Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]

Screenshot Tabelle Begriffes

 

Finden Sie Gegenargumente, in dem Sie NameVs…. oder….VsName eingeben.

Erweiterte Suche:
Suchbegriff 1: Autor oder Begriff Suchbegriff 2:Autor oder Begriff


zusammen mit




Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 10 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Innovation Kelly Kelly I 2103
Innovation/Ideen/Kelly: je spezifischer universelle Ideen werden, desto mehr verlieren sie ihre Unvermeidbarkeit.
I 2149
Plagiate/Doubletten/Wiederholung/Wahrscheinlichkeit/Kelly: Nachdem Rowling Harry Potter 1997 mit großem Erfolg lanciert hatte, wehrte sie erfolgreich die Klage eines amerikanischen Autors ab, der 13 Jahre zuvor eine Reihe von Kinderbüchern über einen Larry Potter veröffentlichte, einen verwaisten Jungen, der eine Brille trug.
I 2155
1990 schrieb Neil Gaiman ein Comicbuch über einen dunkelhaarigen englischen Jungen, der an seinem 12. Geburtstag erfährt, dass er ein Zauberer ist und von einem magischen Besucher eine Eule geschenkt bekommt. Oder denken Sie an eine Geschichte von Jane Yolen aus dem Jahr 1991 über Henry, einen Jungen, der eine magische Schule für junge Zauberer besucht und einen bösen Zauberer stürzen muss. Dann gibt es noch das 1994 erschienene The Secret of Platform 13, das ein Tor auf einem Bahnsteig zu einer magischen Unterwelt bietet.
Es gibt viele gute Gründe, J. K. Rowling zu glauben, wenn sie behauptet, dass sie keines dieser Bücher gelesen hat (z.B. wurden nur sehr wenige der Muggel-Bücher gedruckt und fast keine verkauft; und Gaimans Comics für Teenager-Jungen sprechen normalerweise nicht alleinerziehende Mütter an), und viele weitere Gründe dafür, die Tatsache zu akzeptieren, dass diese Ideen gleichzeitig in spontaner Kreation entstanden sind. (1)
I 2234
Kulturelle Innovationen/Kelly: dier Archäologe John Troeng verzeichnete 53 prähistorische Innovationen, jenseits der Agrikultur, die nicht nur zwei- sondern dreimal in drei verschiedenen Regionen der Welt entstanden, in Afrika, Westeurasien und Asien mit Australien. 22 davon traten außerdem in Amerika auf. (2) Kelly: die Reihenfolge dieser Innovationen stimmte außerdem mit einer Korrelation von 0.93 für drei Regionen und 0.85 für alle vier Regionen überein.
I 2259
Robert K. Merton: These: Erfindungen werden fast unausweichlich, wenn die nötigen Arten von Wissen und Werkzeugen zusammenkommen. (3)
I 2265
Kelly: das gilt sogar für äußerst komplexe Erfindungen heutzutage.
I 2284
Technologische Entwicklung/Kelly: Mobilfunktelefone machen Kupferkabel nicht etwas überflüssig, sondern führen sogar zu Neubau von Leitungen, da die Benutzer Anforderungen an größere Bandbreiten stellen.
I 3251
Gentechnisch verändertes Saatgut/Amish/Kelly: die Amish setzen gentechnisch verändertes Saatgut ein, um ihre angestammte Lebensform aufrechterhalten zu können, ohne sich zu verschulden. Sie drücken es nicht in diesen Worten aus, aber sie machten klar, dass sie das Saatgut als angemessene Technologie für ihre Familienfarmen ansehen.

1. “Harry Potter Influences and Analogues.” Wikipedia, Wikimedia Foundation. http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Harry_Potter_influences_and_analogues&oldid=330124521.
2. John Troeng. (1993) Worldwide Chronology of Fift y-three Innovations. Stockholm: Almqvist & Wiksell International.
3. Robert K. Merton. (1973) The Sociology of Science: Theoretical and Empirical Investigations. Chicago: University of Chicago Press, p. 371.

Kelly I
Kevin Kelly
What Technology Wants New York 2011
Komplex/Komplexität Kelly I 4092
Komplexität/Kelly: dieselbe Dynamik, die Komplexität in der natürlichen Welt gestaltet, formt sie auch im Technium ((s) Terminologie: Technium ist Kellys Ausdruck für eine Technologie, die sich urwüchsig entwickelt und ihre eigenen Forderungen stellt)
I 4104
Komplexität von Software stieg linear an zwischen 1993 und 2003 von ungefähr 5 Millionen Kodezeilen für ein Windowsbetriebssystem zu ungefähr 50 Millionen. (1)
I 4108
Maschinenteile: ihre Zahl wächst exponentiell. (2)
I 4113
Entwicklung von Komplexität: mehrere Szenarien sind möglich: Szenarium 1: das meiste der Technologie bleibt einfach, wie in der Natur, das gilt für Dinge, die aus Materialien wie Stein, Holz usw. gebaut werden, aber auch Metallkabel
I 4119
Szenarium 2: es wird irgendwo ein Endstadium erreicht, indem man an physikalische Grenzen stößt. Szenarium 3: Wachstum ohne Grenzen.
I 4168
Natürliche Diversität/Lebensformen/Kelly: die Zahl der taxonomischen Familien nahm in der Evolution linear zu (3) während die Zahl der technische Patente in den letzten 150 Jahren exponentiell wuchs. (4)
I 4316
Zelltypen/Komplexität/Kelly: die Zunahme spezialisierter Typen von Zellen folgt einer Sättigungskurve, es ist beschränkt. (5)

1. Data from Vincent Maraia. (2005) The Build Master: Microsoft ’s Soft ware Configuration Management Best Practices. Upper Saddle River, NJ; Addison-Wesley Professional.
2. Data from Robert U. Ayres. (1991) Computer Integrated Manufacturing: Revolution in Progress. London: Chapman & Hall, p. 3.
3. J. John Sepkoski, (1993) “Ten Years in the Library: New Data Confirm Paleontological Patterns.” Paleobiology, 19 (1), p. 48.
4. Brigid Quinn and Ruth Nyblod. (2006) “United States Patent and Trademark Office Issues 7 Millionth Patent.” United States Patent and Trademark Office.
5. Data from James W. Valentine, Allen G. Collins, et al. (1994) “Morphological Complexity Increase in Metazoans.” Paleobiology, Paleobiology, 20 (2), p. 134. http://paleobiol.geoscienceworld.org/cgi/content/abstract/20/2/131.

Kelly I
Kevin Kelly
What Technology Wants New York 2011
Märkte Kelly Morozov I 217
Märkte/Technologie/Kelly/Morozov: Kelly These: die Beschränkung von Technologie sei ineffektiv, wenn nicht schädlich. Beschränkungen seien auch nicht von Dauer. Wenn etwas an einem Ort beschränkt wird, lebt es andernorts wieder auf. (1) Globalisierung/Markplätze/Kelly: These: wo eine Technologie lokal verboten wird, entschlüpft sie, um sich woanders auf dem Globus erneut zu bündeln. (2)
MorozovVsKelly: aber warum sollten wir eine globale Sicht auf Technologie einnehmen, wenn diese durch örtliche Gegebenheiten reguliert wird? Vielleicht war eine lokale Kommune stark genug, um etwas Unakzeptables zu blockieren.
Politik/MorozovVsKelly: das irreführende an seiner Rede ist, dass sie sich technologisch gibt, in Wirklichkeit aber hoch politisch ist.


1. Kevin Kelly, What Technology Wants, Kindle ed. (New York: Penguin Books, 2011), p. 242
2. ibid. p. 243


Kelly I
Kevin Kelly
What Technology Wants New York 2011

Morozov I
Evgeny Morozov
To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism New York 2014
Mooresches Gesetz Kelly Kelly I 1293
Mooresches Gesetz/Kelly: vor 500 Jahren galt das Mooresche Gesetz (dass die Leistung von Technologien sich in 18 Monaten verdoppelt bei einer Halbierung des Preises) nicht: Bsp ein Hammer wurde nicht leichter handhabbar im Lauf der Jahrzehnte, Bsp die Stärke von Eisen verbesserte sich nicht.
Morozov I 218
Mooresches Gesetz/Kelly/Morozov: Kelly These: die Kurve, die hinter Moore’s Law steht, ist eine Weise, wie das Technium (die Technologie) zu uns spricht. (1) Kurzweil/Kelly/Morozov: Die Idee, dass Moores Gesetz einem Naturgesetz ähnelt, ist im Silicon Valley- es ist einer der ursprünglichen Mythen von Ray Kurzweils Singularitätsbewegung - weit verbreitet und hat sich längst über die Technologieindustrie hinaus ausgebreitet, häufig angerufen, um eine Handlungsweise zu rechtfertigen.
IlkkaTuomi/Morozov: Ilkka Tuomi führte eine umfangreiche empirische Studie über Wachstumsraten der Industrie und Echos in den Medien durch - Tuomi These: Genau genommen gibt es kein solches Gesetz. Die meisten Diskussionen über Moore’s Law sind historisch inakkurat und gehen weit über die verfügbaren Daten hinaus. (2)
Tuomi: soziologisch faszinierend ist, es wie Mythen in der modernen Gesellschaft geschaffen werden und wie schnell sie in wissenschaftliche Literatur, Reden von Industriellen und Regierungsverlautbarungen überall auf der Welt Eingang finden. (3) (Siehe Mooresches Gesetz/Morozov)


1. Kelly, What Technology Wants, p. 170.
2. Law”: Ilkka Tuomi, “The Lives and Death of Moore’s Law,” First Monday 7, no. 11 (2002), http:// firstmonday.org/ htbin/ cgiwrap/ bin/ ojs/ index.php/ fm/ article/ view/ 1000/ 921.
3. ibid.

Kelly I
Kevin Kelly
What Technology Wants New York 2011

Morozov I
Evgeny Morozov
To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism New York 2014
Mooresches Gesetz Kurzweil Morozov I 218
Mooresches Gesetz/Kurzweil/Morozov: Die Idee, dass Moores Gesetz einem Naturgesetz ähnelt, ist im Silicon Valley- es ist einer der ursprünglichen Mythen von Ray Kurzweils Singularitätsbewegung - weit verbreitet und hat sich längst über die Technologieindustrie hinaus ausgebreitet, häufig angerufen, um eine Handlungsweise zu rechtfertigen. Ilkka Tuomi/Morozov: Ilkka Tuomi führte eine umfangreiche empirische Studie über Wachstumsraten der Industrie und Echos in den Medien durch - TuomiVsKurzweil: These: Genau genommen gibt es kein solches Gesetz. Die meisten Diskussionen über Moore’s Law sind historisch inakkurat und gehen weit über die verfügbaren Daten hinaus. (1)
Tuomi: soziologisch faszinierend ist, es wie Mythen in der modernen Gesellschaft geschaffen werden und wie schnell sie in wissenschaftliche Literatur, Reden von Industriellen und Regierungsverlautbarungen überall auf der Welt Eingang finden. (2) (Siehe Mooresches Gesetz; >MorozovVsKelly)


1. Law”: Ilkka Tuomi, “The Lives and Death of Moore’s Law,” First Monday 7, no. 11 (2002), http:// firstmonday.org/ htbin/ cgiwrap/ bin/ ojs/ index.php/ fm/ article/ view/ 1000/ 921.
2. ibid.

Kurzw I
Ray Kurzweil
The Singularity Is Near: When Humans Transcend Biology New York 2006

Morozov I
Evgeny Morozov
To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism New York 2014
Natur Kelly Morozov I 217
Natur/Technologie/Kelly/Morozov: "Die Dominanz der Technologie ergibt sich letztendlich aus ihrem Ursprung in derselben Selbstorganisation, die Galaxien, Planeten, Leben und Geist ins Leben gerufen hat.“ (1) Kelly: „Wir tendieren dazu, die hergestellte Technologie von der Natur zu isolieren, bis hin zu dem Punkt, dass wir sie als Anti-Natur betrachten, nur weil sie gewachsen ist, um mit den Auswirkungen und der Macht ihrer Heimat konkurrieren zu können. Aber in seinen Ursprüngen und Grundlagen ist ein Werkzeug so natürlich wie unser Leben." (2)
MorozovVsKelly: vergleichen Sie das mal mit dem Nazi-Propagandisten Fritz Todt:
Fritz Todt: Es wäre paradox, wenn die Werke der Technik in ihrem äußeren Ausdruck im Widerspruch zur Natur stünden, denn das wahre Wesen der Technik ist eine Folge der Naturgesetze. .... Die Werke der Technik müssen im Einklang mit der Natur errichtet werden… (3)
MorozovVsKelly: seine Laissez-Faire-Einstellung stammt gleichermaßen von Ayn Rand, auch wenn er sie nicht erwähnt. Sie wird überhaupt selten im Zusammenhang mit Technologie erwähnt. (Siehe Technologie/Rand).


1. Kevin Kelly, What Technology Wants, Kindle ed. (New York: Penguin Books, 2011), p. 70.
2. ibid. p. 22
3. quoted in John C. Guse, “Nazi Technical Thought Revisited,” History and Technology: An International Journal 26, no. 1 (2010): 10.

Kelly I
Kevin Kelly
What Technology Wants New York 2011

Morozov I
Evgeny Morozov
To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism New York 2014
Technologie Morozov I 213
Technologie/Morozov: wird von vielen Autoren als neutral in Bezug auf Gut oder Böse angesehen und als etwas unausweichliches (1), (2), (3). Morozov: die Ansicht, Technologie sei etwas Autonomes, hat eine lange Ahnenreihe, am besten dargestellt bei Langdon Winner, 1978 (4).
I 214
Technologie/Kelly/Morozov: Kevin Kelly, der erste Herausgeber von Wired hat ein einflussreiches Buch verfasst „What Technology wants“. (5) Siehe auch Technologie/Kelly. Kelly/Morozov: Kelly These: Kelly, der ein schickes Wort, " Technium ", als Ersatz für "Technology" mit einem großen T benutzt, versichert seinen Lesern, dass "das Technium will, was wir wollen, dass es will und was wir ihm auferlegen, zu tun. Darüber hinaus hat das Technium aber selbst noch seine eigenen Wünsche! Es will sich selbst als etwas Besonderes herausstellen und sich eine hierarchische Struktur geben. Außerdem will es sich selbst erhalten und Komplexität und Kraft hinzugewinnen, wie alle lebenden Systeme.
MorozovVsKelly: seine Rede ist voller Doppelzüngigkeiten. Gleichzeitig versichert er uns, dass wir die Kontrolle haben und dass es eigentlich gar keiner solchen Kontrolle bedürfe, da es nämlich zu spät sei. (6)
Technologie/Evolution/Kelly: Beide wollten angeblich dasselbe, weil Technologie nur Evolution mit anderen Mitteln sei. So stellt er fest, dass "mit kleinen Unterschieden, die Evolution des Techniums - der Organismus der Ideen - die Evolution der genetischen Organismen nachahmt". (7)


1. Gordon Crovitz, “Is Technology Good or Bad? Yes,” Wall Street Journal, August 23, 2010, http:// online.wsj.com/ article/ SB10001424052748703579804575441461191438330. html.
2. Nick Bilton, I Live in the Future and Here’s How It Works: Why Your World, Work, and Brain Are Being Creatively Disrupted (New York: Random House Digital, 2010), 216.
3. Parag Khanna and Ayesha Khanna, Hybrid Reality: Thriving in the Emerging Human-Technology Civilization (New York: TED Conferences, 2012).
4. Langdon Winner, Autonomous Technology: Technics-out-of-Control as a Theme in Political Thought (Cambridge, MA: MIT Press, 1978).
5. Kevin Kelly, What Technology Wants, Kindle ed. (New York: Penguin Books, 2011).
6. ibid. p.187
7. ibid. p. 44

Morozov I
Evgeny Morozov
To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism New York 2014
Verhalten Kelly Morozov I 214
Verhalten/Soziale Netzwerke/Technologie/ Politik/Ökonomie/Kelly/Morozov: Kelly These: Nur indem wir der Geschichte der Technologie lauschen (…), können wir hoffen, unsere persönlichen Rätsel zu lösen. (1) Kelly: wir können unsere rechtlichen und ökonomischen Erwartungen modifizieren, wenn wir sie an die (…) technologischen Entwicklungslinien anpassen. (2)
I 215
MorozovVsKelly: warum sollten wir unsere wirtschaftlichen und politischen Annahmen ändern, wenn wir stattdessen jene Entwicklungslinien ändern könnten? Warum unsere Vorstellungen von Privatsphäre ändern, wenn wir stattdessen Facebook und Google ändern könnten? Warum sollten wir Maßnahmen des Predictive Policing akzeptieren, anstatt diese auf Bereiche einzuschränken, in denen sie nicht Widerspruch und Vernunft unterwandern? - Und wieweit sollten wir überhaupt unsere Erwartungen ändern? KellyVsMorozov: er meint stattdessen, man sollte jede Idee sofort ausprobieren. Und damit fortfahren, solange diese Idee existiert. (3)
I 216
Verhalten/KellyVsAmish/Kelly/Morozov: Kelly wirft den Amish vor, sie würden nicht nur ihren eigenen Leuten, sondern alle Menschen Möglichkeiten vorenthalten. (4) MorozovVsKelly: Kelly ist es nie gedämmert, dass politische Gemeinschaften vielleicht dazu berechtigt sind, ihr Leben selbst zu bestimmen, und das Beschränkungen, soweit sie demokratisch zustande gekommen sind - wie es bei den Amish nicht immer der Fall ist – auch für die Menschheit gut sein könnten. Kelly geht es nur um die Mittel.


1. Kevin Kelly, What Technology Wants, Kindle ed. (New York: Penguin Books, 2011), p. 6
2. ibid. p. 174
3. ibid., p.252. 4. ibid. p. 237

Kelly I
Kevin Kelly
What Technology Wants New York 2011

Morozov I
Evgeny Morozov
To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism New York 2014
Verhalten Morozov Morozov I 214
Verhalten/Soziale Netzwerke/Technologie/Digitalisierung/Politik/Ökonomie/Kelly/Morozov: Kelly These: Nur indem wir der Geschichte der Technologie lauschen (…), können wir hoffen, unsere persönlichen Rätsel zu lösen. (1) Kelly: wir können unsere rechtlichen und ökonomischen Erwartungen modifizieren, wenn wir sie an die (…) technologischen Entwicklungslinien anpassen. (2)
I 215
MorozovVsKelly: warum sollten wir unsere wirtschaftlichen und politischen Annahmen ändern, wenn wir stattdessen jene Entwicklungslinien ändern könnten? Warum unsere Vorstellungen von Privatsphäre ändern, wenn wir stattdessen Facebook und Google ändern könnten? Warum sollten wir Maßnahmen des Predictive Policing akzeptieren, anstatt diese auf Bereiche einzuschränken, in denen sie nicht Widerspruch und Vernunft unterwandern? - Und wieweit sollten wir überhaupt unsere Erwartungen ändern? KellyVsMorozov: er meint stattdessen, man sollte jede Idee sofort ausprobieren. Und damit fortfahren, solange diese Idee existiert. (3)
I 216
Verhalten/KellyVsAmish/Kelly/Morozov: Kelly wirft den Amish vor, sie würden nicht nur ihren eigenen Leuten, sondern alle Menschen Möglichkeiten vorenthalten. (4) MorozovVsKelly: Kelly ist es nie gedämmert, dass politische Gemeinschaften vielleicht dazu berechtigt sind, ihr Leben selbst zu bestimmen, und das Beschränkungen, soweit sie demokratisch zustande gekommen sind - wie es bei den Amish nicht immer der Fall ist – auch für die Menschheit gut sein könnten. Kelly geht es nur um die Mittel.


1. Kevin Kelly, What Technology Wants, Kindle ed. (New York: Penguin Books, 2011), p. 6
2. ibid. p. 174
3. ibid., p.252. 4. ibid. p. 237.

Morozov I
Evgeny Morozov
To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism New York 2014
Wikipedia Kelly Morozov I 30
Wikipedia/Kevin Kelly/Morozov: Die Bürokratie von Wikipedia ist relativ klein, um unsichtbar zu sein" (1), verkündet der Technologieexperte Kevin Kelly und bekennt, dass "vieles von dem, was ich an die menschliche Natur und die Natur des Wissens glaubte, von der Wikipedia umgestülpt wurde". Kelly schreibt, dass "alles, was ich über die Struktur der Information wusste, mich davon überzeugt hat, dass Wissen nicht spontan aus Daten entstehen würde, ohne viel Energie und Intelligenz, die bewusst darauf ausgerichtet sind, sie zu transformieren" (2). MorozovVsKelly: Nur gibt es keinen Grund, das heute nicht mehr zu glauben. Wikipedia hat, wie sich herausstellt, eine riesige - nicht kleine - Bürokratie; ihre Regeln decken die arkansten ((s) obskursten) Themen ab.

1. Kevin Kelly, “The Collaborative Community,” in What Have You Changed Your Mind About?: Today’s Leading Minds Rethink Everything, ed. John Brockman (New York: HarperCollins, 2009), 177.
2. ibid. 176

Kelly I
Kevin Kelly
What Technology Wants New York 2011

Morozov I
Evgeny Morozov
To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism New York 2014