Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Literatur
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Gehorsam Deutsch Brockman I 123
Gehorsam/Künstliche Intelligenz/Deutsch: (...) Wie prüft man Gehorsam? Stellen Sie sich Ungehorsam als Pflichtschulfach vor, mit täglichen Ungehorsamkeitsstunden und einer Ungehorsamkeitsprüfung am Ende des Semesters. (Vermutlich mit Zusatzpunkten dafür, dass man für nichts von all dem aufgetaucht ist.) Das ist paradox. >Artificial General Intelligence/Deutsch, >Denken/Deutsch, >Verstehen/Deutsch.

Deutsch, D. “Beyond Reward and Punishment” in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.

Deutsch I
D. Deutsch
Die Physik der Welterkenntnis München 2000

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019
Hermeneutik Heidegger Gadamer I 259
Hermeneutik/Heidegger/Gadamer: Unter dem Stichwort einer „Hermeneutik der Faktizität“ stellte Heidegger der eidetischen Phänomenologie Husserls und der Unterscheidung von Tatsache und Wesen, auf der sie beruhte, eine paradoxe Forderung entgegen. Vgl. >Leben/Husserl. Heidegger: Die unbegründbare und unableitbare Faktizität des Daseins, die Existenz, und nicht das reine cogito als Wesensverfassung von typischer Allgemeinheit, sollte die ontologische Basis der
phänomenologischen Fragestellung darstellen (...).
Vorgeschichte/Gadamer: Die kritische Seite dieses Gedankens war gewiss nicht schlechthin neu. Sie
war schon in der Weise einer Kritik am Idealismus von den Junghegelianern gedacht worden, und insofern ist es kein Zufall, dass der aus der geistigen Krise des Hegelianismus stammende Kierkegaard wie von anderen Kritikern des neukantianischen Idealismus so auch von Heidegger damals aufgegriffen wurde. Auf der anderen Seite sah sich aber diese Kritik am Idealismus damals wie heute dem umfassenden Anspruch der transzendentalen Fragestellung gegenüber. Sofern die transzendentale Reflexion kein mögliches Motiv des Gedankens in der Entfaltung des Inhalts des Geistes ungedacht lassen wollte - und das war seit Hegel der Anspruch der Transzendentalphilosophie -, hatte sie jeden möglichen Einwand in die totale Reflexion des Geistes immer schon einbezogen.
HusserlVsHeidegger: (...) Husserl [konnte] das In-der-Welt-sein als ein Problem der
Horizontintentionalität des transzendentalen Bewusstseins anerkennen, denn die absolute Historizität der transzendentalen Subjektivität musste auch den Sinn von Faktizität auszuweisen vermögen. Daher hatte Husserl in konsequentem Festhalten an seiner Leitidee des Ur-Ich sogleich gegen Heidegger einwenden können, dass der Sinn von Faktizität selber ein Eidos ist, also wesensmäßig der eidetischen Sphäre der Wesensallgemeinheiten angehöre.(1)
Gadamer I 264
Verstehen/HeideggerVsDilthey/HeideggerVsHusserl: Verstehen (...) ist die ursprüngliche Vollzugsform des Daseins, das In-der-Weltsein (...). >Historismus/Heidegger.
Gadamer I 267
Hermeneutik/Heidegger/Gadamer: [es ist die ] Frage, ob aus der ontologischen Radikalisierung, die Heidegger gebracht hat, etwas für den Aufbau einer historischen Hermeneutik gewonnen werden kann. Heideggers Absicht selber war gewiss eine andere, und man muss sich hüten, aus seiner existenzialen Analyse der Geschichtlichkeit des Daseins voreilige Konsequenzen zu ziehen. Die existenziale Analytik des Daseins schließt nach Heidegger kein bestimmtes geschichtliches Existenzideal in sich. Insofern beansprucht sie selbst noch für eine theologische Aussage über den Menschen und seine Existenz im Glauben eine apriorisch-neutrale Geltung.
Gadamer I 268
Durch Heideggers transzendentale Interpretation des Verstehens gewinnt das Problem der Hermeneutik einen universalen Umriss, ja den Zuwachs einer neuen Dimension. Die Zugehörigkeit des Interpreten zu seinem Gegenstande, die in der Reflexion der historischen Schule keine rechte Legitimation zu finden vermochte (>Hermeneutik/Dilthey), erhält nun einen konkret aufweisbaren Sinn, und es ist die Aufgabe der Hermeneutik, die Aufweisung dieses Sinnes zu leisten. Dass die Struktur des Daseins geworfener Entwurf ist, dass das Dasein seinem eigenen Seinsvollzug nach Verstehen ist, das muss auch für den Verstehensvollzug gelten, der in den Geisteswissenschaften geschieht. Die allgemeine Struktur des Verstehens erreicht im historischen Verstehen ihre Konkretion, indem konkrete Bindungen von Sitte und Überlieferung und ihnen entsprechende Möglichkeiten der eigenen Zukunft im Verstehen selber wirksam werden. Das sich auf sein Seinkönnen entwerfende Dasein ist immer schon „gewesen“. Das ist der Sinn des
Existenzials der Geworfenheit. Dass alles freie Sichverhalten zu seinem Sein hinter die Faktizität dieses Seins nicht zurück kann, darin lag die Pointe der Hermeneutik der Faktizität und ihr Gegensatz zu der transzendentalen
Gadamer I 269
Konstitutionsforschung der Husserlschen Phänomenologie. (HeideggerVsHusserl, >Konstitution/Husserl).


1. Bemerkenswerterweise fehlt in allen bisherigen Husserliana fast ganz eine namentliche Auseinandersetzung mit Heidegger. Das hat gewiss nicht nur biographische Gründe. Vielmehr mochte sich Husserl immer wieder in die Zweideutigkeit verstrickt sehen, die ihm Heideggers Ansatz von „Sein und Zeit“ bald als transzendentale Phänomenologie und bald als Kritik derselben erscheinen ließ. Er konnte seine eigenen Gedanken darin wiedererkennen, und doch traten sie in ganz anderer Frontstellung, in seinen Augen in polemischer Verzerrung, auf.

Hei III
Martin Heidegger
Sein und Zeit Tübingen 1993

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Interpretation Gadamer I 196
Interpretation/Gadamer: Schleiermacher sieht den Akt des Verstehens als den rekonstruktiven Vollzug einer Produktion. Ein solcher muss manches bewusst machen, was dem Urheber unbewusst bleiben kann. Es ist offenbar die Genieästhetik, die Schleiermacher mit dieser Formel auf seine allgemeine Hermeneutik überträgt. Die Schaffensweise des genialen Künstlers ist der Modellfall, auf den die Lehre von der unbewussten Produktion und der notwendigen Bewusstheit in der Reproduktion sich beruft(1). Daraus folgt auch — was die Hermeneutik nie vergessen sollte -, dass der Künstler, der ein Gebilde schafft, nicht der berufene Interpret desselben ist. Als Interpret hat er vor dem bloß Aufnehmenden keinen prinzipiellen Vorrang an Autorität. Er ist, sofern er selbst reflektiert, sein eigener Leser. Die
Meinung, die er als Reflektierender hat, ist nicht maßgebend. Maßstab der Auslegung ist allein, was der Sinngehalt seiner Schöpfung ist, was diese“meint“(2). So vollbringt die Lehre von der genialen Produktion hier eine wichtige theoretische Leistung, indem sie den Unterschied zwischen dem
I 197
Interpreten und dem Urheber tilgt. Sie legitimiert die Gleichsetzung beider, sofern zwar nicht die reflektierende Selbstauslegung, aber doch die unbewusste Meinung des Urhebers das ist, was verstanden werden soll. Nichts anderes will Schleiermacher mit seiner paradoxen Formel sagen (Es gelte, einen Schriftsteller besser zu verstehen, als er sich selber verstanden habe). >Hermeneutik/Schleiermacher, >Verstehen/Schleiermacher.
I 401
Interpretation/Gadamer: Eine richtige Auslegung „an sich“ wäre ein gedankenloses Ideal, das das Wesen der Überlieferung verkennte. Jede Auslegung hat sich in die hermeneutische Situation zu fügen, der sie zugehört. Situationsgebundenheit bedeutet keineswegs dass sich der Anspruch auf Richtigkeit, den jede Interpretation erheben muss, ins Subjektive oder Okkasionelle auflöste. Auslegen ist auch für uns nicht ein pädagogisches Verhalten, sondern der Vollzug des Verstehens selbst, das sich nicht nur für die anderen, für die man etwas auslegt, sondern ebenso für den Interpreten selbst in der Ausdrücklichkeit sprachlicher Auslegung erst vollendet.



1. H. Patsch hat inzwischen die Frühgeschichte der romantischen Hermeneutik genauer aufgeklärt: Friedrich Schlegels “Philosophie der Philologie« und Schleiermachers frühe Entwürfe zur Hermeneutik (Ztschr. f. Theologie und Kirche 1966, S. 434—472).
2. Die moderne Mode, die Selbstinterpretation eines Schriftstellers als Kanon der Interpretation zu verwenden, ist die Folge eines falschen Psychologismus. Auf der andern Seite kann aber die „Theorie“ z. B. der Musik oder der Poetik und Redekunst, sehr wohl ein legitimer Kanon der Auslegung sein. Vgl. zuletzt meine Arbeit „Zwischen Phänomeektik — Versuch einer Selbstkritik“ in Bd. 2 der Ges. Werke, S. 3ff.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Meinen Millikan I 154
Meinen/Papagei/Millikan: der Papagei kann die Frage natürlich nicht meinen. Meinen/Millikan: ich kann etwas mit „Monotrem“ meinen, weil ich beabsichtige, dass das Wort eine Eigenfunktion hat, auch wenn ich sie nicht im Detail angeben kann.
Experte/Laie/Meinen/Verstehen/Kennen/Wissen/Millikan: das Paradox entsteht nicht daraus, dass ich nicht dasselbe meinen kann wie der Experte, sondern dass es einen Sinn gibt, in dem der Experte weiß, was er meint mit „Monotrem“ und in diesem Sinn weiß ich es nicht ((s) Nicht was ich meine und nicht, was der Experte meint). > Ulmen/Buchen-Beispiel.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Namen Brandom I 614
Eigennamen/Name/Brandom: lassen sich ausschließlich in Begriffen der mit ihnen assoziierten Sortale verstehen. - Bsp Man kann nicht einfach auf eine Reiterstatue zeigen und "es" "Klump" taufen! Es kommt darauf an, ob man die Statue meint, oder den Klumpen Lehm.
I 805f
Name/Referenz/Kripke: wenn festgelegt ist, dass der Name "wie üblich" verwendet wird, kann unterschiedliche Überzeugung die Referenz nicht gefährden. - BrandomVsKripke: den Begriff der Referenz sollte man nicht voraussetzen, um einen Ausdruck anaphorisch vererben zu können. - Kotypizität garantiert nicht Koreferenz! - (Auch nicht bei kanonisch pronominalen "er", "es"). - Bei der anaphorischen Kette ist das Zitattilgungsprinzip nicht anwendbar. - BrandomVsKripke: das ist kein Paradox, sondern wir können Namen auf eine Weise verwenden, die das Zitattilgungsprinzip ausschließt - Bsp "Cicero" (soll hier der Name eines Spions sein): nicht alle müssen zur selben Kette gehören, aber man braucht auch keine Quasi-Namen (wie quasi-indexikalische Ausdrücke (> Quasi-Indikator/Castaneda).
I 807
Namen/Frege/Brandom: nach Frege sind Namen angeblich mit Eigenschaften verbunden. - KripkeVs. - Brandom: das ist gar nicht Fregesch: Eigenschaften gehören nach Frege zur Bedeutung (Referenz) und nicht zum Sinn - sie sind nicht unmittelbar fassbar. - Brandom: durch Namen ausgedrückte begriffliche Gehalte sind opak. (>Opazität)
I 811
Def Namen/Eigennamen/Brandom: anaphorische Ketten kotypischer Tokenings.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Newcombs Paradox Black III 160
Newcomb’s Paradox/Originalversion/Black: der Superwahrsager lag in den meisten Fällen richtig, in denen er mit Leuten wie Ihnen zu tun hatte - er hat die Box vorher präpariert - wenn er eine Einzelwahl vorhersieht, hat er 1 Mio in die geschlossene Box gelegt! - III 161 Strategien: 1. schwach dominant: "ich habe nichts zu verlieren": als beide Boxen - Black: = "konservatives Argument" - 2. waghalsig: nur eine Box (die geschlossene): empfiehlt sich, wenn die Chancen groß und der Einsatz gering ist - NP/Black: Problem: eine der beiden Strategien muß falsch sein. - III 162 Hellseher: von seinem Charakter hängt nichts ab - III 170 dennoch geht es darum daß man Grund hat anzunehmen, daß man hinters Licht geführt werden soll.
III 164
Newcombs Problem/Black: realistische Variante: Spiel um den Eintrittspreis (Museum) - Vorhersagekraft aus der Erfahrung "die meisten Spieler verlieren" - III 165 1. skeptische Haltung: warum sollte ich das glauben - 2. vertrauensvolle Haltung: "vielleicht ist es ein Psychotest, der ablenken soll" - dann beide Boxen (konservativ) - dann muß ich den ganzen Text als Täuschung auffassen - dann zu viele Unwägbarkeiten - III 166 Black. je lebensechter, desto mehr spricht gegen eine waghalsige Strategie - waghalsige Strategie: ist attraktiv in dem Maß, wie man die ganze Geschichte glaubt - Black: das entspricht dem Glauben an Ufos - III 168 Black: jede Variante (auch mit Computer usw.) ist so, daß es eher angebracht ist, der ganzen Geschichte zu mißtrauen.
III 169
Newcombs Problem/Black: verhaltensmäßige Belege: opak - interpretative Belege: = offengelegte Gründe: transparent- wir können Gründe verstehen, ohne sie zu akzeptieren - Strategie: meinen eigenen Typ verschleiern: Problem: wenn ich mich irre, und mein Verhalten gar nicht in die Entscheidung einfließt, bin ich zurück in der Unsicherheit, während die Argumente für Dominanz noch genauso stark sind. Willensfreiheit/Black: Vorhersagbarkeit gefährdet nicht die Willensfreiheit - Bsp daß der andere mich in zwei Zügen Matt setzen kann, zwingt ihn nicht dazu es zu tun - er könnte mich durch Hinauszögern demütigen. - Museumsspiel: es geht nicht darum, ob der Apparat mein Verhalten voraussagt, sondern ob er eine Abweichung meinerseits vorhergesagt hätte.
III 173
Newcombs Problem/Fazit/Zusammenfassung/Zus/Black: 1. Originalversion: überdehnt die Glaubhaftigkeit: -a) durch das Postulieren der Existenz eines Super-Hellsehers - b) dadurch, daß die Großzügigkeit nicht begründet wird - 2. ein rationaler Mensch sollte in einer so fantastischen Situation Betrug annehmen und sicher spielen, indem er beide Boxen nimmt - 3. in jeder realistischeren Variante bleiben die Motive des Erzählers fragwürdig - 4. eine vernünftige Wahl verlangt, die Wahrscheinlichkeit der Vorhersagbarkeit gegen die mögliche Täuschungsabsicht des Erzählers abzuwägen - 5. obwohl die konservative Strategie (beide Boxen) - III 174 auf jeden Fall sicher ist, könnte sie durch Zusatzinformation widerlegt werden - 6. Vorhersagbarkeit: gegen sie gibt es starke allgemeine Argumente - die Argumente zugunsten der waghalsigen Strategie sind zu schwach, um im wirklichen Leben zu gelten - 7. ein rationaler Mensch sollte in einer Newcomb-Situation die Glaubwürdigkeit des Erzählers annehmen und konservativ entscheiden (beide Boxen nehmen).

Black I
Max Black
"Meaning and Intention: An Examination of Grice’s Views", New Literary History 4, (1972-1973), pp. 257-279
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg) Frankfurt/M 1979

Black II
M. Black
Sprache. Eine Einführung in die Linguistik München 1973

Black III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983

Black IV
Max Black
"The Semantic Definition of Truth", Analysis 8 (1948) pp. 49-63
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994
Paradoxien Logik-Texte Re III 187f
Paradoxien: Hierarchie (Tarski): - Problem: Der >Kreter weiß nicht, welche Stufe seine eigene Aussage annimmt - sinnvoll nur, wenn Wahrheitszuschreibung über eine niedrigere Stufe erfolgt - setzt Kenntnis voraus! (>Wissen / >Verstehen). Selbstbezüglichkeit: ist gar nicht immer schlecht oder fehlerhaft.
Re III 192f
Curry-Paradox: Wenn A und wenn A. dann B, dann B - Wenn dieser Bedingungssatz wahr ist, dann ist Schnee schwarz - ponendo ponens - Lösung: Kontraktion: zwei Anwendungen durch eine ersetzt - Veränderung der Logik. Bsp Wenn dieser (Bedingungs-)Satz wahr ist, dann ist Schnee schwarz.
consequentia mirabilis: Wenn A, dann ~A, also ~A - Kontraktion: Wenn A,dann wenn A, dann 0=1; also wenn A, dann 0=1.
Kontraktion führt zur Trivialität: macht jede Aussage aus Curry-Paradox wahr.
Re III 196
Semantisch abgeschlossen: Sprache enthält eigene Wahrheitsprädikate - Vermeidung von Paradox: Trennung der Wahrheitsbedingungen von Falschheitsbedingungen.
Sai V 17
Zenon/Sainsbury: Zenon These: kein Bereich des Raums ist unendlich teilbar, sodass er eine unendliche Anzahl von Teilen hat, wenn jeder Teil eine gewissen Ausdehnung hat: denn dann ist die Summe unendlich groß - Zenon versuchte damit zu zeigen, dass es nicht wirklich viele Dinge gibt - überhaupt könne kein Gegenstand Teile haben, denn dann müsse er unendlich groß sein. - V 19 Sainsbury: unendliche Teilung geht nur geistig. - Problem: dann keine Zusammensetzung zum Raum - bei der Zusammensetzung muss der Raum aber nicht unendlich wachsen. - Bsp Folgen mit Grenzwert
Sai V 38f
Pfeil/Paradoxie/Zenon: zu jedem Zeitpunkt nimmt der fliegende Pfeil einen mit ihm identischen Raum ein. Der Pfeil kann sich also in einem Moment nicht bewegen, da Bewegung eine Zeitspanne erfordert, und eine Moment als Punkt gesehen wird - das gilt auch für alles andere: nichts bewegt sich. Zeit/AristotelesVsZenon: Zeit besteht nicht aus Punkten.
SainsburyVsAristoteles: heute: wir versuchen ständig, Zeitpunkte zuzulassen: Bsp Beschleunigung an einem Punkt usw.
V 39
Die Frage, ob sich der Pfeil in einem Moment bewegt oder ruht, bezieht auch andere Momente mit ein - Def Ruhe/Sainsbury: ein Gegenstand ruht unter der Bedingung, dass er sich auch in allen nahe liegenden Momenten am selben Punkt befindet - keine Information über den einzelnen Moment kann feststellen, ob sich der Pfeil bewegt - die Prämisse ist annehmbar: keine Bewegung im Moment - aber die Folgerung ist unannehmbar.
Sai V 184
Satz/Aussage: nur bei bestimmter Gelegenheit zirkulär. - Die Paradoxie liegt daher nicht in der Bedeutung, sondern in der Gelegenheit. - ((s) Abhängig vom Gebrauch).
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001
Persönlichkeit Shoda Corr I 472
Persönlichkeit/Shoda/Smith: Persönlichkeit wird typischerweise als ein Konstrukt definiert, das individuellen Unterschieden in den üblichen Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen der Menschen zugrunde liegt. Die Implikation ist, dass es Stabilität in diesen Aspekten des persönlichen Funktionierens gibt und dass Konsistenzen im Verhalten entstehen sollten. Ende der 1920er Jahre stellte die Forschung zur Stabilität bestimmter Verhaltensweisen über Situationen hinweg jedoch die Annahme einer situativen Konsistenz in Frage (Hartshorne und Mai 1928(1); Newcomb 1929(2)). Umfassende Reviews der Literatur über situative Konsistenz von Mischel (1968)(3) und Peterson (1968)(4) zeigten, dass situative Inkonsistenz im Verhalten eher die Regel als die Ausnahme ist und dass globale Merkmalswerte typischerweise schwach mit relevanten Verhaltensweisen korrelierten. (z.B. Mischel und Peake (1982(5))).
Corr I 473
Das "Persönlichkeitsparadoxon"/Shoda/Smith: Das konsequente Versäumnis, Beweise für Verhaltensstabilität über Situationen hinweg zu finden (intra-individuelle Variabilität), ließ einige die Tragfähigkeit des Grundbegriffs der Persönlichkeit als Kausalfaktor im Verhalten in Frage stellen (z.B. Shweder 1975)(6). ((s) vgl. >Kausalität/Evolutionäre Psychologie). Dieser rätselhafte Zustand der Affären - die Annahme einer stabilen Dispositionsstruktur, kombiniert mit wenig Beweisen für Verhaltenskonsistenz - wurde von Bem und Allen (1974)(7) als "PersönlichkeitsParadoxon" bezeichnet.
Die Versuche, dieses Paradoxon in Einklang zu bringen, haben seit mehr als drei Jahrzehnten die Debatte im Bereich der Persönlichkeit angeheizt. Um diese zu lösen, sei eine Konzeptualisierung der Persönlichkeit vonnöten, die es einem ermöglichen würde, stabile und einzigartige Muster der intra-individuellen (transsituativen) Variabilität vorherzusagen und zu verstehen. Wie Mischel (1973)(8) feststellte, könnte dies einen neuen Ansatz für die Art der Situationen und der Persönlichkeitsstabilität erfordern, der die Variabilität des Verhaltens einerseits mit der Stabilität der Persönlichkeitsstruktur andererseits in Einklang bringen könnte (Mischel und Shoda 1995)(9). >Situationen/Mischel, >Situationen/Shoda/Smith.


1. Hartshorne, H. and May, A. 1928. Studies in the nature of character, vol. 1, Studies in deceit. New York: Macmillan
2. Newcomb, T. M. 1929. Consistency of certain extrovert-introvert behaviour patterns in 51problem boys. New York: Columbia University, Teachers College, Bureau of Publications
3. Mischel, W. 1968. Personality and assessment. New York: Wiley 1973. Toward a cognitive social learning reconceptualization of personality, Psychological Review 80: 252–83
4. Peterson, D. R. 1968. The clinical study of social behaviour. New York: Appleton
5. Mischel, W. and Peake, P. K. 1982. Beyond déjà vu in the search for cross-situational consistency, Psychological Review 89: 730–55
6. Shweder, R. A. 1975. How relevant is an individual difference theory of personality?, Journal of Personality 43: 455–85
7. Bem, D. J. and Allen, A. 1974. On predicting some of the people some of the time: the search for cross-situational consistencies in behaviour, Psychological Review 81:506–20
8. Mischel, W. 1973. Toward a cognitive social learning reconceptualization of personality, Psychological Review 80: 252–83
9. Mischel, W. and Shoda, Y. 1995. A cognitive-affective system theory of personality: reconceptualizing situations, dispositions, dynamics, and invariance in personality structure, Psychological Review 102: 246–68


Ronald E. Smith and Yuichi Shoda, “Personality as a cognitive-affective processing system“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Politische Wahlen Politik Russlands Krastev I 99
Politische Wahlen/Manipulation/Politik Russlands/Krastev: (...) es ist einfach unmöglich, Putins Russland zu verstehen, ohne die Wahlmanipulation zu berücksichtigen. Frage: Warum brauchte Putin Wahlen, wenn nur eine Minderheit der Russen glaubte, dass Russland eine Demokratie werde, und fast niemand außerhalb Moskaus glaubte, dass Russland bereits eine Demokratie sei"?(1) Und warum wurden die Wahlen im Kreml auf eine so eklatante Weise manipuliert, dass niemand daran zweifeln konnte, dass sie manipuliert wurden (durch Sperrung von
Krastev I 100
potentiell attraktiven Kandidaten zum Beispiel) und dass der Kreml die Manipulation vorgenommen hat? Dass Wahlen "manipuliert" sind, wie Julia Ioffe bemerkte, ist "etwas, das jeder in Russland, unabhängig von seiner Rhetorik oder politischen Überzeugung, kennt und akzeptiert"(2).
Krastev I 101
Dennoch hätte Putin seine Macht nicht ohne den Rückgriff auf periodisch manipulierte Wahlen gewinnen und erhalten können. Dieses Paradoxon ist vielleicht das bestgehütete Geheimnis des postkommunistischen Russlands. Russlands manipulierte Wahlen waren in transparenter Weise unzulängliche Imitationen der westlichen Demokratie. Aber sie waren nicht nur eine dekorative Fassade. Wie Pawlowski voraussah (>Politische Technologie/Krastev), trugen die periodischen Wahlen zunächst dazu bei, die "alternativlose" Begründung für die Herrschaft Putins zu konstruieren und regelmäßig nach Hause zu bringen. (...) Umfragen im Jahr 2011 bestätigten die These, dass Putins 'Popularität' die 'Trägheit' der Bevölkerung und 'das Fehlen anderer Alternativen' widerspiegelt(3). Krastev: Aber genau darum geht es. Wenn die Wähler davon überzeugt werden könnten, dass es keine gangbare Alternative zur derzeitigen Führung gibt, würden sie sich fatalistisch an den Status quo anpassen.
Krastev I 102
Gefälschte Wahlen boten der scheinbaren Machtpartei auch regelmäßig Gelegenheit, sich neu zu profilieren. Indem sie neue Slogans prägte und sogar neue Gesichter einführte, konnte sich Putins Partei "Einiges Russland" als eine Kraft sowohl für Stabilität als auch für Veränderungen präsentieren(4). >Politische Technologie/Krastev. Gefälschte Wahlen standen auch im Mittelpunkt von Putins ständig neu ausgehandeltem Vertrag, der nicht mit dem Volk, sondern mit den regionalen Eliten ausgehandelt wurde. (...), Wahlen dienten als Hauptinstrument zur Kontrolle der politischen Elite des Landes und zur Rekrutierung neuer Kader (...).
Krastev I 103
Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts dienten periodische Wahlen auch dazu, die nationale Einheit Russlands zu demonstrieren (d.h. zu übertreiben) und die imaginäre Kohärenz und Solidarität des Putin-Landes zu dramatisieren. Eine weitere Funktion der manipulierten Wahlen in Russland während des ersten Putin-Jahrzehnts bestand darin, eine Grenze zu ziehen zwischen der "loyalen Opposition" und dem, was der Kreml als eine fünfte Kolonne von Feinden und Verrätern ansah.
Krastev I 104
Imitation/Autorität: (...) Putins manipulierte Wahlen dienten nicht der Nachahmung der Demokratie, sondern vielmehr der Nachahmung des Autoritarismus.
Krastev I 132
Eine kürzlich durchgeführte Studie hat ergeben, dass im letzten Jahrzehnt das Vertrauen in die Demokratie in den entwickelten Demokratien des Westens abgenommen hat und dass das Niveau des
Krastev I 133
Misstrauens gegenüber der Demokratie als politischem System unter den Jüngeren am größten ist(5). Ein zentraler Pfeiler von Putins antiwestlicher Politik ist es, diese Zweifel zu nähren und den amerikanischen und europäischen Bürgern immer mehr Gründe zu geben, nicht daran zu glauben, dass periodische Wahlen im Westen zum Vorteil der Öffentlichkeit wirken.


1. In Levada-Center polls between 2005 and 2015, around 34 per cent of respondents reported that 'development of democracy' is what 'most accurately describes the situation in the country.'
2. Julia Ioffe, 'The Potemkin Duma', Foreign Policy (22 October 2009).
3. Michael Schwirtz, 'Russians Shrug at Prospects of Another Putin Term, Poll Shows', The New York Times (7 October 2011).
4. The Kremlin's game with United Russia is quite complicated: it should be assured of winning over its nominal competitors, yet in such a way that it never appears a strong force or a genuine 'people's party' - for that might turn it into a challenger or rival to the Kremlin.
5. Yascha Mounk, The People vs. Democracy: Why Our Freedom Is in Danger and How to Save It (Harvard University Press, 2018).

Krastev I
Ivan Krastev
Stephen Holmes
The Light that Failed: A Reckoning London 2019
Rationalisierung Habermas III 22
Rationalisierung/Soziologie/Habermas: das Verständnis rationaler Handlungsorientierungen wird zum Bezugspunkt für das Verständnis aller Handlungsorientierungen. Für die Soziologie bedeutet dies den folgenden Zusammenhang zwischen metatheoretischer und methodologischer Ebene:
a) Auf metatheoretischer Ebene wählt sie Grundbegriffe, die auf den Rationalitätszuwachs der modernen Lebenswelt zugeschnitten sind.
b) Auf methodologischer Ebene wird das Verständnis rationaler Handlungsorientierungen zum Bezugspunkt für das Verständnis aller Handlungsorientierungen (>Theorie des SinnVerstehens). Dabei geht es um interne Beziehungen zwischen Bedeutung und Geltung.
III 209
Rationalisierung/HabermasVsMarx/VsAdorno/VsHorkheimer/VsWeber/Habermas: der Rationalitätsbegriff dieser Autoren ist zu eng, um die ihnen vorschwebende umfassende gesellschaftliche Rationalität zu erfassen. Der Begriff müsste auf derselben Ebene ausgewiesen werden wie die Produktivkräfte, die Subsysteme zweckrationalen Handelns, die totalitären Träger der instrumentellen Vernunft. Das geschieht nicht. Der Handlungsbegriff dieser Autoren ist dafür nicht komplex genug. Außerdem darf man handlungs- und systemtheoretische Grundbegriffe nicht vermengen: LuhmannVsMarx, LuhmannVsWeber, LuhmannVsAdorno: die Rationalisierung von Handlungsorientierungen und lebensweltlichen Strukturen ist nicht dasselbe wie der Komplexitätszuwachs von Handlungssystemen. (1)

III 457
Kommunikatives Handeln/Rationalisierung/HabermasVsWeber/Habermas: erst wenn wir im “Gesellschaftshandeln” zwischen verständigungs- und erfolgsorientiertem Handeln differenzieren, lassen sich die kommunikative Rationalisierung des Alltagshandelns und die Subsystembildung für zweckrationales Wirtschafts- und Verwaltungshandeln als komplementäre Entwicklung begreifen. Zwar spiegeln beide die institutionelle Verkörperung von Rationalitätskomplexen, aber in anderer Hinsicht handelt es sich um gegenläufige Tendenzen.
III 459
Rationalisierung/Habermas: die Paradoxie der Rationalisierung, von der Weber gesprochen hat lässt sich abstrakt so fassen, das die Rationalisierung der Lebenswelt eine Art der Systemintegration ((s) von Teilsystemen mit nichtsprachlichen Kommunikationsmedien wie Geld und Macht) ermöglicht, die mit den Integrationsprinzip der ((s) sprachlichen) Verständigung in Konkurrenz tritt und unter bestimmten Bedingungen ihrerseits auf die Lebenswelt desintegrierend zurückwirkt.
IV 451
Rationalisierung/Moderne/HabermasVsWeber/Habermas: Weber konnte die Legitimationsprobleme, die eine positivistisch ausgehöhlte legale Herrschaft hervorruft, nicht in das Rationalisierungsmuster moderner Gesellschaften einordnen, weil er selbst rechtspositivistischen Auffassungen verhaftet blieb. Lösung/Habermas: These: (p) Die Entstehung (…) moderner Gesellschaften erfordert die institutionelle Verkörperung von Moral- und Rechtsvorstellungen posttraditionaler Art, aber
(q) die kapitalistische Modernisierung folgt einem Muster, demzufolge die kognitiv-instrumentelle Rationalität über die Bereiche von Ökonomie und Staat hinaus in andere, kommunikativ strukturierte Lebensbereiche eindringt und dort auf Kosten moralisch-praktischer und ästhetisch-praktischer Rationalität Vorrang erhält.
(r) Dadurch werden in der symbolischen Reproduktion der Lebenswelt Störungen hervorgerufen.
IV 452
Problem: eine fortschreitend rationalisierte Lebenswelt wird von immer komplexer werdenden formal organisierten Handlungsbereichen wie Ökonomie und Staatsverwaltung zugleich entkoppelt und in Abhängigkeit gebracht. Dies nimmt sozialpathologische Formen einer inneren Kolonialisierung an. Und zwar in dem Maße, wie kritische Ungleichgewichte nur noch um den Preis von Störungen der symbolischen Reproduktion der Lebenswelt (d.h. von „subjektiv“ erfahrenen identitätsbedrohenden Krisen oder Pathologien) vermieden werden können.
IV 486
Die Rationalisierung setzt paradoxerweise beides zugleich frei – die systemisch induzierte Verdinglichung und die utopische Perspektive, aus der der kapitalistischen Modernisierung stets der Makel angehaftet hat, dass sie die traditionalen Lebensformen auflöst, ohne deren kommunikative Substanz zu retten.

1.N. Luhmann, Zweckbegriff und Systemrationalität, Tübingen 1968.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Regeln Kripke Wright I 264 ff
Regelfolgen/Kripke/Wright: Wittgenstein: Das "skeptische Paradox": macht jede Möglichkeit zunichte, dass Regeln und Bedeutungen reale Einschränkungen umfassen. Am Ende bleibt der Versuch, sich mit der Charybdis über Wasser zu halten.
McDowellVsKripke: Es ist ein Irrtum, die Zerstörung der Skylla (Platonismus, göttlicher Standpunkt) als Kern der logischen Auseinandersetzung über Regeln zu Verstehen. In Wirklichkeit handelt es sich bei der Zerstörung bloß um einen logischen Satz.
McDowell: Wittgensteins Anliegen war, zu zeigen, dass beide Hörner auf einer überhöhten Konzeption von Tatsache und Objektivität beruht.
Kripkes Wittgenstein/Wright: "Skeptisches Paradox": 1. Schritt: Debatte über irgendeine Scheinbehauptung. Bsp dass ich in der Vergangenheit mit "+" formal Addition gemeint habe. Dann muss ich das gegen einen Skeptiker verteidigen. Nun sollte man folgern, dass auch dann, wenn ich diesen Streit verlöre, keinerlei Schlussfolgerung über die Realität von Bedeutungen, Regeln usw. absehbar wäre. Also wäre die Epistemologie von Behauptungen über Bedeutung unter dem Druck der Skepsis um nichts verständlicher als die Epistemologie der Vergangenheit oder der materiellen Welt oder des Fremdpsychischen es immer noch ist.
Das wäre jedoch ein Irrtum! Bsp Bei dem Versuch zu rechtfertigen, dass ich in der Vergangenheit mit "+" Addition meinte, wird mir die vollkommene Wiedergabe aller Aspekte meines mentalen Lebens zugestanden. Alle relevanten Tatsachen müssten sich ja in meinem Verhalten und mentalen Leben zeigen, und daher für mich greifbar sein.
Wenn ich nun trotzdem verliere, zeigt sich damit, dass es keine solchen Tatsachen gibt.
Wright: In der Argumentation tritt keinerlei Überobjektivierung des Wesens der Regeln als Prämisse auf! Einzige Annahme: dass Tatsachen über meine früheren Bedeutungen in meinem Verhalten aufgetreten sein müssen.
Wright I 264 ff
WrightVsKripke: Das ist allerdings angreifbar. Es ist jedoch kein Irrtum der Sublimierung (auf eine höhere Ebene heben) der Regeln. Wenn irgendetwas ungeschützt ist gegen das skeptische Paradox, dann ist es ein humanisierter Platonismus nicht weniger als die überobjektivierte Version. Quietismus/Kripkes Wittgenstein/Wright: Kripkes Wittgenstein ist auf jeden Fall dem Quietismus verpflichtet, denn der Irrealismus (dass es keine Tatsachen bezüglich irgendwelcher Regeln gibt) muss sich zu einem umfassenden Irrealismus aufblasen.
Ein Irrealismus der Bedeutung muss also einen Irrealismus der Wahrheit nach sich ziehen.
Globaler Minimalismus/WrightVs: Das ist trügerische Vereinfachung! Richtig betrachtet, läuft der durch Kripkes skeptisches Paradox begründete Irrealismus darauf hinaus, dass der Diskurs über Regeln höchstens minimal wahrheitsfähig ist.
Wright I 264 ff
Kripkes Wittgenstein: Kein Verhalten lässt auf innere Regeln (in der Vergangenheit) über Addition schließen, daher gibt es auch keine Regeln über Bedeutung, auch nicht in der Gegenwart und daher auch nicht über Wahrheit!

Kripke I
S.A. Kripke
Name und Notwendigkeit Frankfurt 1981

Kripke II
Saul A. Kripke
"Speaker’s Reference and Semantic Reference", in: Midwest Studies in Philosophy 2 (1977) 255-276
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Kripke III
Saul A. Kripke
Is there a problem with substitutional quantification?
In
Truth and Meaning, G. Evans/J McDowell Oxford 1976

Kripke IV
S. A. Kripke
Outline of a Theory of Truth (1975)
In
Recent Essays on Truth and the Liar Paradox, R. L. Martin (Hg) Oxford/NY 1984

WrightCr I
Crispin Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

WrightCr II
Crispin Wright
"Language-Mastery and Sorites Paradox"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

WrightGH I
Georg Henrik von Wright
Erklären und Verstehen Hamburg 2008
Stress Psychologische Theorien Corr I 206
Psychologischer Stress/Psychologische Theorien/Elovainio/Kivimäki: Die Forschungsergebnisse über die Zusammenhänge zwischen sozialen, psychologischen und physiologischen Reaktionen sind ohne den Begriff Stress schwer zu verstehen. Einer der grundlegenden Schritte zur Erforschung der Black Box zwischen Persönlichkeit und Gesundheit wurde mit der Einführung des Begriffs von Stress als biologischem Phänomen unternommen (Selye 1956)(1). Der Begriff Stress stammt ursprünglich aus dem Ingenieurswesen, wo er Druck in physikalischen Strukturen bedeutete, der sich aus äußeren Lasten und Kräften ergab. In der Psychologie und Physiologie blieb die Idee des Stresses als äußere Belastung oder Anforderung an ein biologisches, physiologisches oder psychologisches System. Vgl. Selye 1973(2). >Stress/Selye. Im Allgemeinen bezieht sich der Begriff Stress auf das Erleben von Ereignissen, die als Gefährdung des körperlichen oder geistigen Wohlbefindens wahrgenommen werden. Stressreaktionen zeigen typischerweise eine Spezifität von Reiz und Reaktion. Außerdem ist es offensichtlich, dass es keine objektive Möglichkeit gibt, das psychische Stressniveau vorherzusagen, ohne die individuelle Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen (Lazarus 1993)(3). >Stress/Lazarus.
Corr I 207
Paradoxon des Stresses: Das Paradoxon von Stress liegt in der Gleichzeitigkeit seiner adaptiven Natur und seiner möglichen Rolle in der Krankheitsätiologie. Die effektiven, orchestrierten körperlichen Reaktionen auf Alltagsstressfaktoren oder tägliche Probleme sind entscheidend für unsere Anpassung und unser Überleben, und ein moderater Stress stärkt unsere Ressourcen, um mit ähnlichen Situationen in der Zukunft fertig zu werden. McEwen (1998(4); McEwen und Stellar 1993(5)) hat die vorherrschenden Bedingungen beschrieben, unter denen die adaptive Funktion beeinträchtigt werden kann und die möglichen gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Stress auftreten. >Allostase/McEwen.
Corr I 208
Die Bewältigung stellt einen wichtigen Aspekt von Stress dar. Die Bewältigung zielt auf die Minimierung, Ablenkung oder Bewältigung von Not und wird manchmal als allgemeine Reaktion auf Bedrohung oder Nachfrage definiert und gilt als von Einzelpersonen ausgewählt, weil sie gut zu dem Stressfaktor oder der Situation passt (Lazarus und Folkman 1984)(6). Die Anwendung bestimmter Bewältigungsformen wird auch durch die Ressourcen, die man in die Situation einbringt, und durch Persönlichkeitsvariablen beeinflusst, die die eigenen Entscheidungen oder Handlungspräferenzen beeinflussen (z.B. Scheier, Carver and Bridges 1994)(7).

1. Selye, H. 1956. What is stress?, Metabolism 5: 525
2. Selye, H. 1973. The evaluation of the stress concept, American Scientist 61: 692–9
3. Lazarus, R. S. 1993. From psychological stress to the emotions: a history of changing outlooks, Annual Review of Psychology 44: 1–21
4. McEwen, B. S. 1998. Protective and damaging effects of stress mediators, mediators, New England Journal of Medicine 338: 171–9
5. McEwen, B. S. and Stellar, E. 1993. Stress and the individual: mechanisms leading to disease, Archives of Internal Medicine 153: 2093–101
6. Lazarus, R. S. and Folkman, S. 1984. Stress, appraisal and coping. New York: Springer
7. Scheier, M. F., Carver, C. S. and Bridges, M. W. 1994. Distinguishing optimism from neuroticism (and trait anxiety, self-mastery, and self-esteem): a reevaluation of the Life Orientation Test, Journal of Personal Social Psychology 67: 1063–78


Marko Elovainio and Mika Kivimäki, “Models of personality and health”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Symbolische Kommunikation Deacon I 334
Symbolische Kommunikation/Deacon: es gab niemals eine Protosprache mit einfacheren Strukturen als z.B. die Unterscheidung von Subjekt und Prädikat, die überhaupt mit Symbolen statt mit reinen Indizes umgeht. (Siehe auch Index/Deacon, Symbol/Deacon). Diese Formen waren von Anfang an vorhanden, als symbolische Kommunikation entstand. Tiefenstruktur: für sie gibt es keine Merkmale, die über Sprachgrenzen hinaus wirksam wären wie Satzstellung, Satzmelodie oder spezifische Wörter. Daher ist es stichhaltig, dass Chomsky sich von darwinistischen Erklärungen verabschiedet.
I 335
Sprache/Gehirn/Deacon: die speziellen neuronalen Verarbeitungen, die notwendig sind, um die Aufmerksamkeitsschwelle zu überwinden, hängen von Prozessen ab, die im präfrontalen Cortex stattfinden. Hier haben wir eine Gemeinsamkeit zwischen individuellen Gehirnen und einen Angriffspunkt für eine Baldwinsche Evolution (Siehe auch >Baldwins Evolution).
I 353
Symbolische Kommunikation/Evolution: symbolische Kommunikation hat sich über 2 Millionen Jahre entwickelt. Dass das Sprechen der wesentliche Strang für die tägliche Kommunikation und die Weitergabe unserer Sprache an die Kinder ist, wie es heute der Fall ist, war nicht immer so.
I 354
Nichtverbale Kommunikation mag über lange Zeit in Konkurrenz zu verbaler Kommunikation gestanden haben.
I 362
Symbolische Kommunikation/Gesten/Artikulation/Sprache/Deacon: wegen der noch nicht ausgebildeten vokalen Fähigkeiten von Frühmenschen dürfte frühe symbolische Kommunikation nicht einfach nur eine simplere Sprache gewesen sein, sondern sollte sich in vielerlei Hinsicht von Sprache unterscheiden. Einige Autoren vermuteten, dass frühe Sprache wie Wortketten ohne bestimmte Syntax oder Grammatik beschaffen gewesen seien.. DaeconVs: Paradoxerweise dürfte die Beschränkung des Stimmapparats eine größere Komplexität früher Sprachen zur Folge gehabt haben.
I 363
Ein kleineres Repertoire an Klangunterschieden führt zunächst zu längeren Ketten. Solche Sprachen sind dann in stärkerem Maße fehleranfällig. Das Kurzzeitgedächtnis wird außerdem stärker ausgelastet. Zur Vermeidung von Irrtümern dürfte ein erhöhtes Maß an Redundanz zweckmäßig gewesen sein.
I 368
Sprachentstehung: es ist ein verbreiteter Fehler, aus primitivem Werkzeuggebrauch früher Völker auf eine primitive Sprache zu schließen. Ebenso ist es problematisch, aus dem Fehlen von Belegen überhaupt etwas zu erschließen.
I 370
Während Steinwerkzeuge in verschiedenen Regionen der Erde sich ähnelten (ihr Gebrauch war universell) wird sich die frühe symbolische Kommunikation entfernter Völker nicht im selben Maße geglichen haben.
I 372
Neandertaler hatten aus neurologischer Sicht ein vollentwickeltes modernes Gehirn.
I 373
Der Hauptgrund für den Niedergang früher Völker waren eingeschleppte Krankheiten, nicht kulturelle Unterlegenheit. Mit den schnellen Veränderungen im Paläolithikum korrespondiert keine biologische Veränderung.
I 378
Warum hat symbolische Kommunikation sich entwickelt? Sie war nützlich für Koordination bei der Jagd, zur Weitergabe von Wissen über Werkzeuggebrauch und vieles mehr. Aber keins davon kann als Erklärung dienen, da es immer schon eine gewisse symbolische Kommunikation voraussetzt. Die ersten Anfänge waren wahrscheinlich nur ein kleiner Teil der sozialen Kommunikation und nicht besser ausgebildet als die Kommunikation moderner Affen. Problem: Das Lernen von Symbolen erfordert viel indirekteres Assoziieren als das, was normalerweise bei Assoziationen in anderen Organismen als dem Menschen zum Einsatz kommt. Diese indirekteren Assoziationen sind zunächst gar nicht von Nutzen und damit ineffizient und schädlich für das Überleben.
I 378-381
Aus evolutionärer Sicht ist die wichtigste Information die, die das Weibchen über die Fähigkeiten des Männchens erhalten kann und die das Männchen dem Weibchen zu liefern in der Lage ist. Dabei muss Fehlinformation ausgeschieden werden können und Information von anderen Verhaltensweisen unterschieden werden können.
I 382
Die Kommunikation zwischen Männchen muss komplexer sein, wenn es darum geht, die Stärken eines Rivalen einzuschätzen, ohne einen direkten Kampf zu riskieren.
I 384
Menschliche Kommunikation/Deacon: These: die Entwicklung komplexerer (symbolischer) Kommunikationsmittel ist wahrscheinlich dort angelegt, wo es gilt, den unvermeidlichen Konflikt zwischen sexueller Reproduktion und sozialer Kooperation zu regeln.
I 385
Ein besonderes Merkmal menschlicher gegenüber tierischen Gemeinschaften ist die langfristige sexuelle Bindung. Hochzeiten etablieren eine größere Anzahl von Rechten und Verpflichtungen innerhalb einer Gemeinschaft. Heiratsregeln legen fest, wer wen heiraten kann oder eben nicht. Die meisten Gemeinschaften kennen ein Inzestverbot.
I 388
Charakteristisch für menschliche Gemeinschaften ist eine relativ stabile Paarung von Eltern mit gleichzeitiger Sorge für die Aufzucht der Nachkommen innerhalb eines größeren sozialen Verbands. Der Grund, warum dies in der Evolution selten ist, ist der, dass solche Strukturen dazu tendieren, sich selbst zu unterminieren.
I 392
Zusammenleben in Gruppen und gleichzeitige männliche Brutpflege kann nur aufrechterhalten werden, wenn der Zugang zur Reproduktion begrenzt und eindeutig ist, was nur in Gemeinschaften von Fleischfressern der Fall ist. Ersatz für Pflege wird nur von Verwandten geleistet. Eine Besonderheit ist, dass wir Menschen besonders schlecht ausgerüstet sind, soziales Verhalten durch Gerüche zu steuern.
I 396
Weibchen müssen eine Garantie haben, dass ihr Nachwuchs durch Männchen mit Fleisch versorgt wird. Die Männchen müssen sicher sein können, dass sie nur ihren eigenen Nachwuchs versorgen.
I 397
Das Problem der Aufstellung einer Sozialstruktur, die dies ermöglicht, kann durch Symbolgebrauch gelöst werden.
I 401
Im Zusammenhang mit Heiratsregeln geht es um Reziprozität und Altruismus. Dazu müssen vergangene und mögliche zukünftige Handlungen repräsentiert werden können. Indexikalische Kommunikation reicht dafür nicht aus. Allerdings genügen schon ziemlich einfache Symbole. Abstrakte Referenz: Referenz auf Abwesendes wurde durch Ritualisierung geübt und erreicht.
I 403
Abstraktheit: ein besonders schwierig zu symbolisierendes Problem ist Frieden bzw. seine Herstellung. Das hängt zusammen mit den hohen Kosten möglicher Täuschung.
I 405
Negation: um Krieg und Frieden zu unterscheiden wird Negation bzw. symbolische Darstellung von Negation gebraucht. Zusätzlich braucht man Verallgemeinerung, um Frieden als Abwesenheit aller Konflikte verstehen zu können.

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013
Ulmen/Buchen- Beispiel Millikan I 153
Ulmen/Buchen/Experte/Laie/Verstehen/Meinen/Millikan: der Laie kann etwas über Gold, Ulmen oder Monotrem denken, selbst wenn er keine Ahnung davon hat. Meinen: er kann sogar dasselbe meinen wie der Experte!
Pointe: es gibt also keine vollmundigen Intensionen, die allen Idiolekten der Sprecher einer öffentlichen Sprache gemeinsam sind.
Namen/Kennen/Verstehen/Behauptung/Millikan: Problem: ist das nicht Paradox? Wenn ich nichts von Monotremen weiß, außer dass ich den Namen einmal gehört habe, wie kann ich dann dasselbe mit dem Wort meinen wie der Experte? Bsp
Experte: Ich geh nach Brasilien, Monotreme untersuchen.
Ich: was sind Monotreme?
Experte: was meinst Du mit „Monotreme“?
Ich: Ich meine, was Du meinst, natürlich.
Experte: weißt Du, was Monotreme sind?
Ich: keine Ahnung, deshalb frage ich.
Experte: dann kannst Du nicht dasselbe damit gemeint haben wie ich.
Menons Paradox/Millikan: hier sehen wir einen Schatten von Menons Paradox.
Lösung/Carnap: statt „Was sind Monotreme“ fragen wir eigentlich „Was bedeutet der Ausdruck „Monotrem“? ((s) > Semantischer Aufstieg).
intuitiv/Millikan: geht die Frage aber über Monotreme, nicht über Wörter.
Verstehen/Millikan: selbst ein Papagei kann etwas über Monotreme fragen, ohne etwas von ihnen zu Verstehen.
I 154
Meinen/Papagei/Millikan: der Papagei kann die Frage natürlich nicht meinen. Meinen/Millikan: ich kann etwas mit „Monotrem“ meinen, weil ich beabsichtige, dass das Wort eine Eigenfunktion hat, auch wenn ich sie nicht im Detail angeben kann.
Experte/Laie/Meinen/Verstehen/Kennen/Wissen/Millikan: das Paradox entsteht nicht daraus, dass ich nicht dasselbe meinen kann wie der Experte, sondern dass es einen Sinn gibt, in dem der Experte weiß, was er meint mit „Monotrem“ und in diesem Sinn weiß ich es nicht ((s) Nicht was ich meine und nicht, was der Experte meint).

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Universalien Bigelow I VII
Universalien/Bigelow/Pargetter: pro. Sie helfen, ein einheitliches Bild herzustellen, und Wahrscheinlichkeiten zu verstehen. Sie helfen, eine einheitliche Theorie der Modalitäten aufzustellen, (Möglichkeit, Notwendigkeit) die wir in der Wissenschaft finden.
I 82
Universalien/Wissenschaft/Bigelow/Pargetter wir haben bisher Universalien kennengelernt, die für die Physik nützlich sind, jetzt betrachten wir solche, die es für die Chemie sind: Chemische Komponenten: sind Strukturen, die aus Elementen gebildet sind.
Universale: ist die Eigenschaft, eine bestimmte Struktur zu haben, diese ist wiederum bezogen auf die Universalien, die die Elemente bestimmen.
Das sind strukturelle Universalien.
strukturelle Universalien/Bigelow/Pargetter: Bsp ausgedrückt durch das Prädikat „Methan sein“ oder „;Methan“ Instantiiert: durch ein Kohlenstoffatom und vier Wasserstoffatome in einer bestimmten Konstellation. Diese Konstellation ist eine wesentliche Eigenschaft.
Instanziierung: durch Methanmoleküle.
Pointe: dieses Universale ist intrinsisch mit anderen Universalien verbunden: den Universalien. Wasserstoff sein, Kohlenstoff sein und gebunden zu sein.
I 87
Strukturelle Universalien/Ebenen/Bigelow/Pargetter: Ebene 1: materielle Individuen, die die Eigenschaft haben, Butan zu sein oder Methan usw. Diese sind dann Methan-Moleküle usw. Diese Individuen haben Teile mit verschiedenen Eigenschaften und Relationen.
Ebene 2: Eigenschaften und Relationen der Individuen von Ebene 1.
Eigenschaft: Bsp die Eigenschaft, Methan zu sein.
Ebene 3: Relationen oder Proportionen zwischen Eigenschaften oder Relationen zwischen Individuen, egal ob Eigenschaften 1. oder 2. Stufe (sic) dieser Individuen. Bsp „dieselbe Anzahl Instanzen haben wie“.
Kardinalzahlen/Frege: diese Konstruktion hat Frege für die KZ gebraucht.
Familie: diese Relation zwischen Eigenschaften haben die Form einer Familie, einschließlich Bsp „doppelt so viele Instanzen habend“, „viermal so viele Instanzen habend“ usw.
Proportion: diese „numerischen“ Proportionen werden auch zwischen komplexeren Eigenschaften der Ebene 2 bestehen: Bsp konjunktive Eigenschaft: Kohlenstoff sein und Teil dieses Moleküls sein“.
Bsp wenn das Molekül Methan ist, stehen diese zwei Eigenschaften in einer Relation die durch die Proportion 4: 1 charakterisiert ist.
strukturelle Universalien/Bigelow/Pargetter: können wir dann als relationale Eigenschaft eines Objekts charakterisieren. Sie bezieht das Molekül auf verschiedene Eigenschaften. Diese Eigenschaften sind Kohlenstoff sein, Wasserstoff sein, gebunden sein.
Universale: Bsp Methan sein: ist dann identisch mit einer hoch konjunktiven relationale Eigenschaften 2. Stufe eines Individuums (Molekül).
I 88
Eigenschaft: die Eigenschaft, Methan zu sein steht in einem Muster von internen Proportionen zu anderen Eigenschaften, Bsp Wasserstoff sein, gebunden sein, usw. Mereologie/Chemie/Bigelow/Pargetter: diese Relationen sind aber nicht mereologisch.
Relationen/Bigelow/Pargetter: diese Relationen sind interne Relationen und sie sind wesentlich.
Essentialismus/Bigelow/Pargetter: pro: wir brauchen hier wesentliche Eigenschaften. Das ist aber besser als Zuflucht zur Magie (s.o.).
I 89
Universalien/Bigelow/Pargetter: könnten nicht als diese Universalien existieren, wenn sie nicht in diesen Relationen zueinander stünden. Das sind die strukturellen Universalien.
I 164
Universalien/Bigelow/Pargetter. eine volle Theorie der Universalien braucht eine vor-semantische Quelle für Universalien (vor-semantisch/(s): etwas, das keine Wahrmacher erfordert). Lösung/Bigelow/Pargetter: wir brauchen etwas, was etwas instanziiert ohne selbst je selbst instanziiert zu werden.
Existenz 2. Stufe/Bigelow/Pargetter: wird aber auch von einer Theorie der Universalien erfordert. Aus der man allerdings ohne Zusatzprämissen keine Existenz 1. Stufe ableiten kann.
Ursachen als strukturelle Universalien
I 293
Fundamentale Kräfte/Bigelow/Pargetter: sind Vektoren. Grundlegende Kräfte/Bigelow/Pargetter: sind Aggregate von Vektoren. These sie sind strukturelle Universalien.
Bsp Masse: jede spezifische Masse entspricht einer speziellen Eigenschaft. Dennoch haben massive Objekte etwas Gemeinsames: dass sie Masse haben. Das entspricht einer Relation höherer Stufe.
Diese Relationen sind intern und wesentlich, nicht extern. D.h. die bestimmten Masseeigenschaften könnten nicht sie sein, wenn sie in anderen Relationen zu anderen Objekten stünden.
Gemeinsames: ist eben dies, dass alle massiven Dinge in solchen Relationen zu anderen massiven Dingen stehen.
Eigenschaft 1. Stufe: Bsp Geschwindigkeit in der Ebene.
Relation 1. Stufe. Bsp Unterschied in der Geschwindigkeit oder in der Richtung. Daher gibt es hier zwei Relationen 1. Stufe.
Kräfte/Bigelow/Pargetter: sind komplexere Vektoren, da sie selbst Relationen 2. Stufe sind. Fundamentale Kräfte können verschiedene Größe und Richtung haben.
I 293
Damit stehen sie in einem Cluster von internen Relationen höheren Grades zu anderen fundamentalen Kräften. Das stellt sicher, dass sie eine Familie sind, die etwas gemeinsam hat. notwendig/Eigenschaften/Kräfte/Bigelow/Pargetter: die Tatsache, dass eine fundamentale Kraft doppelt so groß ist wie die andere, oder senkrecht zu einer anderen steht, sind nicht kontingent.
Lösung: sie wären sonst andere Kräfte als die, die sie sind.
Dagegen:
kontingent: ob Dinge durch eine Kraft verbunden sind, ist kontingent.
Strukturelle Universalien/Bigelow/Pargetter: (s.o. Bsp Methan)
Kräfte: die konstitutiven Eigenschaften struktureller Universalien können auch fundamentale Kräfte sein, also auch Vektoren mit Größe und Richtung.
Interne Relationen: davon gibt es sehr viele innerhalb eines strukturellen Universale. Und diese stellen auch die Verbindungen zu Individuen her.
Verursachung/Bigelow/Pargetter: wir haben gesagt, dass sie lokal ist. daher kann sie keine Relation nur zwischen völlig nichtlokalen Universalien sein.
Strukturelle Universalien: müssen also ein lokales Element haben.
Lösung: ihre relationalen Eigenschaften betten ED genauso ein wie Universalien.
grundlegende Ursache/Bigelow/Pargetter. wenn sie ein strukturelles Universale ist, wird sie eine konjunktive Relation höherer Stufe zwischen Einzelereignissen sein.
I 294
Kausalrelationen/Bigelow/Pargetter: haben nach alldem eine reiche essentielle Natur. Und sie sind nicht primitive Grundbegriffe. Sie werden erklärt durch Vektoren und strukturelle Universalien. Es gibt sie selbstständig neben Ursachen und Wirkungen. Modalitäten/Bigelow/Pargetter: einige sind wesentlich kausal. Aber:
Verursachung/Bigelow/Pargetter: ist ihrerseits nicht wesentlich modal.
I 378
Universalien/Bigelow/Pargetter: sind Dinge in der Welt wie andere auch. Insbesondere sind sie benennbar.
I 379
Es gibt keine wesentliche Verbindung von Universalien und Prädikaten. D.h. Universalien können in Subjektposition stehen. ((s) Aber kann man über sie quantifizieren?). Daher haben wir kein Problem mit Logik höherer Stufe (Logik 2. Stufe). Universalien: sollten nicht von semantischer Theorie dominiert werden. Sie sollten nicht nach einer Hierarchie angeordnet werden müssen. Dennoch haben sie ein hierarchisches Muster mit Individuen als Basis.
Paradoxien: vermeiden wird, indem wir verbieten, dass Universalien sich selbst oder andere Universalien instanziieren dürfen.
Selbstreferenz/Bigelow/Pargetter: ist allerdings nur eine Problem, wenn man die Mathematik a priori allein auf Logik gründen möchte. Und das wollen wir nicht. Wir nehmen z.B. nicht an, dass jede linguistische Beschreibung (Kennzeichnung) eine Menge bestimmt.



Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Verstehen Field I 51
Verstehen/Definition/Field/(s): Wir verstehen auch undefinierte Begriffe oder Operatoren: Bsp Negationsoperator oder Existenzquantor. Field: Diese sind nicht definierbar.
I 245
Konjunktion/Verstehen/Paradoxien/Field: Konjunktion von Sätzen: hat nur Sinn, wenn die Sätze vorher verstanden sind, d.h. dass die Konjunktion selbst (und aus ihr konstruierte Sätze) nicht als Konjunkt erlaubt sind. > Semantische Paradoxien; - (s) >Alles was er sagte. - Lösung: ist die Hierarchie von Prädikaten.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Wissen Logik-Texte Re III 202
Read: aus Wissen folgt Wahrheit.
Sai V 141
Wissensparadoxie/unerwartete Prüfung/Sainsbury: es tut nichts zur Sache, dass die Schüler Erwartungen haben könnten, zu denen sie nicht berechtigt sind.
V 143
Gerade, dass wir glauben, die Lehrerin widerlegt zu haben und ihr damit die Möglichkeit genommen zu haben, die Arbeit schreiben zu lassen, lässt die Ankündigung wieder wahr werden. - Variante: die Klasse weiß von der Wahrheit der Ankündigung. - Dann kann n die Klasse zeigen, dass sie nicht wissen kann, dass sie wahr ist. - Variante: die Ankündigung enthält zusätzlich die Tatsache, dass die Klasse aufgrund der Ankündigung nicht weiß... - Bsp A1 "ihr werdet am betreffenden Morgen nicht wissen..." - fragwürdiges Prinzip: "wenn man weiß... dann weiß man, dass man es weiß" - Pointe: eine Paradoxie entsteht erst, wenn man auf W(A1) schließen muss.
V 148
Variante: Ankündigung: A2 Entweder [M und nicht-WM (Wenn A2, dann M)] oder [D und nicht-WD (Wenn A2, dann D)] - Neu: das ist selbstbezüglich - Problem: dann weiß man am Dienstag (Wenn A2, dann D) daß A2 falsch ist.
Sai V 150
echte Wissensparadoxie/Sainsbury: A3 W (nicht-A3) Bsp Man weiß, dass die Ankündigung falsch ist - so kommen wir zu MV 3 (...) u.a.: "was bewiesen wird, wird gewusst". - MV 3: 1. Angenommen, A3 - 2. W (nicht A3) (Definition von A3) -3. Nicht-A3 (was gewusst wird, ist wahr) - 4. Wenn A3, dann nicht A3 - (1-3 zusammengefasst) - 5. Nicht-A3 (nach 4.) - . Nicht-W (nicht-A3) (nach 5. + Definition von A3) - 7. W (nicht-A3) - (5. + was bewiesen ist, wird gewusst). - 6 und 7. widersprechen sich.
V 160
locus classicus: Montague/Kaplan.
Sai V 155
Glaubensparadoxie/Sainsbury: G1 a glaubt nicht, was G1 sagt. - Wenn a G1 glaubt, dann kann er verstehen, dass er etwas Falsches sagt. - Das enthält zwei Annahmen: 1) Dass a verstehen kann, dass G1 falsch ist, wenn er an es glaubt, und wahr, wenn er nicht an es glaubt - 2) Dass a verstehen wird, was er verstehen kann - jetzt kann man unter Einsetzen von Vernünftigkeit, Selbstbewusstsein, sowie Geschlossenheit und Verstehen die Paradoxie analog zur Wissensparadoxie konstruieren.
V 156
Selbstbewusstsein: Wenn G(f), dann G[G( f)]. - Vernünftigkeit: Wenn G(f) dann nicht-G (nicht-G). - Geschlossenheit: Wenn G(wenn f, dann y) und G(nicht-y), dann G(nicht-f). - Obwohl Glauben nicht Wissen beinhaltet, kann man die gleich Paradoxie konstruieren.
V 160/61
Wissen/Glauben/Wissensparadoxie/Sainsbury: es gibt eine Diskussion, ob Wissen bzw. Glauben korrekt durch einen Operator oder ein Prädikat wiedergegeben werden sollte. - Bsp Operator: A1 ist wahr . - Bsp prädikativ: wird es mit Namen von Ausdrücken zu tun haben, statt mit deren Gebrauch. Montague/Kaplan: prädikative Version, um auszuschließen, dass Operatoren die Schuld haben.
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 16 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
Verstehen Paradox Putnam Vs Derrida, J. III 96 ff
Die typischen Vertreter des >Relativismus glauben paradoxerweise, sie hätten so etwas wie eine metaphysische Entdeckung gemacht. Dekonstruktivismus/Derrida/Putnam: dieser vollzieht ihr den Schritt vom Relativismus zum Nihilismus. Der Wahrheitsbegriff sei inkohärent und gehöre einer " Metaphysik der Präsenz " an (Derrida). Derrida, angeblich: "der Begriff der Wahrheit ist inkonsistent, aber absolut unerlässlich!"
PutnamVsDerrida: was soll das heißen, jeder Gebrauch des Wortes " wahr " enthalte einen Widerspruch?
III 97
Das Scheitern einer Vielzahl einander ausschließender philosophischer Erklärungen des Wahrheitsbegriff ist etwas völlig anderes als das Scheitern des Wahrheitsbegriffs selbst! Wittgenstein: das Scheitern einer Vielzahl verschiedener philosophischer Analysen der Gewissheit ist etwas anderes als das Scheitern des normalen Begriffs der Gewissheit.

PutnamVsDerrida: aber der Zusammenbruch eines bestimmten Weltbildes ist noch lange kein Zusammenbruch der Begriffe von Repräsentation und Wahrheit. Denn wenn man diese metaphysische Tradition mit unserem Leben und unsere Sprache gleichsetzt, verleiht man der Metaphysik eine ganz und gar übertriebene Bedeutung.

DerridaVsSaussure: heißt das gut, er kritisiert Saussure nur, dass er nicht weitergegangen ist und den Begriff des Zeichens ganz hat fallen lassen.
III 163
PutnamVsDerrida: dabei übersieht Derrida, dass Saussures Denken ein utopisches Projekt zu Grunde lag. Man hatte gehofft, eine stringente wissenschaftliche Erklärung des Bedeutungsbegriffs geben zu können. Diese Hoffnung ist gescheitert, aber wir sind keineswegs zu der abwegigen Auffassung gezwungen, niemand könne eine Sprache außer dem eigenen Idiolekt Verstehen. Auch Derrida selbst geht nicht so weit. Er erkennt die Unerlässlichkeit von Übersetzungen durchaus an.
III 164
Lösung/Putnam: die Alternative zu Saussures Anschauung besteht darin, dass man den Begriff "Bedeutungsgleichheit" beibehält und gleichzeitig einsieht, dass er nicht im Sinne der Selbstidentität von Gegenständen namens "Bedeutung" oder "Signifikat" interpretiert werden darf.
III 165
Kann es sein, dass Derrida den gleichen Fehler macht wie Jerry Fodor? Er zieht nicht einmal die Möglichkeit in Betracht, dass die beim Übersetzen angestrebte Art von "Bedeutungsgleichheit " eine interessenrelative (aber trotzdem durchaus reale) Beziehung sein könnte, die ein normatives Urteil voraussetzt, also ein Urteil über das, was im Einzelfall vernünftig ist.
III 168
Derrida/Putnam: seine Einstellung ist sehr viel schwieriger dingfest zu machen. (DerridaVsLogozentrismus.) Derrida selbst betont, die logozentrische Zwickmühle sei keine "Pathologie" für die er ein Heilmittel anzubieten habe. Wir müssen schicksalhaft in diese Zwickmühle geraten.
Von seinen linksgerichteten Anhängern ist Derrida oft so interpretiert worden, als rechtfertigte das sogar eine durchgängige Ablehnung des Gedankens der rationalen Begründung.
Fälschung/Bernstein: "Man kann ja nicht alles Beliebige verfälschen".
Richard BernsteinVsDerrida: was haben die Texte Derridas an sich, das diese doppelte Lesart gestattet, ja geradezu herausfordert? Es ist doch schließlich so, dass man "nicht alles Beliebige verfälschen kann".
III 171
PutnamVsDerrida: Derridas Zwickmühle ist eine in die jene geraten, die zwar nicht "verantwortungslos" sein wollen, aber zugleich die Begriffe der Vernunft und der Wahrheit "problematisieren ", indem sie lehren, dass diese Begriffe gescheitert sind. Seine Schritte laufen darauf hinaus, dass die Begriffe "Begründung", "kräftiger Grund", "Rechtfertigung" und dergleichen in erster Linie einem repressiven Gebaren entsprechen. Und diese Anschauung ist tatsächlich gefährlich, denn sie bietet allen möglichen linken wie rechten Extremisten Hilfe und Trost.

I (a) 22
PutnamVsDerrida: dessen Kritik am "Logozentrismus" ist nicht nur verfehlt, sondern gefährlich. >Logozentrismus.
I (k) 266
Dekonstruktivismus/PutnamVsDerrida: hat recht, dass eine bestimmte philosophische Tradition (z.B. zweiwertige Logik) einfach bankrott ist. Diese Tradition aber mit unserem Leben und unserer Sprache zu identifizieren heißt, der Metaphysik eine vollkommen übertriebene Bedeutung zu geben. Bedeutungsgleichheit/PutnamVsDerrida: ist in Wirklichkeit eine interessenrelative! Sie enthält ein Urteil darüber, was im jeweiligen Fall vernünftig ist.
I (k) 273
PutnamVsDerrida: Dekonstruktion ohne Rekonstruktion ist Unverantwortlichkeit. >Dekonstruktivismus.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Verstehen Paradox Habermas Vs Foucault I 317
Wille zum Wissen/Foucault: greift in die Konstitution der wissenschaftlichen Diskurse ein. Er bestimmt das Ausnahme der Regeln, nach denen das Wahre von Falschen geschieden wird. (Macht). HabermasVsFoucault: die derart kaschierte Herkunft des Machtbegriffs aus dem metaphysik-kritischen Begriff des Willens zur Wahrheit und zum Wissen erklärt auch die systematisch zweideutige Verwendung der Kategorie »Macht«. Einerseits die Unschuld eines deskriptiv verwendbaren Begriffs, andererseits konstitutionstheoretischer Grundbegriff., denn der Analyse erst ihre Vernunft kritische Bedeutung verleiht.
I 318
HabermasVsFoucault: paradoxe Verbindung von positivistischen Einstellung und kritischen Anspruch.
I 320
Foucault These Macht- und Wissensformationen bilden eine unauflösliche Einheit.
I 321
HabermasVsFoucault: diese starke These lässt sich freilich nicht allein mit funktionalistischen Argumenten begründen. DF Beweis: HabermasVsFoucault: er müsste nachweisen, dass sich spezifische Machtstrategien in entsprechende wissenschaftliche Strategien der Vergegenständlichung von alltagssprachlichen Erfahrungen umsetzen und damit den Sinn der Verwendung theoretischer Aussagen über derart konstituierte Gegenstandsbereiche präjudizieren.
HabermasVsFoucault: er hat diesen Ansatz später nicht mehr aufgenommen, sonst wäre ihm nicht verborgen geblieben, dass in den Humanwissenschaften objektivistische Ansätze in den siebziger Jahren längst nicht mehr das Feld beherrschen. Sie konkurrieren vielmehr mit hermeneutischen und kritischen Ansätzen.
I 322
HabermasVsFoucault: seine Genealogie tritt in einer verwirrenden Doppelrolle auf: einerseits empiristische Rolle einer Analyse von Machttechnologien, einerseits transzendentale Rolle der selben Analyse von Machttechnologien, die erklären sollen, wie wissenschaftlicher Diskurse überhaupt möglich sind. Das Zusammenzwingen des idealistischen Gedankens der transzendentalen Synthesis mit empiristischer Ontologie ist kein Ausweg aus der Subjektphilosophie: der Machtbegriff ist der Bewusstseinsphilosophie selber entnommen!
I 323
HabermasVsFoucault: er kehrt die Wahrheitsabhängigkeit von Macht kurzerhand in die Machtabhängigkeit von Wahrheit um! Die Macht wird subjektlos. HabermasVsFoucault: niemand entkommt jedoch den begrifflichen Zwängen der Subjektphilosophie schon dadurch, daß er an den Grundbegriffen Umkehrungsoperationen durchführt.
I 324
HabermasVsFoucault: seine Genealogie entpuppt sich genau als jene präsentistische, relativistische und kryptonormative Scheinwissenschaft, die sie nicht sein will! Sie endet in heillosem Subjektivismus.
I 325
HabermasVsFoucault: 1. unfreiwilliger Präsentismus 2. unvermeidlicher Relativismus einer Gegenwartsbezogenen Analyse, die sich selbst nur noch als kontextabhängiges praktisches Unternehmen verstehen kann. 3. willkürliche Parteilichkeit einer Kritik, die ihre normativen Grundlagen nicht ausweisen kann. (Foucault ist umständlich genug, das einzugestehen.
I 326
HabermasVsFoucault: auch der radikale Historist kann Machttechnologien und Herrschaftspraktiken nur im Vergleich miteinander und keineswegs jede einzelne als eine Totalität jeweils aus sich selber erklären.
I 327
HabermasVsFoucault: verfängt sich in genau der Selbstbezüglichkeit, die er bekämpft: die Wahrheitsansprüche werden nicht nur auf die Diskurse, innerhalb deren sie jeweils auftreten, eingeschränkt.
I 328
Auch die Grundannahme seiner Machttheorie ist selbst bzgl., sie muß die Geltung Grundlage auch der von ihr inspirierten Forschungen zerstören.
I 330
HabermasVsFoucault: Foucaults Konzept der Macht erlaubt einen solchen privilegierten Begriff der Gegenmacht (z. B. der Arbeiter) nicht. Jede Gegenmacht erweckt sich schon im Horizonte der Macht.
I 336
Er wehrt sich gegen eine naturalistische Metaphysik, die eine Gegenmacht verdinglicht. HabermasVsFoucault: aber deshalb muss er sich eben auch auf die Frage nach den normativen Grundlagen seiner Kritik ebenfalls der Antwort enthalten.
HabermasVsFoucault: undialektisch! Einebnung zweideutiger Phänomene - (Foucault gibt Schwächen früherer Werke zu).
Rorty II 27
HabermasVsDerrida, HabermasVsHeidegger/Rorty: »Subjektphilosophie«: verfehlter metaphysischer Versuch, das Öffentliche und das Private zu kombinieren. Fehler: zu denken, dass Reflexion und Introspektion das leisten könnten, was in Wirklichkeit erst durch die Ausweitung des Diskussionsrahmens und der Teilnehmer bewirkt werden kann.
II 30
Rede/Schrift/RortyVsDerrida: seine komplexe Argumentation läuft letztlich doch auf eine Stärkung der Schrift auf Kosten der Rede hinaus.
II 32
Sprache/Kommunikation/HabermasVsDerrida: Derrida verleugnet sowohl die Existenz eines »eigensinnig strukturierten Bereichs der kommunikativen Alltagspraxis« als auch eines »autonomen Bereichs der Fiktion«. Weil er beides verleugnet, kann er beliebige Diskurse nach dem Muster der poetischen Sprache analysieren. So braucht er Sprache nicht zu determinieren.
II 33
RortyVsHabermas: Derrida ist weder genötigt noch gewillt, »Sprache überhaupt« durch irgend etwas »determiniert« sein zu lassen. Derrida könnte mit Habermas uneingeschränkt darin übereinkommen, dass sich »die welterschließende Kraft der interpretierenden Sprache ihrerseits bewähren muss«, bevor sich Metaphern literarisch einbürgern und zu sozial nützlichen Werkzeugen werden. RortyVsHabermas: er scheint vorauszusetzen, man müsse zunächst X als Sonderfall von Y nachweisen, um X als Y zu behandeln. Als ob man nicht einfach X als Y behandeln könnte, um zu sehen, was passiert!
Dekonstruktion/Rorty: Sprache ist etwas, dass aus eigener Kraft wirksam werden, außer Kontrolle geraten, sich in den Rücken fallen kann, usw..
II 35
RortyVsDekonstruktion: nichts spricht dafür, dass die Sprache dies alles kann, außer dem Versuch, Derrida zu einem riesengroßen Mann mit einem riesengroßen Thema zu machen. Das Ergebnis einer solchen Lektüre ist nicht das Erfassen von Gehalten, sondern das Platzieren von Texten in Kontexten, das Ineinanderweben von Teilen verschiedener Bücher. Das Ergebnis ist ein Verschwimmen der Gattungsgrenzen. Das heißt aber nicht, dass Gattungen nicht »wirklich« seien. Das Verweben von Fäden ist etwas anderes, als die Annahme, die Philosophie habe »bewiesen« dass Farben wirklich »unbestimmt und ambivalent« seien.
Habermas/Rorty: fragt, weshalb Heidegger und Derrida noch jene »starken« Begriffe von Theorie, Wahrheit und System verfechten, die doch seit mehr als 150 Jahren der Vergangenheit angehören.
II 36
Gerechtigkeit/Rawls These: das »Rechte« hat Vorrang vor dem »Guten«. Rawls/Rorty: demokratische Gesellschaften müssen sich nicht mit der Frage nach der »menschlichen Natur« oder den »Subjekt« befassen. Solche Themen sind hier privatisiert.
Fundament/Rorty These: es gibt keinen archimedischen Punkt, von dem aus man alles übrige kritisieren kann. Keinen Ruhepunkt außerhalb.
RortyVsHabermas: braucht einen archimedischen Punkt, um Foucault für seinen »Relativismus« zu kritisieren.
Habermas: »die für Propositionen und Normen beanspruchte Geltung transzendentaler Räume und Zeiten »tilgt Raum und Zeit««.
HabermasVsDerrida: schließt Interaktion aus.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Verstehen Paradox Schiffer Vs Grice, P.H. Avramides I 56
Täuschung/SchifferVsGrice: das Erkennen der Sprecher-Intention durch den Hörer muss zumindest teilweise der Grund für die Reaktion sein – Problem: Unterscheidung primäre Intention: "mit" der etwas geäußert wird – sekundäre: "in" der etwas geäußert wird – primäre Intention, die Reaktion hervorzurufen ist wichtig – sekundär: Bsp "indem er a äußert, meint er b" – primär/(s): "mit a meint er x".
Avramides I 60
VsGrice: Gegen-Beispiel: Bsp Prüfung, Lernen, Erinnerung, Inferenz, Unbedachte Rede, Indifferenz in Bezug auf die Hörer-Reaktion, Anschuldigung – Lösung/Grice: "aktiver Glaube", bzw. Glauben, dass der Sprecher glaubt..“ (= aktivierter Glaube, nicht Abfragen von Lernstoff) - SchifferVs: Problem: Sprecher intendieren oft gar keinen Glauben beim Hörer – Problem: dann ist die Analyse nicht länger hinreichend – Lösung: für echte Kommunikation ist notwendig, daß Glaube nicht verursacht sondern begründet wird.
Schiffer I XIX
Ausdrucks-Bedeutung/intention based semantics/intentionsgestützt/SchifferVsIBS/intention based semantics/intentionsgestützt: setzt nicht nur Kompositionalität und Relationstheorie voraus, sondern setzt auch voraus, dass Verstehen/IBS: These: ist ein inferentieller Prozess (Schlussfolgerungen)
SchifferVs: das ist dubios. Das braucht wiederum propositionales Wissen, das man klarerweise nicht hat! ((s) In Bezug auf oder als „Glaubensobjekte“).
SchifferVsGrice: damit wird das ganze Unternehmen in Verruf gebracht.
Schiffer I 248
Sprecher-Bedeutung/SchifferVsGrice: hängt auch davon ab, dass der Sprecher selbst gewillt ist, sich entsprechend zu beschreiben. Und die komplexen Bedingungen aus (S) sind einfach nicht realistisch. Sie machen jede Äußerung zu einer Falschheit, wenn man im Schema „meinen“ durch "sagen" ersetzt. Paradox der Analyse/Schiffer: rächt sich hier: IBS kann vielleicht sagen was Bedeutung ist, aber damit deckt er niemandes Begriff von Bedeutung auf. Die IBS-Analyse kann ihr Analysandum nicht durch einen dass-Satz über eine propositionale Einstellung ersetzen.
IBS/Schiffer: natürlich geht es um eine Analyse von „S meint dass p“ und nicht um "x glaubt dass S meint, dass p". Dennoch kann das als Hindernis für eine reduktive Analyse gesehen werden.
Bsp "es schneit": ist irreduzibel semantisch.
Pointe: wir können hier letztlich alle Sprecher-Intentionen weglassen! Es ist nicht von Interesse, wenn es nicht hilft, die Basis zu liefern
I 249
Für die semantischen Merkmale der Ausdrücke der natürlichen Sprache. Ausdrucks-Bedeutung/SchifferVsIBS/SchifferVsGrice: die IBS hat viel zu sagen über Sprecher-Bedeutung, aber viel zu wenig (überraschend wenig) über Ausdrucks-Bedeutung. Und das hat seinen Grund, wie wir sehen werden.

Schiffer I 264
Schiffer: These: letztendlich ist es die Weise, wie wir Zeichen und Klänge gebrauchen - nicht-semantisch und nicht-psychologisch beschrieben - die unser semantisches Wissen erklärt (gegeben die begrifflichen Rollen unserer neuronale Begriffe). SchifferVsGrice: Problem: es bleibt dabei, dass wir dieses semantische Wissen nicht in nicht-semantischen Begriffen formulieren können.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
Verstehen Paradox Habermas Vs Heidegger I 165
Subjektphilosophie: Hegel und Marx hatten sich bei dem Versuch, sie zu überwinden, in deren eigenen Grundbegriffe gefangen. Dieser läßt sich gegen Heidegger nicht erheben, wohl aber ein ähnlich schwerwiegender Einwand. Er löst sich so wenig von den Problemvorgaben des transzendentalen Bewusstseins, daß er ihre Begriffe nur auf dem Wege abstrakter Negation sprengen kann. Doch der »Brief über den Humanismus« (Resultat einer zehnjährigen Nietzscheinterpretation) beruft sich wesentlich auf Husserls Phänomenologie.
I 178
HabermasVsHeidegger: beschreitet den Weg zu einer kommunikationstheoretischen Antwort freilich nicht. Er entwertet nämlich von vornherein die Strukturen des lebensweltlichen Hintergrundes als Strukturen einer durchschnittlichen Alltagsexistenz, des uneigentlichen Daseins. Daher kann er die Analyse des »Mitseins« nicht fruchtbar machen. Mit der Analyse der Sprache beschäftigte sich erst, nachdem er seine Analysen in eine andere Richtung gelenkt hat. »Wer« des Daseins: kein Subjekt, sondern ein Neutrum, das Man.
I 179
HabermasVsHeidegger: Welt: wenn es darum geht, die Welt als Prozess aus sich selber begreiflich zu machen, fällt er in die subjektphilosophischen Begriffszwänge zurück. Denn das solipsistisch angesetzte Dasein besetzt wiederum den Platz der transzendentalen Subjektivität. Dem Dasein wird die Autorschaft für das Entwerfen der Welt zugemutet.
I 180
Die klassische Forderung der Ursprungsphilosophie nach Letztbegründung und Selbstbegründung wird nicht etwa abgewiesen, sondern im Sinne einer zum Weltentwurf modifizierten Fichteschen Tathandlung beantwortet. Das Dasein begründet sich aus sich selbst. So begreift Heidegger die Welt als Prozess wiederum nur aus der Subjektivität des Selbstbehauptungswillens. Das ist die Sackgasse der Subjektphilosophie. Dabei spielt keine Rolle, ob erkenntnistheoretischen Fragen oder Frage nach dem Sein der Primat eingeräumt wird. Die monologische Ausführung von Absichten, d.h. Zwecktätigkeit, gilt als primäre Form des Handelns. (VsKommunikation). Die objektive Welt bleibt der Bezugspunkt. (Modell der Erkenntnisbeziehung).
I 182
HeideggerVsNietzsche »Umdrehung des Platonismus«: HabermasVsHeidegger: genau dieses wendete Heidegger nun selbst als Lösung an. Er stellt die Ursprungsphilosophie auf den Kopf, ohne sich von deren Problemvorgaben zu lösen. HabermasVsHeidegger: Geradezu welthistorische Bedeutung der Kehre: Temporalisierung des Seins. Entwurzelung der propositionalen Wahrheit und Entwertung des diskursiven Denkens. Nur so kann sie den Anschein erwecken, als entginge sie den Paradoxien jeder selbstbezüglichen Vernunftkritik.
I 183
HabermasVsHeidegger: verkennt, dass der ans Seiende herangetragene Horizont des Sinnverstehens der Wahrheitsfrage nicht vorausliegt, sondern seinerseits untersteht. Ob die Gültigkeitsbedingungen faktisch erfüllt sind, sodass Sätze auch funktionieren können, hängt nicht von der Sprache ab, sondern vom innerweltlichen Erfolg der Praxis. HabermasVsHeidegger: selbst die letzte Kontrollinstanz einer wie auch immer objektiven Welt geht durch die Kehre verloren: die vorgängige Dimension der Unverborgenheit ist ein anonymes, Unterwerfung heischendes, kontingentes, den Verlauf der konkreten Geschichte präjudizierendes Seinsgeschick.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Verstehen Paradox Rorty Vs Kant I 166
Synthese/Synthesis/Kant/Rorty: Kant These: ein Objekt, etwas, auf das mehrere Prädikate zutreffen, ist immer das Ergebnis von Synthesis. RortyVsKant: Kants Konzeption des Erkennens hatte nicht die Wahrnehmung zum Modell. Unglücklicherweise verblieb er immer noch in einem cartesianischen Bezugsrahmen: er formulierte sie immer noch als Antwort auf die Frage, wie wir von inneren zum äußeren Raum gelangen können. Seine paradoxe Antwort lautete, dass der äußere Raum aus dem Material der Vorstellungen konstruiert werde. >Cartesianismus, >Dualismus.
I 169
Naturalismus/Rorty: das Nachdenken der Psychologen über Stimuli und Reaktionen. (Das ist nicht philosophisch, weil es nicht nach Ursachen sucht.) (RortyVsKant: verwechselt hier Grund und Ursache).
I 171
Kant/Rorty: sah ein, dass man das einzelne Urteil nicht mit der »Einzelheit eines sinnlich Gegebenen« gleichsetzen darf. RortyVsKant: er hätte dazu fortschreiten müssen, Erkenntnis als eine Relation zwischen Personen und >Propositionen aufzufassen. Dann hätte er den Synthesisbegriff gar nicht benötigt. Er hätte die Person als black box betrachten können.
I 173
Begriff/Rorty: wir möchten wissen, ob Begriffe Verbinder sind. VsKant: die Auskunft, sie könnten es nicht sein, wenn es nicht eine Vielzahl auf Synthesis wartender Anschauungen gäbe, hilft uns nicht weiter.
RortyVsKant: entweder Maschinerie (Synthesis) und Rohmaterial (Anschauungen) sind noumenal oder sie sind phänomenal.
a) sind die beiden phänomenal, so können wir uns ihrer bewusst sein (entgegen der Voraussetzungen der Deduktion). Sind sie
b) noumenal, so können wir nichts über sie wissen, auch nicht die Aussagen der Deduktion!
I 174
Kopernikanische Wende/RortyVsKant: sie ist für uns nicht mehr attraktiv. Denn die Aussage, Erkenntnis notwendiger Wahrheiten sei verständlicher über gemachte als über vorgefundene Gegenstände, ist von der cartesianischen Annahme abhängig, dass wir zu unserer Aktivität des Machens privilegierten Zugang haben.
IV (d) 117
Verständlichkeit/Noumenon/Ding an sich/Kant/RortyVsKant/Rorty: bei ihm wird der Begriff des Noumenon unverständlich, dadurch, dass er sagt, ein Ausdruck sei dann sinnvoll, wenn er für einen geistigen Inhalt stehe, der die Synthese sinnlicher Anschauungen durch einen Begriff bildet. ((s) Durch die Synthese von Sinnlichen zum Geistigen).
VI 256
Ethik/Moral/RortyVsKant: es wird nie gelingen, seinen guten Vorschlag zur Verweltlichung der christlichen Lehre von der Brüderlichkeit der Menschen durch neutrale Kriterien zu begründen.
VI 257
Das liegt nicht daran, dass sie nicht vernünftig genug sind, sondern dass wir in einer Welt leben, in der es schlicht zu riskant, ja häufig irrsinnig gefährlich wäre, den Sinn für die moralische Gemeinschaft so weit zu fassen, dass er über die eigene Familie oder den eigenen Stamm hinausgeht . Es nutzt nichts, im Anschluss an Kant zu sagen "erkennt den Bruder im anderen": die Leute, die wir zu überreden versuchen, werden gar nicht Verstehen.
Sie würden sich gekränkt fühlen, wenn wir verlangten, jemand, mit dem sie nicht verwandt sind, wie einen Bruder zu behandeln, oder einen Ungläubigen wie einen Gläubigen zu behandeln.
VI 263
Def "Supernaturalismus"/Santayana: die Verwechslung von Idealen und Macht. RortyVsKant: das ist der einzige Grund hinter Kants These, es sei nicht nur freundlicher, sondern auch vernünftiger, Fremde nicht auszuschließen.
RortyVsKant: Nietzsche hat ganz recht, wenn er Kants Beharren mit Ressentiment in Verbindung bringt.
VI 264
RortyVsNietzsche: völlig Unrecht hat er, wenn er das Christentum und Demokratie als Verfallserscheinung ansieht. Ihm ist mit Kant eine Vorstellung von "Reinheit" gemeinsam, die Derrida als "Phallogozentrismus" bezeichnet. Das gilt auch für Sartre:
Sartre: die vollkommene Synthese von An sich und Für sich gelingt nur, wenn man sich von dem Schleimigen, Klebrigen, Feuchten, Empfindsamen, Weibischen befreit.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Verstehen Paradox Lewis Vs Kripke, Saul A. V 251/252
Ereignis/Kennzeichnung/Beschreiben/Benennen/Lewis: wird meist durch akzidentelle Eigenschaften spezifiziert. Auch wenn es sogar klar ist, was es bedeutete ,es durch sein Wesen zu spezifizieren. Ein Ereignis trifft z.B. auf eine Kennzeichnung zu, hätte sich aber auch ereignen können, ohne auf die Beschreibung zuzutreffen.
Def Ereignis/Lewis: ist eine Klasse, die aus einer Region dieser Welt zusammen mit verschiedenen Regionen von anderen möglichen Welten (MöWe) besteht, in denen sich das Ereignis hätte ereignen können. (Weil Ereignisse immer kontingent sind).
Was der Beschreibung in einer Region entspricht, entspricht ihr nicht in einer anderen Region (einer anderen Welt).
Man kann nie ein vollständiges Inventar der möglichen Beschreibungen (Kennzeichnungen) eines Ereignisses erreichen.
1. künstliche Beschreibung: Bsp "das Ereignis, das im Urknall besteht wenn Essendon das Endspiel gewinnt, aber die Geburt von Calvin Coolidge, wenn nicht". "p > q, sonst r".
2. teils durch Ursache oder Wirkungen
3. durch Referenz auf den Ort in einem System von Konventionen Bsp Unterschreiben des Schecks
4. Vermischung von wesentlichen und akzidentellen Elementen: Singen, während Rom brennt. Bsp Tripel Eigenschaft, Zeit, Individuum, (s.o.).
5. Spezifikation durch einen Zeitpunkt, obwohl das Ereignis auch früher oder später hätte vorkommen können
6. Obwohl Individuen wesentlich involviert sein können, können akzidentell zugehörige Individuen herausgehoben werden.
7. Es kann sein, dass ein reiches Wesen eines Ereignisses darin besteht, zu schlendern, aber ein weniger fragiles (beschreibungsabhängiges) Ereignis könnte lediglich akzidentell ein Schlendern sein. ((s) Und es kann unklar bleiben, ob das Ereignis nun wesentlich durch Schlendern charakterisiert ist.)
8. Ein Ereignis, das ein Individuum wesentlich involviert, mag gleichzeitig akzidentell ein anderes Involvieren: Bsp ein bestimmter Soldat, der zufällig zu einer bestimmten Armee gehört, Das entsprechende Ereignis kann nicht in Regionen vorkommen, wo es kein Gegenstück zu diesem Soldat gibt, wohl aber, wenn es ein GS von dem Soldaten gibt, dieses aber zu einer anderen Armee gehört.
V 253
Dann wird die Armee akzidentell involviert, über die Weise ihres Soldaten. 9. Wärme: nichtstarrer Designator (nonrigid): (LewisVsKripke):
nicht starr: was immer diese Rolle hat: was immer die und die Manifestation hervorbringt.
Bsp Wärme hätte auch etwas anderes als Molekülbewegung sein können.
Lewis: in einer Welt wo Wärmefluss die entsprechenden Manifestationen hervorbringt, sind heiße Dinge solche, die eine Menge Wärmefluss haben.

Schwarz I 55
Wesen/Kontextabhängigkeit/LewisVsKripke/SchwarzVsKripke: in bestimmen Kontexten können wir durchaus fragen, Bsp wie es wäre, wenn wir andere Eltern gehabt hätten oder einer anderen Art angehörten. Bsp Statue/Ton: Angenommen, Statue und Ton existieren beide genau gleich lang. Sollen wir dann sagen, dass sie es trotz ihrer materiellen Natur schaffen, stets zu selben Zeit am selben Ort zu sein? Sollen wir sagen, dass beide gleich viel wiegen, aber zusammen nicht doppelt?
Problem: wenn man sagt, dass die beiden identisch sind, bekommt man Ärger mit den modalen Eigenschaften: Bsp Das Stück Lehm hätte auch ganz anders geformt sein können, die Statue aber nicht – umgekehrt:
I 56
Bsp Die Statue hätte aus Gold bestehen können, aber der Ton hätte nicht aus Gold bestehen können. Gegenstück Theorie/GT/Identität: Lösung: die relevante Ähnlichkeitsrelation hängt davon ab, wie wir auf das Ding Bezug nehmen, als Statue oder als Lehm.
Gegenstück Relation: Kann (anders als Identität) nicht nur vage und variabel, sondern auch asymmetrisch und intransitiv sein. (1968(1),28f): Das ist die Lösung für
Def Chisholms Paradox/Schwarz: (Chisholm, 1967(2)): Bsp Angenommen, Kripke könnte unmöglich ein Rührei sein. Aber sicher könnte er ein wenig rühreiartiger sein, wenn er ein wenige kleiner und gelber wäre! Und wäre er ein bisschen mehr so, dann könnte er auch noch mehr so sein. Und es wäre seltsam, wenn er in jener Welt nicht wenigstens ein kleines bisschen kleiner und gelber sein könnte.
GT/Lösung: weil die Gegenstückrelation intransitiv ist, folgt aber keineswegs, dass am Ende Kripke ein Rührei ist. Ein GS eines Gegenstücks von Kripke muss nicht ein Gegenstück von Kripke sein. (1986e(3),246)
I 57
KripkeVs Gegenstück-Theorie/KripkeVsLewis: Bsp wenn wir sagen „Humphrey hätte die Wahl gewinnen können“ reden wir nach Lewis eben nicht von Humphrey, sondern von jemand anderem. Und nichts könnte ihm gleichgültiger sein („he couldn’t care less“). (Kripke 1980(4),44f). Gegenstück/Gegenstücktheorie/SchwarzVsKripke/SchwarzVsPlantinga: die beiden Einwände missVerstehen Lewis: Lewis behauptet nicht, dass Humphrey die Wahl nicht hätte gewinnen können, im Gegenteil: „er hätte die Wahl gewinnen können“ steht genau für die Eigenschaft, die jemand hat, wenn eins seiner Gegenstücke die Wahl gewinnt. Diese Eigenschaft hat Humphrey, kraft seines Charakters. (1983d(5),42).
Eigentliches Problem: wie macht Humphrey das, dass er in der und der möglichen Welt die Wahl gewinnt?
Plantinga: Humphrey hätte gewonnen, wenn der entsprechenden Welt (dem Sachverhalt) die Eigenschaft des Bestehens zukäme.
Lewis/Schwarz: diese Frage hat mit den Intuitionen auf die sich Kripke und Plantinga berufen, nichts zu tun.

Schwarz I 223
Namen/Kennzeichnung/Referenz/Kripke/Putnam/Schwarz: (Kripke 1980(4), Putnam 1975(6)): These: für Namen und Artausdrücke gibt es keine allgemeinbekannte Beschreibung (Kennzeichnung), die festlegt, worauf der Ausdruck sich bezieht. These: Kennzeichnungen sind für die Referenz völlig irrelevant. Beschreibungstheorie/LewisVsKripke/LewisVsPutnam/Schwarz: das wiederlegt nur die naive Kennzeichnungstheorie, nach der biographische Taten aufgelistet werden, die dem Referenten notwendig zukommen sollen.
Lösung/Lewis: seine Beschreibungstheorie der Namen erlaubt, dass Bsp „Gödel“ nur eine zentrale Komponente hat: nämlich dass Gödel am Anfang der Kausalkette steht. Damit steht die Theorie nicht mehr im Widerspruch zur Kausaltheorie der Referenz. (1984b(7),59,1994b(8),313,1997c(9),353f,Fn22).
((s)Vs: aber nicht die Kennzeichnung „steht am Anfang der Kausalkette“, denn das unterscheidet einen Namen nicht von irgendeinem anderen. Andererseits: „am Anfang der Gödel Kausalkette“ wäre nichtssagend.)
Referenz/LewisVsMagische Theorie der Referenz: wonach Referenz eine primitive, irreduzible Beziehung ist, (vgl. Kripke 1980(4),88 Fn 38), so dass wir, selbst wenn wir alle nicht semantischen Tatsachen über uns und die Welt wüssten, immer noch nicht wüssten, worauf unsere Wörter sich beziehen, nach der wir dazu spezielle Referenz-o-Meter bräuchten, die fundamentale semantische Tatsachen ans Licht bringen.
Wenn die magische Theorie der Referenz falsch ist, dann genügt nicht semantische Information im Prinzip, um uns zu sagen, worauf wir uns mit Bsp „Gödel“ beziehen: „wenn die Dinge so und so sind, bezieht sich „Gödel“ auf den und den“. Daraus können wir dann eine Kennzeichnung konstruieren, von der wir a priori wissen, dass sie Gödel herausgreift.
Diese Kennzeichnung wird oft indexikalische oder demonstrative Elemente enthalten, Verweise auf die wirkliche Welt.
I 224
Referenz/Theorie/Namen/Kennzeichnung/Beschreibungstheorie/LewisVsPutnam/LewisVsKripke/Schwarz: Bsp unsere Bananen Theorie sagt nicht, dass Bananen zu allen Zeiten und in allen möglichen Welten im Supermarkt verkauft werden. Bsp unsere Gödel Theorie sagt nicht, dass Gödel in allen möglichen Welten Gödel heißt. ((s) >Deskriptivismus). (KripkeVsLewis: doch: Namen sind starre Designatoren). LewisVsKripke: bei der Auswertung von Namen im Bereich von Temporal und Modaloperatoren muss man berücksichtigen, was in der Äußerungssituation die Kennzeichnung erfüllt, nicht in der Welt oder in der Zeit, von der gerade die Rede ist. (1970c(12),87,1984b(8),59,1997c(9),356f)
I 225
A posteriori Notwendigkeit/Kripke/Schwarz: könnte es nicht sein, dass Wahrheiten über Schmerzen zwar auf physikalisch biologischen Tatsachen supervenieren und damit notwendig aus diesen folgen, dass uns diese Beziehung aber nicht a priori oder durch Begriffsanalyse zugänglich ist? Die Reduktion von Wasser auf H2O ist schließlich nicht philosophisch, sondern wissenschaftlich. Schwarz: wenn das stimmt, macht sich Lewis die Arbeit unnötig schwer. Als Physikalist müsste er nur behaupten, dass phänomenale Begriffe in nicht phänomenalem Vokabular analysierbar sind. Man könnte auch die Analyse von Naturgesetzen und Kausalität sparen. Er könnte einfach behaupten, diese Phänomene folgten notwendig a posteriori aus der Verteilung lokaler physikalischer Eigenschaften.
A posteriori notwendig/LewisVsKripke: das ist inkohärent: dass ein Satz a posteriori ist, heißt, dass man Information über die aktuelle Situation braucht, um herauszufinden, ob er wahr ist. Bsp Dass Blair der tatsächliche Premierminister ist (tatsächlich eine a posteriori Notwendigkeit) muss man wissen, dass er in der aktuellen Situation Premierminister ist,
I 226
was wiederum eine kontingente Tatsache ist. Wenn wir genügend Information über die ganze Welt haben, könnten wir im Prinzip a priori entnehmen, dass Blair der tatsächliche Premierminister ist. A posteriori Notwendigkeiten folgen a priori aus kontingenten Wahrheiten über die aktuelle Situation. (1994b(8),296f,2002b(10), Jackson 1998a(11): 56 86), s.o. 8.2)


1. David Lewis [1968]: “Counterpart Theory and Quantified Modal Logic”. Journal of Philosophy, 65:
113–126.
2. Roderick Chisholm [1967]: “Identity through Possible Worlds: Some Questions”. Noˆus, 1: 1–8 3. David Lewis [1986e]: On the Plurality of Worlds. Malden (Mass.): Blackwell
4. Saul A. Kripke [1980]: Naming and Necessity. Oxford: Blackwell
5. David Lewis [1983d]: Philosophical Papers I . New York, Oxford: Oxford University Press
6. Hilary Putnam [1975]: “The Meaning of ‘Meaning’ ”. In [Gunderson 1975], 131–193
7. David Lewis [1984b]: “Putnam’s Paradox”. Australasian Journal of Philosophy, 61: 343–377
8. David Lewis [1994b]: “Reduction of Mind”. In Samuel Guttenplan (Hg.), A Companion to the Philosophy of Mind, Oxford: Blackwell, 412–431
9. David Lewis [1997c]: “Naming the Colours”. Australasian Journal of Philosophy, 75: 325–342
10. David Lewis [2002b]: “Tharp’s Third Theorem”. Analysis, 62: 95–97
11. Frank Jackson [1998a]: From Metaphysics to Ethics: A Defence of Conceptual Analysis. Oxford: Clarendon Press
12. David Lewis [1970c]: “How to Define Theoretical Terms”. Journal of Philosophy, 67: 427–446.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Verstehen Paradox McDowell Vs Kripke, Saul A. I 119
Bedeutung/McDowell: wir dürfen sie nicht "sozialpragmatisch" oder "kommunitaristisch" konstruieren. (hat Wittgenstein auch nicht). Sonst ist sie nicht mehr autonom. Ungezügelter Platonismus wäre hier ein Hang zum Okkulten.
Wittgenstein: hat nicht behauptet, dass Bedeutung nichts anderes wäre als Zustimmung oder Ablehnung durch die Gemeinschaft.
I 120
Kripkes Wittgenstein/McDowellVsKripke: kommt zu dem Ergebnis, dass es nichts gibt, was die Empfänglichkeit für die Forderung konstituiert, die die Bedeutung an uns stellt, statt dessen müssen wir die Rolle des Gedankens in unserem Leben mittels unserer Partizipation in der Gemeinschaft verstehen. Quietismus/Wittgenstein/McDowellVsKripke: dieser nimmt Wittgensteins Quietismus nicht wahr: seine Haltung, Probleme als unlösbar zu akzeptieren. Ablehnung einer konstruktiven oder doktrinären Ambition.

Wright I 264
McDowells Wittgenstein: möchte Fluchtweg aus der Debatte erschließen. Regelfolgen/Kripke: bei Wittgenstein: "Skeptisches Paradox": macht jede Möglichkeit zunichte, dass Regeln und Bedeutungen reale Einschränkungen umfassen.
Wright: Am Ende bleibt der Versuch, sich mit der Charybdis über Wasser zu halten.
McDowellVsKripke: Irrtum, die Zerstörung der Skylla (Platonismus, göttlicher Standpunkt) als Kern der logischen Auseinandersetzung über Regeln zu Verstehen. In Wirklichkeit handelt es sich bei der Zerstörung bloß um einen logischen Satz.
McDowell: Wittgensteins Anliegen war, zu zeigen, dass beide Hörner auf einer überhöhten Konzeption von Tatsache und Objektivität beruht.
Kripkes Wittgenstein/Wright: McDowell wird Kripke nicht in allen Punkten gerecht.
I 265
Es ist nicht klar, ob die skeptische Argumentation auf die Zerstörung der Skylla (göttlicher Standpunkt, Überbewertung der Regeln) beschränkt werden kann. "Skeptisches Paradox": 1. Schritt: Debatte über irgendeine Scheinbehauptung. Bsp dass ich in der Vergangenheit mit "+" formal Addition gemeint habe. Dann muss ich das gegen einen Skeptiker verteidigen.Nun sollte man folgern, dass auch dann, wenn ich diesen Streit verlöre, keinerlei Schlussfolgerung über die Realität von Bedeutungen, Regeln usw. absehbar wäre. Also wäre die Epistemologie von Behauptungen über Bedeutung unter dem Druck der Skepsis um nichts verständlicher als die Epistemologie der Vergangenheit oder der materiellen Welt oder des Fremdpsychischen es immer noch ist.
Das wäre jedoch ein Irrtum!
Tradition: beharrt auf der grundsätzlichen Unzugänglichkeit des Fremdpsychischen.
Daher muss die Auseinandersetzung mit Kripkes Skeptiker unter den Bedingungen kognitiver Idealisierung vor sich gehen.
Bsp Bei dem Versuch zu rechtfertigen, dass ich in der Vergangenheit mit "+" Addition meinte, wird mir die vollkommene Wiedergabe aller Aspekte meines mentalen Lebens zugestanden. Alle relevanten Tatsachen müssten sich ja in meinem Verhalten und mentalen Leben zeigen, und daher für mich greifbar sein.
Wenn ich nun trotzdem verliere, zeigt sich damit, dass es keine solchen Tatsachen gibt.
Daraus wird dann gefolgert, dass es auch keine Tatsachen mit Bezug darauf gibt, was ich in der Gegenwart meine! Und was irgend jemand in der Gegenwart meint! Und daher auch keine Tatsachen mit Bezug darauf, was irgend ein Ausdruck bedeutet! (> Bedeutung/McDowell).
I 266
Wright: In der Argumentation tritt keinerlei Überobjektivierung des Wesens der Regeln als Prämisse auf! Einzige Annahme: dass Tatsachen über meine früheren Bedeutungen in meinem Verhalten aufgetreten sein müssen.

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell
Verstehen Paradox Schwarz Vs Lewis, David Schwarz I 31
Personale Identität/SchwarzVsLewis: sein Kriterium ist nicht präzise und liefert in interessanten Fällen keine Antwort. Bsp Kontinuität nach Gehirnoperation usw. Aber das will Lewis auch nicht. Unser (vager) Alltagsbegriff soll nur explizit gemacht werden. Beamen/Teleportation/Verdopplung/Lewis: das alles wird von seiner Theorie erlaubt.

Schwarz I 60
Identität/Lewis/zentrierte Welt/MöWe/Schwarz: mein Wunsch, jemand anderer zu sein, bezieht sich vielleicht nicht auf die ganze Welt, sondern nur auf meine Lage in der Welt. Bsp Zwillingserde/Schwarz: einer von beiden Planeten wird morgen gesprengt, den beiden Möglichkeiten (dass wir auf dem einen oder dem anderen sind) entsprechen aber nicht zwei Welten! Detailkenntnis würde nicht helfen herauszufinden, wo wir sind, da beide gleich sind. ((s) also keine „zentrierte Welt“). Eigentlich wollen wir wissen, wo wir selbst uns in dieser Welt befinden. (1979a(1),1983b(2),1986e(3):231 233).
SchwarzVsLewis: sagt zu wenig über diese perspektivischen Möglichkeiten. Es reicht hier nicht, mehrere Gegenstücke (GS) in einer Welt zuzulassen. Es sollte nicht nur möglich sein, dass Humphrey genauso ist wie der tatsächliche Nixon, er sollte auch abweichen dürfen. Humphrey darf also kein GS von sich selbst sein. (>irreflexive GR, >S.u. Abschnitt 9.2. „doxastische GS“.
Ähnlichkeitsrelation. Egal welche Aspekte man beton: Nixon wird Humphrey nie ähnlicher sein als er sich selbst.

Schwarz I 100
fundamentale Eigenschaften/SchwarzVsLewis: dieser scheint zu schwanken, ob er die fE zur begrifflichen Basis für die Reduktion aller Prädikate und letztlich aller Wahrheiten bilden sollen, oder nur eine metaphysische Basis, auf der alle Wahrheiten supervenieren. (>Supervenienz, >Reduktion).
Schwarz I 102
Natürlichkeit/natürlich/Eigenschaft/Inhalt/Lewis: der tatsächliche Gehalt ist dann der natürlichste Kandidat, der zum Verhalten passt. „giftig“ ist keine perfekt natürliche Eigenschaft (PnE), aber natürlicher als „weiter als 3,78 Lichtjahre entfernt“ und gesund und weniger entfernt und giftig“. Natürlichkeit/Maß/Lewis: (1986e(3), 61,63,67 1984b(4), 66): die Natürlichkeit einer Eigenschaft ist durch die Komplexität oder Länge ihrer Definition durch perfekt natürliche Eigenschaften bestimmt.
PnE: sind immer intrinsisch und alle ihre Booleschen Kombinationen bleiben es.
Problem: extrinsische Eigenschafen drohen, unnatürlich zu wirken. Außerdem wäre Bsp „Rot oder Frühstück“ viel komplizierter zu erklären, als Bsp „Hat Ladung –1 oder eine Masse, dessen Wert in kg eine Primzahl ist. (Obwohl sie nach der Definition unnatürlicher zu sein scheint).
Natürlichkeit/Eigenschaft/Lewis: (1983c(5),49): eine Eigenschaft ist um so natürlicher, je mehr sie wohlumgrenzten Dingen zukommt. Vs: dann ist Bsp „Wolke“ weniger natürlich als Bsp „Tisch in der Umgebung eines Kernkraftwerks oder Uhr, die 7:23 anzeigt“.
Schw I 103
Natürlichkeit/Eigenschaften/Lewis: (1983c(5),13f): Natürlichkeit könnte auf Ähnlichkeit zwischen Eigenschaften zurückgeführt werden: Bsp eine Klasse ist umso natürlicher, je mehr die Eigenschaften ihrer Elemente sich ähneln. Ähnlichkeit: Lewis verweist auf Armstrong: Ähnlichkeit zwischen Universalien 1978b(6),§16.2,§21, 1989b(7): §5.111997 §4.1). Letztlich LewisVs.
Natürlichkeit/Lewis/Schwarz: (2001a(8),§4,§6): schlägt Test für Natürlichkeit vor, der auf Ähnlichkeit zwischen Einzeldingen beruht.: Koordinatensystem: „intrinsische“ und „extrinsische“ Achse. Eine Eigenschaft ist dann um so natürlicher, je dichter und kompakter die entsprechende Region ist.
Problem: 1. das setzt graduelle Ähnlichkeit voraus und kann daher auch nicht gut zur Definition gradueller Natürlichkeit verwendet werden.
2. die pnE kommen ziemlich unnatürlich heraus, denn die Instanzen gleichen einander oft nicht stark. Bsp wenn eine bestimmte Masse Eigenschaft perfekt natürlich ist, dann bilden alle Dinge mit dieser Masse eine perfekt natürliche Klasse, egal wie unähnlich sie einander sind.
SchwarzVsLewis: er zeigt Unterscheidungen zwischen natürlichen und weniger natürlichen Eigenschaften in verschiedenen Bereichen, zeigt aber nicht, dass die Unterscheidung immer dieselbe ist.
Natürlichkeit/SchwarzVsLewis: könnte auch von Interessen und biologischer Ausprägung abhängen. Und dennoch können die verschiedenen Arten von Natürlichkeit auf verschiedene Weise – durch perfekte Natürlichkeit bestimmt sein. Das heißt aber nicht viel, weil bei Lewis alles per definitionem durch die Verteilung der pnE bestimmt ist. ((s) >Mosaik).
Schwarz I 122
Natürlichkeit/SchwarzVsLewis: nicht sinnvoll anzunehmen, sie sei objektiv, unabhängig davon, wie natürlich sie uns erscheint. Lewis hat objektive Natürlichkeit als metaphysische Grundlage für qualitative, intrinsische Ähnlichkeit und Verschiedenheit eingeführt, dafür dass manche Dinge sich gleichen wie Eier und andere nicht. (s.o. 5.2). Intrinsische Ähnlichkeit: sowie qualitativer Charakter und Duplikation: diese Begriffe sollen nach Lewis unsere vertrauten Begriffe sein.
SchwarzVsLewis: wenn objektive Natürlichkeit aber zur Unterscheidung unserer Meinungen über Ähnlichkeit zu erklären, kann man nicht mehr sinnvoll in Frage stellen, ob die Unterscheidung eben dies leistet.
Also: zwar gibt es mögliche Wesen (oder Welten) deren Prädikate relativ unnatürliche Eigenschaften ausdrücken und sich deshalb über Naturgesetze irren, ohne dass sie den Irrtum entdecken können. Doch wir können a priori sicher sein, dass wir nicht zu ihnen gehören.
Problem: die anderen Wesen können ihrerseits glauben, a priori sicher zu sein, dass ihre physikalischen Prädikate relativ natürlich sind.
Lösung: aber sie (und nicht wir) unterlägen dabei einem Irrtum, vorausgesetzt, „natürlich“ bedeutet in ihrem Mund dasselbe wie bei uns. ((s) aber genauso könnten wir bloß glauben, keinem Irrtum zu unterliegen. Bzw. wir wissen gar nicht ob wir „wir“ oder „die“ sind.).
Schwarz: hier zeigt sich eine Spannung in unserem Begriff der Naturgesetze (NG):
a) einerseits ist klar, dass wir sie empirisch erkennen können,
b) andererseits sollen sie in einem starken Sinn objektiv sein, unabhängig von unseren Standards und Begriffen.
Problem: Wesen mit anderen Standards können mit denselben empirischen Daten zu ganz anderen Urteilen über NG kommen.
Schwarz I 134
Ereignis/SchwarzVsLewis: vielleicht besser: Ereignisse doch als die Regionen selbst oder die Dinge in den Regionen: dann kann man Bsp den Flug von der Rotation des Balls unterscheiden. Dem scheint Lewis später auch zugeneigt gewesen zu sein. (2004d)(9). Lewis: Bsp der Tod eines Menschen der in einen völlig leeren Raum geworfen wird, wird nicht durch etwas verursacht, das in diesem Raum geschieht, weil da ja nichts ist. Wenn aber Ereignisse Klassen von Raumzeiten Regionen sind, könnte ein Ereignis auch eine leere Region enthalten.
Def Qua Ding/Lewis/Schwarz: spätere Theorie: “Qua-Dinge” (2003)(10): Bsp „Russell qua Philosoph“: (1986d(9a.),247): Klassen von Gegenstücken – dagegen:
LewisVsLewis: (2003)(10) Russell qua Philosoph und Russell qua Politiker und Russell sind identisch. Dann liegt der Unterschied in kontrafaktischen Kontexten an der durch die jeweilige Beschreibung bestimmte Gegenstück Relation. Das sind dann intensionale Kontexte. (ähnlich 1971(11)). kontrafaktische Asymmetrie/Lewis/Schwarz: Lewis’ Analyse setzt Ähnlichkeit zwischen MöWe voraus.
HorwichVsLewis: (1987(12),172) sollte erklären, warum er an dieser barocken Abhängigkeit interessiert ist.
Problem/SchwarzVsLewis: bisher liefert die Analyse immer noch falsche Ergebnisse Bsp Verursachung späterer durch frühere Ereignisse.

Schwarz I 139
Konjunktive Ereignisse/SchwarzVsLewis: er sieht nicht, dass dasselbe auch für konjunktive Ereignisse gilt. Bsp seien A,B,C,D beliebige Ereignisse, so dass A B verursacht und C D. Wenn es ein Ereignis B & C gibt, das genau dann eintritt, wenn sowohl B als auch C geschehen, dann ist A die Ursache von D: ohne A wäre B nicht geschehen, also auch nicht B & C. Ebenso wäre D nicht geschehen, ohne B & C. Da Verursachung transitiv ist, verursacht folglich jede beliebige Ursache jede beliebige Wirkung. Anmerkung: nach Voraussetzung wäre D ohne C nicht geschehen, aber vielleicht ist die nächste mögliche Welt (MöWe), in der B & C fehlt, eine, in der C trotzdem stattfindet? Nach Lewis soll die nächste MöWe aber eine sein, wo die fehlende Ursache völlig ausgelöscht ist.
Schwarz: man kann sicher nicht alle konjunktiven Ereignisse ausschließen. Bsp ein Gespräch oder Bsp ein Krieg setzt sich aus vielen Ereignissen zusammen und kann dennoch als Ganzes Ursache oder Wirkung sein. Lewis (2000a(13),193) gebraucht sogar ziemlich unnatürliche Konjunktionen von Ereignissen, um Einwänden zu entgehen: Bsp Konjunktion aus dem Gehirnzustand einer Person und einer Entscheidung einer anderen Person.
Abwesenheit/Lewis/Schwarz: weil Lewis keine harmlosen Entitäten findet, die als Abwesenheiten in Frage kommen, leugnet er ihre Existenz: sie sind keine Ereignisse, sie sind überhaupt nichts, da gibt es nichts relevantes. (2000a(13), 195).
SchwarzVsLewis: aber wie passt das mit den Mooreschen Tatsachen zusammen? Wie kann eine Relation instantiiert sein, deren Relata nicht existieren?
Mooresche Tatsachen/Schwarz: Bsp dass Abwesenheiten oft Ursachen und Wirkungen sind. Etwas, das zu bestreiten nur Philosophen in den Sinn kommt.
I 142
Einfluss/SchwarzVsLewis: Problem: Beeinflussung vergangener Ereignisse durch zukünftige. Bsp Hätte ich schon vor einer halben Minute aus der Tasse getrunken, dann wäre jetzt ein bisschen weniger Tee in der Tasse, und je nachdem, wie viel Tee ich vor einer halben Minute getrunken hätte, wie warm der Tee damals war, wohin ich die Tasse dann stellte, je nachdem wäre auch die jetzige Situation ein wenig anders. Nach Lewis’ Analyse ist mein zukünftiges Teetrinken daher eine Ursache dafür, wie der Tee jetzt vor mir steht. Da die Vorkommnisse des Trinkens einander wahrscheinlich sehr ähnlich sind, ist der Einfluss um so größer. Er ist aber im Gegensatz zum Mond nicht kausal.
Schwarz I 160
Wissen wie/SchwarzVsLewis: es ist nicht ganz korrekt, dass der phänomenale Charakter kausal wirkungslos sein muss, wenn die Mary und Zombie Argumente durchgehen. Für kausale Wirksamkeit reicht es aus, wenn Mary auf ein phänomenal anderes Erlebnis anders reagiert hätte ((s) >Kontrafaktisches Konditional, >kontrafaktisch). Dualismus/Schwarz: das kann man als Dualist akzeptieren. Dann kann man phänomenal Eigenschaften wie fundamentale physikalische Eigenschaften Verstehen. Dass es dann (wie oben Bsp Ladung 1 und Ladung 1 tauschen ihre Rollen in möglichen Welten (MöWe)): möglich ist, dass in verschiedenen MöWe die phänomenalen Eigenschaften ihre Rollen getauscht haben, bedeutet nicht, dass sie kausal irrelevant sind! Im Gegenteil: ein Teilchen mit getauschter Ladung würde sich anders verhalten.
Lösung: denn eine mögliche Welt (MöWe), in der das Teilchen eine andere Ladung hat und diese Ladung eine andere Rolle spielt, ist unserer wirklichen Welt sehr unähnlich! Weil dort andere Naturgesetze herrschen. ((s) Ist hier wesentlich, dass außer der geänderten Ladung auch noch zusätzlich die Rollen getauscht wurden? s.o.: >Quidditismus)
SchwarzVsLewis: dieser muss nur akzeptieren, dass Unterschiede in fundamentalen Eigenschaften sich nicht immer in kausalen Unterschieden wiederfinden. Mehr muss man auch nicht akzeptieren, um Mary den Erwerb neuer Information zuzugestehen.

Schwarz I 178
Gehalt/Individuation/Lösung/LewisVsStalnaker: (1983b(2),375,Fn 2, 1986e(3),34f) eine Person kann manchmal mehrere verschiedene Meinungssysteme haben! Bsp Split Brain Patienten: Zur Erklärung von Handbewegungen auf einen Gegenstand zu, den der Patient zu sehen leugnet. Dann kann man Rechnen und logische Folgerung als Zusammenführen getrennter Überzeugungsfragmente auffassen.
Wissen/Glauben/notwendige Wahrheit/Allwissenheit/SchwarzVsLewis/SchwarzVsFragmentierung: Problem: auch innerhalb von Lewis’ Theorie ist Fragmentierung nicht so leicht zu bekommen, weil die Alltagspsychologie sie nicht bevorzugt.
Schwarz I 179
Bsp bei inkonsequentem Verhalten oder bei Lüge nehmen wir nicht ein fragmentiertes Überzeugungssystem an. Wir nehmen eher an, dass jemand seine Überzeugungen ändert oder jemand absichtlich in die Irre führen will. Bsp wenn jemand nicht den besten Schachzug vollzieht, muss das nicht an Fragmentierung liegen. Man sollte echte Unkenntnis kontingenter Wahrheiten statt scheinbare Unkenntnis notwendiger Wahrheiten annehmen. Fragmentierung hilft auch nicht bei mathematischen Wahrheiten, die in jedem Fragment wahr sein müssen: Frieda lernt nichts neues, wenn sie endlich herausfindet, dass 34 die Wurzel aus 1156 ist. Dass sie den entsprechenden Satz vorher bestritt, lag an einer Beschränkung ihrer kognitiven Architektur.
Wissen/Schwarz: wie auch immer unser Gehirn funktioniert, ob in Form von Karten, Sätzen oder neuronalen Netzen – es bedarf gelegentlich einigen Aufwands, die gespeicherte Information abzurufen.
Allwissenheit/VsMöWe/Gehalt/VsLewis/Schwarz: der Einwand der logischen Allwissenheit ist der häufigste Einwand gegen die Modellierung mentalen und sprachlichen Gehalts durch MöWe bzw. mögliche Situationen.
SchwarzVsVs: hier tritt bloß ein Problem besonders hervor, das alle anderen Ansätze genauso betrifft.

Schwarz I 186
Wert/Moral/Ethik/VsLewis/Schwarz: größter Nachteil seiner Theorie: ihr latenter Relativismus. Was Leute unter Umständen wünschen, ist kontingent. Es gibt mögliche Wesen, die nicht Glück wünschen. Viele Autoren haben die Intuition, dass Werturteile objektiver sein sollten. Lösung/Lewis: nicht nur wir, sondern alle möglichen Personen sollten unter idealen Bedingungen dasselbe wertschätzen. Bsp wenn dann jemand Sklaverei gutheißt, sollte es daran liegen, dass ihm die Sache nicht wirklich klar vor Augen ist. Moralische Meinungsverschiedenheiten wären dann prinzipiell immer lösbar. ((s) >Kognitive Defizienz/Wright).
LewisVsLewis: das trifft unsere Intuitionen zwar besser, aber es gibt leider keine so definierten Werte,. Leute mit anderen Dispositionen sind möglich.
Analogie zur Situation bei objektiver Wschk (s.o. 6.5): es gibt nichts, was all unsere Annahmen über echte Werte erfüllt, aber es gibt etwas, was dem nahe kommt, und das ist gut genug. (1989b(14),90 94).
Wert/wirkliche Welt/WiWe/Lewis: es ist auch völlig offen, ob es in der WiWe Leute mit völlig anderen Wert Dispositionen gibt. D.h. aber nicht, dass wir sie nicht überzeugen könnten.
Relativismus/Werte/Moral/Ethik/Lewis/Schwarz: Lewis heißt eine andere Art Relativismus allerdings willkommen: Wunsch Inhalte können perspektivisch sein. Das Schicksal meiner Nächsten kann mir mehr am Herzen liegen als das von Fremden. (1989b(14), 73f).

Schwarz I 232
Wahrmacher Prinzip/ SchwarzVsLewis: hier ist etwas faul, das WP ist von Anfang an falsch formuliert: wir wollen nicht „die Welt wie sie ist“ als Wahrmacher, weil das keine Erklärung ist, wir wollen erklären, wie die Welt die Wahrheit macht, wie etwa die Gegenwart Sätze über die Vergangenheit wahr macht.
Schwarz I 233
Erklärung/Schwarz: sollte notwendige Implikation und Analyse auseinander halten. Für reduktive Metaphysik ist notwendige Implikation nur bedingt interessant. SchwarzVsLewis: das übersieht er, wenn er schreibt: „Eine Supervenienz-These ist im weiteren Sinne reduktionistisch“. (1983,29).
Anderswo sieht er den Unterschied: Bsp LewisVsArmstrong: dieser hat einen ungewöhnlichen Begriff von Analyse: für ihn ist sie nicht Suche nach Definitionen, sondern nach Wahrmachern“.


1. David Lewis [1979a]: “Attitudes De Dicto and De Se”. Philosophical Review, 88: 513–543.
2. David Lewis [1983b]: “Individuation by Acquaintance and by Stipulation”. Philosophical Review, 92:
3–32.
3. David Lewis [1986e]: On the Plurality of Worlds. Malden (Mass.): Blackwell
4. David Lewis [1984b]: “Putnam’s Paradox”. Australasian Journal of Philosophy, 61: 343–377
5. David Lewis [1983c]: “New Work for a Theory of Universals”. Australasian Journal of Philosophy,
61: 343–377.
6. David M. Armstrong [1978b]: Universals and Scientific Realism II: A Theory of Universals. Cambridge: Cambridge University Press 7. David M. Armstrong [1989b]: Universals: An Opinionated Introduction. Boulder: Westview Press
8. David Lewis [2001a]: “Redefining ‘Intrinsic’ ”. Philosophy and Phenomenological Research, 63: 381-398
9. David Lewis [2004d]: “Void and Object”. In [Collins et al. 2004], 277–291
9a. David Lewis [1986d]: “Events”. In [Lewis 1986f]: 241–269
10. David Lewis [2003]: “Things qua Truthmakers”. Mit einem Postscript von David Lewis und Gideon
Rosen. In Hallvard Lillehammer und Gonzalo Rodriguez-Pereyra (Hg.), Real Metaphysics:
Essays in Honour of D.H. Mellor, London: Routledge, 25–38.
11. David Lewis [1971]: “Counterparts of Persons and Their Bodies”. Journal of Philosophy, 68: 203–211.
12. David Lewis [1987]: “The Punishment that Leaves Something to Chance”. Proceedings of the Russellian Society, 12: 81–97.
13. David Lewis [2000a]: “Causation as Influence”. Journal of Philosophy, 97: 182–197. Gekürzte Fassung von [Lewis 2004a]
14. David Lewis [1989b]: “Dispositional Theories of Value”. Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol. 63: 113-137.
15. Paul Horwich [1987]: Asymmetries in Time. Cambridge (Mass.): MIT Press

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Verstehen Paradox Lewis Vs Nominalismus Schwarz I 94
Heterologie/Eigenschaften/Mengenlehre/Lewis/Schwarz: Vorteil: der Ansatz der Mengenlehre bringt eine Lösung für Eigenschaften, die auf genau diejenigen Eigenschaften zutrifft, die nicht auf sich selbst zutreffen. Lösung/Mengenlehre: umgeht diese Paradoxien (der >Heterologie), indem sie bestimmte Klassen verbietet. Bsp es gibt keine Klasse aller Nicht-Katzen, Bsp keine Klasse, die für jedes Ding A das Paar (A,A) enthält und Bsp keine Klasse, die für alle A,B mit A ε B das Paar (A,B) enthält.
Wenn Eigenschaften Klassen sind, gibt es also keine Eigenschaft Nicht-Katze sein, keine Identität und keine Elementschaft ((s) als Eigenschaft! (1990(1),163,Fn 15,2002a(2),8)

Eigenschaften/Mengenlehre//Lewis/Schwarz: wie ist es dann zu Verstehen, dass Identität transitiv ist, Elementschaft aber nicht? Das muss Lewis uminterpretieren:
Identität/Lewis: dass sie transitiv ist, heißt nur, dass immer wenn A = B und B = C, dann auch A = C.
SchwarzVsLewis: damit fällt LewisVsNominalismus: dieser wolle „alle Sätze über Eigenschaften irgendwie uminterpretieren“ dieser Vorwurf fällt damit auf Lewis selbst zurück.
Schwarz: aber vor diesem Problem steht jeder, der eine konsistente Theorie von Eigenschaften vertreten möchte. Es hilft z.B. nicht, Eigenschaften als irreduzible abstrakte Entitäten aufzufassen: auch dann kann es die Russell Eigenschaft ((s) nicht auf sich selbst zuzutreffen) nicht geben. Vgl. >Transitivität, >Identität.


1. David Lewis [1990]: “Noneism or Allism?” Mind, 99: 23–31. In [Lewis 1999a]
2. David Lewis [2002a]: “Tensing the Copula”. Mind, 111: 1–13

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Verstehen Paradox Putnam Vs Parsons, Ch. I (i) 233
Sprache/Paradox/Antinomien/Tarski/Putnam: das bringt uns zu der philosophisch wichtigen Möglichkeit, zu verneinen, dass unser informeller Diskurs eine "Sprache" darstellt. (Das sagt Russell!). Charles Parsons: (1987) die Aussage über den Wahrheitswert in der jeweils höheren Sprache sei ein "Sprechakt sui generis".
PutnamVsParsons, Charles: dass solche "systematisch mehrdeutigen Aussagen" z.B.
(V) Jede Sprache S hat eine Metasprache MS
ganz genauso aussehen, wie gewöhnliche Schlüsse, aber keine sind! (Das geht durch Einsetzen nach unendlich: die Sprache Sn hat die Metasprache MSn. Für Parsons soll das eine ganz andere Art von Diskurs sein, die nicht über die normale Art des Sprachgebrauchs zu Verstehen ist.
I (i) 234
Putnam: das ist für mich einfach unverständlich: Bsp als ob Sprache, die mit roter Tinte geschrieben ist, eine "Sprache sui generis" wäre! Da mit roter Tinte geschriebene Verallgemeinerungen über "alle Sprachen", die Rote Tintensprache, in der sie geschrieben sind, nicht einschließen würden (die Rote Tintensprache ist sui generis), könnten wir keine Paradoxien erhalten.
Das ist aber nur ein formalistischer Trick:
Das Problem ist nur verschoben: in welcher Sprache drücken wir die Tatsache aus, dass "Verallgemeinerungen über die Nichtroten Tintensprachen nicht über die Roten Tintensprache reichen"?.
Putnam: Lösung: vielleicht ist der Gedanke in Wirklichkeit, dass einige Formen von Diskurs verstanden werden können, ohne den Begriff der Wahrheit überhaupt vorauszusetzen.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Verstehen Paradox Gödel Vs Russell, B. Russell I XIV
ZirkelfehlerprinzipPrincipia Mathematica/PM/Russell/Gödel: scheint also nur zu gelten unter konstruktivistischen Annahmen: wenn man unter einem Begriff ein Symbol versteht, zusammen mit einer Regel, um Sätze, die das Symbol enthalten zu übersetzen in Sätze, die es nicht enthalten. Klassen/Begriffe/Gödel: können dagegen auch als reale Objekte aufgefasst werden, nämlich als "Vielheiten von Dingen" und Begriffe als Eigenschaften oder Relationen von Dingen, die unabhängig von unseren Definitionen und Konstruktionen existieren!
Das ist genauso legitim wie die Annahme physikalischer Körper. Sie sind auch für Mathematik notwendig, so wie sie es für die Physik sind. Konzept/Terminologie/Gödel: ich werde „Konzept“ von jetzt an ausschließlich in diesem objektiven Sinne gebrauchen.
Ein formaler Unterschied zwischen diesen zwei Konzeptionen von Begriffen wäre: dass von zwei verschiedenen Definitionen der Form α(x) = φ(x) angenommen werden kann, dass sie zwei verschiedenen Begriffe α im konstruktivistischen Sinn definieren. (Nominalistisch: da zwei solche Definitionen unterschiedliche Übersetzungen geben für Propositionen, die α enthalten.)
Für Konzepte (Begriffe) ist das dagegen keineswegs der Fall, da dasselbe Ding in verschiedener Weise beschrieben werden kann.
Bsp "Zwei ist der Begriff, unter den alle Paare fallen und nichts sonst." Es gibt gewiss mehr als einen Begriff im konstruktivistischen Sinne, der dieser Bedingung genügt, aber es könnte eine gemeinsame "Form" oder "Natur" aller Paare geben.
Alle/Carnap: Vorschlag, "alle" als Notwendigkeit zu Verstehen, würde nichts helfen, wenn "Beweisbarkeit" konstruktivistisch eingeführt würde (..+..).
Def Intensionalitätsaxiom/Russell/Gödel: zu verschiedenen Definitionen gehören verschiedene Begriffe.
Dieses Axiom hält für Begriffe im Zirkelfehlerprinzip: konstruktivistischer Sinn.
Konzepte/Russell/Gödel: (ungleich Begriffe!) sollen objektiv existieren. (Also nicht konstruiert). (Realistischer Standpunkt).
Ist nur die Rede von Konzepten, bekommt die Frage einen völlig anderen Sinn: dann scheint es keinen Einwand dagegen zu geben, von ihnen allen zu sprechen, noch dagegen, einige von ihnen unter Bezug auf alle zu beschreiben.
Eigenschaften/GödelVsRussell: man könnte sicher von der Totalität aller Eigenschaften (oder aller eines bestimmten Typs) sprechen, ohne dass das zu einer "Absurdität" führen würde! ((s) > Bsp „Alle Eigenschaften eines großen Feldherrn“.
Gödel: das macht es lediglich unmöglich, ihren Sinn zu konstruieren (d.h. als eine Behauptung über Sinneswahrnehmung oder irgendwelche anderen nichtkonzeptuellen Entitäten zu erklären), was kein Einwand für jemand ist, der den realistischen Standpunkt einnimmt.
Teil/Ganzes/Mereologie/GödelVsRussell:: ebenso wenig ist es widersprüchlich, dass ein Teil identisch (nicht bloß gleich) sein soll mit dem Ganzen, wie im Falle von Strukturen im abstrakten Sinne zu sehen ist. Bsp Die Struktur der Reihe der ganzen Zahlen enthält sich selbst als einen besonderen Teil.
I XVI/XVII
Sogar innerhalb des Bereichs der konstruktivistischen Logik gibt es gewisse Annäherungen an diese Selbstreflektivität (Selbstreflexivität/Heutzutage: Selbstähnlichkeit) imprädikativer Eigenschaften, nämlich Bsp Propositionen, die als Teile ihres Sinns nicht sich selbst enthalten, sondern ihre eigene formale Beweisbarkeit. Es existieren auch Sätze, die sich auf eine Totalität von Sätzen beziehen, zu der sie selbst gehören: Bsp "Jeder Satz einer (gegebenen) Sprache enthält mindestens ein Beziehungswort."
Das macht es nötig, nach anderen Lösungen für die Paradoxien zu suchen, denen zufolge der Trugschluss nicht in der Annahme gewisser Selbstreflektivitäten der Grundterme besteht, sondern in anderen Annahmen über dieselben!
Die Lösung mag vorläufig in der einfachen Typentheorie gefunden worden sein. Natürlich bezieht sich all das nur auf Konzepte.
Klassen: man sollte meinen, dass sie ebenfalls nur durch ihre Definitionen nicht geschaffen, sondern nur beschrieben werden! Dann gilt das Zirkelfehler Prinzip wieder nicht.
Zermelo spaltet Klassen in "Ebenen" auf, so dass nur Mengen niedrigerer Ebenen Elementen von Mengen höherer Ebenen sein können.
Reduzibilitätsaxiom/Russell/Gödel. (später fallengelassen) wird nun vom Klassenaxiom (Zermelos "Aussonderungsaxiom") eingenommen: dass für jede Ebene für eine beliebige Propositionalfunktion(Aussagenfunktion, AF)
φ(x)
die Menge jener x von dieser Ebene existiert, für die φ(x) wahr ist.
Das scheint impliziert zu sein durch das Konzept von Klassen als Vielheiten.
I XVIII
Extensionalität/Klassen: Russell: zwei Gründe gegen die extensionale Sicht von Klassen: 1. Die Existenz der Nullklasse, die nicht gut eine Kollektion sein kann, 2. Die Einerklassen, die identisch sein müssten mit ihren einzigen Elementen. GödelVsRussell: das könnte nur beweisen, dass die Nullklassen und die Einerklassen (als unterschieden von ihrem einzigen Element) Fiktionen sind zur Vereinfachung des Kalküls, und nicht beweisen, dass alle Klassen Fiktionen sind!
Russell: versucht, soweit wie möglich ohne die Annahme der objektiven Existenz von Klassen auszukommen. Danach sind Klassen nur eine facon de parler.
Gödel: aber auch "idealistische" Propositionen, die Universalien enthalten, könnten zu denselben Paradoxien führen.
Russell: schafft Regeln der Übersetzungen, nach denen Sätze, die Klassennamen oder den Term "Klasse" enthalten, übersetzt werden in solche, die sie nicht enthalten.
Klassennamen/Russell: eliminieren durch Übersetzungsregeln.
Klassen/PM/Russell/Gödel: Principia kommen so ohne Klassen aus, aber nur wenn man die Existenz eines Konzepts annimmt, wann immer man eine Klasse konstruieren möchte.
Zunächst müssen einige von ihnen, die Grundprädikate und Relationen wie "rot", "kälter" augenscheinlich als reale Objekte angesehen werden. Die höheren Begriffe erscheinen dann als etwas Konstruiertes (d.h. etwas, das nicht zum "Inventar der Welt" gehört).
I XIX
Ramsey: meinte, dass man Propositionen unendlicher Länge bilden könne und hält den Unterschied endlich /unendlich für nicht so entscheidend. Gödel: Logik und Mathematik sind wie Physik auf einem realen Inhalt aufgebaut und können nicht "wegerklärt" werden.
Existenz/Ontologie/Gödel: es verhält sich nicht so, als sei das Universum der Dinge in Ordnungen eingeteilt und wäre es einem verboten, von allen Ordnungen zu sprechen, sondern im Gegenteil: es ist möglich, von allen existierenden Dingen zu sprechen. Klassen und Konzepte sind allerdings nicht darunter.
Wenn sie aber als facon de parler eingeführt werden, stellt sich heraus, dass die Erweiterung des Symbolismus die Möglichkeit eröffnet, sie auf umfassendere Weise einzuführen, und so weiter, bis ins Unendliche.
Um dieses Schema durchzuhalten, muss man allerdings die Arithmetik (oder etwas gleichwertiges) voraussetzen, was nur beweist, dass nicht einmal diese beschränkte Logik auf nichts aufgebaut werden kann.
I XX
Konstruktivistische Haltung/Konstruktivismus/Russell/Gödel: wurde in der ersten Auflage aufgegeben, da das Reduzibilitätsaxiom für höhere Typen es notwendig macht, dass Grundprädikate von beliebig hohem Typ existieren. Vom Konstruktivismus bleibt lediglich
1. Klassen als facon de parler
2. Die Definition von ~, v,. usw. als geltend für Propositionen, die Quantoren enthalten,
3. Stufenweise Konstruktion von Funktionen von Ordnungen höher als 1(freilich wegen des R-Axioms überflüssig)
4. Interpretation von Definitionen als bloßen typographischen Abkürzungen (alles unvollständige Symbole, nicht solche, die ein durch die Definition beschriebenes Objekt benennt!).
Reduzibilitätsaxiom/GödelVsRussell: dieser letzte Punkt ist eine Illusion, weil wegen des Reduzibilitäts Axioms stets reale Objekte in Form von Grundprädikaten oder Kombinationen von solchen entsprechend jedem definierten Symbol existieren.
Konstruktivistische Haltung/Konstruktivismus/PM/Gödel: wird in der zweiten Auflage wieder eingenommen und das Reduzibilitäts-Axiom fallengelassen. Es wird festgestellt, dass alle Grundprädikate zum niedrigsten Typ gehören.
Variablen/Russell/Gödel: ihr Zweck ist es, die Behauptungen komplizierterer Wahrheitsfunktionen von atomistischen Propositionen zu ermöglichen. (d.h. dass die höheren Typen nur eine facon de parler sind.).
Die Basis der Theorie soll also aus Wahrheitsfunktionen von atomistischen Propositionen bestehen.
Das ist kein Problem, wenn die Zahl der Individuen und Grundprädikate endlich ist.
Ramsey: Problem der Unfähigkeit, unendliche Propositionen zu bilden ist "bloße Nebensache"
I XXI
endlich/unendlich/Gödel: mit dieser Umgehung des Problems durch Missachtung des Unterschieds von endlich und unendlich dann existiert eine einfachere und zugleich weiterreichende Interpretation der Mengenlehre: Dann wird nämlich Russells Apercu, dass Propositionen über Klassen als Propositionen über ihre Elemente interpretiert werden können, buchstäblich wahr, vorausgesetzt, n ist die Zahl der (endlichen) Individuen der Welt und vorausgesetzt, wir vernachlässigen die Nullklasse. (..) + I XXI

Theorie der Ganzen Zahlen: die zweite Auflage behauptet, dass sie zu erreichen sei. Problem: dass in der Definition "jene Kardinalzahlen, die zu jeder Klasse gehören, die 0 enthält und x + 1 enthält, wenn sie x enthält" die Wendung "jede Klasse" sich auf eine gegebene Ordnung beziehen muss.
I XXII
So erhält man ganze Zahlen verschiedener Ordnungen, und vollständige Induktion kann auf ganze Zahlen von Ordnung n nur für Eigenschaften von n angewandt werden! (...) Die Frage der Theorie der ganzen Zahlen auf Basis der verzweigten Typentheorie ist zurzeit noch ungelöst.
I XXIII
Theorie der Ordnung/Gödel: fruchtbarer, wenn sie von einem mathematischen Standpunkt, nicht einem philosophischen betrachtet wird, also unabhängig von der Frage, ob imprädikative Definitionen zulässig sind. (...) imprädikative Totalitäten werden von einer Funktion der Ordnung α und ω vorausgesetzt.
Menge/Klasse/PM/Russell/Typentheorie/Gödel: die Existenz einer wohlgeordneten Menge vom Ordnungstyp ω1 reicht hin für die Theorie der reellen Zahlen.
Def Kontinuumshypothese/Gödel: (verallgemeinert): keine Kardinalzahl existiert zwischen der Potenz irgendeiner beliebigen Menge und der Potenz der Menge ihrer Untermengen.
Typentheorie/GödelVsRussell: gemischte Typen (Individuen zusammen mit Prädikationen über Individuen usw.) widersprechen dem Zirkelfehlerprinzip offensichtlich gar nicht!
I XXIV
Russell stützte seine Theorie auf ganz andere Gründe, die denen ähneln, die Frege bereits für die Theorie einfacherer Typen für Funktionen angenommen hatte. Propositionalfunktionen/Aussagenfunktion/AF/Russell/Gödel: haben immer etwas mehrdeutiges, wegen der Variablen. (Frege: etwas ungesättigtes).
Propositionalfunktion/AF/Russell/Gödel: sozusagen ein Fragment einer Proposition. Sie zu kombinieren, ist nur möglich, wenn sie "zusammenpassen" d.h. von geeignetem Typ sind.
GödelVsRussell: Konzepte (Begriffe) als reale Objekte: dann ist die Theorie der einfachen Typen nicht plausibel, denn wovon man erwarten würde dass es (wie z.B. "Transitivität" oder die Zahl zwei) ein Konzept wäre, schiene dann etwas zu sein, was hinter all seinen unterschiedlichen "Realisationen" auf den verschiedenen Ebenen steht und das demnach zufolge der Typentheorie nicht existiert.
I XXV
Paradoxien in der intensionalen Form/Gödel: hier bringt die Typentheorie eine neue Idee: nämlich die Paradoxien nicht auf dem Axiom zu tadeln, dass jede Propositionalfunktion ein Konzept oder eine Klasse definiert, sondern auf der Annahme, dass jedes Konzept eine sinnvolle Proposition ergibt, wenn es behauptet wird für ein beliebiges Objekt als Argument. Der Einwand, dass jedes Konzept ausgedehnt werden kann auf alle Argumente, indem ein anderes definiert wird, das eine falsche Proposition ergibt, wann immer das ursprüngliche sinnlos war, kann leicht entkräftet werden durch den Hinweis, dass das Konzept "sinnvoll anwendbar" nicht selbst immer sinnvoll anwendbar sein muss.

Göd II
Kurt Gödel
Collected Works: Volume II: Publications 1938-1974 Oxford 1990
Verstehen Paradox Wittgenstein Vs Russell, B. Carnap VI 58
intensionale Logik/Russell: ist nicht an bestimmte Aussagenformen gebunden. Ihre Aussagen sind nicht alle in Aussagen über Extensionen übersetzbar. WittgensteinVsRussell. Später Russell, Carnap pro Wittgenstein.
(Russell, PM 72ff, Bsp für scheinbar intensionale Aussagen).
Bsp (Carnap) "x ist Mensch" und "x sterblich":
beides kann in eine extensionale Aussage (Klassenaussage) umgeformt werden.
"Die Klasse der Menschen ist in der Klasse der Sterblichen enthalten".

Tugendhat I 453
Def Sortal: etwas abgegrenztes, dass keine beliebige Verteilung gestattet. Bsp Katze. Gegensatz: Massenterminus. Bsp Wasser.
I 470
Sortal: in gewisser Weise eine Wiederentdeckung des aristotelischen Begriffs des Substanzprädikats. Aristoteles: Hierarchie: niedrige: Materialprädikate: Wasser, höhere: Zählbarkeit.
Locke: hatte die aristotelische Einsicht vergessen und führte daher einen Begriff des Substrats ein, dass selbst nicht wahrnehmbar, einem Bündel von wahrnehmbaren Qualitäten zugrunde liegen sollte.
Hume: das ermöglichte es Hume, das Ganze zu verwerfen.
Russell und andere: Bündel von Eigenschaften. (KripkeVsRussell, WittgensteinVsRussell, führte zur Wiederentdeckung des Sortals).
Bsp Sortal: schon Aristoteles: wir nennen etwas einen Stuhl oder eine Katze nicht deshalb, weil es eine bestimmte Gestalt hat, sondern weil es eine bestimmte Funktion erfüllt!

Wittgenstein I 80
Bekanntschaft/WittgensteinVsRussell/Hintikka: eliminiert Russells zweite Klasse (logische Formen) insbesondere Russells freischwebenden Formen, die durch völlig allgemeine Sätze ausgedrückt werden. So kann Wittgenstein jetzt sagen, dass wir in der Logik keine Erfahrung brauchen.
Das bedeutet, dass die Aufgabe die früher von Russells zweiter Klasse übernommen worden war, jetzt von den regulären Gegenständen der ersten Klasse wahrgenommen werden müssen.
Das ist eine Erklärung der fundamentalsten und seltsamsten Thesen des Tractatus: die logischen Formen werden nicht nur anerkannt, sondern ihnen wird beträchtliches Gewicht beigemessen. Ferner sind die Gegenstände nicht nur Substanz der Welt sondern auch konstitutiv für die Form der Welt.
I 81
1. die komplexen logischen Sätze werden alle durch die logischen Formen der atomaren Sätze bestimmt, und 2. die Formen der Atomsätze durch die Formen der Gegenstände.
Pointe: Wittgenstein weigert sich im Tractatus, die komplexen logischen Formen als unabhängige Gegenstände anzuerkennen. Ihre Aufgabe muss durch etwas anderes erfüllt werden:
I 82
Die Formen der einfachen Gegenstände (vom Typ 1): sie bestimmen die Weise, wie die Gegenstände miteinander verbunden werden können. Die Form des Gegenstands ist das, was a priori von ihm gilt!. Der Standpunkt, auf den Wittgenstein sich zubewegt, hat eine feste Basis in Freges berühmten Prinzip der Zusammengesetztheit (dem Prinzip der Funktionalität, von Davidson als Frege Prinzip bezeichnet. ((s) >Kompositionalität).
I 86
Logische Form/Russell/Hintikka: meint, wir müssten mit der logischen Form jedes zu verstehenden Satzes bekannt sein. WittgensteinVsRussell: bestreitet das. Um alle logischen Formen zu erfassen ist nichts weiter nötig, als die Gegenstände zu erfassen. Mit diesen allerdings müssen wir dennoch bekannt sein. Diese Erfahrung wird aber dadurch uneigentlich, dass sie sich auf die Existenz der Gegenstände bezieht.
I 94 ff
dies/logischer Eigenname/Russell: "Dies" ist ein (logischer) Eigenname. WittgensteinVsRussell/PU: Das hinweisende "Dieses" kann nie trägerlos werden, aber das macht es nicht zu einem Namen." (§ 45)
I 95
Nach Russells früher Theorie gibt es in unserer Sprache nur zwei logische Eigennamen für partikulare Gegenstände außer dem Ich, und zwar "dies" und "jenes". Man führt sie ein, indem man auf sie zeigt. Hintikka: von diesen konkreten Russellschen Gegenständen gilt im wahren Sinne des Wortes, dass sie nicht ausgesprochen, sondern nur genannt werden können. (>Erwähnung/>Gebrauch).
Wittgenstein I 107
Sinnesdaten/Russell: (Mysticism and Logic): Sinnesdaten seien etwas "Physikalisches". Daher sei "die Existenz des Sinnesdatums nicht logisch abhängig von der Existenz des Subjekts." WittgensteinVsRussell: das kann natürlich von Wittgenstein nicht akzeptiert werden. Nicht weil er ernste Zweifel hätte, sondern weil er die Gegenstände zu semantischen Zwecken benötigt, die weit hinausgehen über Russells Bausteine unserer wirklichen Welt.
Sie müssen Bausteine aller logischen Formen sowie die Substanz aller möglichen Sachverhalte sein. Daher kann er nicht zufrieden sein mit Russells Konstruktion unserer eigenen und einzigen Außenwelt aus Sinnesdaten.
I 108
Aus dem gleichen Grund verweigert er auch die Festlegung auf eine bestimmte Ansicht über den metaphysischen Status seiner Gegenstände. Außerdem:
Subjekt/WittgensteinVsRussell: "Das Subjekt gehört nicht zu den Gegenständen der Welt".
I 114
Sprache/Sinnesdaten/Wittgenstein/Zeitgenossen/Waismann: "Der Zweck der Sprache Wittgensteins ist - im Gegensatz zu unserer gewöhnlichen Sprache - die logische Struktur der Phänomene wiederzugeben."
I 115
Erfahrung/Existenz/Wittgenstein/Ramsey: "Wittgenstein sagt, es sei Unsinn, etwas zu glauben, was nicht der Erfahrung gegeben ist, denn mir anzugehören, in der Erfahrung gegeben zu sein, ist die formale Eigenschaften der echten Entität." Sinnesdaten/WittgensteinVsRussell/Ramsey: sind logische Konstruktionen. Denn nichts von alldem was wir wissen, beinhaltet sie. Sie vereinfachen zwar die allgemeinen Gesetze, sind für diese jedoch genauso wenig nötig wie materielle Gegenstände."
Später Wittgenstein: (Zettel § 498) setzt Sinnesdatum mit "privatem Objekt, das vor meiner Seele steht" gleich.
I 143
logische Form/Russell/Hintikka: sowohl Formen der Atomsätze als auch komplexer Sätze. Sprachlich dort durch Zeichen (Junktoren, Quantoren usw.) definiert. WittgensteinVsRussell: nur einfache Formen. "Wenn ich den Gegenstand kenne, kenne ich auch sämtliche Möglichkeiten seines Vorkommens in Sachverhalten. Jede solche Möglichkeit muss in der Natur des Gegenstands liegen."
I 144
logische Konstanten/Wittgenstein: verschwinden aus der letzten und abschließenden logischen Darstellung jedes sinnvollen Satzes.
I 286
Vergleich/WittgensteinVsRussell/Hintikka: das Vergleichen ist es, was in der Russellschen Theorie nicht vorkommt.
I 287
Und das Vergleichen besteht nicht darin, bei der Konfrontierung ein Phänomen zu erleben. Hier sieht man: ab einem bestimmten Zeitpunkt sieht Wittgenstein Sätze nicht mehr als fertige Bilder an, sondern als Vorschriften zur Herstellung von Bildern.

Wittgenstein II 35
Anwendung/Gebrauch/WittgensteinVsRussell: er hat übersehen, dass logische Typen nichts über die Anwendung der Sprache aussagen. Bsp Johnson sagt, Rot unterscheide sich in einer Weise von Grün, in der Rot sich nicht von Kreide unterscheidet. Aber woher weiß man das? Johnson: Es wird formal, nicht experimentell verifiziert.
WittgensteinVsJohnson: das ist aber Unsinn: es ist so, als würde man nur das Portrait betrachten, um zu beurteilen, ob es dem Original entspricht.

Wittgenstein II 74
Implikation/WittgensteinVsRussell: Paradox aus zwei Gründen: 1. wir verwechseln die Implikation mit dem Schlüsseziehen.
2. im Alltag gebrauchen wir nie " wenn... dann " in diesem Sinn. Es sind immer Hypothesen, in denen wir jenen Ausdruck verwenden. Die meisten Dinge, von denen im Alltag die Rede ist, sind in Wirklichkeit stets Hypothesen. Z. B.: "alle Menschen sind sterblich."
So wie Russell es verwendet, bleibt es sogar dann wahr, wenn es nichts gibt, was der Beschreibung f(x) entspricht.
II 75
Wir meinen aber nicht, dass alle Menschen auch dann sterblich sind, wenn es keine Menschen gibt.
II 79
Logik/Notation/WittgensteinVsRussell: seine Schreibweise macht die internen Beziehungen nicht deutlich. Aus seiner Notation geht nicht hervor, dass pvq aus p.q folgt, während der Sheffer-Strich die interne Beziehung klarmacht.
II 80
WittgensteinVsRussell: "Behauptungszeichen": es ist irreführend, und deutet auf einer Art geistigen Vorgang hin. Wir meinen aber bloß einen Satz. ((s) Auch WittgensteinVsFrege). > Behauptungsstrich.
II 100
Skeptizismus/Russell: Bsp wir könnten erst seit fünf Minuten existieren, einschließlich unserer Erinnerungen. WittgensteinVsRussell: dann benutzt er die Wörter in neuer Bedeutung.
II 123
Kalkül/WittgensteinVsRussell: Eifersucht als Beispiel für einen Kalkül mit dreistelligen Relationen fügt der Sache keine zusätzliche Substanz hinzu. Er hat einen Kalkül auf die Eifersucht angewandt.
II 137
Implikation/Paradoxie/material/Existenz/WittgensteinVsRussell: II 137 + in Russells Notation gilt sowohl: "Alle S sind P" als auch "Kein S ist P", als wahr, wenn es gar keine S gibt. Weil die Implikationen auch durch ~fx verifiziert sind. In Wirklichkeit ist dieses fx beide Male unabhängig!
Alle S sind P: (x) gx >.fx
Kein S ist P : (x) gx > ~fx
Dieses unabhängige fx ist irrelevant, es ist ein leerlaufendes Rad!
Bsp Wenn es Einhörner gibt, dann beißen sie, aber es gibt keine Einhörner = es gibt keine Einhörner.
II 152
WittgensteinVsRussell: seine Schreibweise setzt voraus, dass es für jeden allgemeinen Satz Namen gibt, die man zur Beantwortung der Frage "welche?" (Im Gegensatz zu "welche Art?") nennen kann. Bsp "welche Menschen leben auf dieser Insel?" kann man fragen, aber nicht: "welcher Kreis ist im Quadrat?". Wir haben keine Namen "a", "b", usw. für Kreise.
WittgensteinVsRussell: in seiner Schreibweise heißt es "es gibt ein Ding, welches ein Kreis im Quadrat ist".
Wittgenstein: was ist dieses Ding? Der Fleck, auf den ich zeige? Aber wie sollen wir dann "da sind drei Flecken " schreiben?
II 157
Einzelding/ED/Atom/Atome/Wittgenstein: Russell und ich, wir haben beide damit gerechnet, durch die logische Analyse auf die Grundelemente (" individuals") zu stoßen. Russell glaubte, am Schluss würden sich Subjekt Prädikat Sätze und zweistellige Relationen ergeben. WittgensteinVsRussell: das ist eine verfehlte Vorstellung von logischer Analyse: wie eine chemische Analyse. WittgensteinVsAtomismus.

Wittgenstein II 306
Logik/WittgensteinVsRussell: Russell notiert: "ich traf einen Mann": es gibt ein x, so dass ich x getroffen habe. x ist ein Mann. Wer sagt denn schon: "Sokrates ist ein Mann"? Ich kritisiere dies nicht deshalb, weil es im praktischen Leben keine Rolle spielt, sondern ich kritisiere, dass die Logiker diese Beispiele nicht lebendig machen.
Russell verwendet "Mann" als Prädikat, obwohl wir es praktisch nie als solches gebrauchen.
II 307
Wir könnten "Mann" als Prädikat verwenden, wenn es uns um den Unterschied ginge, ob jemand, der als Frau gekleidet ist, ein Mann oder eine Frau ist. Damit haben wir für dieses Wort einer Umgebung erfunden, ein Spiel, indem sein Gebrauch einen Zug darstellt. Wenn "Mann" als Prädikat verwendet wird, ist das Subjekt ein Eigenname, der Eigenname eines Mannes.
Eigenschaften/Prädikat/Wittgenstein: wenn der Ausdruck "Mann" als Prädikat verwendet wird, kann er bestimmten Dingen sinnvoll zugesprochen oder abgesprochen werden.
Dies ist eine "externe" Eigenschaft, und in dieser Hinsicht verhält sich das Prädikat "rot" genauso. Man beachte jedoch die Unterscheidung zwischen rot und Mann als Eigenschaften.
Ein Tisch könnte Träger der Eigenschaft rot sein, doch im Falle von "Mann" liegt die Sache anders. (Ein Mann könnte diese Eigenschaft nicht ablegen). .
II 308
WittgensteinVsRussell: Bsp "in diesem Zimmer ist kein Mann". Russells Schreibweise: "~(Ex)x ist ein Mann in diesem Zimmer." Diese Schreibweise suggeriert, dass man die Dinge in diesem Zimmer durchgegangen ist, und festgestellt hat, dass keine Männer darunter waren.
Das heißt, die Schreibweise ist nach dem Vorbild konstruiert, indem x ein Wort wie "Schachtel" oder sonst ein Gemeinname ist. Das Wort "Ding" jedoch ist kein Gemeinname.
II 309
Was hieße es denn, dass es ein x gibt, welches nicht ein Fleck im Quadrat ist?
II 311
Arithmetik/Mathematik/WittgensteinVsRussell: die Arithmetik wird nicht in der Russellschen Weise gelehrt, und dies ist keineswegs eine Ungenauigkeit. Wir machen uns nicht an die Arithmetik, indem wir etwas über Sätze und Funktionen erfahren, noch beginnen wir mit der Definition der Zahl.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Ca I
R. Carnap
Die alte und die neue Logik
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Ca II
R. Carnap
Philosophie als logische Syntax
In
Philosophie im 20.Jahrhundert, Bd II, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Ca IV
R. Carnap
Mein Weg in die Philosophie Stuttgart 1992

Ca IX
Rudolf Carnap
Wahrheit und Bewährung. Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique fasc. 4, Induction et Probabilité, Paris, 1936
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Ca VI
R. Carnap
Der Logische Aufbau der Welt Hamburg 1998

CA VII = PiS
R. Carnap
Sinn und Synonymität in natürlichen Sprachen
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Ca VIII (= PiS)
R. Carnap
Über einige Begriffe der Pragmatik
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Verstehen Paradox Kripke Vs Tarski, A. III 337
Erweiterung/Sprache/Kripke: hier brauchen wir Mengenlehre, jedenfalls der Mengen der Ausdrücke von L. (Wie Tarski, der allerdings mit referentieller Sprache zu tun hat). DavidsonVsTarski/Kripke: dieser braucht weniger Ontologie und weniger Reichhaltigkeit der Metasprache.
III 367
Substitutionale Quantifikation/sQ/KripkeVsTarski: sQ zusammen mit der Formel Q(p,a) löst Tarskis Problem, "wahrer Satz" zu definieren.
III 410
Sprache/Kripke: wenn eine Sprache eingeführt wird, ist eine explizite W-Definition eine notwendige und hinreichende Bedingung dafür, dass die Sprache eine mathematisch definierte (extensionale) Semantik hat. Andernfalls kann die Sprache in informellem Englisch erklärt werden. Die Semantik ist dann intuitiv. Vor Tarski wurde Semantik generell so behandelt.
Konvention W/DavidsonVsTarski/Kripke: bei Davidson müssen die Axiome endlich an der Zahl sein. Kripke: seine Arbeit ist viel kontroverser als die von Tarski.

Field I 245
Def disquotationale Wahrheit/dW/Field: kann dann mit Hilfe des sQ (∏/(s): für alle Sätze, nicht Gegenstände, gilt") definiert werden. S ist wahr gdw ∏p(wenn S = "p", dann p)
wobei "p" Sätze als Substituenden hat. Aber welche Sätze?
Konjunktion/Verstehen/Paradoxien/Field: Konjunktion von Sätzen: hat nur Sinn, wenn die Sätze vorher verstanden sind! D.h. daß die Konjunktion selbst (und aus ihr konstruierte Sätze) nicht als Konjunkt erlaubt sind. (>Semantische Paradoxien, (s) >Alles was er sagte ist wahr).
Lösung: Tarski ähnliche Hierarchie von W-Prädikaten: dann ist die Definition der disquotationalen Wahrheit durch subsitutionale Quantifikation (sQ) typischerweise mehrdeutig: jedes Element der Hierarchie wird aus dem entsprechenden sQ geliefert.
KripkeVsTarski: (Kripke 1975): dieser sei zu restriktiv für unsere Zwecke: so erhalten wir nicht alle unendlichen Konjunktionen die wir brauchen.
Lösung/Kripke: weitere, quasi-imprädikative Interpretation von disquotationaler Wahrheit Analog für
Field I 246
Substitutionale Quantifikation/sQ/Kripke: erlaubt Sätzen, sich selbst zu enthalten und Dinge, die aus ihnen gebaut sind, als Konjunkte, aber der Wahrheitswert solcher quasi-imprädikativen Konjunktionen soll objektiv unbestimmt sein, bis er einer bestimmten Stufe zugewiesen ist. sQ/Field: erlaubt dann unendliche Konjunktionen ohne semantischen Aufstieg. Wenn wir über die nicht linguistische Welt sprechen wollen, warum sollten wir Sätze ins Spiel bringen, wenn wir es nicht brauchen?
sQ: können wir dann als Grundbegriff nehmen.
Grundbegriff/Field: bedeutet: a) er wird nicht aus grundlegenderen Termini definiert
b) er versucht keine theoretische Erklärung in grundlegenderen Begriffen. (Field pro a) und b)).
Wenn wir a) akzeptieren, müssen wir aber erklären, wie der Begriff seine Bedeutung erhält. Vielleicht aus den logischen Gesetzen, die seinen Gebrauch regeln. Wenn wir a) akzeptieren ist es kein Problem, auch b) zu akzeptieren.
Erklärung/Field: z.B. bei mentalistischen Begriffen geht es nicht darum, die Bedeutung zu geben, sondern zu zeigen, dass der Begriff nicht primitiv (basal) ist. Bei logischen Begriffen muss man die Ideologie nicht so reduzieren.

Kripke I
S.A. Kripke
Name und Notwendigkeit Frankfurt 1981

Kripke II
Saul A. Kripke
"Speaker’s Reference and Semantic Reference", in: Midwest Studies in Philosophy 2 (1977) 255-276
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Kripke III
Saul A. Kripke
Is there a problem with substitutional quantification?
In
Truth and Meaning, G. Evans/J McDowell Oxford 1976

Kripke IV
S. A. Kripke
Outline of a Theory of Truth (1975)
In
Recent Essays on Truth and the Liar Paradox, R. L. Martin (Hg) Oxford/NY 1984

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Verstehen Paradox Luhmann Vs Verschiedene Habermas I 436
VsParsons: bildet das klassische Modell einfach durch Systeme nach. (Soziales System = Handlungssystem). - Luhmann stattdessen: Mensch als Teil der Umwelt der Gesellschaft. Das ändert die Prämissen aller Fragestellungen. - Methodischer Antihumanismus.
Habermas I 440
LuhmannVsHumanismus: "Kardinalfehler" Verquickung von Sozial und Sachdimension.
Reese-Schäfer II 28
LuhmannVsDualismus: von Beobachter und Gegenstand. Universalität/Vs: die Gesamtsicht, die Universalität musste aufgegeben werden und wurde durch »Kritik« ersetzt, mit der der Standpunkt des Subjekts sich zur Universalität wieder aufrundet«. - Fundament/Luhmann: es gibt keinen letzten Halt. (Wie Quine, Sellars, Rorty). II 42 - VsMarx: lehnt die Rede von »gesellschaftlichen Widersprüchen« ab: es geht einfach um einen Interessengegensatz. Auch Konkurrenz ist kein Widerspruch: zwei Personen können durchaus dasselbe Gut anstreben.
Widersprüche/Luhmann: entstehen nur aus der Selbstbezüglichkeit von Sinn. Nicht wie bei Marx. - Widersprüche/Rechtssystem: dient nicht zur Vermeidung, sondern zur Regelung von Konflikten. II 78 - Wertfreiheit: (Max Weber): der Verzicht auf Wertungen ist sozusagen der blinde Fleck einer Beobachtung zweiter Ordnung. II 89 - Vs Rechte Politik: hier gibt es überhaupt keine Theorie, die in der Lage wäre, andere Theorien zu lesen. Es gibt nur Apercus oder gewisse literarische Leitideen. II 90/91 - VsGehlen: wir haben uns nicht den Institutionen unterzuordnen. II 102 - VsHandlungstheorie: ganz unscharfer, nur durch Zeigen auf Menschen bestimmbarer Begriff von Individuen. So werden Sprachgewohnheiten als Sachkenntnisse ausgegeben: denn die Sprache verlangt von uns, Subjekte einzusetzen. >Sprache/Luhmann.
Reese-Schäfer II 103
Vernunft/VsAdorno: man sollte nicht resignieren (Dialektik der Aufklärung) sondern fragen, ob es nicht ohne Vernunft besser geht! II 112 - Reizüberflutung/LuhmannVsTradition: kann gar nicht stattfinden. Denn schon der neurophysiologische Apparat schirmt das Bewusstsein drastisch ab. Das operative Medium Sinn tut ein übriges. II 125 - Mensch/Gehlen: versuchte, den Menschen aus seinem Unterschied zum Tier zu bestimmen. (LuhmannVs). II 138 - VsParsons: Begrifflichkeit beschränkt durch Strukturfunktionalismus: man konnte nicht nach der Funktion von Strukturen fragen, oder Begriffe wie Bestand oder Bestandsvoraussetzung, Variable oder den ganzen methodologischen Bereich zu untersuchen. Beschränktheit dadurch, daß ein bestimmter Gegenstand als vorgegeben angenommen wurde. - keine Kriterien für den Bestand des Gegenstands - statt dessen muss die Theorie alle Devianz (Abweichung) und Disfunktion mitenthalten können. (bei Parsons nicht möglich). - Frage: in welchem Zeitraum und welchen Bandbreiten ist ein System identifizierbar? (Bsp Revolution: ist die Gesellschaft hinterher noch die selbe Gesellschaft?) Bestandskriterien Biologie: Definition durch Tod. Das Lebende reproduziert sich aus eigenen Mitteln. Selbstreferenz (wichtig in der modernen Systemtheorie) ist im Rahmen des Parsonschen Modells nicht möglich. Daher brauchen wir interdisziplinäre Lösungen. (Kass 3.) - VsHandlungstheorie: der Begriff der Handlung eignet sich nicht, weil ein Akteur vorausgesetzt wird! Es gibt sie aber auch ohne Zuschauer! Im Prinzip kann eine Handlung als solitäre, sozial resonanzlose Sache vorgestellt werden! - Paradoxie/Luhmann: das Verfahren der Auflösung der Paradoxie ist logisch anrüchig, wird aber von den Logikern selbst ständig angewendet: sie benutzen einen Ebenenwechsel. Einzig folgende Frage darf nicht gestellt werden: was denn die Einheit der Differenz der Ebenen sei. (Kass.4) - VsGleichgewichtstheorien: Heute fragwürdig; 1. von der Naturwissenschaft her: es sind gerade Ungleichgewichte stabil, GG eher Metapher (Kass.6). Tradition: "Übertragung von Patterns von Generation zu Generation" Gespeicherte Wertmuster, die immer wieder angeboten werden und vom Nachwuchs übernommen. Diese Muster sind dann dennoch dieselben.
VsTradition: Frage: woher kommt überhaupt die Identität. Wie könnte man von Selbigkeit reden, ohne externen Beobachter? Das wird auch nicht viel anders durch die Annahmen eines reziproken Verhältnisses mit Lernen. Luhmann: statt dessen: (Autopoiesis): Sozialisation ist immer Selbstsozialisation.

AU Kass 6
Information/Luhmann: der Begriff muss nun darauf abgestimmt werden! Man sprach in den 70ern von "genetischer Information", behandelte Strukturen als informativ, der genetische Code enthalte Information.
Luhmann: das ist falsch, weil Gene nur Strukturen enthalten und keine Ereignisse!
Die semantische Seite des Begriffs blieb lange ungeklärt, d.h. die Frage, aus was eine Information auswählen kann.

Reese-Schäfer II 76
LuhmannVsMarx/Reese-Schäfer: lehnt die Rede von »gesellschaftlichen Widersprüchen« ab: es geht einfach um einen Interessengegensatz. Auch Konkurrenz ist kein Widerspruch: zwei Personen können durchaus dasselbe Gut anstreben.
AU Kass 11
Emergenz/Reduktionismus/Systemtheorie/Luhmann: das stellt die eigentliche Frage noch gar nicht: wodurch zeichnet sich eigentlich ein emergentes System aus? Was ist das Charakteristikum für die Unterscheidung von dem basalen Zustand? Was ist das Kriterium, das Emergenz ermöglicht? Will Martens: (Heft 4, Kölner Zeitschrift f. Sozialforschung): Autopiesis sozialer Systeme.
Behandelt die Frage im Anschluss an das Konzept der Autopoiesis und der Kommunikation.
Kommunikation/Luhmann: Dreigliederung:
Information,
Mitteilung, Verstehen (nicht Handlungsfolgen). (Kommt aus der Linguistik, aber auch schon Antike!).
Martens: diese Dreiteilung ist die psychologische Fundierung der Kommunikation. Die Kommunikation muss zunächst im individuellen Kopf ausgehandelt werden, ich muss sehen, was ich als unbekannt unterstelle und was ich auswählen möchte, außerdem muss mein Körper in Schuss sein.
Martens These: die Sozialität kommt nur in der Synthese dieser drei Komponenten zustande.
Soziales entsteht, wenn Information, Mitteilung und Verstehen als Einheit erzeugt werden mit Rückwirkung auf die teilnehmenden psychischen Systeme, die sich entsprechend verhalten müssen.
Die Einheit ist nur die Synthese selbst, während die Elemente nach wie vor psychologisch bzw biologisch usw. beschrieben werden müssen. Ohne dieses Fundament geht es nicht.
LuhmannVsMartens: ich hoffe, Sie fallen darauf rein! Das klingt zunächst sehr einleuchtend. Aber jetzt kommt die Frage:
Was wird denn in dem Text von Martens kommuniziert? Sicher nicht der Blutkreislauf! In dem Text ist auch kein Blut! Das würde die Redaktion schon abwehren, auch kein Bewusstseinszustand ist im Text! Ich kann mir also gar nicht vorstellen, was der Verfasser sich gedacht hat! Ich kann mir wohl vorstellen, dass er durchblutet war und vor dem Computer gesessen hat. Und dass er gerne an der Diskussion teilnehmen wollte.
Luhmann: das sind alles Konstruktionen, die in der Kommunikation nahegelegt werden, die aber eigentlich in der Kommunikation nicht vorhanden sind. (>Interpenetration/Parsons).
Kommunikation/LuhmannVsMartens: Frage: was wird eigentlich in dem Text behauptet, und widerlegt er es nicht eigentlich selbst?
Paradoxie: der Text der von Blut und Gedanken erzählt, behauptet, er bringe Blut und Gedanken, aber er bringt nur Buchstaben und das, was man als geübter Leser aus dem Text machen kann. Das ist Kommunikation. Mehr sehe ich eigentlich nicht!
Kommunikation/Luhmann: wenn man realistisch und operativ denkt, ist nicht mehr in dem Text zu sehen. Die Worte müssen wir schon selbst aus den Buchstaben zusammensetzen.
Wenn psychische System auf Kommunikation eingehen, ändern sie ihre internen Zustände entsprechend.
Kommunikation/Luhmann: wenn man diese Botschaft (von Martens) bekommen hat, kann man sagen: alles ist eigentlich richtig, man könnte eine Kommunikation völlig auf der Basis körperlicher oder psychologischer Tatsachen beschreiben. Es würde nichts fehlen, mit Ausnahme der Autopoiesis selbst.
Frage: wir müssen erklären, wie Kommunikation sich selbst erhält, ohne psychische und körperliche Operationen einzubauen!
Luhmann: diese Reproduktion von Kommunikation durch Kommunikation geht nur durch völligen Ausschluss von körperlichen, psychischen usw. Operationen.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Verstehen Paradox Maturana Vs Verschiedene I 218
Theorie/Einstein: freie Schöpfungen des Geistes. Für ihn war paradox: "Wieso können wir dann trotzdem mit Hilfe solcher Theorien das Universum verstehen?" - MaturanaVsEinstein: Es gibt kein solches Paradox: statt dessen Objektivität in Klammern.

Maturana I
Umberto Maturana
Biologie der Realität Frankfurt 2000
Verstehen Paradox Searle Vs Wittgenstein Bennett I 192
SearleVsWittgenstein: Zumindest manchmal ist das, was wir meinen können, eine Funktion dessen, was wir sagen. Die Bedeutung übersteigt die Intention, sie ist zumindest manchmal auch eine Sache der Konvention.
Searle Searle I 24
Traditionelle Auffassung des Materialismus/Searle: … 5. Intelligentes Verhalten und die Kausalbeziehungen, in denen es steht, sind in gewisser Weise Wesen des Geistigen. Wesentliche Verknüpfung zw Geist und Verhalten gibt es in verschiedenen Versionen: von extrem behavioristischer Auffassung bis hin zu Wittgensteins. rätselhafter Behauptung "Ein innerer Vorgang bedarf äußerer Kriterien".
SearleVsWittgenstein: ein innerer Vorgang wie z.B. Schmerzen bedarf gar nichts! Warum auch?
I 156
SearleVsWittgenstein: Wittgenstein fragt, ob ich, wenn ich in mein Zimmer komme, einen "Vorgang des Wiedererkennens" erlebe. Er erinnert uns daran, dass es einem solchen Vorgang in Wirklichkeit nicht gibt. Searle: er hat recht. Das trifft auch mehr oder weniger auf mein ganzes Welt Erleben zu.

I 169
Wittgenstein in dem Philosophischen Untersuchungen (PU, 1953): kühner Versuch, gegen die Idee anzugehen, meine in der 1. Person abgefasste Äußerung über Geistiges seien überhaupt Berichte oder Beschreibungen. Er legte nahe, solche Ausführungen in einem expressiven Sinne zu verstehen, so dass sie gar keine Berichte oder Beschreibungen wären und sich die Frage nach irgend einer Autorität gar nicht stellte. Wenn ich vor Schmerz aufschreie, dann stellt sich keine Frage nach meiner Autorität.
I 170
SearleVsWittgenstein: das ist gescheitert. Zwar gibt es solche Fälle, aber es gibt immer noch viele Fälle, in denen man versucht, den eigenen Geisteszustand möglichst sorgfältig zu beschreiben und ihm nicht einfach bloß Ausdruck zu verleihen. Frage: weshalb wir in dieselbe besonderer Autorität nicht im Hinblick auf andere Gegenstände und Sachverhalte in der Welt zu haben meinen? Grund: wir unterscheiden zwischen dem, wie die Dinge uns zu sein scheinen, und stehen, wie sie wirklich sind.
Zwei Fragen: erstens, wie ist es möglich, dass wir uns über unsere eigenen Geisteszustand irren können? Was für eine "Form" hat der Fehler, wenn es ja keiner von den Fehlern in Bezug auf Erscheinung oder Wirklichkeit ist, die wir im Hinblick auf die Welt im allgemeinen machen?
I 171
Typische Fälle: Selbsttäuschung, Fehldeutung und Unaufmerksamkeit. Selbsttäuschung ist ein derart weitverbreitetes Phänomen, das mit den Beweis seiner Unmöglichkeit etwas nicht stimmen kann. Der Beweis geht so: damit xy täuschen kann, muss x irgendeine Überzeugung (p) haben und den erfolgreichen Versuch unternehmen in y die Überzeugung, dass nicht p, hervorzurufen. In dem Fall jedoch, in dem x mit y identisch ist, müsste es also eine selbstwidersprüchliche Überzeugung hervorrufen. Und das scheint unmöglich zu sein.
Dennoch wissen wir, dass Selbsttäuschung möglich ist. In solchen Fällen versucht der Handelnde, an bestimmte eigene psychische Zustände nicht zu denken.
I 172
Sowie man einen Text falsch deuten mag, indem man die Textbestandteile zueinander falsch zusammensetzt, so kann man auch die eigenen intentionalen Zustände falsch deuten, weil man ihre Beziehungen untereinander nicht erkennt.
II 76
Hase Enten Kopf : (H E Kopf) hier würden wir gerne sagen, dass der intentionale Gegenstand derselbe ist. Wir haben zwei visuelle Erlebnisse mit zwei verschiedenen präsentationalen Gehalten, aber nur ein einziges Bild. Wittgenstein : zieht sich aus der Affäre, indem er sagt, dies seien verschiedene Anwendungen des Wortes „sehen“.
SearleVsWittgenstein: wahrscheinlich sehen wir nicht nur Gegenstände (natürlich immer unter einem Aspekt) sondern auch Aspekte von Gegenständen.
Bill liebt Sally als Person, aber nichts hindert ihn daran, auch Aspekte von Sally zu lieben.

II 192/193
Hintergrund/Searle: befindet sich nicht an der Peripherie der Intentionalität, sondern durchdringt das ganze Netzwerk intentionaler Zustände. Semantik/Wissen : das Wissen, wie Wörter zu verwenden sind, ist nicht semantisch! (Sonst Regress) (Vs Gebrauchstheorie der Bedeutung, SearleVsWittgenstein).
Bsp Gehen: „Bewege erstmal den linken Fuß nach vorne, dann den Rechten, und danach immer so weiter“ hier besteht das Wissen nicht in den semantischen Gehalten.
II 193/194
Denn jeder semantische Gehalt hat gerade die Eigenschaft, auf mannigfache Weise interpretierbar zu sein. Die Kenntnis der richtigen Interpretation kann nun nicht als ein weiterer semantischer Gehalt repräsentiert sein. Sonst brauchten wir eine weitere Regel für die richtige Interpretation der Regel zur Interpretation der Regel für das Gehen. (Regress). Lösung: wir brauchen ohnehin schon keine Regel für das Gehen, wir gehen einfach.
Regel/Searle: beim Vollzug von Sprechakten handeln wir tatsächlich nach einer Regel, wir brauchen keine weiteren Regeln zur Deutung der Regel.

III 112
Spiel/ Wittgenstein: keine gemeinsame Eigenschaften aller Spiele. (>Familienähnlichkeit).
III 113
SearleVsWittgenstein: einige gibt es schon: Def Spiel/anderswo: der Versuch, Hindernisse zu überwinden, die zu dem Zweck geschaffen worden sind, dass man versucht, sie zu überwinden. (Searle: das stammt nicht von mir!).
III 150
Grund/Handlung/Wittgenstein: es gibt einfach eine Art zu handeln, die keiner Gründe bedarf. SearleVsWittgenstein: das ist unbefriedigend, weil es uns nicht sagt, welche Rolle die Regelstruktur spielt.

V 35
Prinzip der Ausdrückbarkeit/Searle: Selbst in den Fällen, in denen es tatsächlich unmöglich ist, genau zu sagen, was ich meine, ist es grundsätzlich möglich, dahin zu gelangen, dass ich genau sagen kann was ich meine.
V 36
Verstehen/Searle: nicht alles, was gesagt werden kann, kann auch verstanden werden. Das würde nämlich die Möglichkeit einer Privatsprache ausschließen. (SearleVsWittgenstein). Das Prinzip der Ausdrückbarkeit hat weitreichende Konsequenzen. Wir werden damit wichtige Eigenschaften der Fregeschen Theorie über Sinn und Bedeutung erklären.

V 145
Tatsachen/Sachverhalte/Searle: irreführend: Tatsachen über einen Gegenstand. Es kann keine Tatsachen über einen unabhängig von Sachverhalten identifizierten Gegenstand geben! Sonst näherte man sich der traditionellen Substanz.
SearleVsWittgenstein: im Tractatus ist dies der Fall.
Wittgenstein: Gegenstände könnten unabhängig von Sachverhalten benannt werden.
SearleVsWittgenstein: eine solche Sprache könnte es gar nicht geben! Gegenstände können nicht unabhängig von den Tatsachen benannt werden.
V 190/191
Tautologie/SearleVsWittgenstein: Tautologien sind alles andere als leer! Bsp "Entweder er ist ein Faschist oder ist keiner." – ist ganz anders als "Entweder er ist Kommunist, oder ist keiner." - -.-
V 245
SearleVsTractatus/SearleVsWittgenstein: eine solche falsche Unterscheidung zwischen Eigennamen und bestimmten Kennzeichnungen findet sich im Tractatus: "Der Name bedeutet den Gegenstand. Der Gegenstand ist seine Bedeutung". (3.203). Aber daraus ergeben sich Paradoxien: Die Bedeutung der Wörter, so scheint es, kann nicht von irgendwelchen kontingenten Tatsachen in der Welt abhängen, denn wir können die Welt auch dann noch beschreiben, wenn die Tatsachen sich ändern.
Tradition:: Aber die Existenz der gewöhnlichen Gegenstände. Menschen, Städte usw. ist zufällig, und folglich auch die Existenz der Bedeutung ihrer Namen! Ihre Namen sind also gar nicht die wirklichen Namen!
Platon: Es muss eine Klasse von Gegenständen geben, deren Existenz nicht kontingent ist. Ihre Namen sind die wirklichen Namen (auch Platon, Theaithet).

IV 50
SearleVsWittgenstein: es gibt nicht unendlich viele oder unbestimmt viele Sprachspiele.
IV 89
Lüge/SearleVsWittgenstein: kein Sprachspiel, das gelernt sein will, wie jedes andere. Jede Regel beinhaltet schon den Begriff des Verstoßes, daher ist es nicht notwendig, erst zu lernen, der Regel zu folgen und dann gesondert die Verletzung zu lernen. Im Hinblick darauf ist die Fiktion also viel raffinierter als die Lüge.

Fiktion/Searle: Vorgeben, einen illokutionären Akt zu vollziehen ist das gleiche, wie
Bsp so tun, als ob man jemand schlüge (die Bewegung vollziehen).
IV 90
Bsp Kind auf dem Fahrersitz des Autos gibt vor zu steuern (macht die Bewegungen).

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Bennett I
Jonathan Bennett
"The Meaning-Nominalist Strategy" in: Foundations of Language, 10, 1973, pp. 141-168
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
VsReduktionismus Avramides, A. I 104
AvramidesVsReduktionismus: These das Semantische ist wichtig, wenn es darum geht, das Psychologische zu verstehen. Daher ist eine Reduktion nicht möglich. So Paradox es scheint, möchte ich das zeigen, indem ich These die Zuschreibung von Gedanken an Wesen ohne Sprache erlaube!