaphysische Unterscheidung zwischen Gegenständen und Eigenschaften abgeleitet.
V 131
bestimmter Artikel/Referenz/SearleVsRussell: es gibt überhaupt keinen Gebrauch des bestimmten Artikels, der für sich impliziert, dass nur ein einziger Gegenstand gemeint sein kann.
V 132/133
bestimmter Artikel: seine Funktion besteht vielmehr darin, anzuzeigen, dass der Sprecher eine singuläre Referenz beabsichtigt.
V 144
Proposition/Searle: erst die Äußerung in einem bestimmten Zusammenhang (Umstände) gewährleistet die Vermittlung einer Proposition! SearleVsRussell: es kann überhaupt keine Klasse von logischen Eigennamen geben (dies, jetzt, dort). Wenn ihre Äußerungen keinen deskriptiven Gehalt vermittelte (Russell), gäbe es keine Möglichkeit, eine Beziehung zwischen dem Ausdruck und dem Gegenstand herzustellen. Wie wollte man erklären, dass dieser Ausdruck auf jenen Gegenstand verweist?

V 238
Searle: ein propositionaler Akt kann niemals identisch sein mit dem illokutionären Akt der Behauptung, da ein propositionalen Akt nur als Teil eines illokutionären Aktes, aber niemals selbständig vorkommen kann. SearleVsRussell: der Versuch musste scheitern, die bestimmte Referenz (propositionaler Akt) mit dem Aufstellen von Behauptungen (illokutionärer Akt) gleichzusetzen.
V 239
Weil Russell die formale Notation benutzt, muss für ihn eine vollständige Behauptungen aufgestellt werden, selbst wenn es keinen Gegenstand gibt.
V 240
Aber aus der Tatsache, dass eine bestimmte Art von Akten nur unter bestimmten Bedingungen vollzogen werden kann, folgt nicht einfach, dass der Vollzug eines solchen Aktes für sich genommen auch schon die Behauptung darstellt, diese Bedingungen seien erfüllt. Searle: Befehl "Bring dies dem König von Frankreich" ist weder eine Behauptung, noch enthält es eine solche. (> Bsp "Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl.")

IV 113
Sinn/Russell: Bsp sinnlos: "Vierseitigkeit trinkt Aufschub": SearleVsRussell: wird von vielen Autoren als metaphorische Äußerung über das Viermächteabkommen nach dem 2. Weltkrieg gelesen. Aber keines der Wörter kommt hier wörtlich vor!

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Sinn/ Wissenschaft Strawson Vs Russell, B. Wolf II 17
StrawsonVsRussell: Vs Russells Auflösung singulärer Sätze wie "Das F, welches G ist, ist H" ind generelle Sätze wie "Es gibt genau ein F, welches G ist, und dieses F ist H": Das ist unangemessen! Damit wird nicht erfasst, dass wir mit sing Term auf Einzelnes referieren.

Newen/Schrenk I 92
Referenz/StrawsonVsRussell: ("On Referring") 1950 , 45 Jahre nach Russells "On Denoting" (1905)). Strawson: 5 Thesen
(i) Man muss unterscheiden zwischen a) dem Satz, b) dem Gebrauch, c) der Äußerung (bei einer Gelegenheit)
(ii) Es besteht ein Unterschied zwischen (logischem) Implizieren und Präsupposition
(iii) Wahrheitswert-Lücken sind erlaubt
(iv) Die Bedeutung eines Ausdrucks ist nicht sein Referent, sondern die Konventionen und Regeln. Bei verschiedenen Verwendungen kann sich der Ausdruck daher auf verschiedene Gegenstände beziehen.
(v) Ausdrücke können referentiell und prädikativ (Eigenschaften zuschreibend) gebraucht werden.
Satz/Wahrheitswert/WW/Strawson: These: Sätze selbst können daher nicht wahr oder falsch sein, nur ihr Gebrauch.
Präsupposition/Implikation/Strawson: Unterschied:
Def Implikation/Strawson: A impliziert B gdw. es nicht sein kann, dass A wahr ist, aber B falsch. Dagegen:
Def Präsupposition/Strawson: A präsupponiert B gdw. B wahr sein muss, damit A einen WW annehmen kann.
Existenzbehauptung/Eindeutigkeitsbehauptung/Strawson: werden von einem Satz mit Kennzeichnung lediglich präsupponiert, aber nicht impliziert.
Bsp König von Frankreich/Präsupposition/Strawson: der Satz präsupponiert die Existenz, impliziert sie jedoch nicht. Und behauptet auch nicht die Existenz und nicht die Eindeutigkeit.
Newen/Schrenk VsStrawson: Strawson liefert keine philosophisch-logischen Argumente für seine These.
NS I 94
Er beruft sich vielmehr auf unsere Alltagspraxis. Wahrheitswert-Lücken/StrawsonVsRussell: sind bei ihm erlaubt.
negative Existenzsätze/Existenz/Existenzsatz/Strawson/VsStrawson/Newen/Schrenk: sein Ansatz lässt das Problem der leeren Existenzsätze noch verzwickter aussehen.
referentiell/prädikativ/sing Term/Kennzeichnung/Name/Strawson/Newen/Schrenk: These:
Eigennamen/Demonstrativa: werden weitgehend referentiell gebraucht.
Kennzeichnungen: haben maximal prädikative, also beschreibende Bedeutung (können aber auch gleichzeitig referieren).
Identität/informative Identitätssätze/referentiell/prädikativ/Strawson/Newen/Schrenk: hier hat die Kennzeichnung (oder zwei vorkommende Kennzeichnungen) einen so extremen prädikativen Gebrauch, dass Bsp "Napoleon ist identisch mit dem Mann, der die Hinrichtung des Herzogs befahl" so gut wie synonym ist mit dem Satz "Napoleon befahl die...".
Prinzipiell werden beide Sätze zu einer Prädikation gebraucht. So ist der erste Satz informativ, wenn er prädikativ und nicht rein referentiell gelesen wird.

Quine I 447
StrawsonVsRussell: hat Russells Theorie der Kennzeichnungen falsch genannt aufgrund ihrer Behandlung der Wahrheitswertlücken.
Schulte III 433
StrawsonVsRussell/Theorie der Kennzeichnungen: Strawson bringt eine Reihe von grundlegenden Unterscheidungen zwischen Arten und Verwendungsebenen sprachlicher Ausdrücke ins Spiel. Fundamentaler Unterschied zwischen logischem Subjekt und logischem Prädikat. Plädiert für stärkere Hinwendung zur Alltagssprache.
»Die normale Sprache kennt keine exakte Logik«.
Schulte III 434
König-Bsp: »Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl«. Russell: hier darf die Kennzeichnung nicht als logisches Subjekt gewertet werden! Russell: derartige Sätze sind im Fall der Nichtexistenz einfach falsch. Dann müssen wir auch keine dubiosen ontologischen Voraussetzungen machen. Wir analysieren (nach Russell) den Satz wie folgt: es ist in Wirklichkeit eine Konjunktion dreier Sätze:
1. Es gibt einen König von Frankreich.
2. Es gibt nicht mehr als einen König von Frankreich.
3. Es gibt nichts, was König von Frankreich ist und nicht kahl ist.
Da wenigstens ein Glied in der Konjunktion falsch ist, ist sie insgesamt falsch.
StrawsonVsRussell: 1. dieser spricht zu sorglos von Sätzen und ihren Bedeutungen. Man muss aber den Gebrauch sprachlicher Ausdrücke betrachten, der zeigt, dass hier viel feiner differenziert werden muss.
2. Russell verwechselt das, was ein Satz sagt, mit den Bedingungen des sinnvollen Gebrauchs dieses Satzes.
3. die Alltagssprache und nicht die formale Logik entscheidet über die Bedeutung.
Schulte III 435
Bezug/Strawson: von selbst bezieht sich ein Ausdruck auf gar nichts! König-Bsp/StrawsonVsRussell: mit dem Satz "Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl" ist überhaupt keine Existenzbehauptung ausgesprochen. Sie ist vielmehr "impliziert".
Deswegen braucht der Satz nicht wahr oder falsch zu sein. Der Ausdruck bezieht sich auf nichts.
Def "Wahrheitswertlücke" (Strawson): Bsp König-Bsp: bezieht sich auf gar nichts. Wittgenstein: ein misslungener Zug im Sprachspiel.

VII 95
Kennzeichnung/Strawson: sicher gebrauche ich in Bsp "Napoleon war der größte französische Soldat" das Wort "Napoleon", um die Person zu nennen, nicht das Prädikat. StrawsonVsRussell: aber ich kann die Kennzeichnung sehr wohl dazu benutzen, eine Person zu nennen!
Es können auch mehr als eine Kennzeichnung in einem Satz vorkommen!
VII 98
StrawsonVsRussell: scheint zu implizieren, dass es solche logischen Subjekt Prädikat Sätze gibt. Lösung Russell: nur logische Eigennamen - z.B. "dies" - sind wirkliche Subjekte in logischen Sätzen. Die Bedeutung ist dann genau das Einzelding.
Das führt ihn dazu, dass er Sätze mit Kennzeichnungen nicht mehr als logische Sätze ansehen kann.
Referenz/StrawsonVsRussell: Lösung: in "eindeutig referierender Verwendung" können auch Kennzeichnungen gebraucht werden! Sie sind aber nicht "Kennzeichnungen" in Russells Sinn!
VII 99
König-Bsp/StrawsonVsRussell: behauptet drei Aussagen, von denen eine auf jeden Fall falsch wäre. Die Konjunktion dreier Aussagen, von denen eine falsch und die anderen Wahr sind, ist falsch, aber sinnvoll.
VII 100
Referenz/Kennzeichnung/StrawsonVsRussell: Unterscheidung: Terminologie:
"eindeutige Referenz": Ausdruck. (eindeutig referierende Kennzeichnung).
Satz: beginnt mit eindeutig referierender Kennzeichnung.
Sätze, die mit einer Kennzeichnung beginnen können:
(A1) Satz
(A2) Gebrauch eines Satzes (A3) Äußerung eines Satzes
entsprechend:
(B1) Ausdruck
(B2) Gebrauch eines Ausdrucks (B3) Äußerung eines Ausdrucks.
König-Bsp/StrawsonVsRussell: die Äußerung (Behauptung (>utterance) "Der gegenwärtige König von Frankreich ist weise" kann zu verschiedenen Zeiten wahr oder falsch sein, der Satz ist aber derselbe!
VII 101
Verschiedener Gebrauch: je nachdem, ob zur Zeit Ludwig XIV .oder Ludwig XV. Satz/Aussage/Äußerung/Behauptung/Proposition/Strawson:
Behauptung (assertion): kann zu verschiedenen Zeiten wahr oder falsch sein.
Aussage (proposition): dito
Satz: ist immer derselbe. (Unterschied Satz/Proposition).
VII 102
StrawsonVsRussell: dieser übersieht den Unterschied von Gebrauch und Bedeutung.
VII 104
Sinn/StrawsonVsRussell: die Frage, ob ein Satz sinnvoll sei, hat nichts damit zu tun, ob er bei einer bestimmten Gelegenheit gebraucht wird, um etwas Wahres oder Falsches zu behaupten oder auf etwas Existentes oder Nichtexistentes zu referieren.
VII 105
Bedeutung/StrawsonVsRussell: Bsp "Der Tisch ist mit Büchern bedeckt": Jeder versteht den Satz, es ist absurd zu fragen, von "welchem Gegenstand" (von vielen!) der Satz handelt. Es ist auch absurd zu fragen, ob es wahr oder falsch ist.
VII 106
Sinn/StrawsonVsRussell: dass der Satz Sinn hat, hat damit zu tun, dass er richtig gebraucht wird (oder werden kann), nicht dass er negierbar ist! Sinn darf nicht in Bezug auf einen bestimmten (einzelnen) Gebrauch festgestellt werden!
Es geht um Konventionen, Gewohnheiten und Regeln.
VII 106/107
König-Bsp/Russell/Strawson: Russell sagt zwei wahre Dinge darüber: 1. Der Satz Bsp "Der gegenwärtige König von Frankreich ist weise" hat Sinn.
2. wer den Satz jetzt äußerte, würde eine wahre Aussage machen, wenn es jetzt einen gäbe,
StrawsonVsRussell: 1. falsch zu sagen, wer den Satz jetzt äußerte, würde überhaupt entweder eine wahre oder eine falsche Behauptung machen.
2. falsch, dass ein Teil dieser Behauptung besagte, dass der König existiert.
Strawson: die Frage w/f stellt sich wegen der Nichtexistenz gar nicht! Bsp Es ist nicht so wie das Greifen nach dem Regenmantel darauf hindeutet, dass man glaubt, dass es regnet. (>Präsupposition/Strawson).
Implikation/Implizieren/StrawsonVsRussell: die Prädikation behauptet keine Existenz des Gegenstands.
VII 110
Existenz/StrawsonVsRussell: der Gebrauch von "der" ist nicht gleichbedeutend mit der Behauptung, dass der Gegenstand existiert. Principia Mathematica: (S.30) "Strikter Gebrauch" des bestimmten Artikels: "trifft nur zu bei Existenz des Gegenstands".
StrawsonVsRussell: der Satz "Der Tisch ist mit Büchern bedeckt" trifft nicht nur dann zu, wenn es genau einen Tisch gibt...
VII 111
Das wird mit dem Satz nicht behauptet, sondern (alltäglich) impliziert, dass es genau ein Ding gibt, das der Art Tisch angehört und dass es auch eines ist, auf das der Sprecher referiert. Referenz/StrawsonVsRussell: referieren heißt nicht sagen, dass man referiert!
Sagen, dass es den einen oder anderen Tisch gibt, den man bezeichnet, ist nicht dasselbe wie einen bestimmten Tisch zu bezeichnen.
Referieren ist nicht dasselbe wie behaupten.
logische Eigennamen/StrawsonVsRussell: Bsp ich könnte meine leere Hand formen und sagen "Dies ist ein schöner roter!" Der andere stellt fest, dass das nichts ist.
Deshalb ist "dies" keine "getarnte Kennzeichnung" im Sinne Russells. Auch kein logischer Eigenname!
Man muss nämlich wissen, was der Satz bedeutet, um auf die Äußerung reagieren zu können.
VII 112
StrawsonVsRussell: dieser verwischt den Unterschied zwischen reinen Existenzsätzen und Sätzen, die einen Ausdruck enthalten, um auf einen Gegenstand hinzudeuten oder auf ihn zu referieren. Russells "Inquiry into meaning and truth" enthält eine logisch katastrophale Namentheorie. (logische Eigennamen).
Er nimmt den Kennzeichnungen den Status logischer Subjekte, bietet aber keinen Ersatz.
VII 113
Bezug/Name/Träger/StrawsonVsRussell: nicht einmal Namen genügen diesem hochgesteckten Standard. Strawson: Die Bedeutung des Namens ist nicht der Gegenstand! (Verwechslung von Erwähnung und Gebrauch).
Es sind die Ausdrücke zusammen mit dem Kontext, die man braucht, um eindeutig zu referieren.
Wenn wir referieren erreichen wir sowieso nicht Vollständigkeit. Das ermöglich auch die Fiktion. (Fußnote: später: erscheint mir nicht mehr ganz haltbar wegen des implizit restriktiven Gebrauchs von "referieren".).
VII 122
StrawsonVsRussell: Gipfel des Zirkulären: Namen als getarnte Kennzeichnungen zu behandeln! Namen werden willkürlich oder konventionell gewählt. Sonst wären Namen deskriptiv!
VII 123
unbestimmte Referenz/"Jemand"/Implikation/Strawson: Bsp "Ein Mann erzählte mir..." Russell: Existenzbehauptung: "Es gibt einen Mann, der..."
StrawsonVsRussell: lächerlich, hier zu sagen, die "Klasse der Männer sei nicht leer..."
Hier wird ebenso Eindeutigkeit impliziert wie bei "der Tisch".
VII 124
Tautologie/StrawsonVsRussell: an die Trivialität braucht man nicht zu glauben. Das denken nur diejenigen, die glauben, dass die Bedeutung eines Ausdrucks der Gegenstand sei. (Bsp Scott ist Scott).
VII 126
Präsupposition/StrawsonVsRussell: Bsp "Meine Kinder schlafen" Hier wird jeder annehmen, dass der Sprecher Kinder hat. Alltagssprache hat keine exakte Logik. Das verkennen Aristoteles wie Russell.

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

K II siehe Wol I
U. Wolf (Hg)
Eigennamen Frankfurt 1993

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

Schulte I
J. Schulte
Wittgenstein Stuttgart 2001

Schulte II
J. Schulte
U. J. Wenzel
Was ist ein philosophisches Problem? Frankfurt 2001

Schulte III
Joachim Schulte
"Peter Frederick Strawson"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993
Sinn/ Wissenschaft Tugendhat Vs Schlick, M. III 202
Sinn/Schlick: Sinn (Bedeutung) = Umstände! "Die Angabe der Umstände, unter denen ein Satz wahr ist, ist dasselbe wie die Angabe seines Sinnes." TugendhatVsSchlick.
III 203
Alle Sätze, die weder zu Mathematik und Logik noch zur Naturwissenschaft gehören, sind sinnlos.

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Sinn/ Wissenschaft Carnap Vs Skeptizismus Stroud I 170
CarnapVsSkeptizismus/Sinn/sinnvoll/Sprache/Empirie/Verifikation/Verifikationismus/Stroud: These: die Signifikanz unserer Ausdrücke ist auf ihre empirische Anwendung (Gebrauch) beschränkt. Das bedeutet, dass der Gebrauch der Ausdrücke selbst dadurch eingeschränkt ist, ob es eine mögliche Sinneserfahrung gibt, die relevant dafür ist, die Wahrheit oder Falschheit des Satzes zu bestimmen, in dem diese Ausdrücke vorkommen. Def Verifikationsprinzip/Verstehen/Meinen/Carnap/Stroud: These: dann können wir überhaupt nur etwas verstehen oder mit unseren Äußerungen etwas meinen, wenn entsprechende Sinneserfahrungen für uns möglich sind.
Skeptizismus/Carnap/Stroud: d.h. aber noch nicht, dass der Skeptizismus falsch ist. Aber:
Satz: "Niemand wird je wissen, ob __."
Hier müsste das "__" von einem Ausdruck gefüllt werden, der nur sinnlos sein kann, weil unverifizierbar.
Def sinnlos: weder wahr noch falsch.
I 174
CarnapVsSkeptizismus: die Frage "Gibt es äußere Dinge?" wäre damit sinnlos. Es wäre auch keine Frage, die man nicht beantworten könnte, (sic) weil es hier keine sinnvolle Frage und keine sinnvolle Antwort gibt. Pointe: das heißt aber nicht, dass es nicht dennoch völlig sinnvolle Fragen über die Existenz äußerer Dinge gäbe: das sind die internen Fragen ((s) innerhalb eines Wissensgebiets).
I 176
Wahrheit/Sinn/sinnlos/Carnap/Stroud: was wahr ist, kann gar nicht im Widerspruch zu etwas stehen, das sinnlos ist. Moore/Carnap/Stroud: der Verifikationismus zeigt, dass alles was Moore sagt, wahr sein kann, ohne dabei allerdings den Skeptizismus zu widerlegen. Aber es gibt nichts Bedeutungsvolles, das er außer acht lässt.
VerifikationismusVsSkeptizismus/CarnapVsStroud: der Skeptizismus ist nicht, wie Kant meint, transzendental zu verstehen, sondern er ist als Ganzes sinnlos, weil nicht zu überprüfen.
Def extern/externe Fragen/Existenz/Carnap/Stroud: sind "philosophische" Fragen, die das ganze betreffen (den Rahmen von außen, d.h. zunächst gar nicht möglich).
Def intern/interne Fragen/Wissenschaft/Existenz/Carnap/Stroud: das sind Fragen nach der Existenz von Dingen, die innerhalb einer Wissenschaft gestellt werden. Bsp die Frage nach der Existenz von Zahlen ist sinnvoll innerhalb der Mathematik, aber nicht außerhalb von ihr.
I 177
extern/Existenz/Verifikationismus/CarnapVsSkeptizismus/Stroud: wenn der Skeptizismus erlaubt, dass die Dinge außerhalb von uns überhaupt sinnvoll sind ((s) Die Sätze über die Dinge, nicht die Dinge können sinnvoll oder sinnlos sein) dann kann er sie nicht als unwissbar bezeichnen.
I 178
Objektivität/Verifikationsprinzip/Carnap/Stroud: das Prinzip verhindert jeden Begriff von Objektivität, der nicht die Möglichkeit der empirischen Überprüfung enthalt. VsSkeptizismus: jeder Begriff von Objektivität, der die Möglichkeit von Wissen enthält, macht dann aber den Skeptizismus unmöglich.
praktisch/theoretisch/Verifikationsprinzip/Carnap/Stroud: die Unterscheidung theoretisch/praktisch geht weit über das Verifikationsprinzip hinaus.

Stroud I 187
CarnapVsSekptizismus: der traditionelle philosophische Skeptizismus (extern) ist eigentlich eine "praktische" Frage über die Wahl des linguistischen Rahmens (Bezugssystems). Das folgt nicht aus dem Verifikationsprinzip allein. Sie ist Teil einer Theorie des Wissens (Wissenstheorie) nach der die Bedeutungslosigkeit der skeptischen Frage durch eine nichtskeptische Antwort aufgezeigt wird auf die Frage wie ist’s möglich, dass wir etwas wissen. Wissen/Carnap/Stroud: zwei wesentliche Bestandteile:
1. Erfahrung,
2. linguistischer Rahmen (Bezugssystem) innerhalb dessen wir die Erfahrung verstehen. Sprache/Carnap/Stroud: ist ein Regelsystem für die Bildung von Sätzen und für ihre Überprüfung bzw. Zurückweisung (ESO 208).
Damit sind wir ausgerüstet, um festzustellen, dass einige Aussagen mit unserer Erfahrung übereinstimmen und andere nicht. Ohne diese Aussagen, die uns durch die Akzeptanz der Sprache ermöglicht wird, hätten wir nichts, was die Erfahrung entweder bestätigt oder widerlegt.
Skeptizismus: würde soweit zustimmen. Auch er braucht Ausdrücke der Sprache für die Dinge der Außenwelt.
CarnapVsSkeptizismus: dieser missversteht die Relation zwischen dem sprachlichen Rahmen und den Wahrheiten, die innerhalb von ihm ausgedrückt werden können. Er denkt, der Rahmen würde nur gebraucht,
I 188
um etwas auszudrücken, das „objektiv“ wahr oder falsch wäre. ((s) > Quine: >Immanenztheorie der Wahrheit, immanente Wahrheit, >Ontologische Relativität: Wahrheit immer nur innerhalb einer Theorie/System).
Objektivität/CarnapVsSkeptizismus/Stroud: jede Rede über objektive Tatsachen oder äußere Dinge ist innerhalb eines Bezugssystems (Rahmen) und kann nicht unseren Besitz dieses Rahmens rechtfertigen. ((s) Der eine praktische Wahl (Konvention) ist.
theoretische Frage/Philosophie/Carnap: die einzige theoretische Frage, die wir hier stellen können ist die nach den Regeln der Sprache.
I 192
CarnapVsSkeptizismus: missversteht die Relation zwischen linguistischem Rahmen der Ausdrucksweise über äußere Gegenstände und den Wahrheiten, die innerhalb dieses Bezugssystems ausgedrückt werden. StroudVsCarnap: aber was ist genau sein eigener nicht-skeptischer Zugang zu dieser Relation?
1. zu welchem System gehört Carnaps These, dass Existenzbehauptungen in der Dingsprache weder wahr noch falsch sind?
2. was drückt die These dann überhaupt aus?

Ca I
R. Carnap
Die alte und die neue Logik
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Ca II
R. Carnap
Philosophie als logische Syntax
In
Philosophie im 20.Jahrhundert, Bd II, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Ca IV
R. Carnap
Mein Weg in die Philosophie Stuttgart 1992

Ca IX
Rudolf Carnap
Wahrheit und Bewährung. Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique fasc. 4, Induction et Probabilité, Paris, 1936
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Ca VI
R. Carnap
Der Logische Aufbau der Welt Hamburg 1998

CA VII = PiS
R. Carnap
Sinn und Synonymität in natürlichen Sprachen
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Ca VIII (= PiS)
R. Carnap
Über einige Begriffe der Pragmatik
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Stroud I
B. Stroud
The Significance of philosophical scepticism Oxford 1984
Sinn/ Wissenschaft Verschiedene Vs Wittgenstein Hempel I 97
NeurathVsTractatus: (Carnap entdeckte als erster die Tragweite von Neuraths Ideen.) Neurath: Wissenschaft ist ein Aussagensystem, das aus Aussagen von nur einer Art besteht. Jede Aussage kann mit jeder anderen kombiniert oder verglichen werden. Aber Aussagen werden niemals mit einer "Realität", mit "Tatsachen" verglichen.
I 98
Eine Trennung von Aussagen und Tatsachen ist Resultat einer verdoppelnden Metaphysik.
I 100
Neurath VsWittgenstein: dritte Phase der Abkehr vom Tractatus: selbst dieses Prinzip wird noch eliminiert: es ist ohne weiteres vorstellbar, daß das Protokoll eines bestimmten Beobachters zwei Aussagen enthält, die einander widersprechen. Dann läßt man in der Praxis einen der beiden Sätze fallen. Protokollsätze können daher nicht mehr als unveränderliche Grundlage angesehen werden.
I 101
Neurath: wir sind nicht gegen einen Richter, aber der Richter ist absetzbar.
Stegmüller IV 76
Kripkes Wittgenstein/Kripkenstein/VsKripke: einige verteidigen Wittgenstein gegen Kripke: dieser habe keinen Begriffsnihilismus oder Bedeutungsnihilismus vertreten.
IV 77
Stegmüller: darum geht es aber gar nicht: es geht um die Möglichkeit des Erfassens von Bedeutungen. Der Begriff der "Bedeutung" wird dann aber sinnlos, wenn Menschen nicht die Möglichkeit haben, ihn zu erfassen! Nicht das Erfassen von Gegenständen ist das Problem, sondern das Erfassen der den Denotaten vorgelagerten intensionalen Gebilden, die Intension, den Fregeschen Sinn.
Stegmüller IV 152
GoldfarbVsKripke: die Relation Token/Typ sei ein Spezialfall der "Fortsetzung einer Reihe" und des "Regelfolgens". Goldfarb: das ist nicht richtig:
1. Um festzustellen, ob zwei Tokens zu selbem Typ gehören, muss man bloß imstande sein, die wahrnehmbare Ähnlichkeit zu bemerken.
2. "Type" ist keine gemäß einer Regel zu erzeugende Folge, sondern eine ungeordnete Menge! Auch nicht für den Platonisten.
GoldfarbVsKripke: die Rechtfertigungsbedingungen (Behauptbarkeitsgbedingungen) treten überhaupt nicht an die Stelle der Wahrheitsbedingungen, sondern sind nur eine triviale Umformulierung.

Wittgenstein VI 167
Urmeter/Sinn/Wittgenstein/Schulte: auch hier Missverständnis: man hat gesagt:
VI 167/168
VsWittgenstein: selbst wenn der Satz "Der Urmeter ist nicht 1 m lang" immer falsch ist, hat er doch Sinn! Schulte: das stimmt aber nicht mit Wittgensteins Konzeption von "Sinn" überein. ((s) Sinn haben heißt, negiert werden zu können.).
Schulte: der Zug muss einen Witz im Sprachspiel haben! Bsp "Das Urmeter ist nicht 1 m lang" ist kein zulässiger Zug und er hat auch keinen Witz.
VI 175
VsWittgenstein/Schulte: dieser bringe Bedeutungstheoretisches und Erkenntnistheoretisches durcheinander. Von Wittgenstein nie ernst genommen. Will sowieso Grenzen überwinden, wobei derlei Theorien gar nicht zu seiner Philosophie gehören.





Hempel I
Carl Hempel
"On the Logical Positivist’s Theory of Truth" in: Analysis 2, pp. 49-59
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Hempel II
Carl Hempel
Probleme und Modifikationen des empiristischen Sinnkriteriums
In
Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich München 1982

Hempel II (b)
Carl Hempel
Der Begriff der kognitiven Signifikanz: eine erneute Betrachtung
In
Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich München 1982

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960
Sinn/ Wissenschaft Millikan Vs Wittgenstein I 221
nicht/“nicht“/Tractatus/Wittgenstein/Millikan: These: „nicht“ ist ein Operator, der auf dem Rest des Satzes operiert, indem er den Sinn des gesamten Satzes ändert. (s)VsWittgenstein/(s)VsMIllikan: Problem: a) „nicht“ gehört nicht zum Satz, dann kann es auf den ganzen Satz „Die Sonne scheint“ angewendet werden“
Wittgenstein: „nicht“ ändert den Sinn des Satzes, zu dem es gehört.
b) es gehört zum Satz, dann müsste es zweimal angewendet werden, das zweite Mal auf sich selbst. Es ändert nur den Sinn, wenn es nicht zum Satz gehört.
Abbildtheorie/Bildtheorie/Tractatus/Wittgenstein/Millikan: dann steht der Satz für etwas, das nicht existiert.
Problem/Millikan: das führt zu einer Reifikation von Möglichkeiten.
negativer Satz/Verneinung/Negation/Existenz/Millikan: negative Sätze können nicht nicht-existente Tatsachen als real value haben.
Begründung: negative Tatsachen haben keine Kausalkräfte, die in einer Normalen Erklärung eine Rolle spielen könnten.
negativer Satz/Millikan: wir könnten annehmen, dass negative Sätze keine Repräsentationen sind. Bsp „nicht-p“ soll heißen „die Tatsache dass-p existiert nicht“ So hat Wittgenstein es auch
ungefähr aufgefasst.
Pointe: wir hatten oben gesagt, dass Existenzsätze keine Repräsentationen sind.
Abbildtheorie/Bildtheorie/Tractatus/Wittgenstein/Millikan: aber erfasste Sätze der Form „x
existiert nicht“ so auf, dass sie eine nichtexistente Tatsache abbilden. Dann geht die Variable
„x“ in „x existiert nicht“ nicht über Namen von Einzeldingen (Gegenständen, elementaren Objekten) sondern über Repräsentationen möglicher Zustände (möglicher Tatsachen).
Sinn/Nichtexistenz/Negation/Wittgenstein/Millikan: so war es ihm möglich aufrechtzuerhalten, dass Sätze der Form „x existiert nicht“ einen Sinn haben ((s) >Meinong).
Millikan: in unserer Terminologie heißt dass, dass sie Repräsentationen sind (MillikanVs).
I 222
Und gleichzeitig konnte er behaupten, dass die grundlegendsten Elemente aller Propositionen realen Gegenständen entsprechen. Pointe: das machte es möglich, dass er sagen konnte „x existiert nicht“ immer äquivalent ist zu einem Satz der Form „nicht-p“.
Millikan: könnten wir nicht wenigstens eine Hälfte dieser Äquivalenz aufrechterhalten? Die von „nicht-p“ nach „dass-p existiert nicht“?
MillikanVsWittgenstein:; nein, noch nicht einmal dies können wir.
Wenn Wittgenstein recht hätte und „nicht-p“ sagt „dass-p existiert nicht“, dann hieße das für meine Position, dass negative Sätze keine Weltzustände abbilden und keine Repräsentationen sind.
Millikan: statt dessen würden sie sprachliche Tatsachen abbilden, „nicht-p“ wäre dann ein Icon, aber es repräsentiert nicht, wobei ein Weltzustand den Satztyp „p“ als Variante hätte.
Protoreferent/Millikan. „p“ wäre nicht ein repräsentierter Referent von „nicht-p“ sondern ein Protoreferent.
Frage: wäre „nicht-p“ ein Icon von dem das „p ist falsch“?
Vs: dann wäre „nicht“ kein Operator mehr!
Nicht/Negation/Operator/Wittgenstein/Millikan: d.h. die Abbildungsregel für „nicht-p“ ist eine Funktion der Abbildungsregel für „p“.
1. Wenn „nicht“ kein Operator wäre, könnte es vorkommen, dass jemand nicht den Sinn von „p“ versteht, aber dennoch den Sinn von „nicht-p“. Absurd.
2. wenn „nicht-p“ sagt,“ dass-p existiert nicht“ müsste „nicht-p“ auch wahr sein müssen, wenn irgendeine Variante in „p“ nicht völlig bestimmt ist, also keinen angepassten Sinn hat. Bsp „Pegasus war kein geflügeltes Pferd“ Bsp „Der gegenwärtige König von Frankreich ist nicht kahl“ wären wahre Sätze!
3. sicher ist es so, dass „“p“ ist falsch“ wenigstens abbildet (icons) dass „p“ keinen real value hat. Entsprechend: „x existiert nicht“ bildet dann die Tatsache ab, dass „x“ keine Referenten hat.
Pointe. wenn nun „nicht-p“ sagt, „dass-p“ existiert nicht“ bildet es immer noch eine negative Tatsache ab.
negative Tatsache/Millikan: wir müssten zeigen können, dass eine negative Tatsche immer noch etwas anderes ist, als die Nichtexistenz einer positiven Tatsache. Und das können wir nicht. Wir haben uns bloß im Kreis bewegt.
nicht-existente Tatsache/Millikan: kann kein Gegenstand eines Icons sein und kein Gegenstand einer Repräsentation.
negative Tatsache/Millikan: müsste also etwas anderes sein als eine nicht-existente Tatsache.
Pointe: aber wenn wir das zeigen können, brauchen wir gar nicht mehr anzunehmen, dass „nicht-p“ sagt “dass-p existiert nicht“.
negativer Satz/Abbildung/Tatsache/Negation/Millikan: was ich dann behaupten muss ist, dass negative Sätze reale bzw. existierende Weltzustände (Tatsachen) abbilden.
Es ist wohlbekannt, wie man so etwas anstellt:
Negation/Verneinung/Lösung: man sagt einfach, dass die Negation nur auf das logische Prädikat des Satzes angewendet wird ((s) innere Negation). Dabei wird der Sinn des Prädikats geändert, so dass das Prädikat auf das Gegenteil zutrifft (abbildet) als es normalerweise tut.
I 223
Das kann dann auch auf komplexere Sätze mit externer Negation ausgedehnt werden: Bsp „Kein A ist “ wird zu „Jedes A ist nicht-“.
MilllikanVs: die Schwierigkeiten mit diesem Ansatz sind ebenfalls wohlbekannt:
1. Problem: wie soll man die Funktion von „nicht“ interpretieren in ganz einfachen Sätzen der Form „x ist nicht“ Bsp „Pegasus ist nicht (Pause)“ Hier kann „nicht“ als über Prädikate operierend interpretiert werden! Sätze der Form „x ist nicht“ sind natürlich äquivalent zu Sätzen der Form „x existiert nicht.“.
Problem: wir haben aber gesagt, dass „existiert“ keine Repräsentation ist. Also kann „nicht“ nicht interpretiert werden als immer auf einem Prädikat eines repräsentierenden Satzes operierend.
Bsp „Cicero ist nicht Brutus“ kann nicht auf einem logischen Prädikat des Satzes operieren, denn einfache Identitätssätze haben kein logisches Prädikat. Also muss „nicht“ noch andere Funktionen haben.
Problem: in welchen Relationen stehen dann diese verschiedenen Funktionen zueinander? Denn wir sollten davon ausgehen, dass „nicht“ nicht verschiedene Bedeutungen in verschiedenen Kontexten hat.
sinnlos/sinnlose Sätze/Negation/Abbildung/Millikan: hier gibt es dasselbe Problem:
Bsp „Gold ist nicht quadratisch“. Der Satz ist nicht deshalb wahr, weil Gold eine andere Form hätte als quadratisch zu sein.
Problem: die korrespondierenden affirmativen Sätze haben auch keinen Sinn!
Dennoch scheint Bsp „Gold ist nicht quadratisch“ irgendetwas wahres zu sagen.
Problem: wiederum: wenn „nicht“ eine andere Funktion hat als in repräsentierenden Sätzen, müssen wir diese Funktion immer noch erklären.
2. Problem: (wichtiger): die Abbildungsregeln zwischen einfachen Sätzen der Form „x ist nicht “ und seinem real value.
real value/Negation/Millikan: ist der real value eines negativen Satzes der Weltzustand? Bsp Die Tatsache von Johns nicht-groß-sein? Oder eine präzise Tatsache wie Johns genau-180-groß-sein?
I 224
Millikan: das letztere ist korrekt. Repräsentation/Negation/Millikan: These: negative Repräsentationen haben unbestimmten Sinn. ((s) Aber Millikan gibt zu, dass Negationen Repräsentationen sind, anders als Identitätssätze und Existenzsätze).
Millikan: wie bei unbestimmten Kennzeichnungen sind die real values bestimmt, wenn sie in wahren Sätzen vorkommen, aber sie müssen nicht vom Hörer identifiziert werden können, um ihre Eigenfunktion zu erfüllen.
Gegenteil/negativer Satz/Repräsentation/Millikan: These: negative Sätze, deren Gegenteile normale repräsentierende Sätze sind, müssen selbst positive Tatsachen abbilden.
I 229
“nicht“/Negation/negativer Satz/Repräsentation/SaD/Millikan: These: der Satz vom ausgeschlossenen dritten trifft auf einfache repräsentierende negative Sätze nicht zu. Bsp neben der Möglichkeit, dass ein Prädikat und der, dass sein Gegenteil zutrifft, gibt es die Möglichkeit, dass das Subjekt des Satzes nicht existiert. Und das ist gerade die Möglichkeit, dass der Satz keinen bestimmten Fregeschen Sinn hat. „p oder nicht-p“: hat nur Sinn, wenn „p“ Sinn hat.
Negation: ihre Funktion ist niemals (im Kontext repräsentationaler Sätze) zu sagen, dass der Satz keinen Sinn hätte.
Sinn/Millikan: ob ein Satz Sinn hat, kann man nicht a priori wissen.
Negation/Repräsentation/Wittgenstein/MillikanVsWittgenstein: sein Irrtum (im Tractatus) war es zu glauben, dass wenn jedermann sieht, dass „x“ in „x existiert nicht“ einen Sinn hat, dass dann der negative Satz eine negative Repräsentation sei.
Rationalismus/Millikan. die rationalistische Überzeugung, dass man den Unterschied von Sinn und Nicht-Sinn a priori wissen könnte.

I 303
Empfindungssprache/Empfindung/Privatsprache/Wittgenstein/MillikanVsWittgenstein/Millikan: das Problem ist nicht ganz das, was Wittgenstein gemeint hat. Es ist nicht unmöglich, eine Privatsprache zu entwickeln, sondern man kann keine Sprachen entwickeln, die nur von dem sprechen, was nur einmal und von einem einzigen Gesichtspunkt aus gesehen werden kann.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Sinn Wittgenstein VII 27
Sinn/Tractatus/Tetens: umstrittene These: daß nur deskriptive Sätze sinnvoll seien. NaturWissenschaft/Tractatus: die "Gesamtheit der wahren Sätze" falle mit der -žgesamten NaturWissenschaft" zusammen. (4.11).