Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Autorität Easton Brocker I 497
Autorität/Easton/Politisches System/Easton: Die Autoritätsstruktur besteht in dem formellen und informellen Muster, in dem Macht organisiert und verteilt wird (1). Siehe Politisches System/Easton.


1. Vgl. David Easton, A Systems Analysis of Political Life, New York 1965, S. 193


Dieter Fuchs, “David Easton, A Systems Analysis of Political Life” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolEast I
David Easton
A Systems Analysis of Political Life New York 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Axiome Tarski Berka I 400
Axiomensystem/Tarski: Problem: die Wahl der Axiome ist willkürlich, sie hängt vom Wissensstand ab. (1)
Berka I 530
Axiomensystem/Tarski: methodologisches Problem: einfach anzunehmen, dass ein Axiomensystem vollständig ist und daher jedes Problem seines Gebietes (seiner Theorie) lösen kann, ist ebenso willkürlich.(2)

1. A.Tarski, Grundlegung der Wissenschaftlichen Semantik, in: Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique, Paris 1935, Bd. III, ASI 390, Paris 1936, S. 1-8

2. A.Tarski, Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten Sprachen, Commentarii Societatis philosophicae Polonorum. Vol 1, Lemberg 1935

Tarski I
A. Tarski
Logic, Semantics, Metamathematics: Papers from 1923-38 Indianapolis 1983

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983
Begrenzte Rationalität Jolls Parisi I 60
Begrenzte Rationalität/Jolls: Viele wichtige Fragen des Verhaltensrechts und der Verhaltensökonomie drehen sich heute um konkurrierende Auffassungen von begrenzter Rationalität. Vgl. >Begrenzte Rationalität/Simon. Ökonomische Analyse: Die normative Analyse der Rechtspolitik wird tendenziell komplexer, wenn zu Simons ursprünglichem Modell der Nicht-Rationalität nicht-optimierende Entscheidungsregeln hinzugefügt werden. Zum Beispiel könnte eine gesetzliche Regelung wie das inzwischen nicht mehr existierende "Soda-Gesetz" von New York City, das den Verkauf von zuckerhaltigen Getränken in Portionen von mehr als 16 Unzen einschränkte, ein Versuch gewesen sein, die reflexartige Bestellung von übergroßen zuckerhaltigen Getränken anzugehen, einfach weil sie (sagen wir) ein angemessenes "Preis-Leistungs-Verhältnis" pro Unze boten - aber von einem normativen Standpunkt aus ist es schwierig, sicher zu sein, dass ein solcher reflexartiger Kauf wirklich ein "Versagen" ist, das eine gesetzliche "Korrektur" benötigt.
"Nichtwissen"/"Nicht-Allwissenheit" (engl. nonomniscience): Eine einfache Fehleinschätzung des Kaloriengehalts von übergroßen zuckerhaltigen Getränken lässt sich dagegen sowohl empirisch bestätigen - wissen die Leute, die ein Restaurant betreten, ungefähr, wie viele Kalorien ein übergroßes zuckerhaltiges Getränk hat? - als auch für rechtliche Maßnahmen, die einfach den Grad der Unwissenheit reduzieren sollen (obwohl natürlich auch die Kosten einer solchen Maßnahme berücksichtigt werden müssen). Sowohl für die analytische Klarheit als auch für die normative Debatte ist die Unterscheidung zwischen dem Nichtwissen und dem Nicht-Optimierungs-Aspekt von Simons beschränkter Rationalität enorm wertvoll (...).*
Parisi I 62
Nicht-Optimierung: Mit "Nicht-Optimierung" (...) wird eine Entscheidungsfindung bezeichnet, die nicht dem von der Erwartungsnutzentheorie postulierten optimierenden Verhalten entspricht. "Satisficing"/Herbert Simon/Beispiel: Zur (...) Veranschaulichung des Simon'schen Begriffs, dass ein Individuum "zufriedenstellend" ist [d.h. nach dem "satisficing" die erstbeste Möglichkeit wählt], anstatt die "optimale" Option zu wählen, stellen Sie sich ein Individuum vor, das beurteilt, ob ein für eine Immobilie (...) angebotener Preis auf oder über einem Niveau liegt, das als "akzeptabel" angesehen wird. Das Individuum, schreibt Simon, "mag $15.000 als einen 'akzeptablen' Preis betrachten, alles über diesem Betrag als 'zufriedenstellend', alles darunter als 'unbefriedigend'" und wird dementsprechend das erste erhaltene Angebot von $15.000 oder darüber annehmen, unabhängig davon, ob diese Annahme "optimal" ist (Simon, 1955(4), S. 104). >Optimismus/Bibas, >Verlustaversion/Bibas, >Verständigung im Strafverfahren/Bibas, >Verfügbarkeitsheuristik/Wirtschaftstheorien, >Optimismus/Wirtschaftstheorien.

*Verhaltensökonomie: Die Verhaltensökonomie konzentriert sich neben der begrenzten Rationalität auf den begrenzten Willen und das begrenzte Eigeninteresse (Thaler, 1996(1)). Die begrenzte Rationalität ist jedoch innerhalb der Verhaltensökonomik besonders prominent (...). Für eine Beschreibung der verhaltensökonomischen Arbeiten zu begrenzter Willenskraft und begrenztem Eigeninteresse siehe Jolls (2007(2), 2011(3)). >Begrenzte Rationalität/Simon, >Begrenzte Rationalität/Wirtschaftstheorien.


1. Thaler, Richard H. (1996). “Doing Economics Without Homo Economicus,” in Steven G. Medema and Warren J. Samuels, Hrsg., Foundations of Research in Economics: How Do Economists Do Economics?, 227–237. Cheltenham: Edward Elgar Publishing.
2. Jolls, Christine (2007). “Behavioral Law and Economics,” available at System/files/documents/pdf/Faculty/Jolls_BehavioralLawandEconomics.pdf> (previously published in Peter Diamond and Hannu Vartiainen, eds., Behavioral Economics and Its Applications. Princeton, NJ: Princeton University Press).
3. Jolls, Christine (2011). Behavioral Economics and the Law. Boston, MA and Delft: now Publishers.
4. Simon, Herbert A. (1955). “A Behavioral Model of Rational Choice.” Quarterly Journal of Economics 69: 99–118.


Jolls, Christine, „Bounded Rationality, Behavioral Economics, and the Law“. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press.

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Beschreibungsebenen Habermas IV 25
Beschreibungsebene/Interaktion/Kommunikation/Habermas: dass Interaktionsteilnehmer denselben Stimulus übereinstimmend interpretieren, ist ein Sachverhalt, der an sich, aber nicht für sie ((s) die Interaktionsteilnehmer) existiert. ((s) Siehe Außen/Innen/Maturana, Beschreibung/Maturana). Anwendungsbeispiel:
IV 30
Es genügt nicht, übereinstimmende Interpretationen zuzuschreiben,
IV 31
es müssen vielmehr identische Bedeutungen gefordert werden. Die Bedeutungskonstanz der Symbole muss nicht nur an sich gegeben, sondern für die Symbolbenutzer selbst erkennbar sein. ((s) Erst dann können Reaktionen nicht nur erwartet werden, sondern auch Fehldeutungen erkennbar gemacht werden.)
IV 229
Beschreibungsebenen/Lebenswelt/System/Habermas: aus der Teilnehmerperspektive der Angehörigen der Lebenswelt muss es sich so darstellen, als beziehe sich die systemtheoretische Soziologie nur auf eine der drei Lebensweltkomponenten, nämlich das Institutionensystem, zu dem Kultur und Persönlichkeit lediglich Umwelten bilden. Aus der systemtheoretischen Beobachterperspektive stellt es sich umgekehrt so dar, als beschränke sich die Analyse der Lebenswelt auf dasjenige unter den gesellschaftlichen Subsystemen, das auf die Erhaltung von Strukturmustern (pattern-maintenance) spezialisiert ist. Die Komponenten der Lebenswelt sind dann lediglich interne Differenzierungen dieses Subsystems der Bestandsdefinition.
IV 232
Die Entkoppelung von System und Lebenswelt lässt sich solange nicht als Differenzierungsvorgang zweiter Ordnung begreifen, wie wir uns nur auf eine der beiden Perspektiven konzentrieren, statt beide ineinander zu transformieren. Wir wollen stattdessen die Zusammenhänge beider untersuchen. Jede neue Ebene der Systemdifferenzierung bedarf einer veränderten institutionellen Basis, und für diese Transformation übernimmt die Evolution von Recht und Moral Schrittmacherfunktionen.
IV 246
Die über Tauschbeziehungen laufende segmentäre Differenzierung und die über Machtbeziehungen laufende Stratifizierung von Stammesgesellschaften kennzeichnen zwei verschiedene Ebenen der Systemdifferenzierung. Für die Erhaltung des Systembestandes ist die soziale Integration (Koordinierung von Handlungsorientierungen) nur in dem Maße nötig, wie sie die Rahmenbedingungen für die funktional notwendigen Zuordnung von Handlungseffekten sichert. Aber die verschiedenen Mechanismen sind nicht a priori harmonisiert.
IV 259
Beschreibungsebenen/Habermas: Moral- und Rechtsnormen sind Handlungsnormen zweiter Ordnung, an denen sich die Formen der sozialen Integration studieren lassen. Nach Durkheim werden sie abstrakter und allgemeiner, während sich beide gleichzeitig voneinander differenzieren.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Bezugssysteme Rorty I 17
Bezugssystem/Beschreibung/Wirklichkeit/Rorty: These: es gibt keinen fundamentalen Standpunkt oder allumfassenden Rahmen - Erkenntnis hat keine Fundamente. >Letztbegründung, >Beschreibungsebenen.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Bindungstheorie Psychologische Theorien Corr I 228
Bindungstheorie/Psychologische Theorien/Shaver/Mikulincer: Die Bindungstheorie lieferte einen alternativen psychodynamischen Rahmen für die Konzeption menschlicher Motivation und sozio-emotionaler Bindungen, aber sie hätte vielleicht nicht die Aufmerksamkeit von Entwicklungs-, Persönlichkeits-, Sozial- und klinischen Forschern auf sich gezogen, wenn sie nur das getan hätte. Was die Aufmerksamkeit der Forschungspsychologen erregte, waren die Muster oder Stile der Bindung, die in Bowlbys (1973(1), 1980(2)) Theorie hervorgehoben und in Ainsworths Forschung über Mutter-Kind-Dyaden (Ainsworth, Blehar, Waters und Wall 1978)(3) operationalisiert wurden. Siehe >Verhaltenssystem/Bowlby.

1. Bowlby, J. 1973. Attachment and loss, vol. II, Separation: anxiety and anger. New York: Basic Books
2. Bowlby, J. 1980. Attachment and loss, vol. III, Sadness and depression. New York: Basic Books
3. Ainsworth, M. D. S., Blehar, M. C., Waters, E. and Wall, S. 1978. Patterns of attachment: assessed in the Strange Situation and at home. Hillsdale, NJ: Erlbaum


Phillip R. Shaver and Mario Mikulincer, “Attachment theory: I. Motivational, individual-differences and structural aspects”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
CO2-Preis-Koordinierung Stavins Stavins I 169
CO2-Preis-Koordinierung/Stavins: (...) Die Lokalisierung der Treibhausgasemissionen hat keinen Einfluss auf die globale Verteilung der Schäden. Daher plagen Trittbrettfahrerprobleme einseitige und multilaterale Ansätze. Darüber hinaus werden die Länder nicht anteilig von den Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgase profitieren. Daher dürften die Minderungskosten den direkten Nutzen für praktisch alle Länder übersteigen.
Stavins I 170
Grundsätzlich können international eingesetzte marktbasierte Instrumente eine Gesamtkosteneffizienz erreichen. Drei grundlegende Routen zeichnen sich aus. 1. Die Länder könnten sich darauf einigen, die gleiche Steuer auf CO2 (angeglichene inländische Steuern) anzuwenden oder eine einheitliche internationale Steuer einzuführen.
2. Die internationale Politikgemeinschaft könnte ein System internationaler handelbarer Genehmigungen bzw. Rechte einrichten - also ein nationalstaatliches Cap and Trade-Programm.
3. Ein dezentraleres System von international vernetzten nationalen Cap and Trade-Programmen könnte eine international kostengünstige Emissionsminderung gewährleisten.
>CO2-Preis-Strategien/Stavins, >Emissionsrechte/Stavins, >Cap and Trade-System/Stavins.


Robert N. Stavins & Joseph E. Aldy, 2012: “The Promise and Problems of Pricing Carbon: Theory and
Experience”. In: Journal of Environment & Development, Vol. 21/2, pp. 152–180.

Stavins I
Robert N. Stavins
Joseph E. Aldy
The Promise and Problems of Pricing Carbon: Theory and Experience 2012
Codierung Shoda Corr I 476
Codierung/kognitiv-affektives Verarbeitungssystem/CAPS/Shoda/Smith: Ein wichtiger Satz von CAPS (Cognitive-affective processing system) Einheiten sind die mentalen Kategorien oder persönlichen Konstrukte, die verwendet werden, um das Selbst, andere Menschen und Ereignisse zu kodieren oder mental darzustellen. Menschen unterscheiden sich darin, wie sie üblicherweise sowohl innere als auch äußere Reize kodieren (Higgins 1990)(1). >Soziale Kognition/Shoda/Smith. Beispielsweise unterscheiden sich die Darsteller darin, wie sie die physiologische Erregung in Leistungssituationen konstruieren (Jones und Swain 1992(2)). Einige interpretieren die Erregungshinweise als etwas, das ihre Leistung unterstützt, während für andere die Erregung ein Hinweis darauf ist, dass sie "ersticken".
Im Laufe ihrer sozialen Lerngeschichte entwickeln Menschen auch relationale Schemata (Baldwin 1999)(3), kognitive Darstellungen davon, wie soziale Beziehungen ablaufen sollen, oder "funktionieren". Diese Schemata beeinflussen, wie sie kodieren und auf soziale Interaktionen reagieren.
Zu den wichtigsten Codierungen gehören die persönlichen Konstrukte, mit denen die eigenen Eigenschaften (d.h. das Selbstschema) dargestellt werden. So haben beispielsweise Untersuchungen gezeigt, dass sich Athleten in dem Maße unterscheiden, in dem sich ihre persönliche Identität um die Rolle des "Athleten" dreht (Brewer, Van Raalte und Linder 1993)(4). >Kontrollprozesse/Shoda/Smith.



1. Higgins, E. T. 1990. Personality, social psychology, and person-situation relations: stand-ards and knowledge activation as a common language, in L. A. Pervin (ed.), Handbook of personality: theory and research, pp. 301–38. New York: Guilford Press
2. Jones, G. and Swain, A. B. J. 1992. Intensity and direction dimensions of competitive state anxiety and relationships with competitiveness, Perceptual and Motor Skills 74: 467–72
3. Baldwin, M. W. 1999. Relational schemas: research into social-cognitive aspects of inter-personal experience, in D. Cervone and Y. Shoda (eds.), The coherence of personality: social-cognitive bases of consistency, variability, and organization, pp. 127–54. New York: Guilford Press
4. Brewer, B. W, Van Raalte, J. L and Linder, D. E. 1993. Athletic identity: Hercules’ muscles or Achilles heel?, International Journal of Sport Psychology 24: 237–54


Ronald E. Smith and Yuichi Shoda, “Personality as a cognitive-affective processing system“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Darstellung Kuhn Hacking I 242
Darstellung/Kuhn: verschiedene Systeme werden aufgrund gesellschaftlichen Drucks ausgewählt. (Siehe auch >System, >System/Wissenschaft.)

Kuhn I
Th. Kuhn
Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen Frankfurt 1973

Hacking I
I. Hacking
Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften Stuttgart 1996
Dispositionen Reisenzein Corr I 59
Dispositionen/Emotionssystem/Emotionen/Psychologische Theorien/Reisenzein: Zusammenfassend scheinen die emotionalen Neigungen in Form von zwei weitgehend unabhängigen (oder leicht negativ korrelierten) Hierarchien von korrelierten Dispositionen strukturiert zu sein, eine für angenehme und die andere für unangenehme Emotionen. Diese Struktur ist mit der Appraisal-Theorie kompatibel. Vgl. Diener, Smith und Fujita 1995(1); Schimmack, Oishi und Diener 2002(2)). Siehe auch >Emotionssystem/Psychologische Theorien, >Emotionen/Reisenzein, Fünf-Faktoren-Modell/Reisenzein.

1. Diener, E., Smith, H. and Fujita, F. 1995. The personality structure of affect, Journal of Personality and Social Psychology 69: 130–41
2. Schimmack, U, Oishi, S. and Diener, E. 2002. Cultural influences on the relation between pleasant emotions and unpleasant emotions: Asian dialectic philosophies or individualism-collectivism?, Cognition and Emotion 16: 705–19


Rainer Reisenzein & Hannelore Weber, “Personality and emotion”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press.

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Emissionsminderung Stavins Stavins I 159
Emissionsminderung/Emissionsminderungs-Credit-System/ERC/Aldy/Stavins: Ein Emissionsminderungs-Credit-System (ERC) sorgt für Emissionsminderung, indem es handelbare Credits für "zertifizierte" Reduzierungen vergibt. Im Allgemeinen können sich Unternehmen, die nicht unter eine Reihe von Vorschriften fallen - sei es Command and Control oder marktbasiert - freiwillig an solchen Systemen beteiligen, die als Quelle für Credits dienen, die Unternehmen, die Verpflichtungen zur Einhaltung der Vorschriften unterliegen, nutzen können. Einzelne Länder können ein ERC-System implementieren, ohne über ein entsprechendes Cap and Trade-Programm zu verfügen. Ein Unternehmen verdient Credits für Projekte, die die Emissionen im Vergleich zu einer hypothetischen "no project"-Baseline reduzieren. Bei der Bestimmung der Anzahl der Credits, die einem Unternehmen für ein Projekt gewährt werden, ist daher die Berechnung der entsprechenden Baseline ebenso wichtig wie die Messung der Emissionen.
VsEmissionsminderungs-Credit-System: Der Umgang mit dieser unbeobachteten und grundsätzlich nicht beobachtbaren hypothetischen Baseline steht im Mittelpunkt des sogenannten "Additionality"-Problems.
ERC-Systeme können zwar eigenständig sein, wie im Falle des CDM (Clean Development Mechanism), die Regierungen können sie jedoch auch als Elemente der inländischen Cap and Trade- oder anderer Regulierungssysteme etablieren. Diese ERC-Systeme - oft auch als Ausgleichsprogramme bezeichnet - dienen als Quelle für Credits, die von beaufsichtigten Unternehmen zur Erfüllung von Einhaltungsverpflichtungen im Primärsystem genutzt werden können. >CO2-Preis-Strategien/Stavins.


Robert N. Stavins & Joseph E. Aldy, 2012: “The Promise and Problems of Pricing Carbon: Theory and
Experience”. In: Journal of Environment & Development, Vol. 21/2, pp. 152–180.

Stavins I
Robert N. Stavins
Joseph E. Aldy
The Promise and Problems of Pricing Carbon: Theory and Experience 2012
Emissionsrechtehandel Narassimhan Narassimhan I 968
Emissionsechtehandel/Emissionshandelssystem/ETS/CO2-Bepreisungsmechanismen/Narassimhan: Die Mechanismen zur Preisgestaltung für CO2-Emissionen lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen: Cap-and-Trade (Deckeln und Handeln) (d.h. Emissionshandelssysteme (ETS)), CO2-Besteuerung oder Hybridmechanismen, die Elemente aus beiden kombinieren. >Emissionshandel/Fankhauser. Ein ETS legt eine Obergrenze entweder für die Gesamtemissionen oder für die Emissionsintensität fest, gemessen an den Emissionen pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts (BIP)(gross domestic product - GDP). Ein ETS kann Emissionen aus allen Treibhausgasen (greenhouse gases - GHGs) oder nur einigen, wie beispielsweise CO2, beinhalten. Die Regierungen stellen dann Zertifikate auf dem Primärmarkt zur Verfügung, in der Regel kostenlos oder im Rahmen einer Auktion, die dem Niveau der Obergrenze entsprechen (Aldy & Stavins, 2012)(2) (vgl. >Cap-and-Trade-Systeme/Aldy/Stavins).
Ein hybrider Ansatz aus teilweiser Versteigerung und kostenloser Zuteilung einiger Emissionszertifikate ist in den ETS-Märkten üblich. Unternehmen können dann während eines bestimmten Erfüllungszeitraums mit ihren Zulassungenhandeln, nach deren Ablauf sie an die Regierung abgegeben werden. Von Unternehmen mit niedrigeren Vermeidungskosten wird erwartet, dass sie ihre Zulassungen an Unternehmen mit höheren Vermeidungskosten auf dem Sekundärmarkt verkaufen, und insgesamt werden Emissionsminderungen theoretisch zu den geringsten Kosten erreicht.
Zu den wichtigsten Gestaltungsüberlegungen für ein ETS gehören die Festlegung, welche Treibhausgase und welche Sektoren im Rahmen der Obergrenze reguliert werden; zu welchem Zeitpunkt die Emissionen reguliert werden (vor- oder nachgelagert); die Stringenz der Obergrenze (oder der insgesamt zulässigen Emissionen); die Kosten für die Verringerung, Einhaltung und Verwaltung des ETS; das Verfahren der Zu- und Verteilung von Zertifikaten; die Überwachung, Berichterstattung und Überprüfung (monitoring, reporting and verification - MRV) von Emissionen und Zertifikaten; und Auswirkungen auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit (PMR und ICAP, 2016(3); Schmalensee & Stavins, 2017)(4). Weitere Überlegungen umfassen Richtlinien, die Systemflexibilität bieten, wie Bankkredite für die zukünftige Einhaltung von Vorschriften und die Aufnahme von Krediten aus zukünftigen Einhaltungszeiträumen, die Bildung einer Emissionsrücklage zur Stabilisierung der Sekundärmarktpreise und zur Sicherstellung der Liquidität, die Einrichtung neuer Handelsregister zur Überwachung und Verfolgung von CO2-Emissionsmärkten, die Bilanzierung von CO2-Kompensationen, internationale Verflechtungen, Ertragsmanagement und Stakeholder-Engagement (PMR und ICAP, 2016(3); Schmalensee & Stavins, 2017)(4).


1. World Bank. (2016). State and trends of carbon pricing 2016. Washington, DC: Author.
2. Aldy, J. E., & Stavins, R. N. (2012). The promise and problems of pricing carbon: Theory and experience. The Journal of Environment & Development, 21(2), 152–180.
3. PMR & ICAP. (2016). Emissions trading in practice: A handbook on design and implementation. Washington, DC: Partnership on Market Readiness (PMR), International Carbon Action Partnership (ICAP), and World Bank.
4. Schmalensee, R., & Stavins, R. N. (2017). The design of environmental markets: What have we learned from experience with cap and trade? Oxford Review of Economic Policy, 33(4), 572–588.


Easwaran Narassimhan, Kelly S. Gallagher, Stefan Koester & Julio Rivera Alejo, 2018: “Carbon pricing in practice: a review of existing emissions trading systems”. In: CLIMATE POLICY, Vol. 18/8, pp. 967–991.

Narassimhan I
Easwaran Narassimhan
Carbon pricing in practice: a review of existing emissions trading systems 2018
Emotionssystem Gray Corr I 358
Emotionssystem/Gray: Die Reduzierung pathologischer Emotionen kann auf zwei Arten erreicht werden: (a) Dekonditionierung aversiver Verstärkungsreize, die die Stärke der Reize in die angeborenen Emotionssysteme schwächen; oder
(b) durch Dämpfung der Aktivität in den Systemen selbst (z.B. durch die Verwendung von Medikamenten, die auf Schlüsselmoleküle in Teilen des angeborenen Systems abzielen).
Wir können die Wirksamkeit der Kognitionsverhaltenstherapie (CBT) als eine weitere Möglichkeit sehen, die Kraft der bisher aversiven Reize zur Aktivierung der Emotionssysteme zu "entschärfen" (z.B. durch Umstrukturierung von "irrationalen" Kognitionen, die als Input für diese Systeme dienen) Gray 1970)(1). >GrayVsEysenck, >Konditionierung/Gray, >Emotion/Gray.



1. Gray, J. A. 1970. The psychophysiological basis of Introversion–Extraversion, Behaviour Research and Therapy 8: 249–66



Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Emotionssystem Psychologische Theorien Corr I 56
Emotionssystem/Psychologische Theorien/Reisenzein/Weber: Das Emotionssystem scheint im Kern aus einem Mechanismus zu bestehen, der (1) die Relevanz von erkannten Ereignissen für die Wünsche oder Motive der Person überwacht, und
(2) erkannte motivrelevante Veränderungen an andere Persönlichkeitssubsysteme kommuniziert und gleichzeitig konkrete Handlungsziele vorschlägt (Frijda 1994(1); Reisenzein 2009(2)). Eine Person kann sich zu einem beträchtlichen Teil entscheiden, die "Vorschläge" ihrer Emotionen zu beachten oder zu ignorieren, sowie die Emotionen selbst zu kontrollieren oder zu regulieren. Frijda (1986(3)) formulierte es so: "Menschen haben nicht nur Emotionen, sie gehen auch mit ihnen um".
Corr I 60/61
Es ist heute weithin anerkannt, dass Emotionen adaptive Effekte haben, was der Grund dafür war, dass das Emotionssystem (zumindest sein Kern) in der Evolution entstanden ist. Es stellt sich die Frage, ob individuelle Unterschiede in der Emotionalität (z.B. Angst oder Irritation) zumindest teilweise ebenfalls das Produkt natürlicher Selektion sind. Obwohl es inzwischen starke Hinweise auf die teilweise Erblichkeit der Big Five (z.B. Bouchard (2004)(4)) und damit auf die Erblichkeit grundlegender interindividueller Unterschiede in der Emotionalität gibt, bedeutet dies nicht, dass diese vererbbaren interindividuellen Unterschiede adaptiv sind. Im Gegenteil, es wurde argumentiert, dass die bloße Existenz einer vererbbaren Variation in einem Merkmal einen Mangel an adaptiver Bedeutung signalisiert (Tooby and Cosmides 1990)(5). Siehe >Emotionssystem/Tooby, >Emotionssystem/Cosmides.

1. Frijda, N. H. 1994. Emotions are functional, most of the time, in P. Ekman and R. J. Davidson (eds.), The nature of emotion, pp. 112–36. Oxford University Press
2. Reisenzein, R. 2009. Emotions as metarepresentational states of mind: naturalizing the belief-desire theory of emotion, Cognitive Systems Research 10: 6–20
3. Frijda, N. H. 1986. The emotions. Cambridge University Press, p. 401
4. Bouchard, T. J. Jr. 2004. Genetic influence on human psychological traits, Current Directions in Psychological Science 13: 148–51
5. Tooby, J. and Cosmides, L. 1990. On the universality of human nature and the uniqueness of the individual: the role of genetics and adaptation, Journal of Personality 58: 17–67


Rainer Reisenzein & Hannelore Weber, “Personality and emotion”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press.

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Emotionssystem Tooby Corr I 61
Emotionssystem/Evolution/Tooby/Cosmides: Auf emotionale Dispositionen bezogen, argumentieren Tooby und Cosmides (Tooby und Cosmides 1990)(1), dass, wenn Unterschiede in der Emotionalität (z.B. geringe versus hohe Ängstlichkeit) einem Selektionsdruck ausgesetzt gewesen wären, sie sich nicht über evolutionäre Zeiten durchgesetzt hätten. Stattdessen wären sie zu einem optimalen Grad an Emotionalität (z.B. mittlere Ängstlichkeit) konvergiert. VsTooby/VsCosmides: Wie Penke, Denissen und Miller (2007)(2) feststellten, hätten sich jedoch interindividuelle Unterschiede in der Emotionalität entwickeln können. Dies hätte passieren können, wenn, wie es plausibel erscheint, in unserer evolutionären Vergangenheit kein allgemein optimales Maß an Angst, Irritation usw. existierte, aber verschiedene Ebenen der Emotionalität in verschiedenen Umgebungen oder sozialen Nischen am anpassungsfähigsten waren. >Emotionssystem/Psychologische Theorien.


1. Tooby, J. and Cosmides, L. 1990. On the universality of human nature and the uniqueness of the individual: the role of genetics and adaptation, Journal of Personality 58: 17–67
2. Penke, L., Denissen, J. J. A. and Miller, G. F. 2007. The evolutionary genetics of personality, European Journal of Personality 21: 549–87


Rainer Reisenzein & Hannelore Weber, “Personality and emotion”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press.

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Erfahrung Evans McDowell I 73
Erfahrung/Evans: ist nichtbegrifflich, aber mit repräsentationalem Inhalt. McDowellVsEvans: Erfahrung ist begrifflich.
Def Erfahrung/Evans: als Erfahrung gilt ein Zustand eines Informationssystems nur, wenn er Input eines denkenden, Begriffe anwendenden und logisch folgernden Systems ist. >Informationssystem/Evans.
Bsp Tiere haben wohl Schmerzempfindung, aber keinen Begriff von Schmerz.
Schmerz/McDowell: ist unbegrifflich, innere Erfahrung.
Erfahrung/McDowell/Evans: bei uns beiden ist die Erfahrung im Kantischen Sinn begrenzt, durch die Verbindung zur Spontaneität (Begrifflichkeit).
Erfahrung/Evans: obwohl sie bei Evans nichtbegrifflich ist, (und daher nach Kant blind sein müsste) will er sie davor schützen, indem er einen "Inhalt" behauptet. D.h. dem Subjekt soll eine objektive Eigenschaft der Realität präsent sein. Nämlich als eine scheinbare Ansicht der Welt.
McDowellVsEvans: ohne Begriffe hat das gar keinen Sinn.
Evans: dagegen stellt er die Forderung: Wahrnehmungsobjekte müssen von einer "begleitenden Theorie" gestützt sein.
McDowell: das ist ja gerade die >Spontaneität.
McDowell I 80/81 ff
Erfahrung/Evans: ihr Detailreichtum kann nicht mit Begriffen erfasst werden! Bsp Es sind viel mehr Farbschattierungen erfahrbar, als Begriffe zur Verfügung stehen. ((s) Es genügt der Begriff des Unterschieds, wenn Proben vorhanden sind.)
McDowell I 91
EvansVsDavidson: (anderes Horn des Dilemmas): Erfahrung ist wohl außerbegrifflich, aber dennoch rationaler Kontrolle durch die Außenwelt unterworfen.
Frank I 524f
Erfahrung/Evans: anders als Selbstzuschreibung: nicht eindeutig wahr/falsch.
I 526
Urteil: obwohl Urteile auf der Erfahrung (nicht-begrifflich) basieren, sind sie nicht über den Informationszustand. - Der "innere Zustand" wird nicht zum Gegenstand.

Gareth Evans(1982): Self-Identification, in: G.Evans The Varieties of Reference, ed. by John McDowell,
Oxford/NewYork 1982, 204-266

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Evans I
Gareth Evans
"The Causal Theory of Names", in: Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol. 47 (1973) 187-208
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Evans II
Gareth Evans
"Semantic Structure and Logical Form"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Evans III
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Gemeinschaft Easton Brocker I 496
Gemeinschaft/Politisches System/Easton: Die politische Gemeinschaft besteht aus den Mitgliedern des politischen Systems. Sie wird als eine Gruppe von Personen betrachtet, die durch eine politische Arbeitsteilung verbunden sind (1). Die Mitglieder können ganz unterschiedliche Kulturen, Traditionen oder sogar Nationalitäten aufweisen. Entscheidend ist, dass sie eine minimale Bereitschaft besitzen, bei der Lösung politischer Probleme zusammenzuarbeiten (2). Diese Zusammenarbeit kann in ganz unterschiedlichen institutionellen Strukturen erfolgen (zum Beispiel Demokratie oder Autokratie). Es kann sein, dass sich das Regime (Siehe Politisches System/Easton) ändert, aber die Gemeinschaft erhalten bleibt.

1. David Easton, A Systems Analysis of Political Life, New York 1965, S.177
2. Ebenda S. 172.
Dieter Fuchs, “David Easton, A Systems Analysis of Political Life” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolEast I
David Easton
A Systems Analysis of Political Life New York 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Gesundheitssystem Weber Habermas III 342
Gesundheitssystem/Sterbehilfe/Weber/Habermas: Weber: „Die allgemeine ‚Voraussetzung‘ des medizinischen Betriebs ist, trivial ausgedrückt: dass die Aufgabe der Erhaltung des Lebens rein als solchen und der möglichsten Verminderung des Leidens rein als solchen bejaht werde. Und das ist problematisch. Der Mediziner erhält mit seinen Mitteln den Todkranken, auch wenn er um Erlösung vom Leben fehlt, (…)“ (1)
Habermas III 343
Weber: „Allein die Voraussetzungen der Medizin und das Strafgesetzbuch hindern den Arzt, davon abzugehen. Ob das Leben lebenswert ist und wann? – danach fragt sie nicht.“ (2)

1.M. Weber, Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, hrsg. v. J. Winckelmann, Tübingen 1968. S. 599f.
2. Ebenda.

Weber I
M. Weber
Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus München 2013

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Größen/ Physik Barrow I 191
Erhaltungsgrößen: die Naturgesetze sind in gewissem Sinn nichts anderes als ein Verzeichnis der unveränderlichen Eigenschaften der Natur: I 193 Naturgesetze: Bsp (Erhaltungsgröße) Impuls ist invariant bei Translationen im Raum. - Energie: bei Translationen in der Zeit - Drehimpuls: bei Drehungen im Raum - das folgt aus der Tatsache, daß die Naturgesetze weder vom Ort, noch von der Zeit, noch von der Orientierung abhängen. - Symmetrie: hat höheren Rang bei den Wissenschaftlern, als die Gleichungen, die Veränderungen erklären.
I 491
Größen/Unabhängigkeit/System/Barrow: um Größen unabhängig von einem System zu machen, brauchen wir die Grundgrößen nur als Verhältnisse von Größen derselben Art auszudrücken.

B I
John D. Barrow
Warum die Welt mathematisch ist Frankfurt/M. 1996

B II
John D. Barrow
Die Natur der Natur: Wissen an den Grenzen von Raum und Zeit Heidelberg 1993

B III
John D. Barrow
Die Entdeckung des Unmöglichen. Forschung an den Grenzen des Wissens Heidelberg 2001
Handlungen Parsons Habermas IV 306
Handlung/Parsons/Habermas: Parsons geht wie Weber von den Kategorien von „Zweck“ und „Mittel“ aus. Er richtet sich dabei auf die allgemeinsten Bestimmungen der kleinsten denkbaren Einheit möglichen Handelns. (1)
Habermas IV 307
HabermasVsParsons: sein handlungsbegriff ist subjektivistisch („voluntaristisch“) was aus seinem Begriff der Situation (Siehe Situation/Parsons) folgt. Damit schließt seine Handlungstheorie den Objektivismus von verhaltenswissenschaftlich reformulierten Handlungsbegriffen aus. Unter dem Aspekt der Berücksichtigung normativer Standards überbrückt die Handlung nach Parsons den Abstand zwischen den Regionen des Seins und des Sollens, der Tatsachen und der Werte, zwischen den Bedingungen einer gegebenen Situation
Habermas IV 308
und den durch Werte und Normen bestimmten Orientierungen des Handelnden (die ontologische Dimension: conditions/norms). Dabei verliert die „Anstrengung“ die eine Handlung erfordert, den empirischen Sinn eines Strebens nach Gratifikation: „Anstrengung“ ist hier vielmehr „a name for the relating factor between the normative and conditional elements of action. It is necessitated by the fact that norms do not realize themselves automatically but only through action, so far as they are realized at all.“ (2) HabermasVsParsons: mit dem Begriff der Handlung als Grundeinheit lässt sich nicht erklären, was es heißt, dass ein Aktor seine Entscheidungen an Werten orientiert.

Habermas IV 352
Handlungen/System/Parsons: Handlung/Luhmann: “Die Handlung ist System aufgrund ihrer analytischen Binnenstruktur.” (3) Habermas: dabei geht es um die Relationen zwischen Werten, Normen, Zielen und Ressourcen.
HandlungsSystem/Parsons: setzt sich aus Teilsystemen zusammen, die auf Produktion und Erhaltung jeweils einer Komponente des Handelns spezialisiert sind:
Kultur: auf Werte
Gesellschaft: auf Normen
Persönlichkeit: auf Ziele
Verhaltenssystem: auf Mittel oder Ressourcen. (4)
Habermas IV 353
HabermasVsParsons: mit dem Konzept des Handlungssystems verschwinden die Aktoren als handelnde Subjekte; sie werden zu Einheiten abstrahiert, denen Entscheidungen und damit Effekte von Handlungen zugeschrieben werden. Aktoren kommen als abstrakte Platzhalter in den Blick, und zwar als Aspekte des lernfähigen Organismus, des Motivhaushaltes einer Person, der Rollen und Mitgliedschaften eines Sozialsystems und der handlungsdeterminierenden Überlieferungen einer Kultur.

1.Talcott Parsons, The Structure of Social Action, NY, 1949, S. 43f.
2.Ebenda S. 719.
3.N. Luhmann, T. Parsons: die Zukunft eines Theorieprogramms, Zeitschrift für Sozialforschung 9, 1980, S. 8 4. Talcott Parsons, Some Problems of General Theory in Sociology, in: McKinney, Tiryakan, (1970, S. 44

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Handlungssysteme Parsons Habermas IV 322
Handlungssystem/Parsons/Habermas: nachdem Parsons die Freudsche Persönlichkeitstheorie und die Kulturanthropologie von Malinowski kennengelernt hatte, verschob sich seine theoretische Perspektive: Handlungssysteme werden nicht mehr aus ihren Einheiten elementaristisch aufgebaut, sondern es wird mit ihnen begonnen. Ausgangspunkt wird für Parsons nun der Begriff der Kultur; Die Handlungssysteme Gesellschaft und Persönlichkeit werden als institutionelle Verkörperungen und motivationale Verankerungen von kulturellen Mustern erklärt. Elementare Einheiten sind nicht mehr Handlungseinheiten, sondern kulturelle Muster und symbolische Bedeutungen. Diese schließen sich zu Konfigurationen zusammen, zu überlieferungsfähigen kulturellen Wert- und Deutungssystemen.
Habermas IV 323
Problem: 1. Wie soll die kulturelle Determination von Handlungssysteme gedacht werden? 2. Wie lassen sich die drei Ordnungsbegriffe des Kultur-, Sozial- und Persönlichkeitssystems mit dem Handlungskonzept, aus dem sie nicht aufgebaut werden konnte, zusammenschließen?
Habermas IV 326
Ad 1.: Lösung/Parsons: Wertstandards werden nicht mehr einzelnen Aktoren als subjektive Eigenschaften zugeschrieben; kulturell Wertmuster werden vielmehr von vorherein als intersubjektiver Besitz eingeführt. Allerdings gelten sie zunächst nur als Bestandteile der kulturellen Überlieferung und verfügen nicht schon von Haus aus über normative Verbindlichkeit.
Habermas IV 327
Ad 2.: Aus der begrifflichen Perspektive verständigungsorientierten Handelns stellt sich die interpretative Aneignung überlieferter kulturelle Gehalte als der Akt dar, über den sich die kulturelle Determination des Handelns vollzieht.
Habermas IV 328
HabermasVsParsons: diesen Weg der Analyse verbaut sich Parsons, weil er die Orientierung an Werten als eine Orientierung an Gegenständen auffasst. Siehe auch Gegenstand/Parsons.
Habermas IV 358
Handlungssystem/Gesellschaft/System/Parsons/Habermas: Parsons definiert ab Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts Gesellschaft als ein Handlungssystem, wobei Kultur und Sprache anstelle der wertorientierten Zwecktätigkeit die konstitutiven Bestimmungen hergeben. (1) In Handlungssystemen durchdringen sich über das Medium der Sprache die überlieferten kulturellen Muster mit der genetisch fortgepflanzten organischen Ausstattung der individuellen Gesellschaftsmitglieder. Kollektive, die sich aus vergesellschafteten Individuen zusammensetzen, sind die Träger der Handlungssysteme. Außerdem ist jedes Handlungssystem eine Zone der Interaktion und der gegenseitigen Durchdringung von vier Subsystemen: Kultur, Gesellschaft, Persönlichkeit und Organismus. Jedes dieser Subsysteme ist auf eine Grundfunktion spezialisiert. (2)
Habermas IV 359
Subsysteme: da sie eine relative Selbständigkeit besitzen, stehen sie untereinander in kontingenten Beziehungen. Diese sind jedoch durch die Zugehörigkeit zum gemeinsamen Handlungssystem in gewisser Weise festgelegt. Die Teilsysteme bilden füreinander Umwelten. Kontrolle: für eine übergeordnete Kontrolle dieser Grundfunktionen postuliert Parsons eine Kontrollhierarchie. (3)
Habermas IV 381
Am Ende seines komplexen Denkweges steht Parsons für das Handlungssystem das an Kant angelehnte epistemologische Modell des erkennenden Subjekts vor Augen. HabermasVsParsons: für Zwecke der Grundlegung der Gesellschaftstheorie eignet sich das kommunikationstheoretische Modell des sprach- und handlungsfähigen Subjekts aber besser als das epistemologische.


1 T. Parsons, Societies, Englewood Cliffs, 1966, p. 5.
2. Ibid p. 7.
3. Ibid p. 28

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Institutionen Politik der Vereinigten Staaten Levitsky I 48
Institutionen/Politik der Vereinigten Staaten/Levitsky: Die Wächterfunktion amerikanischer Institutionen reicht bis zur Gründung der Republik zurück. Durch die Verfassung von 1787 wurde das erste Präsidialsystem der Welt geschaffen. Ein solches System erfordert erhebliche Wachsamkeit. Europa: In parlamentarischen Demokratien ist der Ministerpräsident Parlamentsmitglied und wird von den stärksten Parteien im Parlament gewählt, was im Großen und Ganzen sicherstellt, dass er oder sie für politische Insider akzeptabel ist.(1) Allein schon der Vorgang der Regierungsbildung dient als Filter.
USA: Die amerikanischen Präsidenten dagegen sind keine Abgeordneten, und sie werden auch nicht vom Kongress gewählt. Zumindest theoretisch werden sie vom
Levitsky I 49
Volk gewählt, jeder kann sich um die Präsidentschaft bemühen und das Amt, wenn er oder sie genügend Unterstützer findet, auch erlangen. Dilemma: Einerseits wollten [die Autoren der amerikanischen Verfassung] an der Spitze des Staates keinen Monarchen, sondern einen gewählten Präsidenten installieren, und zwar einen, der ihre Vorstellung von einer republikanischen Volksregierung erfüllte und den Volkswillen widerspiegelte. Andererseits vertrauten sie der Fähigkeit des Volks nicht ganz, über die Amtseignung eines Kandidaten zu entscheiden. Alexander Hamilton befürchtete, dass ein Präsidentenamt, dessen Inhaber vom Volk gewählt wird, allzu leicht an jemanden fallen könnte, der die Ängste und Ignoranz der Menschen ausnutzt, um gewählt zu werden, und dann als Tyrann regiert.(2) >Wahlsystem/Politik der USA.


1.Vgl. David Samuels/Matthew Shugart, Presidents, Parties, and Prime Ministers. How the Separation of Powers Affects Party Organization and Behavior, New York 2010.
2. Federalist Papers, Nr. 1, in: Alexander Hamilton/James Madison/John Ivy, Die Federalist Papers. Vollständige Ausgabe, hg. von Barbara Zahnpfennig, München 2007, S. 55.
Kontrollprozesse Shoda Corr I 479
Kontrollprozesse/CAPS/Kognitiv-Affektives Verarbeitungssystem/Selbstregulation/Shoda/Smith: Die kognitiv-affektiven Komponenten sind miteinander verbunden. Die >Codierungseinheiten reagieren auf spezifische Aspekte der Situation (Erzeugung der psychologischen Situation) und die Kodierungen beeinflussen und werden von anderen Einheiten (Erwartungen, Ziele, Affekte) beeinflusst. Das Gesamtmuster der Aktivierungen und Hemmungen führt zu bestimmten Verhaltensweisen, die selbst die Situation verändern können. Im CAPS-Modell geht es nicht nur darum, wie 'viel' einer bestimmten Einheit (z.B. Selbstwirksamkeitsüberzeugung, Leistungsangst, Beherrschung der Ziele) eine Person hat, sondern auch darum, wie diese kognitiv wirksamen Einheiten innerhalb der Person miteinander organisiert sind und ein Netzwerk von Verbindungen bilden, die parallel und nicht seriell auf mehreren Ebenen der Zugänglichkeit, des Bewusstseins und der Automatizität funktionieren können. Individuen unterscheiden sich stabil und einzigartig in diesem Netzwerk von Verbindungen oder Assoziationen. Solche Unterschiede stellen einen wesentlichen Aspekt der Persönlichkeit dar (Mischel und Shoda 1995(1); Shoda und Mischel 1998(2)).
Für ein bestimmtes Individuum kann die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Merkmal einer Situation das Denken A auslöst, was zu Denken B, Emotion C und Verhalten D führt, relativ stabil und vorhersehbar sein, was ein Netzwerk von chronisch zugänglichen Assoziationen zwischen Kognitionen und Affekten widerspiegelt, die diesem Individuum zur Verfügung stehen. So setzt das CAPS-Modell einen internen Satz von wenn...dann...Relationen sowie das externe Situationsverhalten mit wenn...dann...Relationen (...). Die Kognitionen und Affekte, die zu einem bestimmten Zeitpunkt aktiviert werden, hängen von Situationen ab, die entweder intern oder extern einer Person angehören.
Das System, das der kognitiv-wirksamen und Verhaltens-Dynamik eines Individuums zugrunde liegt, enthält typischerweise umfangreiche interne Feedbackschleifen ("feedback loops"), was bedeutet, dass "nachgeschaltete" Einheiten "stromaufwärts" Einheiten aktivieren können, die einen Fluss von Gedanken, Gefühlen und sogar Verhaltensweisen erzeugen, ohne unbedingt einen äußeren Reiz zu benötigen.
Zum Beispiel sind die vielen Überzeugungen, die wir pflegen, nicht unabhängig voneinander, sondern unterstützen sich gegenseitig auf eine Weise, die uns hilft, den Sinn der Welt zu "verstehen". Außerdem stellen sie eine persönliche Lebensphilosophie dar. Darüber hinaus sind die Komponenten eines Glaubenssystems mit affektiven Reaktionen, Zielen und Werten sowie Verhaltensweisen in einer Weise verbunden, die ein kohärentes organisches Ganzes bildet (Shoda und Smith 2004)(3). >Netzwerke/Shoda/Smith.


1. Mischel, W. and Shoda, Y. 1995. A cognitive-affective system theory of personality: reconceptualizing situations, dispositions, dynamics, and invariance in personality structure, Psychological Review 102: 246–68
2. Shoda, Y. and Mischel, W. 1998. Personality as a stable cognitive-affective activation network: characteristic patterns of behaviour variation emerge from a stable personality structure, in S. J. Read and L. C. Miller (eds.), Connectionist and PDP models of social reasoning and social behaviour, pp. 175–208. Hillsdale, NJ: Erlbaum
3. Shoda, Y. and Smith, R. E. 2004. Conceptualizing personality as a cognitive-affective processing system: a framework for models of maladaptive behaviour patterns and change, Behaviour Therapy 35: 147–65


Ronald E. Smith and Yuichi Shoda, “Personality as a cognitive-affective processing system“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Konzeptuelles Nervensystem Gray Corr I 349
Konzeptuelles Nervensystem/Gray: Ein (....) wichtiger Aspekt der RST (>Reinforcement Sensitivity Theory) ist die Unterscheidung zwischen den Teilen, die zum konzeptuellen Nervensystem (cns) gehören, und den Teilen, die zum zentralen Nervensystem (CNS) gehören (eine Unterscheidung, die durch Hebb 1955 fortgeführt wurde)(1). Def cns/Hebb: Die cns-Komponente von RST liefert das Verhaltensgerüst, formalisiert in einem theoretischen Rahmen (z.B. Lerntheorie; siehe Gray 1975(2); oder, ethoexperimentelle Analyse; siehe Gray und McNaughton 2000)(3);
Def CNS/Hebb: Die CNS-Komponente spezifiziert die beteiligten Gehirnsysteme, die sich auf die neuesten Erkenntnisse des neuroendokrinen Systems stützen (siehe McNaughton und Corr 2008)(4). Wie von Gray (1972a)(5) festgestellt, müssen diese beiden Erklärungsebenen kompatibel sein.


1. Hebb, D. O. 1955. Drives and the C. N. S. (Conceptual Nervous System), Psychological Review 62: 243–54
2. Gray, J. A. 1975. Elements of a two-process theory of learning. London: Academic Press
3. Gray, J. A. and McNaughton, N. 2000. The neuropsychology of anxiety: an enquiry into the functions of the septo-hippocampal system. Oxford University Press
4. Corr, P. J. and McNaughton, N. 2008. Reinforcement sensitivity theory and personality, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 155–87. Cambridge University Press
5. Gray, J. A., 1972a. Learning theory, the conceptual nervous system and personality, in V. D. Nebylitsyn and J. A. Gray (eds.), The biological bases of individual behaviour, pp. 372–99. New York: Academic Press


Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press



Corr II 115
Konzeptionelles Nervensystem/Zentralnervensystem/Gehirn/Drogen/Gray/McNaughton/Corr: Man kann, und Gray hat dies insbesondere getan, in [zwei] Richtungen gehen: zu einem 'konzeptionellen Nervensystem' (zns), wie es von Hebb (1955)(1) aus der sorgfältigen Beobachtung von experimentell erzwungenem Verhalten abgeleitet wurde und zu dem realen 'zentralen Nervensystem' (ZNS), das von Neuroanatomie und Neurophysiologie untersucht wurde. Grays einzigartige Leistung war es, die Verwendung von Drogen als konzeptuelles Dissektionsinstrument unter der Annahme zu verwenden, dass ein Medikament die synaptische Aktivität (ZNS) und damit parallel dazu das Verhalten (zns) verändert. Angenommen, eine Droge beeinflusst Verhalten A, aber nicht Verhalten B. Dann können wir sicher sein, dass A von einem Prozess abhängt, der nicht von B geteilt wird. Kritisch betrachtet bedeutet dies, dass wir alle kognitiven und neuronalen Prozesse, die nicht drogensensitiv sind, von der Betrachtung ausschließen. Drogen sezieren also sowohl das ZNS als auch das zns in einer in hohem Maße reproduzierbaren, theorieunabhängigen Weise. Gray setzte die Sezierung durch Drogen auf besonders wirkungsvolle Weise ein: (...) um bestimmte Verhaltensweisen, neuronale Systeme, Persönlichkeitssysteme und klinische Störungen miteinander zu verbinden.
II 125
Introversion/Gray: (...) Gray kommt zu dem Schluss, "dass es die Aktivität in dem Frontalkortex-Medialseptalbereich-Hippokampus ist, die den Grad der Introversion bestimmt: je empfindlicher oder aktiver dieses System ist, desto introvertierter wird das Individuum sein" (1970a, S. 260)(2).

1. Hebb, D. O. (1955). Drives and the C.N.S. (conceptual nervous system). Psychological Review, 62, 243–254.
2. Gray, J. A. (1970a). The psychophysiological basis of introversion–extraversion. Behaviour Research and Therapy, 8, 249–266.


McNaughton, Neil and Corr, John Philip: “Sensitivity to Punishment and Reward Revisiting Gray (1970)”, In: Philip J. Corr (Ed.) 2018. Personality and Individual Differences. Revisiting the classical studies. Singapore, Washington DC, Melbourne: Sage, pp. 115-136.

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Konzeptuelles Nervensystem Hebb Corr I 349
Konzeptuelles Nervensystem/Hebb: Ein (....) wichtiger Aspekt der RST (>Reinforcement Sensitivity Theorie) ist die Unterscheidung zwischen den Teilen, die zum konzeptuellen Nervensystem (cns) gehören, und den Teilen, die zum zentralen Nervensystem (CNS) gehören (eine Unterscheidung, die durch Hebb 1955 fortgeführt wurde) (1). Def cns/Hebb: Die cns-Komponente von RST liefert das Verhaltensgerüst, formalisiert in einem theoretischen Rahmen (z.B. Lerntheorie; siehe Gray 1975(2); oder, ethoexperimentelle Analyse; siehe Gray und McNaughton 2000)(3);
Def CNS/Hebb: Die CNS-Komponente spezifiziert die beteiligten Gehirnsysteme, die sich auf die neuesten Erkenntnisse des neuroendokrinen Systems stützen (siehe McNaughton und Corr 2008)(4). Wie von Gray (1972a)(5) festgestellt, müssen diese beiden Erklärungsebenen kompatibel sein.


1. Hebb, D. O. 1955. Drives and the C. N. S. (Conceptual Nervous System), Psychological Review 62: 243–54
2. Gray, J. A. 1975. Elements of a two-process theory of learning. London: Academic Press
3. Gray, J. A. and McNaughton, N. 2000. The neuropsychology of anxiety: an enquiry into the functions of the septo-hippocampal system. Oxford University Press
4. Corr, P. J. and McNaughton, N. 2008. Reinforcement sensitivity theory and personality, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 155–87. Cambridge University Press
5. Gray, J. A., 1972a. Learning theory, the conceptual nervous system and personality, in V. D. Nebylitsyn and J. A. Gray (eds.), The biological bases of individual behaviour, pp. 372–99. New York: Academic Press



Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Hebb I
Donald O. Hebb
The Organization of Behavior Hoboken, NJ 1949

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Kultur Easton Brocker I 495
Kultur/Easton: In der Kultur eines Landes sind Normen eingebaut, die verhindern, dass alle Unzufriedenheiten und alle Interessen auch zu Ansprüchen an das politische System werden (1). Wie restriktiv diese kulturellen Normen sind, ist von der jeweiligen Gesellschaft abhängig. Ein wichtiger Faktor der Regulierung und Selektion von Wünschen sind kulturelle Mechanismen. Siehe Politisches System/Easton: insbesondere Systemumwelt, Ansprüche, Persistenz.

1. David Easton, A Systems Analysis of Political Life, New York 1965, S. 100-116.


Dieter Fuchs, “David Easton, A Systems Analysis of Political Life” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolEast I
David Easton
A Systems Analysis of Political Life New York 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Kultur Goodenough Corr I 393
Kultur/Goodenough/Saucier: Goodenough (1981)(1) betont die Ähnlichkeiten zwischen der Darstellung von Kultur in Individuen und der Darstellung von Sprache in Individuen. Idiolekt: Die Sprecher einer Sprache (man könnte sie auch eine Sprachgemeinschaft nennen) sind keine homogene Gruppe. Es gibt individuelle Unterschiede im Wissen sowie in der Verwendung von Grammatik und Wortschatz. Eine Person kann Slang, technisches oder anderes Vokabular kennen, was eine andere Person nicht tut; die einzigartige Version der Sprache des Einzelnen kann als "Idiolekt" bezeichnet werden.
Dialekt: Das Analogon einer Subkultur wäre ein Dialekt. Man kann lernen, mehr als eine Sprache zu sprechen und trotzdem an mehr als einer Kultur teilzunehmen.
Sprache/Goodenough: Wie eine Kultur verkörpert eine Sprache eine Reihe von Standards (für die Kommunikation). Die einer Gruppe zugeschriebenen Standards können als funktionsfähig angesehen werden, abgesehen von den Individuen in der Gruppe - eine gemeinsame Illusion.
Kultur/Goodenough: Es ist ebenso unsinnig, von "Zugehörigkeit zu einer Kultur" (oder Zugehörigkeit zu ihr) zu sprechen wie von "Zugehörigkeit zu einer Sprache". Wie Goodenough es ausdrückt, kann man "nicht Mitglied einer Reihe von Normen oder eines Wissens über Zollfragen sein" (1981, S. 103). Du benutzt eine Kultur, so wie du eine Sprache benutzt.
Goodenough spezifiziert die Inhalte der Kultur in systematischer Beziehung zueinander, beginnend mit den grundlegendsten Einheiten, über die Bewegung von
a) Formen (Kategorien, Konzepte, Ideen), bis zu
b) Vorschläge, bis hin zu
c) Überzeugungen. Persönliche Werte
d) sind jene persönlichen Überzeugungen, die mit inneren Gefühlszuständen, Wünschen, gefühlten Bedürfnissen, Interessen und mit der Maximierung von Befriedigung und Minimierung von Frustration verbunden sind.
Die nächstabstraktesten Einheiten scheinen weniger offen psychologische Sprache zu sein, man könnte sie als "Idiolekt" bezeichnen. Das Analogon einer Subkultur wäre ein Dialekt. Man kann lernen, mehr als eine Sprache zu sprechen.
Zugehörigkeit zu einer Gruppe/Mitgliedschaft/Goodenough: Es ist ebenso unsinnig, von "Zugehörigkeit zu einer Kultur" (oder Zugehörigkeit zu ihr) zu sprechen wie von "Zugehörigkeit zu einer Sprache". Wie Goodenough es ausdrückt, kann man "nicht Mitglied einer Reihe von Normen oder eines Wissens über Zollfragen sein" (1981, S. 103). Du benutzt eine Kultur, so wie du eine Sprache benutzt.
Inhalt der Kultur/Goodenough: (a)-(d) (siehe oben) plus
Es gibt
e) Regeln und öffentliche Werte - Systeme, die Regeln, Codes, Pflichten, Verpflichtungen, Rechte, Privilegien und Normen der Fairness festlegen;
f) Rezepte (bekannte Verfahrensanforderungen zur Erreichung eines Zwecks, wie in Anleitungen und Etiketten);
g) Routinen und Bräuche; und schließlich
h) Institutionen, die Einheiten (e) bis (g) organisieren und systematisieren. Siehe >Kultur/Schwartz, >Persönlichkeitssystem/Saucier.



1. Goodenough, W. H. 1981. Culture, language, and society. Menlo Park, CA: Benjamin/Cummings


Gerard Saucier, „Semantic and linguistic aspects of personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Lebenswelt Habermas III 72
Lebenswelt/Habermas: hier geht es um die soziokulturellen Bedingungen einer rationalen Lebensführung. Hier müssen wir die Strukturen untersuchen, die Individuen und Gruppen rationale Handlungsorientierungen ermöglichen.
III 73
Dabei spielen Deutungssysteme und Weltbilder, die das Hintergrundwissen sozialer Gruppen spiegeln, eine Rolle.
III 107
Den Begriff der Lebenswelt führe ich zunächst als Korrelat zu Verständigungsprozessen ein. Kommunikativ handelnde Subjekte verständigen sich stets im Horizont einer Lebenswelt. Ihre Lebenswelt baut sich aus mehr oder weniger diffusen, stets unproblematischen Hintergrundüberzeugungen auf. Sie speichert die Interpretationsarbeit vorangegangener Generationen; sie ist das konservative Gegengewicht gegen das Dissensrisiko, das mit jedem aktuellen Verständigungsvorgang entsteht.
III 108
Mythos/Mythen/Habermas. In mythischen Weltbildern als Interpretationshintergrund einer Lebenswelt in einer sozialen Gruppe ist den einzelnen Angehörigen die Last der Interpretation ebenso abgenommen wie die Chance, selber ein kritisierbares Einverständnis herbeizuführen. Hier wird das sprachliche Weltbild als Weltordnung reifiziert und kann nicht als kritisierbares Deutungssystem durchschaut werden.
IV 189
Lebenswelt/Methode/HabermasVsHusserl/Habermas: Wenn wir die bewusstseinsphilosophischen Grundbegriffe, in denen Husserl die Lebensweltproblematik behandelt,(1) aufgeben, können wir uns die Lebenswelt durch einen kulturell überlieferten und sprachlich organisierten Vorrat an Deutungsmustern repräsentiert denken. Dann muss der Verweisungszusammenhang nicht mehr im Rahmen der Phänomenologie und Psychologie der Wahrnehmung erklärt zu werden, sondern als Bedeutungszusammenhang.
IV 191
Lebenswelt/Habermas: da die Kommunikationsteilnehmer ihr gegenüber keine extramundane Stellung einnehmen können, hat sie einen anderen Status als die anderen Weltkonzepte (der sozialen, der subjektiven und der objektiven Welt), in denen sich Sprecher und Hörer sich wahlweise auf etwas Objektives, Normatives oder Subjektives beziehen können. Bezogen auf die Lebenswelt ist das nicht möglich. Die Beteiligten können sich mit ihrer Hilfe auch nicht auf etwas „Intersubjektives“ beziehen.
IV 192
Sie bewegen sich stets innerhalb des Horizonts ihrer Lebenswelt und können sich nicht auf „etwas in der Lebenswelt“ beziehen, wie auf Tatsachen, Normen oder Erlebnisse. Die Lebenswelt ist gleichsam der transzendentale Ort, an dem Sprecher und Hörer sich begegnen und reziprok den Anspruch erheben können, dass ihre Äußerungen mit der Welt (der objektiven, sozial oder subjektiven Welt) zusammenpassen.
IV 198
Die phänomenologisch beschriebenen Grundzüge der konstituierten Lebenswelt lassen sich ohne Schwierigkeiten erklären, wenn man „Lebenswelt“ als Komplementärbegriff zum „kommunikativen Handeln“ einführt.
IV 205
Hintergrund/Lebenswelt/Habermas: die Lebenswelt sollte nicht mit dem aus kulturellen Wissen bestehenden Hintergrund gleichgesetzt werden. Stattdessen ist es so, das Solidaritäten der über Werte und Normen integrierten Gruppen und Kompetenzen vergesellschafteter Individuen ins kommunikative Handeln einfließen.
IV 224
Lebenswelt/Habermas: wenn wir Gesellschaft als Lebenswelt konzipieren, unterstellen wir a) die Autonomie der Handelnden, b) die Unabhängigkeit der Kultur, c) die Durchsichtigkeit der Kommunikation. Diese drei Fiktionen sind in die Grammatik von Erzählungen eingebaut und kehren in einer kulturalistisch vereinseitigten, verstehenden Soziologie wieder. (Siehe Fiktionen/Habermas).
IV 230
Lebenswelt/System/Habermas: Soziale Evolution verstehe ich als einen Differenzierungsvorgang zweiter Stufe: System und Lebenswelt differenzieren sich, indem die Komplexität des einen und die Rationalität der anderen wächst, nicht nur jeweils als System und als Lebenswelt – sondern beide differenzieren sich gleichzeitig auch voneinander. Unter Systemaspekten lassen sich diese Stufen durch jeweils neu auftretende systemische Mechanismen kennzeichnen. Diese lösen sich immer mehr von den sozialen Strukturen ab, über die sich die soziale Integration vollzieht.
IV 273
Lebenswelt/Steuerungsmedien/Kommunikationsmedien/Sprache/Habermas: die Umstellung von Sprache auf Steuerungsmedien (Geld, Macht (Einfluss, Reputation)) bedeutet eine Abkoppelung der Interaktion von lebensweltlichen Kontexten (Siehe Lebenswelt/Habermas), Medien wie Geld und Macht setzen an den empirisch motivierten Bindungen an; sie codieren einen zweckrationalen Umgang mit kalikulierbaren Wertmengen und ermöglichen eine generalisierte strategische Einflussnahme auf die Entscheidungen anderer Interaktionsteilnehmer unter Umgehung sprachlicher Konsensbildungsprozesse.
Pointe: damit wird die Lebenswelt für die Koordinierung von Handlungen nicht länger benötigt.


1.E.Husserl, Erfahrung und Urteil, Hamburg 1948; zur Kritik an den bewusstseinstheoretischen Grundlagen der phänomenologischen Sozialontologie von A. Schütz vgl. M. Theunissen, Der Andere, Berlin 1965, S. 406ff.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Legitimität Easton Brocker I 498
Legitimität/Politisches System/Easton: Legitimität liegt dann vor, wenn die Person glaubt, dass das institutionalisierte Regime den eigenen moralischen Prinzipien entspricht (1). Diese Form der diffusen Unterstützung wird vor allem durch Sozialisation erzeugt. Sie ist nach Easton die stabilste Form der Unterstützung (2), da das Regime um seiner selbst willen unterstützt wird, das heißt aufgrund der Werte und Normen, die der jeweilige Bürger präferiert und denen nach seiner Auffassung das Regime des eigenen Landes entspricht. Siehe Politisches System/Easton.

1. David Easton, –, »A Re-Assessment of the Concept of Political Support«, in: British Journal of Political Science 5/4, 1975, S. 451
2. David Easton, A Framework for Political Analysis, Englewood Cliffs, N. J. 1965, S. 278


Dieter Fuchs, “David Easton, A Systems Analysis of Political Life” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolEast I
David Easton
A Systems Analysis of Political Life New York 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Methode Hobbes Adorno XIII 241
Methode/Deduktion/Hobbes/Adorno: die Methode des Hobbes selber war, und das ist bei einem solchen konsequenten Nominalisten merkwürdig, mehr cartesianisch deduktiv, als dass sie eigentlich eine solche reine induktive Methode gewesen wäre, wie man sie bei einem Denker erwartet, der als das wahrhaft Seiende vorweg nur das Einzelne und dem Begriff sich Entziehende annehmen könnte. >Materialismus/Adorno, System/Adorno, Prinzipien.

Hobbes I
Thomas Hobbes
Leviathan: With selected variants from the Latin edition of 1668 Cambridge 1994

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Methode Luhmann AU Kass 11
Beobachtung/System/Trennung/Methode/Luhmann: ein Beobachter kann Operationen beobachten und als Einheit definieren, die zugleich psychisch und sozial ablaufen. - Allerdings ist es methodologisch merkwürdig: er kann identifizieren, wie es ihm natürlich erscheint. - Es wäre einfach unnatürlich, die Systeme zu trennen - das scheint ein Widerspruch zur gesamten Systemtheorie zu sein. Lösung/Luhmann: klären, was eigentlich ein Beobachter ist. - Lösung: jemand, der sich für Theorien entscheidet. - Pointe: damit kommt der Beobachter in seiner eigenen Theorie wieder vor. - Das ist ein Kreislauf oder Purzelbaum - ((s) > Zirkel, zirkulär). - Frage: ist es die Alltagswelt oder die Wissenschaft, die die Theoriewahl bestimmt? - Durkheim: soziale Emergenz: man kann soziale Tatsachen nur durch soziale Tatsachen erklären.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
Mögliche Welten Popper I 120
Mögliche Welten/Popper: es gibt logisch unendlich viele mögliche Welten. Das System, das wir "empirische Wissenschaft" nennen, soll aber nur eine »wirkliche Welt« (»Erfahrungswirklichkeit«) darstellen. Drei Forderungen: 1. Das System muss synthetisch sein (eine nichtwiderspruchsvolle Welt darstellen)
2. nicht metaphysisch sein (eine mögliche "Erfahrungswelt" darstellen)
3. irgendwie gegenüber anderen Systemen ausgezeichnet sein. >System/Wissenschaft.

Po I
Karl Popper
Grundprobleme der Erkenntnislogik. Zum Problem der Methodenlehre
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977
Normen Easton Brocker I 497
Normen/Politisches System/Easton: Die Normen legen fest, welche Verfahren akzeptabel sind für die Verarbeitung und Implementation von Ansprüchen. Sie werden als Spielregeln (»rules of the game«; 200) bezeichnet. (1) Siehe Politisches System/Easton.

1. Vgl. David Easton, A Systems Analysis of Political Life, New York 1965, S. 200


Dieter Fuchs, “David Easton, A Systems Analysis of Political Life” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolEast I
David Easton
A Systems Analysis of Political Life New York 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Ordnung Carnap VI 206
System/Referenz/Bezug/Transformation/Bedeutung/Relation/Permutation/Carnap: man könnte willkürlich irgendwelche anderen Relationen annehmen, für die dennoch genau dieselben empirischen Aussagen (den Zeichen nach!) gelten, die aber nun etwas anderes bedeuten. - Bsp Wir brauchen nur eine eineindeutige Transformation der Menge der Grundelemente in sich selbst und als neue Grundrelation diejenigen Relationen, deren Bestand der transformierte Bestand der alten Grundrelationen ist. Dann sind die neuen Relationen den alten strukturgleich (isomorph). - ((s) Schlüsselstelle.)
VI 213
Ordnung/Carnap: Bsp Hund im zoologischen Gebiet: Punkt - als Individuum anders lokalisiert - zeitliche Ordnung anders als alle anderen. - Der Unterscheidung singulärer Term/allgemeiner Term entspricht die zwischen Ordnungen - Qualitäten werden anders geordnet als nach Raum und Zeit - Das entspricht dem Unterschied zwischen Gleichortigkeit und Gleichfarbigkeit von Sehfeldstellen - Grund: verschiedene gleichortige (gleichstellige) Qualitätsklassen können nie zu demselben Elementarerlebnis gehören, wohl aber gleichfarbige. Nur so konnten wir die beiden Ordnungen Sehfeld und Farbkörper (>Dimensionen) trennen. VI 215 Gleichortigkeit erlaubt erst die Erkenntnissynthese. - ((s) Zwei Dinge können nur nacheinander am selben Ort sein - zeitliche Dimension - nicht bei Gleichfarbigkeit.)

Ca I
R. Carnap
Die alte und die neue Logik
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Ca II
R. Carnap
Philosophie als logische Syntax
In
Philosophie im 20.Jahrhundert, Bd II, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Ca IV
R. Carnap
Mein Weg in die Philosophie Stuttgart 1992

Ca IX
Rudolf Carnap
Wahrheit und Bewährung. Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique fasc. 4, Induction et Probabilité, Paris, 1936
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Ca VI
R. Carnap
Der Logische Aufbau der Welt Hamburg 1998

CA VII = PiS
R. Carnap
Sinn und Synonymität in natürlichen Sprachen
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Ca VIII (= PiS)
R. Carnap
Über einige Begriffe der Pragmatik
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982
Persönlichkeit Saucier Corr I 379
Persönlichkeit/Definition/Saucier: Persönlichkeit kann auf eine der beiden stark kontrastierenden Arten definiert werden, entweder als (a) eine Reihe von Attributen, die eine Person charakterisieren, oder als (b) das zugrunde liegende System, das solche Attribute erzeugt. Funder (1997(1), S. 1- 2) lieferte eine Definition, die sowohl (a) als auch (b) berücksichtigt: Persönlichkeit ist: "die charakteristischen Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster eines Individuums, zusammen mit den psychologischen Mechanismen - versteckt oder nicht - hinter diesen Mustern". >Persönlichkeit/Funder, >Persönlichkeit/Allport, >Attribute/Saucier.
Corr I 380
Ein Ansatz zur Definition der Persönlichkeit konzentriert sich auf Attribute. In diesem Ansatz ist Persönlichkeit eine bestimmte Reihe von Prädikationen, d.h. Aussagen über ein Subjekt oder eine Entität. Personenbeschreibung ist eine Prädikation, bei der die Einheit eine Person ist. Sowohl Merkmalsbeschreibungen als auch Situationsbeschreibungen sind Prädikate.
Korr I 381
Als Attribute verstanden, ist Persönlichkeit eine Reihe von Prädikaten, die aus Personen bestehen. Dynamische situative Aspekte, die vorübergehend sind und nur im Moment existieren, würden ausgeschlossen, es sei denn, sie verweilen und werden wiederkehrend oder chronisch. Nur Prädikate mit Zeitnähe - relative Stabilität im Zeitablauf - können als Persönlichkeit betrachtet werden. Zwölf Kategorien von Personen-Deskriptoren sind umstritten: (1) Situationsprädikate, die für eine bestimmte Person immer wieder anwendbar sind, d.h. eine hohe Aktualität haben, z.B. "immer reinigen", "ständig mit Freunden".
(2) Indikatoren für die geografische oder ethnische Herkunft. Deutet das "estnisch"-Sein oder "mexikanisch-amerikanisch"-Sein oder "aus Paris"-Sein auf Persönlichkeit hin?
(3) Kategorien sozialer und beruflicher Rollen.
Corr I 382
Es ist bemerkenswert, dass Karrierezinsen noch stabiler sind als Persönlichkeitsmessungen (Low, Yoon, Roberts und Rounds 2005)(2). (4) Physikalische Eigenschaften.
(5) Attribute, die den sozialen Status bezeichnen.
(6) Attribute, die die Wirkung angeben, die man auf andere hat (z.B. soziale Effekte). Tatsächlich betonen einige Definitionen von Persönlichkeit, dass sie aus "internen" Faktoren besteht (Child 1968(3); Hampson 1988(4)), zumindest solche, die nicht streng beobachtbar sind.
(7) Attribute, die globale Bewertungen beinhalten. Eine Studie der evaluierenden Persönlichkeitsdeskriptoren isolierte mehrere, klare Inhaltsdimensionen unter ihnen (Benet-Martínez und Waller 2002)(5), die dazu neigen, den Einwand zu widerlegen, dass es reine Bewertungsbegriffe ohne persönlichkeitsbezogene Inhalte gibt.
Corr I 383
(8) Attribute, die Exzentrizität, Abweichung, Normalität oder Übereinstimmung mit der Konvention anzeigen. (9) Attribute, die auf die Psychopathologie hinweisen. Aufgrund der erheblichen Korrelationen zwischen den Variablen in den beiden Bereichen (Krueger und Tackett 2003)(6) kann man in der Tat sagen, dass "das Feld der Persönlichkeit an die abnormale Psychologie stößt" (Buss 1995(7), S. 3).
Corr I 384
Die Sprache der psychopathologischen Attribute ist in erster Linie eine Fachsprache (vgl. Block 1995)(8), aber diese Fachsprache filtert sich in eine Laiensprache heraus, so dass Begriffe, die ursprünglich beruflicher/technischer Natur waren (z.B. depressiv, ängstlich, neurotisch, obsessiv und zwanghaft), frei in das Alltagsvokabular aufgenommen werden können. (10) Verallgemeinerte Einstellungen, Werte und Glaubensvorstellungen.
(11) Attribute "Temporärer Zustand".
(12) Attribute, die Fähigkeiten anzeigen.
Corr I 393
Wir können Persönlichkeit sehen, wie sie durch Attribute (Außenperspektive) oder als Persönlichkeitssystem (Innenperspektive) beschrieben wird > Außen/Innen/Saucier, > Persönlichkeitssystem/Saucier.

1. Funder, D. C. 1997. The personality puzzle. New York: Norton
2. Low, K. S. D., Yoon, M., Roberts, B. W. and Rounds, J. 2005. Stability of vocational interests from early adolescence to middle adulthood: a quantitative review of longitudinal studies, Psychological Bulletin 131: 713–37
3. Child, I. L. 1968. Personality in culture, in E. F. Borgatta and W. W. Lambert (eds.), Handbook of personality theory and research. Chicago: Rand McNally
4. Hampson, S. E. 1988. The construction of personality: an introduction, 2nd edn. London: Routledge
5. Benet-Martínez, V. and Waller, N. G. 2002. From adorable to worthless: implicit and self-report structure of highly evaluative personality descriptors, European Journal of Personality 16: 1–41
6. Krueger, R. F. and Tackett, J. L. 2003. Personality and psychopathology: working toward the bigger picture, Journal of Personality Disorders 17: 109–28
7. Buss, A. H. 1995. Personality: temperament, social behaviour, and the self. Boston: Allyn and Bacon
8. Block, J. 1995. A contrarian view of the five-factor approach to personality description, Psychological Bulletin 117: 187–215


Gerard Saucier, „Semantic and linguistic aspects of personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
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Persönlichkeitssystem Neurowissenschaften Corr I 391
Persönlichkeitssystem/Neurowissenschaften/Saucier: Die zeitgenössische Neurowissenschaft hat vielversprechende Theorien entwickelt, die unterschiedliche Hirnsysteme oder -schaltungen positionieren und dann individuelle Unterschiede in der Funktionsweise dieser Systeme/Schaltungen über psychobiologische Endophänotypen mit offenen Persönlichkeitsmerkmalen verbinden. Ein Paradebeispiel ist der Satz von Theorien (z.B, Carver and White 1994(1); Torrubia, Avila, Molto und Caseras 2001(2)), ursprünglich von Gray (1983)(3) stammend, der unterschiedliche Gehirnsysteme für Annäherung (oder Belohnungssensitivität oder Verhaltensaktivierung) und Vermeidung (oder Rückzug, oder Bedrohungs- oder Strafempfindlichkeit oder Verhaltenshemmung) festlegen und manchmal ein drittes "Zwangs-" oder Selbstregulierungssystem hinzufügen (Carver 2005(4); vgl. Rothbart and Bates 1998(5)).

1. Carver, C. S. and White, T. 1994. Behavioural inhibition, behavioural activation, and affective responses to impending reward and punishment: the BIS/BAS scales, Journal of Personality and Social Psychology 67: 319–33
2. Torrubia, R., Avila, C., Molto, J. and Caseras, X. 2001. The Sensitivity to Punishment and Sensitivity to Reward Questionnaire (SPSRQ) as a measure of Gray’s anxiety and impulsivity dimensions, Personality and Individual Differences 31: 837–62
3. Gray, J. A. 1983. Where should we search for biologically based dimensions of personality?, Zeitschrift für Differentielle und Diagnostische Psychologie 42: 163–74
4. Carver, C. S. 2005. Impulse and constraint: perspectives from personality psychology, convergence with theory in other areas, and potential for integration, Personality and Social Psychology Review 9: 312–33
5. Rothbart, M. K. and Bates, J. E. 1998. Temperament, in W. Damon (Series ed.) and N. Eisenberg (Vol. ed.), Handbook of child psychology, vol. III, Social, emotional and personality development, 5th edn, pp. 105–76. New York: Wiley



Gerard Saucier, „Semantic and linguistic aspects of personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
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Persönlichkeitssystem Saucier Corr I 390
Persönlichkeitssystem/Saucier: Ein ganz anderer Ansatz ((e), der sich von dem >lexikalischen Ansatz/ lexikalischen Untersuchungen unterscheidet) zur Definition der Persönlichkeit, konzentriert sich auf das zugrunde liegende System, das den Satz von Persönlichkeitsattributen antreibt oder erzeugt. Gute Beispiele sind Definitionen von Cloninger (2000,(1) S. 3): 'die zugrunde liegenden Ursachen innerhalb der Person des individuellen Verhaltens und der Erfahrung'. Pervin (1996(2), S. 414): die komplexe Organisation von Kognitionen, Affekten und Verhaltensweisen, die dem Leben der Person Richtung und Muster (Kohärenz) gibt. Mayer (2007(3), S. 14; vgl. Wundt 1896/1969(4), S. 26): "das organisierte, sich entwickelnde System innerhalb des Individuums, das das kollektive Handeln der wichtigsten psychologischen Subsysteme dieses Individuums repräsentiert. Aus dieser Sicht ist Persönlichkeit nicht eine Reihe von Prädikaten (d.h. Attributen), die in der Sprache klar dargestellt sind, sondern eine Reihe von Mechanismen, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich funktionieren können. >Persönlichkeit/Saucier, >Definition/Saucier, >Attribute/Saucier, >Lexikalische Untersuchungen/Saucier.
Corr I 393
Inhalt/Persönlichkeitssystem/Saucier: Der Inhalt einer Kultur aus der Sicht von Goodenough (1981)(5); >Kultur/Goodenough) kann auch die Schlüsselkomponente der Persönlichkeit sein, aber nur, wenn wir an Persönlichkeit im Sinne von Mentalität oder Persönlichkeitssystem denken: a) Formen (Kategorien, Konzepte, Ideen), bis zu
b) Vorschläge, bis hin zu
c) Überzeugungen. Persönliche Werte
d) sind jene persönlichen Überzeugungen, die mit inneren Gefühlszuständen, Wünschen, gefühlten Bedürfnissen, Interessen und mit der Maximierung von Befriedigung und Minimierung von Frustration verbunden sind.
e) Regeln und öffentliche Werte - Systeme, die Regeln, Codes, Pflichten, Verpflichtungen, Rechte, Privilegien und Normen der Fairness festlegen;
f) Rezepte (bekannte Verfahrensanforderungen zur Erreichung eines Zwecks, wie in Anleitungen und Etiketten);
g) Routinen und Bräuche; und schließlich
h) Institutionen, die Einheiten (e) bis (g) organisieren und systematisieren.
Saucier: Merkmale von Kultursystemen werden in Individuen verinnerlicht. Merkmale von Persönlichkeitssystemen beeinflussen kontinuierlich die Kultursysteme.


1. Cloninger, S. C. 2000. Theories of personality: understanding persons, 3rd edn. Upper Saddle River, NJ: Prentice-Hall
2. Pervin, L. A. 1996. The science of personality. New York: Wiley
3. Mayer, J. D. 2007. Personality: a systems approach. Boston: Pearson
4. Wundt, W. M. 1896/1969. Outlines of psychology (C. H. Judd (trans.)). New York: G. E. Stechert. Originally published in German in 1896



Gerard Saucier, „Semantic and linguistic aspects of personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

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Politik Barth Brocker I 234
Politik/Barth: Zur großen Überraschung von Gegnern wie Sympathisanten ersetzte Barth (…) im Sommer und Herbst 1938 seine bisher lediglich implizit politische Theologie durch eine dezidiert explizite. In mehreren Schriften (vgl. besonders Barth 1938b, 203-215; 1945a, 13-107) vertrat er nun die Auffassung, dass der nationalsozialistische Staat sich definitiv als durch und durch antichristlich, (auch weil!) antisemitisch und inhuman erwiesen habe und darum mit allen Mitteln, gegebenenfalls auch mit dem entschlossenen Einsatz militärischer Gewalt, zu bekämpfen sei. Barths Wende führte dazu, dass die meisten Protagonisten der Bekennenden Kirche sich von ihm abwandten. (1)
Brocker I 236
Politik/Glauben/Barth: Der Glaubende steht mit innerer Notwendigkeit im Bewusstsein »der politischen Verantwortung. Er weiß, daß das Recht, daß jeder wirkliche Anspruch, den ein Mensch dem Andern und den Andern gegenüber hat, unter dem besonderen Schutz des gnädigen Gottes steht. […] Er kann sich der Frage nach dem menschlichen Recht nicht entziehen. Er kann nur den Rechtsstaat wollen und bejahen. Mit jeder andern politischen Haltung würde er die göttliche Rechtfertigung von sich stoßen«. (2)
Brocker I 237
Herrschaft/BarthVsReformatoren/BarthVsLuther: Barth kritisiert die Rede ((s) der Reformatoren) von der „weltlichen Obrigkeit“ (3) als systematisch defizitär. Es sei unklar geblieben, »ob sie nämlich auch das Recht auf die Rechtfertigung, auch die politische Gewalt auf die Gewalt Christi begründet oder ob sie hier nicht heimlich auf einem anderen Grund gebaut« (4) hätten. Siehe Säkularisierung/Barth.
Brocker I 245
Theologie/Staat/Rechtfertigung/Barth: Barths Grundidee:, dass die Theologie »den verschiedenen politischen Gestalten und Wirklichkeiten gegenüber keine ihr notwendig eigentümliche Theorie zu vertreten« (5) habe. Christlich-theologisch sei stets nur »von Fall zu Fall, von Situation zu Situation [zu] urteilen« (6). Politisches System: Wenn (…) von einem ethisch-theologisch legitimen politischen System nicht die Rede sein dürfe, so gebe es gleichwohl »eine unter allen Umständen zu erkennende und innezuhaltende Richtung und Linie der im politischen Raum zu vollziehenden christlichen Entscheidungen«. Diese dürften jedoch »nicht aus einem Rückgriff auf die problematische Instanz des sogenannten Naturrechts« (7) gewonnen werden, sondern mit Blick auf die »Gleichnisfähigkeit und Gleichnisbedürftigkeit des politischen Wesens«, als welches von Barth das »von der Kirche verkündigte[…] Reich Gottes« (8) verstanden wird.
Politisches System/Begründung/VsBarth: Argumentationslogisch wie politiktheoretisch sind gewisse strukturelle Schwächen von Barths theologischer Theorie des Politischen nicht zu übersehen. Weder die in Rechtfertigung und Recht
Brocker I 246
zu Hilfe genommene Redefigur von den Engelmächten noch die Analogielehre der späteren Schrift vermögen das Problem zu lösen, dass jenes »ewige Christus-Recht« als Ursprung und Orientierung legitimer Rechtsstaatlichkeit sich in den Raum des Politischen und vor allem der Politiktheorie nicht wirklich übersetzen lässt. An moderne Begründungsdiskurse des Politischen im Raum des säkularen Staates wird ein intrinsischer Anschluss gerade nicht hergestellt. Barth verweigert jede Reflexion auf eine subjekt- und vernunfttheoretische Deutung seiner eigenen theologischen Grundbegriffe, vor allem der fundamentalen Figur göttlicher Selbstoffenbarung (trotz mehr oder weniger offenkundiger ideengeschichtlicher und systematischer Konvergenzen).

1. Martin Rohkrämer, »Karl Barth in der Herbstkrise 1938«, in: Evangelische Theologie 48/6, 1988, 521-545.
2. Karl Barth 1982, S. 434f
3. Karl Barth, Rechtfertigung und Recht, in: Theologische Studien 1, Zollikon 1938. Karl Barth, Rechtfertigung und Recht, in: ders., Rechtfertigung und Recht, Christengemeinde und Bürgergemeinde, Evangelium und Gesetz, Zürich 1998, S. 6
4. Ebenda S. 7
5. Karl Barth, »Christengemeinde und Bürgergemeinde« (1946), in: ders., Rechtfertigung und Recht, Christengemeinde und Bürgergemeinde, Evangelium und Gesetz, Zürich 1998 (b), S. 56
6. Ebenda S. 58
7. Ebenda
8. Ebenda S. 63.

Georg Pfleiderer, „Karl Barth, Rechtfertigung und Recht 1938)“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Politik Easton Brocker I 491
Politik/Easton: die politische Theorie darf die Politik nicht als abgeleitetes Phänomen betrachten, sondern muss sie als einen Gegenstand mit eigenen Prinzipien auffassen. Siehe Theorie/Easton, >Politisches System/Easton.
Brocker I 498
Politische Unterstützung/Easton: Easton unterscheidet spezifische und diffuse politische Unterstützung (1). Diffuse Unterstützung: »politisches Gemeinschaftsgefühl« (»sense of political community« (2) oder Wir-Gefühl (»we-feeling«). Darin drückt sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitglieder aus, die durch eine politische Arbeitsteilung miteinander verbunden sind (3), und dieses Zusammengehörigkeitsgefühl ermöglicht die politische Kooperation. Diffuse Unterstützung bezieht sich auf die beiden Formen der Legitimität und des Vertrauens. Siehe Legitimität/Easton.

1. David Easton, A Framework for Political Analysis, Englewood Cliffs, N. J. 1965, S. 267, 273
2. Ebenda S. 184
3. Ebenda S. 185
Dieter Fuchs, “David Easton, A Systems Analysis of Political Life” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolEast I
David Easton
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Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Politische Parteien Levitsky Levitsky I 61
Politische Parteien/Wahlen/USA/Levitsky/Ziblatt: Es gibt Unterschiede zwischen den Parteien; so führten die Demokraten in vielen Bundesstaaten Quoten und Fördermechanismen ein, um die Vertretung von Frauen und Minderheiten zu gewährleisten. 56 Aber durch die Entscheidung für die bindende Wirkung von Vorwahlen haben beide Parteien die Kontrolle ihrer Führer über die Kandidatenauswahl erheblich gelockert und diese für die Wähler selbst geöffnet. >Wahlsystem/Vereinigte Staaten, >Politische Wahlen/Alexander Hamilton. Demokraten: Die Demokraten, deren erste Vorwahlen nach dem neuen System unvorhersehbar waren und die Spaltung der Partei vertieften(1), ruderten Anfang der 1980er Jahre ein Stück weit zurück, indem sie beschlossen, dass ein Teil der Parteitagsdelegierten Funktionsträger sein sollten - Gouverneure, Senatoren, Abgeordnete des Repräsentantenhauses und Bürgermeister großer Städte -, die nicht in Vorwahlen gewählt, sondern von den Parteiorganisationen der jeweiligen Bundesstaaten bestimmt werden sollten.
Superdelis: Diese »Superdelegierten«, die 15 bis 20 Prozent aller Delegierten ausmachen, sollten als Gegengewicht zu den Vorwahlwählern dienen - und als Instanz, die es der Parteiführung erlaubte, ihr nicht genehme Kandidaten abzuwehren.
Republikaner: Die Republikaner dagegen erlebten Anfang der 1980er Jahre unter Ronald Reagan einen Höhenflug. Sie sahen keinen Anlass, Superdelegierte einzuführen, und entschieden sich fatalerweise dafür, ein demokratischeres Nominierungssystem beizubehalten.
Levitsky I 62
Problem: Verbindliche Vorwahlen bedeuteten, die Kandidatenkür in die Hände der Wähler zu legen und die Wächterfunktion der Parteien zu schwächen. Es würde möglicherweise den Peer-Review-Prozess aus den Angeln heben und Außenseitern die Tore öffnen. Levitsky/Ziblatt: Das Parteiestablishment zu umgehen war, wie sich herausstellte, in der Theorie einfacher als in der Praxis.
Levitsky I 63
Hadley: 1976 bezeichnete Arthur Hadley diesen mühseligen Prozess der Bündnissuche als »unsichtbare Vorwahl« und behauptete, dass der siegreiche Kandidat in Wirklichkeit in dieser den eigentlichen Vorwahlen vorangehenden Phase ausgewählt werde. Daher sei das Parteiestablishment – gewählte Beamte, Aktivisten, verbündete Interessengruppen – nicht notwendigerweise aus dem Spiel. Ohne seine Vertreter sei es, so Hadleys Schlussfolgerung, in beiden Parteien nahezu unmöglich, als Präsidentschaftskandidat nominiert zu werden.(2) Levitsky/Ziblatt: Ein Vierteljahrhundert lang behielt er recht.
Levitsky I 64
Vorwahlen: Besonders für eine bestimmte Art von Außenseitern ist das 1972 eingeführte Vorwahlsystem anfällig: für Personen, die über genügend Bekanntheit oder
Levitsky I 65
Geld verfügen, um die »unsichtbare Vorwahl« überspringen zu können.(3)
Levitsky I 67
Soziale Medien: Der zweite Hauptgrund, der die Macht traditioneller Parteiwächter verringerte, war die explosive Entwicklung alternativer Medien, insbesondere der Nachrichtensender und der sozialen Medien.(4) >Soziale Medien/Levitsky/Ziblatt, >Konservativismus/Frum.

1.1972, als George Wallace beinah die Kandidatur erobert hätte, erlitt der schließlich nominierte Kandidat, George McGovern, durch Richard Nixon eine vernichtende Niederlage. 1976 wurde der relative Außenseiter Jimmy Carter nominiert, und 1980 bekam es Präsident Carter in Gestalt von Edward Kennedy mit einem starken Vorwahlgegner zu tun.
2. Arthur Hadley, The Invisible Primary, Englewood Cliffs, New Jersey, 1976, S. XIII.
3. Ausführlicher dazu siehe Cohen/Karol/Noel/Zaller, The Party Decides.
4. Cohen/Karol/Noel/Zaller, »Party Versus Faction in the Reformed Presidential Nominating System«, S. 703–705.
Politisches System Easton Brocker I 491
Politisches System/Easton: Das politische System ist ein soziales System neben anderen, und soziale Systeme bestehen aus Interaktionen zwischen Personen. Das politische System unterscheidet sich von den anderen sozialen Systemen durch solche Interaktionen, die sich auf eine autoritative Allokation von Werten für die Gesellschaft beziehen. (1)
Brocker I 492
VsEaston: später hat sich statt des Begriffs der autoritativen Allokation von Werten die Formulierung der Herstellung und Durchsetzung kollektiv verbindlicher Entscheidungen durchgesetzt. Die individuellen Mitglieder sind nicht als Personen Teil des politischen Systems, sondern indem sie politische Rollen übernehmen, darin handeln und mit anderen interagieren.
Das Politische System ist offen und adaptiv, um seine Funktionen für die Gesellschaft erfüllen zu können. (2)
Durch die Offenheit gegenüber Einflüssen (Siehe Umwelt/Easton) kann es zu Störungen kommen, die das System verändern.
Brocker I 493
Def Stress/Easton: liegt vor, wenn Störungen des Systems eine kritische Grenze überschreiten und seinen Bestand bedrohen. Systemvariablen/Easton: die Allokation von Werten für die Gesellschaft und die Akzeptanz dieser Allokation durch die Gesellschaft. (3)
Persistenz/Fortbestehen/System: aus der Möglichkeit von bestandsgefährdenden Störungen folgt, dass Bestandserhaltung das grundlegende Problem für politische Systeme ist. Persistenz unterscheidet sich von Stabilität durch eine gewisse Dynamik: Persistenz kann gerade durch den Wandel peripherer Strukturelemente gewährleistet werden. Durch den Begriff der Persistenz können alle anderen Fragen der Politik integriert werden: Bsp Wahlverhalten, Verhalten von Interessengruppen, Koalitionsverhalten, Herstellung verschiedener Politiken. Die einzelnen Theorien zu diesen Begriffen haben gemeinsam, dass sie direkt auf die allokativen Konsequenzen der politischen Interaktion beziehbar sind. (4)
Brocker I 494
Umwelt/Systemumwelt/Easton: (Siehe href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/details.php?id=1794396&a=$a&autor=Easton&vorname=David&thema=Umwelt">Umwelt/Easton): die Umwelt wirkt durch Inputs wie Ansprüche bzw. Unterstützung von außen auf das Politische System. Das System wiederum wirkt durch Outputs auf die Umwelt: in Form von kollektiv verbindlichen Entscheidungen und Handlungen. (5)
Brocker I 495
Ansprüche: sind eine Selektion aus der Menge der ((s) individuellen) Wünsche. Sie sind definiert als eine explizit formulierte Erwartung an die Entscheidungsträger des politischen Systems. (6) Interessengruppen/Easton: sind für die Konversion von Wünschen in Ansprüche wesentlich, dazu gehören auch politische Parteien und Massenmedien.
Entscheidungen: die Ansprüche an das politische System haben das Potenzial, die Systemvariablen über eine kritische Grenze hinaus zu treiben, d.h. kollektiv verbindliche Entscheidungen zu unterminieren. (7)
Brocker I 496
Objekte des Politischen Systems/Easton: „Autoritäten“ – „Regime“ – „Politische Gemeinschaft. Siehe Autorität/Easton, Gemeinschaft/Easton. Def Regime/Easton: die Menge von Restriktionen für die politischen Interaktionen. Diese Menge enthält wiederum drei Komponenten: 1. Werte (»values«), die Ziele (»goals«) und Prinzipien (»principles«), 2. Normen (»norms«)
Brocker I 497
3. Die Autoritätsstruktur (»structure of authority«) (8).

1. David Easton, A Systems Analysis of Political Life, New York 1965, S. 21-23.
2. Ebenda S. 17
3. Ebenda S. 24 4. Ebenda S. 474
5. Ebenda S. 74
6. Ebenda S. 38f
7. Ebenda S. 57
8. Ebenda S. 193

Dieter Fuchs, “David Easton, A Systems Analysis of Political Life” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolEast I
David Easton
A Systems Analysis of Political Life New York 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Qualitäten Carnap VI 130
Qualitäten/Carnap: werden nicht aus den Empfindungen konstituiert, sondern umgekehrt.
VI 173
Qualität im engeren Sinn/Carnap: Intensität, bei den Hautsinnen auch noch das Lokalzeichen (Stelle). >Konstitutionssystem/Carnap.

Ca I
R. Carnap
Die alte und die neue Logik
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Ca II
R. Carnap
Philosophie als logische Syntax
In
Philosophie im 20.Jahrhundert, Bd II, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Ca IV
R. Carnap
Mein Weg in die Philosophie Stuttgart 1992

Ca IX
Rudolf Carnap
Wahrheit und Bewährung. Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique fasc. 4, Induction et Probabilité, Paris, 1936
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Ca VI
R. Carnap
Der Logische Aufbau der Welt Hamburg 1998

CA VII = PiS
R. Carnap
Sinn und Synonymität in natürlichen Sprachen
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Ca VIII (= PiS)
R. Carnap
Über einige Begriffe der Pragmatik
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982
Reinforcement Sensitivity Corr Corr I 348
Reinforcement Sensitivity Theory/Corr: Die Reinforcement Sensitivity Theory (RST) der Persönlichkeit stellt einen mutigen Versuch dar, die neuropsychologische Regulierung des Verhaltens zu berücksichtigen, und wie individuelle Unterschiede in neuropsychologischen Systemen zu dem führen, was wir gemeinhin als "Persönlichkeit" bezeichnen. RST basiert auf Vorstellungen von zentralen Zuständen von Emotion und Motivation, die die Beziehungen zwischen Reizeingang und Verhaltensreaktion vermitteln: Hier können Reize und Reaktionen interne Prozesse sein und nur aus raffinierten Verhaltensexperimenten (z.B. sensorische Präkonditionierung; siehe McNaughton und Corr 2008)(1) abgeleitet werden.
Corr I 349
Die Reinforcement Sensitivity Theorie umfasst eine Reihe von Ansätzen, die sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen. Dieser Punkt wird von Smillie, Pickering und Jackson (2006, S. 320)(2) gut angesprochen, die darauf hinweisen, dass RST zwar oft als eine Theorie der Persönlichkeit angesehen wird, aber "genauer gesagt als eine Neuropsychologie von Emotion, Motivation und Lernen identifiziert wird". Tatsächlich ist RST aus der Grundlagenforschung im Bereich des Tierlernens entstanden, was zunächst nicht mit der Persönlichkeit zusammenhing". Ein (....) wichtiger Aspekt von RST ist die Unterscheidung zwischen den Teilen, die zum konzeptionellen Nervensystem (cns) gehören, und den Teilen, die zum zentralen Nervensystem (CNS) gehören (eine Unterscheidung, die durch Hebb 1955 fortgeführt wurde)(3).
Def cns/konzeptionelles NervenSystem/Hebb: Die cns-Komponente von RST liefert das Verhaltensgerüst, formalisiert in einem theoretischen Rahmen (z.B. Lerntheorie; siehe Gray 1975(4); oder, ethoexperimentelle Analyse; siehe Gray und McNaughton 2000)(5);
Def CNS/Central Nervous System/Hebb: Die CNS-Komponente spezifiziert die beteiligten Gehirnsysteme, ausgedrückt in Form der neuesten Erkenntnisse des neuroendokrinen Systems (siehe McNaughton und Corr 2008)(1). Wie von Gray (1972a)(6) erwähnt, müssen diese beiden Erklärungsebenen kompatibel sein.
Corr I 360
Post-2000 RST: siehe >Terminologie/Corr, >Angst/Corr.
Corr I 371
RST/Reinforcement Sensitivity Theorie/Corr: Von Bedeutung ist der translationale Charakter dieser Forschung: Wir können jetzt von grundlegenden nichtmenschlichen Tierstudien zu menschlichen übergehen, bewaffnet mit einer rigorosen Theorie, um den schwierigen Prozess des Verständnisses der Neuropsychologie der menschlichen Persönlichkeit zu steuern. Als Beispiel für eine solche translationale Forschung bestätigten Perkins und Corr (2006)(7), dass die grundlegenden Abwehrreaktionen von Nagetieren auf Katzen in ethologisch-gültigen Situationen in menschlichen Abwehrreaktionen auf eine Reihe von bedrohlichen Situationen gefunden werden. Verbleibende Probleme: a) wie man BAS-Prozesse am besten charakterisiert und wie man sie mittels Fragebogen misst (Corr 2008a (8); Pickering und Smillie 2008)(9);
b) was ist die Beziehung zwischen bewusstem Bewusstsein, seinen Funktionen und Emotion/Motivation (Gray 2004(10); Corr 2006(11), 2008a)(12);
c) wie man Belohnungs- und Strafvariablen im Labor am besten operationalisiert und welche Vorhersagen wir über ihre mögliche Interaktion treffen sollten (Corr 2002a(13), 2008a(12));
d) was ist der geeignetste Weg, um FFFS (Kampf-Flucht-Erstarren-System; Fight-Flight-Freeze System; >Terminologie/Gray), BIS (Verhaltenshemmung-System, >Terminologie/Corr) und BAS (Verhaltensannäherungs-System, >Terminologie/Corr) beim Menschen zu messen und wie können solche Maßnahmen validiert werden; und
e) sind die Prinzipien des frustrierenden Nicht-Belohnens und der Linderung der Nicht-Bestrafung nützlich, um kontraproduktives und paradoxes Verhalten zu erklären (McNaughton und Corr in der Presse).
Darüber hinaus gibt es weitere Probleme, die von der Rolle des "freien Willens" im Verhalten bis zu der gesellschaftlichen Regulierung des individuellen Verhaltens (z.B. effektive Strafsysteme) reichen.


1. Corr, P. J. and McNaughton, N. 2008. Reinforcement sensitivity theory and personality, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 155–87. Cambridge University Press
2. Smillie, L. D., Pickering, A. D. and Jackson, C. J. 2006. The new reinforcement sensitivity theory: implications for personality measurement, Personality and Social Psychology Review 10: 320–35
3. Hebb, D. O. 1955. Drives and the C. N. S. (Conceptual Nervous System), Psychological Review 62: 243–54
4. Gray, J. A. 1975. Elements of a two-process theory of learning. London: Academic Press
5. Gray, J. A. and McNaughton, N. 2000. The neuropsychology of anxiety: an enquiry into the functions of the septo-hippocampal system. Oxford University Press
6. Gray, J. A., 1972a. Learning theory, the conceptual nervous system and personality, in V. D. Nebylitsyn and J. A. Gray (eds.), The biological bases of individual behaviour, pp. 372–99. New York: Academic Press
7. Perkins, A. M. and Corr, P. J. 2006. Reactions to threat and personality: psychometric differentiation of intensity and direction dimensions of human defensive behaviour, Behavioural Brain Research 169: 21–8
8. Corr, P. J. 2008a. Reinforcement sensitivity theory (RST): Introduction, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 1–43. Cambridge University Press
9. Pickering, A. D. and Smillie, L. D. 2008. The behavioural activation system: challenges and opportunities, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 120–54. Cambridge University Press
10. Gray, J. A. 2004. Consciousness: creeping up on the Hard Problem. Oxford University Press
11. Corr, P. J. 2006. Understanding biological psychology. Oxford: Blackwell
12. Corr, P. J. 2008a. Reinforcement sensitivity theory (RST): Introduction, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 1–43. Cambridge University Press
13. Corr, P. J. 2002a. J. A. Gray’s reinforcement sensitivity theory: tests of the joint subsystem hypothesis of anxiety and impulsivity, Personality and Individual Differences 33: 511–32


Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Reinforcement Sensitivity Gray Corr I 348
Reinforcement Sensitivity Theorie/RST/Gray: Jeffrey Grays (1970(1), 1975(2), 1976(3), 1982(4)) neuropsychologische Theorie von Emotion, Motivation, Lernen und Persönlichkeit ist heute allgemein bekannt als RST. These: Stimuli per se beeinflussen das Verhalten nicht (zumindest nicht im einfachen Sinne); sie haben lediglich das Potenzial, neuropsychologische Systeme (d.h. interne Prozesse) zu aktivieren, die Verhaltensreaktionen steuern: Der Geist ist keine Serie von Black Boxen. Für eine voll zufriedenstellende Wissenschaftliche Erklärung der Verhaltenskontrolle und -regulation müssen wir uns auf diese neuropsychologischen Systeme konzentrieren.
Corr I 349
Ein (....) wichtiger Aspekt von RST ist die Unterscheidung zwischen den Teilen, die zum konzeptuellen Nervensystem (cns) gehören, und den Teilen, die zum zentralen Nervensystem (CNS) gehören (eine Unterscheidung, die durch Hebb 1955 fortgeführt wurde)(5) >Konzeptuelles Nervensystem/Gray, >Terminologie/Hebb, >Verhalten/Gray.
Corr I 351
RST basiert auf einer Beschreibung des unmittelbaren/kurzen Zustands neuronaler Systeme: Wie Tiere, einschließlich der menschlichen Form, auf motivational signifikante (d.h. "verstärkende") Reize reagieren und welche neuropsychologischen Systeme diese Reaktionen vermitteln. Auf dieser Zustandsinfrastruktur basieren längerfristige Merkmalsdispositionen von Emotionen, Motivation und Verhalten. RST geht davon aus, dass Persönlichkeitsfaktoren, die durch multivariate statistische Analysen (z.B. Faktoranalysen) aufgedeckt werden, Variationsquellen in neuropsychologischen Systemen widerspiegeln, die im Laufe der Zeit stabil sind - das heißt, sie sind Eigenschaften des Individuums.
Corr I 359
RST/Gray: (zusammengefasst in den Worten von Fowles (2006)(6) S. 8.): "Aus dieser Sicht werden Organismen als Maximierung der Exposition gegenüber lohnenden ("begehrlichen") Ereignissen und Minimierung der Exposition gegenüber strafenden ("aversiven") Ereignissen angesehen. Belohnende oder begehrliche Ereignisse bestehen aus der Präsentation einer Belohnung (Rew), der Beendigung einer Strafe (Pun!) oder der Unterlassung einer erwarteten Strafe (nonPun), während strafende oder aversive Ereignisse aus der Strafe (Pun), der Beendigung der Belohnung (Rew!) und der Unterlassung einer erwarteten Belohnung (NonRew) bestehen. Durch einen Prozess der klassischen Konditionierung können konditionierte Reize (CSs) gepaart mit Ereignissen, einige ihrer emotionalen und motivationalen Eigenschaften erlangen."

1, Gray, J. A. 1970. The psychophysiological basis of Introversion–Extraversion, Behaviour Research and Therapy 8: 249–66
2. Gray, J. A. 1975. Elements of a two-process theory of learning. London: Academic Press
3. Gray, J. A. 1976. The behavioural inhibition system: a possible substrate for anxiety, in M. P. Feldman and A. M. Broadhurst (eds.), Theoretical and experimental bases of behaviour modification, pp. 3–41. London: Wiley
4. Gray, J. A. 1982. The neuropsychology of anxiety: an enquiry into the functions of the septo-hippocampal system. Oxford University Press
5. Hebb, D. O. 1955. Drives and the C. N. S. (Conceptual Nervous System), Psychological Review 62: 243–54
6. Fowles, D. C. 2006. Jeffrey Gray’s contributions to theories of anxiety, personality, and psychopathology, in T. Canli (ed.), Biology of personality and individual differences, pp. 7–34. New York: Guilford Press



Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Relativitätstheorie Latour Sokal I 145
Relativitätstheorie/Bruno Latour/BricmontVsLatour/SokalVsLatour/Sokal: (B. Latour, „A relativistic account of Einstein’s relativity“, Social Studies of Science, 18, 1988, S. 3-44.) Def Strong Programme/Wissenssoziologie/Latour/Sokal: Latour betrachtet seinen Artikel als Bestandteil und Erweiterung des „strong programme“ der Wissenschaftssoziologie, das behauptet, dass „ der Inhalt jeder Wissenschaft durch und durch gesellschaftlich ist.“ (S. 3).
Relativitätstheorie/Latour: These: die Relativitätstheorie selbst kann als gesellschaftlich gelten (S. 4f).
Sokal I 147
SokalVsLatour: Latour missversteht den Begriff des Bezugssystems in der Physik. Problem: in Lehrwerken der Relativitätstheorie wird das Bezugssystem oft vage mit einem „Beobachter“ gleichgesetzt. BezugSystem/Relativitätstheorie/Bricmont/Sokal: genauer lässt sich ein Bezugssystem als eine Gruppe von Beobachtern verstehen, von denen sich an jedem Punkt des Raums einer aufhält und die alle mit synchronisierten Uhren ausgestattet sind.
SokalVsLatour: er scheint der Auffassung zu sein, bei der Relativitätstheorie gehe es um die relative Lage (und nicht um die relative Geschwindigkeit) unterschiedlicher Bezugssysteme.
Sokal 148
SokalVsLatour: er bringt auch die Latour behauptet, Einstein habe drei Bezugssysteme in Betracht gezogen. Das hat Einstein niemals getan. (Nebenbei bemerkt, schreibt Latour die Gleichungen falsch ab, (S. 18, Abb. 8.). Lösung/Sokal: die Lorentz-Transformationen machen ein drittes Bezugssystem überflüssig.
Sokal I 149
Latour: „…seinen Wunsch, die delegierten Beobachter zu disziplinieren und zu abhängigen Teilen eines Apparats zu machen, die sich darauf beschränken, die Überlagerung von Zeigern und Stellungen zu beobachten…“ SokalVsLatour: Latour versteht das falsch: die „Beobachter“ sind fiktiv. Sie wurden von Einstein nur aus didaktischen Gründen eingeführt. Daher gibt es keine Notwendigkeit, sie zu „disziplinieren“.
Latour: Die Fähigkeit der delegierten Beobachter, (….) Berichte zu schicken, wird erst durch ihre absolute Abhängigkeit und sogar Dummheit möglich….das ist der Preis, der für die Freiheit und Glaubwürdigkeit des enunciator zu zahlen ist (S. 19).
SokalVsLatour: sein dritter Fehler ist, es, diesem enunciator eine zentrale Rolle zuzuweisen.
Sokal I 150
Er ist vielmehr lediglich Teil von Einsteins didaktischer Erklärung. Sokal spricht von „Privilegien“, die dieser angeblich habe. Privilegien/Latour: …Kämpfe gegen Privilegien in der Ökonomie oder in der Physik sind im wörtlichen Sinne dasselbe, nicht im metaphorischen.
Vergleiche/Analogien/SokalVsLatour: Latour – genau wie Lacan (siehe dazu A. Sokal und J. Bricmont Eleganter Unsinn, München 1999, S: 38) bestehen auf der wörtlichen Gültigkeit eines Vergleichs, der bestenfalls als vage Metapher zu versehen wäre. (Analogien/SokalVsLacan).
Sokal I 153
Relativitätstheorie/Latour: ((B. Latour, „A relativistic account of Einstein’s relativity“, Social Studies of Science, 18, 1988, S. 5):

Lat I
Bruno Latour
Science in Action: How to Follow Scientists and Engineers Through Society Cambridge, MA 1988

Sokal I
Alan Sokal
Jean Bricmont
Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften missbrauchen München 1999

Sokal II
Alan Sokal
Fashionable Nonsense: Postmodern Intellectuals’ Abuse of Science New York 1999
Situationen Harlow Slater I 15
Situation/Experiment/Kontext/Verhalten/Harlow: [Harlows] Ansatz (>Experimente/Harlow) wurde von europäischen Ethologen, insbesondere Robert Hinde, und von Harlows Sensibilität für die Auswirkungen verschiedener Aufzuchtumgebungen beeinflusst, die von seinem Labor über den lokalen Zoo bis hin zu Affen, die in freier Wildbahn geboren und aufgewachsen sind, reichen. Harlows Kreativität bei der Gestaltung von Laborumgebungen, die Bindung, Angst, exploratives und affiliatives Verhalten hervorrufen, zeigte ein einzigartiges Verständnis für die Bedeutung von Kontext bei der Beurteilung, wie früh soziale Erfahrungen die spätere Entwicklung beeinflussen könnten. Er gestaltete aktiv Umgebungen, die das Zusammenspiel von Bindung, Angst und Erforschung erprobten. >Verhaltenssystem/Bowlby, >Situation/Ainsworth.

Roger Kobak, “Attachment and Early Social deprivation. Revisiting Harlow’s Monkey Studies”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012
Staat Waltz Brocker I 630
Staat/Waltz: Ungeachtet großer Unterschiede in der Wirtschaftskraft, Bevölkerungs- oder territorialer Größe erfüllen alle Staaten die gleichen Funktionen: Sicherheit nach innen und nach außen zu schaffen. Alle Staaten gleichen sich darin, dass sie die Freiheit der gesellschaftlichen Eigenentwicklung (1) aufrechterhalten wollen bzw. anstreben. Siehe System/Waltz, Souveränität/Waltz. Die Struktur des Systems „Internationale Politik“ (siehe System/Waltz) wird durch die Staaten als Einheiten geformt. Dies muss aber nicht immer so bleiben, es ist nur so, solange Staaten über die größten Machtpotentiale verfügen. Dies ist ein Merkmal der von Waltz mit vertretenen neorealistischen Theorie. (2)
VsNeorealismus: man hat oft die staatszentrierte Ontologie des Neorealismus kritisiert. (3)
NeorealismusVsVs: diese Kritik verkennt, dass die prominente Stellung des Staates in der neorealistischen Theorie aus seiner empirischen Stellung in der internationalen Politik seit dem Westfälischen Frieden resultiert und weniger aus einer metaphysischen Betrachtung.
Staat/Waltz: ist arbeitsteilig organisiert. Seine Struktur bleibt von der wechselnden Machtverteilung zwischen den Einheiten des Systems unberührt. (4)
Brocker I 632
Funktionen des Staates: obwohl es ein Machtgefälle zwischen Staaten gibt, führt dies nicht dazu, dass sich eine Spezialisierung herausbilden könnte, was die Funktionen betrifft, die Staaten zu erfüllen haben. System: Die Staaten mit dem stärksten Machtpotential bestimmen die Struktur des internationalen Systems (Siehe Internationale Politik/Waltz.)
Brocker I 633
Rationalität/Waltz: Waltz vertritt die Auffassung, dass es für seine Theorie nicht notwendig ist, anzunehmen, dass der Staat ein rational handelnder Akteur ist, da das Resultat staatlichen Handelns durch die komplexe Umgebung stets beeinflusst wird. (5)

1. Richard Löwenthal, „Freiheit der Eigenentwicklung“, in: Außenpolitische Perspektiven des westdeutschen Staates, Band 1: München 1971, S. 11.
2. Kenneth N. Waltz Theory of International Politics, Reading, Mas. 1979, S. 81
3. Daniel L. Nielson/Michael J. Tierney, „Principals and Interests: Agency Theory and Multilateral Development Bank Lending“, Chicago 2002, S. 3.
4. Waltz 1979, S. 82.
5. Waltz 1979, S. 76-77
Carlo Masala, „Kenneth N. Waltz, Theory of International Politics” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolWaltz I
Kenneth N. Waltz
Man,the State and War New York 1959

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Strukturen Carnap VI 206
System/Referenz/Bezug/Transformation/Bedeutung/Relation/Permutation/Carnap: man könnte willkürlich irgendwelche anderen Relationen annehmen, für die dennoch genau dieselben empirischen Aussagen (den Zeichen nach!) gelten, die aber nun etwas anderes bedeuten. - Bsp Wir brauchen nur eine eineindeutige Transformation der Menge der Grundelemente in sich selbst und als neue Grundrelation diejenigen Relationen, deren Bestand der transformierte Bestand der alten Grundrelationen ist. - ((s) vgl. > Löwenheim). - Dann sind die neuen Relationen den alten strukturgleich (isomorph). - ((s) Schlüsselstelle.)

Ca I
R. Carnap
Die alte und die neue Logik
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Ca II
R. Carnap
Philosophie als logische Syntax
In
Philosophie im 20.Jahrhundert, Bd II, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Ca IV
R. Carnap
Mein Weg in die Philosophie Stuttgart 1992

Ca IX
Rudolf Carnap
Wahrheit und Bewährung. Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique fasc. 4, Induction et Probabilité, Paris, 1936
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Ca VI
R. Carnap
Der Logische Aufbau der Welt Hamburg 1998

CA VII = PiS
R. Carnap
Sinn und Synonymität in natürlichen Sprachen
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Ca VIII (= PiS)
R. Carnap
Über einige Begriffe der Pragmatik
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982
Systeme Chalmers I 247
System/Funktion/funktionale Organisation/Bewusstsein/Chalmers: welche funktionale Organisation mag notwendig sein für Bewusstsein? Und was ist funktionale Organisation? Def Funktionale Organisation/Chalmers:
1. Eine Anzahl abstrakter Komponenten
2. Für jede Komponente eine Anzahl verschiedener möglicher Zustände
3. Ein System von Abhängigkeitsrelationen, die festlegen, wie der Zustand jeder Komponente von früheren Zuständen aller Komponenten und von Inputs in das System abhängt und wie Outputs des Systems von früheren Zuständen der Komponenten abhängen. Dabei bleibt die Natur der Komponenten und der Zustände offen.
I 248
Künstliche Intelligenz/Chalmers: Eine solche Organisation kann nicht nur vom Gehirn, sondern auch von elektronischen Systemen realisiert werden. Ebenen: ein solches System wird verschiedene Ebenen haben, je nachdem, wie fein wir die Elemente unterscheiden. Wenn wir Kognition beurteilen wollen, brauchen wir zumindest ein System, das ist der Lage ist, sein eigenes Verhalten zu verändern.
I 249
Def Prinzip der organisatorischen Invarianz/Chalmers: ein System mit der Fähigkeit zu bewussten Erfahrungen wird qualitativ identische Erfahrungen haben, wenn die feinkörnige Organisationsstruktur dieselbe bleibt. ((s)VsChalmers: Nur wenn die Inputs dieselben bleiben und das System keine Zeitregistrierung hat.) Chalmers: das nenne ich meinen nichtreduktiven Funktionalismus. Er kann als eine Art Kombination aus Funktionalismus und Eigenschaftsdualismus angesehen werden.
VsChalmers: 1. Einige Autoren glauben, dass es eine gewisse biochemische Ausstattung geben muss, um Bewusstsein möglich zu machen, sodass es keine bewussten elektronischen Systeme werde geben können.
2. Andere Autoren glauben, dass Roboter wohl Bewusstsein werden haben können, dass ihre Erfahrungen aber nicht mit unseren vergleichbar sein werden. (> Fehlende Qualia).

Cha I
D. Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014
Systeme Cresswell Hughes I 65
System/Teil/Hughes/Cresswell/(s): Teile von Formeln, sind nicht selbst schon Teile des Systems, zu dem die Formeln gehören. - ((s) Anderswo: p kann niemals ein Axiom sein, da sonst alle Sätze wahr wären.)
Hughes I 237
Nicht-reguläre Systeme/Modallogik/Hughes/Cresswell: können Formeln der Form p . ~ p enthalten - wo die Tilgung der MO einfach p ergibt, Bsp Systeme mit z.B. C 13 MMp - "keine Aussage ist notwendigerweise notwendig". - Aus MMp wird einfach p - p . ~p.
I 243
> href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/suche.php?x=0&y=0&volltext=nicht-normale+Welt">"nicht-normale Welten"/Kripke: (hier auch mit 0 bewertet) - Def regulär (I 258) ist ein System, in dem der modale Status aufrechterhalten wird.
Hughes I 238
Nicht-reguläre Systeme/Modallogik/Hughes/Cresswell: Problem: in S1 - S3 sind weder a noch b selbst eine These - sie haben auch keine gemeinsame Variable - Problem im Fall von (a v b): könnte gültig sein, während weder a noch b gültig wäre. Lösung/Halldén: "normale Interpretation": hier ist entweder a oder b gültig, es gilt jedoch weder I-a noch I- b - also gibt es gültige Formeln, die keine Thesen (Theoreme) sind.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984

Hughes I
G.E. Hughes
Maxwell J. Cresswell
Einführung in die Modallogik Berlin New York 1978
Systeme Gadamer I 179 Anmerkung
System/Begriffsgeschichte/Gadamer: Die Entstehung des Systembegriffes liegt offenbar in der gleichen theologischen Situation begründet, wie die der Hermeneutik. Dafür ist die Untersuchung von O.Ritschl(1) überaus lehrreich. Sie zeigt, dass die reformatorische Theologie, weil sie nicht mehr eine enzyklopädische Verarbeitung der dogmatischen Tradition sein wollte, sondern die christliche Lehre von entscheidenden Stellen der Bibel aus (loci communes) neu zu organisieren strebte, zur Systematik hindrängte, eine Feststellung, die doppelt lehrreich ist, wenn man das spätere Auftreten des Terminus „System“ in der Philosophie des 17.Jahrhunderts bedenkt. Auch dort war in das traditionelle Gefüge der scholastischen Gesamtwissenschaft etwas Neues eingebrochen, die neue Naturwissenschaft. Dieses neue Element nötigte die Philosophie zur Systematik, d. h. zur Harmonisierung des Alten und Neuen. Der Systembegriff, der seither ein methodisch unentbehrliches Requisit der Philosophie
geworden ist, hat also seine historische Wurzel in dem Auseinandertreten von Philosophie und Wissenschaft in der beginnenden Neuzeit, und er erschien nur deshalb als eine selbstverständliche Forderung an die Philosophie, weil dieses Auseinandergehen von Philosophie und Wissenschaft seitdem der Philosophie ihre beständige Aufgabe stellt. [Zur Wortgeschichte: Auszugehen ist von Epinomis 991 e. Es scheint also von den Zahl- und Tonverhältnissen auf die Himmelsordnung übertragen (Vgl. St. V. fr. II, 168,11 pass.)
Man darf auch an Heraklits Begriff der åpjovía (VS 12 B 54) denken: Die Dissonanzen erscheinen in den harmonischen Intervallen „überwunden“. Dass Auseinanderfallendes geeint ist, begegnet ebenso im astronomischen wie im philosophischen Begriff des „Systems“.]


1. O.Ritschl, System und systematische Methode in der Geschichte des Wissenschaftlichen
Sprachgebrauchs und in der philosophischen Methodologie, Bonn 1906

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Systeme Pareto Brocker I 99
System/Soziologie/Pareto: Mit dem ((s) unter anderem von Pareto eingeführten) Systembegriff verbindet sich (…) eine für die damaligen Sozialwissenschaften bahnbrechende Erkenntnisweise, die des funktionalen Verstehens. Diese impliziert, dass die sozialen Phänomene – etwa Normen, Ideen, die Wirtschaft oder das Regierungssystem – nicht nur für sich stehen und dementsprechend auch nicht nur immanent, sondern als Elemente des jeweiligen Systems zu verstehen sind. Sie übernehmen spezifische Aufgaben und Leistungen, etwa die Stabilisierung von Handlungsmustern oder die Lösung bestimmter Probleme der gesellschaftlichen Ordnungsbildung. Pareto hatte noch die entsprechende Theoriesprache zur Verfügung, nach heutigem Verständnis hatte er aber schon eine funktionalistische Strukturtheorie der Gesellschaft im Auge.
Brocker I 100
Die konstitutiven Elemente des sozialen Systems sind für Pareto: a) das »logische« und »nichtlogische Handeln«, b) die »Residuen«, c) die »Derivationen« sowie d) die »Zirkulation der Eliten«.

Maurizio Bach, Vilfredo Pareto, Allgemeine Soziologie (1916) in: Manfred Brocker (Hg). Geschichte des Politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.


Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Systeme Parsons Habermas IV 229
System/Talcott Parsons/Habermas: der reife Parsons deutet die strukturellen Komponenten der Lebenswelt, also Kultur, Gesellschaft und Persönlichkeit, in Handlungssysteme um, die füreinander Umwelten bilden. Dabei subsumiert Parsons den Begriff der Lebenswelt umstandslos unter systemtheoretischen Begriffen, obwohl er eine ganz andere Entstehung hat. Lebenswelt/Parsons: Das physische Substrat der Lebenswelt fasst er unter dem Begriff des „Verhaltenssystem“.
HabermasVsParsons, Talcott: ich möchte dagegen der methodologischen Differenz von Innen- und Außenbetrachtung Rechnung tragen.
Habermas IV 338
Systeme/Parsons/Habermas: nachdem Parsons frühe Systeme einfach als geordnete Mengen von Elementen aufgefasst hatte, seht er sie später unter dem Gesichtspunkt der Bestandserhaltung und Abgrenzung gegen eine überkomplexe Umwelt. (1)
Habermas IV 339
An die Stelle des (kulturanthropologischen) Strukturfunktionalismus tritt nun der (biokybernetische) Systemfunktionalismus. Dann liegen die Begriffe „Funktion“ und „Struktur“ nicht mehr auf der gleichen Ebene. Strukturen und Prozesse bilden funktionale Äquivalente füreinander. (2)
Habermas IV 340
ParsonsVsLuhmann: die Sonderstellung, die die Kultur gegenüber den empirischen Handlungssystemen einnimmt, gibt Parsons die Möglichkeit, den neukantianischen Dualismus zwischen Werten und Tatsachen in den Systemfunktionalismus hineinzutragen. Diese werttheoretische Schranke trennt seinen Ansatz von dem Luhmanns.
Habermas IV 341
Parsons trennt zwischen den beiden Aufgaben, die Integrität des Handlungssystems nach außen und nach innen zu bewahren: die entsprechenden Grundfunktionen behandelt er unter den Stichworten „Allokation“ und „Integration“. (3) (Siehe auch Terminologie/Parsons, Umwelt/Parsons).
Habermas IV 352
Handlung/Luhmann: “Die Handlung ist System aufgrund ihrer analytischen Binnenstruktur.” (4)

1. Talcott Parsons, Toward a General Theory of Action, NY 1951. S. 108.
2. Talcott Parsons, Some Problems of General Theory in Sociology, in: McKinney, Tiryakan, (1970, S. 27ff.
3. Talcott Parsons, The Social System, NY 1951, S 114ff.
4 .N. Luhmann, T. Parsons: die Zukunft eines Theorieprogramms, Zeitschrift für Sozialforschung 9, 1980, S. 8

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Systeme Quine VII (e) 91
Abkürzungen/Quine: definierende Abkürzungen stehen immer außerhalb eines formalen Systems - deswegen müssen wir einen Ausdruck in einfache Notation bringen, bevor wir ihn auf Hierarchie prüfen.
ad IX 190
System/Quine: ein neues System wird nicht durch neue Definitionen eingeführt, sondern durch neue Unterscheidungen. ((s) Bsp (s): wenn ich immer "n + 1" anmerken muss, um den Unterschied zwischen reellen und rationalen Zahlen zu markieren, habe ich eben nicht die reellen Zahlen eliminiert, sondern den alten Unterschied beibehalten. Ich habe nur die Notation verändert, nicht die Ontologie.)
IX 232
Theorie/Vergrößerung/Erweiterung/System/Quine: eine Vergrößerung ist keine Erweiterung! Erweiterung: Hinzunahme von Axiomen, kann Widersprüche erzeugen .
Vergrößerung/Quine: soll bedeuten, ein hinzugefügtes Schema auf schon vorhandene Axiome eines Systems zu relativieren, z.B. auf "Uϑ", ((s) wenn etwas in "Uϑ" existiert, muss es eine Menge sein.)
Eine solche Vergrößerung erzeugt niemals einen Widerspruch.
IX 237
Theorie/stärker/schwächer/Quine: wenn ein deduktives System in dem Sinne eine Erweiterung eines anderen ist, dass seine Theoreme sämtliche des anderen und noch weitere umfassen, so ist in einer bestimmten Weise das eine stärker als das andere. Aber diese Vergleichsgrundlage ist schwach: 1. Versagt sie, wenn jedes der beiden Systeme Theoreme hat, die nicht in dem anderen zu finden sind. (Vergleichbarkeit).
2. Sie hängt an Zufälligkeiten der Interpretation und nicht einfach an Struktureigenschaften.
Bsp Angenommen, wir hätten genau "=" und "R" als primitive zweistellige Prädikate mit gewöhnlichem Identitätsaxiom und Transitivität. Nun erweitern wir das System, durch Hinzufügen der Reflexivität "∀x(xRx)".
Das erweiterte System ist nur dann stärker, wenn wir sein "R" mit dem ursprünglichen "R" gleichsetzen. Wenn wir aber sein "xRy" mit Hilfe des ursprünglichen "R" als "x = y v x R y" neu interpretieren, dann sind alle seine Theoreme in dem nicht erweiterten System beweisbar. (>Löwenheim,
Beweisbarkeit),
Bsp (weniger trivial): Russells Methode ((1) bis (4), Kap 35), Extensionalität für Klassen zu gewährleisten, ohne sie für Attribute annehmen zu müssen. Gegeben sei eine Mengenlehre ohne Extensionalität. Wir könnten sie durch Hinzufügen dieses Axioms erweitern, und doch könnten wir zeigen, dass alle Theorem des erweiterten Systems mit Russells Methode als Theoreme neu zu interpretieren wären, die bereits in dem nicht erweiterten System beweisbar sind.
Stärker/schwächer/Quine: besserer Standard für den Vergleich von Stärke: "Vergleich durch Neuinterpretation": wenn wir die primitiven logischen Zeichen (also bei der Mengenlehre nur "ε") so neu interpretieren können, dass wir damit alle Theoreme dieses Systems zu Übersetzungen der Theoreme des anderen Systems werden lassen, dann ist das letztgenannte System mindestens so stark wie das erste.
IX 238
Wenn das nicht in der anderen Richtung geht, ist das eine System stärker als das andere. Def "ordinale Stärke"/Quine: ein anderer bedeutungsvoller Sinn von Stärke eines Systems: folgendes überraschend zahlenmäßiges Maß: die kleinste transfinite OZ, deren Existenz man im System nicht mehr beweisen kann.
Jede normale Mengenlehre kann natürlich die Existenz unendlich vieler transfiniter Zahlen beweisen, aber das bedeutet nicht, dass man sie alle erhält.
transfinit/Quine: was daran so charakteristisch ist, ist, dass wir dann weiter die Iteration iterieren und das Iterieren von Iterationen iterieren, bis unser Apparat irgendwie blockiert. Die kleinste transfinite Zahl nach dem Blockieren des Apparats gibt dann an, wie stark der Apparat war.
Ein Axiom, das zu einem System mit dem sichtbaren Ziel vergrößerter Ordinalstärke hinzugefügt werden kann, ist das Axiom, dass es jenseits von w (Omega) eine unerreichbare Zahl gibt. (Ende Kap 30).
Eine endlose Serie weiterer Axiome dieser Art ist möglich.
Stärke von Systemen/OZ/Quine: andere Möglichkeit OZ für die Stärke einzusetzen: wir können die Theorie der kumulativen Typen auf transfinite Typen erweitern, indem wir zum x-ten Typ für jede OZ x, alle Klasse akkreditieren, deren Elemente alle einen Typ unter x haben.
So ist das Universum der Theorie der kumulativen Typen in Kap 38, der transfinite Typen fehlen, selbst der w te Typ.
Def "natürliches Modell/"Montague/Vaught/Quine: so nennen die beiden diesen Typ, wenn die Axiome einer Mengenlehre erfüllt werden, falls man ihr Universum als solch einen Typ nimmt.
So hat Zermelos Mengenlehre ohne UA den w ten Typ als natürliches Modell. (Das haben wir in Kap 38 gesehen). Also ist die ordinale Stärke dieses Systems höchstens w, offensichtlich auch nicht kleiner.
Mit UA: w + w.
Stärke des Systems von von Neumann-Bernays: eins mehr als die erste unerreichbare Zahl nach w.

XII 33
Gegenstand/Existenz/System/Quine: systematische Überlegungen können uns dazu bringen, bestimmte Gegenstände zu verwerfen
XII 34
oder bestimmte Terme als nicht referierend zu erklären. Vorkommnis: auch einzelnen Vorkommnisse von Termen. Das ist Freges Standpunkt: ein Vorkommnis kann bei einer Gelegenheit etwas bezeichnen, bei einer anderen nicht. (>bezeichnende Position).
Bsp „Thomas glaubt, dass Tullius die Ars Magna geschrieben hat“. In Wirklichkeit verwechselt er Tullius mit Lullus.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Systeme Waltz Brocker I 629
System/Systemtheorie/Waltz: Waltz bezeichnet seine eigene Theorie als Systemtheorie. DüsbergVsWaltz: hat zu Recht darauf hingewiesen, dass Waltz damit lediglich einen eigenen Bereich (die internationale Politik) bezeichnet, der ein inneres Gefüge (eine Struktur) hat, das das Verhalten der Teile beeinflusst. (1) Waltz kennt keine „Außenwelt“ (Umwelt) wie sie bei Talcott Parsons oder Niklas Luhmann thematisiert werden.
Brocker I 630
Struktur/Waltz: ist durch die Anordnung der Teile im System und durch das Ordnungsprinzip dieser Teile. (2) Teile/“units“/Waltz: sind abgegrenzte Einheiten innerhalb des Systems, die durch beständige Aktionen miteinander in Verbindung stehen. Die wichtigsten Units seiner Theorie sind Staaten, die souveräne Einheiten bilden. Siehe Souveränität/Waltz, Staaten/Waltz.

1.Volker Düsberg, ‚Balance of Power‘ und ‚Hegemonie‘: Zur Kritik der Ansätze von Kenneth N. Waltz und Robert O. Keohane, Köln 1992, S. 13-14
2. Kenneth N. Waltz Theory of International Politics, Reading, Mas. 1979, S. 79.


Carlo Masala, „Kenneth N. Waltz, Theory of International Politics” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolWaltz I
Kenneth N. Waltz
Man,the State and War New York 1959

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Systemtheorie Easton Brocker I 491
Systemtheorie/Politik/Easton: bei der Formulierung seiner politischen Theorie greift Easton den Grundgedanken jeder Systemtheorie auf, wonach ein System aus einer Verbindung spezifischer Elemente besteht und sich von einer nicht dazugehörigen Umwelt abgrenzen lässt. Siehe Politisches System/Easton.

Dieter Fuchs, “David Easton, A Systems Analysis of Political Life” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolEast I
David Easton
A Systems Analysis of Political Life New York 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Terminologien Carnap VI 8
Konstitutionssystem/Carnap: alle Gegenstände nach strukturellen Merkmalen kennzeichnen, d.h. letztlich sind Klassen und Relationen die Stufen des Systems. Vier Sprachen: 1. das Logische als eigentliche Systemsprache - außerdem drei Übersetzungen: 2. Wortsprache für konstitutionale Definitionen - 3. realistische Sprache zur Angabe von Sachverhalten - 4. Operationsvorschrift aufgrund gewisser Fiktionen - Wissenschaft: behandelt nur Struktureigenschaften der Gegenstände.
VI 38
Def sphärenverwandt: Hamburg und Paris - (einsetzbar) - Sphärenverwandtschaft: transitiv - daher schließen sich die Sphären gegenseitig aus - Def rein: ist eine Gegenstandsart, wenn alle Gegenstände sphärenverwandt sind - Typentheorie: aus ihr folgt, dass die Eigenschaften sphärenfremder Gegenstand selbst sphärenfremd sind - Sphären: Russellsche Typen für nicht-logische Begriffe.
VI 56
Gegenstände verschiedener Stufe sind einander sphärenfremd.
VI 83
Konstitutionssystem/Carnap: nicht Klassen sondern Grundrelationen sind die Basis - und zwar das Eigenpsychische -
VI 86
Unterscheidung zwischen wirklichen/nichtwirklichen Gegenstand steht nicht am Anfang des Konstitutionssystems.
VI 91
Allgemeinheit aus Übereinstimmung gewisser Erlebnisströme bei den Subjekten.
VI 93
Konstitutionssystem/Carnap: 1. Stufe: nur Klassen von Elementen und Relationen zwischen Elementen - 2. Stufe: Relationen zwischen Klassen und Klassen von Klassen und Klassen von Relationen usw.
VI 224
Sphären/sphärenfremd/Carnap: Bsp das Verhältnis zweier Abstände ist kein Abstand, die Kongruenz zweier Dreiecke ist kein Dreieck.

Ca I
R. Carnap
Die alte und die neue Logik
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Ca II
R. Carnap
Philosophie als logische Syntax
In
Philosophie im 20.Jahrhundert, Bd II, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Ca IV
R. Carnap
Mein Weg in die Philosophie Stuttgart 1992

Ca IX
Rudolf Carnap
Wahrheit und Bewährung. Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique fasc. 4, Induction et Probabilité, Paris, 1936
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Ca VI
R. Carnap
Der Logische Aufbau der Welt Hamburg 1998

CA VII = PiS
R. Carnap
Sinn und Synonymität in natürlichen Sprachen
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Ca VIII (= PiS)
R. Carnap
Über einige Begriffe der Pragmatik
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982
Unbestimmtheit Field II IX
Unbestimmtheit/Korrespondenz/Lewis/Kit Fine/Field: Unbestimmtheit ist kein großes Problem für die Korrespondenztheorie. Lösung: Supervaluation für vage Sprachen. Dagegen: Unbestimmtheit ist ein Problem für den Deflationismus (innerhalb der eigenen Sprache)(Quine). Einige Autoren VsQuine: Die Behauptung einer Unbestimmtheit innerhalb der eigenen Sprache ist inkohärent. Unbestimmtheit/Mathematik/Field: Unbestimmtheit gibt es in der Mengenlehre, aber nicht in der Zahlentheorie.
II 180
Unbestimmtheit/Referenz/Begriffswandel/Theoriewechsel/Field: These: "Masse" war unbestimmt und ist es noch heute. Zwei Lehrbücher der speziellen Relativitätstheorie können differieren, indem sie unter Masse einmal "Eigenmasse" und einmal "relativistische Masse" verstehen. Dann ist diese entweder in allen Bezugssystemen gleich oder verschieden.
II 192
Unbestimmtheit/Theorie/Quine: Wissenschaftliche Begriffe sind bedeutungslos außerhalb ihrer Theorie. > Immanenz der Wahrheit. - Wahrheit steht immer nur in Bezug auf ein Begriffsschema. Ein objektiver (nicht-relativer) Wahrheits-Begriff könnte nur in Begriffen der Denotation und Signifikation versucht werden, aber das geht nicht, wenn diese Begriffe relativ auf ein Bezugssystem sind. FieldVsQuine: Denotation ist eine perfekt objektive Relation, die zwischen Ausdrücken und außersprachlichen Gegenständen besteht. - Referentielle Unbestimmtheit/Field: Referentielle Unbestimmtheit zeigt nur, dass Denotation in bestimmten Situationen nicht wohl-definiert ist.
II 271ff
Übersetzungsunbestimmtheit/Brandom/Field: Bsp Wurzel - 1 nicht "i" und "-i". (+)
II 355
Unbestimmt/Sprache/McGee/Field: "Unbestimmt" bedeutet nicht-Standard-Modelle habend. Lösung: Erweiterung durch das Prädikat: Bsp "Standard-natürliche Zahl". FieldVs: Das ist Mogelei. Neue Axiome mit neuem Vokabular sind nicht besser als neue Axiome im alten Vokabular. Mogelei: wäre es anzunehmen, dass die neuen Prädikate bestimmte Extensionen haben. (Dennoch FieldVsIndeterminismus)
II 359
Unbestimmtheit/Übersetzung/System/Field: Bsp angenommen, zwei Sprecher haben verschiedene Annahmen über natürliche Zahlen. Dann muss der eine letztlich annehmen, dass der andere einen weiteren Begriff hat als er selbst. Problem: Asymmetrie: Ein als weiter angenommener fremder Begriff kann dann nicht in die eigene Sprache zurückübersetzt werden. ((s) Es könnte sich eine unintendierte Interpretation einschleichen.) Field: Dabei haben wir außerdem auf jeder Seite Unbestimmtheit der Referenz.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Verhalten Gray Corr I 349
Verhalten/Gray: Gray verwendete die Sprache der Kybernetik (vgl. Wiener 1948)(1) - die Wissenschaft der Kommunikation und Kontrolle, die Endziele und Rückkopplungsprozesse umfasst, die die Kontrolle von Werten innerhalb des Systems beinhalten, die den Organismus zu seinem Endziel führen - in Form einer cns-CNS (Konzeptuelles Nervensystem/Zentrales Nervensystem >Terminologien/Gray) Brücke, um zu zeigen, wie der Informationsfluss und die Kontrolle der Ergebnisse erreicht wird (siehe auch Gray 2004)(2). >Reinforcement Sensitivity Theory/Gray, >Konzeptuelles Nervensystem/Gray. Gray stand vor zwei großen Problemen: erstens, wie man Gehirnsysteme identifiziert, die für das Verhalten verantwortlich sind, und zweitens, wie man diese Systeme charakterisiert, sobald sie identifiziert wurden. Die Perspektive der individuellen Unterschiede ist ein wichtiger Weg, um die Hauptquellen für Variationen im Verhalten zu identifizieren. Folglich muss es kausale Systeme (d.h. Quellen) geben, die zu beobachteten Variationen im Verhalten führen. Hans Eysencks (1947(3), 1957(4), 1967(5)) Ansatz bestand darin, mittels multivariater statistischer Analysen diese Hauptquellen der Variation in Form von Persönlichkeitsdimensionen zu identifizieren.
GrayVsEysenck: Gray akzeptierte, dass dieser "Top-Down"-Ansatz die minimale Anzahl von Variationsquellen identifizieren kann (d.h. das "Extraktionsproblem" in der Faktorenanalyse), aber er argumentierte, dass solche statistischen Ansätze niemals die korrekte Ausrichtung dieser beobachteten Dimensionen (d.h. das "Rotationsproblem" in der Faktorenanalyse) lösen können.
Lösung/Gray: "bottom-up"-Ansatz: ruht auf anderen Formen von Evidenz, einschließlich der Auswirkungen von Hirnläsionen, experimenteller Hirnforschung (z.B. intrakranielle Selbststimulationsstudien) und, von größter Bedeutung, den Auswirkungen auf das Verhalten von Medikamentenklassen, von denen bekannt ist, dass sie bei der Behandlung psychiatrischer Störungen wirksam sind.
Umwandlung der pharmakologischen Basisbefunde in eine wertvolle neuropsychologische Theorie. Dies war eine subtile und clevere Art, die Natur der fundamentalen Emotions- und Motivationssysteme aufzudecken, insbesondere derjenigen, die in den wichtigsten Formen der Psychopathologie involviert sind. >Methode/Gray, >Furcht/Gray.



1. Wiener, N. 1948. Cybernetics, or control and communication in the animal and machine. Cambridge: MIT Press
2. Gray, J. A. 2004. Consciousness: creeping up on the Hard Problem. Oxford University Press
3. Eysenck, H. J. 1947. Dimensions of personality. London: K. Paul/Trench Trubner
4. Eysenck, H. J. 1957. The dynamics of anxiety and hysteria. New York: Preger
5. Eysenck, H. J. 1967. The biological basis of personality. Springfield, IL: Thomas


Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Verhaltenssystem Ainsworth Slater I 15
Verhaltenssystem/Ainsworth: Die Theorie der Kontrollsysteme wiederum steuerte systematische Beobachtungen menschlicher Säuglinge im Dorf und zu Hause (Ainsworth, 1967)(1). Es führte auch zur Entwicklung eines Laborparadigmas, das die Fähigkeiten der Säuglinge testete, ihre Betreuerin als Quelle der Sicherheit und Grundlage für die Erforschung zu nutzen (Ainsworth, Blehar, Wall, & Waters, 1978)(2). Die Entwicklung von Ainsworths Paradigma der fremden Situation (>Situation/Ainsworth) - in dem die Reaktionen der Säuglinge auf die Trennung von ihrer Mutter und die anschließende Wiedervereinigung mit ihr sowie ihre Reaktionen auf eine unbekannte Frau aufgezeichnet wurden - wurde wiederum zu einem Paradigma für die Beurteilung individueller Unterschiede in der Sicherheit der Beziehungen der Säuglinge zu ihrer primären Pflegeperson.

1. Ainsworth, M. S. (1967). Infancy in Uganda. Baltimore: Johns Hopkins University Press.
2. Ainsworth, M. D. S., Blehar, M. C., Waters, E., & Wall, S. (1978). Patterns of attachment: A psychological study of the strange situation. Hillsdale, NJ: Erlbaum.



Roger Kobak, “Attachment and Early Social deprivation. Revisiting Harlow’s Monkey Studies”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012
Verhaltenssystem Bowlby Corr I 232
Verhaltenssystem/Bindungstheorie/Bowlby/Shaver/Mikulincer: Nach Bowlby (1973)(1) hängt die Fähigkeit eines Verhaltenssystems, sein gesetztes Ziel zu erreichen, von den Transaktionen einer Person mit der Außenwelt ab. Obwohl Verhaltenssysteme angeborene intrapsychische Mechanismen sind, die vermutlich hauptsächlich auf subkortikaler Ebene und in automatischer, reflexiver Weise funktionieren, manifestieren sie sich im tatsächlichen Verhalten, leiten die Transaktionen der Menschen mit der sozialen Welt und können durch die Reaktionen anderer beeinflusst oder geprägt werden. Im Laufe der Zeit prägen soziale Begegnungen die Parameter der Verhaltenssysteme einer Person. Dies geschieht auf eine Weise, die relativ stabile individuelle Unterschiede in Strategien und Verhaltensweisen hervorruft, d.h. die neuronalen und verhaltensbezogenen Fähigkeiten einer Person werden so "programmiert", dass sie zu den wichtigsten engen Beziehungspartnern oder Bindungspersonen passen. Repräsentation/Bowlby: Bowlby (1973)(1) ging davon aus, dass die Reste solcher sozialer Begegnungen als mentale Repräsentationen von Transaktionen zwischen Mensch und Umwelt gespeichert sind, die er Arbeitsmodelle von sich selbst und anderen nannte, und dass diese Repräsentationen das Funktionieren des Verhaltenssystems einer Person und das Verhalten in bestimmten sozialen Situationen beeinflussen.


1. Bowlby, J. 1973. Attachment and loss, vol. II, Separation: anxiety and anger. New York: Basic Books

Phillip R. Shaver and Mario Mikulincer, “Attachment theory: I. Motivational, individual-differences and structural aspects”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press



Slater I 15
Verhaltenssystem/Bowlby: Bowlby (1969(1)) formalisierte Harlows Arbeit in eine Theorie von Steuerungssystemen, die durch Umgebungsbedingungen aktiviert und beendet wurden. Bowlbys Theorie betonte kontextuelle Faktoren, die sowohl Verhaltenssysteme aktivierten als auch beendeten. Im Säuglingsalter betrachtete er das Bindungs-, Angst- und Erkundungssystem als ein System, das sich Ziele gesetzt hatte, die auf der Grundlage einer kontinuierlichen Überwachung und Rückmeldung aus der Umwelt aufrechterhalten werden mussten.
Die Theorie der Kontrollsysteme wiederum steuerte systematische Beobachtungen menschlicher Säuglinge im Dorf und zu Hause (Ainsworth, 1967)(2). Es führte auch zur Entwicklung eines Laborparadigmas, das die Fähigkeiten der Säuglinge testete, ihre Betreuerin als Quelle der Sicherheit und Grundlage für die Erforschung zu nutzen (Ainsworth, Blehar, Wall, & Waters, 1978)(3). Die Entwicklung von Ainsworths Paradigma der fremden Situation (>Situation/Ainsworth) - in dem die Reaktionen der Säuglinge auf die Trennung von ihrer Mutter und die anschließende Wiedervereinigung mit ihr sowie ihre Reaktionen auf eine unbekannte Frau aufgezeichnet wurden - wurde wiederum zu einem Paradigma für die Beurteilung individueller Unterschiede in der Sicherheit der Beziehungen der Säuglinge zu ihrer primären Pflegeperson.


1. Bowlby, J. (1969). Attachment and loss: Vol. 1. Attachment. New York, NY: Basic Books.
2. Ainsworth, M. S. (1967). Infancy in Uganda. Baltimore: Johns Hopkins University Press.
3. Ainsworth, M. D. S., Blehar, M. C., Waters, E., & Wall, S. (1978). Patterns of attachment: A psychological study of the strange situation. Hillsdale, NJ: Erlbaum.


Roger Kobak, “Attachment and Early Social deprivation. Revisiting Harlow’s Monkey Studies”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012
Vertrauen Easton Brocker I 498
Vertrauen/Politisches System/Easton: Vertrauen beruht auf Erfahrungen mit den Outputs der Entscheidungsträger. Im Unterschied zur spezifischen Unterstützung bezieht sie sich aber nicht auf die alltäglichen Outputs jeweils konkreter Entscheidungsträger, sondern auf andauernde positive Erfahrungen mit Outputs verschiedener Entscheidungsträger über einen längeren Zeitraum hinweg (1). Die Bewertung dieses generalisierten Outputs wird deshalb von konkreten Entscheidungsträgern entkoppelt und dem Regime zugerechnet. Siehe Politisches System/Easton.

1. David Easton, –, »A Re-Assessment of the Concept of Political Support«, in: British Journal of Political Science 5/4, 1975, S. 448.

Dieter Fuchs, “David Easton, A Systems Analysis of Political Life” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolEast I
David Easton
A Systems Analysis of Political Life New York 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Werte Easton Brocker I 497
Werte/Politisches System/Easton: Die Werte stellen breite Grenzen für das dar, was in der alltäglichen Politik zulässig ist, ohne tiefsitzende Gefühle wichtiger Segmente der Gesellschaft zu verletzen. (1) Siehe Politisches System/Easton.
1. Vgl. David Easton, A Systems Analysis of Political Life, New York 1965, S. 193ff


Dieter Fuchs, “David Easton, A Systems Analysis of Political Life” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolEast I
David Easton
A Systems Analysis of Political Life New York 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
System/ Wissenschaft Stroud Vs Carnap, R. I 182
Extern/intern/Carnap/Quine/Stroud: Quine scheint Carnap so zu interpretieren. Dass der Unterscheidung die zwischen "Kategorien-Fragen" und "Teilmengen-Fragen" entspricht. Extern/QuineVsCarnap: das ist nichts anderes als zwei Weisen der Formalisierung der Sprache. Wenn wir nur eine Art gebundene Variable für alle Dinge haben, wird es eine externe Frage sein: "gibt es so und so?" wenn die Variable über den ganzen Bereich geht. (Kategorien-Frage).
Intern: wenn es für jede Art Ding eine Variable gibt, wird es eine Teilmengen-Frage sein. Dann bezieht sich die Frage nicht auf alle Dinge, die es geben kann.
I 183
Philosophie/QuineVsCarnap: unterscheidet sich von den Wissenschaften nur in der Breite ihrer Kategorien. (Quine, Wort und Gegenstand, S. 275). Extern/intern/QuineVsCarnap: Kategorien-Fragen unterscheiden sich von internen Fragen nur in ihrer Allgemeinheit von Teilmengen-Fragen. Wir können zur Allgemeinheit kommen, indem wir eine Art Variable über alle Dinge gehen lassen.
I 191
StroudVsCarnap: das führt ein "wir" ein, und etwas, das uns zustößt, das "Erfahrung" genannt wird. Dass wir existieren und Erfahrungen haben, kann nicht einfach als eine "interne" Wahrheit der Dingsprache angesehen werden.
Man kann die Sinngebung der Erfahrung dann auch nicht als gemeinsames Ziel aller "echten Alternativen" ansehen, weil dann vorausgesetzt wird, dass es äußere Dinge gibt.
Problem: die Frage des gemeinsamen Ziels aller echten Alternativen kann auch nicht als externe Frage aller Bezugssysteme angesehen werden, weil sie dann sinnlos wird.
Wenn sie aber "intern" wäre, was wäre dann der Unterschied, wenn man von einem Bezugssystem in ein anderes wechselt, das dieses Ziel gar nicht enthält?
Das beantwortet Carnap nicht.
I 192
Das macht es schwer, seinen positiven Ansatz zu erfassen. CarnapVsSkeptizismus: missversteht die Relation zwischen linguistischem Rahmen der Ausdrucksweise über äußere Gegenstände und den Wahrheiten, die innerhalb dieses Bezugssystems ausgedrückt werden.
StroudVsCarnap: aber was ist genau sein eigener nicht-skeptischer Zugang zu dieser Relation?
1. zu welchem System gehört Carnaps These, dass Existenzbehauptungen in der Dingsprache weder wahr noch falsch sind?
2. was drückt die These dann überhaupt aus?
Wissen/intern/Carnap: Bsp der Geometer in Afrika kommt wirklich zu Wissen über den Berg.
StroudVsCarnap: aber was bedeutet es zusätzlich dazu, dass dies keine Wahrheit ist, die unabhängig von einem Bezugssystem gilt?
Angenommen, wir hätten aus irgendeinem Grund nicht die Dingsprache und könnten eine andere Sprache frei wählen. Folgt daraus, dass Bsp der Satz über den Berg in Afrika nicht mehr wahr wäre?
Sicher würden wir in einer völlig anderen Sprache ohne Ding-Ausdrücke etwas ganz anderes ausdrücken. Aber wäre der Satz, den wir jetzt bilden können, in dieser anderen Sprache nicht mehr wahr?
I 193
Und könnte er niemals wahr sein, wenn wir zufällig die Dingsprache niemals angenommen hätten. Existenz/Sprache/Skeptizismus/StroudVsCarnap: das kann nicht richtig sein und es führt zu einem extremen Idealismus, den Carnap gerade ablehnt. Es ist deswegen absurd, weil wir schon genug über Berge wissen, um zu sehen, dass sie nicht durch eine gewählte Sprache beeinflusst werden.
Sprache/Gegenstand/Stroud: die Dinge waren schon lange da, bevor Sprache in der Welt entstand. Und das ist wiederum etwas, was wir "intern" in der Dingsprache wissen.
StroudVsCarnap: dann ist seine These, verstanden als der Sprache "intern", falsch. Sie widerspricht dem, was wir schon als Wissen über uns und die äußeren Dinge annehmen.
Empirisch genommen, führt sie zum Idealismus, der den gewussten Tatsachen widerspricht.
CarnapVsVs: würde sagen, dass man seine These natürlich nicht "empirisch" und nicht der Dingsprache "intern" auffassen darf.
StroudVsCarnap: aber innerhalb irgendeines Bezugssystems muss sie intern sein, sonst ist sie sinnlos.
Problem: das ist aber eine Aussage über die Relation zwischen einem gewählten Rahmen und den internen Aussagen innerhalb dieses Rahmens. Und wenn das impliziert, dass diese internen Aussagen weder wahr noch falsch gewesen wären, wenn ein anderes Bezugssystem gewählt worden wäre, ist das immer noch Idealismus, ob empirischer oder nichtempirischer Idealismus.
Wahrheitswert/WW/Konvention/StroudVsCarnap: die WW der internen Sätzen wären abhängig von der Wahl der Sprache (des Bezugssystems).
I 194
StroudVsCarnap: es ist wichtig zu sehen, dass wenn das nicht folgen würde, Carnaps These nicht vom traditionellen Skeptizismus unterschieden wäre! Es wäre dann Raum für die Möglichkeit, dass Aussagen über Dinge wahr blieben, selbst wenn wir die Dingsprache aufgeben und Wahrheit wiederum sprachunabhängig wäre. Problem: das würde wieder dazu führen, dass unsere Wahl eines linguistischen Rahmens nur deshalb notwendig wäre, um etwas zu formulieren oder zu erkennen, das unabhängig von diesem Rahmen sowieso wahr wäre ((s) > metaphysischer Realismus).
theoretisch: das wäre nach Carnap dann eine "theoretische" Frage über die Akzeptabilität der Dingsprache als Ganzes. Aber in Bezug auf eine Objektivität, die wir dann voraussetzen.
CarnapVsTradition: es ist gerade die Unverständlichkeit solcher theoretischer Fragen, die wichtig bei Carnap ist. Denn
Problem: dann könnte es sein, dass selbst wenn wir unsere besten Prozeduren (> Beste Erklärung) sorgfältig anwenden, die Dinge immer noch anders sein könnten als wir denken, sie wären". Das entspricht dem Skeptizismus.
"Konditionale Korrektheit"/Skeptizismus/Carnap/Stroud: Carnap akzeptiert, was ich die "konditionale Korrektheit" des Skeptizismus genannt haben: wenn der Skeptiker eine bedeutungsvolle Frage stellen könnte, würde er sich durchsetzen.
StroudVsCarnap: wenn er nun nicht leugnen würde, dass die „internen“ Sätze wahr oder falsch bleiben, beim Wechsel des Bezugssystems, würde sein Ansatz genauso tolerant gegenüber dem Skeptizismus wie die Tradition. ((s) Sowohl das Leugnen als auch das Nichtleugnen würde also zum Problem.)
Kant/Stroud: auch er akzeptiert die "konditionale Korrektheit" des Skeptizismus. Wenn Descartes Beschreibung der Erfahrung und ihrer Relation zu den äußeren Dingen richtig wäre, könnten wir nie etwas über diese Dinge wissen.
Carnap/Stroud: seine These ist eine Version der „Kopernikanischen Wende“ von Kant. Und er erlangt sie aus denselben Gründen wie Kant: ohne sie hätten wir keine Erklärung, wie ist’s möglich, dass wir überhaupt etwas wissen.
BezugsSystem/Rahmen/StroudVsCarnap: es öffnet sich eine Lücke zwischen dem Rahmen und dem, was unabhängig von ihm wahr ist. ((s) Wenn eine Wahl zwischen verschiedenen Rahmen möglich sein soll).
StroudVsCarnap: in dieser Hinsicht ist Carnaps Ansatz ganz Kantianisch.
I 196
Und er erbt auch die ganze Obskurität und den Idealismus von Kant. Es gibt überall Parallelen: für beide kann es eine Art Distanzierung von unserem Glauben geben. Wir können eine philosophische Untersuchung des Alltagslebens durchführen, (was die Bedingungen des Wissens betrifft).
I 197
Bezugssystem/Rahmen/StroudVsCarnap: zu welchem Rahmen gehört Carnaps These, dass keine Sätze über äußere Gegenstände wahr oder falsch unabhängig von der Wahl eines Bezugssystems (Sprache) sind? Und ist diese These - analytisch oder nicht – selbst „intern“ in irgendeinem Rahmen? Und ob sie es ist oder nicht, ist sie nicht bloß ein Ausdruck des Kantianischen Transzendentalen Idealismus? Skeptizismus/StroudVsCarnap: der Grundfehler ist, überhaupt eine konkurrierende Theorie zur Tradition zu entwickeln.
I 198
Ein rein negativer Ansatz oder deflationärer Gebrauch des Verifikationsprinzips würde den Skeptizismus einfach als sinnlos eliminieren. Wenn das ginge, brauchte man den Skeptizismus gar nicht mehr zu unterminieren. Aber: Verifikationsprinzip/StroudVsCarnap: Problem: der Status des Verifikationsprinzips selbst, bzw. seine Akzeptabilität. Wir können es nur dann gebrauchen um Descartes zu widerlegen, wenn wir einen guten Grund haben, es als notwendig anzunehmen. Aber das hängt davon ab, wie es eingeführt wird.
Es sollte dazu dienen, die Auswüchse sinnloser philosophischer Spekulation zu verhindern.
StroudVsCarnap: 1. Dann können wir nur noch zuschauen und sehen, wie weit das Prinzip zu einer Unterscheidung taugt, die wir vorher schon getroffen haben! Der einzige Test wären Sätze, die wir schon vorher als sinnlos erkannt hätten!
2. Aber selbst angenommen, das Prinzip wäre als extensional und deskriptiv adäquat erwiesen, d.h. es würde so zwischen sinnvoll und sinnlos unterscheiden, wie wir das tun,
I 199
es würde uns nicht ermöglichen, etwas als sinnlos auszuscheiden, das wir nicht auf anderem Wege schon als sinnlos erkannt hätten. Verifikationsprinzip/StroudVsCarnap: wurde falsch eingeführt ((s) mit dem Hintergedanken, ein Resultat zu liefern, das vorher schon in Gänze bekannt war). Frühe Skizzen Carnaps zeigen, dass zunächst auch fälschlicherweise allgemeine Naturgesetze ausgeschlossen worden wären.
Verifikationsprinzip/StroudVsCarnap: eine richtige Einführung würde ein starkes destruktives Instrument liefern, das schon Kant suchte: sie müsste erklären, warum das VP korrekt ist. Das wäre wahrscheinlich identisch mit einer Erklärung, wie Wissen von äußeren Dingen möglich ist.
Verifikationsprinzip/Hempel/Carnap/Stroud: die frühen Vertreter hatten im Sinn, dass
1. Ein Satz nur dann bedeutungsvoll ist, wenn er einen „tatsächlichen Inhalt“ ausdrückt,
2. Dass Verstehen eines Satzes bedeutet zu wissen, was der Fall wäre, wenn der Satz wahr wäre.
Verifikationismus/Stroud: an diesem Ansatz ist zunächst nichts besonders originelles. Was ihm den verifikationistischen Dreh gibt ist die Idee, dass wir nichts auch nur verstehen können, das nicht als wahr oder falsch gewusst werden kann oder
schwächer: zumindest als rationaler zu glauben als sein Gegenteil.
StroudVsCarnap: das schlug fehl, sogar als Versuch, die empirisch überprüfbaren Sätze herauszugreifen.
I 205
SkeptizismusVsVerifikationismus/StroudVsVerifikationismus/StroudVsCarnap: selbst wenn der Verifikationismus wahr ist, brauchen wir immer noch eine Erklärung, wie und warum die traditionelle philosophische ((s) nicht-empirische) Untersuchung scheitert. ((s) soll hier dem Skeptizismus entsprechen). (>Warum-Frage).
I 207
StroudVsVerifikationismus/StroudVsCarnap/StroudVsHempel: es ist plausibler, das Verifikationsprinzip ((s) > empiristisches Sinnkriterium) zurückzuweisen, als zu behaupten, dass Descartes niemals etwas sinnvolles gesagt hätte. StroudVsVerifikationsprinzip: es wird solange unplausibel bleiben, wie nicht verstanden ist, warum die traditionelle Unterscheidung innen/außen nicht korrekt sein soll.

I 214
formalen Redeweise: ""Wombat" trifft zu (ist wahr-von) einigen Lebewesen in Tasmanien". QuineVsCarnap: missversteht den semantischen Aufstieg, wenn er von externen Fragen spricht. Damit wird aber nicht Carnaps pragmatischer Ansatz zurückgewiesen, der sich auf Einfachheit und Fruchtbarkeit von Theorien bezieht.

Stroud I
B. Stroud
The Significance of philosophical scepticism Oxford 1984
System/ Wissenschaft Newen Vs Carnap, R. New I 115
Wissenschaft/Carnap/Newen: These: hat es nur mit Relationen zu tun ((s) extrinsische Eigenschaften, keine intrinsischen). Wissenschaftliche Aussagen sind reine Strukturaussagen. Bsp Eisenbahnnetz (U-Bahnplan, U-Bahn-Netz):
Strukturbeschreibung/Carnap/Newen: verwendet keine Namen für Orte.
Lösung: Identifikation der Orte durch Anzahl der Verbindungen, bei gleicher Anzahl die Verbindungen der nächsten Nachbarorte usw. Wahrscheinlich lässt sich so schon ein sehr komplexes Netz durch Betrachtung der unmittelbaren Nachbarstationen eindeutig beschreiben.
I 116
Sollten wider Erwarten zwei Knoten sich nicht durch die Anzahl der Verbindungen unterscheiden lassen, so sind sie auch wissenschaftlich ununterscheidbar! VsCarnap/Newen: es werden immer nur Relationen in Bezug auf ein Gegenstandsgebiet ((s) Parameter) berücksichtigt.
Problem: dann sind alle strukturgleichen Netze Wissenschaftlich eins zu eins aufeinander abbildbar. Bsp ein Eisenbahnnetz könnte zufällig die Blutbahnen in einem Organismus abbilden.
Relevanz/CarnapVsVs: Wissenschaftliche Unterschiede würden sich in Unterschieden der relevanten Relationen manifestieren.
VsCarnap: es gibt keinen absoluten Begriff relevanter Relationen.
I 117
VCarnap: es ist umstritten, ob man die Welt ohne nichtreduzierbare intrinsische Eigenschaften beschreiben kann. KonstitutionsSystem/Carnap/Newen: Bsp
1. Aussagen über das eigene Bewusstsein
2. Aussagen über de Welt physikalischer Objekte
3. über das Bewusstsein anderer Personen
4.über geistig-kulturelle Gegenstände.
Elementarerlebnis/Carnap/Newen: ist der Gesamtinhalt dessen, was einem Bewusstsein in einem Augenblick gegeben ist.
I 118
Die Eindrücke sämtlicher Sinne nebst Erinnerungen, Gefühlen usw. Grundbeziehung der Erlebnisse: die Ähnlichkeitserinnerung.
Empirische Aussagen/Carnap: sind letztlich sehr komplexe Aussagen über Ähnlichkeitserinnerungen.
Def Quasianalyse/Carnap/Newen: ist der Weg zu geeigneten Definitionen. Aus Elementarerlebnissen werden Quasigegenstände konstituiert. Alle Alltagsgegenstände werden als Quasigegenstände aufgefasst.
Elementarerlebnisse (= Knoten im Netz). Relation: Ähnlichkeitserinnerung. Bsp Farben: hier werden z.B. 5 Gegenstände aufgrund von Farbähnlichkeit in Beziehung gesetzt.
I 119
Def Farbe/Carnap/Newen: die größte Menge von Elementarerlebnissen, die miteinander farbgleich sind. Quasieigenschaft/Carnap/Newen: das, was aus einer Quasianalyse hervorgeht, z.B. die Quasieigenschaft, eine bestimmte Farbe zu haben, z.B. rot zu sein.
Rationale Rekonstruktion/Carnap/Newen: diese systematische Ableitung aller Erkenntnisse aus Basiselementen ist nicht unbedingt psychologisch adäquat. Es geht nicht um Synthesen und Formungen, wie sie im wirklichen Erkenntnisprozess vorliegen, sondern eben um rationale Rekonstruktion.
VsCarnap/Newen: Problem: es kann mehrere gleichberechtigte Quasianalysen bei einer Verteilung geben:
I 120
(aus Mormann Rudolf Carnap S. 100): T: 1. A 2. ABC 3. C 4.ABD 5.BCE 6.D 7.DE 8.E
T* 1. A 2. BC 3. C 4.AB*D 5.B*CE 6.D 7.DB*E 8.E

Beide Reihen liefern dieselben strukturellen Farbverwandtschaften, weil B und B* symmetrische Rollen spielen. Außerdem sind A und D sowie C und E strukturell austauschbar. D.h. tauscht man sie aus, ist das Elementarerlebnis 2 in T* Strukturgleich mit dem Nr. 7 in T usw.
Pointe: trotz Strukturgleichheit sind T und T* wesentlich verschieden, weil die Elementarerlebnisse unterschiedliche Eigenschaften haben: nach Theorie T hat 2 die Farben A, B und C, nach T* nur A und C.
Problem: Carnap vernachlässigt das
GoodmanVsCarnap: damit scheitert die Quasianalyse grundsätzlich.
NewenVsGoodman: das ist umstritten.
I 121
Carnap/Newen: seine Theorie ist solipsistisch; sie geht von einem Subjekt und seinen Erlebnissen (mentalen Zuständen) aus. Bewusstsein/NewenVsCarnap: Bewusstsein können wir so nur ohne Interaktion und radikale Verschiedenheit darstellen. Die Welt des anderen kann nur als Teil meiner Welt berücksichtigt werden.
NewenVsCarnap: seine Theorie kann nur gelingen, wenn ein nichtsolipsistischer Ansatz gewählt wird.

NS I 30
CarnapVsFrege/CarnapVsPlatonismus: kein platonisches Reich von Gedanken. VsCarnap/VsMöWe-Semantik/Vs Semantik möglicher Welten: zwei Probleme:
1. Problem der leeren Namen.
a) wie können sie sinnvoll in einem Satz gebraucht werden
b) wie können verschiedene leere Namen unterschieden werden?
2. Problem:
Def Hyperintensionalität/Newen/Schrenk: notwendig wahre Sätze sind in genau denselben Mengen von möglichen Welten (MöWe) wahr (nämlich in allen). Daher können sie durch die MöWe-Semantik nicht unterschieden werden. Ihr unterschiedlicher Gehalt kann nicht durch die Intension erfasst werden, wenn die Intension mit Mengen von MöWe gleichgesetzt wird, in denen der Satz wahr ist.

NS I 101
Sinn/Namen/Frege: These: der Sinn eines Namens wird durch die Kennzeichnung ausgedrückt. Das ist die sogenannte Kennzeichnungstheorie, eine einfache Variante der Beschreibungstheorie.
NS I 102
Referenz/Namen/Frege: ebenfalls durch Hinweise auf Kennzeichnung: die Kennzeichnung, deren Sinn der Beitrag eines Namens zum ausgedrückten Gedanken ist, legt auch das Objekt fest. Namen/Carnap/Newen/Schrenk: wie Frege.
VsFrege/VsCarnap: beide haben das Problem, dass nicht klar ist, welcher Individualbegriff mit einem Namen assoziiert wird. Verschiedene Sprecher könnten verschiedene Kennzeichnungen mit einem Namen verbinden, so dass Kommunikation rätselhaft bleibt.
Lösung: Searle: Bündeltheorie.

New II
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005

Newen I
Albert Newen
Markus Schrenk
Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008
System/ Wissenschaft Stalnaker Vs Dennett, D. II 180
DennettVsSententialismus/Dennett/Stalnaker: Vs Sätze als Glaubensobjekte. (Relationstheorie). Lösung/Dennett: "organismischer Beitrag" des Glaubenden. Neutral in Bezug auf die Weise, wie er repräsentiert wird.
Def notionale Einstellung-Psychologie/not. Einst/Dennett: (statt propositionale Einstellung) neutral in Bezug auf die Weise der Repräsentation. Definiert in Begriffen von möglichen Welten (MöWe), "notionalen Welten".
Def prop Einst-Psychologie/Dennett: beschreibt Einstellungen in Begriffen von weitem Inhalt.
Def sententiale Einstellungen/sent.Einst/Dennett: syntaktisch, nimmt Mentalesisch an.
Def notionale Welt/Dennett: eine fiktionale Welt, die von einem Theoretiker als externem Beobachter konstruiert wird,
II 181
um die engen Einstellungen eines Subjekts zu charakterisieren. D.h. Mein Zwilling auf der Zwillingserde und ich haben die dieselbe notionale Welt. Def enger Inhalt/Dennett: ist durch eine Menge von notionalen Welten definiert, die die Weise ist, wie eine Person, die aktuale Welt (WiWe) sei.
notionale Welt/Stalnaker: scheinen genau die MöWe zu sein, die in der Psychologie der propositionalen Einstellungen den weiten Inhalt charakterisieren.
StalnakerVsDennett: alle MöWe außer einer sind fiktiv – wie können notionale Einstellungen von propositionalen Einstellungen verschiedenen sein. Warum sollen not Einst eng und prop Einst weit sein?
enger Inhalt/StalnakerVsDennett: sind dann nach Dennett einfach Propositionen. Der Unterschied findet sich weder in den Welten selbst, noch in der Natur der Inhalte, wenn es beiden einfach Mengen von MöWe sind. Der Unterschied liegt in den verschiedenen Antworten der beiden Theorien auf die Frage, kraft welcher Tatsache jemand eine Überzeugung mit diesem Inhalt.
prop Einst-Psychologie/Dennett/Stalnaker: nach ihr sind Inhalte ein Funktion der Relation zur aktualen Umwelt, wobei die Zwillingserden-Bsp zeigen, dass sie nicht rein intern sein können.
notionale Einstellungen/not. Einst-Psychologie/Dennett/Stalnaker: soll erklären, wie rein interne (intrinsische) Eigenschaften eine Menge von MöWe herausgreifen können, die verschieden ist von der Menge, die durch propositionale Einstellungen herausgegriffen wird.
weiter Inhalt: Bsp O’Leary denkt, (korrekterweise) dass Wasser im Erdgeschoß ist. In der Zwillingserde (ZE) ist das falsch, weil es kein Wasser, sondern XYZ ist.
enger Inhalt/Lösung: "wasser-ähnliches Zeug".
Dennett/Fodor/Stalnaker: wir können beide Ansätze vergleichen:
II 182
Enger Inhalt/Fodor/Stalnaker: er verändert die Art des Glaubensobjekt, enge Inhalte sind nicht mehr Propositionen, sondern Funktionen von Kontext auf Propositionen. Enger Inhalt/Dennett/Stalnaker: ist für Dennett von derselben Art wie weiter Inhalt: beides sind Propositionen – Funktion von MöWe (= notionale Welten) auf Wahrheitswerte (WW). Was sich im Vergleich zum weiten Inhalt ändert ist die Relation zwischen einem Glaubenden in einer Proposition kraft derer die Proposition die Überzeugung korrekt beschreibt.
StalnakerVsDennett: dazu muss er uns aber noch erklären, wie die rein internen (intrinsischen) Eigenschaften des Subjekts den engen Inhalt festlegen.
Lösung/Dennett: Bsp Angenommen, wir wissen alles über die Dispositionen und Fähigkeiten eines Subjekts, aber nichts über seine Kausalgeschichte. Dann ist das so ähnlich, wie wenn wir einen antiken Gegenstand finden und uns fragen, wozu er gut sei ((s) >Valéry, Fundstück am Strand, objet ambigu).
Dennett: dann stellen wir uns vor, wozu er idealerweise geschaffen wurde. Bei der notionalen Welt eines Organismus stellen wir uns vor, wie die Umwelt aussieht, der er am besten angepasst ist.
Lösung: Sätze, die in solchen möglichen Umwelten (MöWe) wahr sind, werden die engen Inhalte der Überzeugungen dieser Subjekte sein.
StalnakerVsDennett: das ist nun gar nicht, was wir wollen: solche MöWe sehen eher so dass, dass die Wünsche und Bedürfnisse der Organismen in ihnen erfüllt werden, und nicht, dass ihre Propositionen in ihnen wahr sind.
Bsp Es ist nicht klar, dass die Antilope mit ihren Eigenschaften auf Löwen zu reagieren besser dran in einer Welt mit Löwen, als in einer ohne. Sie könnte dann einen besser Job machen in Bezug auf Überleben und sie zu reproduzieren.
ideal/ideale Umwelt/Dennett: könnte auch eine sehr häßliche MöWe sein, in der die Organismen aber dafür präpariert sind, in ihr zu überleben.
II 183
StalnakerVsDennett: das ist besser, sicher versuchen wir mit der Welt klarzukommen, in der wir zu leben glauben. Aber etwas fehlt: a) viele Eigenschaften, die Organismen das Überleben ermöglichen, haben gar nichts mit ihren Überzeugungen zu tun,
b) die Tatsache, dass einige kontrafaktische Fähigkeiten uns helfen würden, in einer kontrafaktischen MöWe zu überleben, ist nicht hinreichend dafür zu sagen, dass eine solche kontrafaktische Möglichkeit kompatibel ist mit der MöWe, die wir für die aktuale Welt (WiWe) halten.
Bsp Angenommen, es gibt in der WiWe keine wirklichen Fressfeinde der Stachelschweine, diese tragen ihre Stacheln einfach noch so. Dann wäre es unrealistisch, ihre notionale Welt künstlich mit Freßfeinden zu bevölkern.
Bsp Angenommen, eine MöWe mit Wesen, die gerne uns Menschen fressen würden, aufgrund unseres speziellen Geruchs. Dann sollten wir solche MöWe aber nicht gebrauchen, um unsere Überzeugungen zu charakterisieren.
Lösung/Stalnaker: eine Glaubenszustand muss in irgendeiner Weise dazu dienen, empfänglich für Information aus der Umwelt zu sein, und die Information muss eine Rolle für die Bestimmung des Verhaltens haben.
StalnakerVsDennett: wenn wir ihn so verstehen, haben wir es immer noch mit weitem Inhalt zu tun.
II 184
Repräsentationssystem/Stalnaker: ist dann fähig, in einer Menge alternativer interner Zustände zu sein, die systematisch von der Umwelt abhängig sind. S1, S2,.. seien interne Zustände
Ei: ein Zustand der Umwelt.
Dann ist ein Individuum normalerweise in einem Zustand Si wenn die Umwelt in Zustand Si ist. Repräsentation: dann könnten wir sagen, dass der Organismus die Umwelt als in Zustand Ei seiend repräsentiert.
Inhalt: wir können auch sagen, dass die Zustände Information über die Umwelt enthalten.
Angenommen, die Zustände determinieren ein bestimmtes Verhalten, sich angemessen in der Umwelt Ei zu verhalten.
Glaubenszustand/GZ: dann können wir sagen, dass diese Repräsentationen geeignet sind, als allgemeine Art von GZ angesehen zu werden.
Das ist so, wie Dennett engen Inhalt auffasst.
Problem/StalnakerVsDennett:
1. die Beschreibung der Umwelt wird dem Organismus nicht zugeschrieben.
2. Information wird nicht von Falschinformation (Irrtum, Täuschung) unterschieden.
D.h. wenn er in Zustand Si ist, repräsentiert er die Umwelt als in Ei seiend, egal ob sie es ist.
Problem: der Begriff, der aus einer Kausalrelation herrührt, ist wieder weiter Inhalt.
Pointe: wenn die Umwelt radikal anders wäre, wäre das Subjekt vielleicht in anderer Weise sensitiv auf sie, oder sensitiv auf andere Merkmale ((s) würde alles umkehren) oder er wäre gar nicht sensitiv auf die Umwelt!
enger Inhalt/StalnakerVsDennett: Problem: wenn die Fähigkeiten und Dispositionen des Organismus in die Beschreibungen des Inhalts einbezogen werden, ist zunächst die aktuale Welt (WiWe) maßgeblich.
((s) Problem/Stalnaker/(s): wie sollten wir ihre Fähigkeiten in kontrafaktischen MöWe charakterisieren?)
II 185
Dennett: wenn Organismen raffiniert genug sind, könnten wir auch hier einen engen ((s) kontrafaktischen) Inhalt zuschreiben. StalnakerVsDennett: ich sehe keinen Grund für einen solchen Optimismus. Man kann keine Information über virtuelle MöWe erwarten, wenn man überhaupt keine Annahmen über die aktuale Welt (WiWe) (aktuale Umwelt) macht.
Zuschreibung/Inhalt/Überzeugung/Glauben/Stalnaker: in normalen Glaubenszuschreibungen ignorieren wir nicht nur märchenhafte Welten, sondern überhaupt alle Möglichkeiten außer den völlig alltäglichen!
Bsp O’Leary: unterscheidet nur MöWe, in denen das Erdgeschoß trocken oder naß ist,
II 186
nicht auch noch solche, in denen XYZ rumschwimmt. Frage: würde er sich dann anders verhalten? Bei Olivenöl sicher, aber nicht bei XYZ. Zwillingserde/ZE/Zuschreibung: auch wenn sich das Verhalten in ZE-Fällen nicht ändern würde, ist es immer noch vernünftig, keine ZE-Fälle zuzuschreiben.
Kontext-Abhängigkeit/Revisionismus/Stalnaker: könnte argumentieren, dass es nicht ZE, sondern normale KA ist, die sie ungeeignet macht für Wissenschaftlichen Zuschreibungen.
Dennett: macht sich für seinen neutralen Ansatz (notionale Welt) stark.
StalnakerVsDennett: dennoch ist kausal-informationelle Repräsentation wesentlich relativ auf eine Menge alternativer Möglichkeiten (MöWe).
intern/intrinsisch/Kausalität/Problem: das System kausaler Relationen kann nicht selbst dem Repräsentierenden intrinsisch sein.
Theorie: hat zwar einen Spielraum, zwischen verschiedenen Möglichkeiten der Definition von Inhalt zu wählen
II 187
StalnakerVsDennett: aber es gibt hier keinen absolut neutralen Kontext ohne Präsuppositionen über die Umwelt. Enger Inhalt/Dennett/Stalnaker: bindet sich selbst eine Hand auf den Rücken, indem er sich die Information, die für weiten Inhalt zugänglich ist, verbietet.
StalnakerVsDennett: ich glaube, dass aus dieser Beschränkung kein vernünftiger Begriff von Inhalt resultiert.

II 238
Sprachabhängigkeit/Zuschreibung/Glauben/Stalnaker: diese dritte Art der Sprachabhängigkeit ist von den drei anderen verschieden.
II 239
Leute müssen nicht dazu disponiert sein, Glauben dieser Art von Sprachabhängigkeit überhaupt auszudrücken. Es können unbewusste oder stillschweigende Annahmen sein. Der Inhalt muss auch gar keine Sprache involvieren. Dennett: Bsp Berdichev: wir sollten einfache sprachabhängige Fälle - deren Objekte informationale Zustände sind – von denen unterscheiden, so Sätze gespeichert werden – Bsp Zustimmung oder Meinungen.
StalnakerVsDennett: wir sollten solche Fälle lieber als Spezialfälle allgemeineren Glaubens verstehen, den auch nichtsprachliche wesen wie Tiere haben können.

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003