Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Autor/Ismus
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Literatur
Literatur
Abbildung Carnap II 203
CarnapVsWittgenstein: Es ist durchaus möglich, die Syntax einer Sprache in eben dieser Sprache auszudrücken, ohne dass dabei Widersprüchlichkeiten (Paradoxa) oder Unsinnigkeit hervorgebracht werden! >Abbildtheorie.

Millikan I 198
Abbildung/Identität/Referenz/Millikan: niemand, der durch die Schule von Carnap gegangen ist, würde annehmen, dass „A“ auf das Wort „A“ referiert. Referenz/Millikan: hier müssen wir also zwei Arten von Referenz unterscheiden.

Ca I
R. Carnap
Die alte und die neue Logik
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Ca II
R. Carnap
Philosophie als logische Syntax
In
Philosophie im 20.Jahrhundert, Bd II, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Ca IV
R. Carnap
Mein Weg in die Philosophie Stuttgart 1992

Ca IX
Rudolf Carnap
Wahrheit und Bewährung. Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique fasc. 4, Induction et Probabilité, Paris, 1936
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Ca VI
R. Carnap
Der Logische Aufbau der Welt Hamburg 1998

CA VII = PiS
R. Carnap
Sinn und Synonymität in natürlichen Sprachen
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Ca VIII (= PiS)
R. Carnap
Über einige Begriffe der Pragmatik
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Absicht Grice I 2 ff
Absicht: Absich ist nicht immer adäquat. Bsp Der Täter lässt ein Taschentuch am Ort des Verbrechens zurück, um den Verdacht von sich abzulenken. Bedeutung folgt hier nicht aus der Absicht.
I 2 ff
Absicht/Handlung: Zur Kommunikationsabsicht gehört auch, dass der Hörer die Absicht erkennt, dass er etwas glauben soll, das dem Inhalt entspricht.
I 2 ff
Absicht/Wirkung: Stirnrunzeln kann erst hervorgebracht werden, mit einer gewissen Absicht, wenn Klarheit über die zumindest mögliche Wirkung herrscht. (Aber dies ist kein Paradox und nicht zirkulär.)
II 16 ff
Absicht/Bedeutung: Bsp Ärger: Ärger kann z.T. daraus resultieren, dass H (Hörer) glaubt, dass S (Sprecher) intendierte, den anderen zu ärgern! Glaube an Absicht: Der Glaube an Absicht ist hier die Teil-Ursache für Ärger. Grice: Aber nicht der Teil-Grund!
II 30 ff
Bsp Prüfung: Der Prüfling äußert: "Die Schlacht von Waterloo war 1816" Der Prüfling meint das zwar, seine Absicht ist aber nicht, dass der Prüfer das glaubt!

Grice I
H. Paul Grice
"Meaning", in: The Philosophical Review 66, 1957, pp. 377-388
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Megle Frankfurt/M. 1993

Grice II
H. Paul Grice
"Utterer’s Meaning and Intentions", in: The Philosophical Review, 78, 1969 pp. 147-177
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle

Grice III
H. Paul Grice
"Utterer’s Meaning, Sentence-Meaning, and Word-Meaning", in: Foundations of Language, 4, 1968, pp. 1-18
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Grice IV
H. Paul Grice
"Logic and Conversation", in: P. Cple/J. Morgan (eds) Syntax and Semantics, Vol 3, New York/San Francisco/London 1975 pp.41-58
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979
Allais-Paradoxon Norvig Norvig I 619
Allais-Paradoxon/Irrationalität/Norvig/Russell: Die Evidenzen legen nahe, dass Menschen "vorhersehbar irrational" sind (Ariely, 2009)(1).
Norvig I 620
Allais-Paradoxon: Das bekannteste Problem ist das Allais-Paradoxon (Allais, 1953). Menschen haben die Wahl zwischen den Lotterien A und B und dann zwischen C und D, die folgende Preise haben: A : 80% Chance auf $4000 B : 100% Chance auf $3000 C : 20% Chance auf $4000 D : 25% Chance auf $3000 Die meisten Menschen bevorzugen durchweg B gegenüber A (sie nehmen die sichere Option) und C gegenüber D (sie wählen den höheren erwarteten Maximalwert, EMV). Die normative Analyse ist da anderer Meinung! Wir können dies am einfachsten sehen, wenn wir die Freiheit, die durch Gleichung (16.2) impliziert wird, nutzen, um U($0) = 0 zu setzen. In diesem Fall impliziert B > A, dass U($3000) > 0.8 U($4000), während C > D genau das Gegenteil impliziert. Mit anderen Worten: es gibt keine Nutzenfunktion, die mit diesen Entscheidungen konsistent ist. Eine Erklärung für die scheinbar irrationalen Präferenzen ist der SIcherheitseffekt (Kahneman und Tversky, 1979)(2): Menschen werden stark von Gewinnen angezogen, die sicher sind. >Sicherheitseffekt/Kahneman/Tversky, >Mehrdeutigkeit/Kahneman/Tversky, >Rationalität/KI-Forschung, >Präferenzen/Norvig, >Nutzen/KI-Forschung.
Norvig I 638
Das Allais-Paradoxon, das auf den Nobelpreisträger Maurice Allais (1953)(3) zurückgeht, wurde experimentell getestet (Tversky und Kahneman, 1982(4); Conlisk, 1989(5)), um zu zeigen, dass Menschen durchweg widersprüchliche Urteile fällen.

1. Ariely, D. (2009). Predictably Irrational (Revised edition). Harper.
2. Kahneman, D. and Tversky, A. (1979). Prospect theory: An analysis of decision under risk. econometrica, pp. 263–291.
3. Allais, M. (1953). Le comportment de l’homme rationnel devant la risque: critique des postulats et
axiomes de l’´ecole Am´ericaine. Econometrica, 21, 503–546.
4. Tversky, A. and Kahneman, D. (1982). Causal schemata in judgements under uncertainty. In Kahneman,
D., Slovic, P., and Tversky, A. (Eds.), Judgement Under Uncertainty: Heuristics and Biases. Cambridge University Press.
5. Conlisk, J. (1989). Three variants on the Allais example. American Economic Review, 79(3), 392–407.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Alles was er sagte ist wahr Logik-Texte V 187
Alles, was er sagte ist wahr: Prinzip Teufelskreis/PT/Zirkelfehlerprinzip: etwas kann nur spezifiziert werden, wenn auf die Gesamtheit der Elemente Bezug genommen wird. - Das ist aber keine Paradoxie, da diese Gesamtheit meine Aussage nicht beinhaltet. - ((s) wenn der Text wiederum als materielles Ding (Dokument) vorliegt, ist es kein Problem.)
V 186
Russell: Prinzip Teufelskreis, (Gödel: "Zirkelfehlerprinzip").(Russell: "Vicious Circle Principle")
PT Keine Gesamtheit kann Elemente enthalten, die nur über diese Gesamtheit selbst vollständig zu spezifizieren (definieren) sind.

Sainsbury: PT erfasst nicht Gesamtheiten von gewöhnlichen materiellen Dingen, denn keine von diesen enthält Elemente, die nur über diese Gesamtheit selbst spezifizierbar wären.
Bsp wir können Friedrich als den größten Mann im Regiment spezifizieren, aber es kann nicht die einzige Art und Weise sein, ihn herauszugreifen.
V 187
Das PT scheint Sätze nicht zu erfassen, wenn man sie sich als Zeichen oder Formen vorstellt, denn diese können, wie materielle Dinge auf alle möglichen unabhängigen Arten und Weisen spezifiziert werden, von denen nicht alle irgendeine Gesamtheit enthalten.
"Alles, was er sagte"/PT/Sainsbury: Problem: Bsp "Alles, was Sie in Ihrer Radioansprache gesagt haben, war Quatsch".
Das kann nur über die Gesamtheit der Aussagen vollständig spezifiziert werden.

Es liegt aber keine Paradoxie vor, da die Gesamtheit Ihrer Aussagen (Radioansprache) meine Aussage nicht beinhaltet. Beides zusammen wäre dann eine größere Gesamtheit. >Paradoxien.
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001
Allklasse Quine VII (e) 92
Allklasse/New Foundations/NF/Quine: die Allklasse enthält alles, einschließlich sich selbst!
IX 202
Allklasse/Zermelo/Quine: sein System erlaubt keine Allklasse. Es lässt Individuen zu, erfordert sie aber nicht. Sein Schutz vor Antinomien besteht im Meiden zu großer Klassen. >Paradoxien.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Allwissenheit Chisholm II 95ff
Allwissen/Determinismus/Gombocz: Allwissenheit und Handlungsfreiheit stehen möglicherweise im Widerspruch: der frei Handelnde muss die Prognose des Allwissenden enttäuschen können. - Formales Paradox: das Wissen des Allwissenden muss zumindest die logische Wahrheit enthalten, dass die Handlungen des Freien frei sind ((s) oder dass es keine Freiheit gibt.) -- Allwissen schließt nicht aus, dass auch andere allwissend sind, das führt zu Kompensationsverlusten bei den anderen, wenn dadurch freie Handlungen beschränkt werden.
II 102
VsTheismus/Allwissen/Gombocz: der Theismus ist durch Willensfreiheit gefährdet - Variante: Gott beschränkt sein Wissen absichtlich.

Wolfgang L. Gombocz. Maxima. In: M.David/L. Stubenberg (Hg) Philosophische Aufsätze zu Ehren von R.M. Chisholm Graz 1986

Chisholm I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chisholm II
Roderick Chisholm

In
Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986

Chisholm III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004
Allwissenheit Hintikka II XV
Logische Allwissenheit/Hintikka: These: Logische Allwissenheit ist nur ein angebliches Problem. ChomskyVsHintikka: Hintikka hat das angebliche Paradox als Grund für seine Ablehnung jeglicher modell-theoretischer Semantik für propositionale Einstellungen angeführt.
HintikkaVsChomsky: Chomskys Problem ist schon vor langer Zeit gelöst worden.
II 21
Allwissenheit/Lösung/Hintikka: Wir müssen erlauben, dass Individuen nicht in jeder möglichen Welt existieren müssen. Sonst müssten alle Weltlinien stets ad libitum ausdehnbar sein, dann würde jeder wissen müssen, was ein Individuum in jeder Welt (in welcher Verkleidung (Guise) auch immer) wäre, und zwar auf der Basis der Form von Wissen + indirekte W-Frage.
II 23
Logische Allwissenheit/epistemische Logik/Modelltheorie/Hintikka: Problem: Angenommen (S1 › S2) d.h. alle Modelle von S1 sind Modelle von S2. Dann sind alle epistemischen Alternativen, in denen S1 wahr ist, solche, in denen S2 wahr ist.
Problem: Daraus folgt, dass für jeden Wissenden b und jedes Szenarium gilt:
(3.1) {b} KS1 › {b} K S2.
D.h. man muss alle logischen Konsequenzen aus seinem Wissen auch Wissen.
Das hat einige zur Ablehnung der Modelltheorie geführt.
Modelltheorie/HintikkaVsVs: Das folgt aber nur, wenn man die AllWissenheit nicht vermeiden kann, und man kann sie vermeiden.
Lösung: Man kann eine Teilmenge von logischen Konsequenzen (S1 › S2) finden, für die (3.1) gilt.
(i) Diese Teilmenge kann syntaktisch beschränkt werden. Die Zahl der freien Individuensymbole zusammen mit der Zahl von Schichten von Quantoren beschränken die Zahl der Individuen, die in einem Satz S (oder in einem Argument) berücksichtigt werden können.
Lösung: Diese Zahl (Parameter) sollte an keiner Stelle der Argumentation größer sein als die in S1 oder S2 ist.
Problem: Es gibt noch kein einfaches axiomatisch-deduktives System dafür.

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Allwissenheit Poundstone I 368f
Paradox der Allwissenheit/Poundstone: wenn der Gegner beim Bluffen (chicken game, Autos rasen aufeinander zu) allwissend ist, hat man selbst die besseren Karten. - Wenn man nicht ausweichen will muss es der Gegner tun, weil er es weiß. - Das kommt in der Bibel mehrmals vor: Bsp Adam, Kain, Saul, Moses fordern Gott heraus. - Dieser antwortet, dass kurzfristig zwar Erfolg, langfristig aber Misserfolg zu erwarten sei. Gefangenendilemma/Kooperation: analog zum Chicken game: Problem: stellt sich ein, wenn beide dasselbe tun. - Die Versuchung abtrünnig zu werden, ist hier aber größer.

Poundstone I
William Poundstone
Im Labyrinth des Denkens Hamburg 1995
Angst Eysenck Corr I 355
Angst/Emotion/Eysenck/CorrVsEysenck(1): Woher kommt die Angst? Technisch gesehen, wo wird Angst im Gehirn erzeugt, und wie hängt dieses Angstsystem mit der Konditionierung zusammen? Eysenck schien nur anzunehmen, dass Emotionen spontan entstanden sind; aber das reicht einfach nicht. Darüber hinaus, wenn es ein Angst erzeugendes System gibt, dann sollten wir vielleicht dort nach der Entstehung der klinischen Neurose suchen. >Konditionierung/Eysenck. Ein weiterer Hinweis auf die potenzielle Bedeutung eines angeborenen Angstsystems war die Debatte zwischen den Labors von Eysenck und Spence, in denen festgestellt wurde, dass die Konditionierung mit Angst und nicht mit (niedriger) Extraversion zusammenhängt. Diese Debatte wurde schließlich durch die Erkenntnis gelöst, dass es die Angst vor der Konditionierung in Labors ist, die bedrohlicher ist (wie im Falle von Spence's; Spence 1964)(2).
Ein größeres Problem: Emotion wurde in Eysencks Theorie nie zufriedenstellend erklärt: Sie wurde zu unterschiedlichen Zeiten als Ursache (z.B. in Spences Konditionierungsstudien), als Ergebnis (z.B. bei Neurosen) und als regulatorischer Sollwertmechanismus (z.B. bei Erregung und hedonischen Tonbeziehungen) gesehen. In Eysencks Theorie blieb es so etwas wie ein widerspenstiges, ja sogar kriminelles Konstrukt. >Konditionierung/Eysenck, >Konditionierung/Gray.

1. Corr, P. J. 2008a. Reinforcement sensitivity theory (RST): Introduction, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 1–43. Cambridge University Press
2. Spence, K. W. 1964. Anxiety (drive) level and performance in eyelid conditioning, Psychological Bulletin 61: 129–39

Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press



Corr II 119
Furcht/Angst/Studie/Belohnung/Strafe/Erregbarkeit/Arousal/Gray/Eysenck/GrayVsEysenck/McNaughton/Corr: Grays intellektueller Ausgangspunkt ist die biologische Komponente von Hans Eysencks Theorie der Introversion-Extraversion und Neurotizismus-Stabilität.
II 120
Eysenck sah Introvertierte und Extravertierte vor allem in der allgemeinen Konditionierbarkeit (ob mit Belohnung oder Bestrafung als Verstärker), die sich aus der Erregbarkeit (engl. Arousability) ergibt (...). Im Gegensatz dazu schlug Gray vor, dass sie sich stattdessen in spezifischer Konditionierbarkeit (...) unterscheiden, die mit der Empfindlichkeit gegenüber Bestrafung (manchmal sagte er Angst), nicht aber mit der Belohnung zusammenhängt. (...) Für beide Theorien ist die wichtigste Konsequenz der Introversion für die Psychiatrie eine hohe Konditionierung der Angst. Beide Theorien gingen davon aus, dass diese auf Introversion/Extraversion basierenden Unterschiede in der Sozialisation zu psychiatrischen Störungen führen würden, wenn sie mit einem hohen Maß an Neurotizismus kombiniert werden, der wie ein Verstärkungsfaktor wirkt. Die beiden Theorien unterscheiden sich [jedoch] in ihren Vorhersagen über die Konditionierung durch Belohnung. Grays Schlüsselmodifikation (...) besteht darin, Variationen der Angstkonditionierung auf unterschiedliche Empfindlichkeiten gegenüber Bestrafung zurückzuführen, während Eysenck sie auf Variationen der allgemeinen Erregbarkeit (im aufsteigenden retikulären Aktivierungssystem, ARAS) und damit, als Konsequenz, der Konditionierbarkeit im Allgemeinen zurückführt. Gray lokalisierte Strafsensitivität (im Sinne von Furchtempfindlichkeit; vgl. Gray, 1970a, S. 255(1)) im präfrontalen Kortex (PFC) und im septo-hippokampalen System (SHS) (...). Er verband PFC, SHS und ARAS in einer Rückkopplungsschleife, die durch den 'Theta'-Rhythmus gesteuert und durch extravertierende (Anti-Angst-)Medikamente wie Amylobarbiton beeinträchtigt wird. Hohe Erregung kann zu Bestrafung führen (mit ähnlichen Auswirkungen wie die von Eysenck vorgeschlagenen). Umgekehrt würde eine hohe Strafempfindlichkeit aufgrund der Interaktion von PFC + SHS mit ARAS hohe Erregung in Bestrafungssituationen erzeugen (...).
II 123
Die Furchtanfälligkeit (wenn auch nicht immer konditionierungsbedingt (...)) passte gut zu einer Reihe von Fakten (S. 255)(1). Wir können verinnerlichende Störungen ("Dysthymien", z.B. Phobie, Angst und Besessenheit) leicht als übermäßige Angst vor der einen oder anderen Form sehen. (...) Charakterlich ängstliche Menschen (neurotisch-introverte Menschen) konditionieren nur dann besser, wenn es eine Bedrohung gibt. Am anderen Ende der Skala können wir externalisierende Störungen (z.B. Psychopathie) als unzureichende Strafempfindlichkeit betrachten.
II 126
Belohnung/Bestrafung/Erregbarkeit/Empfindlichkeit/Gray/McNaughton/Corr: Laut Gray ist Erregbarkeit ein allgemeines Konzept, das sowohl für Belohnung als auch für Bestrafung gelten sollte. Um Aktivität in einem "System zu erklären, dessen Hauptfunktion die Hemmung maladaptiven Verhaltens zu sein scheint" (S. 260)(1), bedarf die allgemeine Erregbarkeit einer Erklärung. Wenn wir die kausale Ordnung umkehren, scheint es für Gray durchaus plausibel, dass eine höhere Anfälligkeit für die im Alltag im Überfluss vorhandenen Bedrohungen zu größeren Erregungseffekten führen würde. Für Gray dient Erregung, wie auch immer sie erzeugt wird, dazu, Verhalten zu beleben (...), es sei denn, sie ist so intensiv, dass sie bestrafend wird. Dies kann zu paradoxen Effekten führen: Beispielsweise kann eine milde Bestrafung Erregung auslösen und belohnungsvermittelte Reaktionen beleben - solange die bestrafungsauslösenden Effekte geringer sind als die belohnungsauslösenden Effekte.
II 127
Neurotizismus/Angst: Ausgehend von einem explizit zwei-prozessualen Lernansatz stellt Gray zunächst die Kombination von Neurotizismus und Introversion neu dar. Wenn Belohnungs- und Bestrafungssensitivität unterschiedlich sind und wir nur zwei Faktoren für unsere Erklärungen verwenden, dann muss eine hohe Neurotizismus/Emotionalität, wie sie normalerweise gemessen wird, eine Kombination aus hoher Belohnungs- und hoher Bestrafungssensitivität darstellen. Grays anfängliche Gleichung von Introversion mit Bestrafungsempfindlichkeit bedeutet, dass der neurotische Introvertierte besonders empfindlich auf Bestrafung reagiert.
II 129
VsGray: Die Komplexität der Studie mag als ein triviales Thema gelten, [aber] selbst ein halbes Jahrhundert später kämpfen die Leser (...) damit. Das größte Problem ist, dass sich die Theorie über mehrere Disziplinen erstreckt - wobei jede einzelne ein integraler Bestandteil des Ganzen ist. Grays detaillierte Darstellung hat auch einige spezifische Probleme, die wir hier diskutieren. Auf theoretischer Ebene war sein Gebrauch der Begriffe "Bestrafung" und "Angst" mehrdeutig: Er verwischte Schlüsselpunkte, wenn er begrifflich zwischen dem einen und dem anderen wechselte. Auf der Ebene der Messung schlug er zwar eine Drehung von Eysencks Achsen vor, sagte uns aber nicht, wie wir die von ihm vorgeschlagene Belohnungs- und Bestrafungsempfindlichkeit bewerten sollten (...). [Darüber hinaus] konzentrierte sich sein Beitrag auf "Belohnung" und "Bestrafung" im Zusammenhang mit Konditionierung. Den dritten Fall von Flucht/Entzug diskutierte er daher nicht im Detail. Er bezog jedoch über Kampf/Flucht (engl. fight/flight) die Zwangsstörung mit ihren zwanghaften Ritualen und zwanghaftem Grübeln in die dysthymischen Störungen ein.
>Terminologie/Gray.


1.Gray, J. A. (1970a). The psychophysiological basis of introversion–extraversion. Behaviour Research and Therapy, 8, 249–266.


McNaughton, Neil and Corr, John Philip: “Sensitivity to Punishment and Reward Revisiting Gray (1970)”, In: Philip J. Corr (Ed.) 2018. Personality and Individual Differences. Revisiting the classical studies. Singapore, Washington DC, Melbourne: Sage, pp. 115-136.

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Ankereffekt Norvig Norvig I 621
Ankereffekt/KI-Forschung/Entscheidungen/Norvig/Russell: Menschen fühlen sich wohler, wenn sie eher relative als absolute Nutzenurteile fällen. Ich habe eventuell keine Ahnung, wie sehr ich die verschiedenen Weine eines Restaurants genießen könnte. Das Restaurant macht sich dies zunutze, indem es eine 200-Dollar-Flasche anbietet, von der es weiß, dass sie niemand kaufen wird, die aber dazu dient, die Einschätzung des Kunden über den Wert aller Weine nach oben zu verzerren und die 55-Dollar-Flasche als Schnäppchen erscheinen zu lassen. >Ellsberg-Paradoxon/Norvig, >Allais-Paradoxon/Norvig, >Rationalität/KI-Forschung, >Präferenzen/Norvig, >Mehrdeutigkeit/Kahneman/Tversky, >Framing-Effekt/Norvig, >Nutzen/KI-Forschung.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Arrow-Theorem Public Choice-Theorie Parisi I 186
Arrow-Theorem/Public-Choice-Theorie/Farber: das Arrow-Theorem liefert einen (...) rigorosen Beweis, dass periodisches Durchlaufen in einer noch größeren Menge von Entscheidungsmethoden nicht zu vermeiden ist.* Vgl. >Jury-Theorem/Public-Choice-Theorie. Das Arrow-Theorem und seine Nachfahren identifizieren intrinsische Beschränkungen für Gruppenentscheidungen, die eher aus der Existenz unterschiedlicher Präferenzen als aus irgendeinem menschlichen Versagen resultieren. So ist das Paradoxon der Mehrheitsregel, bei der wechselnde Mehrheiten Zyklen erzeugen können, nicht nur ein Defekt einer bestimmten Abstimmungsmethode, sondern eine allgemeine Eigenschaft von Gruppenentscheidungen. Es gibt jedoch Ausnahmen, in denen die Prämissen dieser Theoreme nicht gelten, und diese Ausnahmen sind von entscheidender Bedeutung für die Gestaltung politischer Institutionen.
Symmetrie/Asymmetrie: Wir sehen, dass man, um den Zyklen zu entkommen, irgendwie entweder die Symmetrie zwischen den verschiedenen Optionen in unserem früheren Beispiel brechen muss oder aber die Wählerpräferenzen so einschränken muss, dass diese Art von symmetrischer Situation vermieden wird. Dies könnte auf verschiedene Arten geschehen:
(1) einige Optionen könnten ein besonderes Gewicht bekommen, wenn sie von bestimmten Wählern gehalten werden;
(2) eine Agenda könnte eine der Optionen bevorzugen, obwohl sie gegen eine andere Option verlieren würde, wenn sie jemals zusammen zur Abstimmung kämen;
(3) wir könnten über die Rangfolge der einzelnen Wähler hinausgehen, indem wir Informationen wie die Intensität der Wählerpräferenz hinzufügen; oder
(4) die Wählerpräferenzen können asymmetrisch sein - zum Beispiel könnte dieselbe Option für jeden die zweite Wahl sein.
Im Wesentlichen sind dies alle verfügbaren Techniken, um dem Arrow-Theorem zu entgehen. Die erste Möglichkeit, die Symmetrie zwischen den Optionen zu brechen, besteht darin, symmetrische Präferenzen von der Betrachtung auszuschließen. Vor allem ist es möglich, eine kohärente Entscheidungsfindung zu haben, wenn jeder zustimmt, dass die Wahlmöglichkeiten auf einer einzigen Metrik angeordnet werden können, wobei jeder Wähler die Option bevorzugt, die seinem idealen Ergebnis am nächsten ist, gegenüber denen, die weiter entfernt sind. Dann sind die Präferenzen nicht mehr symmetrisch, weil die Wähler zustimmen, dass einige Alternativen extremer sind als
Parisi I 187
andere.** Wenn die Präferenzen eindimensional sind, ist das Mehrheitswahlrecht die Lösung für das Problem, kohärente, stabile Ergebnisse zu produzieren. >Entscheidungsprozesse/Public-Choice-Theorie.
* Arrow bezieht Entscheidungen mit mehr als zwei Optionen ein und verwendet das Axiom der Unabhängigkeit irrelevanter Alternativen, um zu zeigen, dass die Vermeidung von Zyklen nicht nur eine Verletzung der Anonymität erfordert, sondern auch impliziert, dass ein Wähler ein Diktator sein muss, dessen Präferenzen immer die Kontrolle haben (Arrow, 1951)(1).

** Dies kann zu der "Wertrestriktions"-Bedingung verallgemeinert werden, dass für jede betrachtete Alternative jedes Mitglied der Gruppe zustimmen kann, dass eine gegebene Option nicht die schlechteste, nicht die beste oder nicht in der Mitte ist (Shepsle, 2010(2), S. 84).


1. Arrow, K. J. (1951). Social Choice and Individual Values. New Haven, CT: Yale University
Press.
2. Shepsle, K. A. (2010). Analyzing Politics: Rationality, Behavior, and Institutions. 2. Edition.
New York: W.W. Norton & co.


Farber, Daniel A. “Public Choice Theory and Legal Institutions”. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Atomismus Sellars I 33
Standardbedingungen: ihre Annahme führt aus dem logischen Atomismus heraus! (> Umstände). - Es genügt nicht, daß die Bedingungen angemessen sind, das Subjekt muss wissen, dass sie es sind! Umstände: um sie zu bestimmen, muss man etwas über die Gegenstände Wissen: wie sie unter anderen Umständen sind.
I 34
Logischer Atomismus: VsSellars: er könnte erwidern, dass Sellars 1. die Tatsache übersieht, dass sich der logische Raum physikalischer Gegenstände im Raum und Zeit auf den logischen Raum von Sinnesinhalten stützt.
2. Die Begriffe der Sinnesinhalte weisen diejenige logischer Unabhängigkeit voneinander auf, die für den traditionellen Empirismus kennzeichnend ist.
3. Begriffe für theoretische Entitäten wie z. B. Moleküle weisen diejenige gegenseitige Abhängigkeit auf, die Sellars möglicherweise zu recht den Begriffen für physikalische Tatsachen zugeschrieben hat, aber: die theoretischen Begriffe verfügen gerade deshalb über empirischen Inhalt, weil sie sich auf einen grundlegenderen logischen Raum stützen!
Sellars müsste zeigen, dass dieser Raum ebenfalls mit Kohärenz beladen ist, aber das kann er nicht, bevor er nicht die Idee eines grundlegenderen logischen Raumes als den der physikalischen Gegenstände im Raum und Zeit abgeschafft hat.
Logischer Atomismus: Aussagen kommen nur wahrheitsfunktional in Aussagen vor!
I 70
Atomismus/SellarsVsAtomismus/SellarsVsWittgenstein: Analyse steht nicht für Definition von Termini, sondern für die Erforschung der logischen Struktur des Diskurses - diese gehorcht keinem einfachen Muster.
(Def wahrheitsfunktional/Tugendhat: von anderen Sätzen, nicht von Situation abhängig. Tugendhat I 285).
(Def wahrheitsfunktional/Read: Konjunktion und Disjunktion heißen wahrheitsfunktional, weil ihre Wahrheit unmittelbar und direkt von der Wahrheit ihrer Bestandteile abhängt. Read III 85).

II 314
SellarsVsWittgenstein/Paradoxie: um von einer bestimmten atomaren Tatsache zu sagen, sie würde von einer bestimmten elementaren Aussage abgebildet, müssen wir eine Aussage verwenden, in der die elementare Aussage zwar vorkommt, aber nicht wahrheitsfunktional! Wir müssen etwas sagen wie: (1) S (in L) bildet aRb ab. Diese Abbildungsbeziehung kann nicht durch eine Aussage ausgedrückt werden. Wittgenstein dito.
II 321
Wenn nur einfache nichtsprachliche Gegenstände abgebildet werden könnten, wenn komplexe Gegenstände Tatsachen wären, würde das zu der bekannten Antinomie führen, daß es atomare Tatsachen geben müsste, die Voraussetzung dafür wären, dass Sprache die Welt abbilden kann, für die sich aber kein Beispiel angeben lässt, wenn man einen Sprecher dazu auffordert.(?!) Beide Schwierigkeiten vermeidet man durch die Erkenntnis, dass komplexe Gegenstände keine Tatsachen sind. (VsTractatus).

Sellars I
Wilfrid Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999

Sellars II
Wilfred Sellars
Science, Perception, and Reality, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977
Attribute Quine VII (d) 75f
Attribut/Quine: das Attribut kann schließlich vielleicht in einem zweiten Schritt eingeführt werden. Bsp ist "Quadratischkeit" nach geometrischer Definition. Dann verlangt der Name aber auch Ersetzbarkeit, also eine abstrakte Entität. >Universalien/Quine.
X 7ff
Attribut/Quine: Attribute entsprechen Eigenschaften, Prädikate sind nicht gleich Attribute. >Eigenschaften/Quine; >Prädikate/Quine.
IX 178ff
Attribut/(s): Attribut entspricht der Menge der x, für die eine bestimmte Bedingung gilt: {x: x ε a} alle Gegenstände, die sterblich sind. Prädikat: "x ist sterblich", ist keine Menge, sondern eine Aussagenfunktion. Die Bezeichnungsformen "φx", "φ(x,y)" bezeichnen die Attribution.
XII 38
Attributäre Einstellung/Quine: Bsp sind Jagen, Benötigen, Fangen, Befürchten, Vermissen. Pointe: Bsp Löwen-Jagen: braucht keine Löwen als Individuen, sondern als Art. - > Einführung von Eigenschaften.
IX 177
Attribute/Ontologie/Russell: Für Russell bestand das Universum aus Individuen, aus Attributen und Relationen von ihnen, aus Attributen und Relationen solcher Attribute und Relationen usw.
IX 178f
Extensionalität/Quine: Extensionalität ist dasjenige, was Attribute und Klassen unterscheidet. >Extensionalität/Quine. Daher hat Russell hier auch mehr mit Attributen als mit Klassen zu tun.
Zwei Attribute können nämlich von verschiedener Ordnung und somit sicherlich unterschiedlich sein, und trotzdem sind die Dinge, die jeweils das eine oder andere Attribut haben, dieselben.
Bsp das Attribut "φ(φ^x <> φy), wobei "φ" die Ordnung 1 hat, ein Attribut einzig und allein von y ist.
Bsp das Attribut ∀χ(χ^x <> χy), wobei "χ" die Ordnung 2 hat, wieder ein Attribut einzig und allein von y ist. Doch das eine Attribut hat die Ordnung 2, das andere die Ordnung 3.
(> Klassen; >Mengen; >Eigenschaften).

XIII 22
Klasse/Mengen/Eigenschaft/Quine: was immer man über ein Ding sagt, scheint diesem eine Eigenschaft zuzuschreiben. Eigenschaft/Attribut/Tradition/Quine: früher sagte man, ein Attribut wird nur dann eine Eigenschaft genannt, wenn es speziell von diesem Ding gilt. (Eine Besonderheit dieses Gegenstands ist).
Neu: heute sind diese beiden Ausdrücke (Attribut, Eigenschaft) austauschbar geworden.
„Attribut“/Quine: "Attribut" gebrauche ich nicht. Stattdessen wird „Eigenschaft“ verwendet.
Identität/Gleichheit/Differenz/Unterschied/Eigenschaften/Quine: wenn es einen Sinn hat von Eigenschaften zu sprechen, dann hat es auch Sinn, von ihrer Gleichheit bzw. Verschiedenheit zu sprechen.
Problem: solch einen Sinn hat es aber nicht! Problem: wenn alles, das die eine Eigenschaft hat, auch die andere hat. Sollen wir sagen, dass es einfach dieselbe Eigenschaft ist? Gut und schön. Aber die Leute reden nicht so. Bsp ein Herz haben/Nieren haben: ist nicht dasselbe, auch wenn es auf dieselben Lebewesen zutrifft. >Identität/Quine.
Koextensivität/Quine: Koextensivität zweier Eigenschaften ist nicht hinreichend für ihre Identität. >Koextension/Quine.
Identität/Eigenschaften/mögliche Lösung: die notwendige Koextensivität?
Vs: Notwendigkeit ist ein zu unklarer Begriff.
Eigenschaften/Quine: wir kommen nur deshalb so gut mit dem Begriff Eigenschaft klar, weil Identität nicht so wichtig für ihre Identifizierung oder Unterscheidung ist.
XIII 23
Lösung/Quine: wir sprechen von Klassen statt von Eigenschaften, dann haben wir auch das Problem Bsp Lebewesen mit Herz = Lebewesen mit Nieren gelöst. Klassen/Quine: Klassen werden durch ihre Elemente festgelegt. Das sagt man so, aber unklugerweise, weil das Missverständnis aufkommen könnte, dass die Elemente die Klassen verursachen, und zwar auf eine andere Weise, als Gegenstände ihre Eigenschaften verursachen.
Def singleton/Singleton/Einerklasse: ist Klasse mit nur einem Element.
Def Klasse/Quine: (im nützlichen Gebrauch des Worts): ist einfach eine Eigenschaft im alltäglichen Sinn, ohne die Unterscheidung koextensiver Fälle.
XIII 24
Klasse/Russell/Quine: es schlug ein wie eine Bombe, als Russell die Platitüde feststellte, dass jede Enthaltenseinsbedingung (Bedingung des Enthaltenseins, Elementbeziehung) eine Klasse etabliert. (siehe Paradoxien, siehe Imprädikativität). Russellsche Paradoxie/Quine: Russellsche Paradoxie trifft auf Klassen genauso wie auf Eigenschaften zu. Sie erschüttert genauso die Platitüde, dass alles, was über ein Ding gesagt wird, eine Eigenschaft zuschreibt.
Eigenschaften/Klassen/Quine: alle Beschränkungen, die wir Klassen auferlegen, um Paradoxien zu vermeiden, müssen wir auch Eigenschaften auferlegen.
Eigenschaft/Quine: den Begriff der Eigenschaft müssen wir in der Alltagssprache dulden.
Mathematik: hier können wir stattdessen von Klassen reden, weil Koextensivität nicht das Problem ist. (siehe Definition, >Zahlen).
Eigenschaften/Wissenschaft/Quine: in den Wissenschaften sprechen wir nicht von Eigenschaften.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Aufklärung Romantik Gadamer I 278
Aufklärung/Romantik/RomantikVsAufklärung/Gadamer: Im Gegenwurf gegen den Perfektionsglauben der Aufklärung, der auf die Vollendung der Befreiung von und den Vorurteilen der Vergangenheit hin denkt, gewinnt nun die Frühe der Zeiten, die mythische Welt, das vom Bewusstsein nicht zersetzte, ungebrochene Leben in einer „naturwüchsigen Gesellschaft“, die Welt des christlichen Rittertums romantischen Zauber, ja Vorrang an Wahrheit.(1) Vgl. >Mythos/Romantik. Die Umkehrung der Voraussetzung der Aufklärung hat die Paradoxe Tendenz der Restauration zur Folge, das heißt die Tendenz zur Wiederherstellung des Alten, weil es das Alte ist, der bewussten Rückkehr zum Unbewussten usw. und gipfelt in der Anerkennung der überlegenen Weisheit der mythischen Urzeit.
Durch diese romantische Umkehrung des Wertmaßstabes der Aufklärung wird aber die Voraussetzung der Aufklärung, der abstrakte Gegensatz von Mythos und Vernunft, gerade verewigt. Alle Kritik der Aufklärung nimmt nunmehr den Weg dieser romantischen Um-Spiegelung der Aufklärung. Der Glaube an die Perfektibilität der Vernunft springt um in den an die Perfektion des »mythischen“ Bewusstseins und reflektiert sich in einen paradiesischen Urstand vor dem Sündenfall des Denkens.(2) >Wissenschaft/Romantik.


1. In einer kleinen Studie über Immermanns "Chiliastische Sonette« (Kleine Schriften II, S. 136—147; jetzt in Bd. 9 der Ges. Werke) habe ich ein Beispiel für diesen Vorgang analysiert.
2. Vgl. dazu meine Arbeiten "Mythos und Vernunft" (Kl Schr, IV, S. 48—53; in Bd. 8
der Ges. Werke) und „Mythos und Wissenschaft“ (in Bd. 8 der Ges. Werke)

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Ausdrücke Tarski Skirbekk I 142f
Sprachliche Ausdrücke/Tarski: sprachliche ausdrücke sind physikalische Gegenstände. - Proposition: ist ein idealer Gegenstand. - Wahrheit immer nur in Bezug auf eine bestimmte Sprache. - Wahrheit semantisch: grundsätzlich anders als Erfüllung, Bezeichnung, Definition. Mathematik: Beweisbarkeit und Wahrheit fallen oft auseinander. ((s) Das ist eine platonistische Position).
Metasprache: brauchen wir, weil die Objektsprache das W-Prädikat nicht enthalten darf. (1)(VsSelbstbezüglichkeit, > Paradoxien).


1. A.Tarski, „Die semantische Konzeption der Wahrheit und die Grundlagen der Semantik“ (1944) in. G: Skirbekk (Hg.) Wahrheitstheorien, Frankfurt 1996

Tarski I
A. Tarski
Logic, Semantics, Metamathematics: Papers from 1923-38 Indianapolis 1983

Skirbekk I
G. Skirbekk (Hg)
Wahrheitstheorien
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt 1977
Bedeutungskategorien Cresswell II 69
Semantische Kategorie/Bedeutungskategorie/Cresswell: Bsp 0: Kategorie der Propositionen - 1: Kategorie der Dinge - 0/1: Kategorie der Funktionen von Dingen der Kategorie 1 auf Dinge der Kategorie 0. - (Das sind die Bedeutungen der ein-stelligen Prädikate).
II 95
Semantische Kategorie/Cresswell: Bsp 0: Proposition - entsprechende syntaktische Kategorie: Satz -
II 103
Semantische Kategorie/Bedeutungskategorie/Cresswell: ein Ausdruck und seine Bedeutung dürfen nicht in derselben Kategorie sein) - >Paradoxien.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Bedingungen Dummett Grice I 436
Bedingt/Dummett: Es gibt echte bedingte Ja/Nein-Fragen, aber keine echten bedingten Befehle (weil der Vordersatz unerfüllt ist). >Befehle, >Paradoxie der Implikation, vgl. >Kontrafaktische Konditionale.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Grice I
H. Paul Grice
"Meaning", in: The Philosophical Review 66, 1957, pp. 377-388
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Megle Frankfurt/M. 1993

Grice II
H. Paul Grice
"Utterer’s Meaning and Intentions", in: The Philosophical Review, 78, 1969 pp. 147-177
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle

Grice III
H. Paul Grice
"Utterer’s Meaning, Sentence-Meaning, and Word-Meaning", in: Foundations of Language, 4, 1968, pp. 1-18
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Grice IV
H. Paul Grice
"Logic and Conversation", in: P. Cple/J. Morgan (eds) Syntax and Semantics, Vol 3, New York/San Francisco/London 1975 pp.41-58
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979
Begrenzte Rationalität Simon Parisi I 60
Begrenzte Rationalität/Herbert Simon/Jolls: Die "begrenzte Rationalität" von Herbert Simon (1947(1), 1955(2), 1979(3)) ist zu Recht das Kernstück der Verhaltensökonomik, die eine ökonomische Analyse des Rechts anbietet, die auf dem Verhalten realer und nicht idealisierter Menschen beruht (Jolls, 2010)(6). Da es üblich ist, ökonomische Analysen - seien es rechtliche Regeln oder andere - auf der Grundlage der Genauigkeit ihrer Vorhersagen zu beurteilen, machen idealisierte Annahmen über menschliches Verhalten die auf diesen Annahmen basierende ökonomische Analyse nicht automatisch ungültig (Friedman, 1953)(4). Es sollte jedoch nicht überraschen, dass unrealistische Annahmen oft zu schlechten Vorhersagen führen (Thaler, 1991)(5). Unter solchen Umständen legt die Verhaltensökonomie nahe, dass die Analyse des Verhaltens von begrenzt rationalen Akteuren im Allgemeinen eine größere Vorhersagekraft hat. Das Konzept der begrenzten Rationalität formte sich im Laufe von Simons wissenschaftlicher Karriere neu. Ursprünglich als "Unkenntnis aller Alternativen, Ungewissheit über relevante exogene Ereignisse und Unfähigkeit zu kalkulieren" - in Simons Worten, ein Mangel an "Allwissenheit" - bezeichnet, wurde die begrenzte Rationalität später zu einem wichtigeren Begriff in Bezug auf Entscheidungen, dem "Satisficing", oder, wie Simon es in seiner Nobelvorlesung formulierte, dem Akzeptieren einer "Alternative für die Wahl, die das Anspruchsniveau des Individuums erfüllt", unabhängig davon, ob diese Alternative für das Individuum "optimal" ist (Simon, 1979(3), S. 503). 502, 503). >Begrenzte Rationalität/Jolls, >Begrenzte Rationalität/Wirtschaftstheorien, >Nichtwissen/Jolls.
Parisi I 62
"Satisficing"/Herbert Simon/Beispiel: Als (...) Veranschaulichung des Simon'schen Konzepts, dass ein Individuum "zufriedenstellend" ist, anstatt die "optimale" Option zu wählen, stellen Sie sich ein Individuum vor, das beurteilt, ob ein für eine Immobilie (...) angebotener Preis auf oder über einem Niveau liegt, das als "akzeptabel" angesehen wird. Das Individuum, so schreibt Simon, "kann $15.000 als einen 'akzeptablen' Preis betrachten, alles über diesem Betrag als 'zufriedenstellend', alles darunter als 'unbefriedigend'" und kann dementsprechend das erste Angebot annehmen, das bei oder über $15.000 liegt, unabhängig davon, ob diese Annahme "optimal" ist (Simon, 1955(2), S. 104). Vgl. >Verständigung im Strafverfahren/Bibas. >Verfügbarkeitsheuristik/Wirtschaftstheorien.


1. Simon, Herbert A. (1947). Administrative Behavior: A Study of Decision-Making Processes in Administrative Organization. New York: Macmillan.
2. Simon, Herbert A. (1955). “A Behavioral Model of Rational Choice.” Quarterly Journal of Economics 69: 99–118.
3. Simon, Herbert A. (1979). “Rational Decision Making in Business Organizations.” American Economic Review 69: 493–513.
4. Friedman, Milton (1953). “The Methodology of Positive Economics,” in Essays in Positive Economics, 3–43. Chicago: University of Chicago Press.
5. Thaler, Richard H. (1991). The Winner’s Curse: Paradoxes and Anomalies of Economic Life. New York: Free Press.
6.Jolls, Christine (2010). “Governing America: The Emergence of Behavioral Law and Economics,” Max Weber Lecture.


Jolls, Christine, „Bounded Rationality, Behavioral Economics, and the Law“. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press.

psySimn II
Herbert A. Simon
Models of Thought New Haven 1979

Simon I
Herbert A. Simon
The Sciences of the Artificial Cambridge, MA 1970

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Begriffe Poundstone I 95
Projizierbarkeit/Goodman/Induktion/Poundstone: es gibt drei Arten von Situationen, in denen positive Beispiele für etwas nicht übertragbar sind: 1. Glau /blün-Paradox
2."Alles bestätigt alles", Hypothesen mit "und" ((s) = Hypothesen, an die etwas angehängt wird. >Hilfshypothesen)
3. Die Hypothese: "Alle Smaragde sind beobachtet worden": das heißt, es gibt keine unbekannten Smaragde. - Das ist gut in der Sprache verankert, aber nicht erweiterbar.

Poundstone I
William Poundstone
Im Labyrinth des Denkens Hamburg 1995
Behaviorismus Rorty I 115f
Behaviorismus/VsRyle/Rorty : 1. Es ist unmöglich, eine Beschreibung der Verhaltensdispositionen anzugeben, die nicht in einer unendlich langen Liste bestünde. >Listen. 2. "Notwendigkeit", von welcher Art sie auch sei, ist hier nicht von der "Bedeutung" abhängig, sondern einfach Ausdruck der Tatsache, dass wir Verhalten üblicherweise so und so charakterisieren. Die Notwendigkeit ist genauso wenig eine "sprachliche" oder "begriffliche" wie der notwendige Zusammenhang zwischen der Röte der Herdplatte und dem Feuer im Herd. ((s) Verhalten ist beschreibungsabhängig.)
3. Es ist bloß eine philosophische Paradoxie, die nur jemand in den Sinn kommt, der von instrumentalistischen oder verifikationistischen Dogmen verfolgt wird, und ständig darauf erpicht ist, jegliches Nichtbeobachtbare auf Beobachtbares zu reduzieren, um jedes Risiko zu vermeiden, an etwas Unwirkliches zu glauben.
I 115
Rorty: alle drei sind berechtigt, dennoch hat man das Gefühl, dass der Behaviorismus etwas richtigem auf der Spur ist. Man wird aber nicht eines Tages sagen: "Aha, keine Empfindungen, also keine mentalen Zustände, keine Personen!"
I 116
Behaviorismus: Pointe: er macht klar, dass die Fragen der härteren Philosophen:"Gibt es mentale Zustände oder keine mentalen Zustände?" um so witzloser werden, je öfter man sie stellt. RortyVsRyle: er hätte sagen sollen, dass die >Unkorrigierbarkeit einfach eine Funktion der Rechtfertigungspraxis ist. Falsch war, von einer notwendigen und hinreichenden Bedingung für die Zuschreibung von Empfindungen zu sprechen.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Belege Darwin Gould I 189
Belege/Evidence/Darwin/Gould: Darwin vertrat die Ansicht, dass die Fossilfunde außerordentlich lückenhaft waren. Die Geschichte der meisten Fossilarten umfasst zwei Merkmale, die sich besonders schwer mit der Theorie einer allmählichen Veränderung vereinbaren lassen.
I 191
Bei der "sympatrischen" Speziation treten neue Formen innerhalb des Verbreitungsgebiets der bisherigen Form auf. Anders sieht es an der Peripherie aus: hier isolierte kleine Populationen sind sehr viel stärker dem Selektionsdruck ausgesetzt, weil die Peripherie die Grenze der ökologischen Toleranz der bisherigen Lebewesen markiert.
Frage: Was sollten Fossilfunden enthalten, wenn der größte Teil der Evolution sich in kleinen Randgruppen vollzieht?
I 210
Belege/Methode/Gould: Ereignisse, die nach der überlieferten Weisheit nicht eintreten "können" werden nur selten aufgrund von gesammeltem Beweismaterial anerkannt, sie setzen zu ihrer Erklärung einen Mechanismus voraus, nachdem sie eintreten können. Die empirischen Belege von damals erscheinen uns heute plausibel, damals waren sie es nicht, weil keine annehmbare Kraft benannt werden konnte, die in der Lage gewesen wäre, ((s) z.B.) ganze Kontinente zu bewegen.
Gould IV 33
Belege/Darwin/Gould : Darwin schrieb »Die Abstammung des Menschen« 1871. Zu der Zeit gab es noch keine Fossilien, außer dem Neandertaler, der eine Rasse unserer eigenen Art ist, also weder ein Vorfahr noch etwa ein »missing link«.
Gould IV 35
Erklärung/Belege/Wissenschaft/Darwin/Gould: woher wissen wir, dass die Evolution die Welt steuert und nicht irgendein anderes Prinzip? Darwins Antwort war paradox. Er suchte nicht nach Perfektion, sondern nach Ungereimtheiten! Es gibt Strukturen und Verhaltensweisen, die zwar die sinnvolle Gestalt eines Organismus gefährden, schließlich aber doch den Erfolg derart sichern. Sie steigern die produktive Tüchtigkeit. Bsp die Schwanzfedern der Pfauen und die Geweihe der Elche. Sie schwächen sogar die Art, sichern aber dennoch die Weitergabe der Gene.
Das kann nur durch Darwin erklärt werden: zusätzlich zur Adaption: die sexuelle Selektion.
IV 36
Sexuelle Selektion: Wettbewerb der Männchen unter einander oder Wahl durch die Weibchen. So treibt der Existenzkampf der Individuen die Evolution voran! Sie muss außergewöhnlich wirksam sein, sie ist häufig in der Lage, andere Ausstattungsvorteile und Entwicklungen zu überwinden.

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989
Beschreibungstheorie Stalnaker I 15
KripkeVsBeschreibungstheorie/Stalnaker: Die Beschreibungstheorie erwächst aus einer Verwechslung von Semantik und Metasemantik. Anti-Essentialismus/Kripke/Stalnaker: Anti-Essentialismus erwächst aus einer Verwechslung von Semantik und Metaphysik.
I 212
Rein deskriptive Sprache/Stalnaker: Wenn wir eine rein deskriptive Sprache hätten, hätten wir keine Referenzfestlegung für allgemeine Termini. Dagegen: Referenz/Kausaltheorie der Referenz: (als Gegenposition zum Deskriptivismus): sagt uns die Kausaltheorie der Referenz wie Referenz im allgemeinen, für Namen wie für Prädikate, erworben wird. Das Wissen über die Referenzfestlegung gehört dann zur Sprachkompetenz.
I 212
Def Lokaler Deskriptivismus/Lewis/Stalnaker: Lokaler Deskriptivismus ist einfach eine Weise, einen Teil der Sprache durch einen anderen zu erklären. ((s) Laut Lewis und Stalnaker ist dies die einzige Möglichkeit). Globaler Deskriptivismus/LewisVs: Globaler Deskriptivismus macht es unmöglich zu erklären, wie Aussagen überhaupt falsch sein können. Das ist Putnams Paradox. ((s) Dann referieren die Ausdrücke auf "welche Dinge auch immer"). Dann sind die Eigenschaften und Relationen immer das, was die Theorie am besten wahr macht.
Zusatzbedingung/Lewis: Die einfachen Termini müssen die Welt "an den Gelenken aufteilen".
VsGlobaler Deskriptivismus:
1. Dieser wäre holistisch, d.h. was ich denke, ist von allem anderen abhängig, was ich denke.
2. Er wäre solipsistisch, weil von meinen Kausalrelationen abhängig: dann bedeutet "Tullius" ist bei mir etwas anderes als bei dir.

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
Bestätigung Logik-Texte V 115f
Bestätigung/Prinzip/Sainsbury: V1 (Hempel) Eine Verallgemeinerung wird von jeder ihrer Instanzen bestätigt - (trifft nicht bei glau zu) - Weiteres Prinzip: Ã1 : Wenn man von zwei Hypothese a priori wissen kann, dass sie äquivalent sind, dann bestätigen alle Daten, welche die eine Hypothese bestätigen, auch die andere. - Das führt zu Paradoxien.
V 135
G4 Eine Hypothese Alle Fs sind Gs wird von einem Korpus von Daten, das ihre Instanzen und keine Gegeninstanzen enthält, genau dann bestätigt, wenn die Daten nicht sagen, es gebe oder auch nur, es gebe höchstwahrscheinlich, eine Eigenschaft H, von der gilt, dass die untersuchten Fs nur G sind, weil sie H sind: aus G4 folgt, dass die Hypothese, alle Smaragde seien glau, von den Daten bestätigt wird, die nur aus Aussagen der Form Dies ist ein grüner Smaragd bestehen, aber es folgt daraus nicht, dass die Hypothese von dem Korpus von Daten einschließlich der Hintergrundinformation, die wir tatsächlich besitzen, bestätigt wird.
V 138
Pointe: das erklärt, warum die Daten nicht bestätigen, dass alle Smaragde glau sind. >Glauheit.
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001
Bivalenz Quine II 48
Bivalenz/Dummett: nach Dummett ist die Zweiwertigkeit das Kennzeichen des Realismus. Quine: mir liegt nicht sehr viel an der Zweiwertigkeit, hauptsächlich ist sie zur Vereinfachung gut. Neben den unentscheidbaren Tatsachen der Realisten in Bezug auf physikalische Gegenstände, ist die Vagheit der Termini in Rechnung zu stellen. Auch hier ergeben sich Probleme durch Zweiwertigkeit:
Sorites: Bsp Wenn nach Entfernung eines einzigen Korns von einem Sandhaufen immer ein Haufen übrigbleibt, folgt mittels vollständiger Induktion, dass bei Entfernung sämtlicher Körner ein Haufen übrigbleibt. Die Zweiwertigkeit besiegelt das Paradox, da sie verlangt, dass der Haufen in jeder Phase entweder wahr oder falsch sein müsse. Lösung: Das Paradox wird generell durch vage Termini herbeigeführt. >Paradoxien/Quine.
II 50
Zu denken, als ob unsere Termini präzise wären, scheint nicht weiter kompliziert zu sein, solange wir sehen, dass sie durch willkürliche Festsetzungen präzisiert werden können.
II 52
Zweiwertigkeit: Dennoch ist Bivalenz ein Grundzug unserer naturwissenschaftlichen Welt. Im liberalen Sinn ist das kein Problem. Frege: behauptet, jeder allgemeine Term trifft entweder zu oder nicht. Alle Termini sind vage durch Ostension. >Ostension/Quine. Es geht dabei nicht um Konvention, auch nicht um unerforschliche, wohl aber um objektive Tatsachen. Trotzdem kommen wir nicht umhin, den Tisch als einen und nicht einen anderen aufzufassen. So ist es mit der Zweiwertigkeit.
II 53
Die Zweiwertigkeit ist ein Grundzug unserer klassischen naturwissenschaftlichen Theorien. In Einklang mit unseren naturWissenschaftlichen Theorien betrachten wir alle derartigen Sätze so, als hätten sie einen tatsachenbezogenen Inhalt. Und sei er noch so weit von der Beobachtung entfernt. Damit ist der Einfachheit gedient.
II 54
Der Begriff des physikalischen Gegenstands im liberalen Sinn bringt keine Verlegenheit mit sich, da er alle Anwärter unterschiedslos als "Tisch" erfasst.
X 115
Dreiwertige Logik: hebt die klassische Bivalenz auf. Negation/mehrwertige Logik/Quine: könnten wir die mehrwertige Logik verteidigen, indem wir sie so definieren, dass sie genau dann wahr ist, wenn der negierte Satz nicht wahr ist? >Negation/Quine.
Vs: das verleiht ihr zwar die gewünschte Bedeutung, beruht aber auf einem Zirkel: wir verwenden bei der Definition das klassische „nicht“, das der Abweichler ablehnt.
X 115
Bivalenz/mehrwertige Logik/Quine: die Zweifel an der Zweiwertigkeit sind oft schwach begründet. 1. Vs Satz vom ausgeschlossenen Dritten/VsSaD: die schlechteste Begründung: ist, dass es immer Zwischenstufen gäbe.
2. VsSaD: besagt, dass es sonst angeblich eine Verwechslung von Wissen und Wahrheit gäbe:
X 116 >Satz vom ausgeschlossenen Dritten/Quine.
Quine pro extremer Realismus: wir können uns auf den Standpunkt stellen, dass jeder der Sätze, von denen wir die Antwort nicht kennen, entweder wahr oder falsch ist.
3. VsSaD: ist ernster zu nehmen: die Begründung stammt aus den Antinomien der Mengenlehre und der Semantik:
Russellsche Antinomie/Bovcar: (1939): mittlerer Wahrheitswert für „~(x e x)“.
QuineVs: das verstößt gegen das „Prinzip der Minimalen Verstümmelung“: die Antinomien stammen aus der Mengenlehre und der Semantik, versuchen wir, sie dort zu lösen, und nicht die funktionierende vollständige Logik lahmzulegen.
4. QuantenmechanikVsSaD: beschäftigt sich mit der Unschärferelation. Bestimmte Größen können nicht gleichzeitig gemessen werden. Damit scheint es überflüssig und irreführend, den klassischen logischen Apparat aufrecht zu erhalten.
Birkhoff/v.Neumann: (1936): abgeschwächter Ersatz für die wahrheitsfunktionale Logik, ist keine mehrwertige Logik, sondern eine nicht wahrheitsfunktionale Logik. >Logik/Quine.
PopperVs: behauptet, dass das nicht leistet, was es leisten soll.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Charakterzüge Robinson Corr I 464
Charakterzüge/Stimmungen/Zustände/Sozialpsychologie/Robinson/Sedikides: Wir schlagen vor, dass Konflikte zwischen Merkmal und Zustandsquellen der Selbsterkenntnis wahrscheinlich problematisch sind. Aus der Perspektive der Selbstverifikation wünschen sich die Menschen merkmalskonforme Stimmungszustände, auch weil solche Zustände im täglichen Leben häufiger vorkommen und daher gewohnheitsmäßigen Formen der Interaktion mit der Welt förderlicher sind (Swann und Schroeder 1995)(1). Daher können merkmalinkonsistente Stimmungszustände ein gewisses Maß an Unsicherheit und Verwirrung hervorrufen, was wiederum etablierte Routinen zur Beurteilung der Bedeutung aktueller Ereignisse stört. Zur Unterstützung eines solchen Rahmens haben sich Merkmal-Zustand-Unstimmigkeiten, sei es im Zusammenhang mit Extraversion und positiver Stimmung (Tamir, Robinson und Clore 2002)(2) oder Neurotizismus und negativer Stimmung (Tamir und Robinson 2004)(3), als Untergrabung der Beurteilungsfähigkeiten erwiesen, die in Form von verlangsamten Reaktionszeiten bei der Bewertung affektiver Reize definiert sind.
Darüber hinaus haben wir vorgeschlagen, dass die Menschen es im Allgemeinen vorziehen, ihre Emotionsbeurteilungen so weit wie möglich auf der Grundlage von zustandsbezogenem Wissen vorzunehmen (Robinson und Clore 2002b)(4). Wenn dieses Wissen jedoch weniger zugänglich ist, haben wir vorgeschlagen, dass Einzelpersonen zu ihren allgemeineren Überzeugungen über das Selbst "zurückfallen" können, und ein großer Teil der Forschung unterstützt diese Vorhersage zumindest inferenziell (Robinson und Clore 2002a)(5). Wenn wir Recht haben, sollten Personen, die weniger in der Lage sind, die Bedeutung aktueller Ereignisse einzuschätzen, emotionale Zustände melden, die durch ihre emotionalen Eigenschaften stärker beeinflusst sind.
Neurotizismus/Notlagen-Beziehungen sind unter den Individuen höher:
a) weniger in der Lage sein, vorübergehend zwischen bedrohlichen und nicht bedrohlichen Reizen zu unterscheiden (Tamir, Robinson und Solberg 2006)(6);
b) höhere Tendenzen der kognitiven Ausdauer (Robinson, Wilkowski, Kirkeby und Meier 2006)(7);
c) höhere Dominanz-Wirkungs-Tendenzen (Robinson, Goetz, Wilkowski und Hoffman 2006)(8);
d) langsamere Reaktionszeit (Robinson und Clore 2007)(9);
e) höhere Variabilität der Reaktionszeit (Robinson, Wilkowski und Meier 2006)(10); und
f) geringere Selbstregulierungsfähigkeit (Robinson, Ode, Wilkowski und Amodio 2007)(11).
Der Merkmal-Neurotizismus scheint also eine wichtige Rolle bei Individuen zu spielen, die weniger in der Lage sind, die Nuancen der Moment zu Moment Erfahrung zu schätzen (Robinson und Clore 2007)(9). Die Auswirkungen dieser Forschung
Corr I 465
sind bemerkenswert. Merkmale sind keine unvermeidlichen Prädiktoren für Emotionen und Verhaltensweisen im täglichen Funktionieren. Ihr Einfluss auf solche Ergebnisse hängt vielmehr davon ab, inwieweit der Einzelne auf die Nuancen des täglichen Lebens eingestellt ist.

1. Swann, W. B. and Schroeder, D. G. 1995. The search for beauty and truth: a framework for understanding reactions to evaluations, Personality and Social Psychology Bulletin 21: 1307–18
2. Tamir, M., Robinson, M. D. and Clore, G. L. 2002. The epistemic benefits of trait-consistent mood states: an analysis of Extraversion and mood, Journal of Personality and Social Psychology 83: 663–77
3. Tamir, M. and Robinson, M. D. 2004. Knowing good from bad: the Paradox of Neuroticism, negative affect, and evaluative processing, Journal of Personality and Social Psychology 87: 913–25
4. Robinson, M. D. and Clore, G. L. 2002b. Episodic and semantic knowledge in emotional self-report: evidence for two judgment processes, Journal of Personality and Social Psychology 83: 198–215
5. Robinson, M. D. and Clore, G. L. 2002a. Belief and feeling: an accessibility model of emotional self-report, Psychological Bulletin 128: 934–60
6. Tamir, M., Robinson, M. D. and Solberg, E. C. 2006. You may worry, but can you recognize threats when you see them?: Neuroticism, threat identifications, and negative affect, Journal of Personality 74: 1481–1506
7. Robinson, M. D., Wilkowski, B. M., Kirkeby, B. S. and Meier, B. P. 2006. Stuck in a rut: perseverative response tendencies and the Neuroticism/distress relationship, Journal of Experimental Psychology: General 135: 78–91
8. Robinson, M. D., Goetz, M. C., Wilkowski, B. M. and Hoffman, S. J. 2006. Driven to tears or to joy: response dominance and trait-based predictions, Personality and Social Psychology Bulletin 32: 629–40
9. Robinson, M. D. and Clore, G. L. 2007. Traits, states, and encoding speed: support for a top-down view of neuroticism/stress relations, Journal of Personality 75: 95–120
10. Robinson, M. D., Wilkowski, B. M. and Meier, B. P. 2006. Unstable in more ways than one: reaction time variability and the Neuroticism/distress relationship, Journal of Personality74: 311–43
11. Robinson, M. D., Ode, S., Wilkowski, B. M. and Amodio, D. M. 2007. Neurotic contentment: a self-regulation view of Neuroticism-linked distress, Emotion 7: 579–91


Michael D. Robinson and Constantine Sedikides, “Traits and the self: toward an integration”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

EconRobin I
James A. Robinson
James A. Acemoglu
Why nations fail. The origins of power, prosperity, and poverty New York 2012

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Deliberative Demokratie Diversitätstheorien Gaus I 147
Deliberative Demokratie/Diversitätstheorien/Dryzek: Während Sozialwahl-Demokratiekritiker die unüberschaubare Vielfalt fürchten, die Deliberation fördern kann (>Deliberative Demokratie/Sozialwahltheorie), kritisieren Diversitätstheorien (engl. difference democrats) Deliberation aus genau dem gegenteiligen Grund: dass sie Vielfalt unterdrückt. Mehr oder weniger stark orientieren sich Diversitätstheorien an der postmodernen Identitäts- und Differenztheorie, in der das Wesen der Demokratie in der kreativen Begegnung von Menschen mit disparaten Identitäten gesehen wird (zum Beispiel Connolly, 1991)(1). Genau wie bei den deliberativen Demokraten wird der Kern der Demokratie daher als Kommunikation gesehen. Allerdings problematisieren die Differenzdemokraten die Kommunikation und kritisieren die angeblich neutralen Kommunikationsformen, die die deliberativen Demokraten wegen ihrer kulturellen Voreingenommenheit betonen.
Iris Marion Young: Insbesondere Iris Young (2000)(2) argumentiert (in einem US-amerikanischen Kontext), dass jede Haupt- oder ausschließliche Betonung des rationalen Arguments Minderheiten, die sich mit seinen Feinheiten nicht auskennen, weiter benachteiligt. Ihre "kommunikative Demokratie" würde sowohl Begrüßung, Rhetorik und Geschichtenerzählen (oder Zeugenaussagen oder Erzählungen) als auch Argumente umfassen - Kommunikationsformen, die ihrer Meinung nach für benachteiligte Minderheiten leichter zugänglich sind. Dies deckt sich mit Young's früherem (1990)(3) Eintreten für eine garantierte Repräsentation und ein Vetorecht für benachteiligte Gruppen bei politischen Maßnahmen, die sie betreffen.


1. Connolly, William E. (1991) Identity/Difference: Democratic Negotiations of Political Paradox. Ithaca, NY: Cornell University Press.
2. Young, Iris Marion (2000) Inclusion and Democracy. Oxford: Oxford University Press.
3. Young, Iris Marion (1990) Justice and the Politics of Difference. Princeton, NJ: Princeton University Press.

Dryzek, John S. 2004. „Democratic Political Theory“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Demokratie Young Gaus I 147
Demokratie/Iris Marion Young/Dryzek: Während Sozialwahl-Kritikerinnen und -Kritiker der Demokratie die unüberschaubare Vielfalt fürchten, die eine Deliberation fördern kann (>Deliberative Demokratie/Sozialwahltheorie), kritisieren Differenzdemokraten die Deliberation aus genau dem gegenteiligen Grund: dass sie die Vielfalt unterdrückt. Mehr oder weniger stark orientieren sich Differenzdemokraten an der postmodernen Identitäts- und Diversitätstheorie, in der das Wesen der Demokratie in der kreativen Begegnung von Menschen mit disparaten Identitäten gesehen wird (zum Beispiel Connolly, 1991)(1). Genau wie bei den deliberativen Demokraten wird der Kern der Demokratie daher als Kommunikation gesehen. Die Diversitätstheorien problematisieren jedoch die Kommunikation und kritisieren die angeblich neutralen Kommunikationsformen, die die deliberativen Demokraten wegen ihrer kulturellen Voreingenommenheit betonen.
Iris Marion Young: Insbesondere Iris Young (2000)(2) argumentiert (in einem US-amerikanischen Kontext), dass jede Haupt- oder ausschließliche Betonung des rationalen Arguments Minderheiten, die sich mit seinen Feinheiten nicht auskennen, weiter benachteiligt. Ihre "kommunikative Demokratie" würde sowohl Begrüßung, Rhetorik und Geschichtenerzählen (oder Zeugenaussagen oder Erzählungen) als auch Argumente umfassen - Kommunikationsformen, die ihrer Meinung nach für benachteiligte Minderheiten leichter zugänglich sind. Dies deckt sich mit Young's früherem (1990)(3) Eintreten für eine garantierte Repräsentation und ein Vetorecht für benachteiligte Gruppen bei politischen Maßnahmen, die sie betreffen.
DryzekVsYoung, Iris Marion: Jedoch sollte Youngs Trio ((s) Begrüßung, Rhetorik und Erzählung) nicht unkritisch akzeptiert werden, wie sie schließlich erkennt (2000(2): 77-80). Stattdessen müssen sie den Tests der Nicht-Nötigung, der Fähigkeit, zum Nachdenken anzuregen, und der Fähigkeit, das Besondere mit dem Allgemeinen zu verbinden, unterzogen werden (Dryzek, 2000(4): 68-71).


1. Connolly, William E. (1991) Identity/Difference: Democratic Negotiations of Political Paradox. Ithaca, NY: Cornell University Press.
2. Young, Iris Marion (2000) Inclusion and Democracy. Oxford: Oxford University Press.
3. Young, Iris Marion (1990) Justice and the Politics of Difference. Princeton, NJ: Princeton University Press.
4. Dryzek, John S. (2000) Deliberative Democracy and Beyond: Liberals, Critics, Contestations. Oxford: Oxford University Press.


Dryzek, John S. 2004. „Democratic Political Theory“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Denken Nietzsche Danto III 142
Denken/Körper/Nietzsche/Danto: Nietzsche neigt zur Annahme, dass sich- ebenso wie ein Gedanke kommt, wenn er will und nicht, wenn ich will – mein Körper bewegt, wenn er, und nicht, wenn ich will.
Danto III 150
Das Denken als solches braucht nicht bewusst zu sein. Der Begriff unbewusstes Denken ist nicht widersprüchlich (F. Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft, KGW V, 2. S. 274). Privatsprache/Sprache/Nietzsche: Paradoxerweise folgt daraus, dass angeblich private Worte – also Worte, die sich auf unsere eigenen inneren Zustände beziehen – die Grundlage und Hauptbestandteil unserer gemeinsamen und öffentlichen Sprache bilden.


Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Dialethismus Priest Field II 145
Dialethismus/Priest/Paradoxa/Field: (Priest 1998): These: der Satz des Lügners sowie seine Negation sind beide behauptbar (und auch ihre Konjunktion). Die Regeln der Logik sind abgeschwächt (>stärker/schwächer; >Stärke von Theorien), so dass dadurch nicht jede Behauptung behauptbar wird. Attraktivste Variante: baut auf Kleenes dreiwertiger Logik auf.
Dreiwertige Logik/Kleene/Priest/Field: Priest nimmt hier an, dass die gültigen Inferenzen die sind, die „korrekte Behauptung“ garantieren. Aber eine Behauptung ist nur korrekt, wenn sie einen der beiden höchsten Wahrheitswert in der Wahrheitswert-Tabelle hat.
Curry-Paradox: ist damit ausgeschlossen, denn das einzige Konditional in dieser Sprache ist das materiale Konditional.
materiales Konditional/Field: ist durch ~ und v definiert. Es unterstützt in der Logik von Kleene/Priest nicht völlig den modus ponens.
Lügner/KleeneVsPriest: (und andere „abweichende“ Sätze): haben Wahrheitswert-Lücken. Es gibt aber keine Wahrheitswert-Ballungen.
Abweichender Satz: Bsp Lügner-Satz, hat keine Wahrheitswert-Ballungen aber Wahrheitswert-Lücken.
Lügner/PriestVsKleene: (und andere abweichende Sätze): haben umgekehrt Wahrheitswert-Ballungen und keine Lücken.
Problem/Kleene: hier kann man keine Äquivalenz zwischen „p“ und „“p“ ist wahr“ aufstellen! Denn eine Wahrheitswert-Lücke in einem Satz „A“ zu behaupten, hieße zu behaupten: „~[wahr („A“) v wahr („~A“)]“ und das sollte äquivalent sein zu „~(A v ~A)“ aber ein Satz dieser Form kann bei Kleene niemals legitim sein.
Wahrheitswert-Lücke/logische Form/Field: eine Wahrheitswert-Lücke in einem Satz „A“ zu behaupten, hieße zu behaupten: „~[wahr („A“) v wahr („~A“)]“ und das sollte äquivalent sein zu „~(A v ~A)“.
Lösung/Priest: wenn „A“ ein abweichender Satz ist, ist das bei Priest eine korrekte Behauptung. Auch die Behauptung des Fehlens einer Wahrheitswert-Ballung in einem Satz „A“ wäre die Behauptung „~[(wahr („A „) u wahr(„~A)“]“ was äquivalent sein sollte zu „~(a u ~A)“. Kleene kann dieses Fehlen für abweichende Sätze nicht behaupten, Priest wohl.

Pries I
G. Priest
Beyond the Limits of Thought Oxford 2001

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Diskurs Foucault II 33ff
Diskurs/Foucault: Zunächst negative Arbeit: wir müssen uns von einem ganzen Komplex von Begriffen lösen: 1.Tradition, 2. unreflektierten Kontinuitäten. Def Tradition: dank seiner kann man die Neuigkeiten auf einem Hintergrund der Permanenz isolieren, Ähnlichkeiten und Wiederholungen bekommen einen kausalen Anstrich. Der Begriff verbindet auf Entfernung und durch die Zeit hindurch. Er gruppiert verstreute Ereignisse. FoucaultVs: es gibt nie scharfe Grenzen. In einem anderen System gibt es ganz andere Verbindungen. Der Begriff sollte nicht verwendet werden.
Diskurs/Foucault: 1.falsche Annahme, es gäbe stets einen geheimen Ursprung. 2. falsche Annahme, jeder Diskurs beruhte insgeheim auf einem bereits Gesagten.
Stattdessen neu: den Diskurs im Mechanismus seines Drängens behandeln. So erscheint das Vorhaben einer reinen Beschreibung der diskursiven Ereignisse als Horizont für die Untersuchung der sich darin bildenden Einheiten. Keine Analyse der Sprache!. Stattdessen: Frage: wie kommt es, dass eine bestimmte Aussage erschienen ist und keine andere an ihrer Stelle?
Denken/Diskurs: diese Beschreibung des Diskurses ist nicht die Geschichte des Denkens! Die Geschichte des Denkens würde die Absicht von Subjekten untersuchen wollen.
Diskurs: Beim Diskurs geht es um das Wiederfinden des stummen, murmelnden, unerschöpflichen Sprechens, das von innen die Stimme belebt, die man hört.
Denken: Analyse des Denkens ist stets allegorisch im Verhältnis zum Diskurs, den sie benutzt. Frage: was wurde wirklich gesagt?
Diskurs: wird völlig anders analysiert: man muss zeigen, warum er so und nicht anders war. Es geht um Ereignisse, die weder die Sprache noch der Sinn völlig erschöpfen können. Nicht psychologisch! Keine Gruppierungen.
II 48ff
Diskurs: könnte man von einer Identität der Themen sprechen? Bsp ob die Evolution als Thema sich von Buffon bis Darwin durchgehalten hatte?. Foucault: dieses Thema unterschob stets mehr als man davon wußte, aber zwang dazu, von einer fundamentalen Wahl auszugehen. Antwort: anstatt Ketten von logischen Schlüssen oder Tafeln von Unterschieden aufzustellen, sollte man Systeme der Steuerung beschreiben. Formationsregeln.
II 61ff
Analyse des Diskurses: entdeckt keine Form, sondern eine Gesamtheit von Regeln, die einer Praxis immanent sind. Nicht die Gegenstände bleiben konstant, noch der Bereich, den sie bilden, nicht einmal der Punkt des Auftauchen oder ihre Charakterisierungseise, sondern das Inbeziehungsetzen der Oberflächen, wo sie erscheinen!
Bsp Wir wollen nicht Wissen, ob derselbe, zur jederzeit wahnsinnig gewesen wäre. (Eine solche Geschichte des Referenten ist zweifellos möglich).
Aber hier geht es nicht darum, den Diskurs geschichtlich zu neutralisieren, sondern im Gegenteil, ihn in seiner Konsistenz zu erhalten, in seiner eigenen Komplexität.
Es geht auch nicht um die Untersuchung des Bedeutungswandels von Wörtern und Begriffen. Die Wörter sind unserer Analyse ebenso fern wie die Dinge selbst.
Es geht vielmehr darum, warum ein. Gegenstand einer Untersuchung geworden ist.
Bsp warum die Kriminalität ein Gegenstand der medizinischen Untersuchung geworden ist oder Bsp die sexuelle Abweichung Gegenstand des psychiatrischen Diskurses.
Diskurs: nicht eine reine und einfache Beschränkung der Dinge und Wörter, keine dünne Kontaktfläche zwischen Wirklichkeit und Sprache. Vielmehr macht die Analyse die Regeln sichtbar. Die Regeln und Praktiken bilden die Gegenstände.
A
II 154f
Def Diskurs: Menge von Aussagen, die dem gleichen Formationssystem (diskursive Formation) angehören. Bsp klinischer, ökonomischer Diskurs. Def Formulierung: Ereignis, das stets raum zeitlich auffindbar ist.
Def Satz/Proposition: die Einheiten, die die Grammatik oder Logik in einer Zeichenmenge erkennen können.
Def Aussage: die dieser Zeichenmenge eigene Existenzmodalität.
Diskursive Formation: soll jetzt zum einem Gesetz der Serien ausformuliert werden.
Denkbild: die Beschreibung der Aussagen wendet sich nach einer in gewisser Weise vertikalen Dimension den Existenzbedingungen der verschiedenen Bedeutungsmengen zu.
Beschreibung der Aussage: Paradox: die Beschreibung versucht nicht, die sprachlichen Performanzen zu umgehen, dennoch ist die Aussage nicht unmittelbar sichtbar. Sie gleichzeitig nicht sichtbar und nicht verborgen.
Analyse der Aussage: historisch, aber außerhalb jeder Interpretation: sie befragt die gesagten Dinge nicht nach dem, was sie verbergen, sondern umgekehrt, auf welche Weise sie existieren, was es für sie heißt, manifestiert worden zu sein.
Bedeutung: verschiedene Bedeutungen gibt es auf einem identischen Aussagesockel. Aber fehlende Regelmäßigkeit ist keine verborgene Bedeutung!
Aussage: keine Einheit neben, über oder unter den Sätzen oder Propositionen.
Bedeutung: verweist immer auf etwas anderes.
Sprache/Foucault: scheint stets durch das Andere, das Woanders, das Distanzierte, das Ferne bevölkert. Sie wird durch die Abwesenheit ausgehöhlt.
B
II 165ff
Wie kann sich die Beschreibung der Aussagen der Analyse der diskursiven Formationen anpassen? Denkbild: ich gehe nicht mittels einer linearen Deduktion vor, sondern im konzentrischen Kreisen.
Theorie/Foucault: ich habe kein strenges theoretisches Modell errichtet, sondern ein kohärentes Beschreibungsgebiet freigesetzt.
Def Diskursive Formation: das allgemeine Aussagesystem, in einer Gruppe sprachlicher Performanzen gehorcht. Nicht das einzige System, von dem sie beherrscht wird, sie wird außerdem von einem logischen, linguistischen, psychologischen System gelenkt.
Eine Aussage gehört zu einer diskursiven Formation, wie ein Satz zu einem Text und eine Proposition zu einer deduktiven Gesamtheit.
Def Diskurs: eine Menge von Aussagen, insoweit sie zur selben diskursiven Formation (Formationssystem) gehören.
Def »diskursive Praxis«: nicht expressives Tun, auch nicht rationale Aktivität, auch nicht Kompetenz, sondern: Gesamtheit von anonymen, historischen, stets im Raum und Zeit determinierten Regeln, die in einer gegebenen Epoche für eine soziale, ökonomische, geographische oder sprachliche Umgebung die Wirkungsbedingungen der Aussagefunktion definiert haben.


Foucault I
M. Foucault
Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften Frankfurt/M. 1994

Foucault II
Michel Foucault
Archäologie des Wissens Frankfurt/M. 1981
Einfachheit Quine VII (a) 17
Einfachheit/Quine: die Einfachheit ist selbst zweideutig und unklar. Es ist ein doppelter oder mehrfacher Standard. Es ist abhängig vom Begriffsschema. >Begriffsschemata/Quine. Unmittelbare Erfahrungen können in einem physikalistischen Begriffsschema einfacher dargestellt werden.

VII (d) 70
Einfachheit/Ontologie/Quine: wir vereinfachen unseren Diskurs, indem wir die Gegenstände so groß und so wenige wie möglich sein lassen. Bsp Fluss statt zeitlicher Stadien des Flusses.
XI 135
Ontologie/Existenz/Theorie/Quine/Lauener: entscheidend sind Einfachheitsüberlegungen, aber nicht so sehr über die Menge der Gegenstände, als vielmehr über die Theorie. Gute Chancen als Gegenstände haben solche, die schon beim Sprachlernen eine Rolle spielen. Während die Gegenstände, die den theoretischen Termini der modernen Physik entsprechen, einer späteren Revision zum Opfer fallen könnten.

XII 33
Abstrakt/abstrakter Gegenstand/Existenz/Kohärenz/Quine: Existenzbehauptungen über abstrakte Gegenstände lassen sich nur nach ihrer Kohärenz oder durch Einfachheitsüberlegungen beurteilen. Bsp: Zur Vermeidung von Paradoxien mit Klassen. >Paradoxien/Quine.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Einführung Strawson I 187
Term/Ausdruck/Sache/Einführen/Strawson: alles was durch einen Ausdruck in eine Äußerung eingeführt wird, ist eine Sache (Term: StrawsonVsQuine: hier auch nichtsprachlich, Sache!)).
I 188
VsGeach: dieser unterscheidet nicht zwischen den verschiedenen Arten der Einführung in die Rede - man kann sagen, eine Aussage sagt etwas über jede Sache, die in sie eingeführt wird, nicht nur über die Sachen, auf bezugnehmende Weise eingeführt wurden - (also auch über das Rauchen). - "Ist weise" wird behauptend eingeführt, Sokrates nicht.
I 192
Aber dennoch kein Unterschied zwischen behauptendem und dem sacheinführenden Modus, weil letzterer auch aussagend ist. I 193 Der Behauptungsmodus ist primär.
I 194
Einführung: indikativische Verbalform: führt Sache in eine Aussage ein - substantivische: hat keine solche Implikation, kann auch Listen von Sachen einführen - VsFrege: ist darauf festgelegt, dass Begriffe nur nicht-substantivisch eingeführt werden können - daher das Paradox, dass "ist weise" ein Objekt ist und kein Begriff - (nicht im behauptenden Modus eingeführt).
I 196
StrawsonVsFrege: dass die Teile des Satzes nur durch Ungesättigtes aneinanderhaften, ist bloß metaphorisch - RamseyVsFrege: kein Grund, irgendeinen Teil als ungesättigt zu betrachten.
I 232ff
Einzelding/Einführung: durch identifizierende Beschreibung - damit Sprecher und Hörer dasselbe Einzelding meinen.
I 234
Identifizierende Beschreibung muss nicht Beschaffenheit angeben: Bsp die Stadt in der ich lebte - aber wahre empirische Aussage.
I 235
Für Universalien gibt es nichts entsprechendes - I 236 aber keine Tatsachen über die Welt sondern über die Sprache! - ((s) keine Wahrmacher).
I 238
Wenn Universalien in Sprache eingeführt sind, ist keine empirische Gewissheit über Wahrheit der Sätze notwendig.
I 239
Sonderfall: wenn Universalien nicht durch Ausdruck sondern durch Kennzeichnung eingeführt werden, dann ist eine Bestätigung durch einenempirischen Satz notwendig. - Bsp statt "Grippe": "Johns Krankheit".
I 239f
Universale/Einzelding/Einführung: Klasse (1): (U): Ausdrücke, von denen man (ohne empirische Tatsachen) nicht wissen kann, was sie einführen - Klasse (2) (Einzelding) auch ohne empirische Tatsache möglich zu wissen, was sie einführen - beide sind unvollständig - (1) setzen implizite Aussagen voraus, haben faktisches Gewicht - (2) haben kein faktisches Gewicht
I 241
Subjekt/Prädikat/Ding/Einzelding/Universale: 3. Kriterium: Ausdrücke zur Einführung von "Einzeldinge können niemals Prädikat-Ausdrücke sein. Def Subjekt-Ausdruck: präsentiert eine Tatsache aus eigener Kraft (vollständig) - Prädikat-Ausdruck: unvollständig, "ist verheiratet mit John" ist keine Tatsache aus eigener Kraft.
I 242
Bsp "Großmut ist eine liebenswertere Tugend als Klugheit": "Großmut" und "Klugheit" präsentiert keine verdeckte gemeinsame Tatsache.
I 242
Allgemeines/Einzelnes: die Affinität zwischen dem grammatischen und dem kategorialen Kriterium für Subjekt/Prädikat-Unterscheidung erklärt auch die traditionelle Verkettung der beiden Unterscheidungen.
I 254ff
Einführung/Einzelding: bisher nur quasi wie Quantifikation nach einer empirischen Voraussetzung - neu: anderer Sinn von Einführen: E der Gepflogenheit, Einzelding im 1. Sinn einzuführen - dann auch E1: führt Einzeldinge ein , E2: Klassen von Einzeldingen. - Dann Voraussetzung2 V2: Klasse von Dingen (oder Universale) die eingeführt werden können. - Wo bleibt dann die Asymmetrie zwischen Einzelding und Universale?
I 258
Verbindung der beiden Theorien: eine EF1 eines Einzeldings der relevanten Klasse können wir in der Weise denken, dass sie eine Tatsache der v2 Klasse v1.
I 263
Beide Theorien sind unabhängig, aber verbindbar.
I 259
Einzelding/Einführung: Sätze in denen gewisse Typen von Einzeldingen eingeführt werden, können nicht auf solche zurückgeführt werden, in denen sie nicht vorkommen - Bsp Aussagen über Nationen sind nicht in Aussagen über Menschen zurückführbar - aber sie haben Aussagen über Menschen zur Voraussetzung2. - Problem: was steht am Ende der Kette? - >Grundzug-Universalien.

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993
Einsetzen Quine V 135f
Einsetzungs-Operator/Quine: "a vice x" œ: "a ist ein Ding derart, dass". Das ist das Wesentliche des Relativsatzes. (Bsp: ein Kind sucht Analogien.) "Fa": "a vice x Fx". "Ich sehe den Mond": "Der Mond vice x ich sehe x". "Vice": eliminiert "derart, dass". Damit sind wir unabhängig von der Kategorie der singulären Terme. ((s) dann können wir auch auf z.B. Farben referieren). Bsp: "How do you do?": "Do vice x how x you x?". Bsp "(x x vice x) vice x x vice x". Wenn man das ausrechnet, kommt man wieder zu diesem Anfang zurück. Alltagssprachlich: "(Ding x derart, dass x ein Ding x ist, derart, dass) ist ein Ding x derart, dass x ein Ding x ist, derart dass x". Problem: wenn doppelt negiert, dann ähnlich wie Russellsche Paradoxie. >Russells Paradoxie/Quine.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Elementrelation Quine IX 23
Elementbeziehung/Identität/Klassen/Individuen: "ε" vor Individuen hat die Eigenschaft von "=".
IX 113~
Def Elementbeziehung/Ordinalzahlen/OZ: "E" steht für "{ : y e z}". Ru: y ist eine Zahl, aber z nicht! Z muss eine Menge sein. Ein Paar aus Zahl und Menge, außerdem ist die Zahl aus der Menge. Wenn das gilt, ist es eine E-Beziehung. E soll die Ordinalzahlen ordnen.
IX 116
NO = Klasse der Ordinalzahlen ist ungleich Ordinalzahlen.
IX 119
Elementbeziehung/Ordinalzahlen/Quine: "ε" bedeutet hier "kleiner" - auswechselbar mit "enth" in Bezug auf Ordinalzahlen. Daher ist x U {x} die nächste Ordinalzahl nach x ist, falls es hinter x überhaupt noch eine Ordinalzahl gibt. Um zu einer Klasse zu gehören, genügt nicht die Erfüllung der Elementbedingungen. Die Existenz ist erforderlich. Der Beweis für "NO ε ϑ" ((s) die Klasse der Ordinalzahlen existiert nicht".) Es liegt nun auf der Hand: würde NO existieren, so würden 23.9 und 24.3 einen Widerspruch zu 23.7 bilden. >Paradoxie von Burali-Forti. >Prinzipien/Quine.
IX 219
Elementbeziehung/Epsilon/Induktion/Quine: das primitive Prädikat "ε" teilt die Bestimmung von Klassen, (a) hinter dem Epsilon, in die Bestimmung, Elemente zu haben, und (b) vor dem Epsilon, in die Bestimmung, Element zu sein. Problem der Induktion: ist immer auch eins mit der Existenz von Klassen, die nur für die Bestimmung (a) gebraucht wurden. Induktion: um sie aus der Definition von n ableiten zu können, brauchen wir eine Klasse {x:Fx} oder N n {x: Fx} oder
{x:x <= z u ~Fx}
als Wert einer Variablen dieser Definition, und das ist eine Variable, die nur rechts von "ε" steht.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Ellsberg-Paradoxon Norvig Norvig I 620
Ellsberg-Paradoxon/Ambiguität/Irationalität/Rationalität/Norvig/Russell: Hier sind die Preise festgelegt, aber die Wahrscheinlichkeiten sind nur schwach eingeschränkt. Ihre Auszahlung hängt von der Farbe einer Kugel ab, die aus einer Urne ausgewählt wurde. Man sagt Ihnen, dass die Urne 1/3 rote Kugeln und 2/3 entweder schwarze oder gelbe Kugeln enthält, aber Sie wissen nicht, wie viele schwarze und wie viele gelbe Kugeln es gibt. Wieder werden Sie gefragt, ob Sie die Lotterie A oder B bevorzugen; und dann C oder D: A: $100 für eine rote Kugel B: $100 für eine schwarze Kugel C: $100 für eine rote oder gelbe Kugel D: $100 für eine schwarze oder gelbe Kugel. Es sollte klar sein, dass, wenn Sie denken, dass es mehr rote als schwarze Kugeln gibt, dann sollten Sie A gegenüber B und C gegenüber D bevorzugen; wenn Sie denken, dass es weniger rote als schwarze gibt, dann sollten Sie das Gegenteil bevorzugen.
Aber es stellt sich heraus, dass die meisten Menschen A gegenüber B und zudem D gegenüber C bevorzugen, obwohl es keinen Zustand der Welt gibt, für den dies rational ist. Es scheint, dass die Menschen eine Ambiguitätsaversion haben: A gibt Ihnen eine Gewinnchance von 1/3, während B irgendwo zwischen 0 und 2/3 liegen könnte. In ähnlicher Weise gibt D Ihnen eine 2/3-Chance, während C zwischen 1/3 und 3/3 liegen könnte. Die meisten Menschen wählen die bekannte Wahrscheinlichkeit und nicht die unbekannten Unbekannten. >Allais-Paradoxon/Norvig, >Rationalität/KI-Forschung, >Sicherheitseffekt/Kahneman/Tversky, >Nutzwert/KI-Forschung.
Ambiguitätsaversion: Es scheint, dass Menschen eine Ambiguitätsaversion haben: A gibt Ihnen eine Gewinnchance von 1/3, während B zwischen 0 und 2/3 liegen könnte. In ähnlicher Weise gibt D Ihnen eine 2/3-Chance, während C zwischen 1/3 und 3/3 liegen könnte. Die meisten Menschen wählen die bekannte Wahrscheinlichkeit und nicht die unbekannten Unbekannten.
Norvig I 638
Das Ellsberg-Paradoxon zur Ambiguitätsaversion wurde in der Dissertation von Daniel Ellsberg eingeführt (Ellsberg, 1962)(1), (...). Fox und Tversky (1995)(2) beschreiben eine weitere Untersuchung der Ambiguitätsaversion. Mark Machina (2005)(3) gibt einen Überblick über die Wahl unter Unsicherheit und wie sie von der erwarteten Nutzentheorie abweichen kann.

1. Ellsberg, D. (1962). Risk, Ambiguity, and Decision. Ph.D. thesis, Harvard University.
2. Fox, C. and Tversky, A. (1995). Ambiguity aversion and comparative ignorance. Quarterly Journal of Economics, 110(3), 585–603.
3. Machina, M. (2005). Choice under uncertainty. In Encyclopedia of Cognitive Science, pp. 505–514.
Wiley.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Empirismus Adorno XIII 85
Erfahrung/Empirismus/Adorno: Bei Locke, Berkeley und Hume findet man über die Erfahrung ungeheuer viel, die Erfahrung selber aber wird man in dieser Philosophie kaum antreffen.
XIII 86
De Philosophie hat das Problem, dass sie, sobald sie Erfahrungen geltend machen will, im allgemeinen immer wieder auch nur einen Begriff von Erfahrung und gar nicht den Inhalt der Erfahrung hat. araus hat sie eine Tugend gemacht und daraus abgeleitet, dass die Erfahrung, weil sie nur im Begriff von Erfahrung ausdrückbar sei, ihrerseits nur ein Begriff, nur ein Wesen sei. Inhalt/Adorno: Paradoxerweise kommt der Inhalt bei idealistischen Philosophien wie Hegel, aber auch Schelling, viel besser zur Geltung als in den empiristischen Philosophien.
XIII 155
Empirismus/Adorno: im Gegensatz zum Rationalismus tut das Denken gleichsam etwas hinzu. Indem es zu dem gegebenen von außen her hinzukommt, sind die beiden Prinzipien (res cogitans und res extensa) wieder unvermittelt. Dann sei alles Denken ohne Sinne eben ein bloßes Gedankengespinst. Dieser Ansatz entwickelt sich aber aus seiner eigenen Konsequenz dann auch immer weiter im Sinn einer fortschreitenden Subjektivierung. Aus dem naiv realistischen Empirismus von Bacon entwickelt sich allmählich über Locke bis Berkeley und Hume der konsequente Empirismus, bei der durch den konsequenten Rekurs auf die Sinne überhaupt nichts anderes als Rechtquelle der Erkenntnis gelten gelassen wird als die unmittelbaren Gegebenheiten meines Bewusstseins.
XIII 156
RationalismusVsEmpirismus/EmpirismusVsRationalismus/Adorno: der Gegensatz zwischen Empirismus und Rationalismus ist nicht entfernt so radikal, wie man ihn sich vielfach vorstellt. Beide sind an dem Wissenschaftsmodell der Evidenz orientiert. Sie sind beide Residualtheorien der Wahrheit und gegen dadurch immerzu ineinander über. Das Moment der Naturbeherrschung und schließlich der Selbstbeherrschung liegt in beiden Schulen gleichermaßen zugrunde.
XIII 157
Erfahrung/Empirismus/Adorno: die Erfahrung wird auch im Empirismus immer nur als ein Prinzip, ihren allgemeinsten Kategorien nach und gar nicht ihrem Inhalt nach, behandelt.
XIII 158
Erst der Erzgegner des Empirismus, der Idealismus und in umfassendsten Maße Hegel hat versucht, die volle geistige Erfahrung in den Griff zu bekommen. KantVsEmpirismus/Adorno: Erfahrung ohne Denken gibt es überhaupt nicht, sonst bliebe sie bei der bloßen Diskontinuität der einzelnen Momente stehen. Das Einheitsprinzip ((s) der Subjektivität, der Vernunft und des Geistes) würde dann ganz wegfallen.

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Entailment Geach I 174
Entailment/Quine/Geach: Quine gebraucht "impliziert" statt "entails". - Geach: Entailment verlangt Nomina - Zitate sind immerhin nomen-ähnlich. - Entailment verlangt Anführungszeichen um Sätze einzuschliessen. GeachVsPropositionen: "entails": ist ein Kunstwort; stattdessen kann man auch "ein Wenn" benutzen - Bsp "Ein Wenn Russell ein Bruder ist, ist Russell männlich": das vermeidet, Teilsätze als Schwärzung des Papiers (Buchstaben) anzusehen. - (Sonst "Die Proposition, dass Russell ein Bruder...".
I 180
Entailment/Geach: Wahrheitsbedingungen: These: "p entails q" dann und nur dann, wenn es eine a priori-Möglichkeit gibt zu wissen, dass Cpq, die nicht darin besteht herauszufinden, ob entweder p oder q wahr ist. Problem: das impliziert eine Möglichkeit, dass wir haben: "p" ist falsch und "es ist möglich herauszufinden, dass p" ist wahr! - Notwendiges kann man ohne Fakten und ohne Begriffsanalyse Wissen. - Lewy’s Erstes Paradox: Entailment kann nicht uneingeschränkt transitiv sein.
I 183
Entailment/Lewy’s 1. Paradox: Zusammenfassung: 1. Man kann a priori Wissen, dass Cpq ohne zu Wissen p v q.
2. Man kann a priori Wissen, dass Cqr ohne zu Wissen p v r.
Aus diesen Prämissen können wir folgern: Konklusion: man kann a priori Wissen, dass Cpr - Pointe: aber wir können nicht sicher hinzufügen: ..ohne zu Wissen ("was keine Weise ist, herauszufinden") ob p v r . - Wir haben die a priori-Weise herauszufinden, dass Cpr, hergeleitet von unserem a priori Wissen, dass Cpq und dass Cqr. - Aber das ermöglicht nicht zu beantworten, ob p, und herauszufinden, dass Cqr ermöglicht, nicht herauszufinden ob r.
Wenn die Wahrheits-Tabelle sowieso die gleichen Wahrheitswerte liefert, kann man nicht von einer Verknüpfung sprechen. - Es gibt keinen Grund zu glauben, dass wir irgendein Wissen a priori haben, dass beides Cp(Kpq) und C(Kpq)r, und so, dass Cpr, außer kraft eines a priori-Wissens, dass r. - Daher gibt es keinen Grund zu glauben, p entails r.
I 184
Transitivität/Geach: Entailment ist nicht transitiv, aber Gültigkeit von Beweisen ist transitiv. - FitchVs: Beweise sind nicht transitiv gültig, um Paradoxien der Mengenlehre zu lösen.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Entscheidungstheorie Lewis V 307f
Entscheidungstheorie/Lewis: Partition/Aufteilung/ET/Lewis: ist eine Menge von Propositionen, von denen genau eine in jeder Welt (oder jeder X-Welt) gilt. - Sie gibt die detaillierteste Spezifikation der gegenwärtigen Handlungen (Optionen) des Handelnden. - Entscheidungstheorie: sagt, welche Optionen die rationalen sind. - Rationale Wahl: liefert den größten erwarteten Nutzen. - Maximaler Nutzen: wenn V(A) nicht übertroffen wird von irgendeinem V(A'). Problem: wie findet man heraus, dass A gilt - dass man in der Welt A ( = Proposition) lebt? - Pointe: es ist in Ihrer Macht, selbst die Neuigkeiten zu machen - d.h. sie finden damit das heraus, was sie am liebsten mögen, indem sie es produzieren.
V 309f
Nichtkausale Entscheidungstheorie/Newcombs Paradox/LewisVs: begünstigt das Ablehnen des kleinen Guts als rational - obwohl diese spätere Wahl nichts bewirkt, um den früheren Zustand zu ändern, der das Übel begünstigt. - Newcombs Paradox: erfordert eine kausale Entscheidungstheorie.
V 315
Nicht-kausale Entscheidungstheorie: funktioniert nur, weil die Glaubenseinstellungen des Handelnden sie funktionieren lassen - ...+... Partition von Propositionen (Mengen von möglichen Welten), erwarteter Nutzen.
Schwarz I 66
Entscheidungsverfahren/Lewis: der > href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/gesamtliste.php?thema=Modaler%20Realismus">modale Realismus ((s) der die Existenz möglicher Welten behauptet) ist kein Entscheidungsverfahren, um Fragen über mögliche Welten zu beantworten. Entscheidungsverfahren/Schwarz: Bsp wird vom Behavioristen auch nicht gebraucht: er sagt einfach, Aussagen über mentale Eigenschaften seien auf Aussagen über Dispositionen reduzierbar. - Bsp mathematischer Platonismus: braucht kein Entscheidungsverfahren für die Arithmetik.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Erfüllbarkeit Poundstone I 278
Def Erfüllbarkeit/Poundstone: entspricht der Frage, wie man Paradoxa erkennt. Sie stellt einen Grenzwert für das Wissen dar.

Poundstone I
William Poundstone
Im Labyrinth des Denkens Hamburg 1995
Erkenntnis Protagoras Taureck I 98
Erkenntnis/Welt/Protagoras/Taureck: These: Der Mensch ist das Maß aller Dinge. (Satz "M", "Homo mensura Satz"). "Aller Dinge Maß ist der Mensch, der Seienden, dass sie sind, der nicht Seienden, dass sie nicht sind."
Andere Übersetzung:
"...ein Mensch,...wie sie sind."
Interpretation auf den ersten Blick: Erkenntnis, Wahrheit, das Gute und Schöne sind anthropologisch verstehbar. >Relativität des Wissens. Siehe auch Relativismus.
I 99
HobbesVsProtagoras: (Leviathan, 1651): "Mensch" beschreibt die Quelle aller Irrtümer. BaconVsProtagoras: (1561 1626): die Behauptung, der menschliche Sinn sei das Maß aller Dinge, ist unzutreffend. Der menschliche Verstand gleicht einem Spiegel, der die Strahlen nicht gleichmäßig zurückwirft, sondern seine Natur in die Dinge hineinmischt und verfälscht.
Protagoras/Taureck: es gibt keinen Hinweis, dass Protagoras selbst seinen Satz irgendwie kritisch verstanden hätte.
I 100
Protagoras: über die Götter vermag ich nichts zu wissen, die Verborgenheit und die Kürze des Lebens hindert mich.
Taureck I 101
Sextus Empiricus: (150 - ~ 250) erklärt, warum die Skeptiker Protagoras nicht zu den ihren zählten: + ... verwechselt "metron" mit Kriterium...
I 104
Protagoras: Paradoxie von Sinnen und Verstand: die Sinne sprechen zum Verstand: "Unglücklicher Verstand, von uns nimmst du die Beglaubigungen, mit denen du uns wiederlebst. Deine Widerlegung ist Dein Untergang!".

Taureck I
B. H.F. Taureck
Die Sophisten Hamburg 1995
Erklärungen Chalmers I 50
Erklärung/Chalmers: eine gute Erklärung ist oft eine, die viele Fälle abdeckt. Problem: ob man dem Einzelfall gerecht wird. Lösung: bei biologischen Phänomenen ist es oft der Fall, dass sich ähnelnde Einzelfälle eine verwandte Vorgeschichte haben.
I 84
Erklärung/Explikation/Chalmers/(s): unterscheidet zwischen Explikation und explanation. Letztere gebraucht er im Zusammenhang mit Reduktion als reduktive Erklärung (reductive explanation) z.B. von phänomenalen Eigenschaften, während er explication für Begriffserklärungen reserviert. Bsp Die Eigenschaft, Rolf Harris zu sein konstituiert kein Phänomen das eine Erklärung (explanation) braucht, im Gegensatz zu einer Explikation.
I 121
Erklärung/Bewusstsein/Chalmers: selbst wenn wir unsere Erklärungen immer weiter verfeinerten, würden sie nur immer verfeinerte Erklärung kognitiver Funktionen liefern, nicht aber Erklärungen unseres bewussten Erlebens.
I 122
Die Existenz von Bewusstsein wird immer eine zusätzliche Tatsache zu unseren strukturellen und dynamischen Tatsachen sein. Aber wir müssen gar nicht jegliche Erklärung von Bewusstsein aufgeben. Wir müssen uns nur von der Idee verabschieden, dass diese Erklärung reduktiv sein müsste.
I 177
Erklärung/Bewusstsein/Paradoxie/Chalmers: Problem: Bewusstsein kann nicht reduktiv erklärt werden, Urteile über das Bewusstsein und phänomenale Urteile (über Erfahrungen bzw. Erlebnisse) müssen aber so erklärt werden können, weil sie im Bereich der Psychologie liegen. Paradox: dann ist Bewusstsein letztlich wiederum irrelevant für die Erklärung phänomenaler Urteile. (Avshalom Elitzur (1989) (1), Roger Shepard (Psychologe, 1993)(2).
I 178
Lösung/Chalmers: der Gehalt meiner Erfahrungen kann nicht wiederum reduktiv erklärt werden. Problem: wenn wir die Urteile („Erfahrungsberichte“) des Zombies deflationistisch behandeln ((s) als einfache Zitate) können diese reduktiv erklärt werden.
Lösung: man kann oft höherstufige Eigenschaften gebrauchen, um Eigenschaften niedrigerer Stufe überflüssig zu machen (Bsp Molekülbewegung statt Wärme).
Problem: die höherstufigen Eigenschaften sind immer noch logisch supervenient auf dem Physikalischen. D.h., wenn man eine Handlung neurophysiologisch erklärt, macht das den Appell an das Gedächtnis (als phänomenale Eigenschaft) nicht erklärungsmäßig irrelevant.
I 179
Diese Relevanz wird durch die logische Supervenienz vererbt. Bsp wenn ein alleinstehender Mann ein Bedürfnis nach weiblicher Begleitung hat, was durch die Tatsache erklärt wird, dass er männlich und unverheiratet ist, macht das nicht die Tatsache, dass er ein Junggeselle ist, irrelevant. Allgemein: wenn zwei Mengen von Eigenschaften begrifflich verbunden sind, macht eine Erklärung in Begriffen der einen Menge die Existenz einer Erklärung in begriffen der anderen Menge nicht erklärungsmäßig irrelevant.
Lösung: bei physikalischen Erklärungen: wenn logische Supervenienz im Spiel ist, gibt es keine erklärungsmäßige Irrelevanz: eine Beschreibung höherer stufe ist logisch auf eine au einer niedrigeren Stufe bezogen.
Problem: das Bewusstsein ist nicht logisch supervenient auf dem Physischen. Es gibt daher auch keine begriffliche Abhängigkeit der Ebenen.
I 188
Erklärung/Bewusstsein/Chalmers: anders als bei der Erklärung von religiösem Glauben, wo die Annahme göttlicher Existenz zur Erklärung anderer Phänomene gefordert wird, verhält es sich bei der Erklärung von Bewusstsein anders: hier ist schon das Bewusstsein gegeben und muss nicht als Annahme hinzugenommen werden. Bewusstsein wird auch nicht durch Urteile über bewusstes Erleben („Dies ist ein roter Gegenstand“) erklärt.
I 191
Erklärung/Bewusstsein/Chalmers: es gibt drei Weisen, gegen die angebliche Irrelevanz des Bewusstseins für die Erklärung von Verhalten zu argumentieren.
I 192
1. Das Argument aus dem Selbst-Wissen/Chalmers: wir wissen, dass wir selbst bewusste Erlebnisse haben. Aber s ist schwer, damit zu argumentieren. Lösung: wenn Erlebnisse erklärungsmäßig irrelevant wären, könnten wir nicht Wissen, dass wir welche haben.
I 193
1. Argument aus der Kausaltheorie des Wissens: Problem: wenn Erfahrung kausal irrelevant ist, kann ich nicht damit argumentieren. Dann habe ich kein Wissen über meine Erfahrungen. Shoemaker (1975) argumentiert so für einen Materialismus des Bewusstseins und für einen reduktiven Funktionalismus. Zombie/Shoemaker: für Shoemaker sind Zombies logisch unmöglich.
Wissen/Bewusstsein/Chalmers: ein Eigenschaftsdualist muss argumentieren, dass Wissen über bewusste Erlebnisse eine andere Art Wissen ist als das Wissen, über das man im Zusammenhang mit Verursachung durch Gegenstände spricht.
I 194
Verlässlichkeitstheorie/Chalmers: ist im Fall unsers Wissens über uns selbst nicht angemessen. Zwar sind die phänomenalen Urteile meines Zombie-Zwillings nicht verlässlich. Daher könnte man annehmen, Verlässlichkeit sei ein Unterscheidungsmerkmal zwischen mir und dem Zombie. Aber mein Selbstwissen über Bewusstsein ist anderer Art: es ist reflektiert. Wir sind sicher, dass wir ein Bewusstsein haben, das kann höchstens „philosophisch“ angezweifelt werden.
I 195
Verlässlichkeit/Chalmers: wo fehlt sie? Bsp In Situationen wie die der Gehirne im Tank. Solche Beispiele gefährden nicht unsere Gewissheit, dass wir ein Bewusstsein haben, da hier keine Kausalität im Spiel ist.
I 196
Unser Zugang zu unserem Bewusstsein ist ganz direkt, er ist nicht vermittelt.
I 197
Unkorrigierbarkeit/Chalmers: ist mit diesem direkten Zugang aber nicht gemeint!
I 198
Kausalität/Bewusstsein/Chalmers: wir brauchen gar keine Kausalität, um unsere bewussten Erlebnisse zu erklären: unser Wissen davon gründet auf einer viel direkteren die Beziehung. Es geht darum, wie ich davon weiß, nicht, wie mein Gehirn davon weiß, daher geht es nicht um eine physikalische Relation. Problem: Überzeugungen könnten sich auch ohne Erlebnisse bilden.
ChalmersVsVs: aber dann habe ich Gewissheit über meine Überzeugungen.
Zombie: würde genau dasselbe sagen.
I 199
ChalmersVsVs: natürlich, von einer Dritte-Person-Perspektive wissen wir sowieso nicht, ob andere ein Bewusstsein (bewusste Erlebnisse) haben. Aber wir wissen es von uns selbst. Überzeugungen/Zombies: am Ende könnte der Zombie sogar dieselben Überzeugungen haben wie ich.
ChalmersVsVs: ja, aber die Belege für meine Überzeugungen sind viel einfacher: es sind die Erlebnisse. Sie sind das Primäre.
Deflationistisch/inflationistisch/Chalmers: unsere Argumentation ist hier sowieso deflationär, d.h. über die rein funktionale Rolle von Überzeugungen – inflationistisch wären Überzeugungen selbst ein Teil der phänomenalen Erfahrung.


1. A. Elitzur, Consciousness and the incompleteness of the physical explanation of behavior. Journal of Mind and Behavior 10, 1989,: pp. 1-20.
2. R. N. Shepard, On the physical baisis, ölinguistic representation and conscious experiences of colors. In: G. Harman (Ed) Conceptions of the human Mind: Essays in Honor of George A. Miller, Hillsdale NJ 1993.

Cha I
D. Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014
Erklärungen Darwin Gould IV 35
Erklärung/Belege/Wissenschaft/Darwin/Gould: woher wissen wir, dass die Evolution die Welt steuert und nicht irgendein anderes Prinzip? Darwins Antwort war paradox. Er suchte nicht nach Perfektion, sondern nach Ungereimtheiten! Es gibt Strukturen und Verhaltensweisen, die zwar die sinnvolle Gestalt eines Organismus gefährden, schließlich aber doch den Erfolg derart sichern. Sie steigern die produktive Tüchtigkeit. Bsp die Schwanzfedern der Pfauen und die Geweihe der Elche. Sie schwächen sogar die Art, sichern aber dennoch die Weitergabe der Gene.
Das kann nur durch Darwin erklärt werden: zusätzlich zur Adaption: die sexuelle Selektion.
IV 36
Sexuelle Selektion: Wettbewerb der Männchen unter einander oder Wahl durch die Weibchen. So treibt der Existenzkampf der Individuen die Evolution voran! Sie muss außergewöhnlich wirksam sein, sie ist häufig in der Lage, andere Ausstattungsvorteile und Entwicklungen zu überwinden.

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989
Erwachsenenalter Kognitionspsychologie Upton I 137
Erwachsenenalter/Logik/Kognitionspsychologie/Upton: (...) wir erkennen nun an, dass die kognitive Entwicklung über [die Jahre der Kindheit >Kognitive Entwicklung/Piaget)] hinausgeht und eine vierte Stufe der kognitiven Entwicklung von einer Reihe von Theoretikern vorgeschlagen wurde (z.B. Commons et al.(1), 1984; Sinnott, 1994(2); Yan und Arlin, 1995)(3). Diese Phase, welche als "post-formales Denken" bezeichnet wird, wurde als relativistisches Denken typisiert, bei dem Erwachsene erkennen, dass Wissen von der subjektiven Perspektive jedes Einzelnen abhängt und dass es daher keine absolute Wahrheit gibt (...). Perry (1970)(4) untersuchte kognitives Wachstum bei Studenten und fand heraus, dass es eine Verschiebung von der anfänglichen Annahme beim Eintritt in das College, dass es eine absolute Wahrheit zu finden gab, zu einer allmählichen Erkenntnis, dass Fragen viele Antworten haben könnten, gab. (...) wir bewegen uns vom absolutistischen zum relativistischen Denken und, nach Ansicht einiger Theoretiker, führt dies zur Verwendung einer größeren Vielfalt von Denkstilen (Zhang, 2002)(5). Darüber hinaus wird vorgeschlagen, dass fortgeschrittene Denker die Herausforderung genießen, die Paradoxien und Inkonsistenzen in Ideen zu finden, um zu versuchen, sie zu vereinen (Basseches, 1984)(6).


1. Commons. ML, Richards, FA and Armon, C (1 984) Beyond Formal Operations: Late adolescent and adult cognitive development. New York: Praeger.
2. Sinnott J.D. (2002) Postformal Thought and Adult Development. In: Demick J., Andreoletti C. (eds) Handbook of Adult Development. The Springer Series in Adult Development and Aging. Springer, Boston, MA
3. Yan. B and Arlin PK (1995) Nonabsolute/relativistic thinking: a common factor underlying models of postformal reasoning? Journal of Adult Development, 2: 223-40.
4. Perry, WG (1970) Forms of Intellectual and Ethical Development in the College Years. New York: Holt, Rhinehart.
5. Zhang, LF (2002) Thinking styles and cognitive development. Journal of Genetic Psychology,
163: 179-95.
6. Basseches, M (1984) Dialectical Thinking and Adult Development. Norwood, NJ: Ablex.
Further reading:
Kitchener, KS, Lynch, CL, Fischer, KW and Wood, PK (1993) Developmental range of reflective judgment: the effect of contextual support and practice on developmental stage. Developmental Psychology, 29:893—906. Available online at https ://gseweb.harvard.edu/ —ddl/articles Copy! Kitchener-etal 1993 DevRangeReflectjudgem.pdf.

Upton I
Penney Upton
Developmental Psychology 2011
Existenzsätze Quine VIII 24ff
Existenzaussage/Quine: eine spezielle Existenzaussage lautet: Bsp "Es gibt ein Ding, das soundso ist". Diese nennt den Namen. Eine allgemeine Existenzaussage lautet: Bsp "Es gibt ein Ding, das ein Soundso ist". Diese gibt die Variable an statt den Namen. Der Ausdruck Pegasus ist sinnvoll, äquivalent zur Kennzeichnung. >Kennzeichnungen/Quine, >Namen/Quine.
XII 27
Gegenstand/Übersetzung/Unbestimmtheit/Äußerungsbedingungen/Sprachlernen/Radikale Interpretation/Quine: die Äußerungsbedingungen sind nicht hinreichend, um sicher sagen zu können, was ein Sprecher einer fremden Sprache als Gegenstände betrachtet. >Gegenstände/Quine. Problem: wie lassen sich Existenzbehauptungen (Existenzsätze) jemals empirisch entkräften?
Lösung: zwar sichert die Kenntnis der Äußerungsbedingungen nicht den Gegenstandsbezug, aber sie verhilft doch zur Klärung, was als empirische Bestätigung der Wahrheit des ganzen Satzes dient. >Radikale Interpretation/Quine.
XII 28
Wir projizieren dann unsere eigene Annahme von Gegenständen auf die Eingeborenensprache. Wir können sicher sein, dass der angenommene Gegenstand ein beobachteter Gegenstand ist in dem Sinn, dass die verstärkten Reize ziemlich direkt von ihm ausgehen.
XII 33
Abstrakt/abstrakter Gegenstand/Existenz/Kohärenz/Quine: Existenzbehauptungen über abstrakte Gegenstände lassen sich nur nach ihrer Kohärenz beurteilen oder durch Einfachheitsüberlegungen. >Abstraktheit >Einfachheit/Quine. Bsp zur Vermeidung von Paradoxien mit Klassen.
Eigenschaft/Quine: das Bildungsgesetz für Eigenschaften besagt, dass jede Aussage, die über ein Ding spricht, ihm eine Eigenschaft zuschreibt. (Prädikation). Das ist ein kulturelles Erbe. >Eigenschaften/Quine.

VII (i) 167
Existenz/Logik/Quine: solche verwirrenden Notationen wie "a existiert" können wir entbehren, weil wir wissen, wie wir singuläre Existenzsätze in grundlegendere Ausdrücke übersetzen können, wenn der singuläre Term in einer Kennzeichnung enthalten ist. >Existenz/Quine, >Singuläre Termini/Quine, >Kennzeichnungen/Quine.
Beobachtungssatz: ist in der Vergangenheit insofern nichtssagend, als man ja voraussetzt, dass er durch unmittelbare Konditionierung gelernt wurde. >Beobachtungssätze/Quine.
Existenzsatz/Russell: Russell erklärt singuläre Existenzsätze aus diesem Grund für sinnlos, wenn ihr Subjekt ein wirklicher Eigenname ist.
((s) Echter Eigenname: „dies“. Nein, nicht nur! Auch "Neun": Namen, deren Referenz gesichert ist. Also aus einer Bekanntschaft, die eine Kennzeichnung entspricht. Bei unechten Namen entspricht die Kennzeichnung dem, was eine Fiktion darüber sagt. Bsp: Pegasus als "geflügeltes Pferd".) >Pegasus-Beispiel.
Namen/Kennzeichnung/(s): jedem Namen entspricht eine Kennzeichnung, weil auf kein Ding in der Welt nur mit einem Namen referiert werden kann und für jede Kennzeichnung ein Name erfunden werden kann. Aber nicht jede Kennzeichnung wird von einem Gegenstand erfüllt.
((s) Wegen der notwendigen Bekanntschaft ist die Frage, ob der Existenzsatz wahr ist, sinnlos.
Quine: der Grund ist hier derselbe.) >Kennzeichnung/Quine.
((s) Existenzsatz/(s): Bsp: „Es gibt Napoleon“: kann sich nur auf eine Lernsituation beziehen. Ist also quasi von Anfang an zirkulär. Genauso: Bsp: „Es gibt Gänseblümchen“. >Davidson/(s): Man könnte also auch nicht sinnvoll sagen: Bsp: „Es hat sich herausgestellt, das so und so gibt es nicht“: denn dann sagt man nur, dass man ein Wort falsch gelernt hat.)

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Extension Geach I 231f
Extension/Geach: Bsp Sinnesdaten als fundamentalere Klasse als Objekte annehmen: Wenn wir wissen, was Sinnesdaten sind, können wir die Extension eines Prädikats, das nur von Sinnesdaten wahr ist, als identisch mit einem bestimmten physikalischen Objekt ansehen. - Aber das reduziert das Objekt selbst nicht zu einer logischen Konstruktion. - ...+ ... Wenn es ein Objekt wie den Bereich von z gibt, für den F(z), dann gehört x zu diesem Bereich nur, wenn F(x).
I 235
Extension/Geach: Es ist ein schwerer Fehler anzunehmen, die Gegenstände bildeten die Extension, sie sind ihr nur indirekt zugeordnet als unter den Begriff fallend.
I 243
Theorie/extensional/Geach: Keine Theorie, sei sie noch so reich, kann alle Klassen enthalten, die die Extensionen ihrer eigenen Sätze sind. - (>semantische Paradoxien).

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Fahrlässigkeit Miceli Parisi I 14
Fahrlässigkeit/Miceli: Das Fahrlässigkeitsrecht ergänzt oft den gebührenden Standard für Schädiger durch einen entsprechenden Standard für Opfer, der als Mitverschulden bezeichnet wird (siehe Davies v. Mann, 11 East 60 (K.B. 1809). Unter mitwirkender Fahrlässigkeit verhindert das Versäumnis des Opfers, den gebührenden Sorgfaltsstandard zu erfüllen, dass es unabhängig vom Sorgfaltsgrad des Schädigers Schadenersatz erhält. Die Logik dieser Regel ist die gleiche wie die des Hand-Tests (>Haftungsrecht/Learned Hand), und sie schafft in ähnlicher Weise einen starken Anreiz für Opfer, in eine effiziente Unfallverhütung zu investieren. Unter dem Gesichtspunkt der Effizienz erscheint die Schaffung eines Sorgfaltsmaßstabs für Opfer jedoch überflüssig, da, wie wir gerade gesehen haben, die "einfache" Fahrlässigkeitsregel, die nur einen Sorgfaltsmaßstab für Schädiger festlegt, ausreicht, um wirksame bilaterale Anreize zu schaffen.
Vs: (...) siehe Landes und Posner (1987(1), S. 76), die ein Effizienzargument für Mitverschulden anbieten. >Haftungsrecht/Learned Hand, vgl. >Kompensation/Cooter.
Parisi I 15
Paradoxon der Kompensation: Das Problem besteht darin, dass jedes Geld, das der Schädiger im Rahmen der Haftung zu zahlen hat, an den Geschädigten als Schadensersatz weitergegeben werden muss, was die sogenannte "Entkopplung" von Haftung und Schadensersatz ausschließt.* >Haftungsrecht/Learned Hand. Lösung: Das Geniale an der Fahrlässigkeitsregel ist, dass sie dieses Paradoxon auflöst, indem sie einen Verhaltensstandard festlegt, den der Schädiger erfüllen kann, um die Haftung zu vermeiden, und so dem Opfer einen Anreiz gibt, in Vorsichtsmaßnahmen zu investieren, um seinen eigenen Schaden zu minimieren.
Brown: Beginnend mit Brown (1973)(3),** haben Ökonomen formell gezeigt, dass dieser Ansatz perfekt funktioniert, um effiziente bilaterale Anreize zu schaffen, wenn der Sorgfaltsstandard auf das kostenminimierende Sorgfaltsniveau des Schädigers festgelegt wird, wie im obigen Beispiel beschrieben.
Grady: Grady (1988(5), S. 16) identifiziert das Hauptmerkmal des Fahrlässigkeitsrechts, das es ihm ermöglicht, das Verhalten von Schädigern und Opfern auf diese Weise zu koordinieren: "Wenn jede Partei in eine Lage versetzt wird, in der ihr Verhalten unter der Annahme beurteilt wird, dass die andere Seite angemessene Vorsichtsmaßnahmen getroffen hat, dann wird sie in der sozial angemessenen Weise handeln."
Spieltheorie: Die Spieltheorie ist die perfekte Methode, um diese Idee zu formalisieren, weil sie zeigt, dass effiziente Sorgfalt sowohl von Schädigern als auch von Opfern, die in Unkenntnis des Verhaltens der anderen Partei handeln, das Nash-Gleichgewicht eines nicht-kooperativen Spiels unter einer richtig konzipierten Fahrlässigkeitsregel ist. Genauer gesagt, ist effiziente Sorgfalt die "beste Reaktion" jeder Partei unter der Annahme, dass die andere Partei ebenfalls effiziente Sorgfalt walten lässt. Mehr noch, das Recht der Fahrlässigkeit verlangt von Parteien, die sich in riskanten Situationen befinden, solche Annahmen zu treffen, d. h. davon auszugehen, dass andere Parteien, mit denen sie in Kontakt kommen können, die übliche Sorgfalt walten lassen (Keeton et al., 1984(6), S. 240).


* Siehe z. B. Polinsky und Che (1991)(2).
** Siehe auch Landes und Posner (1987)(1) und Shavell (1987)(4).


1. Landes, William and Richard Posner (1987). The Economic Structure of Tort Law. Cambridge, MA.: Harvard University Press.
2. Polinsky, A. Mitchell and Y. K. Che (1991). “Decoupling Liability: Optimal Incentives for Care and Litigation.” Rand Journal of Economics 22: 562–570.
3. Brown, John (1973). “Toward an Economic Theory of Liability.” Journal of Legal Studies 2: 323–349.
4. Shavell, Steven (1987). Economic Analysis of Accident Law. Cambridge, MA: Harvard University Press.
5. Grady, Mark (1988). “Common Law Control of Strategic Behavior: Railroad Sparks and the Farmer.” Journal of Legal Studies 17: 15–42.
6. Keeton, W. Page, D. Dobbs, R. Keeton, and D. Owen (1984). Prosser and Keeton on Torts. 5th edition. St. Paul, MN: West Publishing Co.


Miceli, Thomas J. „Economic Models of Law“. In: Parisi, Francesco (ed) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Vol 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press.

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Fixpunkte Logik-Texte Read III 196
Kripkesche Fixpunkte/Read: 1. Wahrheitsbedingungen und Falschheitsbedingungen trennen (d.h. Falschheit ist nicht gleich Nichtwahrheit) 2. Zwei Satzmengen S1: wahre, S2 falsche Sätze
3. Auf jeder Ebene Bewertung vornehmen, dadurch höhere Stufe - so alle Sätze "aufsammeln".(1)
Fixpunkt/(s): wo Bewertung mit Input identisch.
Read: Erfolg: dann schlägt die Erweiterung fehl. - D.h. die >Metasprache (MS) enthält keine weiteren W-Zuschreibungen als die >Objektsprache (OS).
RE III 197
Kripkesche Fixpunkte/Kripke: die Erweiterung schlägt fehl: Metasprache bringt keine weiteren Wahrheitszuschreibungen - Paradox am Fixpunkt ohne Wahrheitswert - Falschheit nicht gleich Nicht-Wahrheit!
Re III 197
Wahrheitsprädikat/Kripkesche Fixpunkte/Read: wir trennen die W-Prädikate Wahrheit und Falschheit. - Das W-Prädikat wird das Paar (S1,S2) gebildet, wobei S1 die wahren und S2 die falschen Sätze enthält - 1. Stufe: hier hat ein Satz Bsp ""Schnee ist weiß" ist wahr" keinen Wahrheitswert (WW), weil die Bewertung auf dieser Stufe nicht möglich ist - Lösung: schwache Matrizen zur Bewertung von zusammengesetzten Sätzen, von denen ein Teil ohne Wahrheitswert ist. - (A v B) ist ohne Wahrheitswert wenn eins von A oder B keinen Wahrheitswert hat - (>partielle Interpretation, >Wahrheits-Prädikat.)
Re III 198
Fixpunkt/Kripkesche Fixpunkte/Kripke/Read: der Fixpunkt wird durch transfinite Induktion erreicht - rekursiv oder sukzessiv mit Teilbewertungen (partielle Interpretation). - 1. transfinite Stufe: alle endlichen Teilbewertungen von S1 und S2 werden getrennt aufgesammelt. - Pointe: an einem frühen Punkt (vor Hinzufügung aller möglichen Sätze) gelingt es der Neuinterpretation des W-Prädikats nicht mehr, etwas Neues hinzuzufügen. - Sonderfall des Resultats über Fixpunkte normaler Funktionen über Ordinalzahlen. - φ/f: repräsentiert die Operation des Erweiterns durch Aufnahme neuer Interpretationen . Fixpunkt: hier ist f (S1,S2) = (S1,S2).
Re III 200
Unfundierte Aussagen: durch die Trennung von S1 und S2 bleiben einige Aussagen ohne Wahrheitswert. - Bsp "diese Aussage ist wahr" - sie hat keinen Wahrheitswert am minimalen Fixpunkt. - Eine Ebene höher können wir ihm einen willkürlichen Wert geben - aber nicht dem Lügner (siehe Lügner-Paradox). Paradoxie/Kripke: folgt Tarski: sie kann nicht in der eigenen Sprache ausgedrückt werden - die gesamte Diskussion gehört zur Metasprache, ebenso wie die Prädikate: "paradox", "unfundiert". Sie gehören nicht zum semantisch abgeschlossenen Fixpunkt - Tarskis W-Schema funktioniert hier nicht - (...+...).


1. 1. Saul Kripke Outline of a Theory of Truth (1975) in: R.L.Martin (Ed.) Recent Essays on Truth and the Liar Paradox Clarendon Oxf/NY 1984
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001

Re III
St. Read
Philosophie der Logik Hamburg 1997
Folgebeziehung Wessel I 124
Folgebeziehung/Wessel: = Implikation (kein Operator, sondern Prädikat) führt zu Paradoxien, weil der Inhalt widersprüchlich sein kann, auch wenn die Form gültig ist. >Paradoxie der implikation. - Konditional: (Bsp wissenschaftliche Aussage) wäre aus demselben Grund dann falsch (weil der Inhalt keinen Zusammenhang bildet).
I 138
logische Folgebeziehung/Wessel: Aussage über Zusammenhang (zweier Aussagen), nicht über zwei Gegenstände - in den Regeln der Folgebeziehungen dürfen keine semantischen Termini vorkommen - tA: "die Aussage A" (Term oder Name).
I 140
Folgebeziehung/Sinn/Wessel: wenn A I- B, dann nicht nur bezüglich der Wahrheitswert, sondern auch bezüglich des Sinns - aber nicht bloß Behauptung, dass "dem Sinn nach verknüpft" - Sinnzusammenhang durch Vorkommen gleicher Variablen oder "gleiches Material von Termini und Aussagen" garantiert.
I 286
Gebrauch/Erwähnung: logische Folgebeziehung: A I- B: spricht über Aussagen (d.h. gerade nicht inhaltlich) - Konditional: A --> B: spricht inhaltlich darüber, worüber in den Aussagen gesprochen wird (Bsp Strom, Magnetfeld) - Frage/(s): Erwähnung = wenn nicht inhaltlich über Aussagen gesprochen wird? - Gebrauch: = wenn z.B. die Wahrheit festgestellt wird? - aber: "A ist wahr" - heißt gerade nicht "der Strom fließt".

Wessel I
H. Wessel
Logik Berlin 1999
Framing-Effekt Norvig Norvig I 621
Framing-Effekt/Entscheidungen/KI-Forschung/Norvig/Russell: Der genaue Wortlaut eines Entscheidungsproblems kann einen großen Einfluss auf die Entscheidungen des Agenten haben; dies wird als Framing-Effekt bezeichnet. Experimente zeigen, dass Menschen ein medizinisches Verfahren, das mit "90% Überlebensrate" beschrieben wird, etwa doppelt so stark mögen wie eines, das mit "10% Todesrate" beschrieben wird, obwohl diese beiden Aussagen genau dasselbe bedeuten. Diese Diskrepanz in der Beurteilung wurde in mehreren Experimenten gefunden und ist ungefähr gleich, egal ob es sich bei den Probanden um Patienten in einer Klinik, um statistisch anspruchsvolle Wirtschaftsstudenten oder um erfahrene Ärzte handelt. >Ellsberg-Paradoxon/Norvig, >Allais-Paradoxon/Norvig, >Rationalität/KI-Forschung, >Präferenzen/Norvig, >Ambiguität/Kahneman/Tversky, >Ankereffekt/Norvig, >Nutzen/KI-Forschung.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Fundamentalontologie Heidegger Gadamer I 259
Fundamentalontologie/Heidegger/Gadamer: Unter dem Stichwort einer „Hermeneutik der Faktizität“ stellte Heidegger der eidetischen Phänomenologie Husserls und der Unterscheidung von Tatsache und Wesen, auf der sie beruhte, eine paradoxe Forderung entgegen. Vgl. >Leben/Husserl. Heidegger: Die unbegründbare und unableitbare Faktizität des Daseins, die Existenz, und nicht das reine cogito als Wesensverfassung von typischer Allgemeinheit, sollte die ontologische Basis der
phänomenologischen Fragestellung darstellen (...).
Gadamer I 261
Gadamer: Das Problem der Faktizität war ja auch das Kernproblem des Historismus - mindestens in der Form der Kritik an Hegels dialektischer Voraussetzung von „Vernunft in der Geschichte«. Dass Heideggers Entwurf einer Fundamentalontologie das Problem der Geschichte in den Vordergrund stellen musste, war also klar. Doch sollte sich bald zeigen, dass nicht die Lösung des Problems des Historismus, dass überhaupt keine ursprünglichere Begründung der Wissenschaften, ja auch nicht wie bei Husserl, eine letztradikale Selbstbegründung der Philosophie den Sinn dieser Fundamentalontologie ausmachte, sondern daß der Begründungsgedanke selbst eine völlige Umkehrung erfuhr.
HeideggerVsHusserl: Es war nicht mehr das gleiche, was es bei Husserl war, wenn Heidegger aus der absoluten Zeitlichkeit Sein, Wahrheit und Geschichte zu interpretieren unternahm. Denn diese Zeitlichkeit war nicht die des Oder des transzendentalen Ur-Ich. Zwar klang es im Gedankenzuge von „Sein und Zeit“ zunächst nur wie eine Steigerung der transzendentalen Reflexion, wie Erreichung einer höheren Reflexionsstufe, wenn sich die Zeit als der Horizont des Seins enthüllte. Die ontologische Bodenlosigkeit der transzendentalen Subjektivität, die Heidegger Husserls Phänomenologie vorwarf, war es ja, die durch die Wiedererweckung der Seinsfrage überwunden zu werden schien. Was Sein heißt, sollte sich aus dem Horizont der Zeit bestimmen. Die Struktur der Zeitlichkeit erschien so als die ontologische Bestimmung der Subjektivität. Aber sie war mehr.
Heideggers These war: Das Sein selber ist Zeit.

Hei III
Martin Heidegger
Sein und Zeit Tübingen 1993

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Gebrauch Logik-Texte V 184
Aussage/Sainsbury: Gebrauch eines Satzes. Def Aussage/Sainsbury: Satz, der zu einer bestimmten Gelegenheit gesagt wird.
Indexikalität/Sainsbury: zeigt, dass es nur Aussagen sind und nicht Sätze, die man eigentlich wahr oder falsch nennen kann.
Satz/Aussage/Paradoxie/Sainsbury: auch wenn Sätze selbstbezüglich oder zirkulär sind, ist es möglich, dass Aussagen es nicht sind!
Es hängt also nicht nur von der Bedeutung eines Satzes ab, sondern von seinem Gebrauch zu einer bestimmten Gelegenheit. >Paradoxien, >Erwähnung.

IV 242
Verwechslung von Erwähnung und Gebrauch: Bsp 9/12 hat eine Neun im Zähler
3/4 = 9/12
3/4 hat eine Neun im Zähler.
IV 243
Zahlen: Wenn wir über Zahlzeichen reden wollen, müssen wir für sie Namen bilden. das Wort "Neun" ist zweideutig, manchmal steht es für eine Zahl, manchmal für den Namen einer Zahl! Den obigen Syllogismus können wir in ein gültiges Argument verwandeln: wir müssen die zweite Prämisse ersetzen durch "3/4" = "9/12" (falsch! Während 3/4 = 9/12 mathematisch richtig ist.) Was ist jetzt am Syllogismus falsch? Der Name des Zahlzeichens der ersten Prämisse muss als ein nicht zusammengesetztes Wort verstanden werden. Und Teile von Wörtern dürfen nicht ersetzt werden. Bsp Man kann "Achtung" nicht durch "Vier-plus-vier-ung übersetzen.
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001
Gegebenes Millikan I 6
Gegebenes/Millikan: MillikanVsMythos des Gegebenen. Für zu einem falschen „Foundationalism“ der Erkenntnistheorie.
VsKorrespondenztheorie: damit wird auch die Korrespondenztheorie zurückgewiesen
I 7
und zwar nicht nur als „Test für Wahrheit“ sondern auch als „Natur der Wahrheit“. Jedenfalls nach einer populären Sichtweise. Das ist aber nicht ohne Paradoxien.
Wissen/Naturalismus/Millikan: die Fähigkeiten eines Wissenden sind ein Produkt Natur, wie der Wissende selbst. Wissen muss etwas sein, was man in der Welt tut. Es ist eine natürliche Relation zur Welt.


Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Gehorsam Deutsch Brockman I 123
Gehorsam/Künstliche Intelligenz/Deutsch: (...) Wie prüft man Gehorsam? Stellen Sie sich Ungehorsam als Pflichtschulfach vor, mit täglichen Ungehorsamkeitsstunden und einer Ungehorsamkeitsprüfung am Ende des Semesters. (Vermutlich mit Zusatzpunkten dafür, dass man für nichts von all dem aufgetaucht ist.) Das ist paradox. >Artificial General Intelligence/Deutsch, >Denken/Deutsch, >Verstehen/Deutsch.

Deutsch, D. “Beyond Reward and Punishment” in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.

Deutsch I
D. Deutsch
Die Physik der Welterkenntnis München 2000

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019
Geschichte Foucault I 10
Foucault These: Wie, wenn die Geschichte des nichtformalen Wissens selbst ein System hätte? Aufgabe: ein positives Unbewusstes des Wissens zu enthüllen.
I 269ff
Geschichte/19. Jahrh./Foucault: Doppeldeutigkeit: unvorhersehbares Schicksal, - anderseits empirische Wissenschaft. 19. Jahrh.: Distanz der Geschichte zur Geschichte, der Ereignisse zum Ursprung, des Vergessens zur Wiederkehr.
II 9
Geschichte/Foucault: Historiker: richten ihre Aufmerksamkeit vorzugsweise auf die langen Perioden. Geschichte/Geschichtsschreibung/Foucault: neu: an die Stelle der linearen Abfolge ist ein Spiel von in die Tiefe gehenden Loshakungen getreten. Hinter der erschütternden Geschichte der Regierungen, Kriege und Hungersnöte, zeichnen sich fast unbewegliche Geschichten ab: Geschichten mit leichtem Gefälle: Geschichte der Seewege, das Getreides, der Goldminen, der Dürre und der Bewässerung, des von der Menschheit erreichten Gleichgewichts zwischen Hunger und Vermehrung.
Alte Sicht: welche Verbindung zwischen unterschiedlichen Ereignissen? Welche Kontinuität durchdringt sie? Kann man eine Totalität definieren? (Also Betonung des Gemeinsamen, der großen Einheiten).
Neu: welche Schichten muss man voneinander isolieren? Welche Serientypen einführen? Welche Serien von Serien kann man feststellen? Welches Beziehungssystem? (Also Betonung des Unterschiedes, der Brüche).
Bachelard/Foucault: beschreibt erkenntnistheoretische Akte und schwellen: Deplazierungen und Transformationen der Begriffe. (Auch Canguilhem).
Rücklaufende Neueinteilungen, mehrere Vergangenheiten. Sie können nicht auf die gleiche Weise auf dem einen wie auf dem anderen Niveau beschrieben werden.
Alte Sicht: kulturelle Traditionen und Kontinuitäten. Einheiten: »Gruppen«, »Schulen«, »Generationen« oder »Bewegungen«.
Neu: interne Konferenzen, Kompatibilitäten. Einheiten: ein Werk, ein Buch, ein Text mit eigener Struktur. Es geht nicht mehr um Traditionen und Spuren, sondern um Ausschnitt und Grenze. Nicht mehr sich fortsetzende Grundlage, sondern Transformation. Dies Kontinuität!
Daraus folgt: was ist eine Wissenschaft? Was ist ein Werk, was ist eine Theorie, was ist ein Begriff?
Neu: interpretiert nicht mehr das Dokument, sondern bearbeitet es von innen, arbeitet es aus. Es ist nicht mehr eine untätige Materie. Das Dokument ist nicht mehr das glückliche Instrument einer Geschichte, nicht mehr ihr Gedächtnis, die Geschichte ist neuerdings eine bestimmte Art für eine Gesellschaft, von der sie sich trennt, Gesetz und Ausarbeitung zugeben!. Dokumente werden in Monumente transformiert. Immanente Beschreibung des Monuments.
Konsequenz:
1.Konstituierung von Serien, Grenzen, Gesetzen, die formuliert werden.
2. Diskontinuität wird wichtiger.
a) überlegte Operation des Historikers,
b) Ergebnis seiner Beschreibung,
c) Begriff.
3. Möglichkeit einer globalen Geschichte beginnt zu verwischen.
4. geWissen methodologische Probleme existieren vor der Geschichte.

Diskontinuität: Paradoxer Begriff: zugleich Instrument und Gegenstand der Untersuchung. Übergang vom Hindernis zur Vertrautheit.
Alte Sicht: Netz der Kausalität. Stadien und Fasern, die in sich selbst ihr Kohäsionsprinzip enthalten.
Neu: es wird nicht nach einer Pluralität von unabhängigen Geschichten gesucht.
Def Tableau: Serie von Serien. Kein festes Bild.

Foucault I
M. Foucault
Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften Frankfurt/M. 1994

Foucault II
Michel Foucault
Archäologie des Wissens Frankfurt/M. 1981
Gesellschaft Mbembe Brocker I 920
Gesellschaft/Mbembe/Herb: Die neuen Zwangsregime postkolonialer Befehlsgewalt sind durch eine besondere Vulgarität gekennzeichnet. Um dies zu zeigen, wählt Mbembe sein Herkunftsland Kamerun als prominentes Beispiel. Autoren wie Bachtin, Bhabba, Elias, Freud, Lacan und Foucault liefern dazu den theoretischen Background. Dagegen bleiben Ansätze der klassischen Herrschaftskritik mit ihren binären Erklärungskategorien (Widerstand/Passivität, Unterwerfung/Empowerment etc.) außen vor. Sie vereiteln für Mbembe ein adäquates Verständnis der paradoxen Struktur postkolonialer Machtverhältnisse. Diese lassen sich nur fassen, wenn die Mobilität, Promiskuität und Obszönität der Beziehung zwischen Machthabern und Unterworfenen begriffen wird. Die Postkolonie entpuppt sich dabei als Bühne des »homo ludens« (Mbembe 2016(1),174), als »chaotische Pluralität mit einer inneren Kohärenz« (170). Postkolonie/Mbembe: [besteht] nicht aus einem einzigen, sondern aus einer Vielzahl von öffentlichen Räumen besteht, deren jeder mit einer eigenen Logik ausgestattet ist, was nicht verhindert, dass diese sich an spezifischen Orten verflechten und den Postkolonisierten zwingen, sich im Zickzack zu bewegen, zu feilschen. Der Postkolonisierte verfügt übrigens über eine einzigartige Fähigkeit, nicht nur eine einzige
Brocker I 921
Identität zu mobilisieren, sondern mehrere, die alle flüchtig sind, weshalb sie ständig neu verhandelt werden müssen« (173 f.). Es geht um die spezifische Verkleidung der nackten Befehlsgewalt, also den Stil, in dem Beziehungen zwischen Befehlshabern und Befehlsempfängern inszeniert werden. >Tyrannei/Mbembe, >Simulakrum/Membe.

1. Achille Mbembe, De la postcolonie. Essai sur l’imagination politique dans l’Afrique contemporaine, Paris 2000. Dt.: Achille Mbembe, Postkolonie. Zur politischen Vorstellungskraft im Afrika der Gegenwart, Wien/Berlin 2016

Karlfriedrich Herb, „Achille Mbembe, Postkolonie (2000)“. In: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Gewalt Beauvoir Brocker I 331
Gewalt/Beauvoir: Revolutionäre Marxisten denken im verbreiteten Stil des 19. Jahrhunderts, das zwar einerseits an Wissenschaft und Technik glaubte, diesen aber nicht so weit vertraute, dass es auf die Gewalt hätte verzichten wollen. Im Gegenteil: Krieg und Gewalt stellen die Mittel dar, derer sich der Fortschritt bedient. So bemerkt auch Simone de Beauvoir 1947: »Damit stehen wir vor dem Paradox, dass nichts für die Menschen getan werden kann, das sich nicht gleichzeitig gegen sie richtet« (de Beauvoir 1997, 147). Ihre existentialistische Ethik der Ambiguität lässt hier Spielräume, die Camus aus dem Geist der Revolte heraus zwar nicht völlig ablehnt, mit denen er sich aber nicht zufriedengeben kann.
1. Simone de Beauvoir, Soll man de Sade verbrennen? Drei Essays zur Moral des Existentialismus, Reinbek 1997, S. 147


Hans-Martin Schönherr-Mann, „Albert Camus, Der Mensch in der Revolte (1951)“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.


Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Glauben Quine I 365
Glaubenssätze und Zitate können als alle möglichen verschiedene Dinge verstanden werden. (> Unbestimmtheit/Quine).
I 372
Paul und Elmar: Glauben produziert keine Sätze wie Sagen - nicht entscheidbar: dass Paul wahr-glaubt, und Elmar nicht - Wenn der Wahrheitswert egal ist, ist glauben kein relativer Term. - "w glaubt x" ist kein Prädikat - "w glaubt p": "p" ist kein Term!
VII (h) 142
Glauben/Quine: keine Relation - steht in Beziehung zu dem falschen Satz... - Stattdessen Church: Glauben und Wissen ähnelt einfach Zitaten. - (>opake Kontexte, >Opazität).
XII 34
Glauben/Quine: Bsp "Thomas glaubt, dass Tullius die Ars Magna geschrieben hat" - in Wirklichkeit verwechselt er Tullius mit Lullus. - Zwei Möglichkeiten: a) Tom glaubt nicht, dass Cicero (Tullius) die Ars Magna geschrieben hat, er verwechselt nur die Namen d.h. er weiß wer die Ars Magna geschrieben hat. - Hier kommt "Tullius" nicht rein-bezeichnend vor.
b) Er glaubt etwas falsches: dann ist "Tullius" rein bezeichnend.

Stroud I 228
Glauben/Wissen/Quine: Wissen ist kein Teil des Glaubens - nichts was wir über die äußere Welt glauben, ist Wissen.
Quine XIII 18
Glauben/Quine: ist Denken in einem bestimmten eingeschränkten Sinn. Etwas zu glauben heißt, es zu denken. „So denken“ und „so glauben“ sind als austauschbar und auch „denken, dass“ und „glauben das“. Sie unterscheiden sich aber anderswo.
Denken/Quine: Bsp wir können angestrengt denken, aber nicht angestrengt glauben. Bsp wir können etwas glauben, aber nicht etwas denken. Das verbietet die Grammatik.
Glauben/Denken/Handlung/Dispo/Quine: Glauben ist eine Disposition – Denken eine Aktivität. Denken kann uns ermüden, Glauben nicht.
XIII 19
Wir sitzen auch nicht da und glauben etwas. Das tut nur Bsp die Weiße Königen aus Alice im Wunderland: vor dem Frühstück glaubt sie 6 unmögliche Dinge. falsch: Bsp ein verliebter junger Mann glaubt, was seine Geliebte glaubt – Bsp Williams James „Willen zu Glauben“: Bsp Pascals Wette, Bsp Tertullian: credo quia absurdum: das sind Verzerrungen es Glaubensbegriffs.
Glauben/Disposition/Quine: wozu ist denn dann der Glaubende disponiert? Ein guter Test ist, jemanden aufzufordern, Geld für das einzusetzen, für das er plädiert.
XIII 20
Problem: das geht nur bei entscheidbaren Fragen, nicht bei Bsp der Frage, ob Schönheit Wahrheit ist. Schönheit/Wahrheit/Glauben/Keats/Quine: man fragt sich auch, ob Keats das wirklich geglaubt hat. Vielleicht wollte er nur selbst ein bisschen Schönheit erschaffen, so wie Bsp Morgenstern: „nur des Reimes wegen“.
Glauben/Quine: ist meist in Bündel von Dispositionen. Es ist bemerkenswert, dass dies zu so verschiedenen Handlungen führen kann wie Bsp eine Schiffsreise zu buchen, oder das Zimmer aufzuräumen.
These diese extrem verschiedenen Geistzustände (mentaler Zustand(Geistzustand, interner Zustand, mentaler Zustand) haben nichts gemeinsam.
XIII 21
Die einzige Gemeinsamkeit ist sprachlich: das „dass“. ((s) > propositionale Einstellungen). Problem: die gleichbleibende Form von “x glaubt, dass p” lässt uns vermuten, dass der Rest des Satzes auch in Ordnung ist. Das wechselt aber von Fall zu Fall, so dass es schwer ist, hier eine Linie zu ziehen.

Glauben/Paradox/Quine: etwas zu glauben heißt zu glauben, dass es wahr ist. Also glaubt eine Person, dass alle ihre Überzeugungen wahr sind. Erfahrungsgemäß sind aber einige Überzeugungen falsch, wie diese Person sehr wohl weiß.
Problem: eine rationale Person glaubt also, dass jede ihrer Überzeugungen wahr ist und dennoch einige falsch sind. Ich hätte doch von vernünftigen Leuten etwas Besseres erwartet.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

Stroud I
B. Stroud
The Significance of philosophical scepticism Oxford 1984
Gödel Quine XIII 82
Gödel/Gödels Theorem/Quine: Beweis/Selbstevidenz/Quine: es ist zu viel verlangt, dass ein Beweis selbstevident sein müsste. Bsp Euklids Parallelenaxiom ist nicht selbstevident. Bsp Mengenlehre ist auch nicht selbstevident, weil sie von Paradoxa geschüttelt ist.
Selbstevidenz/Quine: finden wir in einer kleinen Anzahl von Axiomen der Zahlentheorie. Es sind die Axiome von Dedekind, die die Axiome von Peano genannt werden.
Elementare Zahlentheorie/Quine: es war immer die Frage, ob es nicht noch gültige Gesetze gäbe, die aus den Axiomen nicht abgeleitet werden könnten. Es gab sie! Das war eine Frage der Adäquatheit.
Gesetze/DF/Quine: die Frage weiterer, noch unentdeckter Gesetze schien ein Problem aller Zweige der Mathematik zu sein. Durch Ergänzungen der Axiome könnte man das vielleicht beheben? Aber Gödel bewies 1931, dass das nicht so sein kann!
Gödel/Quine: bewies, dass es kein vollständiges deduktives System für ein noch so kleines Fragment der Mathematik geben kann, wie es z.B. die Elementare Zahlentheorie ist.
XIII 82
Gödel/Quine: bewies, dass es kein vollständiges deduktives System für ein noch so kleines Fragment der Mathematik geben kann, wie es z.B. die elZT ist Def Elementare Zahlentheorie /Quine: umfasst Ziffern, Notation für plus, mal, Potenz und Gleichheit
XIII 83
Satzoperatoren: für „nicht“, „und“ und „oder“ und die Quantoren „Jede Zahl x ist so, dass…“und „es gibt eine Zahl x so dass…“. Die Zahlen sind die positiven ganzen Zahlen und die Null. Damit kann man Bsp Fermats letztes Theorem ausdrücken. Gödel/Quine: These: Kein Axiomensystem oder anderer deduktiver Apparat kann alle Wahrheiten abdecken, die selbst in dieser moderatesten Notation ausdrückbar sind. Jedes gültige Beweisverfahren wird einige wahre Sätze außer acht lassen, ja sogar unendlich viele davon.
Selbstevidenz/Mathematik/Gödel/Quine: daher müssen wir die Forderung der Selbstevidenz fallen lassen.
falsche Lösung/Quine: könnte man nicht einfach alle entdeckten Wahrheiten als Axiome nehmen?
Vs: das ist nicht deswegen unmöglich, weil es keine Axiomensysteme mit unendlich vielen Axiomen geben könnte, solche gibt es. Es ist vielmehr so, dass ein Beweis in endlicher Zeit geprüft werden können muss.
Gödel/Gödels Theorem/Quine: ist verwandt mit den reflexiven Paradoxa. Es geht darum, dass die Notation der elZT über sich selbst sprechen können muss. ((s) >Selbstreferenz).
Gödelnummerierung/Gödelzahl/Quine: …+…
XIII 84
Erwähnung/Gebrauch/Gödel/Quine: Gödels Beweis verlangt auch diese Unterscheidung. Bsp die Ziffer „6“ benennt die Zahl 6 und hat die Gödelzahl 47. Wir können sagen, die Gödelzahl 47 benennt die Zahl 6. (>Stellvertreter). Syntax/Arithmetik/Gödel/Quine: nachdem alle Ausdrücke ihre Benennung durch Gödelzahlen haben, können die syntaktischen Operationen über Ausdrücke, durch arithmetische Operationen über Zahlen gespiegelt werden.
Zitat/Gödel/Quine: Problem: die entsprechende Notation ist nicht Teil der symbolischen Logik und Arithmetik. Anführungszeichen (AZ) können dann auch nicht einfach durch Gödelzahlen benannt werden.
Zitat/Quine: eines Ausdrucks: benennt diesen Ausdruck.
Gödelzahlen/Gödelnummer/Quine: 47 benennt 6, weiterhin benennt 5361 die Zahl 47, wenn zufällig 53 und 61 die Gödelzahlen der Ziffern „4“ und „7“ sind. ((s) Anführungszeichen sic).
Zitat/Gödel/Quine: die Zitatrelation ist als repräsentiert durch die arithmetische Relation, die 5361 zu 47 und 47 zu 6 hat. Die allgemeine Relation kann in der Notation der elZT ausgedrückt werden, wenn auch nicht leicht. Die arithmetische Rekonstruktion syntaktischer Begriffe wie dieses war ein substantieller Teil von Gödels Arbeit.
Lügner/LügnerParadoxie/Gödel/Quine: ist dienlich in einem der beiden Teile, in den Gödels Beweis aufgeteilt werden kann. Die Bombe explodiert, wenn die beiden Teile zusammengesetzt werden. Der Lügner kann vollständig
XIII 85
durch Gödelnumerierung ausgedrückt werden mit Ausnahme eines einzigen Ausdrucks: „Wahrheit“. Wenn das ginge, hätten wir das Paradox gelöst, aber die elZT in Misskredit gebracht. Wahrheit/Gödelzahl/Gödelnummer/Quine: Wahrheit ist nicht definierbar mittels Gödelzahlen, innerhalb der elZT.
Gödels Theorem/Quine: formal: keine Formel in der Notation der elZT ist wahr von allen und nur den Gödelnummern von Wahrheiten der elZT. (Das ist der eine Teil.
anderer Teil/Quine: behandelt jedes echte Beweisverfahren, hier geht es darum, dass jeder Beweis prüfbar sein muss.
formal: eine gegebene Formel in der Notation der elZT ist wahr von allen und nur den Gödelzahlen beweisbarer Formeln.
Church/Quine: ich übergehe hier seine These (Church-These), (siehe Rekursion; s.u.).
Gödel/Quine: die beiden Teile zusammen besagen, daß die beweisbaren Formeln nicht mit den Wahrheiten der elZT zusammenfallen. Entweder sie enthalten einige Falschheiten, oder sie decken einige Wahrheiten nicht ab. Gott verbietet das.
Gödel/Quine: sein eigener Beweis war direkter. Er zeigte, dass ein gegebener Satz, ausgedrückt in Gödelzahlen, nicht bewiesen werden kann. Entweder ist er falsch oder beweisbar, oder wahr und nicht beweisbar. Vermutlich das Letztere.
Falsche Lösung/Quine: man könnte diese verirrte Wahrheit als Axiom hinzufügen, aber dann bleiben wieder andere unbeweisbare.
Gödel/Pointe/Quine: ironischerweise war es zwar unplausibel, dass es eine Beweisprozedur für alle Wahrheiten der elZT geben könnte. Dieses würde Fermats Satz klären, und vieles andere mehr.
XIII 86
Andererseits schlug Gödels Ergebnis wie eine Bombe ein. Pointe: diese beiden Mängel stellten sich nun aber als äquivalent heraus! Denn:
Kleene/Quine: zeigte, dass wenn es ein vollständiges Beweisverfahren gibt, könnte jede Aussage als wahr oder falsch getestet werden wie folgt: ein Computer müsste so programmiert werden, jede Aussage herunter zu spulen, in alphabetischer Reihenfolge, die kürzesten zuerst, dann immer längere. Am Ende, wegen der Vollständigkeit des Verfahrens, wird er jeden einzelnen Satz bewiesen oder widerlegt haben.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Gut/Das Gute Hobbes Höffe I 215
Gut/Das Gute/Hobbes/Höffe: der Mensch, heißt es in der «Einleitung» [des Leviathan], ist «Werkstoff
Höffe I 216
und Konstrukteur» des künstlichen Menschen, des Staates. Gemäß der naturalistischen Anthropologie bildet, paradox gesagt, die normative Grundlage dieser Theorie ein normativ entlasteter Begriff des Guten. Mit seiner individualistischen («Jeder einzelne») und hedonistischen (Lust-Unlust bezogenen) Natur provoziert er einen Großteil der Philosophen, ohnehin die gesamte theologische Tradition, denn er fällt vollständig moralfrei aus: Jeder nennt gut, wonach er verlangt, böse, was er verabscheut, und Glück den ständigen Erfolg im Erlangen der Dinge, die er nach und nach begehrt. >Glück/Hobbes, >Sinn/Hobbes.

Hobbes I
Thomas Hobbes
Leviathan: With selected variants from the Latin edition of 1668 Cambridge 1994
Hermeneutik Heidegger Gadamer I 259
Hermeneutik/Heidegger/Gadamer: Unter dem Stichwort einer „Hermeneutik der Faktizität“ stellte Heidegger der eidetischen Phänomenologie Husserls und der Unterscheidung von Tatsache und Wesen, auf der sie beruhte, eine paradoxe Forderung entgegen. Vgl. >Leben/Husserl. Heidegger: Die unbegründbare und unableitbare Faktizität des Daseins, die Existenz, und nicht das reine cogito als Wesensverfassung von typischer Allgemeinheit, sollte die ontologische Basis der
phänomenologischen Fragestellung darstellen (...).
Vorgeschichte/Gadamer: Die kritische Seite dieses Gedankens war gewiss nicht schlechthin neu. Sie
war schon in der Weise einer Kritik am Idealismus von den Junghegelianern gedacht worden, und insofern ist es kein Zufall, dass der aus der geistigen Krise des Hegelianismus stammende Kierkegaard wie von anderen Kritikern des neukantianischen Idealismus so auch von Heidegger damals aufgegriffen wurde. Auf der anderen Seite sah sich aber diese Kritik am Idealismus damals wie heute dem umfassenden Anspruch der transzendentalen Fragestellung gegenüber. Sofern die transzendentale Reflexion kein mögliches Motiv des Gedankens in der Entfaltung des Inhalts des Geistes ungedacht lassen wollte - und das war seit Hegel der Anspruch der Transzendentalphilosophie -, hatte sie jeden möglichen Einwand in die totale Reflexion des Geistes immer schon einbezogen.
HusserlVsHeidegger: (...) Husserl [konnte] das In-der-Welt-sein als ein Problem der
Horizontintentionalität des transzendentalen Bewusstseins anerkennen, denn die absolute Historizität der transzendentalen Subjektivität musste auch den Sinn von Faktizität auszuweisen vermögen. Daher hatte Husserl in konsequentem Festhalten an seiner Leitidee des Ur-Ich sogleich gegen Heidegger einwenden können, dass der Sinn von Faktizität selber ein Eidos ist, also wesensmäßig der eidetischen Sphäre der Wesensallgemeinheiten angehöre.(1)
Gadamer I 264
Verstehen/HeideggerVsDilthey/HeideggerVsHusserl: Verstehen (...) ist die ursprüngliche Vollzugsform des Daseins, das In-der-Weltsein (...). >Historismus/Heidegger.
Gadamer I 267
Hermeneutik/Heidegger/Gadamer: [es ist die ] Frage, ob aus der ontologischen Radikalisierung, die Heidegger gebracht hat, etwas für den Aufbau einer historischen Hermeneutik gewonnen werden kann. Heideggers Absicht selber war gewiss eine andere, und man muss sich hüten, aus seiner existenzialen Analyse der Geschichtlichkeit des Daseins voreilige Konsequenzen zu ziehen. Die existenziale Analytik des Daseins schließt nach Heidegger kein bestimmtes geschichtliches Existenzideal in sich. Insofern beansprucht sie selbst noch für eine theologische Aussage über den Menschen und seine Existenz im Glauben eine apriorisch-neutrale Geltung.
Gadamer I 268
Durch Heideggers transzendentale Interpretation des Verstehens gewinnt das Problem der Hermeneutik einen universalen Umriss, ja den Zuwachs einer neuen Dimension. Die Zugehörigkeit des Interpreten zu seinem Gegenstande, die in der Reflexion der historischen Schule keine rechte Legitimation zu finden vermochte (>Hermeneutik/Dilthey), erhält nun einen konkret aufweisbaren Sinn, und es ist die Aufgabe der Hermeneutik, die Aufweisung dieses Sinnes zu leisten. Dass die Struktur des Daseins geworfener Entwurf ist, dass das Dasein seinem eigenen Seinsvollzug nach Verstehen ist, das muss auch für den Verstehensvollzug gelten, der in den GeistesWissenschaften geschieht. Die allgemeine Struktur des Verstehens erreicht im historischen Verstehen ihre Konkretion, indem konkrete Bindungen von Sitte und Überlieferung und ihnen entsprechende Möglichkeiten der eigenen Zukunft im Verstehen selber wirksam werden. Das sich auf sein Seinkönnen entwerfende Dasein ist immer schon „gewesen“. Das ist der Sinn des
Existenzials der Geworfenheit. Dass alles freie Sichverhalten zu seinem Sein hinter die Faktizität dieses Seins nicht zurück kann, darin lag die Pointe der Hermeneutik der Faktizität und ihr Gegensatz zu der transzendentalen
Gadamer I 269
Konstitutionsforschung der Husserlschen Phänomenologie. (HeideggerVsHusserl, >Konstitution/Husserl).


1. Bemerkenswerterweise fehlt in allen bisherigen Husserliana fast ganz eine namentliche Auseinandersetzung mit Heidegger. Das hat gewiss nicht nur biographische Gründe. Vielmehr mochte sich Husserl immer wieder in die Zweideutigkeit verstrickt sehen, die ihm Heideggers Ansatz von „Sein und Zeit“ bald als transzendentale Phänomenologie und bald als Kritik derselben erscheinen ließ. Er konnte seine eigenen Gedanken darin wiedererkennen, und doch traten sie in ganz anderer Frontstellung, in seinen Augen in polemischer Verzerrung, auf.

Hei III
Martin Heidegger
Sein und Zeit Tübingen 1993

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Heterologie Geach I 84
Heterologisch/Heterologie/Geach: Bsp ""ist ein obszöner Ausdruck" ist heterologisch" - soll denselben Sinn (dieselbe Bedeutung, synonym) haben wie ""ist ein obszöner Ausdruck" ist nicht ein obszöner Ausdruck" (korrekt). - Problem: diese Definition würde ""ist heterologisch" ist heterologisch" synonym machen mit ""ist heterologisch" ist nicht heterologisch" - Widerspruch.
I 88f
Grellings Paradox/(s): der allgemeine Term "ist nicht anwendbar auf sich selbst" ist nicht anwendbar auf sich selbst. Nämlichkeits-Zusatz/namely rider/Ryle:
(1) "heterologisch" fehlt die Eigenschaft, für die es steht, nämlich die des Fehlens der Eigenschaft für die es steht, nämlich...Regress. - Ryle: keine Eigenschaft wird überhaupt erwähnt.
Geach: richtig:
(2) "...fehlt die Eigenschaft, für die "heterologisch" steht".
(1) ist eine Ausdehnung von "heterologisch", und gerade wahr von jenen Beiwörtern, von denen (2) nicht wahr ist. >Grellings Paradox.
(1) ist gar nicht zweideutig - sonst müsste es stets auf dieselbe Eigenschaft in allen Vorkommnissen von (1) referieren, z.B. einsetzen: "französisch"...
Lösung/Geach: "die Eigenschaft für die es steht" bezeichnet nie irgendeine spezifizierbare Eigenschaft. - Verschiedene heterologische Epitheta stehen für verschiedene Eigenschaften.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Ich Husserl Gadamer I 252
Ich/Husserl/Gadamer: Es ist klar, dass die Lebenswelt immer zugleich eine gemeinschaftliche Welt ist und das Mitdasein anderer enthält. Sie ist personale Welt, und solche personale Welt ist in natürlicher Einstellung immer als geltend vorausgesetzt. >Lebenswelt/Husserl. Aber wie ist diese Geltung aus einer Leistung der Subjektivität zu begründen?
Konstitution/Phänomenologie: Für die phänomenologische Konstitutionsanalyse stellt [dies, die Begründung der Geltung] die allerschwierigste Aufgabe dar, deren Paradoxien Husserl unermüdlich durchreflektiert hat. Wie soll im „reinen Ich“ etwas entspringen, was keine Objektivgeltung besitzt, sondern selber sein will? >Konstitution/Husserl.
Das reflektierende Ich weiß sich selber als in Zweckbestimmungen lebendes, für die die Lebenswelt den Boden darstellt. So ist die Aufgabe einer Konstitution der Lebenswelt (wie die der Intersubjektivität) eine Paradoxe. Aber Husserl hält das alles für scheinbare Paradoxien.
Idealismus/HusserlVsIdealismus: [Husserl] versichert selbst, in der Folge seines Denkens die Furcht vor dem Erzeugungsidealismus gründlich überwunden zu haben. Seine Theorie der phänomenologischen Reduktion will vielmehr den wahren Sinn dieses Idealismus zur erstmaligen Durchführung bringen. Die transzendentale Subjektivität ist das „Ur-Ich“ und nicht „ein Ich“. Für sie ist der Boden der vorgegebenen Welt aufgehoben. Sie ist das Irrelative schlechthin, auf das alle Relativität, auch die des forschenden Ich, bezogen ist.
Gadamer I 253
Idealismus/Husserl/Gadamer: Indessen gibt es schon bei Husserl ein Moment, das diesem Rahmen in der Tat ständig zu sprengen droht. Seine Position ist in Wahrheit noch mehr als nur eine Radikalisierung des transzendentalen Idealismus, und für dieses ist die Funktion bezeichnend, die der Begriff bei ihm gewinnt. >Leben/Husserl.


Husserl I 102
Ichliches Einheitsprinzip/Husserl: hält sich identisch durch verschiedene Bewusstseinsakte. Ich Pol/Husserl: aufmerken, gerichtet sein auf, beschäftigt sein mit, Stellung nehmen. Hier fungiert das Ich Zentrum.
Bewusstseinsstrom: Zeitstrom - das Ich ist identisch. Siehe auch Person/Husserl.
E. Husserl
I Peter Prechtl Husserl zur Einführung, Hamburg 1991 (Junius)
II "Husserl" in: Eva Picardi et al., Interpretationen - Hauptwerke der Philosophie: 20. Jahrhundert, Stuttgart 1992

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Identität Geach I 218
Identität/GeachVsFrege: ist keine Relation! - "Ist ein A" heißt nicht "hat Identität mit A" - (wobei "A" ein Name ist). - VsFrege: (in Frege, Grundlagen der Arithmetik) statt "Es gibt genauso viele Fs wie Gs": "Entweder ist jedes gegebene Objekt F gdw. es ein G ist, oder es gibt eine Relation, die eine Eins-zu-Eins-Entsprechung zwischen den Fs und Gs setzt". Das darf aber keine Identität sein.
I 226
Identität/Geach: nur Gegenstände können strikt identisch sein. - Bei Begriffen gibt es bloß analoge Identität: wenn sie koextensiv sind.
I 238
Identität/GeachVsQuine: These: Identität ist relativ. - Wenn jemand sagt "x ist identisch mit y" ist das ein unvollständiger Ausdruck. - Es ist eine Abkürzung für "x ist dasselbe A wie y". - (Geach: Komisch, das Frege das nicht vertreten hat).
Identität/Tradition/Geach: kann durch ein einziges Schema ausgedrückt werden.
(1) l- Fa (x)(Fx u x = a) - alltagssprachlich: was immer wahr ist von etwas, das mit einem Objekt y identisch ist, ist wahr von a und umgekehrt. - Daraus leiten wir das Gesetz der Selbstidentität ab:
"l- a = a".
(Zeichenerklärung: l-: Behauptungsstrich).
Denn wenn wir nehmen "Fx" für "x ungleich a" dann liefert uns Schema (1):
(2) l- (a ≠ a) Vx(x ≠ a u x = a) - das ergibt natürlich "l-a = a".
I 240
Identität/Geach: wenn wir strikte Identität fordern, ungeachtet der Theorie, in der wir uns bewegen, geraten wir in die semantischen Paradoxien wie Grelling’s Paradoxie oder Richard’s Paradoxie. - Lösung: relative Identität auf Theorie bzw. Sprache, Ununterscheidbarkeit/ "Indiscernibility"/Quine - >partielle Identität.
Tugendhat I 37
Identität/Gleichheitszeichen/Dummett/Geach: "=" kann nur mit Bezug auf Gegenstände verwendet werden!
Habermas IV 158
Identität/Geach/Habermas: Peter Geach vertritt die These, dass Identitätsprädikate nur im Zusammenhang mit der allgemeinen Charakterisierung einer Klasse von Gegenständen sinnvoll verwendet werden könne. (1) (Siehe auch Kriterien/Henrich, HenrichVsGeach). Bsp Person/Identifikation/Habermas: Personen können nicht unter denselben Bedingungen identifiziert werden wie beobachtbare Gegenstände. Im Fall von Personen genügt eine raumzeitliche Identifizierung nicht.

1.P. Geach, Ontological Relativity and Relative Identity, in: K. Munitz, Logic and Ontology, NY. 1973

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Implikation Wessel I 124
Subjunktion/Wessel.: ">": aussagenbildender Operator, bezieht sich auf Sachverhalte - - Folgerung (=Implikation)/Wessel: 2-stelliges Prädikat, bezieht sich auf sprachliche Gebilde - (s) bei "p > q" schließen wir nichts, sondern nehmen zur Kenntnis, daß ein Anspruch besteht - Folgebeziehung/Wessel: = Implikation (kein Operator, sondern Prädikat) > Paradoxien, weil Inhalt widersprüchlich sein kann, auch wenn Form gültig - Konditional: (Bsp Wissenschaftliche Aussage) wäre aus demselben Grund dann falsch (weil der Inhalt keinen Zusammenhang bildet).
I 175
formale Implikation/Russell/Principia Mathematica/Wessel: "P(x) >x Q(x)": "für alle x gilt" entsprechend ">a1a2a3..an" - "binäre Quantoren.
I 297
Konditional/Wessel: Subjunktion folgt aus Konditionalaussage - ((s) aber nicht umgekehrt.)

Wessel I
H. Wessel
Logik Berlin 1999
Implikation, Paradox Armstrong III 19
Paradox der Implikation/Lösung/Armstrong: Allsatz, Allquantifikation: sagt etwas über jedes Ding: auch wenn es keine F gibt: "entweder es ist kein F oder es ist ein G" (trägerlos, >Leere Kennzeichnung). Problem: Der Begriff eines positiven Antezedens ist syntaktisch schwer zu definieren. - Dennoch Bsp "kein Kentaur sein": das ist semantisch und syntaktisch klar.

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983
Implikation, strikte Lewis Berka I 154
Def strikte Implikation/Cl. I. Lewis/Berka: (1918)(1): C’pq = NMKpNq - "Es ist nicht der Fall, dass p wahr und q falsch ist" - >Paradoxie der materialen Implikation: die für sie verantwortliche Aussage "p ist wahr und q ist falsch" ist nicht selbst-widerspruchsfrei. Implikation: wenn sie die Bedeutung "q ist aus p ableitbar" haben soll, ist die obige Aussage offensichtlich eine Kontradiktion.
I 155
Paradoxien der strikten Implikation: 1. Eine unmögliche Aussage impliziert jede Aussage - 2. Eine notwendige wird von jeder Aussage impliziert. - Daraus folgt ferner, dass alle Unmöglichkeiten und alle Notwendigkeiten strikt äquivalent sind. - Lösung: erweiterter Aussagenkalkül.
1.C.I. Lewis: A Survey of Symbolic Logic. Berkeley 1918, Reprint, New York 1960.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983
Imprädikativität Poincaré Thiel I 324
Imprädikativität/Paradoxien/Poincaré: glaubte damit das entscheidende Kriterium gefunden zu haben: illegitime, "nichtprädikative" Bedingungen sind diejenigen, die einen solchen Zirkel enthalten. (>imprädikativ/Russell). Es schien zunächst ausreichend, von Ausdrücken für die Beziehung zwischen Element und Menge zu fordern, dass in "x ε y" das zweite Relationsglied y einer genau um 1 höheren Stufe angehören müsse als x (einfache >Typentheorie) so führt die Forderung, dass jeder zulässige Ausdruck nicht nur selbst "prädikativ" (d.h. nicht imprädikativ) gebildet sein sollte, sondern auch alle in ihm auftretenden Argumente dieser Bedingung genügen müssen, zu einer ">verzweigten Typentheorie".

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Imprädikativität Quine XIII 93
Imprädikativität/Quine: früher sagte man, dass man eine Klasse spezifiziert hatte, ohne etwas Weiteres von ihr zu wissen, wenn man die Enthaltenseinsbedingung nennen konnte. Russellsche Antinomie: zeigte, dass es hier Ausnahmen geben musste.
Problem: lag darin, eine Klasse durch eine Enthaltenseinsbedingung zu spezifizieren, indem man direkt oder indirekt auf eine Menge von Klassen referierte, die die fragliche Klasse enthielt.
Russellsche Antinomie: hier war die problematische Enthaltenseinsbedingung die Nicht-Selbst-Elementschaft. Bsp x ist kein Element von x.
Paradox: entsteht dadurch, dass man das x der Enthaltenseinsbedingung unter anderem gerade die Klasse sein lässt, die durch diese Enthaltenseinsbedingung definiert wird.
Def imprädikativ/Poincaré/Russell: ist gerade diese Enthaltenseinsbedingung für eine Klasse, die in der Klasse selbst besteht. Dies muss verboten sein, um Paradoxien nicht aufkommen zu lassen.
Zirkelfehlerprinzip/QuineVsRussell: das war allerdings ein zu harscher Begriff:
Spezifikation/Klassen/Mengen/Existenz/Quine: eine Klasse zu spezifizieren heißt nicht, sie zu erschaffen!
XIII 94
Spezifikation/Zirkel/Einführen/QuineVsRussell: indem man etwas spezifiziert ist es nicht falsch auf einen Bereich zu referieren, zu dem dies Ding schon immer gehörte. Bsp Statistische Aussagen über einen typischen Einwohner durch Aussagen über die Gesamte Einwohnerschaft, die ihn enthält. Einführen/Definition/sprachlich/Quine: alles was wir brauchen ist, dass ein ungewohnter Ausdruck mit einem Ausdruck gleichgesetzt wird, der vollständig mit vertrauten Ausdrücke gebildet wird.
Russellsche Antinomie/Quine: ist noch völlig in Ordnung, so lange die Klasse R durch ihre Enthaltenseinsbedingung definiert wird: „Klasse aller Objekte x, so dass x nicht ein Element von x ist“.
Paradox/Lösung/Russell/Quine: eine Lösung: vertraute Ausdrücke so zu entstellen, dass sie nicht mehr vertraut sind, um eine Paradoxie zu vermeiden. Das war Russells Lösung. Letztlich „x ist ein Element von x“ („enthält sich selbst“) aus der Sprache zu verbannen.
Lösung/Zermelo/Quine: besser: die Sprache so lassen, wie sie ist, aber
neu: für Klassen soll gelten, dass nicht jede Enthaltenseinsbedingung eine Klasse festlegt. Bsp die Klasse „R“ bleibt dann wohldefiniert, aber „Pegasus“ hat kein Objekt. D.h. es gibt keine (wohldefinierte) Klasse wie R.
Zirkel/George Homans/Quine: echte Zirkularität: Bsp ein finaler Club ist einer, in den man nur gewählt werden kann, wenn man nicht in andere finale Klubs gewählt wurde.
Quine: wenn das die Definition eines unvertrauten Ausdrucks ist, dann insbesondere die des letzten Vorkommnisses von „finaler Klub“.
Zirkel/Zirkularität/Quine: Pointe: dennoch ist es verständlich!
Imprädikativität/imprädikativ/Russell/Quine: das eigentliche Verdienst war es klarzustellen, dass nicht jede Enthaltenseinsbedingung eine Klasse determiniert.
Formal: brauchen wir eine hierarchische Notation. Ähnlich wie die Hierarchie von W-Prädikaten, die wir bei der Lügner-Paradoxie brauchten.
XIII 95
Variablen: erhalten Indizes: x0,y0: über Individuen, x1,y2 usw. über Klassen, aber Klassen dieser Ebene dürfen nicht selbst durch Variablen dieser Stufe definiert werden. Bsp für die Definition höherstufiger Klassen x2, y2 dürfen nur Variablen vom Typ x0 und x1 gebraucht werden. Typentheorie/Russell/Quine. Pointe: Klassen verschiedener Ebenen können vom selben Typ sein!
Klassen/Mengen/Existenz/Quine: das passt zu der Metapher, dass Klassen nicht existieren, bevor sie bestimmt sind. D.h. sie sind nicht unter den Werten der Variablen, die gebraucht werden, um sie zu spezifizieren. ((s) Und daher ist die Sache nicht zirkulär).
Problem/QuineVsRussell: das ist alles viel strenger als man es braucht, um Paradoxien zu vermeiden und es ist so streng, dass es andere nützliche Konstruktionen verhindert.
Bsp die Vereinigung mehrerer Klassen derselben Ebene, z.B. Ebene 1 zu spezifizieren
Problem: wenn wir schreiben „Fx1“ um auszudrücken, dass x1 eine aus der Vielheit der fraglichen Klassen ist, dann ist die
Enthaltenseinsbedingung: für eine Menge in dieser Vereinigung, etwas ist Element davon gdw. es ein Element einer Klasse x1 ist, so dass Fx1.
Problem: das gebraucht eine Variable der Ebene 1. D.h. dass die Vereinigung von Klassen einer Ebene nicht als zu dieser Ebene gehörig betrachtet werden kann (cannot be counted on to belong to that level).
Kontinuitätshypothese: für ihren Beweis bedeutet dies Schwierigkeiten.
Imprädikativität/Kontinuum/Russell/Quine: konsequenterweise ließ er bei der Arbeit am ersten Band von Principia Mathematica die Imprädikativität fallen. Sie bleibt aber interessant im Zusammenhang mit dem Konstruktivismus. Es ist interessant zu unterscheiden, was wir mit dieser Einschränkung erreichen können und was nicht.
XIII 96
Prädikative Mengenlehre/QuineVsRussell/Quine: jst nicht nur frei von Paradoxa, sondern auch von unspezifizierbaren Klassen und höheren Unbestimmtheiten, die Segen und Fluch der imprädikativen Theorie ist. (siehe „unendliche Zahlen“, "Klassen" Versus "Mengen“). Prädikative Mengenlehre/Quine: ist heute konstruktive Mengenlehre.
Imprädikativ: ist strenggenommen genau so, wie oben dargestellt, aber dabei spielt es heute keine Rolle mehr, welche Enthaltenseinsbedingungen man wählt, um eine Klasse zu spezifizieren.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Internetkultur Benkler Benkler I 233
Internetkritik/Internetkultur/Internetkritiker/Internet/Benkler: 1. Ein grundlegendes Problem, das entsteht, wenn jeder sich Gehör verschaffen kann, ist, dass es zu viele Aussagen oder zu viele Informationen geben wird. Zu
I 234
viele Beobachtungen und zu viele Standpunkte machen es äußerst schwierig, sie zu durchsuchen, was zu einem unkontrollierbaren "Lärm" führt. Diese allgemeine Sorge, eine Variante des Babel-Einwandes, liegt drei konkreteren Argumenten zugrunde: dass Geld ohnehin dominieren wird, dass es zu einer Fragmentierung des Diskurses kommen wird und dass die Fragmentierung des Diskurses zu seiner Polarisierung führen wird.
I 235
2. Eine Kritik der zweiten Generation an den demokratisierenden Auswirkungen des Internets ist, dass es sich in der Tat als nicht so egalitär oder verteilt erweist, wie es die Konzeption der 90er Jahre nahegelegt hatte. Erstens, gibt es eine Konzentration in den Kanälen und den grundlegenden Werkzeugen der Kommunikation. Zweitens, und unnachgiebiger für die Politik, selbst in einem offenen Netzwerk, konzentriert sich ein hohes Maß an Aufmerksamkeit auf einige wenige Top-Webseiten - eine winzige Anzahl von Webseiten wird von der überwiegenden Mehrheit der Leser gelesen, während viele Webseiten nie von jemandem besucht werden. In diesem Zusammenhang repliziert das Internet das Modell der Massenmedien, indem es vielleicht einige Kanäle hinzufügt, aber nicht wirklich etwas strukturelles verändert.
I 236
3. [Ein weiteres Anliegen] im Kontext des Internets, (...) am deutlichsten von Neil Netanel artikuliert, ist, dass in den modernen komplexen Gesellschaften, in denen wir leben, kommerzielle Massenmedien entscheidend für die Erhaltung der Watchdog-Funktion der Medien sind. Große, anspruchsvolle, kapitalkräftige Regierungs- und Unternehmensmarktakteure verfügen über enorme Ressourcen, um nach Belieben zu handeln und um Überprüfung und demokratische Kontrolle zu vermeiden. 4. Eine Reihe von Behauptungen und deren Kritik haben mit den Auswirkungen des Internets auf autoritäre Länder zu tun. Die Kritik richtet sich gegen einen grundlegenden Glauben, der angeblich, und vielleicht sogar tatsächlich, von einigen Cyber-Liberalisten vertreten wird, dass bei ausreichendem Zugang zu Internet-Tools die Freiheit überall Einzug finden wird. Das entscheidende Argument hier ist, dass China mehr als jedes andere Land zeigt, dass es möglich ist, einer Bevölkerung den Zugang zum Internet zu ermöglichen - es ist jetzt die Heimat der zweitgrößten nationalen Bevölkerung von Internetnutzern - und diese zu kontrollieren.
5. Während das Internet den Kreis der Teilnehmer im öffentlichen Raum vergrößern kann, ist der Zugang zu seinen Tools zugunsten derjenigen ausgelegt, die in der Gesellschaft bereits gut situiert sind - in Bezug auf Reichtum, Rasse und Fähigkeiten.
>Internet/Benkler, >Internet/Zittrain etc.
I 241
Ad. 1. Anstatt dem Problem der Informationsüberflutung zu erliegen, lösen die Benutzer es, indem sie sich auf wenigen Webseiten "versammeln". Diese Schlussfolgerung basiert auf einer neuen, aber wachsenden Literatur über die Wahrscheinlichkeit, dass eine Webseite von anderen verlinkt wird. Die Verteilung dieser Wahrscheinlichkeit erweist sich als stark verzerrt. Das heißt, es gibt eine winzige Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Webseite von einer großen Anzahl von Personen verlinkt wird, und eine sehr große Wahrscheinlichkeit, dass für eine bestimmte Seite nur eine andere Seite oder sogar keine Webseite einen Link zu ihr aufweist.
I 242
Ad. 2. Während das Internet, das Web und die Blogosphäre in der Tat eine viel größere Ordnung aufweisen als das "Free Wheeling" (nicht limitiert durch Regeln), würde das Bild "Jeder als Verfasser" (engl. everyone a pamphleteer) suggerieren,dass diese Struktur kein Massenmedienmodell repliziert. Wir sehen eine neu gestaltete Informationsumgebung, in der tatsächlich nur wenige Seiten von vielen gelesen werden, aber Cluster von mäßig gelesenen Webseiten bieten Plattformen für eine weitaus größere Anzahl von Sprechern als im massenmedialen Umfeld. Filterung, Akkreditierung, Synthese und Hervorhebung werden durch ein System des Peer Review durch informationsaffine Gruppen, thematisch oder interessenbezogen, geschaffen. Diese Gruppen filtern die Beobachtungen und Meinungen eines enormen Spektrums von Menschen und übermitteln diejenigen, die das lokale Peer-Review überstanden haben, an breitere Gruppen und letztlich an das Gemeinwesen, ohne auf marktbasierte Kontrollpunkte für den Informationsfluss zurückzugreifen. Das intensive Interesse und Engagement kleiner Gruppen, die gemeinsame Anliegen teilen, und nicht das Interesse des kleinsten gemeinsamen Nenners an großen Gruppen, die weitgehend voneinander entfremdet sind, ist es, was die Aufmerksamkeit auf Aussagen lenkt und sie sichtbarer macht. Dadurch wird die entstehende vernetzte Öffentlichkeit besser auf die stark geäußerten Bedenken eines viel breiteren Bevölkerungskreises reagieren, als die Massenmedien sehen konnten. So entsteht ein Kommunikationsprozess, der resistenter gegen Korruption durch Geld ist.
I 264
Ad. 3. So wie das Internet eine Plattform für die Entstehung eines riesigen und effektiven Almanachs bieten kann, so wie freie Software exzellente Software produzieren kann und Peer-Produktion eine gute Enzyklopädie produzieren kann, so kann auch Peer-Produktion die öffentliche Watchdog-Funktion übernehmen.
I 265
(...) netzwerkbasierte Peer Production vermeidet auch die inhärenten Konflikte zwischen investigativer Berichterstattung und dem Endergebnis - ihre Kosten, ihr Risiko der Rechtsstreitigkeiten, ihr Risiko, Werbung von entfremdeten Unternehmenssubjekten zurückzuziehen, und ihr Risiko, Leser zu entfremden. Aufbauend auf der großen Variation und Vielfalt von Wissen, Zeit, Verfügbarkeit, Einsicht und Erfahrung sowie den riesigen Kommunikations- und Informationsressourcen, die fast jedem in fortgeschrittenen Wirtschaften zur Verfügung stehen, stellen wir fest, dass auch die Watchdog-Funktion in der vernetzten Informationswirtschaft im Vergleich zu anderen "peer-produziert" wird.
I 270
Ad. 4. (...) in autoritären Ländern erschwert und verteuert die Einführung der Internetkommunikation die Kontrolle der Öffentlichkeit durch die Regierungen. Wenn diese Regierungen bereit sind, auf die Vorteile der Internetanbindung zu verzichten, können sie dieses Problem vermeiden. Wenn sie es nicht sind, haben sie weniger Kontrolle über die Öffentlichkeit. Es gibt natürlich auch andere Mittel der direkteren Repression.
Benkler I 359
Soziale Bindungen/Internetkultur/Studium/Benkler/Turkle/Kraut: Anstatt eine Lösung für die Probleme zu finden, die die Industriegesellschaft für Familie und Gesellschaft schafft, wurde das Internet als zunehmende Entfremdung angesehen, indem sich seine Nutzer darin verloren. Sie verbrachten keine Zeit mehr mit der Familie. Es tauchte sie in Ablenkungen von der realen Welt mit ihren realen Beziehungen. In einer Sozialversion des Babel-Einwandes (>Babel-Einwand/Benkler) wurde es als Verengung der gemeinsamen kulturellen Erfahrungen angesehen, so dass die Menschen mangels einer gemeinsamen Sitcom oder Nachrichtensendung zunehmend voneinander entfremdet wurden. Ein Strang dieser Kritik stellte den Wert von Online-Beziehungen selbst als plausibler Ersatz für eine reale menschliche Verbindung in Frage. Sherry Turkle, die bedeutendste frühe Forscherin virtueller Identität, charakterisierte dieses Anliegen wie folgt: "Ist es wirklich sinnvoll, vorzuschlagen, dass der Weg zur Revitalisierung der Gemeinschaft darin besteht, allein in unseren Zimmern zu sitzen, an unseren vernetzten Computern zu tippen und unser Leben mit virtuellen Freunden zu füllen?"(1)
Benkler I 360
Ein weiterer Kritikpunkt konzentrierte sich weniger auf die Oberflächlichkeit, um nicht zu sagen die Leere der Online-Beziehungen, als vielmehr auf die schiere Zeit. Nach diesem Argument ging die im Netz verbrachte Zeit und Mühe auf Kosten der Zeit mit Familie und Freunden. Prominent und oft in dieser Hinsicht zitiert wurden zwei Frühstudien. Das erste mit dem Titel "Internet Paradox" wurde von Robert Kraut(2) geleitet. Es war die erste Längsschnittstudie mit einer erheblichen Anzahl von Nutzern - 169 Nutzer im ersten oder zweiten Jahr ihrer Internetnutzung. Kraut und seine Mitarbeiter fanden einen leichten, aber statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der Zunahme der Internetnutzung und (a) der Abnahme der familiären Kommunikation, (b) der Abnahme der Größe des sozialen Kreises in Nah und Fern und (c) der Zunahme von Depression und Einsamkeit. Die Forscher gingen davon aus, dass die Nutzung des Internets starke durch schwache Bindungen ersetzt.
Zwei Jahre später folgte eine zweite, sensationellere Veröffentlichung einer Studie. Im Jahr 2000 betonte das Stanford Institute for the Quantitative Study of Society in einem "vorläufigen Bericht" über Internet und Gesellschaft - mehr eine Pressemitteilung als ein Bericht - die Feststellung, dass "je mehr Stunden die Menschen im Internet verbringen, desto weniger Zeit verbringen sie mit echten Menschen"(3). Die tatsächlichen Ergebnisse waren etwas weniger stark als die weit verbreitete Pressemitteilung. Wie bei allen Internetnutzern gaben nur etwas mehr als acht Prozent an, weniger Zeit mit der Familie zu verbringen; sechs Prozent gaben an, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, und 86 Prozent verbrachten etwa die gleiche Zeitspanne.
I 361
Vs: Das stärkste Ergebnis, das die "Isolation"-These in dieser Studie unterstützt, war, dass 27 Prozent der Befragten, die ständige Internetnutzer waren, angaben, weniger Zeit am Telefon mit Freunden und Familie zu verbringen. Die Studie fragte nicht, ob sie E-Mail anstelle des Telefons benutzten, um mit diesen Familienmitgliedern und diesen Freunden in Kontakt zu bleiben, und ob sie dachten, sie hätten dadurch mehr oder weniger eine Verbindung zu diesen Freunden und der Familie.
I 362
Wenn Internetverbindungen nicht tatsächlich den direkten, unmittelbaren menschlichen Kontakt verdrängen, gibt es keine Grundlage zu der Annahme, dass die Nutzung des Internets zu einem Rückgang der gehaltvollen Verbindungen führen wird, die wir psychologisch benötigen, oder der nützlichen Verbindungen, die wir sozial herstellen und die auf dem direkten menschlichen Kontakt mit Freunden, Familie und Nachbarn basieren.
I 363
Die Beziehungen zu der lokalen geografischen Gemeinschaft und zu den engen Freunden und der Familie scheinen durch die Internetnutzung nicht wesentlich beeinträchtigt zu werden. Soweit diese Beziehungen betroffen sind, ist der Effekt positiv. So setzten Kraut und seine Mitarbeiter ihr Studium fort und vertieften dieses für weitere drei Jahre. Sie fanden heraus, dass sich die negativen Auswirkungen, die sie im ersten oder zweiten Jahr gemeldet hatten, über den gesamten Beobachtungszeitraum verteilt hatten(4). Ihre grundlegende Hypothese, dass das Internet wahrscheinlich schwache Bindungen verstärkt hat, steht jedoch im Einklang mit anderen Forschungs- und Theoriearbeiten.
I 364
Menschen, unabhängig davon, ob sie mit dem Internet verbunden sind oder nicht, kommunizieren weiterhin bevorzugt mit Menschen, die sich geografisch in der Nähe befinden, als mit Menschen, die weit entfernt sind(5). Dennoch kommunizieren Menschen, die mit dem Internet verbunden sind, mehr mit Menschen, die geografisch entfernt sind, ohne die Anzahl der lokalen Verbindungen zu verringern.


1. Sherry Turkle, “Virtuality and Its Discontents, Searching for Community in Cyberspace,” The American Prospect 7, no. 24 (1996); Sherry Turkle, Life on the Screen: Identity in the Age of the Internet (New York: Simon & Schuster, 1995).
2. Robert Kraut et al., “Internet Paradox, A Social Technology that Reduces Social Involvement and Psychological Well Being,” American Psychologist 53 (1998): 1017–1031.
3. Norman H. Nie and Lutz Ebring, “Internet and Society, A Preliminary Report,” Stanford Institute for the Quantitative Study of Society, February 17, 2000, 15 (Press Release), http://www.pkp.ubc.ca/bctf/Stanford_Report.pdf. [Website not available as of 08/08/19]
4. Robert Kraut et al., “Internet Paradox Revisited,” Journal of Social Issues 58, no. 1 (2002): 49.
5. Barry Wellman, “Computer Networks as Social Networks,” Science 293, issue 5537 (September 2001): 2031.

Benkler I
Yochai Benkler
The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom New Haven 2007
Interpretation Gadamer I 196
Interpretation/Gadamer: Schleiermacher sieht den Akt des Verstehens als den rekonstruktiven Vollzug einer Produktion. Ein solcher muss manches bewusst machen, was dem Urheber unbewusst bleiben kann. Es ist offenbar die Genieästhetik, die Schleiermacher mit dieser Formel auf seine allgemeine Hermeneutik überträgt. Die Schaffensweise des genialen Künstlers ist der Modellfall, auf den die Lehre von der unbewussten Produktion und der notwendigen Bewusstheit in der Reproduktion sich beruft(1). Daraus folgt auch — was die Hermeneutik nie vergessen sollte -, dass der Künstler, der ein Gebilde schafft, nicht der berufene Interpret desselben ist. Als Interpret hat er vor dem bloß Aufnehmenden keinen prinzipiellen Vorrang an Autorität. Er ist, sofern er selbst reflektiert, sein eigener Leser. Die
Meinung, die er als Reflektierender hat, ist nicht maßgebend. Maßstab der Auslegung ist allein, was der Sinngehalt seiner Schöpfung ist, was diese“meint“(2). So vollbringt die Lehre von der genialen Produktion hier eine wichtige theoretische Leistung, indem sie den Unterschied zwischen dem
I 197
Interpreten und dem Urheber tilgt. Sie legitimiert die Gleichsetzung beider, sofern zwar nicht die reflektierende Selbstauslegung, aber doch die unbewusste Meinung des Urhebers das ist, was verstanden werden soll. Nichts anderes will Schleiermacher mit seiner paradoxen Formel sagen (Es gelte, einen Schriftsteller besser zu verstehen, als er sich selber verstanden habe). >Hermeneutik/Schleiermacher, >Verstehen/Schleiermacher.
I 401
Interpretation/Gadamer: Eine richtige Auslegung „an sich“ wäre ein gedankenloses Ideal, das das Wesen der Überlieferung verkennte. Jede Auslegung hat sich in die hermeneutische Situation zu fügen, der sie zugehört. Situationsgebundenheit bedeutet keineswegs dass sich der Anspruch auf Richtigkeit, den jede Interpretation erheben muss, ins Subjektive oder Okkasionelle auflöste. Auslegen ist auch für uns nicht ein pädagogisches Verhalten, sondern der Vollzug des Verstehens selbst, das sich nicht nur für die anderen, für die man etwas auslegt, sondern ebenso für den Interpreten selbst in der Ausdrücklichkeit sprachlicher Auslegung erst vollendet.



1. H. Patsch hat inzwischen die Frühgeschichte der romantischen Hermeneutik genauer aufgeklärt: Friedrich Schlegels “Philosophie der Philologie« und Schleiermachers frühe Entwürfe zur Hermeneutik (Ztschr. f. Theologie und Kirche 1966, S. 434—472).
2. Die moderne Mode, die Selbstinterpretation eines Schriftstellers als Kanon der Interpretation zu verwenden, ist die Folge eines falschen Psychologismus. Auf der andern Seite kann aber die „Theorie“ z. B. der Musik oder der Poetik und Redekunst, sehr wohl ein legitimer Kanon der Auslegung sein. Vgl. zuletzt meine Arbeit „Zwischen Phänomeektik — Versuch einer Selbstkritik“ in Bd. 2 der Ges. Werke, S. 3ff.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Introspektion Lewis Frank I 61ff
Introspektion/Lewis: ist notwendig unfehlbar! - Shoemaker: Bewusstsein von Wünschen und Überzeugungen ist nicht körperlich.
V 312
Rationalität/Lewis: „rational Handeln" ist gar nicht so rational, alles in allem, dazu gehört noch mehr: z.B. Selbstwissen, und der Wille, aus Erfahrung zu lernen. Wenn die Introspektion den Handelnden davon überzeugt, dass die Daten seine eigenen sind, dann wird ihn nichts dazu überreden, ihnen zu misstrauen.
Teilweise Rationalität: wenn wir das Selbstwissen herausnehmen: dann kann ein moderates >Newcombsches Paradox entstehen.
E.M.Forster: "Wie kann ich sagen, was ich denke, bevor ich sehe was ich sage?".
Gedankenexperiment/Selbstidentifikation/Lewis: kein Aufwand an Gedankenexperimenten kann so viel SelbstWissen liefern wie der reale Gegenstand

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Jury-Theorem Public Choice-Theorie Parisi I 185
Jury-Theorem/Condorcet/Public-Choice-Theorie/Farber: Im politischen Bereich ist die häufigste Manifestation der inhärenten Beschränkung der kollektiven Wahl das Condorcet-Paradoxon (Shepsle, 2010(1), S. 53-6 7). Da sich Mehrheitskoalitionen je nach der auf der Tagesordnung stehenden Alternative verschieben können, können verschiedene Mehrheiten Option a gegenüber Option b und Option b gegenüber Option c bevorzugen, dann aber Option c gegenüber Option a. Mit zunehmender Anzahl von Alternativen bzw. mit zunehmender Anzahl von Individuen, die abstimmen, steigt die Chance, dass es unter der Annahme zufällig zugewiesener Präferenzen zu einem Wechsel kommt. Problem: Eine Schlüsselfrage ist, wie Demokratien es schaffen, angesichts des Risikos des periodischen Durchlaufens eine stabile öffentliche Politik zu schaffen.
Falsche Lösung: Eine erste Antwort könnte sein, zu überlegen, ob ein ausgefeilterer Abstimmungsmechanismus das Problem beseitigen könnte. Um die Idee eines Abstimmungsverfahrens zu konkretisieren, nehmen Sie an, dass den Alternativen Zahlen zugeordnet werden, dass ein Stimmzettel aus einer Liste dieser Zahlen besteht, die der Wähler dann in eine Rangfolge bringt, dass die Abstimmung anonym ist, so dass alle Wähler gleich behandelt werden, und dass das Abstimmungsverfahren uns für jede Teilmenge von Optionen sagt, welche gegenüber den anderen bevorzugt wird.
Beispiel: Betrachten Sie eine Entscheidungssituation mit drei Optionen und drei Wählern, die jeweils unterschiedliche Bewertungen für die Optionen haben. Jede Option ist die erste Wahl des einen Wählers, die zweite Wahl des anderen Wählers und die dritte Wahl des dritten Wählers. Es ist leicht zu erkennen, dass kein Abstimmungsverfahren einen Gewinner in einem Dreierwettbewerb ermitteln kann, ohne sich auf einen zusätzlichen Faktor zu stützen, der die Symmetrie zwischen den drei Alternativen bricht. Vgl. >Arrow-Theorem.
Problem: Die Tatsache, dass die Optionen in Bezug auf alle verfügbaren Informationen identisch sind, bedeutet, dass keine Option als Gewinner herausgegriffen werden kann, egal wie kompliziert oder clever die Abstimmungsmethode ist.
Parisi I 186
Zwei-Seiten-Wettbewerb/Drei-Seiten-Wettbewerb: Angenommen, das Gegenteil wäre der Fall und eine Alternative würde die beiden anderen Alternativen schlagen. Wenn das wahr wäre, könnten wir die Dreierwette einfach dadurch entscheiden, dass wir sie in eine Runde von Zweierwetten aufteilen. Aber wir haben bereits gesehen, dass kein Abstimmungsverfahren den Drei-Seiten-Wettbewerb entscheiden kann, also wissen wir, dass auch der Rundlauf keinen Gewinner hervorbringen kann. Mehrheitsregel: Obwohl dieses Ergebnis oft am Beispiel des Mehrheitswahlrechts veranschaulicht wird, ist die Erkenntnis deutlich allgemeiner. Solange der Entscheidungsprozess keine anderen Informationen als die Präferenzranglisten einbezieht und allen Wählern das gleiche Gewicht gibt, kann er einen Zyklus in einer Folge von Kopf-an-Kopf-Abstimmungen nicht vermeiden, wenn die Präferenzen eine metrische Wählerunterstützung haben. >Arrow-Theorem/Public-Choice-Theorie.


1. Shepsle, K. A. (2010). Analyzing Politics: Rationality, Behavior, and Institutions. 2. Edition.
New York: W.W. Norton & co.

Farber, Daniel A. “Public Choice Theory and Legal Institutions”. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Kausalität Wessel 372f
Kausalität/Empirie/Wessel: haben wir so eingeführt, dass wir zuerst eine Klasse von Aussagen als über empirische Zusammenhänge ausgezeichnet haben und dann erst sagen, was ein empirischer Zusammenhang ist
Kausalität/Kraft/Wessel: Paradoxie: wenn zwei gleiche Kräfte von gegenüberliegenden Seiten einwirken, bleibt der Körper in Ruhe - Lösung: es fehlen Bedingungen - Paradox des Zusammenhangs: wenn z aus X und v aus Y , dann scheint aus X + Y z + v zu folgen, aber nicht, wenn Kräfte gegensätzlich.
Lösung: Tendenzprädikate: "Körper hat die Tendenz, sich zu bewegen" gleichzeitige gegensätzliche Tendenzen kein Widerspruch.
I 375
Kausalität/Ursache/Logik/Wissenschaft/Wessel: manche Ursachen werden als transitiv aufgefasst, andere nicht, daher mehrere Arten von Kausalbeziehungen.

Wessel I
H. Wessel
Logik Berlin 1999
Klassen Quine I 289
Klassenabstraktion zurückgeführt auf sing Kennzeichnungen: (iy)(x)(x aus y genau dann, wenn ..x..) - statt: x^(..x..)- geht nicht für intensionale Abstraktion Unterschied Klassen/Eigenschaften: Klassen identisch mit gleichen Elementen - Eigenschaften noch nicht identisch, wenn sie den gleichen Dingen zukommen.

II 29
Klassen: man könnte alle Klassen in ihr Komplement umdeuten: "kein Element von.." - man würde nie etwas merken! - unterste Schicht: jeder Relativsatz, jeder allgemeine Term bestimmt eine Klasse.
II 100
Russell (PM) Klassen sind Dinge: sie dürfen nicht mit dem Klassenbegriff verwechselt werden - Allerdings: Paradoxa gelten auch für Klassen-Begriffe und Aussagenfunktionen nicht nur für Klassen. Unvollständige Symbole (Erklärung durch Gebrauch) - sollen Klassen wegerklären.

VII (a) 18
Klassen/Quine: vereinfachen unseren Zugang zur Physik. - Sie sind dennoch ein Mythos!
VII (f) 114
Klassen/Quine: keine Ansammlungen oder Kollektionen! Bsp die Klasse der Steine in einem Haufen kann nicht mit dem Haufen identifiziert werden: sonst könnte auch eine andere Klasse mit demselben Haufen identifiziert werden: z.B. die Klasse der Steinmoleküle in dem Haufen - Theorie der Gültigkeit appelliert an Klassen, aber nicht die einzelnen Sätze - Prädikate keine Namen von Klassen, Klassen Extension von Prädikaten - Klassen werden als präexistierend angenommen (s.u.).
IX 21
Klassen/Relationen/Quine: sind reale Objekte wenn Werte von gebundenen Variablen
IX 23
Klasse/Individuen/Quine: alles ist Klasse! wenn wir Individuen als identisch mit ihrer Einerklasse auffassen (d.h. nicht elementlos)
IX 223
Klassen/Quine: Quantifikation über Klassen ermöglicht Begriffe, die sonst außerhalb unserer Reichweite lägen.
XIII 24
Klasse/Menge/Quine: wir Menschen sind geizig und so veranlagt, dass wir niemals zwei Wörter für dieselbe Sache gebrauchen, oder wir verlangen eine Unterscheidung, die dem zugrunde liegen müsste.
XIII 25
Bsp ape/monkey: unterscheiden wir nach Größe, während Franzosen und Deutsche nur ein Wort dafür haben. Problem: wie soll das Wörterbuch (Lexikon) den Unterschied zwischen „Bier, was richtigerweise so genannt wird“ und „Ale, was richtigerweise so genannt wird“ erklären.
Bsp Mengen/Klassen/Quine: hier verhielt es sich ähnlich.
Klasse/Mathematik: einige Mathematiker behandeln Klassen als etwas von gleicher Art wie Eigenschaften (Quine pro, s.o.) Mengen als etwas robusteres, wenn auch immer noch abstraktes.
Klassen: können Mengen als Elemente enthalten, aber nicht andere Klassen. (siehe Imprädikativität).
Paradox/Paradoxien/Quine: führen dazu, dass einige Elementbeziehungen keine Mengen festlegen können. Dennoch können sie immer noch Klassen festlegen!.
von Neumann: legte 1925 ein solches System fest. Es vereinfacht Beweise und stärkt das System, wenn auch auf die Gefahr von Paradoxa hin.
Problem: es erfordert fantasievolle Unterscheidungen und Verdopplungen, Bsp für jede Menge muss es eine koextensive Klasse geben.
Lösung/Quine. (Quine 1940): einfach die Mengen mit den koextensiven Klassen identifizieren.
XIII 26
Def Klassen/Def Mengen/QuineVsNeuman: neu: Mengen sind dann Klassen einer bestimmten Art: Eine Klasse ist eine Menge wenn es ein Element einer Klasse ist. Eine Klasse ist eine Def äußerste Klasse/Quine: wenn sie kein Element von einer Klasse ist.
Russellsche Paradoxie/Quine: einige Autoren haben gedacht, durch die Unterscheidung von Klassen und Mengen hätte sie gezeigt, daß die Russellsche Antinomie eine bloße Verwirrung sei.
Lösung/einige Autoren: Klassen seien selbst keine so substantiellen Objekte, dass sie als Kandidaten für Elemente nach einer Enthaltenseinsbedingung in Frage kämen. Mengen wohl. Aber
Mengen: seien nie als definiert durch Enthaltenseinsbedingungen aufgefasst worden. Und sie seien von Anfang an durch Prinzipien regiert worden, die Zermelo später explizit machte.
QuineVs: das sind ganz verderbliche Annahmen! In Wirklichkeit waren Mengen von Anfang an Klassen, egal wie sie genannt wurden. Vagheit eines Worts war auch Vagheit des anderen Worts.
Mengen/Cantor/Quine: sicher, die ersten Mengen bei Cantor waren Punktmengen, aber das ändert nichts.
QuineVsTradition/Quine: es ist ein Mythos zu behaupten, dass Mengen unabhängig von Klassen ersonnen worden wären, und später dann von Russell mit ihnen verwechselt worden wären. Das ist wieder der Fehler, in einem Unterschied zwischen Wörtern auch einen Unterschied in der Sache zu sehen.
Lösung/Quine: wir brauchen nur Mengen und äußerste Klassen, um die Vorteile von von Neumann genießen zu können.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Kollektives Handeln Public Choice-Theorie Parisi I 182
Kollektives Handeln/Public-Choice-Theorie/Farber: (...) die Public-Choice-Theorie befasst sich mit kollektiven Handlungsproblemen, bei denen individuelle Ziele nicht ohne weiteres in Einklang gebracht oder koordiniert werden können. Kollektive Handlungsprobleme können vorliegen, weil es schwierig ist, einzelne Akteure zu mobilisieren und zu koordinieren, so dass die notwendige kooperative Anstrengung nicht zustande kommt. Gruppen: Sobald sich eine Gruppe gebildet hat, gibt es jedoch auch inhärente Schwierigkeiten, die mit der Umsetzung der Präferenzen der Gruppenmitglieder in eine kollektive Entscheidung einhergehen.
VsPublic-Choice-Theorie: Frühe Arbeiten zur Public-Choice-Theorie neigten dazu, die Fallstricke kollektiven Handelns als Rechtfertigung für die Minimierung der Rolle der Regierung zu betrachten. Heutige Public-Choice-Wissenschaftler sind jedoch eher daran interessiert, wie sich Institutionen entwickeln, um mit diesen Fallstricken umzugehen.
Modelle: Die neuen Modelle sind sowohl anspruchsvoller als auch komplexer. Sie
Parisi I 183
beinhalten mehrere strategische Akteure, von denen jeder versucht, das Endergebnis durch einen mehrstufigen politischen Prozess zu beeinflussen. In diesen neueren Modellen sind die Ergebnisse nicht einfach eine Funktion der Inputs für politische Institutionen - die Präferenzen der Wähler, Interessengruppen und Politiker. Stattdessen hängen die Ergebnisse auch entscheidend von den institutionellen Strukturen ab. Wie Shepsle (2010)(1) es ausdrückt, "spielen Institutionen (und nicht nur individuelle Präferenzen) eine Rolle für kollektive Ergebnisse" (S. 3 5 7). Institutionen: Die Auswirkungen von institutionellen Strukturen sind jedoch nicht immer einfach zu erkennen. Zum Beispiel kann ein Akteur manchmal in der Lage sein, bessere Ergebnisse zu erzielen, wenn die Handlungsfreiheit des Akteurs in irgendeiner Weise eingeschränkt ist, als der Akteur mit einer größeren Auswahl an Wahlmöglichkeiten erreichen könnte. Dies mag Paradox erscheinen, aber das Paradox löst sich auf, wenn wir erkennen, dass sich das Verhalten anderer Akteure aufgrund der Veränderung für den Akteur positiv verändern kann.*
Kooperation/Probleme: 1) Die erste Schwierigkeit, die kollektives Handeln plagt, ist das Scheitern der Kooperation. Die politische Sphäre ist voll von Gelegenheiten zum Trittbrettfahren. Jeder kann von einem neuen Gesetz profitieren. Dennoch können sie die Vorteile genießen, unabhängig davon, ob sie zur Verabschiedung des Gesetzes beigetragen haben. Daher gibt es einen Anreiz, sich zu bereichern, indem man die Last der neuen Gesetzgebung anderen überlässt. Infolgedessen kann kollektives Handeln überhaupt nicht stattfinden. Oder es kann verzerrt werden, weil die Personen, die die Hindernisse für ein kollektives Handeln überwinden, andere Interessen haben als die Nichtteilnehmer.
2) Arrow's Theorem: Die zweite grundlegende Schwierigkeit bei kollektivem Handeln ist die inhärente Schwierigkeit, individuelle Präferenzen zu aggregieren. Das Arrow-Theorem (Arrow, 1951)(3) löste eine ganze Reihe von Literatur aus, die beweist, dass jede Methode zur Aggregation von Präferenzen notwendigerweise fehlerhaft ist.
Rangfolge/Arrow: Wie Arrow bewiesen hat, ist es zum Beispiel unmöglich, eine Methode für eine Rangfolge der Ergebnisse vom Besten zum Schlechtesten zu haben, bei der kein Individuum ein Diktator ist, die Ergebnisse rein auf der Rangfolge der Optionen der Individuen beruhen und eine einstimmige Wahl sich immer gegen ihre Alternative durchsetzen wird (Mueller, 2003(4), S. 5 82-590; Shepsle, 2010(1), S. 67-76). >Arrow-Theorem/D'Agostino, >Staatliche Strukturen/Public-Choice-Theory.

* Zum Beispiel kann der Präsident/die Präsidentin manchmal in der Lage sein, seine/ihre politischen Ziele freier zu erreichen, indem er/sie einer Einschränkung seiner/ihrer Kontrolle über eine Behörde zustimmt, wenn dies dazu führt, dass der Kongress mehr Macht an die Behörde delegiert (Gersen, 2010)(2).


1. Shepsle, K. A. (2010). Analyzing Politics: Rationality, Behavior, and Institutions. 2. Edition.
New York: W.W. Norton & co.
2. Gersen, J. E. (2010). "Designing Agencies," in D. A. Farber and A. J. O'Connell, Hrsg., Research Handbook on Public Choice and Public Law, 3 33—361. Northampton, MA: Edward Elgar.
3. Arrow, K. J. (1951). Social Choice and Individual Values. New Haven, CT: Yale University
Press.
4. Mueller, D. C. (2003). Public Choice 111. Cambridge: Cambridge University Press.

Farber, Daniel A. “Public Choice Theory and Legal Institutions”. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Kompensation Cooter Parisi I 15
Paradoxon der Kompensation/Cooter/Miceli: Abschreckung und Kompensation sind perfekt kompatibel, wenn nur Schädiger Vorsorge treffen können (wie im einseitigen Vorsorgemodell), aber wenn auch Opfer Vorsorge treffen können, geraten die Kompensations- und die Anreizfunktion in Konflikt, eine Situation, die Cooter (1985)(1) als das "Paradox der Kompensation" bezeichnet. >Schwellenregeln/Wirtschaftstheorien. Problem: Das Problem ist das Erfordernis, dass jedes Geld, das der Schädiger im Rahmen der Haftung zu zahlen hat, an den Geschädigten als Schadenersatz weitergegeben werden muss, wodurch eine sogenannte "Entkopplung" von Haftung und Schadenersatz ausgeschlossen wird.* >Haftungsrecht/Learned Hand, >Fahrlässigkeit/Miceli.
Lösung: Die Brillanz der Fahrlässigkeitsregel besteht darin, dass sie dieses Paradoxon auflöst, indem sie einen Verhaltensstandard festlegt, den der Schädiger erfüllen kann, um die Haftung zu vermeiden, und damit dem Opfer einen Anreiz gibt, in Vorsichtsmaßnahmen zu investieren, um seinen eigenen Schaden zu minimieren. >Vorsorge/Cooter.

* Siehe z. B. Polinsky und Che (1991)(2).

** Eine Regel der verschuldensunabhängigen Haftung in Verbindung mit einer Einrede des Mitverschuldens erhält bilaterale Anreize aufrecht, führt aber auch zu einer Entschädigung der Opfer, was zeigt, dass Abschreckung und Entschädigung nicht unbedingt unvereinbar sind.


1. Cooter, Robert (1985). “Unity in Tort, Contract, and Property: The Model of Precaution.” California Law Review 73: 1–51.
2. Polinsky, A. Mitchell and Y. K. Che (1991). “Decoupling Liability: Optimal Incentives for Care and Litigation.” Rand Journal of Economics 22: 562–570.

Miceli, Thomas J. „Economic Models of Law“. In: Parisi, Francesco (ed) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Vol 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press.

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Konditional Logik-Texte Hoyningen-Huene II 112
Konditional/Hoyningen-Huene: Objektsprache - Folgerung/Hoyningen-Huene: (logische Implikation): Metaebene - Konditional: auch (materiale) Implikation genannt - Aussagenverknüpfung.
Hoyningen-Huene II 112
logische Folgerung: auch (logische) Implikation genannt. Gehört der Metaebene an. (Unterschied Konditional/Folgerung).
Re III 79
Vorausgesetzt, er ist feige, folgt, dass er entweder feige ist oder - was man will. Aber einfach aus der Tatsache, dass er feige ist, folgt nicht, dass, wenn er nicht feige ist, ist - was man will.
Re III 86f
Bedingungssatz/Konditional/wahrheitsfunktional/Read: wenn ein Bedingungssatz als wahrheitsfunktional behandelt wird, gibt es Probleme. - (> Paradoxien der Implikation) - Dann ist der ganze Satz wahr, wenn das Vorderglied falsch ist. - "Konversationalistische Verteidigung": ein solcher Satz sollte nicht behauptet werden.
Re III 92
Jackson: bei Bedingungssätzen kommt der modus ponens ins Spiel.
Re III 93
Bedingungssätze sind nicht robust (unempfindlich gegen Zusatzwissen) im Hinblick auf die Falschheit ihrer Hinterglieder.
Re III 94
Behauptbarkeit: wird auf die Teilsätze, nicht bloß auf den ganzen Bedingungssatz angewendet. - Wenn Behauptbarkeit zählt, sind Bedingungssätze nicht mehr wahrheitsfunktional.
Re III 103
Die Analyse der möglichen Welt weicht von der wahrheitsfunktionalen dann ab, wenn der Wenn-Satz falsch ist. Dass Edmund ein Feigling ist, bedeutete nicht automatisch, dass der Bedingungssatz wahr ist.
Re III 105
Ähnlichkeitsanalyse: eine Anzahl logischer Prinzipien, die klassisch gültig sind, versagt hier. Z. B. die (Def) Kontraposition: dass
"wenn B, dann nicht-A" aus "wenn A, dann nicht-B" folgt. (u.a. IV 41)
Die ähnliche Welt, in der es regnet, kann sehr wohl eine sein, in welcher es nur leicht regnet. Aber die ähnlichste Welt, in der es heftig regnet, kann nicht eine sein, in der überhaupt nicht regnet.
Re III 220
Bedingungssätze: sind Aussagen (Grice) - sind keine Aussagen: Stalnaker - Frage: ist der Bedingungssatz wahrheitsfunktional? - Def wahrheits-funktional: Ein einziges Gegen-Beispiel macht es ungültig.
Re III 220
Grice: Bedingungssätze sind Aussagen. - StalnakerVsGrice: Bedingungssätze sind keine Aussagen. (Ziemlich radikal). - Die Lager sind ungefähr gleich stark.
Re III 220/21
Bedingungssätze/Konditional/Read: die Behauptung, dass sie wahrheitsfunktional sind, sagt, dass ein Gegenbeispiel für die Falschheit des Bedingungssatzes nicht nur hinreichend, sondern auch notwendig ist - wenn es kein Gegenbeispiel gibt, dann ist er wahr - das gaukelt scharfe Schnitte beim >Sorites vor.
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001
Konstitution Husserl Gadamer I 252
Konstitution/Husserl/Gadamer: Der Grundsatz des Idealismus, überall auf die konstituierenden Akte der transzendentalen Subjektivität zurückzugehen, muss offenbar das universale Horizontbewusstsein „Welt“ und vor allem die Intersubjektivität dieser Welt aufklären - obwohl das so Konstituierte, die Welt als die vielen Individuen gemeinsame, ihrerseits die Subjektivität umfasst. Die transzendentale Reflexion, die alle Weltgeltung und alle Vorgegebenheit von anderem aufheben soll, muss sich ihrerseits als von der Lebenswelt umfangen denken. Das reflektierende Ich weiß sich selber als in Zweckbestimmungen lebendes, für die die Lebenswelt den Boden darstellt. So ist die Aufgabe einer Konstitution der Lebenswelt (wie die der Intersubjektivität) eine paradoxe. Aber Husserl hält das alles für scheinbare Paradoxien. >Ich/Husserl.
E. Husserl
I Peter Prechtl Husserl zur Einführung, Hamburg 1991 (Junius)
II "Husserl" in: Eva Picardi et al., Interpretationen - Hauptwerke der Philosophie: 20. Jahrhundert, Stuttgart 1992

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Körper Nietzsche Danto III 142
Denken/Körper/Nietzsche/Danto: Nietzsche neigt zur Annahme, dass sich- ebenso wie ein Gedanke kommt, wenn er will und nicht, wenn ich will – mein Körper bewegt, wenn er, und nicht, wenn ich will.
Danto III 150
Das Denken als solches braucht nicht bewusst zu sein. Der Begriff unbewusstes Denken ist nicht widersprüchlich (F. Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft, KGW V, 2. S. 274). Privatsprache/Sprache/Nietzsche: Paradoxerweise folgt daraus, dass angeblich private Worte – also Worte, die sich auf unsere eigenen inneren Zustände beziehen – die Grundlage und Hauptbestandteil unserer gemeinsamen und öffentlichen Sprache bilden.
Danto III 265
Körper/Nietzsche/Danto: Meine Vorstellung ist, dass jeder spezifische Körper danach strebt, über den ganzen Raum Herr zu werden und seine Kraft auszudehnen (…) aber er stößt fortwährend auf gleiche Bestrebungen anderer Körper und endet, sich mit denen zu arrangieren (‚vereinigen‘) welche ihm verwandt genug sind. (F. Nietzsche, Nachlass, Berlin 1999, S. 705.)

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Kripkes Wittgenstein Cavell I 216
Kripkes Wittgenstein: These: es ist nicht möglich etwas zu meinen, weil keine Regel und keine Gegenwart die Bedeutung der Wörter kontrolliert. - Es gibt keine Tatsache, aufgrund derer ein Wort etwas bedeutet. - Lösung: Einführung sozial kontrollierter Behauptbarkeitsbedingungen.
I 216
Kripkes Wittgenstein/Cavell: skeptisches Paradox: nichts, keine Regel, keine Gegenwart kann die Bedeutung meiner Worte kontrollieren. Das ist das Ende der Möglichkeit, überhaupt etwas zu meinen. Lösung: Einführung sozial sanktionierter Behauptbarkeitsbedingungen.
Kripke: Hauptpunkt: die Abwesenheit bedeutungsvermittelnder Tatsachen.
CavellVsKripke: 1. wahrscheinlich hat Wittgenstein selbst das Paradox nicht so gesehen. Er würde auch nicht nach solchen Tatsachen verlangen, die die Bedeutung garantieren, und die stabiler sein sollten als unsere Praxis.
I 217
CavellVsKripke: 2. Kripke geht unbemerkt von "geneigt sein" zu "berechtigt sein" über: Wittgenstein: "habe ich die Begründung erschöpft, bin ich geneigt, zu sagen.."
Kripke scheint (anders als Wittgenstein) zu glauben, Übereinstimmung sei etwas wie ein Vertrag.
I 218
Seine Lösung ist skeptischer als das Problem, das sie lösen soll.
I (c) 220
Kripkes Wittgenstein/Cavell: für Kripke sind Regeln grundlegender als Kriterien für Wittgensteins Skepsis gegenüber Bedeutungen. CavellVsKripke: dabei bleibt das Problem des Gewöhnlichen unterbelichtet.
I (c) 221
Für mich sind umgekehrt die Regeln den Kriterien untergeordnet.
I (c) 233
Kripkes Wittgenstein/CavellVsKripke: Lösung: es geht darum, ob der Neuling das, was Emerson Konformismus nennt akzeptiert, oder nicht. Es geht um die permanente Krise einer Gesellschaft, die von sich selbst glaubt, auf Konsens zu beruhen. Wenn das Kind als verrückt ausgegrenzt wird, zeugt das sowohl die Macht einer Gesellschaft, als auch ihre Ohnmacht.
I (c) 243
Kripkes Wittgenstein/ CavellVsKripke: ich glaube nicht, dass seine Lektüre falsch ist, ich zweifle nur an ihrer Notwendigkeit. Wenn es so ist, muss das Problem neu entworfen werden. +.. Siehe auch >Privatsprache, >Regelfolgen.

Cavell I
St. Cavell
Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen Frankfurt 2002

Cavell I (a)
Stanley Cavell
"Knowing and Acknowledging" in: St. Cavell, Must We Mean What We Say?, Cambridge 1976, pp. 238-266
In
Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen, Stanley Cavell Frankfurt/M. 2002

Cavell I (b)
Stanley Cavell
"Excursus on Wittgenstein’s Vision of Language", in: St. Cavell, The Claim of Reason, Wittgenstein, Skepticism, Morality, and Tragedy, New York 1979, pp. 168-190
In
Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen, Stanley Cavell Frankfurt/M. 2002

Cavell I (c)
Stanley Cavell
"The Argument of the Ordinary, Scenes of Instruction in Wittgenstein and in Kripke", in: St. Cavell, Conditions Handsome and Unhandsome: The Constitution of Emersonian Perfectionism, Chicago 1990, pp. 64-100
In
Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen, Davide Sparti/Espen Hammer (eds.) Frankfurt/M. 2002

Cavell II
Stanley Cavell
"Must we mean what we say?" in: Inquiry 1 (1958)
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995
Kripkes Wittgenstein Schulte Sch I 160
Kripkes Wittgenstein/SchulteVsKripke: das Paradox entsteht, weil man einen Wegweiser in praktisch jeder Richtung interpretieren könnte. - VsKripke: Fehler anzunehmen, dass es hier überhaupt eine Interpretation gäbe. - Stattdessen. Abrichtung: kein Schlüsseziehen zwischen dem Erblicken des Zeichens und der Reaktion. - Lösung: Handeln im Rahmen einer Praxis. Siehe auch >Privatsprache, >Regelfolgen.

Schulte I
J. Schulte
Wittgenstein Stuttgart 2001

Schulte II
J. Schulte
U. J. Wenzel
Was ist ein philosophisches Problem? Frankfurt 2001

Schulte III
Joachim Schulte
"Peter Frederick Strawson"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993
Literatur Ricoeur II 27
Literatur/Ricoeur: Wenn das menschliche Denken ohne das Zwischenstadium der gesprochenen Sprache direkt zum Schreiben gebracht wird, nimmt die Schrift den Platz des Sprechens ein. Es entsteht eine Art Abkürzung zwischen der Bedeutung des Diskurses und dem materiellen Medium.
II 29
Das Ausmaß dieser Substitution lässt sich am besten messen, wenn man die Bandbreite der Veränderungen betrachtet, die bei den anderen Komponenten des Kommunikationsprozesses auftreten. >Medien/Ricoeur, >Schrift/Ricoeur.
II 31
Mitteilung/Hörer: Am entgegengesetzten Ende der Kommunikationskette ist die Beziehung der Textbotschaft zum Leser nicht weniger komplex als die Beziehung zum Autor. Die Universalisierung des Publikums ist einer der auffälligsten Effekte des Schreibens und kann in Form eines Paradoxons ausgedrückt werden. Da der Diskurs nun mit einer materiellen Unterstützung verbunden ist, wird er in dem Sinne spiritueller, dass er aus der Enge der persönlichen Situation befreit wird. Ein Werk schafft auch seine Öffentlichkeit. Auf diese Weise erweitert es den Kreis der Kommunikation und initiiert in geeigneter Weise neue Kommunikationsformen. Insofern ist die Anerkennung des Werkes durch das durch das Werk geschaffene Publikum ein unvorhersehbares Ereignis.
Es gehört zum Sinn eines Textes, für eine unbestimmte Anzahl von Lesern offen zu sein und,
II 32
also von Interpretationen. Diese Möglichkeit der vielfachen Lektüre ist das dialektische Gegenstück zur semantischen Autonomie des Textes. Daraus folgt, dass das Problem der Aneignung der Bedeutung des Textes ebenso paradox wird wie das der Autorschaft. Das Recht des Lesers und das Recht des Textes laufen in einem wichtigen Kampf zusammen, der die ganze Dynamik der Interpretation erzeugt. Die Hermeneutik beginnt dort, wo der Dialog endet: >Hermeneutik/Ricoeur, >Code/Literatur/Ricoeur.

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976
Logik Kognitionspsychologie Upton I 137
Logik/Erwachsenenalter/Kognitionspsychologie/Upton: (...) wir erkennen nun an, dass die kognitive Entwicklung über [die Jahre der Kindheit (>Kognitive Entwicklung/Piaget)] hinausgeht und eine vierte Stufe der kognitiven Entwicklung von einer Reihe von Theoretikern vorgeschlagen wurde (z.B. Commons et al.(1), 1984; Sinnott, 1994(2); Yan und Arlin, 1995)(3). Diese Phase, welche als "post-formales Denken" bezeichnet wird, wurde als relativistisches Denken typisiert, bei dem Erwachsene erkennen, dass Wissen von der subjektiven Perspektive jedes Einzelnen abhängt und dass es daher keine absolute Wahrheit gibt (...). Perry (1970)(4) untersuchte kognitives Wachstum bei Studenten und fand heraus, dass es eine Verschiebung von der anfänglichen Annahme beim Eintritt in das College, dass es eine absolute Wahrheit zu finden gab, zu einer allmählichen Erkenntnis, dass Fragen viele Antworten haben könnten, gab. (...) wir bewegen uns vom absolutistischen zum relativistischen Denken und, nach Ansicht einiger Theoretiker, führt dies zur Verwendung einer größeren Vielfalt von Denkstilen (Zhang, 2002)(5). Darüber hinaus wird vorgeschlagen, dass fortgeschrittene Denker die Herausforderung genießen, die Paradoxien und Inkonsistenzen in Ideen zu finden, um zu versuchen, sie zu vereinen (Basseches, 1984)(6).


1. Commons. ML, Richards, FA and Armon, C (1 984) Beyond Formal Operations: Late adolescent and adult cognitive development. New York: Praeger.
2. Sinnott J.D. (2002) Postformal Thought and Adult Development. In: Demick J., Andreoletti C. (eds) Handbook of Adult Development. The Springer Series in Adult Development and Aging. Springer, Boston, MA
3. Yan. B and Arlin PK (1995) Nonabsolute/relativistic thinking: a common factor underlying models of postformal reasoning? Journal of Adult Development, 2: 223-40.
4. Perry, WG (1970) Forms of Intellectual and Ethical Development in the College Years. New York: Holt, Rhinehart.
5. Zhang, LF (2002) Thinking styles and cognitive development. Journal of Genetic Psychology,
163: 179-95.
6. Basseches, M (1984) Dialectical Thinking and Adult Development. Norwood, NJ: Ablex.
Further reading:
Kitchener, KS, Lynch, CL, Fischer, KW and Wood, PK (1993) Developmental range of reflective judgment: the effect of contextual support and practice on developmental stage. Developmental Psychology, 29:893—906. Available online at https ://gseweb.harvard.edu/ —ddl/articles Copy! Kitchener-etal 1993 DevRangeReflectjudgem.pdf.

Upton I
Penney Upton
Developmental Psychology 2011
Logik Lévi-Strauss I 49
Logik/Bricolage/Lévi-Strauss: es steckt zweifellos etwas Paradoxes in der Vorstellung einer Logik, deren Begriffe in Abfällen und Bruchstücken, Spuren psychologischer und historischer Vorgänge stehen, die als solche jeder Notwendigkeit ermangeln. Was die Form betrifft, steckt in ihnen eine Analogie. Siehe Analogie/Lévi-Strauss.
I 50
Die Notwendigkeit dieser Logik existiert als die Invarianz semantischer oder ästhetischer Art, die die Gruppe der Transformationen charakterisiert, zu denen diese Beziehungen sich eigenen. ((sVsLévi-Strauss: „Gruppe von Transformationen“ unklar.) (Siehe Alan Sokal, und Jean Bricmont, Fashionable nonsense: postmodern intellectuals’ abuse of science, New York, 1998.)
Logik/Lévi-Strauss: diese Logik arbeitet ein wenig nach der Art des Kaleidoskops…allerdings müssen die Produkte des Zerbrechens… gewisse Ähnlichkeiten zeigen. ((s)VsLévi-Strauss: der Vergleich mit einem Kaleidoskop entfernt die Argumentation von dem, was die Logik eigentlich ausmacht.
I 51
Lösung/Lèvi-Strauss: dieser spricht von einer „konkreten Logik“. Er meint damit, dass die Eingeborenen, von denen seine Untersuchungen handeln, in ihrer eigenen Wahrnehmung gewissen Zwängen unterworfen sind, was die Handhabung von Zeichen und Gegenständen betrifft.

LevSt I
Claude Lévi-Strauss
Das Wilde Denken Frankfurt/M. 1973

LevSt II
C. Levi-Strauss
The Savage Mind (The Nature of Human Society Series) Chicago 1966
Löwenheim, Satz v. Hacking I 176
Löwenheim/Hacking: Paradox: Ein Paradox ist, dass Aussagen über einen Bereich, wo sie z.B. das Fehlen eindeutiger Zuordenbarkeit feststellen (Bsp Teilmengen der natürlichen Zahlen sind nicht den natürlichen Zahlen eindeutig zuordenbar), dann auch für einen abzählbaren Bereich gelten. Daraus folgte, dass die natürlichen Zahlen nicht eindeutig auf die natürlichen Zahlen abzubilden wären (nichtindentiertes Modell). Heute wird das nicht mehr als paradox angesehen.
I 178
Löwenheim/HackingVsPutnam: Putnams Kritik greift nur bei der Korrespondenztheorie oder Abbildtheorie.
I 180 ff
HackingVsLöwenheim/HackingVsPutnam: 1. Physik passt nicht in Logik 1. Stufe.
2. Alltagssprache hat immer Indikatoren.
3. VsWittgenstein: Das beweist nicht, dass unser Gebrauch wesentlich unzuverlässig ist.
4. Löwenheim geht über Zahlen, nicht über Wörter.
5. Um Bezug zu nehmen, brauche ich keine Theorie der Bezugnahme.
6. Es gibt Fotografien in Büchern über Myonen.
7. Der Satz von Löwenheim ist nicht konstruktiv! D.h. es gibt kein Verfahren zur Herstellung eines nicht-intendierten Modells.
8. Zusätze wie Weichselkirsche und Perserkatze funktionieren nicht wie das Adjektiv "süß". Man weckt Weichselkatzen nicht ein und isst Herzkatzen nicht als Frischobst. Vgl. >Satz von Löwenheim/Putnam.

Hacking I
I. Hacking
Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften Stuttgart 1996
Mechanism Design KI-Forschung Norvig I 679
Mechanism Design/KI-Forschung/Norvig/Russell: Ein Spiel entwerfen, dessen Lösungen darin bestehen, dass jeder Agent seine eigene rationale Strategie verfolgt, und die zur Maximierung einer globalen Nutzenfunktion führen. Dieses Problem wird als Mechanism Design oder manchmal auch als inverse Spieltheorie bezeichnet. Mechanism Design ist ein wesenlicher Bestandteil der Wirtschafts- und Politikwissenschaft. Das Einmaleins des Kapitalismus besagt, dass der Gesamtwohlstand der Gesellschaft steigt, wenn jeder versucht, reich zu werden. Aber (...) Beispiele (...) zeigen, dass richtiges Mechanism Design notwendig ist, um die Unsichtbare Hand auf Kurs zu halten. Für Ansammlungen von Agenten erlaubt uns das Mechanism Design, intelligente Systeme aus einer Ansammlung begrenzter Systeme - sogar von unkooperativen Systemen - zu konstruieren, ähnlich wie menschliche Teams Ziele erreichen können, die über die Reichweite jedes Einzelnen hinausgehen. Beispiele für Mechanism Design sind die Versteigerung von billigen Flugtickets, die Weiterleitung von TCP-Paketen zwischen Computern, die Entscheidung, wie medizinische Fachkräfte Krankenhäusern zugewiesen werden, und die Entscheidung, wie Roboterfußballspieler mit ihren Teamkollegen zusammenarbeiten. Mechanism Design wurde in den 1990er Jahren mehr als nur ein rein akademisches Thema, als mehrere Nationen, die mit dem Problem der Versteigerung von Lizenzen für die Ausstrahlung in verschiedenen Frequenzbändern konfrontiert waren, aufgrund eines unzureichenden Mechanism Designs Hunderte von Millionen Dollar an potenziellen Einnahmen verloren. Formell besteht ein Mechanismus aus (1) einer Sprache zur Beschreibung der zulässigen Strategien, die die Agenten anwenden dürfen, (2) einem ausgewählten Agenten, dem sogenannten Zentrum, das Berichte über die Strategiewahl von den im Spiel befindlichen Agenten sammelt, und (3) einer allen Agenten bekannten Ergebnisregel, die das Zentrum zur Bestimmung der Payoffs an jeden Agenten in Anbetracht ihrer Strategiewahl verwendet. >Spieltheorie/KI-Forschung.
Norvig I 688
Der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften ging 2007 an Hurwicz, Maskin und Myerson, "weil sie die Grundlagen der Theorie des Mechanism Designs gelegt haben" (Hurwicz, 1973)(1). Die Tragik der Allmende, ein motivierendes Problem für das Gebiet, wurde von Hardin (1968)(2) dargestellt. Das Offenbarungsprinzip geht auf Myerson (1986)(3) zurück, und das Einkommens-Äquivalenz-Theorem wurde von Myerson (1981)(4) und Riley und Samuelson (1981)(5) unabhängig voneinander entwickelt. Zwei Wirtschaftswissenschaftler, Milgrom (1997)(6) und Klemperer (2002(7)), schreiben über die multimilliardenschweren Frequenzauktionen, an denen sie beteiligt waren. Mechanism Design wird bei der Planung von Multiagenten (Hunsberger und Grosz, 2000(8); Stone et al., 2009(9)) und bei der Terminierung (Rassenti et al., 1982)(10) verwendet. Varian (1995)(11) gibt einen kurzen Überblick mit Verbindungen zur Informatik-Literatur, und Rosenschein und Zlotkin (1994)(12) stellen eine buchfüllende Abhandlung mit Anwendungen zur verteilten KI (distributed AI) vor.
Einschlägige Arbeiten zur verteilten KI werden auch unter anderen Namen geführt, darunter kollektive Intelligenz (Tumer und Wolpert, 2000(13); Segaran, 2007(14)) und marktbasierte Kontrolle (Clearwater, 1996)(15).
Seit 2001 gibt es eine jährliche Trading Agents Competition (TAC), bei dem die Vertreter versuchen, aus einer Reihe von Auktionen den besten Gewinn zu ziehen (Wellman et al., 2001(16); Arunachalam und Sadeh, 2005)(17). Veröffentlichungen zu Berechnungsfragen bei Auktionen werden oft bei den ACM-Konferenzen über Electronic Commerce vorgestellt.


1. Hurwicz, L. (1973). The design of mechanisms for resource allocation. American Economic Review Papers and Proceedings, 63(1), 1-30.
2. Hardin, G. (1968). The tragedy of the commons. Science, 162, 1243-1248.
3. Myerson, R. (1986). Multistage games with communication. Econometrica, 54, 323–358.
4. Myerson, R. (1981). Optimal auction design. Mathematics of Operations Research, 6, 58–73.
5. Riley, J. and Samuelson, W. (1981). Optimal auctions. American Economic Review, 71, 381–392.
6. Milgrom, P. (1997). Putting auction theory to work: The simultaneous ascending auction. Tech. rep.
Technical Report 98-0002, Stanford University Department of Economics.
7. Klemperer, P. (2002). What really matters in auction design. J. Economic Perspectives, 16(1).
8. Hunsberger, L. and Grosz, B. J. (2000). A combinatorial auction for collaborative planning. In Int.
Conference on Multi-Agent Systems (ICMAS-2000).
9. Stone, P., Kaminka, G., and Rosenschein, J. S. (2009). Leading a best-response teammate in an ad hoc team. In AAMAS Workshop in Agent Mediated Electronic Commerce.
10. Rassenti, S., Smith, V., and Bulfin, R. (1982). A combinatorial auction mechanism for airport time slot allocation. Bell Journal of Economics, 13, 402-417.
11. Varian, H. R. (1995). Economic mechanism design for computerized agents. In USENIX Workshop on
Electronic Commerce, pp. 13-21.
12. Rosenschein, J. S. and Zlotkin, G. (1994). Rules of Encounter. MIT Press.
13. Tumer, K. and Wolpert, D. (2000). Collective intelligence and braess’ Paradox. In AAAI-00, pp. 104-
109.
14. Segaran, T. (2007). Programming Collective Intelligence: Building Smart Web 2.0 Applications. O’Reilly. 15. Clearwater, S. H. (Ed.). (1996). Market-Based Control. World Scientific.
16. Wellman, M. P., Wurman, P., O’Malley, K., Bangera, R., Lin, S., Reeves, D., and Walsh, W. (2001). A trading agent competition. IEEE Internet Computing.
17. Arunachalam, R. and Sadeh, N. M. (2005). The supply chain trading agent competition. Electronic
Commerce Research and Applications, Spring, 66-84.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Mehrdeutigkeit Tversky Norvig I 620
Ambiguität/Kahneman/Tversky/Norvig/Russell: Eine Erklärung für (...) scheinbar irrationale Präferenzen (>Allais-Paradoxon/Norvig) ist der Sicherheitseffekt (Kahneman und Tversky, 1979)(1): Menschen fühlen sich stark zu Gewinnen hingezogen, die sicher sind. >Sicherheitseffekt/Kahneman/Tversky. Ambiguitätsaversion: Es scheint, dass Menschen eine Ambiguitätsaversion haben: A gibt Ihnen eine Gewinnchance von 1/3, während B zwischen 0 und 2/3 liegen könnte. In ähnlicher Weise gibt D Ihnen eine 2/3-Gewinnchance, während C zwischen 1/3 und 3/3 liegen könnte. Die meisten Menschen wählen die bekannte Wahrscheinlichkeit und nicht die unbekannten Unbekannten. >Ellsberg-Paradoxon/Norvig, >Allais-Paradoxon/Norvig, >Rationalität/KI-Forschung, >Präferenzen/Norvig, >Nutzen/KI-Forschung.


1. Kahneman, D. and Tversky, A. (1979). Prospect theory: An analysis of decision under risk. econometrica, pp. 263–291.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Meinen Millikan I 154
Meinen/Papagei/Millikan: der Papagei kann die Frage natürlich nicht meinen. Meinen/Millikan: ich kann etwas mit „Monotrem“ meinen, weil ich beabsichtige, dass das Wort eine Eigenfunktion hat, auch wenn ich sie nicht im Detail angeben kann.
Experte/Laie/Meinen/Verstehen/Kennen/Wissen/Millikan: das Paradox entsteht nicht daraus, dass ich nicht dasselbe meinen kann wie der Experte, sondern dass es einen Sinn gibt, in dem der Experte weiß, was er meint mit „Monotrem“ und in diesem Sinn weiß ich es nicht ((s) Nicht was ich meine und nicht, was der Experte meint). > Ulmen/Buchen-Beispiel.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Meinen Nagel I 63 ff
Meinen: Nach Kripke ist Wittgenstein nicht nur der Überzeugung, durch kein mich betreffendes Faktum werde wahr gemacht, dass ich etwas meine, sondern er glaube außerdem, dieser Begriff solle gar nicht mit Bezug auf Wahrheitsbedingungen erklärt werden, sondern mit Bezug auf Behauptbarkeitsbedingungen. (> Behauptbarkeit/Nagel).
I 63 ff
Meinen: dass ich mit "plus" die Addition meine, kann nicht in einer mein Verhalten, meinen Bewusstseinszustand oder mein Gehirn betreffenden Tatsache bestehen, denn jede derartige Tatsache müsste endlich sein, und könnte nicht unendlich weitreichenden normative Konsequenzen haben.
I 63 ff
Meinen: welche Tatsache in der Vergangenheit, hatte dafür gesorgt, dass ich mit "plus" die Addition gemeint habe? Antwort: keine. Wenn es in der Vergangenheit kein solches Meinen gegeben hat, kann es das auch nicht der Gegenwart geben. Kripke: zum Schluss muss die Leiter weggeworfen werden.
I 63 ff
NagelVsKripke: diese spezielle Leiter können wir nicht wegwerfen. Wir hätten sonst keine Möglichkeit mehr, die zu der paradoxen Konklusion führenden Argumentation zu formulieren.
I 73
Nagel: einige von Wittgensteins Bemerkungen legen ein falsches Bild nahe. "So handle ich eben" und "ich folge der Regel blind". Es muss schon das arithmetische Urteil sein.
I 186
Def Meinen/Peirce : Meinung ist die Bereitschaft, in relativ belanglosen Angelegenheiten danach zu handeln.(Schwächer als Glauben).

NagE I
E. Nagel
The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979

Nagel I
Th. Nagel
Das letzte Wort Stuttgart 1999

Nagel II
Thomas Nagel
Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990

Nagel III
Thomas Nagel
Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991

NagelEr I
Ernest Nagel
Teleology Revisited and Other Essays in the Philosophy and History of Science New York 1982
Mengen Bigelow I 47
Mengen/Quine/Goodman/Bigelow/Pargetter: es könnte sein, dass wir, wenn wir Mengen zulassen, gar keine sonstigen Universalien mehr brauchen. Weil man mit Mengen fast alles machen kann, was die Mathematik brauch. Armstrong: glaubt dagegen an Universalien, aber nicht an Mengen!
BigelowVsQuine/BigelowVsGoodman: für die Wissenschaft brauchen wir noch weitere Universalien als Mengen, Bsp Wahrscheinlichkeit und Notwendigkeit.
I 95
Universalien/Mengen/Prädikate/Bigelow/Pargetter: wenn ein Prädikat keinem Universale entspricht, Bsp bei Hunden, nehmen wir an, daß sie wenigstens einer Menge entsprechen. Prädikat/Bigelow/Pargetter. wir können aber auch dann noch nicht einmal annehmen, daß jedes Prädikat einer Menge entspricht!
Menge/Bigelow/Pargetter: Bsp es gibt keine Menge X die alle und nur die Paare enthält für die x ein Element von y ist. (Paradoxie).
Allmenge/Allklasse/Bigelow/Pargetter: kann es auch nicht geben.
Prädikat: „ist eine Menge“ entspricht nicht einer Menge die alle und nur die Dinge enthält, auf die es zutrifft! (Paradoxie, wegen der unmöglichen Menge aller Mengen).
Mengenlehre/Bigelow/Pargetter: wir sind dennoch froh, wenn wir den meisten Prädikaten etwas zuordnen können, und deshalb ist die Mengenlehre (die aus der Mathematik stammt und nicht aus der Semantik) ein Glücksfall für die Semantik.
Referenz/Semantik/Bigelow/Pargetter: die Mengenlehre hilft, der Referenz mehr erklärende Kraft aufzubürden, um eine Wahrheitstheorie (WT) zu formulieren. Dabei bleibt noch offen, welche Rolle Referenz genau spielen soll.

I 371
Existenz/Mengen/Mengenlehre/Axiom/Bigelow/Pargetter: keins der folgenden Axiome sichert die Existenz von Mengen: Paarmengenaxiom, Extensionalitätsaxiom, Vereinigungsmengenaxiom, Potenzmengenaxiom, Separationsaxiom: sie alle sagen uns nur, was passiert, wenn es schon Mengen gibt. Axiome/ZF/Bigelow/Pargetter. ihre Axiome sind rekursiv: d.h. sie schaffen neues aus altem.
Basis: bilden zwei Axiome:
I 372
Unendlichkeitsaxiom/Zermelo-Fraenkel/ZF/Bigelow/Pargetter: (wird normalerweise so formalisiert, dass es das Leermengenaxiom enthält). Behauptet die Existenz einer Menge die alle natürlichen Zahlen nach von Neumann enthält. Omega/Bigelow/Pargetter: nach unserem mathematischen Realismus sind die Mengen in der Folge ω nicht identisch mit natürlichen Zahlen. Sie instanziieren sie. Deshalb ist das Unendlichkeitsaxiom so wichtig.
Unendlichkeitsaxiom/Ontologie/Bigelow/Pargetter: das Unendlichkeitsaxiom hat wirkliche ontologische Bedeutung. Es sichert die Existenz von genügend Mengen, um die reichen Strukturen der Mathematik zu instanziieren. Und die der Physik.
Frage: ist das Axiom wahr? Bsp Angenommen, eine Eigenschaft „diese Dinge zu sein“. Und angenommen, es gibt ein Extra-Ding, das nicht inbegriffen ist. Dann ist es sehr plausibel dass es die Eigenschaften geben wird, „jene Dinge zu sein“ die auf alle bisherigen Dinge plus Extra-Ding anwendbar ist. Dazu muss es zuerst diese Eigenschaften geben. Außerdem, wenn wir Realisten über solche Eigenschaften sind, kann eine solche Eigenschaft selbst als „ein Extra-Ding“ zählen!
I 373
Das stellt sicher, dass wenn es ein Anfangssegment von  gibt, das nächste Element der Folge auch existiert. Unendlichkeit: erfordert aber mehr als das. Wir müssen noch sicherstellen, dass die Gesamtheit ω existiert! D.h. es muss die Eigenschaft geben „eins dieser Dinge zu sein“ wobei dies eine Eigenschaft ist, die von allen und nur von Neumann-Zahlen instanziiert ist. das ist in unserer Konstruktion plausibel, weil wir Mengen als plurale Essenzen (s.o.) auffassen.
Problem: wir müssen nur noch ein Anfangssegment für die Neumann-Zahlen garantieren. Das sollte die leere Menge sein.
Leere Menge/Bigelow/Pargetter: wie plausibel ist ihre Existenz in unserer Metaphysik?

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Mengen Geach I 215ff
Klassen/Geach: Klassen dürfen nicht als Objekte behandelt werden. Ansonsten erhalten wir Paradoxien.(>Paradoxien). Lösung:
Relation/Geach: Relation statt Klasse. - Eine Klasse darf kein Objekt sein.
Relation: Bsp Messer/Teller (das Beispiel ist von Frege): Messer werden Tellern zugeordnet. Das ist keine Frage von Identität oder Enthaltensein in einer Menge. - Bsp Vater-Sohn-Enkel: gleiche Relation, aber kein gemeinsamer Gegenstand.
I 221
"Ist ein:.."/Geach: Das ist keine logische Relation zwischen einem x und einem Objekt (Klasse) genannt "Mensch".
I 222
Klassen/Geach: Klassen können nur dann als Gegenstand (Objekt) angesehen werden, wenn wir sagen: "Die Klasse der As kann dieselbe wie die Klasse der Bs sein, obwohl etwas ein A ist, ohne ein B zu sein".

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Menschenrechte Agamben Brocker I 828
Menschenrechte/Agamben: Die Demokratie (siehe Totalitarismus/Agamben) schafft das heilige Leben derart nicht ab (wie man es vermuten sollte), sondern »zersplittert es, verstreut es in jedem einzelnen Körper, um es zum Einsatz in den politischen Konflikten zu machen«. (1) (Siehe auch Leben/Agamben, Biopolitik/Agamben). Diese Logik hatte bereits Arendt in ihrem Totalitarismus-Buch an der Déclaration des Droits de l’homme et du citoyen von 1789 untersucht und freigelegt. (2) Ausgehend von dem Paradox, dass gerade jener Mensch – der staatenlose Flüchtling, der »nur noch Mensch war« –, der die Menschenrechte tatsächlich in Anspruch nehmen musste, kein Recht auf diese Rechte hatte, wird das Versagen dieser Rechte deutlich, die de facto ausschließlich als Rechte des Staatsbürgers Anwendung finden. So trägt bereits der Titel der Erklärung jener Unmöglichkeit Rechnung, dem Menschen als solchem, dem nackten Leben, dem »homo sacer«, Rechte zu gewähren, die nicht nationalstaatlich abgesichert sind. >Menschenrechte.


1.Giorgio Agamben, Homo sacer. Il potere sovrano e la nuda vita, Torino 1995. Dt.: Giorgio Agamben, Homo sacer – Die souveräne Macht und das nackte Leben, Frankfurt/M. 2002, S. 132.
2.Hannah Arendt, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Antisemitismus, Imperialismus, totale Herrschaft, München/Zürich 1998.


Maria Muhle, „Giorgio Agamben, Homo sacer – Die souveräne Macht und das nackte Leben“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Agamben I
Giorgio Agamben
Homo sacer – Die souveräne Macht und das nackte Leben Frankfurt 2002

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Mentale Objekte KI-Forschung Norvig I 470
Mentale Objekte/KI-Forschung/Norvig/Russell: Mentale Objekte wurden intensiv in Philosophie und KI untersucht. Es gibt drei Hauptansätze: A. Der in diesem Kapitel verwendete, auf modaler Logik und möglichen Welten basierende Ansatz ist der klassische Ansatz der Philosophie (Hintikka, 1962(1); Kripke, 1963(2); Hughes und Cresswell, 1996(3)). Das Buch Reasoning about Knowledge (Fagin et al., 1995)(4) bietet eine umfassende Einführung.
B. Der zweite Ansatz ist eine Theorie erster Ordnung, bei der mentale Objekte Fluents sind. Davis (2005)(5) und Davis und Morgenstern (2005)(6) beschreiben diesen Ansatz. Es stützt sich auf den Formalismus möglicher Welten und baut auf der Arbeit von Robert Moore (1980(7), 1985(8)) auf.
C. Der dritte Ansatz ist eine syntaktische Theorie, bei der mentale Objekte durch Zeichenketten repräsentiert werden.
Norvig I 471
Eine Zeichenkette ist einfach ein komplexer Begriff, der eine Liste von Symbolen bezeichnet, sodass CanFly(Clark) durch die Liste der Symbole[C, a, n, F, l, y, (,C, l, a, r, k, )] dargestellt werden kann. Die syntaktische Theorie der mentalen Objekte wurde von Kaplan und Montague (1960)(9) erstmals eingehend untersucht, die zeigten, dass sie zu Paradoxien führte, wenn sie nicht sorgfältig gehandhabt wurden. Ernie Davis (1990)(10) bietet einen ausgezeichneten Vergleich der syntaktischen und modalen Theorien des Wissens.

1. Hintikka, J. (1962). Knowledge and Belief. Cornell University Press.
2. Kripke, S. A. (1963). Semantical considerations on modal logic. Acta Philosophica Fennica, 16, 83-94.
3. Hughes, G. E. and Cresswell, M. J. (1996). A New Introduction to Modal Logic. Routledge
4. Fagin, R., Halpern, J.Y.,Moses,Y., and Vardi,M.Y. (1995). Reasoning about Knowledge. MIT Press.
5. Davis, E. (2005). Knowledge and communication: A first-order theory. AIJ, 166, 81–140.
6. Davis, E. and Morgenstern, L. (2005). A first-order theory of communication and multi-agent plans. J. Logic and Computation, 15(5), 701–749.
7. Moore, R. C. (1980). Reasoning about knowledge and action. Artificial intelligence center technical note 191, SRI International.
8. Moore, R. C. (1985). A formal theory of knowledge and action. In Hobbs, J. R. and Moore, R. C.
(Eds.), Formal Theories of the Commonsense World, pp. 319–358. Ablex.
9. Kaplan, D. and Montague, R. (1960). A Paradox regained. Notre Dame Journal of Formal Logic, 1(3),
79–90.
10. Davis, E. (1990). Representations of Commonsense Knowledge. Morgan Kaufmann.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Mentale Objekte Norvig Norvig I 470
Mentale Objekte/KI-Forschung/Norvig/Russell: Mentale Objekte wurden intensiv in Philosophie und KI untersucht. Es gibt drei Hauptansätze: A. Der in diesem Kapitel aufgenommene, auf modaler Logik und möglichen Welten basierende Ansatz ist der klassische Ansatz der Philosophie (Hintikka, 1962(1); Kripke, 1963(2); Hughes und Cresswell, 1996(3)). Das Buch Reasoning about Knowledge (Fagin et al., 1995)(4) bietet eine umfassende Einführung.
B. Der zweite Ansatz ist eine Theorie erster Ordnung, bei der mentale Objekte Fluenten sind. Davis (2005)(5) und Davis und Morgenstern (2005)(6) beschreiben diesen Ansatz. Es stützt sich auf den Formalismus möglicher Welten und baut auf der Arbeit von Robert Moore (1980(7), 1985(8)) auf.
C. Der dritte Ansatz ist eine syntaktische Theorie, in der mentale Objekte durch
Norvig I 471
Zeichenketten repräsentiert werden. Eine Zeichenkette ist nur ein komplexer Begriff, der eine Liste von Symbolen bezeichnet, so dass CanFly(Clark) durch die Liste der Symbole[C, a, n, F, l, y, (,C, l, a, r, k, )] dargestellt werden kann. Die syntaktische Theorie der mentalen Objekte wurde erstmals eingehend von Kaplan und Montague (1960)(9) untersucht, die zeigten, dass sie zu Paradoxien führte, wenn sie nicht sorgfältig behandelt wurden. Ernie Davis (1990)(10) bietet einen ausgezeichneten Vergleich der syntaktischen und modalen Theorien des Wissens.


1. Hintikka, J. (1962). Knowledge and Belief. Cornell University Press.
2. Kripke, S. A. (1963). Semantical considerations on modal logic. Acta Philosophica Fennica, 16, 83-94.
3. Hughes, G. E. and Cresswell, M. J. (1996). A New Introduction to Modal Logic. Routledge
4. Fagin, R., Halpern, J.Y.,Moses,Y., and Vardi,M.Y. (1995). Reasoning about Knowledge. MIT Press.
5. Davis, E. (2005). Knowledge and communication: A first-order theory. AIJ, 166, 81–140.
6. Davis, E. and Morgenstern, L. (2005). A first-order theory of communication and multi-agent plans. J. Logic and Computation, 15(5), 701–749.
7. Moore, R. C. (1980). Reasoning about knowledge and action. Artificial intelligence center technical note 191, SRI International.
8. Moore, R. C. (1985). A formal theory of knowledge and action. In Hobbs, J. R. and Moore, R. C.
(Eds.), Formal Theories of the Commonsense World, pp. 319–358. Ablex.
9. Kaplan, D. and Montague, R. (1960). A Paradox regained. Notre Dame Journal of Formal Logic, 1(3),
79–90.
10. Davis, E. (1990). Representations of Commonsense Knowledge. Morgan Kaufmann.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Metasprache Quine X 71
Metasprache/MS/Mengenlehre/Quine: in der Metasprache ist eine stärkere Mengenlehre möglich als in der Objektsprache. In der Metasprache ist eine Menge z möglich, so dass gilt ERz. ("z ist die Erfüllungsrelation.") - ((s) Eine Menge, die die Erfüllungsrelation ist (in Form einer Menge von geordneten Paaren). - In der Objektsprache nicht, sonst folgt >Grellings Paradoxie.
X 61
Objektsprache/Metasprache/Erwähnung/Gebrauch/(s): die Objektsprache wird erwähnt (es wird über sie gesprochen), die Metasprache wird gebraucht, um über die Objektsprache zu sprechen. Objektsprache/Metasprache/OS/MS/gP/Quine: wenn wir geordnete Paare so definieren (‹x,y›: die Menge, deren einzige Elemente {{x},1} und {{y},2} sind.), heißt das nicht, dass in der OS die Variablen auch Mengen oder geordnete Paare als Werte annehmen könnten.
Wir gebrauchen die gP nur in der MS.
MS: ist hier die Alltagssprache, in der wir über Logik reden.
Bsp wenn ich sage, das Paar <3,5› erfülle den Satz „x ‹ y“ dann nehme ich vorläufig an, dass der Satz „x ‹ y“ zur OS gehört und dass die Zahlen 3 und 5 zum Gegenstandsbereich der OS gehören.
Ich brauche aber nicht anzunehmen, dass das gP ‹3,5› zur OS gehört. Es genügt, dass es zur MS gehört, und das tut es auch.
Erfüllung/MS/OS/Quine(s): das was erfüllt, gehört zur MS, was erfüllt wird zur OS.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Namen Brandom I 614
Eigennamen/Name/Brandom: lassen sich ausschließlich in Begriffen der mit ihnen assoziierten Sortale verstehen. - Bsp Man kann nicht einfach auf eine Reiterstatue zeigen und "es" "Klump" taufen! Es kommt darauf an, ob man die Statue meint, oder den Klumpen Lehm.
I 805f
Name/Referenz/Kripke: wenn festgelegt ist, dass der Name "wie üblich" verwendet wird, kann unterschiedliche Überzeugung die Referenz nicht gefährden. - BrandomVsKripke: den Begriff der Referenz sollte man nicht voraussetzen, um einen Ausdruck anaphorisch vererben zu können. - Kotypizität garantiert nicht Koreferenz! - (Auch nicht bei kanonisch pronominalen "er", "es"). - Bei der anaphorischen Kette ist das Zitattilgungsprinzip nicht anwendbar. - BrandomVsKripke: das ist kein Paradox, sondern wir können Namen auf eine Weise verwenden, die das Zitattilgungsprinzip ausschließt - Bsp "Cicero" (soll hier der Name eines Spions sein): nicht alle müssen zur selben Kette gehören, aber man braucht auch keine Quasi-Namen (wie quasi-indexikalische Ausdrücke (> Quasi-Indikator/Castaneda).
I 807
Namen/Frege/Brandom: nach Frege sind Namen angeblich mit Eigenschaften verbunden. - KripkeVs. - Brandom: das ist gar nicht Fregesch: Eigenschaften gehören nach Frege zur Bedeutung (Referenz) und nicht zum Sinn - sie sind nicht unmittelbar fassbar. - Brandom: durch Namen ausgedrückte begriffliche Gehalte sind opak. (>Opazität)
I 811
Def Namen/Eigennamen/Brandom: anaphorische Ketten kotypischer Tokenings.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Natur Kelly Morozov I 217
Natur/Technologie/Kelly/Morozov: "Die Dominanz der Technologie ergibt sich letztendlich aus ihrem Ursprung in derselben Selbstorganisation, die Galaxien, Planeten, Leben und Geist ins Leben gerufen hat.“ (1) Kelly: „Wir tendieren dazu, die hergestellte Technologie von der Natur zu isolieren, bis hin zu dem Punkt, dass wir sie als Anti-Natur betrachten, nur weil sie gewachsen ist, um mit den Auswirkungen und der Macht ihrer Heimat konkurrieren zu können. Aber in seinen Ursprüngen und Grundlagen ist ein Werkzeug so natürlich wie unser Leben." (2)
MorozovVsKelly: vergleichen Sie das mal mit dem Nazi-Propagandisten Fritz Todt:
Fritz Todt: Es wäre Paradox, wenn die Werke der Technik in ihrem äußeren Ausdruck im Widerspruch zur Natur stünden, denn das wahre Wesen der Technik ist eine Folge der Naturgesetze. .... Die Werke der Technik müssen im Einklang mit der Natur errichtet werden… (3)
MorozovVsKelly: seine Laissez-Faire-Einstellung stammt gleichermaßen von Ayn Rand, auch wenn er sie nicht erwähnt. Sie wird überhaupt selten im Zusammenhang mit Technologie erwähnt. (Siehe Technologie/Rand).


1. Kevin Kelly, What Technology Wants, Kindle ed. (New York: Penguin Books, 2011), p. 70.
2. ibid. p. 22
3. quoted in John C. Guse, “Nazi Technical Thought Revisited,” History and Technology: An International Journal 26, no. 1 (2010): 10.

Kelly I
Kevin Kelly
What Technology Wants New York 2011

Morozov I
Evgeny Morozov
To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism New York 2014
Negation Wiggins II 295
Innere/äußere Negation/Brian Medlin: Bsp Paradox der Bewegung - Problem: zwischen letztem Moment der Ruhe und erstem der Bewegung zu wählen (zwei Dedekindsche Schnitte) 1. "Nicht in Bewegung: rrr oder rr- (gefolgt oder angeführt oder beides: von Ruhe)
2. "Es ist nicht der Fall, dass x in Bewegung war: nicht rbr
3. x war in Bewegung :nur bb oder bbb.
Das ist ein gutes Beispiel weil keine trägerlosen Namen vorkommen.
II 299
Innere/äußere Negation/Wiggins: das Problem: (Unterscheidung zwischen letzter Ruhe/erster Bewegung) taucht bei einer einfachen Sprache an anderer Stelle auf, auch wenn man "ist in Bewegung" vermieden hat - statt dessen Formel mit "erfüllt": "an welcher Stelle hörte es auf, wahr zu sein, dass "nicht(x bewegte sich)" obwohl x sich immer noch nicht bewegt?" - keine Lösung: intuitionistisch, Satz vom ausgeschlossenen Dritten: dann Problem in der Metasprache: zwischen Prädikatnegation und Satznegation - Standardlösung für einheitliche Negation in Objektsprache/Metasprache (+) - Problem: erklärt nicht, warum es attraktiv ist, den Unterschied zu machen: a) es kann wahr sein, dass es nicht der Fall ist, dass El Dorado in Venezuela liegt - und
b) nicht wahr, dass El Dorado nicht-in-Venezuela liegt (((s) Bindestriche sic). - Dieser Unterschied der Prädikatmodifikation wird in der Modallogik nicht deutlich gemacht.
II 300
Lösung: einheitlicher Funktor von Prädikaten auf Prädikate, lange und kurze Reichweite, beide Formen auseinander ableitbar - semantisch verschiedene Interpretationen, syntaktisch unterscheidbare Strukturen aufzubauen. Prädikatnegation: hier führt der Funktor "nicht" vom Prädikat zu seinem Komplement.
II 301
Satznegation: hier führt der Funktor vom Prädikat zu Prädikat, z.B. vom universellen Prädikat "λx(Sokrates ist kahl)" (angenommen er sei kahl) - zum Nullprädikat "nicht[λx(Sokrates ist kahl)])".
II 301
Notwendig/Wiggins: analog zu innerer/äußerer Negation: Tradition: Unterschied nach der ersten Methode zu verwischen: Bsp "notwendigerweise ist Sokrates ein Mensch" und "Sokrates ist notwendigerweise ein Mensch" - Wiggins pro zweite Methode - > Def Erfüllung für Sätze mit "notw": Wiggins pro Existenz als notwendige Eigenschaft - >Existenzgeneralisierung.

Wiggins I
D. Wiggins
Essays on Identity and Substance Oxford 2016

Wiggins II
David Wiggins
"The De Re ’Must’: A Note on the Logical Form of Essentialist Claims"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
Newcombs Paradox Newcombs Paradox: Gedankenexperiment, bei dem eine Versuchsperson eine von zwei Schachteln wählen soll und dabei eine sichere Option auf einen Gewinn hat, diesen jedoch erheblich erhöhen kann indem sie das Risiko, alles zu verlieren erhöht. Ein allWissendes Wesen, das die Entscheidung der Versuchspersonen meist richtig vorausgesagt hat, versucht, den Gewinn der Versuchsperson zu durchkreuzen. Sollte die Versuchsperson die sichere Option wählen oder auf Risiko spielen? Kann sie ihre Strategie im Verlauf überhaupt noch ändern? Siehe auch Willensfreiheit, Rückwärtskausalität, Gefangenendilemma.
Newcombs Paradox Lewis V 300
Newcomb’s Paradox/Gefangenen-Dilemma/Lewis: These: die beiden sind identisch - es geht nicht um eine Vorhersage. - Neue Theorien haben Erfolg, wenn sie bereits beobachtete Phänomene "vorhersagen" (= erklären) - ob die den größeren Gewinn erhalte, ist kausal unabhängig von dem, was ich jetzt tue - daher sollte meine "Vorhersage" kausal unabhängig von meiner Entscheidung sein. - Lösung: die Vorhersage in die Vergangenheit verlegen - wichtig ist allein, ob eine Vorhersage hätte gemacht werden können - und dass es davon abhängig gemacht wird, ob ich die Million bekomme. - Pointe: niemand muss eine These über meine Glaubenseinstellung entwickeln - ob jemand die Million in den Kasten legt ist von einem Prozess abhängig, der nicht als Vorhersage meiner Wahl aufgefasst wird. Vgl. >Gefangenendilemma.
V 301
Newcombs Paradox/Gefangenen-Dilemma/GD/Lewis: Million nur, wenn ein gewisser Vorhersage-Prozess (vorher, während oder nach) der Wahl die Vorhersage rechtfertigt, dass ich nicht die Tausend nehme - Bsp eine Kopie (Replika) von mir. - Pointe: egal, ob jemand anderes eine Vorhersage macht darüber, wie ich meine Replika beobachte (auf sie reagiere?), ist die Entscheidung meiner Replika immer noch ein Vorhersageprozess in Bezug auf meinen Vorhersageprozess - V 303 selbst wenn der Zufall herrscht ist es rational, zu kooperieren.
V 303f
Newcombs Paradox/Gefangenen-Dilemma/Lewis: einige: es ist rational nicht zu kooperieren, wenn die Partner sich nur genug ähneln. - LewisVs: Sie sollten die Tausend nehmen - dann ob Sie die Million kriegen, ist unabhängig davon, was Sie tun. - Gefangenen-Dilemma/Lewis: es ist rational zu "ratten" kooperieren) denn man würde man vom anderen gerattet, egal was man selbst macht - (nichtkausal).
V 309
Newcombs Paradox/Lewis: Variante: Bsp nimm die Tausend und handle Dir damit die Möglichkeit einer Krankheit ein (nicht kausal)- und Du bist überzeugt, das letzteres außerhalb Deiner Kontrolle ist - dann gibt es keinen Grund, die Tausend nicht zu nehmen - obwohl es durch Deine Wahl einen Beleg für eine mögliche Krankheit gibt - und zwar einen Beleg dafür, dass ein früherer Zustand geherrscht hat, der sowohl den Tausend als auch der Krankheit dienlich ist. - Pointe: wenn der frühere Zustand besteht, gibt es nichts, was man heute dagegen tun kann.
V 312
Newcomb’s Paradox/Lewis: kann es nicht geben für jemand, der alles darüber weiß, wie die Dinge kausal von ihm abhängen.
V 309f
Nichtkausale Entscheidungstheorie/ET/Newcombs Paradox/LewisVs: begünstigt das Ablehnen des kleinen Guts als rational - obwohl diese spätere Wahl nichts bewirkt, um den früheren Zustand zu ändern, der das Übel begünstigt. - Newcombs Paradox: erfordert eine kausale Entscheidungstheorie - V 315 nicht-kausale Entscheidungstheorie: funktioniert nur, weil die Glaubenseinstellungen des Handelnden sie funktionieren lassen - ...+... Partition von Propositionen (Mengen von möglichen Welten), erwarteter Nutzen. Vgl. >Entscheidungstheorie, >Vorhersage.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
Nichtexistenz Armstrong III 21
Nichtexistentes/Nichtexistenz/Naturgesetze/Armstrong: Bsp "Nichts ist schneller als Licht": Armstrong: Dies ist ein uninstantiiertes Naturgesetz. VsRegularitätstheorie: es handelt sich aber nicht um ein "leeres" Gesetz (dieses leitet sich aus Paradoxie der Implikation her). >Paradoxie der Implikation.
David LewisVsArmstrong: statt dessen ist es eine Allaussage, die auch die Negation umfasst.
Naturgesetze/Armstrong: gelten auch für Nichtexistentes (RegularitätstheorieVs: diese bestreitet das.). >Regularitätstheorie.
III 163ff
Nichtexistentes/Armstrong: Bsp Fiktive Grammatiken können stärker/komplexer sein: dann könnte man eine Relation annehmen! - Vs: Besser: >kontrafaktische Konditionale. Problem: was ist der Wahrmacher im Fall von kontrafaktischen Konditionalen? >Wahrmacher.
Begriffliche Wahrheit: das, was komplexer ist. - Problem: Gesetze sind nicht "begriffliche Wahrheiten". Vgl. >Analytizität.

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983
Normen Wirtschaftstheorien Parisi I 167
Normen/Ökonomische Theorien/Wangenheim: Soziale Normen und ihre Evolution sind in den Wirtschaftswissenschaften breit diskutiert worden. Die Argumentation zur Stabilität von Normen in evolutionären Kontexten geht von eher einfachen Situationen mit nur zwei Verhaltensalternativen aus, von denen eine zu einer sozialen Norm wird (siehe z.B. die Artikel von Ostrom, 2000(1), und Elster 1989(2) zum Überblick sowie das bahnbrechende Buch von Ullman-Margalit, 1977)(3). Sie wurden insbesondere in Bezug auf die experimentelle Spieltheorie erweitert, in der die offensichtliche Existenz von Normen erklärt werden musste (Fehr und Schmidt, 1999(4); Fehr und Fischbacher, 2004(5); Bolton und Ockenfels, 2000(6)). Indirekte Evolution: Der indirekte Evolutionsansatz (Güth und Yaari, 1992(7); Güth, 1995(8); Güth und Ockenfels, 2000(9)), der die Präferenzen von der Fitness trennt, aber die Präferenzen entsprechend der Fitness der Handlungen, die sie für rationale Handelnde induzieren, evolvieren lässt, bietet sich für die Modellierung der Evolution von Normen an, wenn sie als Präferenzen interpretiert werden, die von materiellen Auszahlungen abweichen. Dekel et al. (2007)(10) bieten sehr allgemeine Ergebnisse zur Stabilität von Normen in solchen Settings mit verschiedenen Informationsgraden über die Präferenzen anderer Individuen.
Parisi I 168
Einfluss von Recht auf Normen: Parisi und Wangenheim (2006)(11) zeigen in einem interaktiven Meinungsbildungsmodell mit einer geordneten Menge möglicher sozialer Normen, dass Recht nicht nur die Evolution sozialer Normen in dieselbe Richtung wie das Recht auslösen kann, sondern auch
Parisi I 169
in die umgekehrte Richtung. Dies kann vor allem dann der Fall sein, wenn rechtliche Änderungen zu weit von den sozialen Normen entfernt sind und somit versteckte oder offene Opposition auslösen. Sie zeigen auch, dass rechtliche Strategien wie das "front-loading" der Durchsetzung von rechtlichen Regeln einen solchen gegenläufigen Effekt vermeiden können - allerdings möglicherweise nur zu hohen Kosten.

Carbonara et al. (2008a(12), 2008b(13)) study such strategies against countervailing effects of social norms on legislation in more detail. Carbonara et al. (2012)(14) elaborate on the double function of law - incentives and expression of a majority's opinions affecting internalization of norms - and dwell on their interplay.


1. Ostrom, E. (2000). "Collective Action and the Evolution of Social Norms." Journal of Economic Perspectives 14: 137-158.
2. Elster, J. (1989). "Social Norms and Economic Theory." Journal of Economic Perspectives 3:
99-117.
3. Ullman-Margalit, E. (1977). The Emergence of Norms. Oxford: Clarendon Press. 4. Fehr, E. and K. M. Schmidt (1999). "A Theory of Fairness, Competition and Cooperation."
Quarterly Journal of Economics 114: 817-868.
5. Fehr, E. and U. Fischbacher (2004). "Social Norms and Human Cooperation." Trends in cognitive Sciences 8: 185-190.
6. Bolton, G. E. and A. Ockenfels (2000). "ERC: A Theory of Equity, Reciprocity, and Competition." American Economic Review 90: 166-193.
7. Güth, W. and M. Yaari (1992). "An Evolutionary Approach to Explain Reciprocal Behavior in a Simple Strategic Game," in U. Witt, Hrsg., Explaining Process and Change - Approaches to Evolutionary Economics, 23-34. Ann Arbor, MI: University of Michigan Press.
8. Güth, W. (1995). "An Evolutionary Approach to Explaining Cooperative Behavior by Reciprocal Incentives." International Journal of Game Theory 24:323-344.
9. Güth, W. and A. Ockenfels (2000). "Evolutionary Norm Enforcement." Journal of Institutional and Theoretical Economics 156: 33 5-347.
10. Dekel, E., J. C. Ely, and O. Yilankaya (2007). "Evolution of Preferences." Review of Economic
studies 74:685-704.
11. Parisi, F. and G. v. Wangenheim (2006). "Legislation and Countervailing Effects from Social
Norms," in C. Schubert and G. v. Wangenheim, Hrsg., Evolution and Design of Institutions,
25-55. London: Routledge.
12. Carbonara, Emanuela, Francesco Parisi, and Georg von Wangenheim (2008a). "Lawmakers as Norm Entrepreneurs." Review of Law and Economics 4:779-799.
13. Carbonara, E., F. Parisi, and G. von Wangenheim (2008b). "Legal Innovation and the Compliance Paradox." Minnesota Journal of Law, Science and Technology 9: 837-860.
14. Carbonara, E., F. Parisi, and G. v. Wangenheim (2012). "Unjust Laws and Illegal Norms."
International Review of Law and Economics 32: 285-299.


Wangenheim, Georg von. „Evolutionary Law and Economics.” In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Ontologie Millikan I 13
Ontologie/Millikan: uns interessiert, welche allgemeine Struktur die Welt haben muss, damit Subjekt-Prädikat-Sätze, Negation usw. auf die abgebildet werden können. Realismus/Millikan: richtig verstanden verlangt der Realismus nicht, dass die Welt dafür „richtig aufgeteilt“ sein muss.
I 109
Ontologie/Millikan: es gibt nicht eine „einzig richtige Beschreibung“ (Artikulation) der Tatsachen. Lösung: These Strukturen, Mengen möglicher Transformationen statt Dingen mit Eigenschaften. Ähnlich wie die Gruppentheorie der Mathematik, mit der man viele Probleme ähnlicher Art gelöst hat.
Substanz/Eigenschaften/Millikan: These „Substanz“ und „Eigenschaften“ sind Kategorien, die relativ zueinander ausgeschnitten sind und relativ zur Operation der Negation. Sie schließen einander nicht gegenseitig aus.
Eigenschaften/Millikan: sind variante Elemente von Tatsachen, empfänglich für Negation.
Substanzen/Millikan: sind ebenfalls variabel, aber relativ auf andere Transformationen.
I 255
Ontologie/Kategorie/Millikan: zu erfassen, dass ein Ding in eine ontologische Kategorie fällt heißt nicht, eine innere Repräsentation zu haben, sondern einen reicheren Begriff. Klassifikation/Millikan. ihre Funktion ist es, einen Begriff zu ändern, nicht die Welt zu repräsentieren.
Kategorie/Millikan: andererseits bilden viele unserer Wörter, die Kategorien ausdrücken, auch die Welt ab.
Bsp zu Wissen, dass ein Ding ein Mineral ist, macht es möglich, bestimmte Fragen zu stellen.
Zu Wissen, dass ein Ding unter eine Kategorie fällt, ist keine Repräsentation, Bsp „Gold ist ein Chemisches Element“ ist keine innere Repräsentation.
I 258
Identität/Ontologie/Millikan: wenn ich Recht habe, ist die Ontologie der Identität so, dass wir objektive Selbigkeit in der Welt entdecken können d.h. zu wissen, wenn wir etwas korrekt identifizieren. Damit können wir die Paradoxien des Verifikationismus, des Phänomenalismus und des Idealismus hinter uns lassen. ((s) Paradoxien, die aus der Annahme nur momentaner Existenz bzw. nur geistiger Existenz oder nur momentaner Wahrnehmung entstehen).
Realismus/Millikan. wir gelangen damit zu einem vollentwickelten Realismus (nicht dem klassischen Realismus. Siehe Realismus/Millikan.).

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Paradoxien Logik-Texte Re III 187f
Paradoxien: Hierarchie (Tarski): - Problem: Der >Kreter weiß nicht, welche Stufe seine eigene Aussage annimmt - sinnvoll nur, wenn Wahrheitszuschreibung über eine niedrigere Stufe erfolgt - setzt Kenntnis voraus! (>Wissen / >Verstehen). Selbstbezüglichkeit: ist gar nicht immer schlecht oder fehlerhaft.
Re III 192f
Curry-Paradox: Wenn A und wenn A. dann B, dann B - Wenn dieser Bedingungssatz wahr ist, dann ist Schnee schwarz - ponendo ponens - Lösung: Kontraktion: zwei Anwendungen durch eine ersetzt - Veränderung der Logik. Bsp Wenn dieser (Bedingungs-)Satz wahr ist, dann ist Schnee schwarz.
consequentia mirabilis: Wenn A, dann ~A, also ~A - Kontraktion: Wenn A,dann wenn A, dann 0=1; also wenn A, dann 0=1.
Kontraktion führt zur Trivialität: macht jede Aussage aus Curry-Paradox wahr.
Re III 196
Semantisch abgeschlossen: Sprache enthält eigene Wahrheitsprädikate - Vermeidung von Paradox: Trennung der Wahrheitsbedingungen von Falschheitsbedingungen.
Sai V 17
Zenon/Sainsbury: Zenon These: kein Bereich des Raums ist unendlich teilbar, sodass er eine unendliche Anzahl von Teilen hat, wenn jeder Teil eine gewissen Ausdehnung hat: denn dann ist die Summe unendlich groß - Zenon versuchte damit zu zeigen, dass es nicht wirklich viele Dinge gibt - überhaupt könne kein Gegenstand Teile haben, denn dann müsse er unendlich groß sein. - V 19 Sainsbury: unendliche Teilung geht nur geistig. - Problem: dann keine Zusammensetzung zum Raum - bei der Zusammensetzung muss der Raum aber nicht unendlich wachsen. - Bsp Folgen mit Grenzwert
Sai V 38f
Pfeil/Paradoxie/Zenon: zu jedem Zeitpunkt nimmt der fliegende Pfeil einen mit ihm identischen Raum ein. Der Pfeil kann sich also in einem Moment nicht bewegen, da Bewegung eine Zeitspanne erfordert, und eine Moment als Punkt gesehen wird - das gilt auch für alles andere: nichts bewegt sich. Zeit/AristotelesVsZenon: Zeit besteht nicht aus Punkten.
SainsburyVsAristoteles: heute: wir versuchen ständig, Zeitpunkte zuzulassen: Bsp Beschleunigung an einem Punkt usw.
V 39
Die Frage, ob sich der Pfeil in einem Moment bewegt oder ruht, bezieht auch andere Momente mit ein - Def Ruhe/Sainsbury: ein Gegenstand ruht unter der Bedingung, dass er sich auch in allen nahe liegenden Momenten am selben Punkt befindet - keine Information über den einzelnen Moment kann feststellen, ob sich der Pfeil bewegt - die Prämisse ist annehmbar: keine Bewegung im Moment - aber die Folgerung ist unannehmbar.
Sai V 184
Satz/Aussage: nur bei bestimmter Gelegenheit zirkulär. - Die Paradoxie liegt daher nicht in der Bedeutung, sondern in der Gelegenheit. - ((s) Abhängig vom Gebrauch).
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001
Paradoxien Ortega y Gasset Brocker I 200
Paradoxien/Ortega y Gasset/VsOrtega: Nicht selten geht es in Ortegas Studie (1) um das Begreifen paradoxer Phänomene, die bei näherer Betrachtung nicht mehr so paradox sind. Zu denken wäre beispielsweise an das Zusammenkommen von Primitivität und Zivilisiertheit in der Massengesellschaft. Spezifiziert man die Hinsicht, in der etwas in einer solchen Gesellschaft primitiv oder aber zivilisiert ist, dann löst sich das Paradoxe auf. Siehe auch Methode/Ortega.
1. José Ortega y Gasset, La Rebelión de las Masas (con un prólogo para franceses, un epílogo para ingleses y un apéndice: Dinámica del tiempo), Madrid 1937 (zuerst 1929). Dt.: José Ortega y Gasset, Der Aufstand der Massen, Reinbek 1956.


Thomas Gil, „Ortega y Gasset, Der Aufstand der Massen (1929)“ In: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Paradoxien Poincaré Thiel I 322
Russellsche Antinomie/Lösung: ein Versuch, die Russellsche Paradoxie zu vermeiden wäre, statt "alle" immer "alle, welche" zu sagen. Damit fällt nun der Verdacht auf das "alle". Poincaré sah diesen Verdacht bestätigt und behauptete:
Bedingungen wie "~(x ε x) sind ungeeignet, eine Menge zu bestimmen, denn sie verlangen einen circulus vitiosus. Er hatte diese Diagnose nicht anhand der Russellschen Antinomie, sondern der von Jules Richard konstruierten Antinomie gefunden.
I 323
Richardsche Antinomie: Gesamtheit E aller mit endlich vielen Wörtern (aus den Buchstaben eines endlichen Alphabets) definierbaren Dezimalbrüche ..dass auch die Gesamtheit E der Dezimalbrüche abzählbar ist. Dann aber können wir einen neuen Dezimalbruch d durch die Vorschrift definieren: Ist die n te Ziffer des n-ten Dezimalburchs aus E
0,1,2,3,4,5,6,7,8,9,
so sei die entsprechende Ziffer von d
1,2,3,4,5,6,7,8,1,1.
Da sich d definitionsgemäß von dem n-ten Dezimalbruch aus E an der n ten Stelle unterscheidet, und dies für beliebiges n gilt, ist d von jedem Dezimalbruch aus E verschieden, gehört also nicht zu E. Andererseits muss d aber in E liegen, denn wir haben ihn ja mit endlich vielen Wörtern definiert und E war die Gesamtheit aller solchen Dezimalbrüche.
Lösung/Poincaré verallgemeinerte die von Richard selbst gelieferte Lösung, dass E korrekterweise nur als die Gesamtheit nicht aller , sondern nur derjenigen Dezimalbrüche erklärt sein könne, die man mit endlich vielen Wörtern definieren kann, ohne schon den Begriff der Gesamtheit E selbst einzuführen.

Burali-Forti/Poincaré: übertrug diese Erklärung auch auf andere Antinomien z.B. die Antinomie von Burali-Forti: von der "Menge Ω aller Ordnungszahlen". Man kann sie korrekterweise nur auf die Menge aller Ordnungszahlen beziehen, die sich ohne Einführung der Menge Ω selbst definieren lassen. (Sonst ergibt sich immer Ω + 1).
Thiel I 324
Poincaré: glaubte damit das entscheidende Kriterium gefunden zu haben: illegitime, "nichtprädikative" Bedingungen sind diejenigen, die einen solchen Zirkel enthalten. (>imprädikativ/Russell). Es schien zunächst ausreichend, von Ausdrücken für die Beziehung zw. Element und Menge zu fordern, dass in "x ε y" das zweite Relationsglied y einer genau um 1 höheren Stufe angehören müsse als x (einfache >Typentheorie) so führt die Forderung, dass jeder zulässige Ausdruck nicht nur selbst "prädikativ" (d.h. nicht imprädikativ) gebildet sein sollte, sondern auch alle in ihm auftretenden Argumente dieser Bedingung genügen müssen, zu einer ">verzweigten Typentheorie".
VsTypentheorie: Zu ihren Komplikationen gehörte nicht nur, dass eine solche Theorie neben Typen auch noch Ordnungen zu berücksichtigen sind, sondern auch die mehr als lästige Tatsache, dass jetzt z.B. die obere Grenze einer nichtleeren Menge reeller Zahlen (deren Existenz bei allen Stetigkeitsbetrachtungen in der klassischen Analysis vorausgesetzt wird) von höherer Ordnung ist, als die reellen Zahlen, deren obere Grenze sie ist.
Das hat zur Folge, dass man nun nicht mehr einfach über "alle reellen Zahlen" quantifizieren kann, sondern nur noch über alle reellen Zahlen, einer bestimmten Ordnung. Für die Fachmathematik inakzeptabel, und für das "Arithmetisierungsprogramm" der klassischen Grundlagenforschung ein gewaltiges Hindernis.
Erst recht für den Logizismus, der sich daran anschließt.

I 325
Poincarés Analyse trägt sogar noch weiter, als er selbst wohl vermutet hat. Bsp

(1) (1) ist falsch
mit der Variante "der einzige auf dieser Seite numerierte Satz ist falsch". Oder in der Gestalt

"Ich lüge (jetzt)".
akzeptiert man die nötigen empirischen Rückgriffe auf Buchseiten und "jetzt" so führt das zu formalen Widersprüchen.
Schwächer ist der "Lügner", ursprünglich im Brief des Apostels Paulus an Titus, Vers 12 des 1. Kapitels. Luther: Z "Es hat immer einer von ihnen gesagt, ihr eigener Prophet: Die Kreter sind immer Lügner, böse Tiere und faule Bäuche."

A <> "Alle Kreter lügen (immer)"

Gleichbedeutend mit der Aussage: "für diese Aussage gilt: wenn sie von einem Kreter gemacht wird, gilt ihr Gegenteil".
I 326
K(A) > ~A
(>Abtrennungsregel: A, A > B >> B I 92)

Nach der Abtrennungsregel wird die Aussage ~A zur wahren Aussage. Dies besagt aber, dass A falsch ist, während wir doch dieser Forderung selbst aus der Annahme hergeleitet haben, dass A wahr sei. Da dies nur hypothetisch angenommen wurde, zeigt die Überlegung (ebenso I 315 Zermelo-Russellsche Antinomie) unter Heranziehung der reductio ad absurdum: (A > ~A) > A, dass A tatsächlich falsch ist.
Dies führt zu keinem formalen Widerspruch, wenn es einen Kreter gibt, der wenigstens eine einzige wahre Aussage macht A ist dann eben einfach falsch. Trotzdem würde Poincaré die Zulässigkeit bestreiten: das Definiens der Kurzzeichens A ist ja eine Allaussage, in der der Variabilitätsbereich des Quantors aus allen Aussagen besteht, und daher auch die Aussage A selbst enthält, A ist also imprädikativ definiert und daher unzulässig.
Die Anwendbarkeit des Poincaréschen Kriteriums kommt unerwartet, weil die Lügner Antinomie wegen des Auftretens metalogischer Begriffe wie "wahr" und "falsch" zu einer anderen, eigentlich nichtmathematischen Sorte von Schlüssen gehört, die Peano als "linguistische" klassifizierte.

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Paradoxien Poundstone I 47
Rabenparadox/Poundstone: "Dieser Hering ist rot" stützt beide Kontrapositionen: a) "Alle nichtschwarzen Dinge sind Nichtraben" als auch "Alle nichtweißen Dinge sind Nichtraben" (Kontraposition von "Alle Raben sind weiß"). - Daraus folgt: schwarz ist weiß - das ist das Paradox.
I 66
Das Rabenparadox braucht kein Paradox zu sein, wenn die Anzahl der Gegenstände endlich ist
I 175
Wissensparadoxie/Gefangenen-Paradox/Poundstone: (unerwartete Hinrichtung) funktioniert nur, wenn der andere über die Situation nachdenkt und falsche Schlüsse zieht.
I 192
Wissensparadoxie/Gefangenen-Paradox/Quine/Poundstone: (unerwartete Hinrichtung) das "Wissen" ist hier eine Illusion. - Die erste Schlussfolgerung, nach der der Gefangene nicht am letzten Tag hingerichtet werden kann, ist ungültig. - Der Unlogische ist besser dran: er kann das richtige ahnen - die Annahme eines bestimmten Tages führt dazu, dass die Hinrichtung an einem beliebigen Tag stattfinden kann. Pointe/Poundstone: Fehler: die Annahme, wenn alles Unmögliche ausgeschlossen sei, müsse etwas Mögliches übrig bleiben - wenn der Gefangene von der Unmöglichkeit ausgeht, kann er an jedem Tag hingerichtet werden.
I 221
Thomsons Lampe/Poundstone: Lampe geht für 1/2 min an, dann 1/4 min aus, dann 1/8 an... Summe: 1 - Frage: ist sie nach 1 Min an oder aus? (Summe unendlicher Glieder) - falsche Frage - analog: ob die größte Zahl gerade/ungerade sei -I 228 letztlich physikalische Grenzen: Frequenz, Energie, Schalter.
I 224
Zenon/Achilles/Poundstone: Lösung: Überholen nach 111,111...cm - die "Unendlichkeit" liegt in Zenons Analyse, nicht der Physik - Pfeil-Paradoxie: selbst in der Relativitätstheorie bleibt der Augenblick unscharf. - auch hier glauben wir an Ursache und Wirkung: die Gegenwart bestimmt die Zukunft - woher weiß der Pfeil, wohin er muss? - kein physikalisches Problem- Reihenbegriff keine Lösung.
I 236
Olbers Paradox: vierfache Fläche gleicht vierfach schwächere Strahlung aus - es müßte sich alles auf der Erde auf die mittlere Temp der Sterne aufheizen - Lösung: Rotverschiebung.
I 243
Tristram Shandy-Paradox/Russell/Poundstone: wenn er unendlich lang lebte, bliebe kein Tag unbeschrieben, weil kein Tag zu nennen wäre, für den es unmöglich wäre - Eins-zu-eins-Zuordnung möglich - aber niemals abgeschlossen - nicht aber bei Umkehrung: ue Vergangenheit: man kann keine eindeutige Zuordnung bestimmter Tage zu bestimmten Jahren vornehmen - im letzten Jahr kann er nicht über einen Tag jenes Jahres geschrieben haben -unendlich langes unvollendetes Manuskript.
I 400
Paradox/Paradoxie/Antinomie/Poundstone: allgemeine Form: die Illusion, alles Wahre sei auch erkennbar - unerwartete Hinrichtung: das Opfer irrt weil es meint, etwas durch logisches Schließen zu erreichen, was so nicht zu erreichen ist - Newcombs Paradox: derjenige der die Voraussage macht, kann seine eigenen Gedanken nicht kennen.

Poundstone I
William Poundstone
Im Labyrinth des Denkens Hamburg 1995
Paradoxien Putnam I (i) 232f
Paradoxien/Wahrheit/PutnamVsTarski: Das Paradoxe an seiner Theorie ist, dass man außerhalb der ganzen Hierarchie stehen muss um zu sagen, dass die Hierarchie existiert. Charles Parsons: These: Eine Aussage über Wahrheitswerte in der jeweils höherer Sprache sei ein Sprechakt "sui generis". Vgl. >Lügner-Paradoxie.
I (i) 234
PutnamVsParsons: Das ist genauso wenig sui generis wie ein Satz in roter Tinte. Es ist bloß ein formalistischer Trick zu sagen, sie könnten dann keine Paradoxien enthalten. Das Problem ist nur verschoben: In welcher Sprache drücken wir aus, dass Sätze in roter Tinte... Lösung/Putnam: Einige Formen von Diskurs können ohne vorausgesetzten Begriff von Wahrheit verstanden werden. Rorty schlägt das für alle Diskurse vor. Einige: Diese Dinge könnten "nicht gesagt, aber gezeigt werden".
PutnamVs: Die Vorstellung, es gäbe diskursive Gedanken, die nicht gesagt werden könnten, ist unverständlich. Gödel hält mengentheoretische Antinomien für gelöst, semantische für nicht gelöst.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Paradoxien Ramsey Berka I 371
Antinomien/Ramsey: Unterteilung: a) semantische: Lügner, Grelling/Nelson, Russellsche A. der Bezeichnung.
b) syntaktisch (logisch): Antinomie von Cantor, von Burali Forti, Russells Menge aller Mengen, die sich nicht selbst als Element enthalten.

I 372
Antinomien/Paradoxien/Lösung/Berka: a) Axiomatisierung, (Fraenkel, v. Neumann, Bernays, Quine) b) (Russell, König, Brouwer, Hilbert): Überprüfung der logischen Grundlagen der Mengenlehre und Mathematik. > Typentheorie, >Trennung von Objekt- und Metasprache.

Ramsey I
F. P. Ramsey
The Foundations of Mathematics and Other Logical Essays 2013

Ramsey II
Frank P. Ramsey
A contribution to the theory of taxation 1927

Ramsey III
Frank P. Ramsey
"The Nature of Truth", Episteme 16 (1991) pp. 6-16
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983
Paradoxien Rorty II (c) 58
Rabenparadox: die Existenz irgendeines nicht-schwarzen Nicht-Rabens bestätigt den Satz, dass alle Raben schwarz sind.
I 126
Beispiel für eine nur scheinbare Paradoxie: Empfindung/Wittgenstein/Rorty: »kein Etwas, aber auch kein Nichts! Das Ergebnis war nur, dass ein Nichts die gleichen Dienste täte wie ein Etwas, worüber sich nichts aussagen lässt.« (Philosophische Untersuchungen § 304.) ((s) >Käfer-Bsp).
Empfindung/Privatheit/privilegierter Zugang/Rorty: wir können die Paradoxie vermeiden, wenn wir die beiden Aussagen unterscheiden:

Wir haben zu unseren eigenen Schmerzen privilegierten Zugang

Und

Wir Wissen allein aufgrund ihrer besonderen gefühlten Qualitäten, in welchen mentalen Zuständen wir uns befinden.

Um von der 1. zur 2. These zu gelangen, brauchen wir das Cartesische Modell vom Selbstbewusstsein als der Beobachtung analog, das Bild von inneren Auge sowie den Gedanken, Magenkrämpfe beispielsweise seien nicht auf die gleiche Weise natürlich gegeben wie die von den Magenkrämpfe hervorgerufenen Gefühle gegeben sind.
I 127
Rorty: verabschieden wir die Auffassung, dass man von einer bestimmten Entität nur kraft einer Bekanntschaft mit ihren »besonderen gefühlten, nicht mitteilbaren Qualitäten« Kenntnis haben kann, so erhalten wir eine nichtparadoxe Zugangsweise. Bsp das noch nicht sprechende Kind weiß auf die gleiche Weise, dass es Schmerzen hat, wie die Pflanze die Richtung der Sonne und die Amöbe die Temperatur des Wassers kennt.
Wissen: diese Wissensweise steht jedoch in keinem Zusammenhang zu dem, was ein Verwender von Sprache weiß, wenn er weiß, was Schmerzen sind.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Paradoxien Russell I X
Wahrheit/Begriff/Sein/Klasse/Russell/Gödel: > href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/details.php?id=253815&a=t&autor=Russell&vorname=Bertrand&thema=Paradoxien">Paradoxien: diese Begriffe sind selbstwidersprüchlich. - Fehler: anzunehmen, dass es für jede Aussagenfunktion (AF) eine Klasse von Objekten gäbe, die ihr genügt - oder dass eine Aussagenfunktion als getrennte Entität existierte. - Lösung/Russell: spät: "Keine-Klassen-Theorie": nur facon de parler - Klassen existieren nicht.
I 38
Paradoxie/sinnlos/Bivalenz/Principia Mathematica/PM/Russell: eine Klasse kann nicht Gegenstand der sie selbst bestimmenden Funktion sein. - Falsche Lösung: die entsprechende Proposition darf nicht einfach falsch sein, sie muss sinnlos sein. - ((s) Sonst haben wir einfach die Komplemente der problematischen Mengen.)

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996
Paradoxien Tarski Horwich I 114
Lügner-Paradoxie/Tarski: entsteht, wenn wir annehmen, dass die Sprache auch die Namen der Ausdrücke, und auch semantische Ausdrücke wie "wahr" enthält. - Dann ist die Sprache "semantisch geschlossen".
Horwich I 115
Solche Sprachen können sogar in den Wissenschaften, in denen semantische Begriffe wesentlich vorkommen, eliminiert werden.(1)
1. A. Tarski, The semantic Conceptions of Truth, Philosophy and Phenomenological Research 4, pp. 341-75

Berka I 452
Lügner/Paradoxie/Tarski-Schema/Tarski: Fehler: für das Symbol "p" einen Ausdruck einsetzen, der selbst den Terminus "wahre Aussage" enthält. - Dann haben wir keine Teildefinition mehr. - Problem: es ist kein Grund angebbar, warum solche Einsetzungen prinzipiell verboten sein sollten.(2)

2. A.Tarski, Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten Sprachen, Commentarii Societatis philosophicae Polonorum. Vol 1, Lemberg 1935

Tarski I
A. Tarski
Logic, Semantics, Metamathematics: Papers from 1923-38 Indianapolis 1983

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983
Paradoxien Thiel I 321
Fehlschlüsse/Thiel: interessieren nur dann, wenn sie als "Trugschlüsse" absichtsvoll herbeigeführt werden, oder in Form von "Sophismen" vermeintlich legitime Schlüsse in eine Argumentation einschmuggeln, oder wie bei Kant sog. "Paralogismen" die "in der Natur der Menschenvernunft" ihren Grund haben und daher "unvermeidlich obzwar nicht unauflöslich" sind. Bsp arithmetischer Trugschluss: 5 = 7. (I 321 +).
Bsp Syllogismus mit einer quaternia terminorum (verstecktes Auftreten von vier statt drei erlaubter Begriffe in einem Schlussschema
Fliegende Elefanten sind Fantasievorstellungen.
Fantasievorstellungen sind Teil unserer Wirklichkeit.
Also sind fliegende Elefanten Teil unserer
Wirklichkeit.
Paradoxien sind etwas der gewöhnlichen Meinung (doxa) Zuwiderlaufendes. Andere Form: in eine Rätsellösung verpackte Tatsache.
Bsp Dass ein eng um den Äquator gelegtes Band nach Verlängerung um nur einen Meter plötzlich um 1/2π, d.h. um etwa 16cm abstehen würde.
I 322
Im alltägliche Gebrauch sind Paradoxien oft lediglich Kalauer, wie der Hypochonder, der sich lediglich einbildet, Wahnvorstellungen zu haben (Definitionsfrage) oder das "Murphysche Gesetz" dass alles länger dauert, auch wenn man das bereits berücksichtigt hat. Da in der englischsprachigen Wissenschaftlichen Literatur "Paradox" beides, Paradoxien (nicht wirkliche Antinomien) und Antinomien steht, hat sich eine Unterscheidung bisher nicht durchgesetzt.

I 327
Bsp "Krokodilschluss" (schon in der Antike bekannt): Ein Krokodil hat ein Kind geraubt, die Mutter fleht es an, es zurückzugeben. Das Krokodil stellt die Aufgabe, zu erraten, was es als nächstes tun werde. Die Mutter (logisch vorgebildet) sagt: du wirst es mit nicht zurückgeben. Daher Pattsituation. Denn die Mutter argumentiert jetzt, das Krokodil müsse das Kind zurückgeben, denn falls die Aussage wahr sei, bekomme sie es aufgrund der Vereinbarung zurück, sei sie aber falsch, so sei es eben falsch, dass sie das Kind nicht zurückbekomme, also weil es wahr, dass sie es bekomme.
Das Krokodil dagegen argumentiert, das es das Kind nicht zurückzugeben brauche, denn wenn die Aussage der Mutter falsch sei, bekomme sie es aufgrund der Vereinbarung nicht zurück, sei es aber wahr, so besage dies ja gerade, dass sie das Kind nicht zurückerhalte.
Erst eine sorgfältige Analyse deckt auf, dass die getroffene Vereinbarung ja noch keine Handlungsregel liefert.
Steht "z" für dass Zurückgeben, "a" für die Antwort der Mutter, (die noch unbestimmt, daher nur schematisch durch a repräsentiert sein kann) so liefert die Vereinbarung noch kein befolgbares Regelsystem, sondern das Regelschema

"a" ε wahr >> z
"a" ε falsch >> ~z

Wird dabei der Variabilitätsbereich von a nicht eingeschränkt, so kann man auch Wahlen von a treffen, die mit Tarskis Adäquatheitsbedingung für Wahrheitsdefinitionen unverträglich sind.
I 328
Diese besagt, dass für ein Wahrheitsprädikat "W" und jede Aussage p, von der es sinnvoll ausgesagt werden kann, stets
"p" ε W <> p

gelten muss. In dem Krokodilschluss wählt die Mutter ~z für a und macht dadurch aus dem Regelschema das Regelsystem

(R1) "~z" ε wahr >> z
(R2) "~z" ε falsch >> ~z

Das Krokodil schließt nun einerseits nach R2 und andererseits nach Tarski (mit ~z für p) auf ~z. Die Mutter dagegen schließt einerseits nach R1 und andererseits metalogisch von der Falschheit von "~z" sowie von da (nach Tarski) weiter auf z.
Da die Argumentation von einem Wahrheits- und einem Falschheitsprädikat sowie dem Zusammenhang zwischen beiden Gebrauch macht, zählt man den Krokodilschluss gewöhnlich zu den "semantischen" Antinomien.
Man kann in ihm einen Vorläufer der Russellschen Antinomie sehen.
Thiel I 328
Man sollte nicht vorschnell daraus ableiten, dass die Antinomien und Paradoxien für die Mathematik keine Bedeutung haben. Sowohl Poincarés Kriterium (Imprädikativität) als auch die Typentheorie erzwingen eine Einschränkung des sogenannten Komprehensionsaxioms, das die als definierende Bedingungen für Mengen zulässigen Aussageformen bestimmt.

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Persönlichkeit Shoda Corr I 472
Persönlichkeit/Shoda/Smith: Persönlichkeit wird typischerweise als ein Konstrukt definiert, das individuellen Unterschieden in den üblichen Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen der Menschen zugrunde liegt. Die Implikation ist, dass es Stabilität in diesen Aspekten des persönlichen Funktionierens gibt und dass Konsistenzen im Verhalten entstehen sollten. Ende der 1920er Jahre stellte die Forschung zur Stabilität bestimmter Verhaltensweisen über Situationen hinweg jedoch die Annahme einer situativen Konsistenz in Frage (Hartshorne und Mai 1928(1); Newcomb 1929(2)). Umfassende Reviews der Literatur über situative Konsistenz von Mischel (1968)(3) und Peterson (1968)(4) zeigten, dass situative Inkonsistenz im Verhalten eher die Regel als die Ausnahme ist und dass globale Merkmalswerte typischerweise schwach mit relevanten Verhaltensweisen korrelierten. (z.B. Mischel und Peake (1982(5))).
Corr I 473
Das "Persönlichkeitsparadoxon"/Shoda/Smith: Das konsequente Versäumnis, Beweise für Verhaltensstabilität über Situationen hinweg zu finden (intra-individuelle Variabilität), ließ einige die Tragfähigkeit des Grundbegriffs der Persönlichkeit als Kausalfaktor im Verhalten in Frage stellen (z.B. Shweder 1975)(6). ((s) vgl. >Kausalität/Evolutionäre Psychologie). Dieser rätselhafte Zustand der Affären - die Annahme einer stabilen Dispositionsstruktur, kombiniert mit wenig Beweisen für Verhaltenskonsistenz - wurde von Bem und Allen (1974)(7) als "PersönlichkeitsParadoxon" bezeichnet.
Die Versuche, dieses Paradoxon in Einklang zu bringen, haben seit mehr als drei Jahrzehnten die Debatte im Bereich der Persönlichkeit angeheizt. Um diese zu lösen, sei eine Konzeptualisierung der Persönlichkeit vonnöten, die es einem ermöglichen würde, stabile und einzigartige Muster der intra-individuellen (transsituativen) Variabilität vorherzusagen und zu verstehen. Wie Mischel (1973)(8) feststellte, könnte dies einen neuen Ansatz für die Art der Situationen und der Persönlichkeitsstabilität erfordern, der die Variabilität des Verhaltens einerseits mit der Stabilität der Persönlichkeitsstruktur andererseits in Einklang bringen könnte (Mischel und Shoda 1995)(9). >Situationen/Mischel, >Situationen/Shoda/Smith.


1. Hartshorne, H. and May, A. 1928. Studies in the nature of character, vol. 1, Studies in deceit. New York: Macmillan
2. Newcomb, T. M. 1929. Consistency of certain extrovert-introvert behaviour patterns in 51problem boys. New York: Columbia University, Teachers College, Bureau of Publications
3. Mischel, W. 1968. Personality and assessment. New York: Wiley 1973. Toward a cognitive social learning reconceptualization of personality, Psychological Review 80: 252–83
4. Peterson, D. R. 1968. The clinical study of social behaviour. New York: Appleton
5. Mischel, W. and Peake, P. K. 1982. Beyond déjà vu in the search for cross-situational consistency, Psychological Review 89: 730–55
6. Shweder, R. A. 1975. How relevant is an individual difference theory of personality?, Journal of Personality 43: 455–85
7. Bem, D. J. and Allen, A. 1974. On predicting some of the people some of the time: the search for cross-situational consistencies in behaviour, Psychological Review 81:506–20
8. Mischel, W. 1973. Toward a cognitive social learning reconceptualization of personality, Psychological Review 80: 252–83
9. Mischel, W. and Shoda, Y. 1995. A cognitive-affective system theory of personality: reconceptualizing situations, dispositions, dynamics, and invariance in personality structure, Psychological Review 102: 246–68


Ronald E. Smith and Yuichi Shoda, “Personality as a cognitive-affective processing system“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Politik Böckenförde Brocker I 777
Politik/Verfassunggebende Gewalt/Böckenförde: für Böckenförde ist Politik nicht vollständig in Recht auflösbar. (1) Die verfassunggebende Gewalt, die die Verfassung hervorgebracht hat, hat auch die Kraft, der Verfassung ein Ende zu bereiten, sei es in einem revolutionären Akt, sei es in schleichender Form durch Aushöhlung der Verfassung. Die verfassunggebende Gewalt kann wohl kanalisiert, aber nicht ausgeschaltet werden. In § 146 des deutschen Grundgesetzes wird sogar die Ersetzung der Verfassung durch eine eventuelle neue Verfassung ermöglicht. Dies stellt den paradoxen Versuch einer Verrechtlichung in einer an sich historisch revolutionären Situation dar. ((s) zur philosophischen Problematik: siehe „Außen/innen“.)

1. Vgl. Ernst-Wolfgang Böckenförde, Staat – Verfassung – Demokratie. Studien zur Verfassungstheorie und zum Verfassungsrecht, Frankfurt/M. 1992 (zuerst 1991).


Tine Stein, „Ernst-Wolfgang Böckenförde, Staat – Verfassung- Demokratie“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Böckenf I
Ernst-Wolfgang Böckenförde
Staat, Gesellschaft, Freiheit. Studien zur Staatstheorie und zum Verfassungsrecht Frankfurt 1976

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Politische Parteien Wirtschaftstheorien Mause I 284f
Politische Parteien/Wirtschaftstheorien: den meisten Modellen ist gemeinsam, dass sie für linke Regierungen eine deutlich expansivere Fiskalpolitik erwarten.(Für Literaturangaben siehe Politische Parteien/Hibbs.) Es gibt Argumente, die das Gegenteil vermuten lassen. Es könnte eine Strategie rechter Parteien sein, ein Paradoxes Verhalten an den Tag zu legen und sich zu verschulden, um zukünftigen linken Regierungen den finanziellen Spielraum für höhere Sozialausgaben zu nehmen (siehe z. B. Persson und Svensson 1989 (1); Milesi-Feretti und Spoalore 1994) (2).
Es könnte auch sein, dass linke Regierungen bei geringer Arbeitslosigkeit keine Anreiz zu expansivem deficit spending haben und zur Schaffung zukünftiger fiskalischer Spielräume die Defizite reduzieren (siehe Carlsen 1997 (3); Cusack 1999 (4))
Zahlreiche empirische Studien in der Folgezeit belegen, dass linke Regierungen höhere Staatausgaben tätigen als rechte Regierungen.
Die These, dass linke und rechte Parteien angesichts von Reformdruck und steigender Interdependenz zu einer Konvergenz in der Ausgabenpolitik kommen, wurde nicht bestätigt. (5), (6)


1. Torsten Persson & Lars E. O. Svensson. 1989. Why a stubborn conservative would run a deficit: Policy with time-inconsistent preferences. Quarterly Journal of Economics 104 (2): 325– 345.
2. Gian M. Milesi-Feretti & Enrico Spoalore. 1994. How cynical can an incumbent be? Strategic policy in a model of government spending. Journal of Public Economics 55: 121– 140.
3. Fredrik Carlsen, Fredrik. 1997. Counterfiscal policies and partisan politics: Evidence from industrialized countries. Applied Economics 29: 145– 151.
4. Thomas R. Cusack, 1999. Partisan politics and fiscal policy. Comparative Political Studies 32( 4): 464– 486.
5, James P. Allan & Lyle Scruggs. 2004. Political partisanship and welfare state reform in advanced industrial societies. American Journal of Political Science 48 (3): 496– 512.
6. Niklas Potrafke. 2009. Did globalization restrict partisan politics? An empirical evaluation of social expenditures in a panel of OECD countries. Public Choice 140 (1): 105– 124.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Politische Polarisierung Levitsky Levitsky I 18
Politische Polarisierung/Levitsky: Die Schwächung unserer demokratischen Normen wurzelt in einer extremen Polarisierung, die sich über politische Meinungsverschiedenheiten hinaus zu einem existentiellen Konflikt über Rasse und Kultur ausgeweitet hat. Die Bemühungen um gleiche Rechte und Chancen in einer immer mannigfaltiger werdenden Gesellschaft haben diese Polarisierung verschärft und heimtückische Reaktionen hervorgerufen.(1) Wenn die Zusammenbrüche von Demokratien in der Geschichte uns eines lehren, dann, dass extreme Polarisierung für Demokratien tödlich sein kann.
Levitsky I 136
Polarisierung kann demokratische Normen zerstören. Wenn sozioökonomische, ethnische oder religiöse Differenzen extrem parteilich werden, sodass sich die Gesellschaft in politische Lager spaltet, deren Weltanschauungen nicht nur unterschiedlich sind, sondern sich gegenseitig ausschließen, sind Toleranz und Achtung kaum noch aufrechtzuerhalten. Manche Polarisierungen sind für die Demokratie gesund und sogar notwendig. Tatsächlich lehrt uns die Geschichte der westeuropäischen Demokratien, dass Normen selbst dann Bestand haben können, wenn Parteien durch erhebliche ideologische Differenzen getrennt sind.
Levitsky I 147
In dem Maß, in dem Demokraten und Republikaner einander als legitime Rivalen zu betrachten lernten, verflog auch die Polarisierung der Parteien und wurde durch jene Art von Politik ersetzt, die in den folgenden Jahrzehnten für die amerikanische Demokratie typisch sein sollte.(2)
Levitsky I 239
Erst nach 1965 haben sich die Vereinigten Staaten vollends demokratisiert.(3) Doch diese Entwicklung bewirkte paradoxerweise eine grundlegende Neuaufstellung der amerikanischen Wählerschaft, die erneut zu einer tiefen Polarisierung unserer Parteien führte.(4) Diese Polarisierung, die tiefer reicht als jemals zuvor seit dem Ende der Reconstruction-Ära, hat die sich auftürmende Welle der Normbrüche ausgelöst, die derzeit unsere Demokratie gefährdet.
Levitsky I 259
Politik/Levitsky/Ziblatt: Politische Führer haben angesichts einer extremen Polarisierung zwei Optionen. A. Zum einen können sie die Spaltung der Gesellschaft hinnehmen, ihr aber durch Kooperation und Kompromisse auf oberster Ebene entgegenwirken. Dies haben Politiker in Chile getan. Wie wir gesehen haben, führte der scharfe Konflikt zwischen Sozialisten und Christdemokraten 1973 zur Zerstörung der chilenischen Demokratie. In den Jahren danach war das Verhältnis zwischen den beiden Parteien von einem tiefen Misstrauen geprägt, das ihr verbindendes Ziel, die Ablehnung des Pinochet-Regimes, überlagerte.(5)
Levitsky I 261
B. Die Alternative zur Zusammenarbeit trotz Polarisierung ist die Überwindung der Polarisierung. In den Vereinigten Staaten haben Politologen eine Reihe von Wahlrechtsreformen vorgeschlagen, die die Feindschaft zwischen den politischen Lagern abmildern können: die Beendigung von Wahlbezirksmanipulationen, offene Vorwahlen, die Wahlpflicht, alternative Regeln für die Kongresswahlen, um nur einige zu nennen.(6) >Politische Polarisierung/USA, vgl. >Normen/Levitksy/Ziblatt.

1. Robert Mickey/Steven Levitsky/Lucan Ahmad Way, »Is America Still Safe for Democracy?«, in: Foreign Affairs, Mai/Juni 2017, S. 20–29.
2. Nolan McCarty/Keith Poole/Howard Rosenthal, Polarized America. The Dance of Ideology and Unequal Riches, Cambridge, Massachusetts, 2008, S. 10.
3. Mickey, Paths out of Dixie.
4. Mickey/Levitsky/Way, »Is America Still Safe for Democracy?«, S. 20–29.
5. »Interview with President Ricardo Lagos«, in: Sergio Bitar/Abraham F. Lowenthal (Hg.), Democratic Transitions. Conversations with World Leaders, Baltimore 2015, S. 85.
6. Siehe beispielsweise Nathaniel Persily (Hg.), Solutions to Political Polarization in: America, New York 2015.
Politische Wahlen Politik Russlands Krastev I 99
Politische Wahlen/Manipulation/Politik Russlands/Krastev: (...) es ist einfach unmöglich, Putins Russland zu verstehen, ohne die Wahlmanipulation zu berücksichtigen. Frage: Warum brauchte Putin Wahlen, wenn nur eine Minderheit der Russen glaubte, dass Russland eine Demokratie werde, und fast niemand außerhalb Moskaus glaubte, dass Russland bereits eine Demokratie sei"?(1) Und warum wurden die Wahlen im Kreml auf eine so eklatante Weise manipuliert, dass niemand daran zweifeln konnte, dass sie manipuliert wurden (durch Sperrung von
Krastev I 100
potentiell attraktiven Kandidaten zum Beispiel) und dass der Kreml die Manipulation vorgenommen hat? Dass Wahlen "manipuliert" sind, wie Julia Ioffe bemerkte, ist "etwas, das jeder in Russland, unabhängig von seiner Rhetorik oder politischen Überzeugung, kennt und akzeptiert"(2).
Krastev I 101
Dennoch hätte Putin seine Macht nicht ohne den Rückgriff auf periodisch manipulierte Wahlen gewinnen und erhalten können. Dieses Paradoxon ist vielleicht das bestgehütete Geheimnis des postkommunistischen Russlands. Russlands manipulierte Wahlen waren in transparenter Weise unzulängliche Imitationen der westlichen Demokratie. Aber sie waren nicht nur eine dekorative Fassade. Wie Pawlowski voraussah (>Politische Technologie/Krastev), trugen die periodischen Wahlen zunächst dazu bei, die "alternativlose" Begründung für die Herrschaft Putins zu konstruieren und regelmäßig nach Hause zu bringen. (...) Umfragen im Jahr 2011 bestätigten die These, dass Putins 'Popularität' die 'Trägheit' der Bevölkerung und 'das Fehlen anderer Alternativen' widerspiegelt(3). Krastev: Aber genau darum geht es. Wenn die Wähler davon überzeugt werden könnten, dass es keine gangbare Alternative zur derzeitigen Führung gibt, würden sie sich fatalistisch an den Status quo anpassen.
Krastev I 102
Gefälschte Wahlen boten der scheinbaren Machtpartei auch regelmäßig Gelegenheit, sich neu zu profilieren. Indem sie neue Slogans prägte und sogar neue Gesichter einführte, konnte sich Putins Partei "Einiges Russland" als eine Kraft sowohl für Stabilität als auch für Veränderungen präsentieren(4). >Politische Technologie/Krastev. Gefälschte Wahlen standen auch im Mittelpunkt von Putins ständig neu ausgehandeltem Vertrag, der nicht mit dem Volk, sondern mit den regionalen Eliten ausgehandelt wurde. (...), Wahlen dienten als Hauptinstrument zur Kontrolle der politischen Elite des Landes und zur Rekrutierung neuer Kader (...).
Krastev I 103
Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts dienten periodische Wahlen auch dazu, die nationale Einheit Russlands zu demonstrieren (d.h. zu übertreiben) und die imaginäre Kohärenz und Solidarität des Putin-Landes zu dramatisieren. Eine weitere Funktion der manipulierten Wahlen in Russland während des ersten Putin-Jahrzehnts bestand darin, eine Grenze zu ziehen zwischen der "loyalen Opposition" und dem, was der Kreml als eine fünfte Kolonne von Feinden und Verrätern ansah.
Krastev I 104
Imitation/Autorität: (...) Putins manipulierte Wahlen dienten nicht der Nachahmung der Demokratie, sondern vielmehr der Nachahmung des Autoritarismus.
Krastev I 132
Eine kürzlich durchgeführte Studie hat ergeben, dass im letzten Jahrzehnt das Vertrauen in die Demokratie in den entwickelten Demokratien des Westens abgenommen hat und dass das Niveau des
Krastev I 133
Misstrauens gegenüber der Demokratie als politischem System unter den Jüngeren am größten ist(5). Ein zentraler Pfeiler von Putins antiwestlicher Politik ist es, diese Zweifel zu nähren und den amerikanischen und europäischen Bürgern immer mehr Gründe zu geben, nicht daran zu glauben, dass periodische Wahlen im Westen zum Vorteil der Öffentlichkeit wirken.


1. In Levada-Center polls between 2005 and 2015, around 34 per cent of respondents reported that 'development of democracy' is what 'most accurately describes the situation in the country.'
2. Julia Ioffe, 'The Potemkin Duma', Foreign Policy (22 October 2009).
3. Michael Schwirtz, 'Russians Shrug at Prospects of Another Putin Term, Poll Shows', The New York Times (7 October 2011).
4. The Kremlin's game with United Russia is quite complicated: it should be assured of winning over its nominal competitors, yet in such a way that it never appears a strong force or a genuine 'people's party' - for that might turn it into a challenger or rival to the Kremlin.
5. Yascha Mounk, The People vs. Democracy: Why Our Freedom Is in Danger and How to Save It (Harvard University Press, 2018).

Krastev I
Ivan Krastev
Stephen Holmes
The Light that Failed: A Reckoning London 2019
Politischer Realismus Brown Gaus I 290
Politischer Realismus/Brown: Realisten nehmen den Staat als den wichtigsten internationalen Akteur wahr, gehen davon aus, dass Staaten nach Machtinteressen definierte Interessen verfolgen, und stellen so die Hypothese einer Welt auf, die als "Kampf um Macht und Frieden" charakterisiert werden kann, so der Untertitel von Hans J. Morgenthaus einflussreichem Werk "Politics among Nations" (1948)(1). Ein politischer Theoretiker, der diese Skizze vorlegt, könnte vernünftigerweise annehmen, dass diese Doktrin mit der deutschen Machtpolitik des 19. Jahrhunderts in der Schule von Heinrich von Treitschke in Verbindung steht oder, vielleicht auf einer höheren Ebene, mit dem rechten, politischen Philosophen und Rechtstheoretiker des 20. Jahrhunderts, Carl Schmitt, dessen "Freund-Feind"-Unterscheidung hier höchst relevant erscheint (Schmitt, 1996(2); Treitschke, 2002(3)). Brown: (...) nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Der klassische amerikanische Realismus entstand in den 1930er und 1940er Jahren. Seine drei einflussreichsten Figuren waren der radikale Theologe Reinhold Niebuhr, der Diplomat George Kennan und der emigrierte internationale Jurist, politische Theoretiker und ab 1943 der Professor Morgenthau von der Universität Chicago; ihre Arbeiten werden in einer Reihe moderner Studien gut beschrieben (Smith, 1986(4); Rosenthal, 1991(5); Murray, 1996(6)). >Internationale Beziehungen/Niebuhr, >Balance of Power/Waltz, >Balance of Power/Sozialwahltheorie, >Internationale Beziehungen/Carr.
Gaus I 291
Sozialwahltheorie: (...) die Dominanz des neorealistischen/neoliberalen Denkens hat die Bandbreite der Fragen, die Theoretiker der internationalen Beziehungen für angemessen oder beantwortbar halten, erheblich eingeengt. Ob Staaten relative oder absolute Gewinne anstreben (eine Möglichkeit, zwischen neorealistischen und neoliberalen Annahmen zu unterscheiden), ist eine interessante Frage, kann aber kaum eine befriedigende Grundlage für eine Untersuchung der Grundlagen der gegenwärtigen internationalen Ordnung bilden (Grieco, 1988)(7). VsSozialwahltheorie: Ältere Realisten waren eher bereit, diese Grundlagen zu kritisieren, und unternahmen zumindest den Versuch, sich mit Themen wie der Ethik der Gewalt oder der Gerechtigkeit in einer von großen materiellen Ungleichheiten geprägten Welt auseinanderzusetzen. Klassische Realisten wie Stanley Hoffman, beeinflusst durch den französischen Denker Raymond Aron, und Hedley Bull von der englischen Schule versuchten zumindest, sich mit der Forderung der Dritten Welt nach einer neuen internationalen Wirtschaftsordnung aus den 1970er Jahren auseinanderzusetzen (Aron, 1967(8); Hoffman, 1981(9); Bull, 1984(10)).
Neorealismus/Neoliberalismus: Im Gegensatz dazu unternehmen weder Neorealismus noch Neoliberalismus den Versuch, die Gerechtigkeit der bestehenden internationalen Ordnung in Betracht zu ziehen, geschweige denn zu verteidigen; Anarchie ist einfach eine Gegebenheit, eine Annahme, die nicht in Frage gestellt werden kann, und die Sorge um die inneren Merkmale von Staaten, wie z.B. ihre Armut, ist fehlgeleitet, da von Staaten behauptet wird, dass sich ihr Verhalten ähnelt und sie sich relevant nur durch ihre Fähigkeiten unterscheiden.
VsMorgenthau: Im Gegensatz zum praktischen Realismus von Morgenthau beruht der Realismus der "Anarchieproblematik" auf einem theoretischen Konstrukt, aber, vielleicht Paradoxerweise, haben gerade seine Grenzen tatsächlich einen Raum eröffnet, den eine andere Art von Theorie in den letzten zwei Jahrzehnten oder so zu füllen versucht hat.


1. Morgenthau, H. J. (1948) Politics among Nations. New York: Knopf.
2. Schmitt, C. (1996 ti9321) The Concept of the Political. Chicago: University of Chicago Press.
3. Treitschke, H. von (2002) Politics. Extracts in C. Brown, T. Nardin and N. J. Rengger, Hrsg., International Relations in Political Thought. Cambridge: Cambridge University Press.
4. Smith, M. J. (1986) Realist Thought from Weber to Kissinger. Baton Rouge, IA: University of Louisiana Press.
5. Rosenthal, J. (1991) Righteous Realists. Baton Rouge, LA: University of Louisiana Press.
6. Murray, Alastair (1996) Reconstructing Realism. Edinburgh: Keele University Press.
7. Grieco, J. M. (1988) 'Anarchy and the limits of cooperation: a realist critique of the newest liberal institutionalism'. International Oganisation, 42:485—508.
8. Aron, R. (1967) Peace and War: A Theory of International Relations. London: Weidenfeld and Nicolson.
9. Hoffmann, S. (1981) Duties beyond Borders. Syracuse, NY: Syracuse University Press.
10. Bull, H. (1984) Justice in International Relations: The Hagey Lectures. Waterloo, ON: University of
Waterloo.

Brown, Chris 2004. „Political Theory and International Relations“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

PolBrown I
Wendy Brown
American Nightmare:Neoliberalism, neoconservativism, and de-democratization 2006

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Pollocks Gaskammer Poundstone I 215
Pollocks Gaskammer/Poundstone: (verwandt mit dem Vorwortparadox) Bsp ein Raum füllt sich gelegentlich mit giftigem, grünen Gas. Durch ein Fenster in der Tür kann man ein Warnlicht sehen, Das Licht ist grün, wenn kein Gas im Raum ist. Andernfalls weiß.
I 216
Unglücklicherweise färbt das Gas, wenn es ausströmt, die weiße Lampe grün! Das Licht sieht immer grün aus, egal, ob Gas da ist, oder nicht. Also hat man eine Videokamera direkt an der Lampe installiert und überträgt das Bild auf einen Schirm neben der Tür. Auf dem Schirm ist die korrekte Farbe der Warnlampe erkennbar, unabhängig davon, ob der Raum Gas enthält oder nicht. Neben der Tür ist ein Warnschild angebracht, dass die Besucher das Licht im Fenster ignorieren sollen und stattdessen nach der Farbe auf dem Schild gehen sollen.
I 216
Pollocks Gaskammer/Poundstone: man kann Glauben auf mehr als eine Art zurückweisen: 1. Das Licht sieht grün aus (ohne Information über die Farbe des Gases).
2. Normalerweise haben die Dinge die Farbe, die sie auf dem Bildschirm haben, dafür gibt es Farbfernsehen.
Vs: das zweite ist noch schwächer als das erste.
Daher gibt es als Schild neben der Tür noch einen dritten Grund.
Recht haben aus falschen Gründen - Widerlegung:
a) zurückweisende Widerlegung: sagt einfach, dass eine Überzeugung falsch ist.
b) unterminierende Widerlegung: sagt, dass die Überzeugung ungültig ist - Bsp wenn man entdeckt, dass man ein Gehirn im Tank ist, ist das eine unterminierende Widerlegung aller Überzeugungen über die Welt. - Pointe: die Überzeugung könnte dann immer noch wahr sein. - Unterminierende Widerlegung ist besser als zurückweisende Widerlegung.
I 220
Gefangenen-Paradox/Wissensparadoxie: (Paradox der unerwarteten Hinrichtung) eine Menge von Überzeugungen erzeugt ihre eigene unterminierende Widerlegung. - So gibt es Widerlegungen von Widerlegungen.

Poundstone I
William Poundstone
Im Labyrinth des Denkens Hamburg 1995
Postdemokratie Crouch Mause I 73f
Postdemokratie/Crouch: Die Diskussion über die Postdemokratie resultiert aus der über den Neoliberalismus. Crouch These: alle westlichen Demokratien befinden sich im Prozess der Postdemokratisierung. Merkmale der Postdemokratie sind:
1. Die grundlegenden demokratische Institutionen und Prozeduren verlieren an Einfluss. (1)
2. Parteipolitik wird zunehmend inhaltslos. An die Stelle von Inhalten treten personalisierte Wahlkampfstrategien. Die Mittlerfunktion der Parteien würde zunehmend an Meinungsforschungsinstitute übertragen.
Das Verhalten der „politischen Klasse“ ähnelt dem von Firmen gegenüber ihren Kunden.
3. Politische Inhalte werden von diesen „Firmen“ bestimmt. Sie entstehen aus dem Zusammenwirken politischer und ökonomischer Akteure. Sie sind nicht mehr primär gemeinwohlorientiert, sondern profitorientiert. (2)
4. Die Bürger werden entmachtet, wenn auch nicht de jure, so doch de facto.
Als Resultat dieser Entwicklung wird Politik hinter verschlossenen Türen gemacht. (3)

1. C. Crouch, 2008. Postdemokratie. Frankfurt a. M. 2008, S. 10ff
2. Ebenda S. 63-69
3. Ebenda S. 10.


Brocker I 946
Postdemokratie/Crouch/Heidbrink: Crouch übernimmt den Begriff - ohne die Quellen zu nennen - unter anderem von Jacques Rancière (2002)(1), der von einem Verschwinden der Politik durch Verrechtlichung schrieb - und Sheldon S. Wolin (2001)(2) der den politischen Konsumismus und latenten Totalitarismus spätkapitalistischer Schein-Demokratien angeprangerte. Heidbrink: Der Postdemokratie knüpft auch an den Begriff der „Subpolitik“ (U. Beck, 1993) an; verwandte Begriffe sind Neodemokratie und reflexive Demokratie, in denen neue Akteure, Allianzen und Governance-Regime die Weltpolitik mitbestimmen.
Crouch These: „paradoxe Situation“: Immer mehr Nationalstaaten beruhen auf demokratischen Institutionen und Verfahren, während gleichzeitig die Handlungsfähigkeit demokratischer Politik abnimmt und die Unzufriedenheit mit ihr wächst. (3) >Demokratie/Crouch.
Brocker I 947
Def Postdemokratie/Crouch: bezeichnet ein Gemeinwesen, in dem zwar nach wie vor Wahlen abgehalten werden, Wahlen, die sogar dazu führen, dass Regierungen ihren Abschied nehmen müssen, in dem allerdings konkurrierende Teams professioneller PR-Experten die öffentliche Debatte während der Wahlkämpfe so stark kontrollieren, daß sie zu einem reinen Spektakel verkommt, bei dem man nur über eine Reihe von Problemen diskutiert, die die Experten zuvor ausgewählt haben. Die Mehrheit der Bürger spielt dabei eine passive, schweigende, ja sogar apathische Rolle, sie reagieren nur auf die Signale, die man ihnen gibt. Im Schatten dieser politischen Inszenierung wird die reale Politik hinter verschlossenen Türen gemacht: von gewählten Regierungen und Eliten, die vor allem die Interessen der Wirtschaft vertreten.(4) Problem: dies für zu einem Niedergang einer egalitaristischen Politik und des wohlfahrtsstaatlichen Korporatismus.
Brocker I 949
Ursachen des Phänomens/Crouch: u.a. der Zerfall der sozialen Klassen, insbesondere der Niedergang der Arbeiterklasse und die schwindende Bedeutung der Gewerkschaften. >Politische Parteien/Crouch. Weitere Ursache: Privatisierung staatlicher Aufgaben und Ökonomisieren politischer Prozesse. >Public Private Partnership/Crouch.
VsCrouch: siehe StreckVsCrouch: >Regierungspolitik/Crouch.
Brocker I 956
HeidbrinkVsCrouch: Crouch schießt weit über das Ziel einer adäquaten Gesellschaftstheorie hinaus. So blendet er die Herausbildung alternativer Politikstile und sozialer Bewegungen aus, in denen es nicht um einen Abbau, sondern um eine Transformation demokratischer Verfahren und Verhältnisse geht. Dies zeigt sich besonders bei der unklaren Rolle der Zivilgesellschaft, die durch mehr bürgerschaftliche Partizipation zu einer Revitalisierung der Demokratie beitragen soll, während ihr zugleich attestiert wird, eigeninteressiert und ohne politisches Ethos zu agieren. Crouch kann sich nicht vorstellen, dass Bürger als Konsumenten von Politikstilen in der Lage sind, eine reflexive Einstellung zu ihrer eigenen Lebenspraxis zu entwickeln und sich trotz materieller Interessen für eine nachhaltige Wirtschafts- und Umweltpolitik zu engagieren, so wie insgesamt der ökologische Wandel der Demokratie nicht weiter thematisiert wird.
Brocker I 957
HeidbrinkVsCrouch: seinem Begriff der »Postdemokratie« fehlt ein plausibles normatives Fundament. Crouch denkt und argumentiert in Schablonen und Gegensätzen linker Gemeinwohlpolitik und rechter Marktpolitik, durch die der Blick auf neue Formen der Wohlfahrtsproduktion jenseits der Trias von Staat, Markt und Zivilgesellschaft verstellt wird.

1. Jacques Rancière, Das Unvernehmen. Politik und Philosophie, Frankfurt/M. 2002.
2. .Sheldon S. Wolin, Tocqueville between Two Worlds. The Making of a Political and Theoretical Life, Princeton/Oxford 2001.
3. Colin Crouch, Postdemocrazia, Rom/Bari 2003 (engl.: Oxford 2004). Dt.: Colin Crouch, Postdemokratie, Frankfurt/M. 2008, S. 7
4. Ebenda S. 10

Ludger Heidbrink, „Colin Crouch, Postdemokratie“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolCrouch I
Colin Crouch
Henry Farrell
Breaking the path of institutional development? Alternatives to the new determinism 2004

PolCrouch II
Colin Crouch
Post-democracy London 2004

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Prädikate Lewis Schwarz I 121
Prädikat/Lewis/Schwarz: greift Eigenschaften heraus - welche, hängt von der möglichen Welt ab.
Schwarz I 228
Namen/Prädikat/Eigenschaft/Lewis: These: Namen können alles benennen: statt Prädikat "F" nehmen wir "F-heit". Prädikate sind keine Namen und benennen nichts - Prädikat/(s): kein singulären Termini. - SchwarzVsLewis/ RussellVsFrege: wenn man annimmt, dass jedem Prädikat ein Name für eine entsprechende Eigenschaft zugeordnet werden kann, folgt Russells Paradoxie - >Heterologie: manchen Prädikaten wie Bsp "ist eine Eigenschaft, die nicht auf sich selbst zutrifft" entspricht keine Eigenschaft. - Auch Prädikaten wie Bsp "ist eine Klasse", Bsp "ist ein Teil von" und Bsp "ist identisch mit _" entspricht nichts, was mit einem singulären Term benannt werden kann. - ((s) Prädikate kann man immer erfinden, ob die Welt entsprechende Eigenschaften enthält, ist eine empirische Frage.) - ((s) Eigenschaften gehören zur Ontologie - Prädikate: gehören zur (Quineschen) Ideologie). >Ideologie/Quine.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Praktisches Schließen Kenny Geach I 285
Praktisches Schließen/Kenny: (Analysis 26,3,1966). These: Ttheoretisches und praktisches Schließen sind radikal verschieden. Geach: gemeinsam ist beiden eine geWissen Asymmetrie zwischen Prämissen und Konklusionen.
1. Eine Menge Prämissen liefert eine einzige Konklusion und kann nicht mit einer einzelnen dieser Prämissen erreicht werden.
2. Auf der anderen Seite folgt eine Menge von Konklusionen aus einer einzige Prämisse nur dann, wenn jede einzelne Konklusion für sich aus ihr folgt. DF.
Carnap und Kneale haben technische Auswege aus dieser Asymmetrie gesucht. GeachVs: man sollte die Asymmetrie stehen lassen.
In Kennys Ansatz bleibt sie auch bestehen. Wenn eine Menge von Konklusionen immer zusammen folgerbar wäre, nicht jedoch einzelen Konklusionen..(s) dann könnte die Menge selbst auch nicht folgen.

Praktisches Schließen/Kenny/Geach: ich stelle es im Stil von Kenny dar:
Aus einer Menge von Befehlen

Fq,Fr,Fs... kann man folgern die Konklusion Ft,

vorausgesetzt, das das Phrastikon der Konklusion ent (entails) das Phrastikon einer Prämisse und dass es konsistent ist mit den Phrastika aller anderen Prämissen. D.h.

t ent q und die Konjunktion

Kt,Kr,Ks... ist konsistent.

Schreibweise: ent: entails, p ent q = p beinhaltet q, q folgt q aus p, entailment
Kpq: Konjunktion p u q
Cpq Konditional p > q

Es geht darum, wie ein Wunsch mit anderen Wünschen konsistent ist.
Daraus folgt sofort, dass keine praktische Konklusion aus einer inkonsistenten Menge von Befehlen gezogen werden kann. Wenn

Kq,Kr,Ks... eine inkonsistente Konjunktion ist und t ent q, dann ist
Kt,Kr,Ks... inkonsistent und dann ist Ft nicht gültig folgerbar aus der Menge FqFrFs...

Weiterer Unterschied zum theoretischen Schließen: praktisches Schließen ist annullierbar. (>hinzugefügte Prämissen).
Geach I 287
Def Synthetisches Theorem/Peripatetiker/Geach: das Prinzip, dass wenn eine Konklusion t aus seiner Menge von Prämissen P folgt, und wenn P plus t die Konklusion v liefert, dann liefern die Prämissen P v. Nur wenn das synthetische Theorem gilt, bekommen wir eine Kette von Inferenzen. Das brauchen wir im theoretischen wie im praktischen Schließen.
Kennys Theorie sichert das synthetische Theorem.

Praktisches Schließen/Kenny/Geach: es ist notwendig für eine korrekte Konklusion Ft aus einer Menge von Prämissen, dass (das Phrastikon t ent das Phrastikon v) aus einem dieser fiats (Befehle) verträglich ist mit den Phrastika aller anderer fiats aus der Menge.
Das Wort "oder" können wir weglassen, wenn wir so formulieren:
t ent v, KtKpKqKr... ist eine konsistente Konjunktion dann und nur dann, wenn
KtKvKpKr... konsistent ist.
Beweis: (mit dem Gültigkeitskriterium in dieser praktischen Form:
Wir müssen zeigen, dass aus
(1) Ft ist ableitbar von Fp,Fq,Fr...
und
(2) Fv ist ableitbar von Ft,Fp,Fq,Fr...
folgt dass
(3) Fv ist ableitbar von Fp,Fq,Fr....
(1) hält dann und nur dann, wenn t ent (eins der Phrastika p,q,r... )
I 288
und die Konjunktion KtKpKqKr... ist konsistent. Ohne Verlust der Allgemeinheit kann man sagen, dass t ent p.
Nun wird (2) dann und nur dann halten, wenn v ent (eins der Phrastika t,p,q,r..) und die Konjunktion KvKtKpKqKr... ist konsistent.
Aber wenn v ent t, weil t ent p (durch (1)) , dann v ent p.
Und egal ob v ent t oder v ent (eins der Phrastika von p,q,r...) , v wird in jedem Fall ent eins von (p,q,r...).
Wenn nun KvKtKpKqKr... eine konsistente Konjunktion ist, dann ist es auch KvKpKqKr..
Dann ist v ent (eins von p,q,r..) und KvKpKqKr... eine konsistente Konjunktion. So hält (3) Q.E.D.
Prämissen/hinzugefügte/gelöschte/Inferenz/Schlussfolgerung/Schließen/Schluss/Geach: obwohl der modus ponens durch hinzugefügte Prämissen ungültig wird, wird eine Konklusion aus dem modus ponens gültig bleiben, wenn sie nicht durch eine hinzugefügte Prämisse ungültig wird.
Denn aus inkonsistenten praktischen Prämissen erhalten wir gar keine Konklusion.
Aber wenn p und Cpq konsistent sind, so sind es auch p und q. Also wird Kpq konsistent sein. Und q ent Cpq. Aber dann ist Fq eine korrekte Konklusion aus Fp und FCpq!

Praktisches Schließen/Kenny/Geach: überraschendes Resultat: im praktischen Schließen ist der Befehl FKpq nicht deduktiv äquivalent zu dem Paar Ep,Eq.
Das ist aber nicht wirklich Paradox: die Äquivalenz würde zu einem absurden Resultat führen, denn aus dem gleichen Grund würde die Menge Fp,Fq,Fr.. deduktiv äquivalent zu FKpKqKr...
Aber dieser letztere Befehl könnte nur erfüllt werden, wenn garantiert wäre, dass alle unsere Wünsche gleichzeitig erfüllbar wären.
Daher brauchen wir weitere Schlussregeln für praktisches Schließen.

Kenn I
A. Kenny
A New History of Western Philosophy

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Prinzipien Duhem I 285
Prinzipien/Poincaré behauptet bezüglich der Prinzipien der Mechanik: niemals wird ein neues Experiment dazu führen, sie aufzugeben. Die Operation, die sie mit den Tatsachen vergleichen soll, hat keinen Sinn. Bsp Prinzip der Trägheit. Man kann ihm nur einen Sinn geben, wenn man einen geWissen Beziehungspunkt als gewählt betrachtet. Wenn man diese Festlegung unterließe, würde der Ausdruck seines Sinnes beraubt. Es gibt ebenso viele Gesetze, wie verschiedene Beziehungspunkte! Wenn das Trägheitsprinzip in Beziehung auf einen geWissen Punkt falsch wäre, würde es bei Wahl eines anderen richtig werden. Und es würde immer frei stehen, diesen letzteren zu wählen. Es ist unmöglich, diese Hintertür zu schließen!
I 286
Bsp Prinzip der Gleichheit von Aktion und Reaktion: (auch Poincaré): "Der Schwerpunkt eines isolierten Systems kann nur eine gradlinige und gleichförmige Bewegung besitzen." Kann man das durch Experiment verifizieren? Nein, das einzige isolierte System ist das Universum. Die Frage hat also keinen Sinn. "Es bleibt uns aber immer freigestellt, anzunehmen, dass unser Prinzip richtig sei."
I 287
Bsp Chemie: Gesetz der multiplen Proportionen: Wie immer die Resultate der Analyse sein mögen, man sich stets sicher, drei ganze Zahlen zu finden, dank deren das Gesetz mit einer höheren Genauigkeit als sie die Experimente besitzen, verifizierbar ist.
I 288
Bsp Gesetz der rationalen Indices: Kristallographie. Es treten bei Messungen immer gewisse Fehler auf. Der Kristallograph, der das Gesetz experimentell korrigieren möchte, hat sicher nicht den Sinn der Worte, die er verwendet, erfasst. Hier wie bei den multiplen Proportionen sind es rein mathematische Ausdrücke, denen jeder physikalische Sinn fehlt.
I 289
Duhem: Es würde bloß zu Gemeinplätzen führen, wollte man sagen, dass die Verhältnisse annähernd kommensurabel seien: denn alles in der Welt ist annähernd kommensurabel. Irgendein beliebiges inkommensurables Verhältnis ist immer annähernd kommensurabel. Es wäre absurd, gewisse Prinzipien der Mechanik der direkten Kontrolle des Experiments unterwerfen zu wollen. Folgt daraus, dass diese Hypothesen, von experimentellen Widerspruch nicht erreicht werden können? Nein!
Isoliert haben diese verschiedenen Hypothesen keine experimentelle Bedeutung. Es kann sich nicht darum handeln, die Experimente zu bestätigen oder zu widerlegen. Aber diese Hypothesen werden als wesentliche Fundamente beim Bau von Theorien verwendet. Diese Theorien (Kristallographie, Mechanik, Chemie) sind Darstellungen, dazu bestimmt, mit den Tatsachen verglichen zu werden. Der experimentelle Widerspruch handelt dann immer über eine Gruppe als Ganzes. So verschwindet das, was an der Behauptung: geWissen phys. Theorien ruhen auf Hypothesen, die physikalisch nicht gedeutet werden können, hätte Paradox erscheinen können.

Prinzipien/Poincaré: "Das Experiment kann die Prinzipien der Mechanik aufbauen, aber nicht zerstören".

I 290
HadamardVs: "Duhem hat gezeigt, dass es nicht um isolierte Hypothesen, sondern die Gesamtheit der Hypothesen der Mechanik geht, deren experimentelle Bestätigung man versuchen kann.
I 290
Dem Scharfsinn des Physikers bleibt es überlassen, den Fehler zu suchen, an dem das ganze System leidet. Kein absolutes Prinzip leitet diese Untersuchung. Besteht ein Kampf zwischen Hypothesen, entscheidet nach einer Zeit der gesunde Menschenverstand.
I 292
Bsp Nach Foucaults Experiment verzichtete Biot auf die Emissionshypothese. Die reine Logik hätte zu diesem Verzicht nicht genötigt, es war kein experimentum crucis.

Duh I
P. Duhem
Ziel und Struktur der physikalischen Theorien Hamburg 1998
Quantenmechanik Barrow I 233
Quantenmechanik/QM/Atom/Uniformität/Gleichheit/Barrow: die Quantisierung der Energie ist der Grund dafür, dass Wasserstoffatome gleich sind.
I 235
Messproblem/QM/Barrow: es geht darum, ob die Quantentheorie alles beschreibt, was in der Natur vorgeht, den Messprozess eingeschlossen, oder nicht -
I 237
Einstein-Podolski-Rosen/EPR/Barrow: Paradox: wir können nicht vorhersagen, welches der beiden Photonen beim Zerfall sich im Uhrzeigersinn bewegt - aber wenn wir zum anderen Ende des Universums führen, wüssten wir nach der QM sofort, dass das andere Photon sich in die andere Richtung dreht, ohne gemessen zu haben - also muss der nichtgemessene Drehimpuls der Realität entsprechen - er muss real sein, weil er vorhersagbar ist. - Wissen ohne Messen, also Beobachtungs-unabhängig. - Paradox: das zweite Photon muss die Richtung des anderen "kennen". - Nachweis: Experiment Alain Aspect, 1982.
I 240
Barrow: in Wirklichkeit wir keine Information übertragen. - VsEPR: Gleichzeitigkeit ist ein Begriff, der vom Beobachter abhängt. - Bsp drei Beobachter könnten relativ zum Experiment und zueinander in Bewegung sein - der eine sähe dann daß die Messungen der Spins gleichzeitig vorgenommen werden, während die anderen zuerst die eine, oder zunächst die andere beobachten.
I 238f
John Bell/QM/ Nicht-Lokalität/Barrow: (60er Jahre): zeigte, dass jede Theorie, die EPR-Phänomene beschreibt, eine nichtlokale Kennzeichnung haben muss, wenn eine einfache arithmetische Bedingung erfüllt ist - (>Nicht-Lokalität). - Bell-Test/Unschärfe: es geht bei der Unschärfe nicht um Grobschlächtigkeit des Beobachters - diese wäre eine lokale Erklärung. - ((s) VsBrecht) - Bell: jede richtige Sicht der Natur muss nicht-lokal sein.
I 242
Kopenhagener Deutung/Bohr: Im herkömmlichen Sinn ist keine tiefere Wirklichkeit zu entdecken, sondern nur eine Beschreibung davon. - Sinnlos zu sagen, dass die Messung irgendwie eine "tiefere Wirklichkeit" verändert. - I 245 während die Wellenfunktion deterministisch, linear, stetig und lokal ist, und keine ausgezeichnete Zeitrichtung kennt, ist der Messvorgang fast zufällig, nicht linear, unstetig, nicht-lokal und nicht umkehrbar. - SchrödingerVsBohr: Schrödingers Katze: ist in einer Mischung von tot und lebendig, solange wir nicht nachsehen. - I 247 Wheeler: Problem: alle astronomischen Messungen werden mit Strahlen gemacht - dann müssten sie nach Bohrs Kopenhagener Deutung erst durch die Messung ins Leben gerufen werden.
I 253ff
Kopenhagener Deutung/Viele-Welten-Deutung/VWS/Aspect-Experiment/Barrow: die Annahme der Nicht-Lokalität wurde durch Aspect experimentell bestätigt. Die Kopenhagener und die Viele-Welten-Deutung scheinen völlig unverträglich zu sein, doch herrscht übereinstimmend die Meinung, dass sie experimentell ununterscheidbar seien.

B I
John D. Barrow
Warum die Welt mathematisch ist Frankfurt/M. 1996

B II
John D. Barrow
Die Natur der Natur: Wissen an den Grenzen von Raum und Zeit Heidelberg 1993

B III
John D. Barrow
Die Entdeckung des Unmöglichen. Forschung an den Grenzen des Wissens Heidelberg 2001
Rationalität KI-Forschung Norvig I 614
Rationalität/KI-Forschung/Norvig/Russell: Das Präferenzverhalten eines Agenten bedeutet nicht unbedingt, dass der Agent diese Nutzenfunktion in seinen eigenen Überlegungen explizit maximiert. (...) Rationales Verhalten kann auf beliebig viele Arten erzeugt werden. Durch die Beobachtung der Präferenzen eines rationalen Agenten kann ein Beobachter jedoch die Nutzenfunktion konstruieren, die das repräsentiert, was der Agent tatsächlich zu erreichen versucht (auch wenn der Agent es nicht weiß). >Nutzentheorie/Norvig, >Präferenzen/Norvig.
Norvig I 615
[Eine Präferenz] mag ungewöhnlich sein, aber wir können sie nicht als irrational bezeichnen.
Norvig I 619
Irrationalität/Norvig/Russell: Die Entscheidungstheorie ist eine normative Theorie: sie beschreibt, wie ein rationaler Agent handeln sollte. Eine deskriptive Theorie hingegen beschreibt, wie tatsächliche Agenten (...) wirklich handeln. Die Anwendung der Wirtschaftstheorie würde erheblich verbessert, wenn beides zusammenfiele, aber es scheint einige experimentelle Beweise für das Gegenteil zu geben. Die Beweise legen nahe, dass Menschen "vorhersehbar irrational" sind (Ariely, 2009)(1). >Allais-Paradoxon/Norvig, >Ellsberg-Paradoxon/Norvig, >Sicherheitseffekt/Kahneman/Tversky, >Nutzen/KI-Forschung.
Norvig I 638
Literatur: Populäre Bücher über die menschliche Irrationalität: Sway (Brafman und Brafman, 2009)(2), Nudge (Thaler und Sunstein, 2009)(3), Kluge (Marcus, 2009)(4), How We Decide (Lehrer, 2009)(5) und On Being Certain (Burton, 2009)(6). Sie ergänzen den Klassiker (Kahneman et al., 1982)(7) und den Artikel, mit dem alles begann (Kahneman und Tversky, 1979)(8).

1. Ariely, D. (2009). Predictably Irrational (Revised edition). Harper.
2. Brafman, O. and Brafman, R. (2009). Sway: The Irresistible Pull of Irrational Behavior. Broadway
Business.
3. Thaler, R. and Sunstein, C. (2009). Nudge: Improving Decisions About Health, Wealth, and Happiness.
Penguin.
4. Marcus, G. (2009). Kluge: The Haphazard Evolution of the Human Mind. Mariner Books.
5. Lehrer, J. (2009). How We Decide. Houghton Mifflin.
6. Burton, R. (2009). On Being Certain: Believing You Are Right Even When You’re Not. St. Martin’s Griffin.
7. Kahneman, D., Slovic, P., and Tversky, A. (Eds.). (1982). Judgment under Uncertainty: Heuristics and
Biases. Cambridge University Press.
8. Kahneman, D. and Tversky, A. (1979). Prospect theory: An analysis of decision under risk. Econometrica, pp. 263–291.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Rechte Konsequentialismus Gaus I 107
Rechte/Konsequentialismus/Gaus: L. W. Sumner (1987)(1) stellt ein besonders einflussreiches Beispiel für den Rechtskonsequentialismus vor. Sumner erkennt den paradoxen Charakter eines durch und durch folgerichtigen Arguments für Rechte: Insofern der Konsequentialist versucht, die Erreichung eines bestimmten Ziels zu maximieren, und Rechte ein Hindernis für die Art und Weise der Zielerreichung darstellen, sieht es so aus, als müsse der Konsequentialist argumentieren, dass der beste Weg zur Erreichung des Ziels darin besteht, unsere Bemühungen zur Zielerreichung einzuschränken. Der Schlüssel zur Lösung dieses Paradoxons liegt laut Sumner darin, den Konsequentialismusansatz als eine Theorie der moralischen Rechtfertigung von der bevorzugten Theorie der moralischen Entscheidungsfindung (1987(1): 179) oder, wie wir sagen könnten, den Konsequentialismusansatz als eine Theorie der Bewertung von einer Theorie der Deliberation zu unterscheiden. Dieses Argument für Rechtskonsequentialismus (oder allgemeiner Regelkonsequentialismus) besagt, dass es keinen leichten Übergang von der Behauptung, dass die richtige Handlung diejenige ist, die die guten Folgen maximiert, zu der Behauptung gibt, dass das beste Entscheidungsverfahren darin besteht, die Handlung durchzuführen, von der man glaubt, dass sie die besten Folgen hat. Sidgwick: Diese Art von Argument wurde von Sidgwick (1962(2): 489) vorgebracht, der akzeptierte, dass Utilitarismus selbstvergessen sein kann, in dem Sinne, dass er uns anweisen könnte, seine Verwendung als Theorie für die Entscheidungsfindung nicht zu fördern. Es sei vielleicht besser, so argumentierte er, wenn sich viele Menschen von der Moral des gesunden Menschenverstandes leiten ließen. >Rechte/Utilitarismus.
VsSidgwick/VsSumner: Zwei Probleme stehen einer solchen Sichtweise gegenüber.
1) Erstens wird oft nicht erkannt, dass der Regel-Utilitarismus denjenigen, die das Regelsystem entwerfen, mehr und nicht weniger rechnerische Belastungen aufbürdet.
2) Zweitens: Indem wir den Utilitarismus als Beurteilungsmaßstab von seiner Rolle als Überlegungsmaßstab trennen, laden wir die Art von moralischem Elitismus ein, die Sidgwick angezogen hat: Vielleicht sollte sich hoi polloi auf nicht-utilitaristische Argumentation beschränken, aber die Klasse der exzellenten Rechner kann den Nutzen vielleicht besser fördern, indem sie den Utilitarismus als Methode der Überlegung einsetzt (1962(2): 489ff).
In Anlehnung an Sidgwick hat Robert E. Goodin (1995(3): Kap. 4) kürzlich den Utilitarismus des "Government House" verteidigt, der den Utilitarismus als eine "öffentliche Philosophie" darstellt, die von politischen Entscheidungsträgern angewandt werden sollte, und nicht als Leitfaden für das individuelle Verhalten.


1. Sumner, L. W. (1987) The Moral Foundations of Rights. Oxford: Oxford University Press.
2. Sidgwick, Henry (1962) The Methods of Ethics, 7th edn. Chicago: University of Chicago Press.
3. Goodin, Robert E. (1995) Utilitarianism as a Public Philosophy. Cambridge: Cambridge University Press.

Gaus, Gerald F. 2004. „The Diversity of Comprehensive Liberalisms.“ In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Rechte Sumner Gaus I 107
Rechte/Konsequentialismus/Sumner/Gaus: L. W. Sumner (1987)(1) präsentiert einen besonders einflussreichen Fall des Konsequentialismus für Rechte. Sumner erkennt den paradoxen Charakter eines durch und durch konsequentialistischen Arguments für Rechte: Insofern der Konsequentialist versucht, die Erreichung eines bestimmten Ziels zu maximieren, und Rechte ein Hindernis für die Art und Weise der Zielerreichung darstellen, sieht es so aus, als müsse der Konsequentialist argumentieren, dass der beste Weg zur Erreichung des Ziels darin besteht, unsere Bemühungen zur Zielerreichung einzuschränken. Der Schlüssel zur Lösung dieses Paradoxons liegt laut Sumner darin, den Konsequentialismusansatz als eine Theorie der moralischen Rechtfertigung von der bevorzugten Theorie der moralischen Entscheidungsfindung (1987(1): 179) oder, wie wir sagen könnten, den Konsequentialismusansatz als eine Theorie der Bewertung von einer Theorie der Deliberation zu unterscheiden. Dieses Argument für Rechtskonsequentialismus (oder allgemeiner Regelkonsequentialismus) argumentiert, dass es keinen leichten Übergang von der Behauptung, dass die richtige Handlung diejenige ist, die die guten Folgen maximiert, zu der Behauptung gibt, dass das beste Entscheidungsverfahren darin besteht, die Handlung durchzuführen, von der man glaubt, dass sie die besten Folgen hat. Sidgwick: Diese Art von Argument wurde von Sidgwick (1962(2): 489) vorgebracht, der akzeptierte, dass Utilitarismus selbstvergessen sein kann, in dem Sinne, dass er uns anweisen könnte, seine Verwendung als Theorie für die Entscheidungsfindung nicht zu fördern. Es sei vielleicht besser, so argumentierte er, wenn sich viele Menschen von der Moral des gesunden Menschenverstandes leiten ließen. >Rechte/Utilitarismus.
VsSidgwick/VsSumner: Zwei Probleme stehen einer solchen Sichtweise gegenüber.
1) Erstens wird oft nicht erkannt, dass der Regel-Utilitarismus denjenigen, die das Regelsystem entwerfen, mehr und nicht weniger rechnerische Belastungen aufbürdet.
2) Zweitens: Indem wir den Utilitarismus als Beurteilungsmaßstab von seiner Rolle als Überlegungsmaßstab trennen, laden wir die Art von moralischem Elitismus ein, die Sidgwick angezogen hat: Vielleicht sollte sich hoi polloi auf nicht-utilitaristische Argumentation beschränken, aber die Klasse der exzellenten Rechner kann den Nutzen vielleicht besser fördern, indem sie den Utilitarismus als Methode der Überlegung einsetzt (1962(2): 489ff).
>Utilitaristischer Liberalismus/Goodin.


1. Sumner, L. W. (1987) The Moral Foundations of Rights. Oxford: Oxford University Press.
2. Sidgwick, Henry (1962) The Methods of Ethics, 7th edn. Chicago: University of Chicago Press.

Gaus, Gerald F. 2004. „The Diversity of Comprehensive Liberalisms.“ In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Reduktion Quine XII 92
Def Reduktionssatz/Carnap/Quine: schwächer als Definition: liefert keine äquivalenten Sätze ohne den fraglichen Term, sondern nur Implikationen:
XII 93
keine vollständige Erklärung sondern nur partielle Erklärung. Implikation: hier: die Reduktionssätze nennen einige Sätze, die von Sätzen mit diesem Term impliziert werden und einige andere Sätze, die Sätze mit diesem Term implizieren. - Das liefert keine echte Reduktion, sondern eine fiktive Geschichte des Spracherwerbs. ((s) Zum Spracherwerb siehe auch "Rylesche Vorfahren").

VII (a) 19
Begriffsschema/Reduktion/Quine: wir wollen sehen, wie weit sich ein physikalistisches auf ein phänomenalistisches reduziert werden kann. Letzteres hat erkenntnistheoretische Priorität.
Die Wahl zwischen Begriffsschemata ist von Zwecken und Interessen geleitet.

XI 143
Reduktion/Ontologie/Quine/Lauener: für ontologische Reduktion ist nicht extensionale Gleichheit, sondern die Wahrung der relevanten Struktur entscheidend. Bsp Freges, v. Neumanns und Zermelos Definitionen erzeugen nicht äquivalente Prädikate, taugen aber dennoch für die Reduktion, weil alle drei ein strukturerhaltendes Modell der Arithmetik darstellen.
Extensionale Gleichheit/(s): sorgt für die Gleichmächtigkeit der betrachteten Mengen. Die Reduktion findet dann auf der Beschreibungsebene statt. Die Ontologie würde damit nicht reduziert.
XI 146
Reduktion/Theorie/Quine/Lauener: durch die Bedingung, dass ein n-Tupel von Argumenten genau dann auf ein Prädikat zutrifft, wenn der offene Satz durch die entsprechenden n-Tupel der Werte erfüllt wird, wenden wir eine drohende Trivialisierung ab. Und zwar, indem wir die Stellvertreterfunktion bestimmen. Wenn die Wahrheitswerte der geschlossenen Sätze erhalten bleiben, können wir tatsächlich von einer Reduktion auf die natürlichen Zahlen sprechen. (Ways of Paradox, S. 203).
XI 145
Def Stellvertreterfunktion/proxy function/Quine/Lauener: eine Funktion die jedem Objekt der ursprünglichen Theorie ein solches der neuen Theorie zuordnet. Bsp „Die Gödelzahl von“.
Diese braucht nicht in der einen oder anderen Theorie selbst ausdrückbar zu sein. Es genügt, wenn wir auf der Metastufe die nötigen Ausdrucksmittel haben.
Reduktion: von einer Theorie auf eine andere: dazubrauchen wir also eine spezielle Funktion
XI 146
Deren Argumente aus der alten und deren Werte aus der neuen Theorie sind. Stellvertreterfunktion/Quine/Lauener: braucht gar nicht eindeutig zu sein. Bsp Charakterisierung von Personen aufgrund ihres Einkommens: hier werden dadurch einem Argument verschiedene Werte zugeordnet. Dazu brauchen wir eine Hintergrundtheorie:
wir bilden das Universum U in V so ab, dass sowohl die Objekte von U als auch ihre Stellvertreter in V enthalten sind. Falls V eine Teilmenge von U bildet, kann U selbst als
Hintergrundtheorie funktionieren, innerhalb der ihre eigene ontologische Reduktion beschrieben wird.
XI 147
VsQuine: das ist gar keine Reduktion, denn dann müssen die Objekte doch existieren. QuineVsVs: das ist mit einer reductio ad absurdum vergleichbar: wenn wir zeigen wollen, daß ein Teil von U überflüssig ist, dürfen wir für die Dauer des Arguments U voraussetzen. (>Ontologie />Reduktion).
Lauener: das bringt uns zur ontologischen Relativität.

Löwenheim/Ontologie/Reduktion/Quine/Lauener: wenn eine Theorie von sich aus einen überabzählbaren Bereich erfordert, können wir keine Stellvertreterfunktion mehr vorlegen, die eine Reduktion auf einen abzählbaren Bereich ermöglichen würde.
Denn dazu brauchte man eine wesentlich stärkere Rahmentheorie, die dann nicht mehr nach Quines Vorschlag als reductio ad absurdum wegdiskutiert werden könnte.

XII 60
Spezifikation/Reduktion/Quine: wir finden keinen klaren Unterschied zwischen der Spezifikation eines Gegenstandsbereichs und einer Reduktion dieses Bereichs auf einen anderen. Wir haben keinen klaren Unterschied zwischen der Klärung des Begriffs „Ausdruck“ und seiner Ersetzung durch den der Zahl entdeckt. ((s) s.o.> Gödelnummer).
Und nun, wenn wir sagen sollen, was Zahlen eigentlich sind, sind wir gezwungen, sie preiszugeben und statt dessen der Arithmetik eine neues, z.B. mengentheoretisches Modell zuzuordnen.
XII 73
Reduktion/Ontologie/Quine: eine Ontologie lässt sich immer auf eine andere reduzieren, wenn wir eine umkehrbar eindeutige Stellvertreterfunktion f kennen. Grund: zu jedem Prädikat P des alten Systems gibt es ein Prädikat des neuen Systems, das dort die Rolle von P übernimmt. Dieses neue Prädikat interpretieren wir so, dass es genau auf die Werte f(x) der alten Gegenstände x zutrifft, auf die P zutraf.
Bsp AG f(x): ist die Gödelzahl von x,
altes System: ist ein syntaktisches System,
Prädikat im alten System: „… ist ein Abschnitt von___" ein x
Neues System: das entsprechende Prädikat hätte hier die gleiche Extension (koextensiv) wie die Worte „…ist die Gödelzahl eines Abschnitts, dessen Gödelzahl___ ist“. (Nicht in diesem Worten sondern als rein arithmetische Bedingung.)
XII 74
Reduktion/ontologische Relativität/Quine: es klingt vielleicht widersprüchlich, dass die in der Reduktion verworfenen Gegenstände doch existieren müssen. Lösung: das hat die gleiche Form wie eine reductio ad absurdum: hier nehmen wir einen falschen Satz an, um ihn zu widerlegen. So wie wir hier zeigen, dass der Gegenstandsbereich U übermäßig groß ist.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Reduktionismus Morozov I 87
Reduktionismus/Reduktion/Information/Morozov: Das Problem mit Silicon Valley's Bestreben, die Informationen der Welt zu organisieren (...) ist, dass man dazu tendiert, den schlimmsten Auswüchsen des "Informationsreduktionismus" zu erliegen - einer Tendenz, alles Wissen durch das Prisma der Informationen zu betrachten, dass "eine Reihe von Indizes" das vorliegende Phänomen "adäquat beschreiben sollen, wie der Soziologe Nikolas Tsoukas schreibt. (1) Das Streben, das Wissen der Welt zu organisieren, kann nicht weitergehen, ohne dem Wissen, das es zu organisieren sucht, wenigstens etwas Gewalt anzutun. Informationsreduktionismus/Tsoukas These: Informationsreduktionismus gedeiht immer dann, wenn Menschen Ideen als autonome Objekte betrachten, die zwischen Sender und Empfänger in ihrer ursprünglichen Form ausgetauscht werden können. Ideen werden als völlig unabhängig betrachtet, nicht nur von den Infrastrukturen, die sie transportieren, sondern auch von einander. Das ist ein sehr naiver Blick auf die Art und Weise, wie Menschen und Institutionen kommunizieren.
Transparenz/Information/Mark Fenster: Der Rechtswissenschaftler Mark Fenster hat argumentiert, dass "die Transparenz-Theorie im Kern die Form eines klassischen, linearen Kommunikationsmodells annimmt, das einen einfachen Prozess der Informationsübertragung von einer Quelle zu einem Zielpublikum über das Medium einer Botschaft postuliert. Eine solche oberflächliche und eindimensionale kybernetische Interpretation der Kommunikation blendet Transparenzbegeisterte, wie Fenster es ausdrückt, "die ausufernde, oft inkohärente Bürokratie der modernen Regierung, die Glätte der Information", die schwer fassbaren und frustrierenden Fähigkeiten der Öffentlichkeit und letztlich die Schwierigkeiten des Kommunikationsprozesses selbst. (2) In Wirklichkeit gibt es leider nur selten Informationen, die durch verschiedene Transparenzuntersuchungen aufgedeckt wurden, in dem objektiven, jungfräulichen Zustand, den sich die Informationsreduktionisten vorstellen. So wird, wie Fenster argumentiert, "jede Botschaft", die Regierungsinformationen beinhalten, produziert und existiert nur innerhalb eines politischen und ordnungspolitischen Rahmens, der ihre Entstehung formt und nur innerhalb einer vermittelten Umgebung zirkuliert, die sie im Prozess der Bereitstellung umgestaltet. (Siehe auch Information/Lakoff)
I 89
Informationsreduktionismus/Morozov: dieser benutzt die Ausdrücke „Transparenz“ und „Offenheit“ mehrdeutig, in Bezug auf Open Source (Software) oder Zugänglichkeit allgemeiner Information. (3)

1. Haridimos Tsoukas, “The Tyranny of Light: The Temptations and the Paradoxes of the Information Society”, Futures 29, no. 9 (November 1997): 827– 843.
2. Mark Fenster, “The Opacity of Transparency,” Iowa Law Review 91 (2005): 885– 949.
3. Christopher M. Kelty, “Conceiving Open Systems,” Washington University Journal of Law & Policy 30 (2009): 139.

Morozov I
Evgeny Morozov
To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism New York 2014
Referenz Putnam VI 395
Theorie der Referenz/PutnamVsMetaphysischer Realismus: Die Theorie der Referenz könnte diesen widerlegen (aber nicht eine Bedeutungstheorie). --
II 52f
Kontrafaktisches Konditional/Referenz/Repräsentation/Fodor: These: Die eigentliche Beschaffenheit der Bezugnahme wird mit Hilfe von kontrafaktischen Konditionalsätzen erklärt. Asymmetrische Abhängigkeit: Katze-Einzelzeichen-Äußerungen werden von Katzen ausgelöst, aber auch von vielen anderen Dingen. ---
III 54
Referenz entsteht durch die kausale Bindung an die Welt, also auch durch Bilder und Attrappen, wenn nicht durch Katzen, dann auch nicht durch Bilder von Katzen.
III 56
Dann gilt das (kontrafaktisches) Gesetz: Bilder von Katzen lösen "Katze" aus. Pointe: Das letztlich abhängig von echten Katzen.
III 57
Fodor: Wenn nicht Bilder Auslöser sein können, dann auch nicht Katzen (PutnamVs).
III 61
Referenz/Hermeneutik: Es kann keine notwendigen und hinreichenden Bedingungen für die Bezugnahme eines Worts auf einzelne x geben. FodorVs: Das führt zum Bedeutungsholismus, der seinerseits einen Bedeutungsnihilismus nach sich zieht.
III 64
PutnamVs: Bsp Hexe: Hexe ist vielleicht analytisch weiblich, dennoch ist es keine notwendige und hinreichende Bedingung für "Hexe". Ein Hexen-Gesetz wäre wegen Nichtexistenz falsch, denn es gibt keine Welt mit Hexen. Dennoch könnten entsprechende kontrafaktische Konditionale (KoKo) wahr sein. Pointe: Ihre Wahrheit wird nicht durch das Gesetz erklärt (Armstrong: sowieso umgekehrt).
III 65
PutnamVsFodor: Für richtige asymmetrische Abhängigkeit (des Worts vom Auslöser) muss dieses kontrafaktische Konditional falsch sein: Wenn Hochstapler keine Äußerung auslösen, dann auch keine Soldaten.
III 69
Referenz/PutnamVsFodor: Das bisherige Sprachverhalten früherer Generationen ist Mitursache. Sonst gilt das "Rückwärts-Gesetz". Falsch: Wenn Katzen nichts auslösen, dann auch nicht das bisherige Verhalten, aber dies ist umgekehrt richtig. (Jedoch nur dann, wenn Ursache als Mitursache interpretiert wird).
FodorVs: Seine Kausalität legt den alltagssprachlichen Ursache-Begriff zugrunde (direkte Reaktion? behavioristisch?
PutnamVs: Das ist interessenrelativ.
III 78
Referenz/PutnamVsFodor: Fodor kann die Referenz nicht mit Hilfe der Begriffe Gesetz, kontrafaktisches Konditional und Kausalität zurückführen.
III 133
Referenz/Fodor: Nach Quines Kritik an der Unerforschlichkeit der Referenz, spricht man von Einzelwissenschaften oder alltagssprachliche Kausalität.
III 140
Referenz: Die Fundamental-Physik kann die Möglichkeit der Bezugnahme auf etwas oder der Behauptung von etwas nicht erklären! Sie kann es auch dann nicht, wenn es um ihr eigenes Gebiet geht.
III 208
Referenz: Daraus, dass manche Wörter nicht ohne kausale Verbindung referieren folgt nicht, dass Bezugnahme selbst kausal wäre! Sie unterliegt nur kausalen Beschränkungen. ---
V 75ff
Referenz: These: Input ist durch Begriffe geformt. Es gibt keine Inputs, die nur eine einzige Beschreibung zulassen, die unabhängig wäre von allen begrifflichen Entscheidungen.
V 79
Referenz/Externalismus: (externer, göttlicher Standpunkt): Problem: Was ist Bezug eigentlich? Referenz kann nicht kausal sein, weil "Außerirdischer" sich immer auf Außerirdische bezieht.
---
I (a) 34
Referenz: Wenn die Referenz feststeht, kann man sich beliebige Theorien über den Gegenstand ausdenken.
I 35
Physikalische Breitbandbegriffe wie "Größe" und "Ursache" ermöglichen, auch fehlgeschlagene Kennzeichnungen zu formulieren. Kripke: Dann sind auch Namen verwendbar, ohne wahre Überzeugungen über den Träger zu haben.
I (a) 65
Referenz/Logik: Referenz in der Logik ist das, was der Beschreibung entspricht. Field: Field hat gezeigt, dass das die Aufgabe nicht erfüllt.
I (b) 67ff
Primitive Referenz/Putnam: Bsp Wesen, die 17 Eigenschaften unterscheiden können und sie nummerieren: "Eh-siebzndas": Dies sind in Wirklichkeit Befindlichkeiten der Wesen selbst. Das läuft auf eine Kausaltheorie der Bezugnahme hinaus. Bei Erweiterung auf abwesende, vergangene und zukünftige Gegenstände werden keine notwendigen und hinreichenden Bedingungen eingeführt.
I (b) 69
Semantischer Aufstieg: Eines Tages führt die Horde den Begriff der Referenz ein: "Uk-ook refrier das". Das wäre nicht unsere Referenz, sonst entstehen Paradoxien. Richtige Sprache wird es erst mit Quantoren. Pointe: Mit Quantoren wird die kausale Verbindung von X mit der Referenz auf X aufgelöst.
I (b) 70
Field: Tarski hat gezeigt, wie Referenz auf primitive Referenz (Zeigen plus Geräusch) zurückgeführt werden kann. > Gricesche Intention, > Intention.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Reinforcement Sensitivity Corr Corr I 348
Reinforcement Sensitivity Theory/Corr: Die Reinforcement Sensitivity Theory (RST) der Persönlichkeit stellt einen mutigen Versuch dar, die neuropsychologische Regulierung des Verhaltens zu berücksichtigen, und wie individuelle Unterschiede in neuropsychologischen Systemen zu dem führen, was wir gemeinhin als "Persönlichkeit" bezeichnen. RST basiert auf Vorstellungen von zentralen Zuständen von Emotion und Motivation, die die Beziehungen zwischen Reizeingang und Verhaltensreaktion vermitteln: Hier können Reize und Reaktionen interne Prozesse sein und nur aus raffinierten Verhaltensexperimenten (z.B. sensorische Präkonditionierung; siehe McNaughton und Corr 2008)(1) abgeleitet werden.
Corr I 349
Die Reinforcement Sensitivity Theorie umfasst eine Reihe von Ansätzen, die sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen. Dieser Punkt wird von Smillie, Pickering und Jackson (2006, S. 320)(2) gut angesprochen, die darauf hinweisen, dass RST zwar oft als eine Theorie der Persönlichkeit angesehen wird, aber "genauer gesagt als eine Neuropsychologie von Emotion, Motivation und Lernen identifiziert wird". Tatsächlich ist RST aus der Grundlagenforschung im Bereich des Tierlernens entstanden, was zunächst nicht mit der Persönlichkeit zusammenhing". Ein (....) wichtiger Aspekt von RST ist die Unterscheidung zwischen den Teilen, die zum konzeptionellen Nervensystem (cns) gehören, und den Teilen, die zum zentralen Nervensystem (CNS) gehören (eine Unterscheidung, die durch Hebb 1955 fortgeführt wurde)(3).
Def cns/konzeptionelles Nervensystem/Hebb: Die cns-Komponente von RST liefert das Verhaltensgerüst, formalisiert in einem theoretischen Rahmen (z.B. Lerntheorie; siehe Gray 1975(4); oder, ethoexperimentelle Analyse; siehe Gray und McNaughton 2000)(5);
Def CNS/Central Nervous System/Hebb: Die CNS-Komponente spezifiziert die beteiligten Gehirnsysteme, ausgedrückt in Form der neuesten Erkenntnisse des neuroendokrinen Systems (siehe McNaughton und Corr 2008)(1). Wie von Gray (1972a)(6) erwähnt, müssen diese beiden Erklärungsebenen kompatibel sein.
Corr I 360
Post-2000 RST: siehe >Terminologie/Corr, >Angst/Corr.
Corr I 371
RST/Reinforcement Sensitivity Theorie/Corr: Von Bedeutung ist der translationale Charakter dieser Forschung: Wir können jetzt von grundlegenden nichtmenschlichen Tierstudien zu menschlichen übergehen, bewaffnet mit einer rigorosen Theorie, um den schwierigen Prozess des Verständnisses der Neuropsychologie der menschlichen Persönlichkeit zu steuern. Als Beispiel für eine solche translationale Forschung bestätigten Perkins und Corr (2006)(7), dass die grundlegenden Abwehrreaktionen von Nagetieren auf Katzen in ethologisch-gültigen Situationen in menschlichen Abwehrreaktionen auf eine Reihe von bedrohlichen Situationen gefunden werden. Verbleibende Probleme: a) wie man BAS-Prozesse am besten charakterisiert und wie man sie mittels Fragebogen misst (Corr 2008a (8); Pickering und Smillie 2008)(9);
b) was ist die Beziehung zwischen bewusstem Bewusstsein, seinen Funktionen und Emotion/Motivation (Gray 2004(10); Corr 2006(11), 2008a)(12);
c) wie man Belohnungs- und Strafvariablen im Labor am besten operationalisiert und welche Vorhersagen wir über ihre mögliche Interaktion treffen sollten (Corr 2002a(13), 2008a(12));
d) was ist der geeignetste Weg, um FFFS (Kampf-Flucht-Erstarren-System; Fight-Flight-Freeze System; >Terminologie/Gray), BIS (Verhaltenshemmung-System, >Terminologie/Corr) und BAS (Verhaltensannäherungs-System, >Terminologie/Corr) beim Menschen zu messen und wie können solche Maßnahmen validiert werden; und
e) sind die Prinzipien des frustrierenden Nicht-Belohnens und der Linderung der Nicht-Bestrafung nützlich, um kontraproduktives und Paradoxes Verhalten zu erklären (McNaughton und Corr in der Presse).
Darüber hinaus gibt es weitere Probleme, die von der Rolle des "freien Willens" im Verhalten bis zu der gesellschaftlichen Regulierung des individuellen Verhaltens (z.B. effektive Strafsysteme) reichen.


1. Corr, P. J. and McNaughton, N. 2008. Reinforcement sensitivity theory and personality, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 155–87. Cambridge University Press
2. Smillie, L. D., Pickering, A. D. and Jackson, C. J. 2006. The new reinforcement sensitivity theory: implications for personality measurement, Personality and Social Psychology Review 10: 320–35
3. Hebb, D. O. 1955. Drives and the C. N. S. (Conceptual Nervous System), Psychological Review 62: 243–54
4. Gray, J. A. 1975. Elements of a two-process theory of learning. London: Academic Press
5. Gray, J. A. and McNaughton, N. 2000. The neuropsychology of anxiety: an enquiry into the functions of the septo-hippocampal system. Oxford University Press
6. Gray, J. A., 1972a. Learning theory, the conceptual nervous system and personality, in V. D. Nebylitsyn and J. A. Gray (eds.), The biological bases of individual behaviour, pp. 372–99. New York: Academic Press
7. Perkins, A. M. and Corr, P. J. 2006. Reactions to threat and personality: psychometric differentiation of intensity and direction dimensions of human defensive behaviour, Behavioural Brain Research 169: 21–8
8. Corr, P. J. 2008a. Reinforcement sensitivity theory (RST): Introduction, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 1–43. Cambridge University Press
9. Pickering, A. D. and Smillie, L. D. 2008. The behavioural activation system: challenges and opportunities, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 120–54. Cambridge University Press
10. Gray, J. A. 2004. Consciousness: creeping up on the Hard Problem. Oxford University Press
11. Corr, P. J. 2006. Understanding biological psychology. Oxford: Blackwell
12. Corr, P. J. 2008a. Reinforcement sensitivity theory (RST): Introduction, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 1–43. Cambridge University Press
13. Corr, P. J. 2002a. J. A. Gray’s reinforcement sensitivity theory: tests of the joint subsystem hypothesis of anxiety and impulsivity, Personality and Individual Differences 33: 511–32


Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Relationen Geach I 217
Relation/Geach: statt Klasse: Lösung für Probleme: eine Klasse darf kein Objekt sein (> Paradoxien). Relation: Bsp Messer/Teller: neben jeden Teller wird ein Messer gelegt, ohne die Teller oder die Messer zu zählen. Es werden keine Klassen verglichen. - Bsp Vater-Sohn-Enkel: gleiche Relation, aber kein gemeinsamer Gegenstand - (Mengen dürfen nicht als Objekt behandelt werden).
I 249
Relation/Geach: "höher" ist logisch dieselbe Relation ob man Häuser oder Töne meint; aber das heißt nicht, dass wir nur eine Relation zu lernen haben.
I 294
Relation/GeachVs Zwei-Namen-Theorie/ZNT: für sie gibt es keine Relationen > Ockham: daher gibt es für ihn nur relative Termini: als Namen der Dinge: Problem: "Vater von Salomo", "Sohn von Isaak": wie würde sich das unterscheiden von "Vater des Isaak", "Sohn des Salomo"? - Dreifaltigkeit: weil er Relationen in rebus ablehnt, kann Ockham nichts dagegen tun, dass es widersprüchlich ist, dass ein Ding zugleich eins und drei ist. - Thomas von AquinVsOckham: Thomas kann das wohl: für ihn ist "res" transzendental (kategorienübergreifend): zugleich res absoluta und auf Relationen anwendbar.
I 318f
Thomas von Aquin: hat klar den Unterschied gesehen: a) zu sagen, dass ein wahrer Gedanke nicht notwendig so sein muss, wie die Situation ist - und
b) zu sagen, dass ein wahrer Gedanke nicht eine Situation so repräsentieren muss wie diese Situation ist.

Relation/relationale Sätze/Geach: es ist falsch zu behaupten, dass solche Sätze nicht nach Subjekt/Prädikat analysiert werden könnten - als ob keine Prädikation gemacht würde, sondern nur eine Relation zwischen A und B gezeigt würde. - Dann könnte man die beiden Sätze a) und b) von Thomas nicht unterscheiden. - Geach: das zeigt, dass Zugang zu Relationen nicht über das Wort "zwischen" hergestellt werden kann.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Relativismus Psychologische Theorien Upton I 137
Relativismus/Psychologische Theorien/Upton: (...) wir erkennen nun an, dass die kognitive Entwicklung über [die Jahre der Kindheit (>Kognitive Entwicklung/Piaget)] hinausgeht und eine vierte Stufe der kognitiven Entwicklung von einer Reihe von Theoretikern vorgeschlagen wurde (z.B. Commons et al.(1), 1984; Sinnott, 1994(2); Yan und Arlin, 1995)(3). für diese Phase, die als "post-formales Denken" bezeichnet wird, wurde vorgeschlagen, sie als relativistisches Denken zu typifizieren, bei dem Erwachsene erkennen, dass Wissen von der subjektiven Perspektive jedes Einzelnen abhängt und dass es daher keine absolute Wahrheit gibt (...). Perry (1970)(4) studierte kognitives Wachstum bei College-Studenten und fand heraus, dass es eine Verschiebung von der anfänglichen Annahme beim Eintritt in das College, dass es eine absolute Wahrheit zu finden gab, zu einer allmählichen Erkenntnis, dass Fragen viele Antworten haben könnten, gibt. (...) wir bewegen uns vom absolutistischen zum relativistischen Denken und, nach Ansicht einiger Theoretiker, führt dies zur Verwendung einer größeren Vielfalt von Denkstilen (Zhang, 2002)(5). Darüber hinaus wird vorgeschlagen, dass fortgeschrittene Denker die Herausforderung genießen, die Paradoxien und Inkonsistenzen in Ideen zu finden, um zu versuchen, sie zu vereinen (Basseches, 1984)(6).


1. Commons. ML, Richards, FA and Armon, C (1 984) Beyond Formal Operations: Late adolescent and adult cognitive development. New York: Praeger.
2. Sinnott J.D. (2002) Postformal Thought and Adult Development. In: Demick J., Andreoletti C. (eds) Handbook of Adult Development. The Springer Series in Adult Development and Aging. Springer, Boston, MA
3. Yan. B and Arlin PK (1995) Nonabsolute/relativistic thinking: a common factor underlying models of postformal reasoning? Journal of Adult Development, 2: 223-40.
4. Perry, WG (1970) Forms of Intellectual and Ethical Development in the College Years. New York: Holt, Rhinehart.
5. Zhang, LF (2002) Thinking styles and cognitive development. Journal of Genetic Psychology,
163: 179-95.
6. Basseches, M (1984) Dialectical Thinking and Adult Development. Norwood, NJ: Ablex.

Further reading:
Kitchener, KS, Lynch, CL, Fischer, KW and Wood, PK (1993) Developmental range of reflective judgment: the effect of contextual support and practice on developmental stage. Developmental Psychology, 29:893—906. Available online at https ://gseweb.harvard.edu/ —ddl/articles Copy! Kitchener-etal 1993 DevRangeReflectjudgem.pdf.

Upton I
Penney Upton
Developmental Psychology 2011
Russells Paradoxie Poincaré Thiel I 322
Russellsche Antinomie/Lösung: ein Versuch, die Russellsche Paradoxie zu vermeiden wäre, statt "alle" immer "alle, welche" zu sagen. Damit fällt nun der Verdacht auf das "alle". Poincaré sah diesen Verdacht bestätigt und behauptete:
Bedingungen wie "~(x ε x) sind ungeeignet, eine Menge zu bestimmen, denn sie verlangen einen circulus vitiosus. Er hatte diese Diagnose nicht anhand der Russellschen Antinomie, sondern der von Jules Richard konstruierten Antinomie gefunden. > Paradoxien/Poincaré.

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Schwellenregeln Wirtschaftstheorien Parisi I 14
Schwellenregeln/Ökonomietheorien/Miceli: Beispiel: Die Fahrlässigkeitsregel (...) induziert eine effiziente Prävention sowohl beim Schädiger als auch beim Opfer, weil sie die beiden Methoden zur Schaffung effizienter Anreize kombiniert. Insbesondere legt sie einen Schwellenwert für die Sorgfalt fest, so dass der Schädiger die Haftung vermeiden kann, indem er den Schwellenwert einhält (...), und sie erlegt gleichzeitig dem Opfer den vollen Schadenersatz auf, wodurch das moralische Risiko beseitigt wird. >Haftungsrecht/Learned Hand. [Dieses] (...) Argument veranschaulicht die Überlegenheit der Fahrlässigkeit gegenüber der verschuldensunabhängigen Haftung in bilateralen Unfallsituationen, aber die Logik des Arguments hat Auswirkungen über das Deliktsrecht hinaus. Insbesondere zeigt es die allgemeine Nützlichkeit von "Schwellenregeln" zur Schaffung bilateraler Anreize. (...) das Problem mit einer Regel der verschuldensunabhängigen Haftung war, dass die Gewährung von Schadenersatz an die Opfer jegliche Anreize für diese beseitigt, den Unfall zu vermeiden, weil sie (theoretisch) erwarten, entschädigt zu werden.* Dieses Problem ist eine Folge der Doppelfunktion der Haftung, gefährliche Aktivitäten abzuschrecken und die Opfer dieser Aktivitäten zu entschädigen.
Parisi I 15
Abschreckung und Kompensation sind perfekt kompatibel, wenn nur Schädiger Vorsorge treffen können (wie im einseitigen Vorsorgemodell), aber wenn auch Opfer Vorsorge treffen können, geraten die Kompensations- und die Anreizfunktion in Konflikt, eine Situation, die Cooter (1985)(1) als das "Paradoxon der Kompensation" bezeichnet. >Kompensation/Cooter. Lösung: Das Geniale an der Fahrlässigkeitsregel ist, dass sie dieses Paradoxon auflöst, indem sie einen Verhaltensstandard festlegt, den der Schädiger erfüllen kann, um die Haftung zu vermeiden, und so dem Opfer einen Anreiz gibt, in Vorsichtsmaßnahmen zu investieren, um seinen eigenen Schaden zu minimieren.

*Ein symmetrisches Argument gilt für eine Regel der "Nicht-Haftung", die Anreize für Opfer schafft, sich zu kümmern, aber nicht für Schädiger. Das zweiseitige Vorsorgemodell offenbart somit die Symmetrie zwischen strenger und keiner Haftung, wie sie durch den "Least Cost Avoid"-Ansatz zur Haftung verkörpert wird, sowie die Überlegenheit der Fahrlässigkeit.


1. Cooter, Robert (1985). “Unity in Tort, Contract, and Property: The Model of Precaution.” California Law Review 73: 1–51.

Miceli, Thomas J. „Economic Models of Law“. In: Parisi, Francesco (ed) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Vol 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press.

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Selbstbezüglichkeit Logik-Texte Sai V 181f
Selbstbezüglichkeit/Zirkularität/Paradoxie/Sainsbury: man kann Lügnerparadoxien ohne Selbstbezüglichkeit konstruieren:
V 182
(A) (Von a am Montag gesagt) Alles was b am Dienstag sagen wird, ist wahr. (B) (Von b am Dienstag gesagt) Nichts von dem, was a am Montag gesagt hat, ist wahr.
Zirkularität: beinhaltet gar keinen Bezug, sondern vielmehr eine Quantifikation also auch keine Selbstbezüglichkeit. Zirkularität: ist keine Eigenschaften von Sätzen an sich: Bsp
(C) (Von g (statt b) am Dienstag gesagt) Nichts von dem, was a am Montag gesagt hat, ist wahr.
Da (C ) und (B) derselbe Satz sind, kann es nicht die Bedeutung sein, die durch Zirkularität verhindert wird.
Lösung: Indexikalität. - Unterscheidung Satz/Aussage (Gebrauch bei einer Gelegenheit). >Satz, >Aussage, >Gebrauch, >Situation, >Äußerung.
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001
Selbstbezüglichkeit Peirce Berka I 32
Selbstbezüglichkeit/Satz/Eigenschaften/Wahrheitswert/Peirce: es gibt nur zwei Dinge, die über einen einzigen Satz von ihm selbst ausgesagt werden können: dass er wahr und dass er falsch ist - x = w und x = f.(1). >Paradoxien, >Semantische Geschlossenheit.

1. Ch. S. Peirce, On the algebra of logic. A contribution to the philosophy of notation. American Journal of Mathematics 7 (1885), pp. 180-202 – Neudruck in: Peirce, Ch. S., Collected Papers ed. C. Hartstone/P. Weiss/A. W. Burks, Cambridge/MA 1931-1958, Vol. III, pp. 210-249

Peir I
Ch. S. Peirce
Philosophical Writings 2011

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983
Semantische Geschlossenheit Dummett II 77
Semantisch geschlossen/Tarski: Eine natürliche Sprache muss ihre eigene Semantik enthalten, dann ist sie semantisch geschlossen. Vgl. >Paradoxien.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Semantische Geschlossenheit Tarski Skirbekk I 150
Semantisch geschlossen/Tarski: ist eine Sprache, wenn sie neben den Ausdrücken auch die Namen der Ausdrücke enthält. - Die Gesetze der Logik gelten. - Die Alltagssprache erfüllt diese Bedingungen. Semantisch geschlossene Sprachen sind Inkonsistent, d.h. man kann Paradoxien in ihnen ableiten. (1) - (> Weitere Autoren zu semantischer Geschlossenheit).

1. A.Tarski, „Die semantische Konzeption der Wahrheit und die Grundlagen der Semantik“ (1944) in. G: Skirbekk (Hg.) Wahrheitstheorien, Frankfurt 1996

Tarski I
A. Tarski
Logic, Semantics, Metamathematics: Papers from 1923-38 Indianapolis 1983

Skirbekk I
G. Skirbekk (Hg)
Wahrheitstheorien
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt 1977
Sicherheitseffekt Tversky Norvig I 620
Sicherheitseffekt/Entscheidungstheorie/Tversky/Kahneman/Norvig/Russell: Eine Erklärung für (...) scheinbar irrationale Präferenzen (>Allais-Paradoxon/Norvig) ist der Sicherheitseffekt (Kahneman und Tversky, 1979)(1): Menschen fühlen sich stark zu Gewinnen hingezogen, die sicher sind. Dafür kann es mehrere Gründe geben. 1) Menschen ziehen es vielleicht vor, ihren Rechenaufwand zu reduzieren; indem sie bestimmte Ergebnisse wählen, müssen sie nicht mit Wahrscheinlichkeiten rechnen. Aber der Effekt bleibt auch dann bestehen, wenn es sich um sehr einfache Berechnungen handelt.
2) Menschen könnten der Legitimität der angegebenen Wahrscheinlichkeiten misstrauen.
3) Menschen könnten sowohl über ihren emotionalen als auch über ihren finanziellen Zustand Rechenschaft ablegen. Menschen wissen, dass sie es bedauern würden, wenn sie eine bestimmte Belohnung (B) für eine 80%ige Chance auf eine höhere Belohnung aufgeben und dann verlieren würden. >Ellsberg-Paradoxon/Norvig.
Ambiguitätsaversion: Es scheint, dass Menschen eine Ambiguitätsaversion haben: A gibt Ihnen eine Gewinnchance von 1/3, während B zwischen 0 und 2/3 liegen könnte. In ähnlicher Weise gibt D Ihnen eine 2/3-Chance, während C zwischen 1/3 und 3/3 liegen könnte. Die meisten Menschen wählen die bekannte Wahrscheinlichkeit und nicht die unbekannten Unbekannten. >Präferenzen/Norvig, >Nutzen/KI-Forschung.


1. Kahneman, D. and Tversky, A. (1979). Prospect theory: An analysis of decision under risk. econometrica, pp. 263–291.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Sinn Millikan I 6
Sinn/Sense/Millikan: ist das grundlegende intentionale oder semantische Merkmal, aber es ist nicht Referenz und auch nicht Intension. Es ist nicht einmal durch Intension festgelegt! Daher gibt es ein erkenntnistheoretisches Problem der Intentionalität:
Intentionalität/Millikan: These: wir können nicht a priori Wissen, was wir denken! Weil der Sinn nicht durch Referenz festgelegt ist! Das liefert eine Unterstützung des Realismus.
Gegebenes/Millikan: MillikanVsMythos des Gegebenen. Für zu einem falschen „Foundationalism“ der Erkenntnistheorie.
VsKorrespondenztheorie: damit wird auch die Korrespondenztheorie zurückgewiesen
I 7
und zwar nicht nur als „Test für Wahrheit“ sondern auch als „Natur der Wahrheit“. Jedenfalls nach einer populären Sichtweise. Das ist aber nicht ohne Paradoxien.
Wissen/Naturalismus/Millikan: die Fähigkeiten eines Wissenden sind ein Produkt Natur, wie der Wissende selbst. Wissen muss etwas sein, was man in der Welt tut. Es ist eine natürliche Relation zur Welt.
I 11
Sense/Sinn/Millikan: ist nicht „Intension“: auch nicht Quinesche „Bedeutung“. Auch nicht Fregescher Sinn. Intension/Millikan: hat mit einem Netzwerk von Schlussregeln zu tun.
sense: hat die Aufgabe von „Intension“ übernommen, aber sense steht nicht völlig im Kontrast mit „Referent“.
Referenz“ einen Referenten haben wird dasselbe sein wie „Sinn“ (sense) zu haben.
Referenten: sind eine andere Sache.
I 111
Def Sinn/sense/intentionale Icons/Fregescher Sinn/Millikan: ein intentionales Icon hat Sinn und jedes der variablen und invarianten Abbildungselemente oder Aspekte hat auch Sinn. Auch jedes Element einer Familie eines solchen Elements hat Sinn. Haben von Sinn: entspricht dem Haben Normaler Bedingungen für die Ausübung der direkten Eigenfunktion.
Def Sinn/sense/Fregescher Sinn/kurz/Millikan: ist die Normale Abbildungsregel. Sinn eines Icons sind die Regeln, nach denen das Icon etwas abbildet.
I 141
Sinn/Intension/Zusammenfassung/Millikan: 1. Weder Reizbedeutung noch explizite Intension (wenn überhaupt eine vorhanden ist) bestimmen den Sinn.
2. Der Sinn bestimmt weder die Reizbedeutung noch die explizite Intension (wenn es eine gibt).
3. Ausdrücke im Idiolekt können daher verschiedene Reizbedeutungen und/oder Intensionen haben und dennoch denselben Sinn. Sogar dieselbe Reizbedeutung und/oder Intension und verschiedene Sinne.
4. Weder Reizbedeutung noch Intension sind unfehlbar. Das brauchen sie auch nicht, weil sie keine „Kriterien“ sind. Für den Referenten hängt nichts von ihnen ab.
5. Sinne – auch von Gedanken – können mehrdeutig sein und auch leer.
6. Ein Term im Idiolekt kann multiple Intensionen und dennoch einen eindeutigen Sinn haben.
7. Sinn: eines Ausdrucks ist nicht dasselbe wie der Sinn einer der expliziten Intensionen.
8. Der Sinn eines Ausdrucks kann mehrdeutig oder leer sein, und dennoch kann seine explizite Intension einen eindeutigen Sinn haben.
9. Wenn man sagen kann, dass ein leerer Term eine Bedeutung hat (irgendwie auf Intentionalität bezogen), dann nur, weil er eine Intension hat, die ihrerseits Sinn hat. Sinn, nicht Intension ist die Wurzel aller Intentionalität, Intension ist nur sekundäre „Bedeutung“.
10. Es kann sein, dass man zwei Ausdrücke im Idiolekt hat, aber nicht weiß dass sie denselben Sinn haben Bsp Hesperus/Phosphorus. D.h. Kenntnis der Synonymie in einem Idiolekt ist kein Wissen a priori. Kenntnis der Mehrdeutigkeit des Fregeschen Sinnes ist auch kein Wissen a priori.
I 235
Sinn/komplex/Komplexität/zusammengesetzt/Ausdruck/Millikan/(s): um Sinn zu haben, muss ein Ausdruck ((s) in einer Prädikation) zusammengesetzt sein.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Sinnvolles Russell I XXV
Sinn/sinnvoll/Gödel: das Konzept "sinnvoll anwendbar" muss selbst nicht immer sinnvoll anwendbar sein. - Das beweist, dass nicht jedes Konzept ausgedehnt werden kann auf alle Argumente, indem ein anderes definiert wird, das eine falsche Proposition ergibt, wann immer die ursprüngliche sinnlos war. - Zusammenhang/(s): Bivalenz, wahr/falsch, sinnlos - > Paradoxien der intensionalen Form.

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996
Situationen Shoda Corr I 473
Situationen/Shoda/Smith: Das "Persönlichkeitsparadoxon"/Shoda/Smith: Das konsequente Versäumnis, Beweise für Verhaltensstabilität über Situationen hinweg zu finden (intra-individuelle Variabilität), ließ einige die Tragfähigkeit des Grundbegriffs der Persönlichkeit als Kausalfaktor im Verhalten in Frage stellen (z.B. Shweder 1975)(1). Dieser rätselhafte Zustand der Affären - die Annahme einer stabilen Dispositionsstruktur, kombiniert mit wenig Beweisen für Verhaltenskonsistenz - wurde von Bem und Allen (1974)(2) als "Persönlichkeitsparadoxon" bezeichnet. Die Auflösung des Persönlichkeitsparadoxons erforderte daher ein konzeptionelles Modell, das nicht nur individuelle Unterschiede im Mittelwert oder im "durchschnittlichen" Verhalten in Situationen, die im Mittelpunkt von Merkmalskonzepten stehen, berücksichtigen könnte, sondern auch die unverwechselbaren und einzigartigen Möglichkeiten, wie sich das Verhalten einer Person in verschiedenen Situationen ändern kann. Ein solches Modell würde notwendigerweise sowohl situative als auch dispositionale Faktoren beinhalten, jedoch in einer Weise, die auf dem Konzept der triadischen gegenseitigen Kausalität aufbaut, die bidirektionale kausale Beziehungen zwischen Mensch, Umwelt und Verhalten spezifiziert (Bandura 1986)(3). ((s Vgl. >Kausalität/Evolutionäre Psychologie).
Corr I 474
Shoda: Idiographische Analysen der Antworten von (...) Kindern lieferten Hinweise auf stabile und konsistente Situationsverhaltensprofile in fünf verschiedenen und klar definierten Situationen (z.B. von einem anderen Kind gehänselt, von einem Erwachsenen gelobt, von einem Erwachsenen gewarnt). Die Kinder unterschieden sich nicht nur in der Gesamtzahl ihrer aggressiven Reaktionen, sondern auch in den Situationen, in denen das Verhalten auftrat. Ihre Situationsverhaltensprofile über verschiedene Zeiträume hinweg waren oft sehr einheitlich. (Shoda, Mischel und Wright (1994)(4)). Stabile Verhaltenssignaturen wurden auch in der Wirtschaft (Ilies, Scott und Richter 2006)(5) und in Laborsituationen (Borkenau, Riemann, Spinath und Angleitner 2006)(6) beobachtet.


1. Shweder, R. A. 1975. How relevant is an individual difference theory of personality?, Journal of Personality 43: 455–85
2. Bem, D. J. and Allen, A. 1974. On predicting some of the people some of the time: the search for cross-situational consistencies in behaviour, Psychological Review 81:506–20
3. Bandura, A. 1986. Social foundations of thought and action: a social cognitive theory. Englewood Cliffs, NJ: Prentice-Hall
4. Shoda, Y., Mischel, W. and Wright, J. C. 1994. Intra-individual stability in the organization and patterning of behaviour: incorporating psychological situations into the idio-graphic analysis of personality, Journal of Personality and Social Psychology 67:674–87
5. Ilies, R., Scott, B. A. and Judge, T. A. 2006. The interactive effects of personal traits and experienced states on intraindividual patterns of citizenship behaviour, Academy of Management Journal 49: 561–75
6. Borkenau, P., Riemann, R., Spinath, F. M. and Angleitner, A. 2006. Genetic and environmental influences on person x situation profiles, Journal of Personality 74: 1451–80


Ronald E. Smith and Yuichi Shoda, “Personality as a cognitive-affective processing system“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Souveränität Agamben Brocker I 821
Souveränität/Agamben: Agamben siedelt seinen Souveränitätsbegriff zwischen der klassischer Souveränitätstheorie und der Machtanalytik Michel Foucaults ein. Agamben These: es gibt einen verborgenen Kern der souveränen Macht (1) zwischen dem juridisch-institutionellen Modell und dem biopolitischen Modell der Macht. Siehe Leben/Agamben.
Die Beziehung zwischen diesen beiden Modellen hat ich Agamben die Form der Ausnahme.
Brocker I 822
Paradox der Souveränität/Agamben: (hier bezieht sich Agamben auf Carl Schmitts Theorie des Souveräns): „Der Souverän, der die legale Macht innehat, die Geltung des Rechts aufzuheben, setzt sich legal außerhalb des Rechts«. (2)
Brocker I 823
Die Souveränität betrifft die Beziehung zwischen Rechtlichem und Faktischem. Das Leben kann »nur durch die Voraussetzung seiner einschließenden Ausschließung, nur in der exceptio« (3) ins Recht einbezogen sein. Die Schwelle, wo sich das Leben zugleich außerhalb und innerhalb der Rechtsordnung befindet, und diese Schwelle ist der Ort der Souveränität«. (4)
Brocker I 826
Def Souverän/Agamben: »Souverän ist derjenige, dem gegenüber alle Menschen potentiell homines sacri sind; Def homo sacer/Agamben: sacer ist derjenige, dem gegenüber alle Menschen als Souveräne handeln. (5)
Souveräne Macht/Agamben: ist eine »strukturelle Analogie« zwischen souveräner Ausnahme (siehe Terminologie/Agamben) und »sacratio«: Souverän und »homo sacer« stehen dabei als symmetrische Figuren an den äußersten Grenzen der politischen Ordnung.


1.Giorgio Agamben, Homo sacer. Il potere sovrano e la nuda vita, Torino 1995. Dt.: Giorgio Agamben, Homo sacer – Die souveräne Macht und das nackte Leben, Frankfurt/M. 2002.
2. Ebenda S. 25
3. Ebenda S. 37
4. Ebenda.
5. Ebenda S. 94

Maria Muhle, „Giorgio Agamben, Homo sacer – Die souveräne Macht und das nackte Leben“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Agamben I
Giorgio Agamben
Homo sacer – Die souveräne Macht und das nackte Leben Frankfurt 2002

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Soziales Lernen Shoda Corr I 475
Soziales Lernen/Situationen/Verhalten/Persönlichkeit/Shoda/Smith: VsSoziale Lerntheorie: Frühere Versionen der Theorie des sozialen Lernens wurden manchmal kritisiert, weil sie die Rolle von situativen Faktoren und grundlegenden Lernmechanismen der Verhaltensakquisition und -änderung betonten, ohne interne Variablen der "Person" anzugeben, die
a) die Auswirkungen von situativen Variablen auf das Verhalten vermitteln und
b) die individuellen Unterschiede berücksichtigen, die selbst für den zufälligen Beobachter menschlichen Verhaltens so deutlich erkennbar sind (Kenrick und Funder 1988)(1).

Lösung/Shoda/Smith: Aufbauend auf einem theoretischen Artikel von Mischel (1973)(2), der einen Satz von "Personenvariablen" spezifizierte, die mit dem damaligen Ansatz der Theorie des sozialen Lernens übereinstimmen, hat eine neuere Formulierung ein neues Modell hervorgebracht, das interne Vermittlungsfaktoren in einer Weise spezifiziert, die hilft, sowohl Persönlichkeitskohärenz als auch situative Variabilität in einer Weise zu berücksichtigen, die dazu beiträgt, das Persönlichkeitsparadoxon zu lösen. >Situationen/Shoda/Smith, > Soziale Kognition/Shoda/Smith.


1. Kenrick, D. T. and Funder, D. C. 1988. Profiting from controversy: lessons from the person-situation debate, American Psychologist 43: 23–34
2. Mischel, W. 1973. Toward a cognitive social learning reconceptualization of personality, Psychological Review 80: 252–83


Ronald E. Smith and Yuichi Shoda, “Personality as a cognitive-affective processing system“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

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Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
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Staat Feminismus Gaus I 278
Staat/Feminismus/Mottier: Lange Zeit schenkte die feministische Theorie der Rolle des Staates im Genderverhältnis nur wenig Aufmerksamkeit. Für diese anfängliche "Staatsblindheit" der Gender-Analyse gibt es offensichtliche historische Gründe. Bei ihrer Gründung in den 1970er Jahren war die neue Frauenbewegung gegenüber der Mainstream-Politik und dem Staat, die als grundlegend patriarchalisch angesehen wurden, zutiefst misstrauisch. Viele Feministinnen wollten konventionelle Strategien und Machtspiele zugunsten antihierarchischer Aktionen innerhalb der neuen sozialen Bewegungen außerhalb der formalen politischen Arena vermeiden (...). Politik: Auf der Ebene des praktischen politischen Handelns war diese kritische Haltung jedoch oft mit einem Appell an den Staat verbunden, und zwar in Schlüsselbereichen feministischer Kämpfe wie Abtreibung, Pornographie oder der Gesetzgebung gegen Vergewaltigung (Petchesky, 1986(1); Randall 1998(2)).
Theorie: Die analytische Folge des Misstrauens der Bewegung gegenüber der Mainstream-Politik war eine Untertheoretisierung der Rolle des Staates. Seit Mitte der 1980er Jahre hat eine Neubewertung der zentralen Rolle des Staates bei der Strukturierung und Institutionalisierung der Beziehungen zwischen Männern und Frauen sowie bei der Festlegung und Überwachung der Grenzen zwischen öffentlicher und privater Sphäre stattgefunden. Etwas paradoxerweise wurde der Staat in einer Zeit, in der die Bedeutung des Staates selbst durch supranationale Prozesse untergraben wird, wieder in die feministische Theorie zurückgeführt. >Staat/Gendertheorie, >Staat/MacKinnon, >Wohlfahrtsstaat/Gendertheorie, >Staat/Poststrukturalismus.


1. Petchesky, Rosalind (1986) Abortion and Woman's Choice: The State, Sexuality and Reproductive Freedom. London: Verso.
2. Randall, Vicky (1998) 'Gender and power: women engage the state'. In Vicky Randall and Georgina Waylen, Hrsg., Gende'; Politics and the State. London: Routledge, 185-205.

Véronique Mottier 2004. „Feminism and Gender Theory: The Return of the State“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Staat Rousseau Höffe I 270
Staat/Rousseau/Höffe: (...) obwohl selbst ein vagabundierender Einzelgänger, verteidigt [Rousseau] die Gesellschaft in ihrer zwangsbewehrten Form, als Staatsordnung.
Höffe I 272
Der Naturzustand qua Urzustand kennt keine Vorrechte, die einige Menschen zum Nachteil der anderen genießen; es gibt weder Privilegien noch Diskriminierungen. Die zwei Grundübel, die diesen idealen Zustand vernichten, bestehen im Privateigentum und in (dem es schützenden) Staat, «der bürgerlichen Gesellschaft». Im Französischen steht «société civile», nicht «société bourgoise». Rousseaus bürgerliche Gesellschaft ist hier wie bei anderen Autoren der Neuzeit keine wirtschaftsbürgerliche im Gegensatz zu einer staatsbürgerlichen Gesellschaft, sondern das zwangsbefugte Gemeinwesen, der Staat, selbst.
Eigentum: Statt zur entscheidenden Leistung, einem Bei-sich-Sein zu verhelfen, bringen die beiden miteinander verwobenen Grundübel, Privateigentum und Staat, eine dreifache Ungleichheit unter den Menschen hervor und in ihrem Gefolge eine dreifache Entfremdung (aliénation): Sofern das Eigentum - jemand zäunt ein Stück Land ein und erklärt es zu dem seinigen - sich mit Gesetz und Recht umgibt, schafft es Reiche und Arme, sofern eine Obrigkeit hinzukommt, zusätzlich
Herrschende und Beherrschte, und im Fall einer Willkür- und Gewaltherrschaft überdies Herren und Sklaven. >Zivilisation/Rousseau.
Höffe I 273
Im Text [der zweiten Abhandlung(1)] erscheint (...) die Einrichtung eines Staates als Ursünde, womit Rousseau noch schärfer als Hobbes Aristoteles' politische Anthropologie, das «von Natur aus Politischsein» des Menschen, ablehnt. Der Staat gilt hier nicht bloß wie für Hobbes als künstlich, sondern sogar als widernatürlich. Paradoxerweise erweist er sich trotzdem am Ende als notwendig.
Höffe I 275
Ursprung/Rechtfertigung: Weil der Staat seinen Ursprung in einem Freiheitsakt nimmt, verfügt er über Legitimität, die allerdings ausschließlich auf diesem Weg, einer freien Zustimmung, eben dem >Gesellschaftsvertrag, zustande kommt. Keine auch noch so überlegene Macht kann irgendein Recht erzeugen. Nur ein allseitiger Konsens, eine Vereinbarung, die von keinem der Betroffenen Widerspruch erfährt, ermächtigt zu einer rechtmäßigen Herrschaft. >Rechtfertigung. État civil: Mit dem Abschluss des Gesellschaftsvertrages verlassen die Menschen den Naturzustand und treten in den (staats-)bürgerlichen Zustand (état civil) ein. Bei diesem Übergang machen sie eine Veränderung durch, die wegen ihrer Radikalität als eine Revolution, freilich als eine gewaltfreie, zu bezeichnen ist. Fortan wird ihr Verhalten nicht länger von einem körperlichen Trieb, dem Instinkt, bestimmt, sondern von einer «Stimme der Pflicht»(2), der Gerechtigkeit, bei der
das Recht an die Stelle des Begehrens tritt.
Höffe I 278
Gewaltenteilung: Ebenso radikal wie den Gedanken der Repräsentation verwirft Rousseau den der Gewaltenteilung. Allerdings hält er klugerweise die von ihm propagierte Demokratie für ein nie zu erreichendes Ideal. >Parlamentarismus/Rousseau: RousseauVsPolitische Repräsentation.


1. Rousseau, Discours sur l'inégalité parmi les hommes, 1755
2. Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts (Du contrat social ou Principes du droit politique, 1762, I, 8.

Rousseau I
J. J. Rousseau
The Confessions 1953
Stärke von Theorien Simons I 87
Stärker/schwächer/Mereologie/Bostock/Simons: schwächer: Eine Summe statt einer kleinsten oberen Schranke (koS) anzunehmen, ist schwächer (aber immer noch relativ stark). Das wird gebraucht für Bostocks Analogie von Teilen und Teilmengen (SimonsVs). Starke klassische Mereologie: Es gibt Summen, die zu groß oder zu heterogen sind. Im Hasse-Diagramm sind die niedrigeren nicht Teile der höheren, d.h. diese "bestehen" nicht aus ihnen.
I 88
Das Rest-Prinzip ist noch stärker: Wenn x nicht Teil von a ist, dann existiert die Differenz x - y. Der Rest ist das maximale Supplement zum Produkt x . y (y in x , und umgekehrt). Stärke: Stärke zeigt sich dadurch, dass die Existenz geeigneter binärer Summen und binärer Produkte gesichert ist.
SharvyVs: Stattdessen nimmt er Quasi-Mereologie an (ohne Rest-Prinzip). Bsp Angenommen, alle Mengen von natürlichen Zahlen, die wenigstens eine gerade und eine ungerade Zahl enthalten, als Teilrelation die Mengen-Inklusion. Dann gibt es, obwohl {1,2]} ein echter Teil der Menge {1,2,3,4} ist, keine Differenz in dem Bereich, da {1,2} durch jedes Supplement {3,4}, {1,3,4} und {2,3,4} ergänzt werden kann um {1,2,3,4} zu erhalten. Jedes der drei Supplemente ist von {1,2} getrennt, d.h. kein Durchschnitt enthält eine gerade und eine ungerade Zahl. Aber weil keine ein eindeutiges Maximum ist, existiert die Differenz nicht. Problem: Eigentlich haben {1,2} und {1,2,3,4} die Differenz {3,4} (qua Mengen).
Lösung: Eine Lösung gibt es hier nicht, weil durch die Bedingung, dass ein gerades und ein ungerades Element vorhanden sein soll, {1,2} und {1,3,4} getrennt sind.
I 101
Problem: Die Systeme der Mereologie, die die Paradoxien der (stärkeren) Mengenlehre vermeiden sollten, waren selbst zu stark.
I 324
Stärker/schwächer/Simons: Bsp Die Äquivalenz verschiedener Formulierungen bricht zusammen, wenn die Prinzipien der Theorie geschwächt werden. (> Ununterscheidbarkeit).

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987
Stress Psychologische Theorien Corr I 206
Psychologischer Stress/Psychologische Theorien/Elovainio/Kivimäki: Die Forschungsergebnisse über die Zusammenhänge zwischen sozialen, psychologischen und physiologischen Reaktionen sind ohne den Begriff Stress schwer zu verstehen. Einer der grundlegenden Schritte zur Erforschung der Black Box zwischen Persönlichkeit und Gesundheit wurde mit der Einführung des Begriffs von Stress als biologischem Phänomen unternommen (Selye 1956)(1). Der Begriff Stress stammt ursprünglich aus dem Ingenieurswesen, wo er Druck in physikalischen Strukturen bedeutete, der sich aus äußeren Lasten und Kräften ergab. In der Psychologie und Physiologie blieb die Idee des Stresses als äußere Belastung oder Anforderung an ein biologisches, physiologisches oder psychologisches System. Vgl. Selye 1973(2). >Stress/Selye. Im Allgemeinen bezieht sich der Begriff Stress auf das Erleben von Ereignissen, die als Gefährdung des körperlichen oder geistigen Wohlbefindens wahrgenommen werden. Stressreaktionen zeigen typischerweise eine Spezifität von Reiz und Reaktion. Außerdem ist es offensichtlich, dass es keine objektive Möglichkeit gibt, das psychische Stressniveau vorherzusagen, ohne die individuelle Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen (Lazarus 1993)(3). >Stress/Lazarus.
Corr I 207
Paradoxon des Stresses: Das Paradoxon von Stress liegt in der Gleichzeitigkeit seiner adaptiven Natur und seiner möglichen Rolle in der Krankheitsätiologie. Die effektiven, orchestrierten körperlichen Reaktionen auf Alltagsstressfaktoren oder tägliche Probleme sind entscheidend für unsere Anpassung und unser Überleben, und ein moderater Stress stärkt unsere Ressourcen, um mit ähnlichen Situationen in der Zukunft fertig zu werden. McEwen (1998(4); McEwen und Stellar 1993(5)) hat die vorherrschenden Bedingungen beschrieben, unter denen die adaptive Funktion beeinträchtigt werden kann und die möglichen gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Stress auftreten. >Allostase/McEwen.
Corr I 208
Die Bewältigung stellt einen wichtigen Aspekt von Stress dar. Die Bewältigung zielt auf die Minimierung, Ablenkung oder Bewältigung von Not und wird manchmal als allgemeine Reaktion auf Bedrohung oder Nachfrage definiert und gilt als von Einzelpersonen ausgewählt, weil sie gut zu dem Stressfaktor oder der Situation passt (Lazarus und Folkman 1984)(6). Die Anwendung bestimmter Bewältigungsformen wird auch durch die Ressourcen, die man in die Situation einbringt, und durch Persönlichkeitsvariablen beeinflusst, die die eigenen Entscheidungen oder Handlungspräferenzen beeinflussen (z.B. Scheier, Carver and Bridges 1994)(7).

1. Selye, H. 1956. What is stress?, Metabolism 5: 525
2. Selye, H. 1973. The evaluation of the stress concept, American Scientist 61: 692–9
3. Lazarus, R. S. 1993. From psychological stress to the emotions: a history of changing outlooks, Annual Review of Psychology 44: 1–21
4. McEwen, B. S. 1998. Protective and damaging effects of stress mediators, mediators, New England Journal of Medicine 338: 171–9
5. McEwen, B. S. and Stellar, E. 1993. Stress and the individual: mechanisms leading to disease, Archives of Internal Medicine 153: 2093–101
6. Lazarus, R. S. and Folkman, S. 1984. Stress, appraisal and coping. New York: Springer
7. Scheier, M. F., Carver, C. S. and Bridges, M. W. 1994. Distinguishing optimism from neuroticism (and trait anxiety, self-mastery, and self-esteem): a reevaluation of the Life Orientation Test, Journal of Personal Social Psychology 67: 1063–78


Marko Elovainio and Mika Kivimäki, “Models of personality and health”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Symbolische Kommunikation Deacon I 334
Symbolische Kommunikation/Deacon: es gab niemals eine Protosprache mit einfacheren Strukturen als z.B. die Unterscheidung von Subjekt und Prädikat, die überhaupt mit Symbolen statt mit reinen Indizes umgeht. (Siehe auch Index/Deacon, Symbol/Deacon). Diese Formen waren von Anfang an vorhanden, als symbolische Kommunikation entstand. Tiefenstruktur: für sie gibt es keine Merkmale, die über Sprachgrenzen hinaus wirksam wären wie Satzstellung, Satzmelodie oder spezifische Wörter. Daher ist es stichhaltig, dass Chomsky sich von darwinistischen Erklärungen verabschiedet.
I 335
Sprache/Gehirn/Deacon: die speziellen neuronalen Verarbeitungen, die notwendig sind, um die Aufmerksamkeitsschwelle zu überwinden, hängen von Prozessen ab, die im präfrontalen Cortex stattfinden. Hier haben wir eine Gemeinsamkeit zwischen individuellen Gehirnen und einen Angriffspunkt für eine Baldwinsche Evolution (Siehe auch >Baldwins Evolution).
I 353
Symbolische Kommunikation/Evolution: symbolische Kommunikation hat sich über 2 Millionen Jahre entwickelt. Dass das Sprechen der wesentliche Strang für die tägliche Kommunikation und die Weitergabe unserer Sprache an die Kinder ist, wie es heute der Fall ist, war nicht immer so.
I 354
Nichtverbale Kommunikation mag über lange Zeit in Konkurrenz zu verbaler Kommunikation gestanden haben.
I 362
Symbolische Kommunikation/Gesten/Artikulation/Sprache/Deacon: wegen der noch nicht ausgebildeten vokalen Fähigkeiten von Frühmenschen dürfte frühe symbolische Kommunikation nicht einfach nur eine simplere Sprache gewesen sein, sondern sollte sich in vielerlei Hinsicht von Sprache unterscheiden. Einige Autoren vermuteten, dass frühe Sprache wie Wortketten ohne bestimmte Syntax oder Grammatik beschaffen gewesen seien.. DaeconVs: Paradoxerweise dürfte die Beschränkung des Stimmapparats eine größere Komplexität früher Sprachen zur Folge gehabt haben.
I 363
Ein kleineres Repertoire an Klangunterschieden führt zunächst zu längeren Ketten. Solche Sprachen sind dann in stärkerem Maße fehleranfällig. Das Kurzzeitgedächtnis wird außerdem stärker ausgelastet. Zur Vermeidung von Irrtümern dürfte ein erhöhtes Maß an Redundanz zweckmäßig gewesen sein.
I 368
Sprachentstehung: es ist ein verbreiteter Fehler, aus primitivem Werkzeuggebrauch früher Völker auf eine primitive Sprache zu schließen. Ebenso ist es problematisch, aus dem Fehlen von Belegen überhaupt etwas zu erschließen.
I 370
Während Steinwerkzeuge in verschiedenen Regionen der Erde sich ähnelten (ihr Gebrauch war universell) wird sich die frühe symbolische Kommunikation entfernter Völker nicht im selben Maße geglichen haben.
I 372
Neandertaler hatten aus neurologischer Sicht ein vollentwickeltes modernes Gehirn.
I 373
Der Hauptgrund für den Niedergang früher Völker waren eingeschleppte Krankheiten, nicht kulturelle Unterlegenheit. Mit den schnellen Veränderungen im Paläolithikum korrespondiert keine biologische Veränderung.
I 378
Warum hat symbolische Kommunikation sich entwickelt? Sie war nützlich für Koordination bei der Jagd, zur Weitergabe von Wissen über Werkzeuggebrauch und vieles mehr. Aber keins davon kann als Erklärung dienen, da es immer schon eine gewisse symbolische Kommunikation voraussetzt. Die ersten Anfänge waren wahrscheinlich nur ein kleiner Teil der sozialen Kommunikation und nicht besser ausgebildet als die Kommunikation moderner Affen. Problem: Das Lernen von Symbolen erfordert viel indirekteres Assoziieren als das, was normalerweise bei Assoziationen in anderen Organismen als dem Menschen zum Einsatz kommt. Diese indirekteren Assoziationen sind zunächst gar nicht von Nutzen und damit ineffizient und schädlich für das Überleben.
I 378-381
Aus evolutionärer Sicht ist die wichtigste Information die, die das Weibchen über die Fähigkeiten des Männchens erhalten kann und die das Männchen dem Weibchen zu liefern in der Lage ist. Dabei muss Fehlinformation ausgeschieden werden können und Information von anderen Verhaltensweisen unterschieden werden können.
I 382
Die Kommunikation zwischen Männchen muss komplexer sein, wenn es darum geht, die Stärken eines Rivalen einzuschätzen, ohne einen direkten Kampf zu riskieren.
I 384
Menschliche Kommunikation/Deacon: These: die Entwicklung komplexerer (symbolischer) Kommunikationsmittel ist wahrscheinlich dort angelegt, wo es gilt, den unvermeidlichen Konflikt zwischen sexueller Reproduktion und sozialer Kooperation zu regeln.
I 385
Ein besonderes Merkmal menschlicher gegenüber tierischen Gemeinschaften ist die langfristige sexuelle Bindung. Hochzeiten etablieren eine größere Anzahl von Rechten und Verpflichtungen innerhalb einer Gemeinschaft. Heiratsregeln legen fest, wer wen heiraten kann oder eben nicht. Die meisten Gemeinschaften kennen ein Inzestverbot.
I 388
Charakteristisch für menschliche Gemeinschaften ist eine relativ stabile Paarung von Eltern mit gleichzeitiger Sorge für die Aufzucht der Nachkommen innerhalb eines größeren sozialen Verbands. Der Grund, warum dies in der Evolution selten ist, ist der, dass solche Strukturen dazu tendieren, sich selbst zu unterminieren.
I 392
Zusammenleben in Gruppen und gleichzeitige männliche Brutpflege kann nur aufrechterhalten werden, wenn der Zugang zur Reproduktion begrenzt und eindeutig ist, was nur in Gemeinschaften von Fleischfressern der Fall ist. Ersatz für Pflege wird nur von Verwandten geleistet. Eine Besonderheit ist, dass wir Menschen besonders schlecht ausgerüstet sind, soziales Verhalten durch Gerüche zu steuern.
I 396
Weibchen müssen eine Garantie haben, dass ihr Nachwuchs durch Männchen mit Fleisch versorgt wird. Die Männchen müssen sicher sein können, dass sie nur ihren eigenen Nachwuchs versorgen.
I 397
Das Problem der Aufstellung einer Sozialstruktur, die dies ermöglicht, kann durch Symbolgebrauch gelöst werden.
I 401
Im Zusammenhang mit Heiratsregeln geht es um Reziprozität und Altruismus. Dazu müssen vergangene und mögliche zukünftige Handlungen repräsentiert werden können. Indexikalische Kommunikation reicht dafür nicht aus. Allerdings genügen schon ziemlich einfache Symbole. Abstrakte Referenz: Referenz auf Abwesendes wurde durch Ritualisierung geübt und erreicht.
I 403
Abstraktheit: ein besonders schwierig zu symbolisierendes Problem ist Frieden bzw. seine Herstellung. Das hängt zusammen mit den hohen Kosten möglicher Täuschung.
I 405
Negation: um Krieg und Frieden zu unterscheiden wird Negation bzw. symbolische Darstellung von Negation gebraucht. Zusätzlich braucht man Verallgemeinerung, um Frieden als Abwesenheit aller Konflikte verstehen zu können.

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013
Tatsachen Morozov I 118
Tatsachen/Wahrheit/fact checking/Politik/ fake news/Morozov: Das Truth Goggles-Projekt, das von einem MIT-Absolventen entwickelt wurde und in den Medien weithin gefeiert wird, ist ein Schritt in Richtung Automatisierung zumindest einiger der Schritte, die mit der Überprüfung der Tatsachen verbunden sind. (1)
I 119
Wenn der ((s) untersuchte) Artikel einen der mehr als 6.000 (und wachsenden) Einträge in der Datenbank von PolitiFact enthält, werden diese Fakten gelb hervorgehoben, während der Rest des Textes verschwommen ist. Wenn man auf den markierten Claim klickt, wird ein Pop-up-Fenster angezeigt, das zeigt, was PolitiFact von diesem speziellen Claim hält, d.h. ob es wahr ist, halb wahr, meistens wahr, meistens wahr, meistens falsch, falsch, falsch, und so weiter, und auch einige Kontextinformationen liefert. MorozovVsPolitifact/MorozovVsTruth-Goggles: So treffen wir wieder auf die Doppelklick-Mentalität: "Wahrheit" schleicht sich magisch in unsere Browser ein, während die edlen Bemühungen der Wahrheitssucher bei PolitiFact und der Innovatoren am MIT meist unsichtbar und größtenteils unerklärt bleiben. Aber wer wird die Wahrheitssucher und die Innovatoren beobachten?
Glenn GreenwaldVsPolitifact/Morozov: PolitiFact bezeichnete als "meistens falsch, dass "die amerikanischen Bürger anfällig sind für
I 120
Ermordung" durch ihre eigene Regierung, nachdem die operative Definition des Verteidigungsministeriums von al-Qaida und den Taliban in sehr vager Weise umformuliert worden war. Wie Greenwald bemerkte (…) ; viele prominente Anwälte und die American Civil Liberties Union teilten solche Ansichten. Und dennoch wählte PolitiFact zwei vermeintlich neutrale "Experten", die, wenn man Greenwald glauben darf, alles andere als neutral sind und einfach nur verkappte Neokonservative sind. (2) Morozov: So bietet die halbautomatische Faktenprüfung einige Lösungen an - sie kann faktische Fehler aufdecken -, aber diese Lösungen könnten auf Kosten der Aufrechterhaltung ideologischer Rahmen gehen, die in Frage gestellt und vielleicht sogar umgestürzt werden sollten.
I 122
Tatsachen/Scheinheiligkeit/Politik/Ruth Grant/Morozov: Grant These: Die pauschale Verurteilung der Scheinheiligkeit muss als politischer Stellvertreter gesehen werden, und zwar vor allem dann, wenn das, was für eine ehrliche Politik gilt, keine prinzipientreue Politik ist, sondern die aufrichtige Eigeninteresse jener Realisten, die in Wirklichkeit nur Zyniker sind. (3)
I 122
Scheinheiligkeit/Politik/David Runciman/Morozov: Runciman These: Einige Arten von politischer Heuchelei sind sogar wünschenswert und ermutigenswert. (…) Es ist nicht so, dass es heute mehr Heuchelei gibt; es ist nur so, dass es mit einer politischen Präsenz von 24 Stunden in den Medien viel leichter zu finden ist. (4) Verlogenheit/Politik/Martin Jay/Morozov: Martin Jay These: Die Wahrheit zu sagen kann eine Waffe der Mächtigen sein, während Lügen eine Taktik der Schwachen ist. (5) Eine Politik ohne Lügen und Heuchelei wäre keine Politik.
Morozov: Laut Jay wird „Politik, wie auch immer wir uns entschieden haben, ihr Wesen zu definieren und ihre Konturen zu begrenzen, niemals eine völlig faserfreie Zone der Authentizität, Aufrichtigkeit, Integrität, Transparenz und Rechtschaffenheit sein. Und vielleicht ist das letztendlich auch eine gute Sache.“ (6)
I 123
Mehrdeutigkeit/Politik/Debora Stone/Morozov: Stone These: Ambivalenz hat in der demokratischen Politik viele positive Verwendungszwecke; sie ist mehr eine Kunst als eine Wissenschaft. Mehrdeutigkeit ermöglicht die Transformation individueller Absichten und Handlungen in kollektive Ergebnisse und Zwecke. Ohne sie wären Zusammenarbeit und Kompromisse weitaus schwieriger, wenn nicht gar unmöglich. (7) Beispielsweise könnte die Definition einer Politik in recht unklaren, vagen Begriffen den Politikern helfen, Unterstützung von vielen verschiedenen Seiten zu erhalten. "Mehrdeutigkeit erleichtert Verhandlungen und Kompromisse, weil sie es den Gegnern erlaubt, ((s) jeweils für sich ) den Sieg aus einer einzigen Resolution heraus zu beanspruchen". (8)

1. see Andrew Phelps, “Are You Sure That’s True? Truth Goggles Tackles Fishy Claims at the Moment of Consumption,” Nieman Journalism Lab, July 12, 2012, http:// www.niemanlab.org/ 2012/ 07/ are-you-sure-thats-true-truth-goggles-tackles-fishy-claims-at-the-moment-of-consumption.
2. Glenn Greenwald, “PolitiFact and the Scam of Neutral Expertise,” Salon, December 5, 2011, http:// www.salon.com/ 2011/ 12/ 05/ politifact_and_the_scam_of_neutral_expertise.
3. Ruth W. Grant, Hypocrisy and Integrity: Machiavelli, Rousseau, and the Ethics of Politics (Chicago: University Of Chicago Press, 1999), 180.
4. David Runciman, Political Hypocrisy: The Mask of Power, from Hobbes to Orwell and Beyond (Princeton, NJ: Princeton University Press, 2010.
5. Martin Jay, The Virtues of Mendacity: On Lying in Politics, reprint ed. (Charlottesville: University of Virginia Press, 2012), 180.
6. ibid. ibid., 159.
7. Deborah Stone, Policy Paradox: The Art of Political Decision Making, Revised Edition, 3rd ed. (New York: W. W. Norton & Company, 2001).
8. ibid. 159

Morozov I
Evgeny Morozov
To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism New York 2014
Terminologien Hume Deleuze I 7
Affektion/Hume: Es gibt 1. Affektivität (über die Sinneseindrücke) und 2. das Soziale (über den Verstand).
I 23
Affekt/Affektion/Hume: 1. Effekte der Assoziation: bringt Allgemeinheit, Regel,
2. Effekte des Affekts: verleiht Inhalt, ermöglicht praktisches und moralisches Handeln.
Affekt ist keine Repräsentation. Vernunft bestimmt nicht das Handeln, aber Affekt bestimmt das Handeln.
I 31
Sympathie/Hume: Sympathie veranlasst uns, von unseren Interessen abzusehen. Sie ist die Grundlage der Moral, aber nur in Bezug auf Nahestehende, Verwandte. > Parteilichkeit. Der Mensch ist weniger egoistisch als parteiisch. So geht die Sympathie doch nicht über das Einzelinteresse oder den Affekt hinaus. Mensch/Hume: Der Mensch ist von Natur aus egoistisch. Moral/Hume: Moral ist nicht vom Instinkt abhängig.
I 49
Lebendigkeit/Hume: Problem: Die allgemeine Regel kennt keinen Besitzer, sie ist abstrakt. Gleichförmigkeit des wahren moralischen Urteils: ist nicht lebendig.
I 56
Allgemeine Regel: Die Einheit einer Reflexion und einer Extension ist hier immer Ausweitung. Der Affekt greift über sich hinaus, weil er sich reflektiert. Die allgemeine Regel ist der in der Einbildungskraft reflektierte Affekt.
I 66
Affekt/Einbildungskraft/Hume: Problem: Wie ist ihre Beziehung, die den Affekt befähigt, eine komplexe Wirkung zu entfalten?
I 67
Lösung: Die Prinzipien des Affekts übersteigen den Geist (wie die Prinzipien der Assoziation). Bsp Die Einbildungskraft geht leicht vom Entferntesten zum Nächsten über, aber nicht umgekehrt, Bsp vom Bruder zum Ich, aber nicht umgekehrt. Affekt: Der Affekt verleiht diesen Verbindungen einen Sinn.
I 71f
Gewohnheit/Hume: Paradox: Die Gewohnheit bildet sich stufenweise aus und ist zugleich ein Prinzip der menschlichen Natur. Ein Prinzip ist die Gewohnheit, Gewohnheiten anzunehmen. So ist die Herausbildung selbst ein Prinzip (= Erfahrung).
I 89
Def Finalität/purpose/Hume/Deleuze: Die Finalität wird gedacht und nicht erkannt als die ursprüngliche Übereinstimmung der Prinzipien der menschlichen Natur mit der Natur selbst. Sie ist die Einheit des Ursprungs und der qualitativen Bestimmtheit. Es gibt vier Prinzipien: Vernunft, Instinkt, Zeugung, Wachstum.
I 118
Affekt/Hume: Der Affekt wird vom Körper produziert: a) unmittelbar aus sich selbst: Bsp Hunger oder b) mit anderen Ursachen: Freude, stolz, Demut usw. Die Natur hat auch dem Geist gewisse Triebe verliehen.
I 139f
Transzendenz/Kant/Deleuze: Das Denken geht über die Einbildungskraft hinaus, ohne sich von ihr zu lösen. Das Transzendentale macht die Transzendenz immanent. Etwas = X. HumeVsKant: Bei Kant ist dies nichts Transzendentales. Stattdessen: Finalität: ist die Übereinstimmung des Subjekts mit dem Gegebenen (nicht zufällig). (Die Übereinstimmung setzt eine Verbindung der Momente des Subjekts voraus.)
I 160
Lebhaftigkeit/lebhaft/vivacity/Hume: Lebhaftigkeit ist der Ursprung des Geistes. Sie ist das Grundmerkmal des Eindrucks und kein Produkt der Prinzipien.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997

Deleuze I
Gilles Deleuze
Felix Guattari
Was ist Philosophie? Frankfurt/M. 2000

Hum I
G. Deleuze
David Hume , Frankfurt 1997
Theorien Lakatos Feyerabend I 238
Lakatos/Feyerabend: auch der scharfsinnige Versuch von Lakatos, eine Methodologie aufzustellen, die die historische Wirklichkeit der Wissenschaften ernst nimmt, sie aber doch aufgrund von in ihr selbst entdeckten Regelmäßigkeiten einer Kontrolle unterwirft, ist von dieser Folgerung nicht ausgenommen. 1. Es gibt die Regelmäßigkeiten nicht, auf die sich Lakatos beruft er idealisierte die Wissenschaften genauso wie seine Vorgänger.
2. Wären die Regelmäßigkeiten, wenn es gäbe, Regelmäßigkeiten der Wissenschaften und also unbrauchbar zur »objektiven« Beurteilung.
3. Lakatos’ Regelmäßigkeiten sind nur ein Aufputz, hinter dem sich im Grunde ein anarchisches Verfahren verbirgt
I 239
Falsifikation/LakatosVsPopper/Feyerabend: einige der berühmtesten Falsifikationen waren alles andere als solche. Und darüber hinaus völlig irrational.
I 240
Lakatos/Feyerabend: These: man sollte Theorien eine "Atempause" gewähren: bei der Bewertung zählt die Entwicklung von Theorien über einen langen Zeitraum und nicht die momentane Gestalt. Außerdem stehen methodologische Maßstäbe nicht über jeder Kritik.
Hacking I 206
Theorien/Wissen/HackingVsLakatos: statt Vermehrung des Wissens müsste es heißen: Vermehrung der Theorien! Feyerabend/VsLakatos: seine "Methodologie" bringt keinen Nutzen, wenn man über gegenwärtige Forschung Rat braucht.

Schurz I 196
Theorierevision/Lakatos/Schurz: (Lakatos 1974, 129ff) Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme: zwei Annahmen: 1. “Immunisierung“: es ist immer möglich, den Kern einer Theorie im Fall eines Konflikts mit der Erfahrung zu retten, indem man an der Peripherie Anpassungen vornimmt.
I 197
2. Schutzgürtel“: jede (physikalische ) Theorie braucht Hilfshypothesen (exklusive ceteris paribus Hypothesen) um empirische Prognosen aufzustellen. Diese lagern sich wie ein Schutzgürtel in der äußeren Peripherie um Mitte und Kern. Konflikte mit der Erfahrung können dann beseitigt werden, indem eine Hilfshypothese ersetzt oder fallengelassen wird. Def Anomalie/Lakatos: ein Beobachtungsdatum, das der gesamten Theorie (Kern + Peripherie) widerspricht.
Lösung:
Def ad hoc Hypothese: nimmt kompliziertere Systembedingungen an, in denen unbekannte Störfaktoren postuliert werden.
Vs: Problem: das erklärt das abweichende Datum nicht. D.h. es bleibt auch nach der Einführung der ad hoc Hypothese eine Anomalie!
ad hoc/Lakatos: solche Anpassungen sind überhaupt nur legitim, wenn sie Wissenschaftlich progressiv sind. Sie müssen neuen empirischen Gehalt besitzen.
I 198
Falsifikation/LakatosVsPopper: eine Theorieversion ist erst dann falsifiziert, wenn es eine progressive neue Version (mit neuem empirischen Gehalt) gibt. D.h. es gibt keine „Sofortrationalität“ (augenblickliche Entscheidung) welche Theorie besser ist. Das zeigt sich erst in der historischen Entwicklung.
Def Forschungsprogramm/Lakatos: harter Theoriekern zusammen mit einer negativen und einer positiven Heuristik.
Def negative Heuristik/Lakatos: Anpassungen werden nicht im Kern sondern nur an der Peripherie vorgenommen, Allerdings können im Zuge einer degenerativen Entwicklung sich die modus tollens Treffer auf gegen den Kern richten.
Def positive Heuristik/Lakatos: Programm, nach dem immer komplexere theoretische Modelle bzw. Systembedingungen für den Kern mit widerspenstigen Daten fertig werden können.
I 199
Theorieversion/Schurz: Kern plus Peripherie.
I 200
Def Falsifikation/Schurz: eine Theorieversion ist falsifiziert, gdw. einige aus ihr deduktiv folgende Phänomene durch aktuale Beobachtungssätze falsifiziert wurden. (s) Schurz spricht immer von Sätzen statt von Beobachtungen.
I 202
Wahrheitsnähe/SchurzVs/Misserfolg/Erfolg/Theorie: der Begriff des Misserfolgs hat den Vorteil, dass darunter nicht die erfahrungskonfligierenden Konsequenzen der Theorie verstanden werden, sondern die Phänomene. Der Wahrheitsbegriff geht nur von den Konsequenzen aus.
I 206
Def Klebeparadox/tacking paradox/Lakatos/Schurz: die Möglichkeit, durch die bloße konjunktive Hinzufügung irgendeiner empirisch ungeprüften Behauptung den empirischen Gehalt einer Theorieversion zu erhöhen. Lösung/Lakatos: die Verbindung einer einen neuen empirischen Gehalt erzeugenden Hilfshypothese mit der bisherigen Theorie muss inniger sein, als die einer bloßen Konjunktion.
I 207
Lösung: die Theorie T muss homogen sein in Bezug auf den empirischen Gehalt: Def Homogenität/Theorie/Schurz: eine Faktorisierung ((s) Aufteilung) von T in Bezug auf E(T) ist nicht möglich. Logische Form: Unterteilung von T und E(T) in zwei disjunkte Teilmengen
T1UT2 = T und
E1UE2 = E(T) sodass T1 alle Phänomene in E1 impliziert und T2 alle Phänomene in E2 impliziert. Wenn das möglich ist, ist die Theorie heterogen. Jede durch irrelevante Verstärkung gewonnene Theorie ist in diesem Sinn faktorisierbar. Eine Verbindung der Theorie T mit dieser Verstärkung H ist empirisch nicht kreativ.

Laka I
I. Lakatos
The Methodology of Scientific Research Programmes: Volume 1: Philosophical Papers (Philosophical Papers (Cambridge)) Cambridge 1980

Feyerabend I
Paul Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Feyerabend II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979

Hacking I
I. Hacking
Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften Stuttgart 1996

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
Trolley-Problem Church Brockman I 243
Trolley-Problem/Church, George M.: (...) Wir müssen uns mit den ethischen Regeln befassen, die in immer intelligentere und vielfältigere Maschinen eingebaut, von ihnen gelernt oder für sie probabilistisch gewählt werden sollten. Wir haben eine ganze Reihe von Trolley-Problemen. Bei welcher Anzahl von Menschen, die dem Tode geweiht sind, sollte der Computer beschließen, ein Fahrzeug auf eine einzelne Person umzulenken? Letztendlich könnte es sich um ein tiefliegendes Problem handeln - ein Problem, bei dem riesige Datenbanken mit Fakten und Eventualitäten berücksichtigt werden können, einige davon scheinbar weit entfernt von der vorliegenden Ethik. Wenn eine [der] Problembeschreibungen Paradox oder
Brockman I 244
unlogisch erscheint, kann es sein, dass die Autoren des Trolley-Problems die Gewichte auf jeder Seite der Waage so angepasst haben, dass eine zögerliche Unentschlossenheit unvermeidlich ist. Alternativ kann man die Irreführung verwenden, um das System so zu manipulieren, dass die Fehlermodi nicht auf der Ebene der Aufmerksamkeit liegen. So wurde beispielsweise im Trolley-Problem die eigentliche ethische Entscheidung Jahre zuvor getroffen (...). Fragen, die zunächst fremdartig und beunruhigend erscheinen, wie "Wem gehören diese neuen Geister und wer zahlt für ihre Fehler?", ähneln den etablierten Gesetzen darüber, wem die Sünden eines Unternehmens zugeschrieben werden und wer für diese zahlt. >Roboterethik/Church, George M., >Robotergesetze/Church, George M.


Church, George M. „The Rights of Machines” in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.

Chur I
A. Church
The Calculi of Lambda Conversion. (Am-6)(Annals of Mathematics Studies) Princeton 1985

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019
Ulmen/Buchen- Beispiel Millikan I 153
Ulmen/Buchen/Experte/Laie/Verstehen/Meinen/Millikan: der Laie kann etwas über Gold, Ulmen oder Monotrem denken, selbst wenn er keine Ahnung davon hat. Meinen: er kann sogar dasselbe meinen wie der Experte!
Pointe: es gibt also keine vollmundigen Intensionen, die allen Idiolekten der Sprecher einer öffentlichen Sprache gemeinsam sind.
Namen/Kennen/verstehen/Behauptung/Millikan: Problem: ist das nicht Paradox? Wenn ich nichts von Monotremen weiß, außer dass ich den Namen einmal gehört habe, wie kann ich dann dasselbe mit dem Wort meinen wie der Experte? Bsp
Experte: Ich geh nach Brasilien, Monotreme untersuchen.
Ich: was sind Monotreme?
Experte: was meinst Du mit „Monotreme“?
Ich: Ich meine, was Du meinst, natürlich.
Experte: weißt Du, was Monotreme sind?
Ich: keine Ahnung, deshalb frage ich.
Experte: dann kannst Du nicht dasselbe damit gemeint haben wie ich.
Menons Paradox/Millikan: hier sehen wir einen Schatten von Menons Paradox.
Lösung/Carnap: statt „Was sind Monotreme“ fragen wir eigentlich „Was bedeutet der Ausdruck „Monotrem“? ((s) > Semantischer Aufstieg).
intuitiv/Millikan: geht die Frage aber über Monotreme, nicht über Wörter.
Verstehen/Millikan: selbst ein Papagei kann etwas über Monotreme fragen, ohne etwas von ihnen zu verstehen.
I 154
Meinen/Papagei/Millikan: der Papagei kann die Frage natürlich nicht meinen. Meinen/Millikan: ich kann etwas mit „Monotrem“ meinen, weil ich beabsichtige, dass das Wort eine Eigenfunktion hat, auch wenn ich sie nicht im Detail angeben kann.
Experte/Laie/Meinen/Verstehen/Kennen/Wissen/Millikan: das Paradox entsteht nicht daraus, dass ich nicht dasselbe meinen kann wie der Experte, sondern dass es einen Sinn gibt, in dem der Experte weiß, was er meint mit „Monotrem“ und in diesem Sinn weiß ich es nicht ((s) Nicht was ich meine und nicht, was der Experte meint).

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Unendlichkeit Quine V 165
Unendlich/materiell/Quine: wenn man unendlich viele Zeichen braucht (Bsp für natürliche Zahlen) kann man nicht sagen, ein Zeichen sei ein physikalischer Gegenstand, denn dann hören sie bald auf. - Auch nicht Formen als Klassen von Inskriptionen - Diese sind wieder physikalische Verwirklichungen von Formen.
IX 64
Unendlich/Quine: wird erst bei Induktion notwendig - x = {y}, y = {z}, z = {w}....ad infinitum - das ist der Fall, wenn {,,,x} < i' ϑ und dennoch ~(x < x) - Komprehension: {,,,x} ∩ a ε ϑ ist zufriedenstellend.

XIII 96
Unendliche Zahlen/Quine: Bsp Angenommen, wir ordnen Gegenstände willkürlich irgendwelchen Klassen zu, die einzige Einschränkung ist, dass kein Objekt zu mehr als einer Klasse gehören darf. Problem: dann wir es nicht genug Gegenstände für alle Klassen geben! Eine Klasse, für die es kein Korrelat gibt wird Bsp die Klasse aller Objekte, die nicht zu ihren korrelierten Klassen gehören. Denn ihr Korrelat müsste zu ihr gehören, gdw. es nicht zu ihr gehört.
Cantor: bewies 1890, dass die Klassen von Gegenstände jeder Art die Zahl der Gegenstände übersteigen.
XIII 97
Der Grund dafür hat mit den Paradoxien zu tun, wenn die Relation, von der dort die Rede ist, richtig spezifiziert ist. Es zeigt sich, dass es unendlich viele verschiedene Unendlichkeiten gibt.
Bsp es gibt mehr Klassen ganzer Zahlen als es ganze Zahlen gibt.
Da es aber unendlich viele ganze Zahlen gibt, muss die Unendlichkeit der unendlich viele Klassen ganzer Zahlen von einer höheren Art sein.
Bsp es gibt auch mehr Klassen von Klassen von ganzen Zahlen als es Klassen von ganzen Zahlen gibt. Das ist eine noch höhere Unendlichkeit. Das kann unendlich fortgesetzt werden.
Das Argument hing hier von der Klasse der Nichtelemente mit sich selbst korrelierter Klassen (nonmembers of own correlated classes) ab.
Russellsche Antinomie/Quine: hing ab von der Klasse von Nichtelementen ihrer selbst (nonelements of selves).
Cantorsche Paradoxie/Quine: wenn man die Korrelation als Selbstkorrelation nimmt, läuft Cantors Paradox auf Russells Paradox hinaus. So kam Russell auch darauf.
Cantor/Theorem/Quine: sein Theorem ist selbst aber keine Paradoxie.
Russells Antinomie/Lösung/Quine: wird so verhindert, wie man einen Spezialfall von Cantors Theorem ausschließt, der zu ihr führt. (siehe Paradoxien.)
Cantor Theorem/Korollar/unspezifizierbare Klassen/Quine: die Existenz unspezifizierbarer Klassen folgt als Korollar aus Cantors Theorem. D.h. Klassen, für die wir die Enthaltenseinsbedingung nicht angeben können. Auch keinen anderen identifizierenden Zug.
Bsp Die unendliche Gesamtheit grammatisch konstruierbarer Ausdrücke in einer Sprache. Nach Cantors Theorem übersteigt schon die Klasse solcher Ausdrücke die Ausdrücke selbst.
Klassen/größer/kleiner/Kriterium/Quine: unser Kriterium für größere und kleinere Klassen war hier Korrelation.
Def größer/Klassen/Mengen/Quine: eine Klasse ist größer als eine andere, wenn nicht jedes ihrer Elemente mit einem Element der anderen Klasse gepaart werden kann.
XIII 98
Problem: nach diesem Kriterium kann keine Klasse größer sein, als eine ihrer echten Teilklassen (Teilmengen). Bsp danach ist die Klasse der positiven ganzen Zahlen nicht größer als die der geraden Zahlen. Denn wir können immer Paare zwischen ihren Elementen bilden. Das zeigt einfach, dass unendliche Mengen sich ungewöhnlich verhalten. Unendlich/größer/kleiner/Klassen/mengen/Quine: sollen wir unser Kriterium deswegen ändern? Wir haben die Wahl:
a) Wir können sagen, dass eine unendliche Klasse nicht größer sein muss als ihre echten Teilklassen, oder
b) das Kriterium ändern und sagen, dass eine Klasse immer größer als ihre echten Teile ist, nur dass sie manchmal ausgeschöpft werden können durch Korrelation mit Elementen einer kleineren Klasse.
pro a): ist einfacher und Standard. Das war auch Dedekinds Definition von unendlich.
unendlich/falsch: ein Student schrieb einmal, eine unendliche Klasse wäre „eine, die echter Teil von sich selbst“ sei. Das stimmt nicht, sondern sie ist eine Klasse, die nicht größer ist, als ein (some) echter Teil von ihr selbst. Bsp die positiven ganzen Zahlen sind nicht zahlreicher als die geraden Zahlen. Bsp auch nicht zahlreicher als die Vielfachen von 3 (nach derselben Überlegung). Und sie sind Bsp auch nicht weniger zahlreich als die rationalen Zahlen!
Lösung: jeder Bruch (ratio) kann ausgedrückt werden durch x/y, wobei x und y positive ganze Zahlen sind, und dieses Paar kann eindeutig repräsentiert werden durch eine positive ganze Zahl 2x mal 3y.
Umgekehrt: erhalten wir den Bruch, indem wir sehen wie oft diese ganze Zahl durch 2 bzw. durch 3 Teilbar ist.
Unendlich/Quine: bevor wir von Cantor lernten, dass es verschiedene Unendlichkeiten gibt, wären wir nicht überrascht gewesen, dass es nicht mehr Brüche als ganze Zahlen gibt.
XIII 99
Nun sind wir aber doch überrascht! Unspezifizierbar: da es mehr reelle Zahlen gibt, als es Ausdrücke (Namen) gibt, gibt es also unspezifizierbare reelle Zahlen.
Namen/Ausdrücke/Quine: es gibt nicht mehr Namen (Ausdrücke) als es positive ganze Zahlen gibt.
Lösung: einfach die Namen (Ausdrücke alphabetisch innerhalb jeder Länge anordnen. Dann kann man sie mit positiven ganzen Zahlen nummerieren.
Reelle Zahlen/Cantor/Quine: Cantor zeigte, dass es ebenso viele reelle Zahlen gibt wie Klassen von positiven ganzen Zahlen. Das haben wir oben gesehen (s.o. decimals and dimidials) dass die reellen Zahlen zwischen 0 und 1 in Korrelation mit der unendlichen Klasse der positiven ganzen Zahlen sind.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Universalien Bigelow I VII
Universalien/Bigelow/Pargetter: pro. Sie helfen, ein einheitliches Bild herzustellen, und Wahrscheinlichkeiten zu verstehen. Sie helfen, eine einheitliche Theorie der Modalitäten aufzustellen, (Möglichkeit, Notwendigkeit) die wir in der Wissenschaft finden.
I 82
Universalien/Wissenschaft/Bigelow/Pargetter wir haben bisher Universalien kennengelernt, die für die Physik nützlich sind, jetzt betrachten wir solche, die es für die Chemie sind: Chemische Komponenten: sind Strukturen, die aus Elementen gebildet sind.
Universale: ist die Eigenschaft, eine bestimmte Struktur zu haben, diese ist wiederum bezogen auf die Universalien, die die Elemente bestimmen.
Das sind strukturelle Universalien.
strukturelle Universalien/Bigelow/Pargetter: Bsp ausgedrückt durch das Prädikat „Methan sein“ oder „;Methan“ Instantiiert: durch ein Kohlenstoffatom und vier Wasserstoffatome in einer bestimmten Konstellation. Diese Konstellation ist eine wesentliche Eigenschaft.
Instanziierung: durch Methanmoleküle.
Pointe: dieses Universale ist intrinsisch mit anderen Universalien verbunden: den Universalien. Wasserstoff sein, Kohlenstoff sein und gebunden zu sein.
I 87
Strukturelle Universalien/Ebenen/Bigelow/Pargetter: Ebene 1: materielle Individuen, die die Eigenschaft haben, Butan zu sein oder Methan usw. Diese sind dann Methan-Moleküle usw. Diese Individuen haben Teile mit verschiedenen Eigenschaften und Relationen.
Ebene 2: Eigenschaften und Relationen der Individuen von Ebene 1.
Eigenschaft: Bsp die Eigenschaft, Methan zu sein.
Ebene 3: Relationen oder Proportionen zwischen Eigenschaften oder Relationen zwischen Individuen, egal ob Eigenschaften 1. oder 2. Stufe (sic) dieser Individuen. Bsp „dieselbe Anzahl Instanzen haben wie“.
Kardinalzahlen/Frege: diese Konstruktion hat Frege für die KZ gebraucht.
Familie: diese Relation zwischen Eigenschaften haben die Form einer Familie, einschließlich Bsp „doppelt so viele Instanzen habend“, „viermal so viele Instanzen habend“ usw.
Proportion: diese „numerischen“ Proportionen werden auch zwischen komplexeren Eigenschaften der Ebene 2 bestehen: Bsp konjunktive Eigenschaft: Kohlenstoff sein und Teil dieses Moleküls sein“.
Bsp wenn das Molekül Methan ist, stehen diese zwei Eigenschaften in einer Relation die durch die Proportion 4: 1 charakterisiert ist.
strukturelle Universalien/Bigelow/Pargetter: können wir dann als relationale Eigenschaft eines Objekts charakterisieren. Sie bezieht das Molekül auf verschiedene Eigenschaften. Diese Eigenschaften sind Kohlenstoff sein, Wasserstoff sein, gebunden sein.
Universale: Bsp Methan sein: ist dann identisch mit einer hoch konjunktiven relationale Eigenschaften 2. Stufe eines Individuums (Molekül).
I 88
Eigenschaft: die Eigenschaft, Methan zu sein steht in einem Muster von internen Proportionen zu anderen Eigenschaften, Bsp Wasserstoff sein, gebunden sein, usw. Mereologie/Chemie/Bigelow/Pargetter: diese Relationen sind aber nicht mereologisch.
Relationen/Bigelow/Pargetter: diese Relationen sind interne Relationen und sie sind wesentlich.
Essentialismus/Bigelow/Pargetter: pro: wir brauchen hier wesentliche Eigenschaften. Das ist aber besser als Zuflucht zur Magie (s.o.).
I 89
Universalien/Bigelow/Pargetter: könnten nicht als diese Universalien existieren, wenn sie nicht in diesen Relationen zueinander stünden. Das sind die strukturellen Universalien.
I 164
Universalien/Bigelow/Pargetter. eine volle Theorie der Universalien braucht eine vor-semantische Quelle für Universalien (vor-semantisch/(s): etwas, das keine Wahrmacher erfordert). Lösung/Bigelow/Pargetter: wir brauchen etwas, was etwas instanziiert ohne selbst je selbst instanziiert zu werden.
Existenz 2. Stufe/Bigelow/Pargetter: wird aber auch von einer Theorie der Universalien erfordert. Aus der man allerdings ohne Zusatzprämissen keine Existenz 1. Stufe ableiten kann.
Ursachen als strukturelle Universalien
I 293
Fundamentale Kräfte/Bigelow/Pargetter: sind Vektoren. Grundlegende Kräfte/Bigelow/Pargetter: sind Aggregate von Vektoren. These sie sind strukturelle Universalien.
Bsp Masse: jede spezifische Masse entspricht einer speziellen Eigenschaft. Dennoch haben massive Objekte etwas Gemeinsames: dass sie Masse haben. Das entspricht einer Relation höherer Stufe.
Diese Relationen sind intern und wesentlich, nicht extern. D.h. die bestimmten Masseeigenschaften könnten nicht sie sein, wenn sie in anderen Relationen zu anderen Objekten stünden.
Gemeinsames: ist eben dies, dass alle massiven Dinge in solchen Relationen zu anderen massiven Dingen stehen.
Eigenschaft 1. Stufe: Bsp Geschwindigkeit in der Ebene.
Relation 1. Stufe. Bsp Unterschied in der Geschwindigkeit oder in der Richtung. Daher gibt es hier zwei Relationen 1. Stufe.
Kräfte/Bigelow/Pargetter: sind komplexere Vektoren, da sie selbst Relationen 2. Stufe sind. Fundamentale Kräfte können verschiedene Größe und Richtung haben.
I 293
Damit stehen sie in einem Cluster von internen Relationen höheren Grades zu anderen fundamentalen Kräften. Das stellt sicher, dass sie eine Familie sind, die etwas gemeinsam hat. notwendig/Eigenschaften/Kräfte/Bigelow/Pargetter: die Tatsache, dass eine fundamentale Kraft doppelt so groß ist wie die andere, oder senkrecht zu einer anderen steht, sind nicht kontingent.
Lösung: sie wären sonst andere Kräfte als die, die sie sind.
Dagegen:
kontingent: ob Dinge durch eine Kraft verbunden sind, ist kontingent.
Strukturelle Universalien/Bigelow/Pargetter: (s.o. Bsp Methan)
Kräfte: die konstitutiven Eigenschaften struktureller Universalien können auch fundamentale Kräfte sein, also auch Vektoren mit Größe und Richtung.
Interne Relationen: davon gibt es sehr viele innerhalb eines strukturellen Universale. Und diese stellen auch die Verbindungen zu Individuen her.
Verursachung/Bigelow/Pargetter: wir haben gesagt, dass sie lokal ist. daher kann sie keine Relation nur zwischen völlig nichtlokalen Universalien sein.
Strukturelle Universalien: müssen also ein lokales Element haben.
Lösung: ihre relationalen Eigenschaften betten ED genauso ein wie Universalien.
grundlegende Ursache/Bigelow/Pargetter. wenn sie ein strukturelles Universale ist, wird sie eine konjunktive Relation höherer Stufe zwischen Einzelereignissen sein.
I 294
Kausalrelationen/Bigelow/Pargetter: haben nach alldem eine reiche essentielle Natur. Und sie sind nicht primitive Grundbegriffe. Sie werden erklärt durch Vektoren und strukturelle Universalien. Es gibt sie selbstständig neben Ursachen und Wirkungen. Modalitäten/Bigelow/Pargetter: einige sind wesentlich kausal. Aber:
Verursachung/Bigelow/Pargetter: ist ihrerseits nicht wesentlich modal.
I 378
Universalien/Bigelow/Pargetter: sind Dinge in der Welt wie andere auch. Insbesondere sind sie benennbar.
I 379
Es gibt keine wesentliche Verbindung von Universalien und Prädikaten. D.h. Universalien können in Subjektposition stehen. ((s) Aber kann man über sie quantifizieren?). Daher haben wir kein Problem mit Logik höherer Stufe (Logik 2. Stufe). Universalien: sollten nicht von semantischer Theorie dominiert werden. Sie sollten nicht nach einer Hierarchie angeordnet werden müssen. Dennoch haben sie ein hierarchisches Muster mit Individuen als Basis.
Paradoxien: vermeiden wird, indem wir verbieten, dass Universalien sich selbst oder andere Universalien instanziieren dürfen.
Selbstreferenz/Bigelow/Pargetter: ist allerdings nur eine Problem, wenn man die Mathematik a priori allein auf Logik gründen möchte. Und das wollen wir nicht. Wir nehmen z.B. nicht an, dass jede linguistische Beschreibung (Kennzeichnung) eine Menge bestimmt.



Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Utilitarismus Politische Theorien Gaus I 414
Utilitarismus/Politische Philosophie/Weinstein: Zeitgenössische englische Utilitaristen haben sich mit zunehmender Subtilität und Raffinesse für einen liberalen Utilitarismus eingesetzt. Herrschaftlicher Utilitarismus: Regel-Utilitaristen betonen die Kompatibilität des Utilitarismus mit anerkannten moralischen Regeln und Intuitionen (Hare, 1981(1); Harsanyi, 1985(2); Hooker, 2000(3)), während ...
Liberaler Utilitarismus: ... liberale Utilitaristen Utilitarismus mit starken liberalen Rechten verbinden (Gray, 1983(4); Riley, 1988(5)).
All diese Darstellungen stellen jedoch unterschiedliche Versionen dessen dar, was heute allgemein als indirekter Utilitarismus bekannt ist.
Indirekter Utilitarismus: Für indirekte Utilitaristen, so James Griffin, dient das Prinzip der Nützlichkeit als "Kriterium" zur Beurteilung von Handlungsklassen. Im Gegensatz dazu fungieren etablierte moralische Regeln und/oder grundlegende liberale Rechte als Quellen direkter Verpflichtungen (oder "Entscheidungsverfahren"), um individuelle Handlungen zu lenken (Griffin, 1994(6): 179). Handlungen sind moralisch falsch, wenn sie gegen diese Entscheidungsverfahren verstoßen. Indirekte Utilitaristen sind der Meinung, dass die Einhaltung solcher Entscheidungsverfahren den allgemeinen Nutzen insgesamt am besten maximiert, wenn auch nicht unbedingt in kurzfristigen Einzelfällen. Mit anderen Worten, manchmal ist richtiges Handeln gleichbedeutend mit falschem Handeln. Aber warum sollte ich richtig handeln, wenn richtiges Handeln in einer bestimmten Situation zufällig nicht das Beste für den Utilitaristen ist? Warum sollte ich ein geistloser, regelverliebter Trottel sein?*
Grundrechte/Gleichberechtigung/Liberaler Utilitarismus: (...) für den liberalen Utilitarismus fungieren die Grundrechte als kritische Entscheidungsverfahren und machen ihn juristischer als den herrschenden Utilitarismus. Rechte lenken unser Handeln indirekt entlang unantastbarer Kanäle akzeptablen Verhaltens, die angeblich einen allgemeinen Gesamtnutzen erzeugen. Aber der liberale Utilitarismus ist nicht einfach eine juristischere Version des indirekten Utilitarismus.
VsLiberaler Utilitarismus: Der zeitgenössische liberale Utilitarismus wird oft in der gleichen Weise kritisiert, wie Mill's zeitgenössische Gegner ihn wegen seines Versuchs, die Unversöhnlichen zu versöhnen, angriffen. So hat beispielsweise John Gray (1989(7): 218-24) seine frühere Begeisterung für den liberalen Utilitarismus widerrufen und stimmt mit den Kritikern des liberalen Utilitarismus darin überein, dass er vergeblich versucht, mehrere ultimative normative Kriterien miteinander zu verbinden, nämlich Nützlichkeit und unanfechtbare moralische Rechte.
Gray: Bei Gray übertrumpft entweder die Maximierung des Nutzens logischerweise die Rechte, oder Rechte (sofern sie ein authentisches moralisches Gewicht besitzen) übertrumpfen die Maximierung des Nutzens. Der liberale Utilitarismus scheitert logisch, weil er in entgegengesetzte normative Richtungen zieht und uns anweist, den Nutzen zu maximieren, wenn er Rechte verletzt, und Rechte zu respektieren, wenn er den Nutzen nicht maximiert. Manchmal müssen wir zwischen unserem Liberalismus und unserem Utilitarismus wählen.
Egalitärer Utilitarismus: Egalitäre Liberale haben im Gegensatz zu Utilitaristen die Gleichheit über den Nutzen als ihr vorrangiges normatives Anliegen. Dennoch sind Utilitaristen der Gleichheit und Verteilungsgerechtigkeit gegenüber nicht gleichgültig. Wie wir gerade gesehen haben, nehmen die indirekten Utilitaristen diese Werte ernst, wenn auch nicht so ernst, dass sie die Nutzenmaximierung als obersten normativen Standard übertrumpfen. Utilitaristen schätzen Gleichheit auch in dem Sinne, dass Unparteilichkeit konstitutiv für das Prinzip der Nützlichkeit ist. Das "Glück eines jeden Menschen genau so sehr wie das eines anderen" (Mill, 1969(8): 257).** Für egalitäre Liberale spielt die Gleichheit jedoch eine gewichtigere Rolle, weil viele von ihnen internalistische Argumente für die Gleichheit bevorzugen.*** Und weil ihnen die Gleichheit von vornherein wichtig ist, neigen sie auch dazu, sich mehr mit Fragen der Gleichheit des "Was" als des "Warum" zu beschäftigen. Vgl. >Individuum/Bradley, >Freiheit/Bosanquet, >Selbstverwirklichung/Hobhouse.
Gaus I 415
Neuer Liberalismus: (...) die neuen Liberalen befürworteten eine robustere Schwelle der Gleichberechtigung der Chancen. Obwohl sie mit >Bosanquet darin übereinstimmten, dass der Besitz von Eigentum ein mächtiges Mittel der 'Selbstdarstellung' und daher entscheidend für eine erfolgreiche Externalisierung und Verwirklichung unserer selbst sei, legten sie auch fest, dass Privateigentum nur insoweit legitim sei, als es
Gaus I 416
die Chancengleichheit nicht untergräbt. Hobson: In Hobsons Worten: "Ein Mensch, der nicht ausreichend versorgt ist, ist nicht wirklich frei für Zwecke der Selbstentfaltung", mit gleichberechtigtem und einfachem Zugang zu Land, einem Heim, Kapital und Krediten. Hobson kommt zu dem Schluss, dass, obwohl der Liberalismus kein Staatssozialismus ist, er dennoch in erheblichem Maße "mehr öffentliches Eigentum und Kontrolle über die Industrie" impliziert (1974(9): xii). Neue Liberale haben also den englischen Liberalismus verändert, indem sie die soziale Wohlfahrt und die Rolle des Staates bei ihrer Förderung in den Mittelpunkt rückten. Sie machten aus dem Wohlfahrtsliberalismus eine ausgeklügelte theoretische Alternative.****

* Für Kritiker des zeitgenössischen indirekten Utilitarismus sind regierungsverehrende Trottel irrational, weil der Regel-Utilitarismus nicht nur Paradox, sondern unlogisch ist. Richtig zu handeln, kann niemals bedeuten, dass man manchmal etwas falsch macht, als ob Handeln und Tun verschiedene Dinge bedeuten. Regel-Utilitaristen haben darauf reagiert, indem sie zwischen idealistischem Regel-Utilitarismus, tatsächlichem staatlichem Regel-Utilitarismus und bedingtem Regel-Utilitarismus unterschieden haben. Der idealistische Regel-Utilitarismus besagt, dass Handlungen dann richtig sind, wenn sie mit Regeln übereinstimmen, deren allgemeine Akzeptanz den Nutzen fördern würde. Der tatsächliche staatliche Utilitarismus fügt die Bedingung hinzu, dass diese Regeln tatsächlich allgemein akzeptiert werden müssen. Der Utilitarismus der bedingten Herrschaft ist noch schwächer, da er weiter festlegt, dass Handlungen dann richtig sind, wenn sie mit Regeln übereinstimmen, die stets den Nutzen maximieren.

** Mill fährt fort: "Der gleiche Anspruch eines jeden auf Glück beinhaltet einen gleichen Anspruch auf alle Mittel zum Glück" (1969(8): 257). In einer aufschlussreichen Fußnote über Spencer fügt Mill hinzu, dass "vollkommene Unparteilichkeit zwischen Personen" voraussetzt, dass "gleiche Mengen an Glück gleich wünschenswert sind, unabhängig davon, ob sie von derselben oder von verschiedenen Personen empfunden werden". Diese egalitären Implikationen der Unparteilichkeit sind nicht identisch und führen zu sehr unterschiedlichen Umverteilungsstrategien.

*** Für Gerald Gaus (2000(10): 136-45) sind utilitaristische Argumente für Gleichheit äußerlich, weil sie die Gleichbehandlung um der Förderung eines äußeren Wertes willen befürworten, nämlich des Glücks willen. Argumente von grundlegender menschlicher Gleichheit rechtfertigen Gleichbehandlung auf der Grundlage irgendeines (internen) Attributs, wonach Menschen angeblich in Wirklichkeit gleich sind.

**** Idealisten wie Jones und Collingwood befürworteten in ähnlicher Weise eine energische Ausweitung der Chancengleichheit durch die Regierung.


1. Hare, R. M. (1981) Moral Thinking. Oxford: Oxford mversity Press.
2. Harsanyi, John (1985) 'Rule utilitarianism, equality and justice'. Social Philosophy and Policy, 2: 115-27.
3. Hooker, Brad (2000) Ideal code, Real World. Oxford: Oxford University Press.
4. Gray, John (1983) Mill on Liberty: A Defence. London: Routledge.
5. Riley, Jonathan (1988) Liberal Utilitarianism. Cambridge: Cambridge University Press.
6. Griffin, James (1994) 'The distinction between a criterion and a decision procedure', Utilitas, 6: 177-82.
7. Gray, John (1983) Mill on Liberty: A Defence. London: Routledge.
8. Mill, J. S. (1969) Utilitarianism. In J. M. Robson, Hrsg., The Collected Works of J. S. Mill, vol. 10. Toronto: University of Toronto Press.
9. Hobson, J. A. (1974 119091) The Crisis of Liberalism. Brighton: Barnes and Noble.
10. Gaus, Gerald (2000) Political Concepts and Political Theories. Boulder, CO: Westview.

Weinstein, David 2004. „English Political Theory in the Nineteenth and Twentieth Century“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Veränderung Wessel I 365f
Veränderung/WesselVsHegel: nicht aus "Sein" und "Nichts", wir brauchen empirisch Gegebenes zur Einführung - empirische Vorstellung in der Logik bereits vorausgesetzt. Zeit: durch relativ reguläre Vorgänge eingeführt Bsp Erddrehung - Veränderung auch ohne Zeit einführbar.
"Paradoxie der Veränderung": der Körper besitzt die Eigenschaft und gleichzeitig besitzt er sie nicht
a) zweistelliges Prädikat:" etwas wird zu etwas anderem"
b) einstellig: "etwas verändert sich" , "etwas wird wahr".
Bsp "das Wasser ist bewegt" - >Ereignis: aus Veränderungsprädikat sA => sB: " s(SA => sB)".

Wessel I
H. Wessel
Logik Berlin 1999
Verbrechen Wirtschaftstheorien Parisi I 22
Verbrechen/Strafrecht/Wirtschaftstheorien/Miceli: Obwohl die ökonomische Analyse von Verbrechen seit langem ein Teilgebiet der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften ist, ist eine interessante Frage in der positiven Theorie des Rechts, warum eine separate Kategorie von "Verbrechen" benötigt wird.* Deliktsrecht: Schließlich geht es sowohl im Straf- als auch im Deliktsrecht um die Internalisierung unerwünschter Schäden, so dass man sich fragen könnte, warum das Deliktsrecht allein nicht ausreicht. Es ist keine adäquate Antwort, einfach zu sagen, dass Verbrechen vorsätzlich und Delikte zufällig sind, weil das ökonomische Modell des Deliktsrechts, wie oben skizziert, den Vorsatz leicht berücksichtigen kann (siehe z.B. Landes und Posner, 1987(3), Kap. 6). Ökonomen suchen daher nach einem tieferen Grund.
Calabresi/Melamed: Eine interessante Perspektive, die von Calabresi und Melamed (1972)(4) vorgeschlagen wird, ist, dass das Strafrecht benötigt wird, um die GTS (General Transaction Structure) durchzusetzen. ((s) Allgemeine Transaktionsstruktur, >Transaktionskosten/Coleman).
Beispiel: (...) ein Dieb, der das Eigentum eines anderen stiehlt - das heißt, einen Anspruch, der durch eine Eigentumsregel geschützt ist. Wenn der Dieb erwischt wird, warum soll er dem Opfer nicht einfach den Wert des gestohlenen Eigentums zahlen? Wenn dem Dieb das Eigentum mehr wert ist als dem Eigentümer, würde diese "Transaktion" zu einem "effizienten Diebstahl" führen, was nicht anders erscheint als die gerichtliche Auferlegung der Haftung für funkensprühende Eisenbahnen oder andere Schädiger.
Vollstreckung: Wenn wir die Gültigkeit von Zwangstausch als effizient in diesen Kontexten akzeptieren, warum sollten wir dann nicht bereit sein, sie in allen solchen Fällen von Zwangstausch zu akzeptieren? Die Frage erweist sich als schwierig und wird durch das BPS-Modell der Kriminalität (>Strafrecht/Becker) umgangen, das einfach die Existenz der kriminellen Kategorie als gegeben annimmt und dann die optimale Durchsetzungspolitik ableitet.
Lösung/Haftungsregeln: (...) der Grund, warum Haftungsregeln nicht allgemein als Grundlage für den Austausch nach dem GTS zugelassen sind[:] Die [H]aftungsregeln verlangen von den Gerichten, den Wert des Anspruchs an den Eigentümer nachträglich zu schätzen,
Parisi I 23
was bedeutet, dass es keine Garantie dafür gibt, dass der resultierende Austausch effizient ist. Eigentumsregeln: Im Gegensatz dazu stellen Eigentumsregeln sicher, dass nur effiziente Tauschvorgänge stattfinden, da der Eigentümer das Recht hat, die Transaktion abzulehnen. Aus diesem Grund werden Eigentumsregeln bevorzugt, wenn die Transaktionskosten niedrig sind.
Strafe: (...) was passiert, wenn ein Dieb die Eigentumsregel eines Eigentümers verletzt, indem er den geschützten Gegenstand stiehlt? Wenn das Rechtsmittel einfach darin besteht, den Dieb zur Zahlung einer Entschädigung zu verpflichten, dann hat er es geschafft, die Eigentumsregel in eine Haftungsregel zu verwandeln. Um dies zu verhindern, ist eine weitere Sanktion (oder "Kicker") erforderlich, um den Dieb davon abzuhalten, die GTS (General Transaction Structure) überhaupt zu verletzen, d.h. den Markt zu umgehen. Diese erhöhte Sanktion stellt die strafrechtliche Sanktion dar.
Sanktion/Entschädigung: Wichtig ist, dass die betreffende Sanktion als Strafe für eine illegitime Transaktion gedacht ist, im Gegensatz zu einer Kompensation für eine legitime Transaktion (Cooter, 1984)(5). Es ist dieser Aspekt des Strafrechts, der es vom Deliktsrecht unterscheidet und damit eine Auflösung des Paradoxons des "effizienten Diebstahls" bietet. >Strafrecht/Wirtschaftstheorien.

* Siehe z.B. Friedman (2000(1), Kap. 18) und Posner (1983)(2).

1. Friedman, David (2000). Law’s Order: What Economics Has to Do with the Law and Why It Matters. Princeton, NJ: Princeton University Press.
2. Posner, Richard (1983). The Economics of Justice. Cambridge, MA: Harvard University Press.
3. Landes, William and Richard Posner (1987). The Economic Structure of Tort Law. Cambridge, MA.: Harvard University Press.
4. Calabresi, Guido and A. Douglas Melamed (1972). “Property Rules, Liability Rules, and Inalienability: One View of the Cathedral.” Harvard Law Review 85: 1089–1128.
5. Cooter, Robert (1984). “Prices and Sanctions.” Columbia Law Review 84: 1523–1560.


Miceli, Thomas J. „Economic Models of Law“. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Vol 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press.

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Verhalten Evolutionäre Psychologie Corr I 268
Verhalten/Evolutionäre Psychologie/Figueredo: Ein scheinbar paradoxer Vorschlag, der sich aus der evolutionären Psychologie ableiten lässt, ist, dass Persönlichkeitsunterschiede zwar wahrscheinlich anpassungsfähig sind, aber auch die Verhaltensflexibilität von Individuen einschränken. MacDonald (1998)(1) schlug vor, dass verschiedene Charakterzüge am besten für den Beruf in verschiedenen sozialen und ökologischen Nischen geeignet sind. Anders betrachtet bedeutet dies, dass Individuen in ihrem Verhaltensrepertoire aufgrund der besonderen Geeignetheit von Persönlichkeitsmerkmalen, die sie besitzen, aufgrund von Vererbung und Umweltfaktoren eingeschränkt sein können. Tatsächlich ist nach Ansicht einiger Psychologen, die die Situationsseite der Debatte über die Person-Situation bevorzugen (z.B. Mischel, Shoda und Smith 2004(2)), die Definition einer Persönlichkeitsstörung selbst eine unveränderliche Persönlichkeit angesichts der sich verändernden Umweltbedingungen, denen eine Person begegnet. >Situationen/Mischel. Vgl. >Ökologie/Evolutionäre Psychologie, >Nischen/Evolutionäre Psychologie, >Adaption/Evolutionäre Psychologie.
FigueredoVsMischel: Begegnungen. Im Gegensatz dazu schlagen wir vor, dass die biologische Bereitschaft und die Entwicklungsplastizität bestimmter Verhaltensweisen unabhängig voneinander variieren können und müssen (Figueredo, Hammond und McKiernan 2006)(3).


1. MacDonald, K. B. 1998. Evolution, culture, and the five-factor model, Journal of Cross-Cultural Psychology 29: 119–49
2. Mischel, W., Shoda, Y. and Smith, R. E. 2004. Introduction to personality: toward an integration, 7th edn. Hoboken, NJ: John Wiley & Sons
3. Figueredo, A. J., Hammond, K. R. and McKiernan, E. C. 2006. A Brunswikian evolutionary developmental theory of preparedness and plasticity, Intelligence 34: 211–27


Aurelio José Figueredo, Paul Gladden, Geneva Vásquez, Pedro Sofio, Abril Wolf and Daniel Nelson Jones, “Evolutionary theories of personality”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Verstand Kant I 87
Def Verstand/Kant: das Vermögen der Begriffe. Auch der reine Verstand kann Erkenntnisquelle sein, für »philosophische« Erkenntnis, und für formal-logische. Begriff/Kant: nichts als die Synthesis ist möglicher Anschauungen, die a priori nicht gegeben sind. Philosophische Sätze sind deshalb immer allgemeine Grundsätze für mögliche empirische Anschauungsverbindung, zum Beispiel der Grundsatz der Kausalität.
I 93
»Innere« Handlungen des Verstandes/Kant: »innerer Sinn, dessen Form die Zeit ist«. - Die Bilder, welche die objektiven Einheiten der Dinge vorschreiben, sind Bilder des Ich von sich in der Zeit. - Die Einheit des Bewusstseins des Gegenstands ist dann zugleich die Einheit des Gegenstands. - > Schematismus: erkennt Kategorien als geeignet als Anschauungsbestimmungen.
I 99
Verstand/Kant: Begriff - Urteilskraft: Urteil - Vernunft: Schluss. - Alle drei bilden die Vernunft in weiteren Sinn.
Münch III 327
Def Verstand/Kant: das Vermögen der Regeln . Für Kant ist der Verstand getrennt von der Anschauung. Holenstein: der entsprechende moderne Begriff ist Intelligenz.
Elmar Holenstein, Mentale Gebilde, in: Dieter Münch (Hg) KognitionsWissenschaft, Frankfurt 1992

Strawson V 24
Verstand/Kant: allgemeine Funktionen auch ohne Sinnlichkeit. - Reine Verstandesbegriffe: = Kategorien.
V 25
Schematismus: Übergang zu Kategorien-in-Gebrauch. - Nur Zeit, ohne Raum. - Transzendentale Deduktion: jede Kategorie muss in der Erfahrung eine Anwendung haben. StrawsonVsKant: das ist logisch fehlerhaft.

Bubner I 103
Kant/neu: Verstandeshandlung besteht im Urteilen, Tafel reiner Verstandesfunktionen, die aber in Ansehung alles Objekts unbestimmt sind. Aus der Handlung ergibt sich die Vereinigungsleistung. Sie ist nicht von außen angestoßen! >Synthesis/Kant.

Adorno XIII 105
Verstand/Kant/Adorno: soweit es sich um die Vernunft handelt, die sich auf die Möglichkeit bezieht, Inhaltliches, Materiales zu erkennen, spricht Kant von Verstand. Verstandestätigkeit/Kant: ist die Vernunfttätigkeit, die sich auf ein Material bezieht, das ir azus den Sinnen zugekommen ist und das sie vereinheitlicht und sich mit dessen Synthesis befasst.
Vernunft/Kant: hier soll diese Tätigkeit nicht mehr gebunden sein an ein solches Material, sondern frei davon sein. In der kognitiven oder noologischen Bedeutung gibt die Vernunft uns wenigstens die Regulative, in deren Sinn unsere Erfahrung von Sinnlichem fortschreiten soll. Vernunft in diesem prägnanten Sinn wäre als die Fähigkeit, Ideen zu erkennen.
Vernunft/Kant/Adorno: in einem dritten Sinn gibt die Vernunft in vollkommener Freiheit ihre Objekte sich selbst. Das ist der praktische Gebrauch der Vernunft. Paradoxerweise sind wir hier nach Kant gerade
Adorno XIII 106
nicht gebunden an einen Stoff. Praktische Vernunft/Kant/Adorno: unsere Vernunft oder wir verhalten uns praktisch, insofern wir rein nach der Vernunft und nach ihren Zwecken handeln, ohne dass wir diese Zwecke uns vorgeben ließen.
Zweck/Kant/Adorno: Damit dürfen wir uns diese nur von unserem eigenen Prinzip, dem, innersten Prinzip der Subjektivität selber vorgeben lassen.
Vernunft/Kant/Adorno: ist dann eine absolute Tätigkeit des Geistes im Gegensatz zu einer durch Materialen eingeschränkten. Damit wird sie zu einer höheren und gewissermaßen zur Gegeninstanz des Verstandes.
Adorno XIII 110
Verstand/Kant/Adorno: diejenige Vernunfttätigkeit, die sich bezieht auf die Ordnungsfunktionen, die wir gegenüber einem uns nach Kant von außen zukommenden und in sich chaotischen, nicht strukturierten, in sich ganz unbestimmten Material ausüben. Vernunft/Kant: reflektiert noch einmal auf den Verstand, auf den Gebrauch, den der Verstand von sich selbst macht und danach beurteilt, entscheidet, ob er im Sinne der Zwecke, die er sich
Adorno XIII 111
sich selbst gibt, ein höhergearteter sei.
Adorno XIII 112
Vernunft/Hegel/Adorno: bei Hegel und schon bei Kant finden sich Anklänge der Verdinglichung der Vernunft in dem Sinne, dass der gemeine Mann nicht zu viel nachdenken soll.
Adorno XIII 113
Vernunft/Horkheimer/Adorno: Problem: die Vernunft soll das Prinzip der Freiheit, aber gleichzeitig auch ein Gesetz und insofern etwas schlechterdings Repressives sein. In ihrem Begriff selber ist das Verhältnis von Freiheit und Zwang aber eigentlich nicht artikuliert worden.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Verstehen Field I 51
Verstehen/Definition/Field/(s): Wir verstehen auch undefinierte Begriffe oder Operatoren: Bsp Negationsoperator oder Existenzquantor. Field: Diese sind nicht definierbar.
I 245
Konjunktion/Verstehen/Paradoxien/Field: Konjunktion von Sätzen: hat nur Sinn, wenn die Sätze vorher verstanden sind, d.h. dass die Konjunktion selbst (und aus ihr konstruierte Sätze) nicht als Konjunkt erlaubt sind. > Semantische Paradoxien; - (s) >Alles was er sagte. - Lösung: ist die Hierarchie von Prädikaten.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Vertragstheorie Gauthier Gaus I 107
Vertragstheorie/Liberalismus/Gauthier/Gaus: (...) In den letzten 20 Jahren wurde Hobbes als ein Kernmitglied des liberalen Pantheons eingeführt. Neben seiner schonungslosen individualistischen Analyse des Menschen in der Gesellschaft wurde die Liberalisierung von Hobbes durch seine Vertragstheorie und die Art und Weise vorangetrieben, in der er sich für spieltheoretische Modellierungen eignet, vor allem in den Arbeiten von Jean Hampton (1986(1); für eine Diskussion siehe Kraus, 1993(2)). Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass Hobbes überhaupt keine moralisch-vertragliche Theorie angeboten hat: Die Naturgesetze sind vorvertragliche Moralnormen, und der Vertrag betrifft die Institution eines politischen Souveräns, nicht die Vereinbarung von Moralnormen. Gauthier: Wie David Gauthier (1995(3)) betont hat, beinhaltet der Hobbes'sche Vertrag jedoch eine Ermächtigung des Souveräns, die Vernunft als rechte Vernunft einzusetzen, einschließlich seiner Argumentation darüber, was die Moral verlangt; es handelt sich also um einen politischen Vertrag, der die Moral subsumiert. Auf jeden Fall haben neuere, von Hobbes inspirierte Analysen - vor allem Gauthier (1986)(4) - den Hobbes'schen Ansatz in eine Darstellung der gerechtfertigten Moral umgewandelt, die ihrerseits liberale Regelungen befürwortet (zu Zweifeln am Hobbes'schen Stammbaum von Gauthier siehe Lloyd, 1998(5)). >Hobbes/Wirtschaftstheorien.
Gaus I 108
Gauthier argumentiert, dass rationale Maximierer, um ihre Ziele am besten verfolgen zu können, damit einverstanden wären, keine Maximierungsentscheidungen mehr zu treffen. Wenn Individuen eine Disposition annehmen könnten, dem Gesellschaftsvertrag zu gehorchen, wäre das zweite Problem, das der Einhaltung, gelöst; sobald sie diese Disposition - diese Neigung zum Handeln - haben, treffen sie ihre Entscheidungen nicht mehr durch Berechnung dessen, was ihre Ziele am besten voranbringt, sondern auf der Grundlage dessen, was ihre Ziele in einer durch den Vertrag erlaubten Weise voranbringt. Wenn sich die Menschen diese Veranlagung zu eigen machen würden, dann würden sie, etwas paradoxerweise, besser in der Maximierung abschneiden, da sie die Vereinbarung, die allen zugute kommt, einhalten könnten. Gauthier nennt dies "eingeschränkte Maximierung" (1986(4): 158). Problem: (...) das wirklich Rationale ist, den Anschein zu erwecken, sich selbst in einen eingeschränkten Maximierer zu verwandeln, während andere sich wirklich in eingeschränkte Maximierer verwandeln. Gauthier hat eine zweiteilige Antwort.
(1) Eingeschränkte Maximierer haben nicht die unbedingte Veranlagung, sich selbst einzuschränken, egal mit wem sie interagieren. Sie sind nur bereit, mit denjenigen, die ebenfalls eingeschränkte Maximierer sind, in eingeschränkter Weise zu handeln.
(2) Gauthier besteht darauf, dass wir nicht völlig undurchsichtig zueinander sind; bis zu einem gewissen Grad können wir in andere hineinsehen und kennen ihre Dispositionen. Wie er es ausdrückt, sind wir "durchsichtig". Daher, so Gauthier abschließend, würde ein rational handelnder Akteur nicht versuchen, ein zwangloser Maximierer zu bleiben, wenn andere sich selbst zu zwanghaften Maximierern machen. >Rationale Entscheidung/Gauthier.


1. Hampton, Jean (1986) Hobbes and the Social Contract Tradition. Cambridge: Cambridge University Press.
2. Kraus, Jody S. (1993) The Limits of Hobbesian Contractualism. Cambridge: Cambridge University Press.
3. Gauthier, David (1995) ‘Public reason’. Social Philosophy & Policy, 12 (Winter): 19–42.
4. Gauthier, David (1986) Morals by Agreement. Oxford: Clarendon.
5. Lloyd, S. A. (1998) ‘Contemporary uses of Hobbes’s political philosophy’. In Jules S. Coleman and Christopher Morris, eds, Rational Commitment and Social Justice: Essays for Gregory Kavka. Cambridge: Cambridge University Press.

Gaus, Gerald F. 2004. „The Diversity of Comprehensive Liberalisms.“ In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Vollständigkeit Poundstone I 252
Labyrinthe/Poundstone: nehmen das Grundproblem der Schlussfolgerung voraus, nämlich die Frage danach, wie man ein Paradox erkennt. - (NP-vollständig). "Rechtsregel": wird durch Inseln überwunden und ist daher ineffizient. - Lösung: Tremaux: einen Faden abrollen, bei einer Sackgasse zum letzten Knoten zurück gehen, Sackgassen markieren. - Zwei Brotkrumen markieren alte Sackgassen. - Bei alten Knoten den noch nicht gewählten Weg wählen.
I 259
Das führt dazu, entfernte Gebiete zuerst zu erforschen.
I 267
"Problem des längsten Wegs": gibt es einen einfachen Weg? - Probieren führt nicht direkt zum kürzesten - kein intelligenter Algorithmus verfügbar.
I 270
NP-vollständig/Poundstone: die Antworten sind leicht zu überprüfen! - Bsp Labyrinth: der richtige Weg ist vielleicht nur zwei Knoten entfernt, aber man musste viele Kombinationen durchprobieren.
I 282
Poundstone: es ist bewiesen, dass NP-Probleme nicht mit dem Computer gelöst werden können.
I 274
Kombination/Permutation/Kombinatorik: P: Polynomialfunktion: n² - Bsp Puzzle mit 5000 Teilen,. lösbar - NP : Exponentialfunktion. 2n. Bsp Ein Labyrinth mit 5000 Wegen - nicht lösbar. - Polynomialfunktionen allgemein: schwer lösbar. NP: "nichtdeterministisch polynomialzeitlich vollständig".
I 276
Bisher gibt es keinen Beweis, dass NP-Probleme nicht in Polynomialzeit lösbar sind- - Aber wir haben keine empirischen Belege. - Der Prozess der logischen Inferenzen ist selbst ein NP-Problem. - Unsere Schlüsse über die Welt sind begrenzt.
I 281
Der Kettenschluss, die eigentliche Grundlage unseres Wissens, kann in Polynomialzeit erkannt und auf Widersprüche überprüft werden - (Liste - als Labyrinth aber nicht begehbar).

Poundstone I
William Poundstone
Im Labyrinth des Denkens Hamburg 1995
Wahrheitsprädikat Logik-Texte III 41
W-Prädikat/Read: nach der Korrespondenztheorie ein substanzielles Prädikat, das Aussagen eine relationale Eigenschaft zuweist.
V 178
W-Prädikat/Ebenen/Tarski/Sainsbury: die > href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/gesamtliste.php?thema=Objektsprache">Objektsprache darf kein Prädikat enthalten, das genau auf ihre wahren Sätze zutrifft. - ((s) Die Alltagssprache enthält ein solches Prädikat jedoch.) - > Paradoxien. Siehe auch Reichhaltigkeit, >Semantische Abgeschlossenheit.
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001
Wahrheitsprädikat Quine VI 115
W-Prädikat/Quine: ist durchsichtig - Zitattilgung liefert keine Erklärung des W-Prädikats, weil keine Eliminierbarkeit - wegen der Durchsichtigkeit aber dennoch Auskunft, was es heißt, dass ein Satz wahr ist. - Gerade durch die Laxheit werden Paradoxien vermieden.
X 31
W-Prädikat/Quine: zeigt durch den Satz hindurch auf die Wirklichkeit. - Es erinnert daran, dass, obwohl Sätze erwähnt werden, noch immer die Wirklichkeit das ist, worum es geht. - ((s) Das W-Prädikat macht den >semantischen Aufstieg rückgängig.)
X 32
W-Prädikat/semantischer Aufstieg/sA/Quine/(s): W-Prädikat macht den semantischen Aufstieg quasi rückgängig, weil es dafür sorgt, dass man (im semantischen Aufstieg) nicht über die Sprache reden muss. - Quine: es erinnert im Aufstieg daran, dass wir es auf die Welt abgesehen haben. - Indem wir den Satz wahr nennen, nennen wir den Schnee weiß. - W-Prädikat: macht die Anführungszeichen (AZ) rückgängig. - Satz: einfach aussprechen, um ihn zu behaupten - Dann keine Anführungszeichen und kein W-Prädikat. - W-Prädikat: nötig bei Verallgemeinerung über unendlich viele Sätze: Bsp "alle Sätze der Form "p oder nicht p" sind wahr". - W-Prädikat: stellt Bezugnahme auf Gegenstand wieder her, den der semantische Aufstieg beseitigt hat.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Werttheorie Neoklassiker Mause I 53f
Werttheorie/Neoklassik: die Neoklassik, insbesondere die Konsumtheorie basiert auf der subjektiven Wertlehre, d.   h. der Annahme, dass der Wert eines Gutes ausschließlich von dessen subjektiv empfundenem Nutzen abhängt. These vom abnehmenden Grenznutzen: siehe Grenznutzen/Neoklassik. Das Grenznutzenausgleichsgesetz impliziert, dass der Tauschwert, also der Preis eines Gutes, vom Grenznutzen, also dem marginalen Nutzwert, determiniert wird. Auf diese Weise konnte das berühmte Wertparadoxon gelöst werden, das darin besteht, dass wichtige und nützliche Güter (wie Wasser) viel billiger als unwichtige und wenig nützliche Güter (wie Diamanten) sein können. Da der Grenznutzen den Preis bestimmt und jener mit der Zunahme der zur Verfügung stehenden Menge sinkt, können auch sehr nützliche Güter billig sein, wenn sie reichlich vorhanden sind, bzw. wenig nützliche Güter teuer sein, wenn sie selten sind.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Widersprüche KI-Forschung Norvig I 621
Widersprüche/KI-Forschung/Norvig/Russell: Wenn menschliche Informanten auf widersprüchlichen Präferenzurteilen bestehen, gibt es nichts, was automatisierte Agenten tun können, um mit ihnen konsistent zu sein. Glücklicherweise sind Präferenzurteile von Menschen oft offen für eine Revision angesichts weiterer Überlegungen. Paradoxa wie das >Allais-Paradoxon werden stark reduziert (aber nicht eliminiert), wenn die Entscheidungen besser erklärt werden. In einer Arbeit an der Harvard Business School über die Bewertung des Nutzens von Geld fanden Keeney und Raiffa (1976, S. 210)(1) das Folgende heraus: "Die Probanden sind im Kleinen tendenziell zu risikoscheu und daher . . . weisen die angepassten Nutzenfunktionen für Lotterien mit großer Streuung unakzeptabel hohe Risikoprämien auf. . . . Die meisten Probanden können jedoch ihre Ungereimtheiten in Einklang bringen und fühlen, dass sie eine wichtige Lektion darüber gelernt haben, wie sie sich verhalten wollen. Infolgedessen kündigen einige Subjekte ihre Kfz-Kaskoversicherung und schließen mehr Risikoversicherungen für ihr Leben ab." >Framing-Effekt/Norvig, >Ankereffekt/Norvig, >Entscheidungen/KI-Forschung, >Präferenzen/Norvig, >Rationalität/KI-Forschung.


1. Keeney, R. L. and Raiffa, H. (1976). Decisions with Multiple Objectives: Preferences and Value Tradeoffs. Wiley.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Wissen Buridan Poundstone I 186
Jean Buridan, "Sophismata": Wissen/WissensParadoxie/Buridan/Poundstone: Bsp "Niemand glaubt diesen Satz" Wenn das wahr ist, glaubt es niemand und infolgedessen weiß es niemand. Wenn es falsch ist, glaubt es mindestens ein Mensch, aber niemand (weder Gläubige noch Ungläubige) weiß es, weil es falsch ist. Also ist es unmöglich, dass jemand weiß, dass dieser Satz wahr ist! +...
Poundstone I 187
Es könnte ein allwissendes Wesen geben, das jeden Ihrer Glauben kennt und zu jedem Zeitpunkt sagen, ob Sie ihn glauben. Bsp "Niemand weiß, was hier steht"
Wenn es wahr ist, weiß es niemand, wenn es aber falsch ist, Widerspruch: niemand kann etwas Falsches Wissen. Also kann das was da steht, nicht falsch sein. Es ist eine unbezweifelbare Wahrheit, die niemand Wissen kann.

Poundstone I
William Poundstone
Im Labyrinth des Denkens Hamburg 1995
Wissen Logik-Texte Re III 202
Read: aus Wissen folgt Wahrheit.
Sai V 141
Wissensparadoxie/unerwartete Prüfung/Sainsbury: es tut nichts zur Sache, dass die Schüler Erwartungen haben könnten, zu denen sie nicht berechtigt sind.
V 143
Gerade, dass wir glauben, die Lehrerin widerlegt zu haben und ihr damit die Möglichkeit genommen zu haben, die Arbeit schreiben zu lassen, lässt die Ankündigung wieder wahr werden. - Variante: die Klasse weiß von der Wahrheit der Ankündigung. - Dann kann n die Klasse zeigen, dass sie nicht wissen kann, dass sie wahr ist. - Variante: die Ankündigung enthält zusätzlich die Tatsache, dass die Klasse aufgrund der Ankündigung nicht weiß... - Bsp A1 "ihr werdet am betreffenden Morgen nicht wissen..." - fragwürdiges Prinzip: "wenn man weiß... dann weiß man, dass man es weiß" - Pointe: eine Paradoxie entsteht erst, wenn man auf W(A1) schließen muss.
V 148
Variante: Ankündigung: A2 Entweder [M und nicht-WM (Wenn A2, dann M)] oder [D und nicht-WD (Wenn A2, dann D)] - Neu: das ist selbstbezüglich - Problem: dann weiß man am Dienstag (Wenn A2, dann D) daß A2 falsch ist.
Sai V 150
echte Wissensparadoxie/Sainsbury: A3 W (nicht-A3) Bsp Man weiß, dass die Ankündigung falsch ist - so kommen wir zu MV 3 (...) u.a.: "was bewiesen wird, wird gewusst". - MV 3: 1. Angenommen, A3 - 2. W (nicht A3) (Definition von A3) -3. Nicht-A3 (was gewusst wird, ist wahr) - 4. Wenn A3, dann nicht A3 - (1-3 zusammengefasst) - 5. Nicht-A3 (nach 4.) - . Nicht-W (nicht-A3) (nach 5. + Definition von A3) - 7. W (nicht-A3) - (5. + was bewiesen ist, wird gewusst). - 6 und 7. widersprechen sich.
V 160
locus classicus: Montague/Kaplan.
Sai V 155
Glaubensparadoxie/Sainsbury: G1 a glaubt nicht, was G1 sagt. - Wenn a G1 glaubt, dann kann er verstehen, dass er etwas Falsches sagt. - Das enthält zwei Annahmen: 1) Dass a verstehen kann, dass G1 falsch ist, wenn er an es glaubt, und wahr, wenn er nicht an es glaubt - 2) Dass a verstehen wird, was er verstehen kann - jetzt kann man unter Einsetzen von Vernünftigkeit, Selbstbewusstsein, sowie Geschlossenheit und Verstehen die Paradoxie analog zur Wissensparadoxie konstruieren.
V 156
Selbstbewusstsein: Wenn G(f), dann G[G( f)]. - Vernünftigkeit: Wenn G(f) dann nicht-G (nicht-G). - Geschlossenheit: Wenn G(wenn f, dann y) und G(nicht-y), dann G(nicht-f). - Obwohl Glauben nicht Wissen beinhaltet, kann man die gleich Paradoxie konstruieren.
V 160/61
Wissen/Glauben/Wissensparadoxie/Sainsbury: es gibt eine Diskussion, ob Wissen bzw. Glauben korrekt durch einen Operator oder ein Prädikat wiedergegeben werden sollte. - Bsp Operator: A1 ist wahr . - Bsp prädikativ: wird es mit Namen von Ausdrücken zu tun haben, statt mit deren Gebrauch. Montague/Kaplan: prädikative Version, um auszuschließen, dass Operatoren die Schuld haben.
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001
Zeichen Millikan I 6
Zeichen/Millikan: ich werde eine allgemeine Zeichentheorie auf Basis von Fregeschen Sinnen aber im Sinn von Peirce aufstellen, damit sollen konventionelle Zeichen, aber auch Gedanken abgedeckt werden.
Das hat eine wichtige Konsequenz:
Sinn/Sense/Millikan: ist das grundlegende intentionale oder semantische Merkmal, aber es ist nicht Referenz und auch nicht Intension. Es ist nicht einmal durch Intension festgelegt! Daher gibt es ein erkenntnistheoretisches Problem der Intentionalität:
Intentionalität/Millikan: These: wir können nicht a priori Wissen, was wir denken! Weil der Sinn nicht durch Referenz festgelegt ist! Das liefert eine Unterstützung des Realismus.
Gegebenes/Millikan: MillikanVsMythos des Gegebenen. Für zu einem falschen „Foundationalism“ der Erkenntnistheorie.
VsKorrespondenztheorie: damit wird auch die Korrespondenztheorie zurückgewiesen
I 7
und zwar nicht nur als „Test für Wahrheit“ sondern auch als „Natur der Wahrheit“. Jedenfalls nach einer populären Sichtweise. Das ist aber nicht ohne Paradoxien.
Wissen/Naturalismus/Millikan: die Fähigkeiten eines Wissenden sind ein Produkt Natur, wie der Wissende selbst. Wissen muss etwas sein, was man in der Welt tut. Es ist eine natürliche Relation zur Welt.

I 70
Zeichen/konventionelle//Millikan: werden normalerweise ohne Überlegung gebraucht. Konvention: was konventionelle Zeichen konventionell macht, ist dass sie Eigenfunktion haben, die unabhängig vom besonderen Gebrauch sind.
I 126
Zeichen/Millikan: jedes Zeichen ist entweder intentional oder nicht intentional. Nur wenn es intentional ist, ist es wahr/falsch. Intentionalität/Millikan: lässt Abstufungen zu.


Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Zeitreisen Lewis V 67
Zeitreisen/Lewis: These: Zeitreisen sind möglich. - Die Paradoxa sind bloß Merkwürdigkeiten. - Sie beinhalten eine Diskrepanz zwischen Zeit und Zeit - Problem: wie kann zweimal dasselbe Ereignis (Abfahrt und Ankunft) durch zwei verschieden lange Zeitdistanzen getrennt sein. - Falsch: mehrere Zeitdimensionen zu postulieren. - Denn auf einer Fläche würde der Zeitreisende seine Kameraden nicht finden.
V 69
Lösung: Trennung von externer Zeit und persönlicher Zeit des Reisenden, gemessen an seiner Uhr - egal, mit der Uhr passiert - wir wollen Zeit nämlich nicht operational definieren, sondern funktional. - D.h. die Uhr sei unfehlbar per definitionem.
V 70
Funktionale Rolle im Ereignismuster des Zeitreisenden. - Bsp auch sein Haar wächst, aber das ist nicht Zeit, sondern hat nur dieselbe Rolle wie im normalen Leben. - Es ist die persönliche Zeit des Reisenden - das ist hinreichend, um das zeitliche Vokabular zu übertragen.
V 71
Zeitreisen: das Leben des Reisenden ist wie eine Eisenbahnstrecke: Bsp ein Ort 2 Meilen östlich kann genauso gut ein Ort 9 Meilen westlich sein. - Bsp Schleife: die Strecke führt einmal über einen früheren Abschnitt ihrer selbst. - Externe Zeit: einmalige Begegnung - persönliche Zeit: mehrmalige - Ereignis: getrennt in der persönlichen, vereint in der externen Zeit. - Zeitreisender: ist aber nicht zweimal in voller Person vorhanden, sondern in zwei vollständigen Zuständen. - (> Personzustand: siehe Continuants/Lewis). - Problem: was vereint diese Stadien. - (anders als bei normalen Menschen, hier kein Problem). - Anderes Problem: wenn die Zeitreise instantan vor sich geht, gibt es einen Bruch im Zeitstrang. - Dann gibt es zwei Personen und keiner von ihnen ist der Zeitreisende.
V 73
Zeitreisen/Kausalität: 1. Die Zeitreise verlangt personale Identität und damit kausale Kontinuität. - Damit umgekehrte Richtung. - Die Richtung der kontrafaktischen Abhängigkeit und Verursachung wird von der Richtung anderer Asymmetrien der Zeit gesteuert, dann ist Rückwärtskausalität und damit kausale Schleifen nicht ausgeschlossen! - D.h. nicht, dass die Schleife als ganzes verursacht oder erklärbar ist. - Problem: Informationsübertragung - Bsp wenn die Info zum Bau der Zeitmaschine erst übertragen werden muss, gibt es keine Lösung. - Man muss Person und Personstadien des Zeitreisenden gleichzeitig definieren. - Sonst zirkulär wechselseitig vorausgesetzt.
V 74f
Für die Zeitreise brauchen wir nur den dreidimensionalen Raum ohne Zeit als vierte Dimension.
V 75f
Zeitreise/Großvater-Paradox: Vergangenheit nicht änderbar, weil Momente nicht in zeitliche Teile aufteilbar, die vertauscht werden könnten - Mord am Großvater ist entweder in der Vergangenheit zeitlos enthalten oder zeitlos nicht enthalten. - Falsch: Original und neue Vergangenheit: statt dessen: ein und dasselbe zweimal lokalisiert (wie Bahnübergang in achtförmiger Bahnstrecke). - Also ist Töten in der Zeitreise ein Widerspruch: sowohl Töten als auch Nichttöten. - Vergangenheit ist aber kein besonderer Charakter. - Auch Gegenwart und Zukunft sind nicht änderbar, weil auch ihre Momente keine zeitlichen Teile haben. - ((s) Entwicklungen wohl beeinflussbar.) - "Können" ist zweideutig: ein Affe kann kein Finnisch, wegen Anatomie, ich kann es nicht, aber ich habe es nicht gelernt. - Engere und weitere Menge von Tatsachen. - Großvatermord ist wegen enger Menge möglich: alles was man zum Mord braucht. - Aber nicht weitere Menge: Vater-Sohn-Relation, Lebensende des Großvaters usw. - Verzweigte Zeit: (Verzweigung nach dem Großvatermord) keine Lösung, weil die Vergangenheit nicht geändert wird. - Es ist konsistent dass der Großvater lebt und tot ist, aber in verschiedenen Zweigen, aber es gibt nicht zwei Ereignisse.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
Zenon Russell Bertrand Russell Die Mathematik und die Metaphysiker 1901 in: Kursbuch 8 Mathematik 1967
13
RussellVsZenon: Zenon beging nur den Fehler den Schluss zu ziehen (wenn er überhaupt Schlüsse zog), dass, weil es einen Zustand der Veränderung nicht gibt, die Welt sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt in dem gleichen Zustand befindet. Dieser Schluss ist aber nach Weierstraß daraus nicht zu ziehen.
15
Zeit: Die Verbannung der unendlich kleinen Größe hat eigenartige Folgen: z.B. gibt es nicht mehr so etwas wie einen nächsten Moment. (>Zeit/Russell). Wenn es keine unendlich kleinen Größen mehr geben soll, folgen auch keine zwei Augenblicke unmittelbar aufeinander, sondern es liegen stets weitere dazwischen. Folglich muss es zwischen zwei beliebigen Momenten eine unendliche Zahl weiterer Momente geben. Wäre die Zahl nämlich endlich, so läge einer dem ersten der beiden Momente näher und wäre somit der nächste! Gerade hier setzt die Philosophie des Unendlichen ein.
19
Zenon/Russell: Alle, die Zenon angriffen, hatten dazu kein Recht, weil sie seine Prämissen gelten ließen. Zenon berief sich vermutlich auf die Annahme, dass das Ganze mehr Elemente hat als ein Teil. 20
Dann hätte Achilles an mehr Orten gewesen sein müssen als die Schildkröte. Und daraus folgte, dass er sie nie einholen könnte.
Wenn wir das Axiom gelten lassen, dass das Ganze mehr Elemente hat als ein Teil, folgt Zenons Schluss ganz genau.

Die Beibehaltung des Axioms führt noch zu anderen Paradoxa, von denen ich eins Paradox des Tristram Shandy nenne: Es ist die Umkehrung des Zenonschen Paradox und lautet, dass die Schildkröte überall hinkommt, wenn man ihr nur genug Zeit lässt. Tristram Shandy brauchte bekanntlich zwei Jahre um den Verlauf der ersten beiden Tage seines Lebens aufzuzählen und beklagte, dass sich das Material schneller ansammelte, als er es erfassen könnte.

Russell: Ich behaupte nun, dass er, wenn er sein Leben so weitergelebt hätte, kein Teil der Biographie ungeschrieben geblieben wäre. Denn der hundertste Teil wird im Tausendsten Jahre geschrieben, usw. fortsetzbar.

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 61 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
Wissen Paradox Brendel Vs Allwissenheit I 159
Allwissenheit/semantisch/Brendel: ist der Begriff überhaupt sinnvoll in einer semantisch offenen Sprache? ((s) Hierarchie, Sprachstufen). VsAllWissenheit/Grim/Plantinga/Brendel: (Patrick Grim 1983, 1984, 1988, 1991, Gödel. Unvollständigkeitssatz, Cantor: Unmöglichkeit der Menge aller Mengen/Plantinga/Grim 1993): (analog zur Lügner-Paradoxie) These: es gibt kein allWissendes Subjekt. (PlantingaVsGrim).
BrendelVsGrim: Problem: das beruht auf einem Wissensbegriff, der von einer universellen semantisch geschlossenen Sprache ausgeht.
Lösung/Brendel: durch Annahme einer semantisch offenen Sprache (Hierarchie).
Paradoxien/BrendelVsGrim: die Paradoxien können daher nicht als Argumente gegen die Möglichkeit der AllWissenheit angeführt werden. Def AllWissenheit*/Variante/Grim/Brendel: s ist allWissend gdw. für jede Aussage A gilt: A ist genau dann wahr, wenn s glaubt, dass A und glaubt, dass A gdw. s weiß, dass A. (Grim 1983, 266ff).
I 160
Allwissenheit/GrimVsAllwissenheit/Grim/Brendel: (analog zum Lügner): eine selbstbezügliche Aussage: soll zeigen, dass es kein allwissendes Subjekt geben kann: (1) G glaubt, dass (1) falsch ist. („G“: sei ein allWissendes Subjekt)
Problem. dann kann G weder unter der Annahme, dass (1) wahr ist, noch, dass (1) falsch ist, im Sinne der Variante AllWissenheit* allWissend sein.
oWW/Grim: selbst wenn (1) als weder wahr noch falsch angenommen wird, ist es ein Argument VsAllWissenheit: denn dann muss G Wissen, dass (1) weder wahr noch falsch ist, also kann G nicht glauben, dass (1) falsch ist. (1) muss daher falsch sein. Wenn (1) jedoch falsch ist, dann glaubt G nicht, dass (1) falsch ist. Dann gibt es eine Wahrheit, die G nicht glaubt.
Wissen/metasprachlich/BrendelVsGrim: wenn wir „Wissen“ metasprachlich auffassen, spielt es zunächst eine Rolle, ob „Wissen“ als Operator oder als Prädikat aufgefaßt wird.
a) Operator: dann kann (1) nicht als echte selbstbezügliche Aussage formalisiert werden,
I 161
da der Operator die Aussage nicht mit einem Anführungsnamen erwähnen kann. Logische Form: (+) GlaubtG („A“ ist falsch) A
Erwähnung/Gebrauch/Pointe/Brendel: A wird zwar durch „ist falsch“ erwähnt und steht daher in AZ, die Aussage „A ist falsch“ wird jedoch als Argument des Glaubensoperators nicht erwähnt, sondern gebraucht.
I 162
Glaubensinstabilität/Glauben/Instabilität/Burge/Kroon/Brendel:: (Burge 1984, Sorensen 1987, Kroon 1993): epistemische Paradoxie der Glaubensinstabilität als Problem rationaler Entscheidung: VsAllWissenheit: diese Paradoxie soll die Existenz eines allWissenden Subjekts ad absurdum führen: es wird eine Aussage konstruiert, zu der kein epistemisches Subjekt eine rational vertretbare Position beziehen kann.
I 164
VsAllwissenheit/Brendel: die Unmöglichkeit eines allwissenden Subjekts lässt sich aber auch durch die Unabgeschlossenheit einer unendlichen Sprachstufenhierarchie beweisen.
I 165
Wissen/Brendel: alles was ein Subjekt wissen kann, ist Wissen auf einer bestimmten Sprachstufe.

Bre I
E. Brendel
Wahrheit und Wissen Paderborn 1999
Wissen Paradox Barrow Vs Bohr, N. I 244
Messen: Größtes Problem mit Kopenhagener Deutung: Was ist eine Messung? Bohr: eine Messung wird gemacht, wenn die unendlich ausgebreitete Wellenfunktion an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten aber nicht vorhersagbaren Zustand "kollabiert". ( Bsp Doppelspalt). Frage: kollabiert die Wellenfunktion des Neutrons, wenn es auf die Photoplatte trifft, die die Rolle des unbelebten Beobachters spielt, oder kollabiert sie, weil ein Physiker das Gesamtsystem der Interaktion von Wellenfunktion des Neutrons mit dem Film beobachtet? Wo und wann kollabiert die Wellenfunktion eigentlich?
VsBohr: das Problem der Bohrschen Deutung ist, dass sie nicht wirklich vorgibt zu beschreiben was Quanten Zustände und Meßvorrichtungen sind, sondern nur, in welcher Beziehung sie zueinander stehen.
Klar ist nur, dass der Meßvorgang Eigenschaften hat, die genau entgegengesetzt sind denjenigen, die vorliegen, wenn keine Messung stattfindet.
I 245
Während die Wellenfunktion deterministisch, linear, stetig und lokal ist, und keine ausgezeichnete Zeitrichtung kennt, ist der Meßvorgang fast zufällig, nicht linear, unstetig, nicht lokal und nicht umkehrbar. Schrödinger akzeptierte niemals die Kopenhagener Deutung. Bsp Schrödingers Katze: eine Katze ist zusammen mit einem Geigerzähler und einer schwachen radioaktiven Quelle in eine Stahlkammer eingesperrt.
Wenn der Zeiger innerhalb von einer Stunde einen dieser Zerfallszufälle registriert, setzt er Giftgas frei, das die Katze rasch tötet. Wenn während dieser Stunde kein Atom zerfällt, überlebt die Katze.
Nach der Kopenhagener Deutung, so behauptet Schrödinger, hat die Katze bevor wir in die Stahlkammer blicken, einen Zustand aus einer Mischung von tot und lebendig. Wann und wo wandelt sich der Zustand von weder tot noch lebendig in den einen oder anderen?
(Variante des Bsp mit einer Raumkapsel, in dem die Katze von einem Augenblick zum anderen seit Jahren tot ist.)
I 246
Schrödinger wollte zeigen, dass die Quantentheorie die Wirklichkeit nicht vollständig beschreibt. Wir sollten unser Wissen von der Katze in einem verwirrten Zustand sehen, nicht die Katze selbst. BohrVsSchrödinger dagegen hätte behauptet, dass es so etwas wie "die Katze selbst" gar nicht gibt. Die einzige existierende Wirklichkeit ist unser Wissen über die Katze. Darüber hinaus verringert der makroskopische Maßstab die Bedeutung des Bsp.
Vs: Wir könnten einwenden, dass wir nicht Wissen, ob eine Katze in einem gemischten Zustand ist, wenn wir eine sehen. Wenn jetzt Laser dazu gebracht werden könnten, uns gemischte Zustände zu zeigen, wären diese doch nicht makroskopisch.
Eugene Wigner, John v. Neumann: These: nur bestimmte Meßgeräte können die Wellengleichung zusammenbrechen lassen, nämlich solche, die ein Bewusstsein haben, ähnlich wie Menschen.(Etwas überraschend für Logiker).
Das könnte als Argument gegen Quantencomputer aufgefasst werden. Barrow: bevor wir solche haben, können wir aber nichts darüber sagen...+..I 247.
Paradoxerweise kommt man, wenn man bewusste Beobachter in mikroskopisch kleine Teilchen zerlegt, an Ebenen der Quantenstruktur, denen erst ein Beobachter Bedeutung verleihen kann. (..+..>Bewusstsein)
>Bewusstsein heißt, dass wir nicht durch Versuch und Irrtum lernen müssen.
I 247
Wheeler: fast alle astronomischen Beobachtungen werden mit Strahlung gemacht, Quantenwellen, deren Wellenfunktion durch die Detektoren und Astronomen kollabiert sind. Bedeutet das, dass wir diese astronomischen Objekte und das Weltall selbst in gewissem Sinne zum Leben bringen, wenn wir sie heute beobachten? VsBohr: Hauptproblem, dass er der Messung eine Sonderrolle zuschreibt.

B I
John D. Barrow
Warum die Welt mathematisch ist Frankfurt/M. 1996

B II
John D. Barrow
Die Natur der Natur: Wissen an den Grenzen von Raum und Zeit Heidelberg 1993

B III
John D. Barrow
Die Entdeckung des Unmöglichen. Forschung an den Grenzen des Wissens Heidelberg 2001
Wissen Paradox Everett Vs Bohr, N. John D. Barrow Die Natur der Natur, Hamburg 1996
I 249
Viele-Welten-Deutung/Hugh Everett: Versuch einer logischen Lösung: was passiert wenn wir den Quantenmechanismus wörtlich nehmen? Nehmen wir an er beschriebe wirklich etwas, sogar den Meßprozess. Was wäre, wenn die Wellenfunktion niemals kollabierte? Damit diese realistische Position folgerichtig ist, müssen wir unser Bild der Wirklichkeit entscheidend verändern. Nach Everett spaltet sich der Zustand des Beobachters in jede der Optionen. Everett: "Jedes mögliche Ereignis tritt wirklich ein. Keines hat einen anderen Status als die anderen. (>Möwe). Alle sind gleich wirklich, aber die Wege durch die erlaubten Ereignisse sind voneinander getrennt.
I 250
"Viele Welten Deutung" der Quantenmechanik. Sie wird aus einem einzigen Grund ernst genommen: sie folgt unleugbar, wenn der mathematische Formalismus für alles in der Welt gelten soll. Wenn ihre Schlüsse vermieden werden sollen, müssen wir annehmen, dass die Quantenmechanik nicht den Meßprozess beschreibt. Die Viele Welten Deutung ist im Prinzip deterministisch. Paradoxerweise können wir die frühere Evolution unseres Zustands nicht bestimmen, weil wir nicht alle anderen Verzweigungen kennen.
Der logische Reiz der Deutung (der auch viele prominente Wissenschaftler anhängen) ist, dass sie jede Erwähnung von "Bewusstsein" oder "Beobachter" unterlässt.
Und auch keine spitzfindige Unterscheidung zwischen Systemen und Meßgeräten macht.
EverettVsBohr: vorkopernikanisch, weil der Beobachter Sonderrolle innehat.
Everetts Deutung des KatzenParadoxons ist einfach: zwei gleich wirkliche Zustände des Beobachters: einer sieht eine lebende, der andere eine tote Katze. Beide Situationen sind gleich wirklich. Wir erleben nur eine von ihnen. Die beiden Beobachter kommunizieren nicht miteinander (wo ist denn der andere eigentlich?)
Es gibt keine Meßvorgänge mehr, nur noch Beziehungen zwischen verschiedenen Zuständen.
I 251
Nach Everett sind wir dazu verurteilt, entlang einem einzelnen Zweig unserer immer gespaltenen "schizophrenen" Wirklichkeit zu irren. Die Vorstellung hat außerordentliche Folgen: alles passiert, was logischerweise passieren kann! Es gibt Welten, in denen wir nie sterben. So unwahrscheinlich die Entwicklung von Leben auch sein mag, sie muss sich im Weltall entwickeln.
Die VWD ist die einzige Deutung, die keine nicht lokalen Wechselwirkungen fordert. Der Bellsche Satz gilt nicht. Aber die Existenz von vielen Welten lässt sich schwer ein lokales Phänomen nennen.
I 252
Es scheint natürlicher, anzunehmen, dass Wellenfunktionen nie kollabieren. Zeit/Viele-Welten-Deutung/VWD/Everett/Barrow: weiteres Problem: die Zeit. Die stationäre Lösung der Schrödingergleichung für die Wellenfunktion des Weltalls enthält keine Größe, die wir "Zeit" nennen könnten. Es gibt dann keine Beschränkung für die Genauigkeit, mit der Zeit und Energie gleichzeitig gemessen werden könnten.
Wissen Paradox Simons Vs Bolzano, B. I 321
Kosmologischer Gottesbeweis/unbedingte Existenz/Bolzano/Simons: (umgeht das Problem des Gegründetseins, indem er sich auf Klassen bezieht): a) Es gibt etwas Reales, z.B. meinen Gedanken, dass es so ist.
b) Angenommen, es gibt irgendein Ding, A das unbedingt ist in seiner Existenz, dann haben wir es schon.
b) Angenommen, A ist bedingt. Dann bilde die Klasse aller bedingten realen Dinge A, B, C,... Das ist auch möglich, wenn diese Klasse unendlich ist.
d) Die Klasse aller bedingten realen Dinge ist selbst real. Ist sie bedingt oder unbedingt? Wenn sie unbedingt ist, haben wir es schon.
e) Angenommen, sie ist bedingt: Jedes Bedingte setzt die Existenz von etwas anderem voraus, dessen Existenz es bedingt. Also setzt sogar die Klasse aller bedingten Dinge, wenn bedingt, die Existenz für etwas voraus, das sie bedingt.
f) Dieses andere Ding muss unbedingt sein, denn wenn es bedingt wäre, würde es zu der Klasse aller bedingten Dinge gehören.
g) Daher gibt es etwas unbedingtes, z.B. einen Gott.
Simons: Das macht keinen Gebrauch von Gegründetheit: c) lässt die Möglichkeit einer unendlichen Kette offen.
RussellVsBolzano/Simons: Man könnte an der "Klasse aller unbedingten Dinge" Zweifel haben (> Paradoxien).
Lösung/Bolzano: Es geht eben um die realen Dinge, von denen können wir räumlich-zeitliche Lokalisierung annehmen.
2. SimonsVsBolzano: Schritt f)
I 322
Warum sollte die Klasse aller bedingten Dinge nicht von etwas innerhalb bedingt werden? Dieses wäre selbst bedingt, usw. aber jeder Versuch, den Regress zu stoppen würde wieder an Gegründetheit appellieren. ((s) Das Bedingende wäre innerhalb der Klasse der bedingten Dinge, es wäre bedingt und bedingend gleichzeitig).
Lösung/Simons: Wir brauchen zusätzlich ein Bedingungs-Prinzip.
Def Bedingungs-Prinzip (Conditioning Principle)/Simons: Wenn eine Klasse C so ist, dass jedes abhängige Element von ihr alle Objekte, von denen es abhängt, innerhalb von X hat, dann ist X nicht abhängig (Simons pro).
Simons: Das erlaubt unendliche Ketten von Abhängigkeiten. Eine Art unendlicher Abhängigkeit entsteht schon, Bsp wenn zwei Objekte sich gegenseitig bedingen.
Wenn das Bedingungs-Prinzip gilt, warum sollte die Klasse X dann noch von außen bedingt sein?
Ad Bolzano: Angenommen, wir akzeptieren sein Argument bis e). Dann kann es so weiter gehen:
h) Wenn die Klasse aller bedingten Dinge bedingt ist, dann gibt es ein Element von ihr, das von etwas abhängig ist, das nicht ein Element dieser Klasse ist (Kontraposition zum Bedingungs-Prinzip).
i) Dann ist ein solches (unbedingtes) Objekt nicht Element der Klasse aller bedingten Dinge und ist damit unbedingt.
j) Daher existiert auf jeden Fall etwas Unbedingtes.
SimonsVsAtomismus: Das ist besser als alles, was ein Atomismus zustande bringt.
Bedingungs-Prinzip/Simons: Das Bedingungs-Prinzip ist die beste Erweiterung der starken starren Abhängigkeit (7), d.h.
(N) (a 7 x ≡ (Ey)[x ε a u a 7 x] u ~ x ε a)
SimonsVsBlack: Mit der starken statt der schwachen Abhängigkeit können wir Black entgegentreten.
I 323
Gott/Mereologie/Ontologie/Simons: Jedenfalls beweist die starke starre Abhängigkeit nicht die Existenz von Gott. Sie beweist nur die Existenz eines Unbedingten, die Bolzano vorsichtigerweise "einen Gott" nennt. Unabhängigkeit/Simons: Unabhängigkeit beinhaltet keineswegs Göttlichkeit.

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987
Wissen Paradox Rorty Vs Brandom, R. VI 195
De re/objektiv/subjektiv/Brandom: (laut Rorty): mit de re Zuschreibungen will er die alte Unterscheidung subjektiv/objektiv wieder einführen. Bsp Mary glaubt von einer Kuh, dass sie ein Reh ist. >de re/>de dicto.
VI 196
RortyVsBrandom : statt dessen: Unterscheidung von besseren und schlechteren Werkzeugen. Nicht "wirkliche Beschaffenheit". Fortschritt/Brandom: immer mehr wahre Behauptungen über die Außenwelt.
Fortschritt/RortyVsBrandom: immer bessere Werkzeuge für immer bessere Zwecke. Brandom liebäugelt insgeheim doch mit der von ihm als unmöglich bezeichneten "Vogelperspektive".
Norm/RortyVsBrandom/RortyVsKant: ebenso wie Kant bemüht sich Brandom allzu sehr, einen Kompromiss zu schließen, wo keiner geduldet ist! Damit landet er zwischen zwei Stühlen. Wenn er sagt:
VI 197
"In unseren Normen ist von vornherein das Interesse angelegt, die Dinge richtig darzustellen" dann wird er von aggressiven Realisten wie Searle anders interpretiert als von wohlmeinenden Pragmatisten. Wahrheit/Brandom: das, was Nichtpersonen entspricht.
SearleVsBrandom: würde fragen, woher er denn wisse, was diese Nichtpersonen erwarten und verdienen.
VI 198
Def Tatsache/Brandom: "etwas Behauptbares" (Neologismus von Brandom:" claimable"). Es gibt den Akt des Behauptens, und es gibt "das Behauptete" Tatsachen sind nun nicht das "wahre Behauptete" sondern das Behauptbare. Tatsachen machen Behauptungen wahr. Allerdings inferentiell!
VI 198/199
RortyVsBrandom/RortyVsInferentialismus: das ist so, wie wenn ich Molières Bsp "einschläfernde Kraft" (vis dormitiva) als inferentiell bezeichne, um sie über jeden Verdacht erhaben scheinen zu lassen. Das teilt uns aber nichts weiter mit als die Verbindung von zwei Teilsätzen: Wenn etwas einschläfernde Kraft hat, wird es die Leute einschläfern. "Behauptbares" nützt uns nichts, auch nicht inferentiell!
Realität/Erkenntnis/Welt/BrandomVsRorty: es hat Paradoxe Konsequenzen, wenn man bestreitet, dass es vor dem Auftauchen des Wortes "Photon" Wahrheiten in Bezug auf Photonen gab. Bsp Schlusskette:
1. Vor fünf Mio Jahren gab es Photonen
2. Es war damals der Fall, dass es Photonen gab
3. Es ist wahr, dass es damals der Fall war, dass es Photonen gab
4. Es war damals wahr, dass es Photonen gab.
Rorty: daran gibt es natürlich nichts auszusetzen, aber dennoch gab es Philosophen, die das gemacht haben! Heidegger:
Wahrheit/Mensch/Realität/Welt/Erkenntnis/Existenz/Naturgesetze/NG/Heidegger/Rorty: "vor Newton sind Newtons Gesetze weder wahr noch falsch gewesen". (sic).
Rorty: Heidegger könnte gesagt haben: "Da Wahrheit eine Eigenschaft von Sätzen ist, und da Vokabulare von Menschen geschaffen werden, gilt das gleiche auch für Wahrheiten."
Wahrheit/Rorty: Eigenschaft von Sätzen!
RortyVsBrandom: Heidegger und ich leisten uns hier, wie Brandom meint, eine Paradoxie, aber vielleicht ist es genauso Paradox, wenn Brandom Hunden und Kleinkindern Überzeugungen abspricht (es sei denn im "abgeleiteten Sinn").

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Wissen Paradox Searle Vs Carnap, R. V 124/125
Axiom der Identität/SearleVsCarnap: Paradoxien beruhen auf einem Missverständnis der Funktion der Referenz: (Carnap: Austauschbarkeit salva veritate). Searle: in dieser Form ist es nicht tautologisch sondern falsch. Die Probleme sind aber trivial. (Hier nicht weiter behandelt).
Def Prinzip der Identifikation/Searle: (»drittes Axiom«) Verweisung identifiziert einen Gegenstand abgesondert von allen anderen, jederzeit. >Identifikation.
Bedingung: dem Zuhörer muss durch die Äußerung des betreffenden Ausdrucks eine Beschreibung (Kennzeichnung) mitgeteilt werden.
V 126
Entweder durch Prädikate, die nur diesem Gegenstand zukommen, oder ostensiv. Das entspricht dem Fregeschen Diktum, dass jeder hinweisende Ausdruck einen Sinn haben muss. >Fregescher Sinn >Sinn.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Wissen Paradox Hintikka Vs Chomsky, N. II XV
Logische Allwissenheit/Hintikka: These: sie ist nur ein angebliches Problem. ChomskyVsHintikka: dieser hat das angebliche Paradox als Grund für seine Ablehnung jeglicher modell-theoretischer Semantik für propositionale Einstellungen angeführt.
HintikkaVsChomsky: sein Problem ist schon vor langer Zeit gelöst worden. (Essay 5)

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Wissen Paradox Putnam Vs Derrida, J. III 96 ff
Die typischen Vertreter des >Relativismus glauben paradoxerweise, sie hätten so etwas wie eine metaphysische Entdeckung gemacht. Dekonstruktivismus/Derrida/Putnam: dieser vollzieht ihr den Schritt vom Relativismus zum Nihilismus. Der Wahrheitsbegriff sei inkohärent und gehöre einer " Metaphysik der Präsenz " an (Derrida). Derrida, angeblich: "der Begriff der Wahrheit ist inkonsistent, aber absolut unerlässlich!"
PutnamVsDerrida: was soll das heißen, jeder Gebrauch des Wortes " wahr " enthalte einen Widerspruch?
III 97
Das Scheitern einer Vielzahl einander ausschließender philosophischer Erklärungen des Wahrheitsbegriff ist etwas völlig anderes als das Scheitern des Wahrheitsbegriffs selbst! Wittgenstein: das Scheitern einer Vielzahl verschiedener philosophischer Analysen der Gewissheit ist etwas anderes als das Scheitern des normalen Begriffs der Gewissheit.

PutnamVsDerrida: aber der Zusammenbruch eines bestimmten Weltbildes ist noch lange kein Zusammenbruch der Begriffe von Repräsentation und Wahrheit. Denn wenn man diese metaphysische Tradition mit unserem Leben und unsere Sprache gleichsetzt, verleiht man der Metaphysik eine ganz und gar übertriebene Bedeutung.

DerridaVsSaussure: heißt das gut, er kritisiert Saussure nur, dass er nicht weitergegangen ist und den Begriff des Zeichens ganz hat fallen lassen.
III 163
PutnamVsDerrida: dabei übersieht Derrida, dass Saussures Denken ein utopisches Projekt zu Grunde lag. Man hatte gehofft, eine stringente wissenschaftliche Erklärung des Bedeutungsbegriffs geben zu können. Diese Hoffnung ist gescheitert, aber wir sind keineswegs zu der abwegigen Auffassung gezwungen, niemand könne eine Sprache außer dem eigenen Idiolekt verstehen. Auch Derrida selbst geht nicht so weit. Er erkennt die Unerlässlichkeit von Übersetzungen durchaus an.
III 164
Lösung/Putnam: die Alternative zu Saussures Anschauung besteht darin, dass man den Begriff "Bedeutungsgleichheit" beibehält und gleichzeitig einsieht, dass er nicht im Sinne der Selbstidentität von Gegenständen namens "Bedeutung" oder "Signifikat" interpretiert werden darf.
III 165
Kann es sein, dass Derrida den gleichen Fehler macht wie Jerry Fodor? Er zieht nicht einmal die Möglichkeit in Betracht, dass die beim Übersetzen angestrebte Art von "Bedeutungsgleichheit " eine interessenrelative (aber trotzdem durchaus reale) Beziehung sein könnte, die ein normatives Urteil voraussetzt, also ein Urteil über das, was im Einzelfall vernünftig ist.
III 168
Derrida/Putnam: seine Einstellung ist sehr viel schwieriger dingfest zu machen. (DerridaVsLogozentrismus.) Derrida selbst betont, die logozentrische Zwickmühle sei keine "Pathologie" für die er ein Heilmittel anzubieten habe. Wir müssen schicksalhaft in diese Zwickmühle geraten.
Von seinen linksgerichteten Anhängern ist Derrida oft so interpretiert worden, als rechtfertigte das sogar eine durchgängige Ablehnung des Gedankens der rationalen Begründung.
Fälschung/Bernstein: "Man kann ja nicht alles Beliebige verfälschen".
Richard BernsteinVsDerrida: was haben die Texte Derridas an sich, das diese doppelte Lesart gestattet, ja geradezu herausfordert? Es ist doch schließlich so, dass man "nicht alles Beliebige verfälschen kann".
III 171
PutnamVsDerrida: Derridas Zwickmühle ist eine in die jene geraten, die zwar nicht "verantwortungslos" sein wollen, aber zugleich die Begriffe der Vernunft und der Wahrheit "problematisieren ", indem sie lehren, dass diese Begriffe gescheitert sind. Seine Schritte laufen darauf hinaus, dass die Begriffe "Begründung", "kräftiger Grund", "Rechtfertigung" und dergleichen in erster Linie einem repressiven Gebaren entsprechen. Und diese Anschauung ist tatsächlich gefährlich, denn sie bietet allen möglichen linken wie rechten Extremisten Hilfe und Trost.

I (a) 22
PutnamVsDerrida: dessen Kritik am "Logozentrismus" ist nicht nur verfehlt, sondern gefährlich. >Logozentrismus.
I (k) 266
Dekonstruktivismus/PutnamVsDerrida: hat recht, dass eine bestimmte philosophische Tradition (z.B. zweiwertige Logik) einfach bankrott ist. Diese Tradition aber mit unserem Leben und unserer Sprache zu identifizieren heißt, der Metaphysik eine vollkommen übertriebene Bedeutung zu geben. Bedeutungsgleichheit/PutnamVsDerrida: ist in Wirklichkeit eine interessenrelative! Sie enthält ein Urteil darüber, was im jeweiligen Fall vernünftig ist.
I (k) 273
PutnamVsDerrida: Dekonstruktion ohne Rekonstruktion ist Unverantwortlichkeit. >Dekonstruktivismus.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Wissen Paradox Field Vs Dialethismus II 145
Deflationismus/Paradoxa/Kleene/Priest/Field: deflationistisch kann man Kleene und Priest so unterscheiden: 1. Kleene: kann von einem abweichenden Satz weder behaupten, daß er eine WW-Lücke hat oder nicht hat, noch, daß er eine WW-Ballung hat bzw. nicht hat.
2. Priest: hier kann man jeden einzelnen Fall behaupten.
Def „bloß wahr“/Priest/Field: („solely true“): wahr und nicht falsch. Das kann man bei Priest von jedem abweichenden Satz (Bsp Lügner-Satz) behaupten, und auch, daß er „bloß falsch“ ist, (falsch und nicht wahr).
Widerspruch/Wahrheit/FieldVsPriest/FieldVsDialethismus: dieser sagt oft, daß Widersprüche „wahr“ seien. Field: besser wäre es, zu sagen, daß Sätze der Form „p und nicht-p“ nicht immer echt widersprüchlich sind.
FieldVsPriest: außerdem übersieht er, daß nach seiner Theorie die „wahren Widersprüche“ auch nicht-wahr sind!
WW-Ballung/WW-Lücke/Kleene/Field: in beiden Logiken gibt es keine Unterscheidung zwischen Ballungen und Lücken! (?). ((s) Weil die Theorien beide jeweils nur von dem einen Phänomen sprechen und das andere ignorieren?).
Paradoxien/Kleene/Priest/Field: die beiden Theorien unterscheiden sich nur in der „Schwelle der Behauptbarkeit“. Abweichende Sätze sind immer behauptbar bei Priest, niemals bei Kleene.
abweichender Satz/Field: ein Satz, der einem abweichenden Satz Wahrheit oder Nicht-Wahrheit, Falschheit oder Nicht-Falschheit zuschreibt, ist selber abweichend. D.h. Kleen kann nie etwas über die WW von abweichenden Sätzen sagen, Priest kann sagen, was er möchte.
Zus:
Paradoxien/Deflationismus/Field: sie unterminieren den Deflationismus als Rekonstruktion unserer normalen W-theoretischen Begriffe nicht. Sicher nicht in der schwachen (Tarskischen) Version, aber auch nicht in geWissen stärkeren Formen.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Wissen Paradox Partee Vs Diskursrepräsentation Klaus von Heusinger, Eselssätze und ihre Pferdefüsse
Uni Konstanz Fachgruppe SprachWissenschaft Arbeitspapier 64; 1994
I 21
Diskursrepräsentation/Diskursrepräsentationstheorien/DRT//file change semantics/FCS/Heim/Kamp/Heusinger: (Heim 1982, 1983, Kamp (1981, mit Reyle: 1993) : These die Analyse soll über den einzelnen Satz hinausgehen. Anapher/DRT/FCS/Heim/Kamp/Heusinger: soll über die Satzgrenzen hinausreichen können.
NP: sind nicht Quantorenausdrücke, sondern eben anaphorisch. Sie können auch auf „virtuelle“ Objekte referieren.
file/Terminologie/Heim/Heusinger: die möglicherweise virtuellen Objekte des Diskurses.
Diskursreferent/Terminologie/Karttunen: wie Heims files. I 22
Anapher: anaphorische Beziehungen finden zwischen files statt und bestimmte Operatoren können die files binden oder ihnen eine bestimmte „Lebensdauer“ verleihen. Diskursrepräsentation/Heusinger: wird erst in der modelltheoretischen Deutung auf ein Modell abgebildet.
Def Bedeutung/FCS/DRT/Heim/Kamp/Heusinger: ist hier ein dynamischer Begriff, sie ist nicht die WB von Sätzen, sondern das informationsverändernde Potential von Sätzen. (Daher Terminologie: File change) NP: neu: diese sind hier Diskursreferenten (mit möglicherweise wechselnden Entsprechungen) und eher referentiell als quantifizierend. referentiell/Heusinger: auf bestimmte Eigenschaften bezug nehmend. quantifizierend/Heusinger/(s): nicht auf Eigenschaften bezug nehmend.
I 23
Diskursrepräsentationstheorie/Heusinger: Lösung: es tritt kein Anaphora-Paradox auf (da NP wie Pronomen als Diskursreferenten gedeutet werden) und das Problem der weiten Reichweite des Existenzquantors ist aufgelöst. Problem/VsDiskursrepräsentationstheorien: das Problem der Kompositionalität bleibt. Problem: die Texte können dann nur in ihrer Gesamtheit einen WW erhalten. Chrysippsätze/Heusinger: neu: das Konditional wird nicht als materiale Implikation, sondern als unselektive Allquantifikation über Fälle im Sinn von Lewis (1975) Adverbien der Quantifikation dargestellt.
I 24
Proportionsparadox/Partee/ParteeVsHeim/ParteeVsDiskursrepräsentationstheorie/Eselssatz/Heusinger:(Partee 1984): Problem (40) kann nur als (40a) dargestellt werden, das wird aber falsch, wenn von 6 Bauern fünf Bauern, die je einen Esel haben, diesen schlagen, während der sechste Bauer 10 Esel hat, die er alle gut behandelt. Problem: die Quantifikation über Fälle betrachtet nur Bauern-Esel-Paare.
I 25
Dynamische Logik/Groenendijk/Stokhof/Dekker/Heusinger: (Groenendijkt & Stokhof 1991, Dekker 1993): VsDiskursrepräsentationstheorie: geht wie diese von einem dynamischen Bedeutungsbegriff aus, der jedoch nicht in die Repräsentation eingebaut ist, sondern in einer neuartigen Deutung des bekannten logischen Inventars kodiert ist. Satzbedeutung: nicht mehr WB, sondern Beitrag zur Veränderung des Kontexts oder der Information.
relevante Information: ist die über die Belegung der Variablen.
Satzbedeutung: ist dann die Relation zwischen zwei Variablenbelegungen.
Diskursreferenten: gibt es hier nicht.
Dynamische Logik/Heusinger: wurde durch Computersprachen inspiriert.
I 42
EpsilonanalyseVsDiskursrepräsentation/VsHeim/VsKamp/Heusinger: hier werden NP nicht als Diskursreferenten auf der zusätzlichen semantischen Ebene der Diskursrepräsentationsstruktur eingeführt, sondern beziehen sich nach dem Auswahlprinzip direkt auf ausgewählte Objekte des Modells.

Part I
B. Partee
Mathematical Methods in Linguistics (Studies in Linguistics and Philosophy) New York 1990
Wissen Paradox Kanitscheider Vs Empirismus I 392
Teilchenhorizont/TH: generiert in den Urknall Modellen auch das Kausalitätsparadox: zwei Galaxien waren in der Vergangenheit so lange unverbunden, bis sich ihre TH berührten. Wenn sie dennoch innerlich völlig gleich beschaffen sind, müsste dies als ein Zufall angesehen werden.
I 394
Horizont/Kanitscheider: Frage, ob die Horizonte echte Erkenntnisgrenzen darstellen. Sie betreffen sicher nicht die theoretische Erkenntnis. Empirismus/Kanitscheider: die Beschränkung durch den Horizont ist keine ontologische.
VsEmpirismus: besitzt ein Modell einen Ereignishorizont, driften nach und nach alle Galaxien über die Grenze, die vorher einmal sichtbar waren, andererseits bleibt ein andres Objekt ewig sichtbar, weil dessen Geschichte bei Annäherung an den EH unendlich verzögert wird. Optisch eingefroren mit unendlicher Rotverschiebung. Für den Beobachter auf dem Objekt existiert dieses Phänomen jedoch nicht.
Umgekehrt gelangen beim Teilchenhorizont immer mehr Objekte in den Bereich des sichtbaren.
Das zeigt, dass beide Horizonte keine physikalischen Barrieren, sondern optische Grenzen sind.
I 395
Kanitscheider: eine Galaxie, die über den Horizont driftet, ändert nicht ihren ontologischen Status, nur ihren epistemischen. (>epistemisch/ontologisch). Damit wird auch der Begriff eines "Gesamtuniversums" sinnvoll, da die Grenzen der sichtbaren Welt nicht die Grenzen der Welt darstellen. Konstituiert wird der Ausdruck durch die Existenz eines kontinuierlichen gesetzesartigen Zusammenhangs.
Objekte außerhalb dieses Zusammenhangs müssen als unerforschbar aufgefasst werden. Für ihre Postulierung gibt es aber auch keinen Grund. Sie sind kein Wissenschaftliches Problem.

Kanitsch I
B. Kanitscheider
Kosmologie Stuttgart 1991

Kanitsch II
B. Kanitscheider
Im Innern der Natur Darmstadt 1996
Wissen Paradox Stalnaker Vs Externalismus II 170
Externalismus/Stalnaker: dieser hatte erstaunlich paradoxale Konsequenzen: 1. Wenn das wir meinen, nicht im Kopf ist, können wir nicht Wissen, was wir meinen oder denken. Oder jedenfalls nicht die Autorität der ersten Person haben.
Anmerkung: nicht unbedingt: was folgt ist, dass der intrinsische Zustand nicht autoritativ ist, d.h. es folgt nicht, dass wenn der Kopf von jemand in einem intrinsischen Zustand ist, dass er dann eine bestimmte Überzeugung hat. D.h. aber nicht, dass er nicht die Autorität der ersten Person hat.
2. Der Externalismus bedroht die erklärende Rolle mentaler Zustände. Wir erklären das Verhalten von Leute damit, dass sie etwas glauben und wünschen.
Problem: wie können mentale Zustände kausal relevant sein, wenn sie selbst von etwas außerhalb abhängen?
VsExternalismus/Stalnaker: manche gestehen ihm Wahrheit zu, leugnen aber seine Signifikanz. Er würde nur zeigen, dass unsere normalen Begriffe ungeeignet zur Verhaltenserklärung seien. Das suggeriert, dass wir nur geringe Revisionen vornehmen müssten.
Lösung/manche: der Def "organismische Beitrag": das ist jene Komponente, die abhängig oder supervenient ist auf den internen Zuständen.
VsExternalismus/Revisionismus/Terminologie/Stalnaker: der revisionistische Einwand gegen den Externalismus macht eine positive und eine negative Behauptung.
a) negative Behauptung: Es kann keine Verhaltenserklärung geben, die nicht individualistisch (nicht-externalistisch) ist.
b) positive Behauptung: Obwohl die normalen psychologischen Begriffe nicht individualistisch sind, können sie so uminterpretiert werden, dass sie die Struktur der intentionalen Erklärung bewahren.
enger Inhalt/Stalnaker: ich untersuche zunächst ein ganz simples kausales Analogon zum engen Inhalt: einen "engen Fußabdruck".
Bsp normaler Fußabdruck: ist ein kausal-relationaler Begriff. Etwas ist ein Fußabdruck kraft der Weise, wie er verursacht wurde. Er ist nicht dem Sand intrinsisch.
Dagegen:
"Enger Fußabdruck"/Zwillingserde/ZE/Stalnaker: Bsp hier wurde ein Fußabdruck, der dem von Jones gleicht, zufällig durch eine Welle verursacht.
Pointe: damit ist etwas auf der ZE, das intrinsisch ununterscheidbar von einem Fußabdruck ist, kein Fußabdruck. Dann könnte ein Philosoph mit Sinn für griffige Formulierungen sagen:
"Externalismus": „Teile den Kuchen auf wie Du willst, Fußabdrücke sind nicht im Sand!“.
VsExternalismus: der Revisionismus könnte antworten, dass dies nur von alltagssprachlichen Begriffen gälte und diese für die Wissenschaft uninteressant seien. Wissenschaftlich zählten nur Zustände, die dem Sand intrinsisch seien.
Lösung/Revisionismus/VsExternalismus: der Begriff des engen Inhalts (hier: Bsp "enger Fußabdruck").
enger Begriff: hier ist der relevante Zustand unabhängig von der Kausalgeschichte.
Bsp enger Fußabdruck: ist ein fußförmiger Abdruck, wie auch immer verursacht. Dann könnten wir diejenige Komponenten isolieren, die dem Medium (hier: dem Sand) intrinsisch ist.
II 172
ExternalismusVsVs: Pointe: der neue Begriff ist immer noch ein relationaler! Bsp Enge Fußabdrücke hängen zwar jetzt nicht mehr von einer speziellen Ursache ab, sind aber immer noch abhängig von allgemeinen Ursachen, die dem Sand extrinsisch sind. Bsp Angenommen, normale Füße auf der ZE haben eine andere Form. Dann ist der Fußabdruck, der durch eine Welle verursacht wurde, nicht nur kein normaler Fußabdruck, sondern auch kein enger Fußabdruck. Dann ist der Abdruck im Sand eben gar nicht fußförmig. ((s) Nur wenn man die Form aus der aktualen Welt (WiWe) auf die ZE übertrüge).
Stalnaker: für diese Strategie gibt es noch viel alltäglicher Beispiele:
Dispositionsbegriff/Stalnaker: wir beginnen mit einer kausalen Interaktion, Bsp Wasserlöslichkeit, dann gebrauchen wir kontrafaktische Konditionale (KoKo), um eine stabile Eigenschaft zu erhalten, die das Ding hat unabhängig davon, ob es zur Interaktion kommt.
intrinsisch/Stalnaker: Wasserlöslichkeit mag eine rein intrinsische Eigenschaft sein, andere wieder nicht: Bsp Beobachtbarkeit hängt auch von den Fähigkeiten der Beobachter ab.
Enger Begriff/Stalnaker: Bsp Glauben mag eine enge Fassung des Begriffs von Wissen sein, in dem Sinn, dass die Abhängigkeit von speziellen Ursachen zwischen Tatsachen und Wissendem durch einen allgemeineren von Mustern von Kausalrelationen zwischen Tatsachen und internen Zuständen ersetzt wurde.
Variante:
Def enger Fußabdruck: "fußförmiger Abdruck" wird jetzt Referenz-festlegend definiert: er soll jetzt heißen, so geformt, wie Füße in der aktualen Welt (WiWe) geformt sind. Pointe: dann ist der von der Welle auf der ZE geformte Abdruck immer noch ein enger Fußabdruck.
intrinsisch: so, scheint es, haben wir einen rein intrinsischen Zustand des Sands isoliert.

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
Wissen Paradox Habermas Vs Foucault I 317
Wille zum Wissen/Foucault: greift in die Konstitution der wissenschaftlichen Diskurse ein. Er bestimmt das Ausnahme der Regeln, nach denen das Wahre von Falschen geschieden wird. (Macht). HabermasVsFoucault: die derart kaschierte Herkunft des Machtbegriffs aus dem metaphysik-kritischen Begriff des Willens zur Wahrheit und zum Wissen erklärt auch die systematisch zweideutige Verwendung der Kategorie »Macht«. Einerseits die Unschuld eines deskriptiv verwendbaren Begriffs, andererseits konstitutionstheoretischer Grundbegriff., denn der Analyse erst ihre Vernunft kritische Bedeutung verleiht.
I 318
HabermasVsFoucault: paradoxe Verbindung von positivistischen Einstellung und kritischen Anspruch.
I 320
Foucault These Macht- und Wissensformationen bilden eine unauflösliche Einheit.
I 321
HabermasVsFoucault: diese starke These lässt sich freilich nicht allein mit funktionalistischen Argumenten begründen. DF Beweis: HabermasVsFoucault: er müsste nachweisen, dass sich spezifische Machtstrategien in entsprechende Wissenschaftliche Strategien der Vergegenständlichung von alltagssprachlichen Erfahrungen umsetzen und damit den Sinn der Verwendung theoretischer Aussagen über derart konstituierte Gegenstandsbereiche präjudizieren.
HabermasVsFoucault: er hat diesen Ansatz später nicht mehr aufgenommen, sonst wäre ihm nicht verborgen geblieben, dass in den HumanWissenschaften objektivistische Ansätze in den siebziger Jahren längst nicht mehr das Feld beherrschen. Sie konkurrieren vielmehr mit hermeneutischen und kritischen Ansätzen.
I 322
HabermasVsFoucault: seine Genealogie tritt in einer verwirrenden Doppelrolle auf: einerseits empiristische Rolle einer Analyse von Machttechnologien, einerseits transzendentale Rolle der selben Analyse von Machttechnologien, die erklären sollen, wie wissenschaftlicher Diskurse überhaupt möglich sind. Das Zusammenzwingen des idealistischen Gedankens der transzendentalen Synthesis mit empiristischer Ontologie ist kein Ausweg aus der Subjektphilosophie: der Machtbegriff ist der Bewusstseinsphilosophie selber entnommen!
I 323
HabermasVsFoucault: er kehrt die Wahrheitsabhängigkeit von Macht kurzerhand in die Machtabhängigkeit von Wahrheit um! Die Macht wird subjektlos. HabermasVsFoucault: niemand entkommt jedoch den begrifflichen Zwängen der Subjektphilosophie schon dadurch, daß er an den Grundbegriffen Umkehrungsoperationen durchführt.
I 324
HabermasVsFoucault: seine Genealogie entpuppt sich genau als jene präsentistische, relativistische und kryptonormative Scheinwissenschaft, die sie nicht sein will! Sie endet in heillosem Subjektivismus.
I 325
HabermasVsFoucault: 1. unfreiwilliger Präsentismus 2. unvermeidlicher Relativismus einer Gegenwartsbezogenen Analyse, die sich selbst nur noch als kontextabhängiges praktisches Unternehmen verstehen kann. 3. willkürliche Parteilichkeit einer Kritik, die ihre normativen Grundlagen nicht ausweisen kann. (Foucault ist umständlich genug, das einzugestehen.
I 326
HabermasVsFoucault: auch der radikale Historist kann Machttechnologien und Herrschaftspraktiken nur im Vergleich miteinander und keineswegs jede einzelne als eine Totalität jeweils aus sich selber erklären.
I 327
HabermasVsFoucault: verfängt sich in genau der Selbstbezüglichkeit, die er bekämpft: die Wahrheitsansprüche werden nicht nur auf die Diskurse, innerhalb deren sie jeweils auftreten, eingeschränkt.
I 328
Auch die Grundannahme seiner Machttheorie ist selbst bzgl., sie muß die Geltung Grundlage auch der von ihr inspirierten Forschungen zerstören.
I 330
HabermasVsFoucault: Foucaults Konzept der Macht erlaubt einen solchen privilegierten Begriff der Gegenmacht (z. B. der Arbeiter) nicht. Jede Gegenmacht erweckt sich schon im Horizonte der Macht.
I 336
Er wehrt sich gegen eine naturalistische Metaphysik, die eine Gegenmacht verdinglicht. HabermasVsFoucault: aber deshalb muss er sich eben auch auf die Frage nach den normativen Grundlagen seiner Kritik ebenfalls der Antwort enthalten.
HabermasVsFoucault: undialektisch! Einebnung zweideutiger Phänomene - (Foucault gibt Schwächen früherer Werke zu).
Rorty II 27
HabermasVsDerrida, HabermasVsHeidegger/Rorty: »Subjektphilosophie«: verfehlter metaphysischer Versuch, das Öffentliche und das Private zu kombinieren. Fehler: zu denken, dass Reflexion und Introspektion das leisten könnten, was in Wirklichkeit erst durch die Ausweitung des Diskussionsrahmens und der Teilnehmer bewirkt werden kann.
II 30
Rede/Schrift/RortyVsDerrida: seine komplexe Argumentation läuft letztlich doch auf eine Stärkung der Schrift auf Kosten der Rede hinaus.
II 32
Sprache/Kommunikation/HabermasVsDerrida: Derrida verleugnet sowohl die Existenz eines »eigensinnig strukturierten Bereichs der kommunikativen Alltagspraxis« als auch eines »autonomen Bereichs der Fiktion«. Weil er beides verleugnet, kann er beliebige Diskurse nach dem Muster der poetischen Sprache analysieren. So braucht er Sprache nicht zu determinieren.
II 33
RortyVsHabermas: Derrida ist weder genötigt noch gewillt, »Sprache überhaupt« durch irgend etwas »determiniert« sein zu lassen. Derrida könnte mit Habermas uneingeschränkt darin übereinkommen, dass sich »die welterschließende Kraft der interpretierenden Sprache ihrerseits bewähren muss«, bevor sich Metaphern literarisch einbürgern und zu sozial nützlichen Werkzeugen werden. RortyVsHabermas: er scheint vorauszusetzen, man müsse zunächst X als Sonderfall von Y nachweisen, um X als Y zu behandeln. Als ob man nicht einfach X als Y behandeln könnte, um zu sehen, was passiert!
Dekonstruktion/Rorty: Sprache ist etwas, dass aus eigener Kraft wirksam werden, außer Kontrolle geraten, sich in den Rücken fallen kann, usw..
II 35
RortyVsDekonstruktion: nichts spricht dafür, dass die Sprache dies alles kann, außer dem Versuch, Derrida zu einem riesengroßen Mann mit einem riesengroßen Thema zu machen. Das Ergebnis einer solchen Lektüre ist nicht das Erfassen von Gehalten, sondern das Platzieren von Texten in Kontexten, das Ineinanderweben von Teilen verschiedener Bücher. Das Ergebnis ist ein Verschwimmen der Gattungsgrenzen. Das heißt aber nicht, dass Gattungen nicht »wirklich« seien. Das Verweben von Fäden ist etwas anderes, als die Annahme, die Philosophie habe »bewiesen« dass Farben wirklich »unbestimmt und ambivalent« seien.
Habermas/Rorty: fragt, weshalb Heidegger und Derrida noch jene »starken« Begriffe von Theorie, Wahrheit und System verfechten, die doch seit mehr als 150 Jahren der Vergangenheit angehören.
II 36
Gerechtigkeit/Rawls These: das »Rechte« hat Vorrang vor dem »Guten«. Rawls/Rorty: demokratische Gesellschaften müssen sich nicht mit der Frage nach der »menschlichen Natur« oder den »Subjekt« befassen. Solche Themen sind hier privatisiert.
Fundament/Rorty These: es gibt keinen archimedischen Punkt, von dem aus man alles übrige kritisieren kann. Keinen Ruhepunkt außerhalb.
RortyVsHabermas: braucht einen archimedischen Punkt, um Foucault für seinen »Relativismus« zu kritisieren.
Habermas: »die für Propositionen und Normen beanspruchte Geltung transzendentaler Räume und Zeiten »tilgt Raum und Zeit««.
HabermasVsDerrida: schließt Interaktion aus.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Wissen Paradox Lewis Vs Frege, G. Schwarz I 228
Prädikat/Eigenschaft/SchwarzVsLewis/VsFrege: die Annahme, jedem Prädikat ließe sich eindeutig ein Name für eine entsprechende Eigenschaft zuordnen, ist aber nichts anderes als Freges unheilvolles Axiom V (Frege 1893/1903(1),§20). RussellVsFrege: Russells Paradoxie. Manchen Prädikaten wie Bsp „_ist eine Eigenschaft, die nicht auf sich selbst zutrifft“ entspricht keine Eigenschaft. (>Heterologie). Prädikat/Eigenschaft/Lewis/Schwarz: in Lewis’ Metaphysik entspricht auch Prädikaten wie Bsp „_ ist eine Klasse“, Bsp „_ ist ein Teil von “ und Bsp „ ist identisch mit _“ nichts, was mit einem singulären Term benannt werden kann.


1. Gottlob Frege [1893–1903]: Grundgesetze der Arithmetik. Jena: Hermann Pohle

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Wissen Paradox Quine Vs Frege, G. Quine I 425
VsFrege: Tendenz zu Gegenstandsorientierung. Tendenz, Sätze Namen anzugleichen und dann Gegenstände zu setzen, die sie benennen sollen.
Quine I 209
Identität/Aristoteles/Quine. Aristoteles dagegen hat die Dinge richtig gesehen: "was immer von dem einen prädiziert wird, sollte auch von dem anderen prädiziert werden." QuineVsFrege: auch Frege in "Über Sinn und Bedeutung" falsch.
QuineVsKorzybski: nochmalige Verdoppelung: Korzybski "1=1" muss falsch sein, weil linke und rechte Seite der Gleichung räumlich verschieden! (Verwechslung von Zeichen und Gegenstand)
"a =b": Wenn man sagt, a=b ist nicht identisch, denn der erste Buchstabe des Alphabets kann nicht der zweite sein: Verwechslung von Zeichen und Gegenstand.
Gleichung/Quine: die meisten Mathematiker würden Gleichungen gerne so ansehen, als setzten sie Zahlen zueinander in Beziehung, die irgendwie gleich aber doch auch verschieden sind. Whitehead hat diese Ansicht einmal verteidigt: 2+3 und 3+2 seien nicht identisch, die unterschiedliche Reihenfolge führe zu unterschiedlichen Gedankenprozessen.(QuineVs) .
I 264
nach Russell "Propositionale Einstellungen": glaubt, sagt, bemüht sich, dass, macht geltend, ist überrascht, befürchtet, wünscht, usw...
I 265
Propositionale Einstellungen schaffen opake Kontexte, in die nicht hineinquantifiziert werden darf. (>) Man darf hier nicht einen sing Term durch einen gleichbezeichnenden Term ersetzen, ohne den Wahrheitswert in Mitleidenschaft zu ziehen. Auch nicht einen allgemeiner Term durch einen gleichumfassenden. Auch Querverweise aus opaken Kontexten heraus sind verboten.
I 266
Frege: in einer Konstruktion mit einer propositionalen Einstellung darf ein Satz oder Terminus keine Wahrheitswerte, keine Klasse und kein Individuum bezeichnen, sondern funktioniert als "Name eines Gedankens" oder Name einer Eigenschaft oder eines "Individuenbegriffs". QuineVsFrege: ich lasse mich auf keinen dieser Schritte ein. Die Störung der Ersetzbarkeit verbiete ich nicht, sondern sehe darin nur einen Anhaltspunkt für eine nichtbezeichnende Funktion.

II 201
Frege betonte den "ungesättigten" Charakter der Prädikate und Funktionen: sie müssen durch Argumente ergänzt werden. (Bedenken gegen verfrühte Vergegenständlichung von Klassen oder Eigenschaften). QuineVsFrege: Frege hat nicht erkannt, dass man allg Term schematisieren kann, ohne dass man Klassen oder Eigenschaften reifiziert. Damals war die Unterscheidung zwischen Schemabuchstaben und quantifizierbaren Variablen noch unklar.
II 202
"so dass" ist ontologisch harmlos. Trotz der traurigen Geschichte der Verwechslung von allgemeinen Termini und Klassennamen, schlage ich vor, die Schreibweise für den harmlosen Relativsatz aus der Mengenlehre zu nehmen und zu schreiben:
"{x:Fx} und "ε" für die harmlose Kopula "ist ein". (Enthaltensein)
(Also die Umkehrung von "so dass").
Dann bestreiten wir einfach, damit auf Klassen Bezug zu nehmen!
Eigenschaften specken wir ab, sie werden wegen der wohlbekannten Vorteile der Extensionalität zu Klassen.
Die Quantifikation über Klassen begann mit einer Verwechslung des Allgemeinen mit dem Singulären.
II 203
Man erkannte später, dass nicht jedem allg Term seine Klasse zukommen könne, wegen der Paradoxien. Die Relativsätze (geschrieben als Terminusabstrakta "{x:Fx}") oder so dass Sätze konnten auch weiterhin in der Eigenschaft allgemeiner Termini ohne Einschränkung weiter fungieren, doch einigen von ihnen konnte man nicht gestatten, als Klassennamen eine Doppelfunktion auszuüben, während andere das konnten. Entscheidend ist, welche Mengenlehre man übernehmen will. Bei der Spezialisierung eines quantifizierten Ausdrucks darf eine Variable nicht durch ein Abstraktum wie "{x:Fx}" ersetzt werden. Ein solcher Schritt würde eine Prämisse der Form (1) voraussetzen, und das wäre eine höhere Form der Logik, nämlich Mengenlehre:
(1) (Ey)(y ={x:Fx})
Diese Prämisse sagt uns, dass es eine solche Klasse gibt. Und an diesem Punkt geht die Mathematik über die Logik hinaus!
III 98
Term/Terminologie/Quine: "Termini" hier als allgemeine absolute Termini, in Teil III einstellige Prädikate.
III 99
Termini sind niemals Sätze. Term: ist neu in Teil II, weil wir erst hier beginnen, Sätze zu zerlegen.

Zutreffen: Termini treffen zu.
Kentaur/Einhorn/Quine: "Kentaur" trifft auf jeden Kentauren zu und sonst gar nichts, also auf gar nichts, da es keine Kentauren gibt.
III 100
Zutreffen/Quine: Problem: "böse" trifft nicht auf die Qualität der Bosheit zu und auch nicht auf die Klasse der bösen Menschen, sondern nur auf jeden einzelnen bösen Menschen.
Term/Extension/Quine: Termini haben Extensionen, aber ein Term ist nicht die Bezeichnung seiner Extension.
QuineVsFrege: ein Satz ist nicht die Bezeichnung seines Wahrheitswertes (WW). ((s) Frege: "bedeutet" - nicht "bezeichnet").
Quine: Vorteil: dann müssen wir keine abstrakten Klassen annehmen.

VII (f) 108
Variablen/Quine: "F" usw.: nicht bindbar! Sie sind nur Scheinprädikate, Leerstellen im Satzdiagramm. "p", "q", usw.: stehen für ganze Aussagen, sie werden manchmal so angesehen, als brauchten sie Entitäten, deren Namen diese Aussagen sind.
Proposition: diese Entitäten werden manchmal Propositionen genannt. Das sind eher hypothetische abstrakte Entitäten.
VII (f) 109
Frege: alternativ: seine Aussagen benennen immer die eine oder die andere von genau zwei Entitäten: "das Wahre" oder "das Falsche". Die Wahrheitswerte. (Frege: Aussagen: Namen von WW.) Quine pro Frege: besser geeignet, um das Ununterscheidbare zu unterscheiden. (s.o.: Maxime, WW ununterscheidbar im propositionalen Kalkül (s.o. VII (d) 71).
Propositionen/Quine: wenn sie notwendig sind, sollten sie besser als Namen von Aussagen angesehene werden.
Alltagssprache/Quine: am besten kehren wir zur Alltagssprache zurück:
Namen sind eine Art von Ausdruck und Aussagen eine andere!
QuineVsFrege: Sätze (Aussagen) müssen nicht als Namen angesehen werden und
"p", "q" nicht als Variablen, die Entitäten als durch Aussagen benannte Entitäten als Werte annehmen.
Grund: "p", "q" usw. sind keine gebundenen Variablen! Bsp "[(p > q) . ~p] > ~p" ist kein Satz, sondern ein Schema.
"p", "q", usw.: überhaupt keine Variablen in dem Sinne, dass sie Werte annehmen könnten! (VII (f) 111)

VII (f) 115
Namen/QuineVsFrege: es gibt keinen Grund, Aussagen als Namen von Wahrheitswerten oder überhaupt als Namen zu behandeln.
IX 216
Induktion/Fregesche Zahlen: diese sind anders als die von Zermelo und von von Neumann gegen den Ärger mit der Induktion gefeit (zumindest in der TT), und mit ihnen müssen wir sowieso in NF arbeiten. New Foundations/NF: ist aber wesentlich eine Abschaffung der TT!
Problem: die Abschaffung der TT lädt einige unstratifizierte Formeln ein. Damit kann der Ärger mit der Induktion wieder auftreten.
NFVsFrege: ist andererseits befreit von dem Ärger mit der Endlichkeit, den die Fregesche Arithmetik in der TT berührte. Dort wurde ein UA gebraucht, um die Eindeutigkeit der Subtraktion zu gewährleisten. (Sonderzeichen)
Subtraktion/NF: hier gibt es kein Problem der Uneindeutigkeit, denn NF hat unendliche Klassen - vor allem ϑ - ohne ad hoc-Forderungen.

Ad 173 Anmerkung 18:
Sätze/QuineVsFrege/Lauener: benennen nicht! Daher können von ihnen keine Namen (durch Anführungszeichen) gebildet werden.
XI 55
QuineVsFrege/Existenzgeneralisierung/Modallogik/notwendig/Lauener: Lösung/FregeVsQuine: das ist ein Fehlschluss, weil in ungeraden Kontexten eine Verschiebung zwischen Bedeutung und Sinn stattfindet. Hier referieren Namen nicht auf ihren Gegenstand, sondern ihren normalen Sinn. Das Substitutionsprinzip bleibt nämlich gültig, wenn wir für „)“ einen synonymen Ausdruck einsetzen.
QuineVsFrege: 1. wir Wissen nicht, wann Namen gleichbedeutend sind. (Synonymie).
2. in Formeln wie Bsp „(9>7) u N(9>7)“ kommt „9“ sowohl innerhalb als auch außerhalb des MO vor. So dass durch existentielle Generalisierung
(Ex)((9>7) u N(9>7))
herauskommt und das ist unverständlich. Denn die Variable x kann in der Matrix nicht beide Male für das gleiche Ding stehen.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Wissen Paradox Russell Vs Frege, G. Dummett I 59
RussellVs Unterscheidung Sinn/Bezug (Bedeutung/Referenz) (RussellVsFrege)
Stepanians I 44
Beweis/Frege/Stepanians: Frege stellte mit der Forderung nach Lückenlosigkeit und Strenge weitaus stärkere Anforderungen an Beweise, als seine mathematischen Zeitgenossen. Mathematik/VsFrege: die Mathematiker waren stärker an der Wahrheit interessiert als am erkenntnistheoretischen Status. Es reichten intuitiv einleuchtende Übergänge.
Stepanians I 87
explizite Definition/Frege/Stepanians: muss zwei Bedingungen erfüllen 1. Freges Adäquatheitskriterium: Humes Prinzip muss aus ihr folgen. Die Rechtfertigung für dieses Prinzip ist, dass sich auf seiner Basis die Grundgesetze der Arithmetik beweisen lassen müssen.
2. die explizite Definition muss im Rekurs auf Begriffsumfänge das Problem meistern, an dem die Kontextdefinition scheitert: sie muss das Cäsar-Problem (s.o.) lösen.
I 88
VsFrege: seine explizite Definition des Anzahlbegriffs löst das Cäsar-Problem nicht, sondern verschiebt es nur auf Begriffsumfänge. Lösung: wäre sie nur, wenn der Umfangsbegriff von vornherein ausschlösse, dass Cäsar ein solcher ist.
Lösung/Frege: setzt hier einfach voraus, dass die Kenntnis des Umfangsbegriff dies ausschließt.
Wertverlauf/Terminologie: = Begriffsumfang.
I 88
Begriffsumfang/Frege/StepaniansVsFrege/VsFrege/Stepanians: Freges eigene Auffassung von Begriffsumfängen wird sich als widersprüchlich erweisen! (s.u. Russellsche Paradoxie).
I 91
Begriffsumfang/Frege/Stepanians: war ein von Frege neu eingeführter logischer Gegenstand zur Lösung des Cäsar-Problems. Sie waren in der Begriffsschrift noch nicht vorhanden. Frege muss sie begründen. Zusätzliches Axiom: "Grundgesetz V":
Der Umfang von F = der Umfang von G
bik
Alle Fs sind G und umgekehrt.
Russellsche Paradoxie/Antinomie/RussellVsFrege/Stepanians: Grundgesetz V erlaubt den Übergang von einer allgemeinen Aussage über Begriffe zu einer Aussage über Gegenstände, die unter F fallen - den Umfang von F.
Dabei wird vorausgesetzt, dass jeder Begriff einen Umfang hat, selbst wenn dieser leer sein sollte.
I 92
RussellVsFrege/Stepanians: zeigt, dass nicht alle in Freges Theorie definierbaren Begriffe einen Umfang: Begriffsumfang/BU/Frege/RussellVsFrege: da BU Gegenstände sind, muss die Frage erlaubt sein, ob ein Begriffsumfang unter den Begriff fällt, dessen Umfang er ist.
Wenn ja, enthält er sich selbst, sonst nicht.
Bsp der Umfang des Begriffs Katze ist selbst keine Katze.
Dagegen:
Bsp der Umfang des Begriffs Nicht-Katze enthält sich sehr wohl selbst, da er keine Katze ist.
Widerspruch: ein Begriffsumfang, der alle Begriffsumfänge umfaßt, die sich nicht selbst enthalten. Enthielte er sich, dürfte er sich per definitionem nicht selbst enthalten, enthielte er sich nicht, müßte er sich per definitionem enthalten.
I 96
Gegenstand/Begriff/Frege/Stepanians: wir entdecken (auf rein logischem Wege) Gegenstände an Begriffen als deren Umfänge.
I 97
VsFrege/VsBegriffsumfang/Stepanians: die Idee des Begriffsumfangs beruht auf einer sprachlichen Täuschung (s.u.. Kap. 6 § 2). Das war Freges eigene Diagnose.
I 114
Satz/Behauptungssatz/Aussage/Bezeichnen/VsFrege/Stepanians: man hat Frege oft vorgeworfen, dass ein Behauptungssatz nichts bezeichnen will (einen WW als Gegenstand) sondern etwas behaupten will. FregeVsVs/Stepanians: bei Sätzen als Namen für WW geht es eigentlich um Teilsätze, wobei diese Teilsätze einen Betrag zum WW des Satzgefüges (Gesamtsatz) leisten.
Satz/Behauptung/Behauptungssatz/Frege: (später, Funktion und Begriff, 22, Fn): der Gesamtsatz bedeutetF nichts.
Grundgesetze/Terminologie/Frege: (später): in den Grundgesetzen unterscheidet er terminologisch und grafisch zwischen satzartigen "Wahrheitswertnamen", die zur Findung des Wahrheitswert beitragen und "Begriffsschriftsätzen", die nichts bedeutenF, sondern etwas behaupten.

Horwich I 57
RussellVsFrege/Cartwright: Russells Analyse unterscheidet sich von Frege, indem sie nicht Ungesättigtheit gebraucht. (1)
1. R. Cartwright, „A Neglected Theory of Truth“ , Philosophical Essays, Cambridge/MA pp. 71-93 in: Paul Horwich (Ed.) Theories of Truth, Aldershot 1994

Newen I 61
Bedeutungsfestlegung/Bedeutung/Russell/Newen: zwei Arten sind möglich: a) synkategorematisch: gemäß dem Vorkommen in einem Satz.
b) kategorematisch; unabhängig vom Vorkommen in einem Satz.
Relationales Prinzip der Bedeutung: gilt für kategorematische Ausdrücke: die Bedeutung ist der Gegenstand (bzw. die Eigenschaft). Sie werden durch Bekanntschaft festgelegt.
I 62
RussellVsFrege: These: einfache Ausdrücke bedeuten das, was sie bezeichnen. synkategorematisch/Bedeutung/Russell. Bsp "und", "oder": ihre Bedeutung anzugeben heißt, de Bedeutung der Sätze anzugeben, in denen sie vorkommen. ((s) >Kontext, kontextuell).
kontextuell/Russell/Newen: synkategorematische Ausdrücke: ihre Bedeutung wird durch ihre Bedeutung in Schemata (Satzschema) angegeben.

Quine II 103
Russell: Klassen, sofern es welche gibt, müssen existieren, Eigenschaften bestenfalls bestehen (schwächer). Quine: das halt ich für willkürlich. In Russells Auseinandersetzung mit dem Begriff der Bedeutung kommt seine relative Gleichgültigkeit gegenüber dem Bestehens-Begriff (>Subsistenz) wieder zum Vorschein: Frege: dreifache Unterscheidung
a) Ausdruck,
b) was er bedeutet,
c) das, worauf er sich wenn überhaupt bezieht.
Das ist für Russell keineswegs natürlich.
RussellVsFrege: ~die ganze Unterscheidung zwischen Bedeuten und Bezeichnen ist falsch. Die Beziehung zwischen "C" und C bleibt völlig mysteriös, und wo sollen wir den bezeichnenden Komplex finden, der angeblich C bezeichnet?"
QuineVsRussell: Russells Standpunkt scheint manchmal von einer Verwechslung der Ausdrücke mit ihren Bedeutungen, manchmal Verwechslung des Ausdrucks mit seiner Erwähnung herzurühren.

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Step I
Markus Stepanians
Gottlob Frege zur Einführung Hamburg 2001

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

New II
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005

Newen I
Albert Newen
Markus Schrenk
Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Wissen Paradox Neale Vs Geach, P. Klaus von Heusinger, Eselssätze und ihre Pferdefüsse
Uni Konstanz Fachgruppe SprachWissenschaft Arbeitspapier 64; 1994
Heusinger I 17
Pronomen/Neale/Heusinger: (Neale 1990): das Pronomen wird durch eine bestimmte Kennzeichnung ersetzt, deren deskriptives Material nach syntaktischen Regeln gewonnen wird. (29) Ein Mann1 kommt. Er1 pfeift.
(29a) Ein Mann kommt. Der Mann der kommt, pfeift.
(29b) (Ex) [Mann (x) & Kommt (x)] & Pfeift(ix [Mann (x) & Kommt (x) ]).
Schreibweise: ix: Iotaoperator, drückt die Kennzeichnung aus. „dieses x“.
I 18
E-Typ-Analyse/Anapher/Pronomen/Heusinger: geht von der klassischen Nominalphrasensemantik (NP) aus, die die unbestimmte NP mit dem Existenzquantor und die bestimmte NP mit dem Iotaoperator deutet. Problem: die Einzigkeitsbedingung führt zu unerwünschten Lesarten (s.u.). Anaphora-Paradox/NealeVsGeach/Heusinger: wie (29) zeigt, hat der Existenzquantor in (29b) jetzt keine zu weite Reichweite mehr.
Lösung: sowohl das Antezedens als auch das anaphorische Pronomen werden nicht als referierende Terme sondern als (komplexe) Quantorenausdrücke gedeutet.

Neal I
St. Neale
Descriptions Cambridge 1993
Wissen Paradox Schiffer Vs Grice, P.H. Avramides I 56
Täuschung/SchifferVsGrice: das Erkennen der Sprecher-Intention durch den Hörer muss zumindest teilweise der Grund für die Reaktion sein – Problem: Unterscheidung primäre Intention: "mit" der etwas geäußert wird – sekundäre: "in" der etwas geäußert wird – primäre Intention, die Reaktion hervorzurufen ist wichtig – sekundär: Bsp "indem er a äußert, meint er b" – primär/(s): "mit a meint er x".
Avramides I 60
VsGrice: Gegen-Beispiel: Bsp Prüfung, Lernen, Erinnerung, Inferenz, Unbedachte Rede, Indifferenz in Bezug auf die Hörer-Reaktion, Anschuldigung – Lösung/Grice: "aktiver Glaube", bzw. Glauben, dass der Sprecher glaubt..“ (= aktivierter Glaube, nicht Abfragen von Lernstoff) - SchifferVs: Problem: Sprecher intendieren oft gar keinen Glauben beim Hörer – Problem: dann ist die Analyse nicht länger hinreichend – Lösung: für echte Kommunikation ist notwendig, daß Glaube nicht verursacht sondern begründet wird.
Schiffer I XIX
Ausdrucks-Bedeutung/intention based semantics/intentionsgestützt/SchifferVsIBS/intention based semantics/intentionsgestützt: setzt nicht nur Kompositionalität und Relationstheorie voraus, sondern setzt auch voraus, dass Verstehen/IBS: These: ist ein inferentieller Prozess (Schlussfolgerungen)
SchifferVs: das ist dubios. Das braucht wiederum propositionales Wissen, das man klarerweise nicht hat! ((s) In Bezug auf oder als „Glaubensobjekte“).
SchifferVsGrice: damit wird das ganze Unternehmen in Verruf gebracht.
Schiffer I 248
Sprecher-Bedeutung/SchifferVsGrice: hängt auch davon ab, dass der Sprecher selbst gewillt ist, sich entsprechend zu beschreiben. Und die komplexen Bedingungen aus (S) sind einfach nicht realistisch. Sie machen jede Äußerung zu einer Falschheit, wenn man im Schema „meinen“ durch "sagen" ersetzt. Paradox der Analyse/Schiffer: rächt sich hier: IBS kann vielleicht sagen was Bedeutung ist, aber damit deckt er niemandes Begriff von Bedeutung auf. Die IBS-Analyse kann ihr Analysandum nicht durch einen dass-Satz über eine propositionale Einstellung ersetzen.
IBS/Schiffer: natürlich geht es um eine Analyse von „S meint dass p“ und nicht um "x glaubt dass S meint, dass p". Dennoch kann das als Hindernis für eine reduktive Analyse gesehen werden.
Bsp "es schneit": ist irreduzibel semantisch.
Pointe: wir können hier letztlich alle Sprecher-Intentionen weglassen! Es ist nicht von Interesse, wenn es nicht hilft, die Basis zu liefern
I 249
Für die semantischen Merkmale der Ausdrücke der natürlichen Sprache. Ausdrucks-Bedeutung/SchifferVsIBS/SchifferVsGrice: die IBS hat viel zu sagen über Sprecher-Bedeutung, aber viel zu wenig (überraschend wenig) über Ausdrucks-Bedeutung. Und das hat seinen Grund, wie wir sehen werden.

Schiffer I 264
Schiffer: These: letztendlich ist es die Weise, wie wir Zeichen und Klänge gebrauchen - nicht-semantisch und nicht-psychologisch beschrieben - die unser semantisches Wissen erklärt (gegeben die begrifflichen Rollen unserer neuronale Begriffe). SchifferVsGrice: Problem: es bleibt dabei, dass wir dieses semantische Wissen nicht in nicht-semantischen Begriffen formulieren können.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987

Avr I
A. Avramides
Meaning and Mind Boston 1989
Wissen Paradox Chisholm Vs Harman, G. III 152
Wissen/Harman/Chisholm: These: wenn ich weiß, daß h wahr ist, weiß ich auch, daß jede Evidenz gegen h eine Evidenz gegen etwas Wahres ist. So weiß ich, daß sie irreführend ist. Dann sollte ich sie nicht beachten. Und sobald ich weiß, daß h wahr ist, bin ich in der Lage dazu. ChisholmVsHarman/Chisholm: das ist Paradox, weil ich nie in der Lage bin, jede künftige Evidenz außer Acht zu lassen.

Chisholm I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chisholm II
Roderick Chisholm

In
Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986

Chisholm III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004
Wissen Paradox Bubner Vs Hegel, G.W.F. I 44
BubnerVsHegel: verkürzt die konkrete Lebendigkeit der Platonischen Dialoge zur äußeren Reflexion, wegen seines eigenen starken Methodenverständnisses. Platons Dialoge lassen keine saubere Scheidung der philosophischen Aussage vom bildhaften Dekor zu.
Ihre Rätselhaftigkeit stehen zu lassen fordert die tätige Mitarbeit des bewussten Teilnehmers.
I 47
Die genaue Kenntnis der Methode fällt an keinem Punkt mit ihrer Ausübung derart in eins, dass kein Rest bliebe. Methode stellt bei Platon nie das Ziel dar, sondern dient der besseren Erkenntnis.
I 49
Andersheit/Hegel: das Andere ist zu nehmen als isoliert, in Beziehung auf sich selbst, abstrakt als das Andere. nicht von Etwas, sondern als das Andere an ihm selbst. d.h. das Andere seiner selbst. BubnerVsHegel: die Faszination des Wiedererkennens einer Grundform der eigenen Wissenschaft der Logik trägt Hegels Deutung weit über Platon hinaus.
Er liest in Platon eine Identität der Identität und Differenz hinein, die erst der deutsche Idealismus voll artikuliert hat.
I 72
Paradoxien/Bewegung/Zenon/Hegel: Hegel übernimmt Aristoteles’ Lösung: die eingeführte Distinktion zweier Aspekte bei Raum und Zeit, nämlich Kontinuität und Diskretion. Bubner: das ist aber unhistorisch, weil es Zenon noch nicht bewusst sein konnte.
Lösung: das von Aristoteles eingeführte Kontinuum lässt die unendliche Teilbarkeit von Raum und Zeit mit der Einheit derselben verträglich werden.
Hegel: "die Sichselbstgleichheit, Kontinuität ist absoluter Zusammenhang, Vertilgtheit alles Unterschieds, alles Negativen, des Fürsichseins.
Der Punkt ist hingegen das reine Fürsichsein, das absolute Sichunterscheiden und aufheben aller Gleichheit und Zusammenhangs mit anderem.
Diese beiden aber sind in Raum und Zeit in eines gesetzt, Raum und Zeit also der Widerspruch (!). Es liegt am nächsten, ihn an der Bewegung aufzuzeigen: Denn in der Bewegung ist auch für die Vorstellung Entgegengesetztes gesetzt.
BubnerVsHegel: hier entdeckt Hegel mehr, als die Übersetzung hergibt. Es ist anachronistisch, Zenon zum Dialektiker zu erheben.
Anachronismen sind aber der Preis für Strukturvergleiche, die philosophisch erhellend sind.

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Wissen Paradox Wessel Vs Hegel, G.W.F. I 221
Identität/Hegel: verwarf den Satz "a = a". "Kein Gegenstand bleibt sich selbst gleich". WesselVsHegel: Fehler: Verwechslung von Wort und Gegenstand.
I 222 ...+... Z.
Zahlen/Wessel: in der Mathematik sind Zahlen Objekte, die durch Definition eingeführt werden. Sie existieren erst, wenn man Zeichen für sie einführt. Man unterscheidet zwar zwischen Ziffer und Zahl, aber ohne Bezeichnungen (Ziffern) existieren auch die Zahlen als abstrakte Objekte nicht.
Das führte dazu, dass man Zahlen und Zahlentermini häufig nicht unterscheidet.
Identität/Hegel: Bsp "Der Baum ist der Baum" drücke "nicht das Ansich desselben" aus, weil es ihn "nicht als ein in sich selbst Reflektiertes darstellt". (WesselVs).
Identität/WesselVsHegel: 3. Fehler Hegels: Identität und Verschiedenheit nicht als zweistellige Prädikate (Relation) sondern zum einen als Subjektterminus und zum anderen als einstelliges Prädikat anzusehen. Verschiedenheit ist einfach die Negation der Identität!
WesselVsHegel: hat auch Unrecht darin, dass er sich bei seiner Erörterung auf die triviale Identität a = a beschränkt. Diese Identität wäre als einzige wirklich überflüssig. Wir können aus ihr keine Schlüsse ziehen und keine Veränderung beschreiben.

I 365
Sein/Nichts/Hegel: versucht, den Begriff des "Werdens" durch die Wörter "Sein" und "Nichts" zu bestimmen,. WesselVsHegel: das ist zum Scheitern verurteilt: ohne jede Rückgriff auf das empirisch Gegebene lassen sich Veränderungstermini nicht einführen. (>Veränderung).
I 365/366
Ähnlich wie das Existenzprädikat lassen sich Veränderungstermini nicht rein logisch einführen. Empirische Vorstellung von Veränderung wird in der Logik bereits als bekannt vorausgesetzt. Z.B. werden Zeitbegriffe über Veränderung definiert.

I 366
Veränderung/Wessel: kann auf zweierlei Weise eingeführt werden, 1. mit Verwendung von Zeittermini - 2. ohne Verwendung von Zeittermini.
I 367
Problem: zwei Möglichkeiten: Merkmale an einem Gegenstand können sich modifizieren, oder ganz verschwinden bzw. neu entstehen. Dementsprechend kann man auch zwischen Übergangszuständen oder statischen Zuständen unterscheiden.
s(s~E(a) => sE(a)) ein Entstehen von a
s(sE(a) => s~E(a)) ein Vergehen von a
s(S~A => sA) ein Entstehen von sA
s(sP(a) => s -i P(a) ein Verlust des Merkmals P.
Paradox der Veränderung/Wessel: "ein sich verändernder Körper besitzt eine Eigenschaft p und besitzt sie gleichzeitig nicht".
dialektische Identität/Hegel/Wessel: logische Form:
es gibt eine Eigenschaft P derart, dass P(a1) u P(a2) gilt, und es gibt eine Eigenschaft Q derart, dass Q(a1) u -i Q(a2) oder -i Q(a1) u Q(a2) gilt. ((s) Etwas bleibt und etwas ändert sich).
Veränderung/Prädikat/Wessel: bisher haben wir das zweistellige Prädikat => betrachtet: etwas wird zu etwas anderem.
Es gibt aber auch das einstellige Prädikat llv (Pfeil nach unten) "etwas verändert sich" , "etwas wird wahr" oder unwahr.
Bsp "Das Wasser ist bewegt".
WesselVsHegel: daran wird klar, wie unbegründet die Entgegensetzung von Seins und Werdenstermini ist.
Veränderung/Ereignis/Prädikat/Wessel: mit dem Veränderungsprädikat sA => sB lassen sich nun Subjekttermini bilden: s(SA => sB). so nennt man Ereignisse!
((s) Ereignis: singulärer Term, der aus einem Prädikat für Veränderung gebildet ist).
Wessel: für solche Prädikate muss aber jeweils nachgewiesen werden, ob sie mit Subjekttermini dieses Typs verknüpfen darf.

Wessel I
H. Wessel
Logik Berlin 1999
Wissen Paradox Verschiedene Vs Hintikka, J. Cresswell II 40
W-Prädikat/Cresswell: These: wir sollten das semantische W-Prädikat mit dem W-Prädikat für indirekte Rede identifizieren: und zwar wegen der Existenz von Sätzen der folgenden Art: (18) Jeremy glaubte, daß der Satz den Miriam äußerte und der, den Mary andeutete, äquivalent wahr waren.
Problem: hier haben wir es auf jeden Fall mit Paradoxien zu tun und müssen damit umgehen.
Lösung/Hintikka: hat eine epistemische Logik entwickelt, die damit umgeht. Sie gilt aber nur in einer Gemeinschaft logisch allWissender Leute.
Richmond ThomasonVsHIntikka: eine solche Gemeinschaft kann nicht existieren, wenn Wissen so aufgefaßt wird.
Logische AllWissenheit/Cresswell: dann wird auf jeden Fall nur „daß0“ gebraucht.

Prior I 84
Vorwortparadox/Prior: (ähnlich wie Moore’s Paradox). Varianten: a) Vorwort b) einfach Buch als ganzes
Der Autor sagt im Buch dass p und er sagt in dem Buch, dass q und dass r usw.. und im Vorwort. dass entweder nicht p, oder nicht q oder nicht r usw... und das ist inkonsistent. Die gesamte Menge kann nicht zusammen wahr sein.
Das kann auch als GlaubensParadox formuliert werden.
Rationalität/Glauben/Hintikka: "Rationalität des Glaubens" soll Vorwort Paradox vermeiden.
MakinsonVsHintikka: es kann sehr rational sein, gleichzeitig widersprechende Glaubenseinstellungen zu vertreten.
I 85
Dabei kann es um Wahrscheinlichkeit gehen: es kann rational sein, zu glauben, dass zwei Dinge eher wahrscheinlich sind als ihre Nichtexistenz, aber ihr Zusammenvorkommen weniger wahrscheinlich als das Nichtvorkommen. VsHintikka: man sollte Rationalität nicht mit Konsistenz gleichsetzen!





Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984

Pri I
A. Prior
Objects of thought Oxford 1971

Pri II
Arthur N. Prior
Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003
Wissen Paradox Cartwright Vs Hume, D. I 10
Verursachung/Kausalerklärung/CartwrightVsHume: die Gesetze der Assoziation sind nicht hinreichend, um den Unterschied von effektiven Strategien (Bsp Malariabekämpfung) und ineffektiven zu erklären. Kausalgesetze: werden ebenso gebraucht.
Simpsons Paradox/Wahrscheinlichkeit//Statistik/Kausalerklärung/Cartwright: wurde von vielen Autoren als Gegen-Bsp zu probabilistischen Modellen der Verursachung gebraucht.
I 42
Humesche Welt/Cartwright: diese Art Beispiel (Figur 1) bringt dem Vertreter der Humeschen Welt Trost. ((s) D.h. Kausalgesetze wären hier überflüssig.). HumeVsKausalgesetze: die Vertreter lehnen sie ab, weil sie keinen unabhängigen Zugang zu ihnen haben. Sie halten sich für fähig, Assoziationsgesetze zu bestimmen, aber sie denken, dass sie nie die kausale Anfangsinformation haben werden, um Bedingung C ((s) ?) anzuwenden. Wenn sie Glück haben, brauchen sie dieses AnfangsWissen nicht: vielleicht leben sie in einer Welt, die keine Humesche Welt ist. ((s) denn dann wäre dieses Wissen irrelevant).
CartwrightVsHume: aber eine Humesche Welt könnte immer noch eine sein, in der Kausalgesetze aus den Gesetzen der Assoziation erschlossen werden könnten.
I 61
Kraft//Hume: es ist falsch zwischen einer Kraft und ihrer Ausübung zu unterscheiden. (Treatise of Human Nature, , Oxford 1978, S 311). CartwrightVsHume: genau diese scheinbare Unterscheidung brauchen wir hier!
Kausalkraft/Gravitationsgesetz/Cartwright: besagt dann, dass zwei Körper die Fähigkeit (power) haben, eine Kraft der Größe G m m’/r² (Sonderzeichen) zu produzieren, aber sie schaffen es nicht, sie auszuüben. (Weil andere Kräfte im Spiel sind).
Also sprechen die Gesetze nicht vom Verhalten der Körper, sondern von den Fähigkeiten, die sie haben.
Problem: so leicht lässt sich die Tatsachen-Sicht nicht aufgeben.

Car I
N. Cartwright
How the laws of physics lie Oxford New York 1983

CartwrightR I
R. Cartwright
A Neglected Theory of Truth. Philosophical Essays, Cambridge/MA pp. 71-93
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

CartwrightR II
R. Cartwright
Ontology and the theory of meaning Chicago 1954
Wissen Paradox Wessel Vs Intuitionismus I 239
WesselVsIntuitionismus: die Begrenzung der Negation auf eine spezifischen Bereich zerstört die Logik als selbständige Wissenschaft. Das kann man aber in einem universellen Regelsystem lösen. (s.u.).
I 269
WesselVsIntuitionismus: Hauptmangel: dass der universale Charakter der Logik bestritten wird. Unterschiedliche Logiken für endliche und unendlich de Bereiche. Auch die Vertreter der Mikrophysik (Quantenmechanik) propagieren unterschiedlichen Bereichslogiken.
I 270
Wessel: das hängt mit einer falschen Auffassung des Gegenstands der Logik zusammen: Logik/Wessel: eine spezielle Wissenschaft, die die Eigenschaften der Sprachregeln untersucht.
Wissenschaft: versteht unter dem Gegenstand der Logik (fälschlicherweise) irgendeinen außersprachlichen Gegenstand (z.B. Quanten, Elementarteilchen usw.)
WesselVs: Dilemma: das dieser betrachtete Gegenstand nicht unmittelbar der Anschauung gegeben ist, muss er sprachlich konstruiert werden. Dazu braucht man aber die Logik, zirkulär.
Negation/Intuitionismus/Wessel: die Intuitionisten verwerfen die Negation des klassischen Kalküls, sie sollten aber (unsere) nichttraditionelle Prädikationstheorie anwenden, die das Problem der Unentscheidbarkeit bereits berücksichtigt.
Bsp Frage, ob in der Entwicklung der Zahl π irgendwann eine bestimmte Zahlenfolge auftritt: hier gibt es drei Möglichkeiten:
1. Sie kann auftreten (A)
2. Sie kann nicht auftreten (B)
3. Es ist unmöglich festzustellen (C)
Angenommen, jemand behauptet A, dann sind zwei verschiedene Negationen möglich:
1. Die Behauptung von B
2. Die Erklärung, dass sie nicht richtig ist.
Negation/WesselVsIntuitionismus: verwechselt zwei verschiedene Arten von Negation: die aussagenlogische (äußere) und die Negation beim Operator des Zusprechens von Prädikaten (‹/--).
I 271
Intuitionisten/Logik/Wessel: akzeptiert, wie die meisten klassischen Logiker, die Bisubjunktion ~(s< P) ↔ (s ‹/--). Diese ist aber kein logisches Gesetz. Die Unterschiede zwischen der klassischen und der intuitionistischen Logik bestehen im Wesentlichen bei Negationen, die unmittelbar vor den Aussagenvariablen stehen.
Wir stellen jetzt einige Formeln gegenüber, wobei wir die Zeichenkombinationen verwenden, die eigentlich sinnlos sind:
-i p, ?p usw.
-i p: soll heißen ~(s ‹--) u ~(‹/--P).
I 272
in der klass. Logik gelten die de Morganschen Gesetze, die IntuitionistenVsDe Morgan: Vs 3. und 4. Gesetz . 3. ~(p u q) > ~p v ~q
4 ~(~p v ~q) > p u q.
Intuitionismus/Wessel: ist eine versteckt epistemische Logik: "Es ist beweisbar, dass p beweisbar oder dass ~p beweisbar ist".
WesselVs: dazu muss man aber erst über logische Basissysteme verfügen, die nicht von Empirie abhängig sind!
Epistemische Prädikate ("beweisbar") dürfen nicht mit logischen Operatoren verwechselt werden!
Die klass. Paradoxien treten zum Großteil auch in der intuitionistischen Logik auf.
I 273
Es gibt Beweise, die zeigen, dass es eine Zahl geben muss, aber die Zahl selbst nicht liefern! Bsp + Man muss kein Anhänger des Intuitionismus sein, um Beweis vorzuziehen, die konstruktiv die Zahl liefern.
I 274
MT5. es gibt eine Gruppe von im IAK beweisbaren Formeln, für die gilt: einige ihrer P-R sind in PT beweisbar und andere nicht Bsp p > ~p > ~p
p > ~q > (q > _p) ++
I 275
MT6. Es gibt eine Gruppe von im IAK beweisbaren Formeln, für die gilt; alle ihre P-R sind in PT nicht beweisbar. Bsp ~(p v q) > ~p u ~q,
~~(p u ~p)
WesselVsIntuitionismus: MT5 und MT6 zeigen, dass die Intuitionisten inkonsequent sind: wenn sie s ‹/--P und _(s ‹--P) identifizieren, müssten sie noch viel mehr von der klassischen Logik verwerfen.

Wessel I
H. Wessel
Logik Berlin 1999
Wissen Paradox Leibniz Vs Kant Frege III 31
Zahlen/LeibnizVsKant: hat denn auch die Beweisbarkeit der Zahlformeln behauptet. "Es ist keine unmittelbare Wahrheit, daß 2 und 2 4 sind. Vorausgesetzt, daß 4 bezeichnet 3 und 1. Man kann sie beweisen, und zwar so:
Definitionen: 1. 2 ist 1 und 1,
2. 3 ist 2 und 1
3. 4 ist 3 und 1.

Axiom: Wenn man gleiches an die Stelle setzt, bleibt die Gleichung bestehen.
Beweis: 2 + 2 = 2 + 1 + 1 = 3 + 1 = 4.
Also: nach Axiom: 2 + 2 = 4.


Leibniz I 83
Letztbegründung/LeibnizVsKant: macht den subjektphilosophischen Radikalismus nicht mit. Wie vor ihm Spinoza und nach ihm Hegel hat er von der seit Descartes unverzichtbaren Subjektreflexion aus einen nicht subjektiven Seinsgrund finden wollen, der sich in den Vernunftwahrheiten ausdrückt. Dafür reichen zwei Prinzipien aus:
1. Prinzip des Widerspruchs
2. das Prinzip des zureichenden Grundes. (Kann auf das Widerspruchsprinzip zurückgeführt werden).
Da außerdem das Identitätsprinzip aus der Sinneswahrnehmung eingesehen wird, dürfen wir den Prinzipien der Sachen selbst (also ihrer ontischen Realität) die in unserem Denken vorausgesetzte Vernunft (ihre Logizität) zuschreiben.
das ebenso panlogisch wie das System Hegels.
I 84
Im Universum und seinen Teilen ist so Logik niedergeschlagen und verkörpert. Metaphysik/Logik/Leibniz: daher lassen sich alle Beziehungen zwischen Wirklichkeiten phänomenalen wie metaphysischen in logischer Form ausdrücken.
Letztbegründung/LeibnizVsKant: nicht erscheint die Welt logisch, weil das Subjekt sie in der Logikform seines Denkens auffasst, sondern die Logikform des Denkens ist zwingend, weil die Welt sich als logisch verfasste zeigt.
Leibniz: dem Subjekt zeigt sich die Welt nun aber gerade nicht als Welt sondern als additive Reihe, als Aggregat.

I 128
Phänomen/LeibnizVsKant: darf nicht kantisch als vom Wesen getrennt aufgefasst werden! Vielmehr bildet der "mundus intelligibilis" die Grundlage für den "mundus sensibilis". Dieser ist auch keine Verdoppelung, sondern eine "Übersetzung".
Das Phänomenale ist das Substanzielle selbst, aber unter Bedingungen der Imagination, für die Räumlichkeit und Zeitlichkeit maßgeblich sind.
Ansich/Erscheinung/Leibniz/Josef König: ihr Verhältnis ist bei Leibniz ein dialektisches. Es entspricht wiederum genau dem Schema des "Übergreifenden Allgemeinen":
Das Ansich ist Gattung seiner selbst (!), des Ansich und seines Gegenteils, der Erscheinung. ((s) > „Das übergreifende Allgemeine“, >Paradoxien).
I 129
Damit ist nicht die Tatsache gemeint, dass die Erscheinung immer die Erscheinung eines Ansich ist, (was ja der Sinn des Wortes ist). KantVsLeibniz: denn dann könnte die Erscheinung ja immer noch verschieden von dem sein, dessen Erscheinung sie ist, und von daher wäre keine Kenntnis des Gegenstands möglich. (So sieht Kant das Verhältnis).
LeibnizVsKant: besteht darauf, dass die Erscheinung dasselbe ist wie das Ansich, das sich in der Erscheinung zeigt.
Die Welt tut das in der Perzeption. Dadurch vervielfältigt sie sich in zweifacher Hinsicht.
1. als Ganzes aber jeweils unter anderer Perspektive
2. sie erscheint räumlich als das Auseinandersein der verschiedenen Substanzen,
3. sie erscheint zeitlich als Abfolge verschiedener Perzeptionen.
Das System der Perzeptionen ist "wohl begründet", weil es nichts anderes ist als die sich selbst beschränkende Aktivität der ursprünglichen Kraft des Ansich.
Der Unterschied zwischen Ansich und Erscheinung ist der Unterschied des Ansich selber! Das ist die Totalität und das Prinzip seines Unterschieds.
I 130
Daher ist die Erscheinung nicht gegen das Ansich abgehoben, sondern eine Art desselben und als solche etwas durchaus Reales. Phänomenalität/Leibniz: die Weise, in der das Auszudrückende im Ausgedrückten enthalten ist. Jedes Ausgedrückte ist ein Phänomen. Es ist wohl begründet, weil das Ansich, indem es sich ausdrückt, das Phänomen ist, mit ihm identisch ist und es als erscheinendes Ansichseiendes begründet.
Das Phänomen ist der Realität nicht entgegengesetzt (VsKant) sondern gerade ihre spezifische Seinsweise im Vorgang der universellen Repräsentation.
Daher müssen auch alle Perzeptionen in allen einzelnen Substanzen einander entsprechen.

I 133
Bewegung/Leibniz: etwas tritt an den Platz von etwas anderem.
I 134
Das, was alle diese Plätze umfasst, heißt "der Raum". Dafür braucht man auch keine "absolute Realität" von Raum anzunehmen. Raum/Zeit/LeibnizVsKant: Inbegriff möglicher Verhältnisse, aber nicht als Anschauungsformen, sondern real ontologisch als Strukturen des Verhältnisses der materiell Ansichseienden zueinander.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993
Wissen Paradox Rorty Vs Kant I 166
Synthese/Synthesis/Kant/Rorty: Kant These: ein Objekt, etwas, auf das mehrere Prädikate zutreffen, ist immer das Ergebnis von Synthesis. RortyVsKant: Kants Konzeption des Erkennens hatte nicht die Wahrnehmung zum Modell. Unglücklicherweise verblieb er immer noch in einem cartesianischen Bezugsrahmen: er formulierte sie immer noch als Antwort auf die Frage, wie wir von inneren zum äußeren Raum gelangen können. Seine paradoxe Antwort lautete, dass der äußere Raum aus dem Material der Vorstellungen konstruiert werde. >Cartesianismus, >Dualismus.
I 169
Naturalismus/Rorty: das Nachdenken der Psychologen über Stimuli und Reaktionen. (Das ist nicht philosophisch, weil es nicht nach Ursachen sucht.) (RortyVsKant: verwechselt hier Grund und Ursache).
I 171
Kant/Rorty: sah ein, dass man das einzelne Urteil nicht mit der »Einzelheit eines sinnlich Gegebenen« gleichsetzen darf. RortyVsKant: er hätte dazu fortschreiten müssen, Erkenntnis als eine Relation zwischen Personen und >Propositionen aufzufassen. Dann hätte er den Synthesisbegriff gar nicht benötigt. Er hätte die Person als black box betrachten können.
I 173
Begriff/Rorty: wir möchten wissen, ob Begriffe Verbinder sind. VsKant: die Auskunft, sie könnten es nicht sein, wenn es nicht eine Vielzahl auf Synthesis wartender Anschauungen gäbe, hilft uns nicht weiter.
RortyVsKant: entweder Maschinerie (Synthesis) und Rohmaterial (Anschauungen) sind noumenal oder sie sind phänomenal.
a) sind die beiden phänomenal, so können wir uns ihrer bewusst sein (entgegen der Voraussetzungen der Deduktion). Sind sie
b) noumenal, so können wir nichts über sie Wissen, auch nicht die Aussagen der Deduktion!
I 174
Kopernikanische Wende/RortyVsKant: sie ist für uns nicht mehr attraktiv. Denn die Aussage, Erkenntnis notwendiger Wahrheiten sei verständlicher über gemachte als über vorgefundene Gegenstände, ist von der cartesianischen Annahme abhängig, dass wir zu unserer Aktivität des Machens privilegierten Zugang haben.
IV (d) 117
Verständlichkeit/Noumenon/Ding an sich/Kant/RortyVsKant/Rorty: bei ihm wird der Begriff des Noumenon unverständlich, dadurch, dass er sagt, ein Ausdruck sei dann sinnvoll, wenn er für einen geistigen Inhalt stehe, der die Synthese sinnlicher Anschauungen durch einen Begriff bildet. ((s) Durch die Synthese von Sinnlichen zum Geistigen).
VI 256
Ethik/Moral/RortyVsKant: es wird nie gelingen, seinen guten Vorschlag zur Verweltlichung der christlichen Lehre von der Brüderlichkeit der Menschen durch neutrale Kriterien zu begründen.
VI 257
Das liegt nicht daran, dass sie nicht vernünftig genug sind, sondern dass wir in einer Welt leben, in der es schlicht zu riskant, ja häufig irrsinnig gefährlich wäre, den Sinn für die moralische Gemeinschaft so weit zu fassen, dass er über die eigene Familie oder den eigenen Stamm hinausgeht . Es nutzt nichts, im Anschluss an Kant zu sagen "erkennt den Bruder im anderen": die Leute, die wir zu überreden versuchen, werden gar nicht verstehen.
Sie würden sich gekränkt fühlen, wenn wir verlangten, jemand, mit dem sie nicht verwandt sind, wie einen Bruder zu behandeln, oder einen Ungläubigen wie einen Gläubigen zu behandeln.
VI 263
Def "Supernaturalismus"/Santayana: die Verwechslung von Idealen und Macht. RortyVsKant: das ist der einzige Grund hinter Kants These, es sei nicht nur freundlicher, sondern auch vernünftiger, Fremde nicht auszuschließen.
RortyVsKant: Nietzsche hat ganz recht, wenn er Kants Beharren mit Ressentiment in Verbindung bringt.
VI 264
RortyVsNietzsche: völlig Unrecht hat er, wenn er das Christentum und Demokratie als Verfallserscheinung ansieht. Ihm ist mit Kant eine Vorstellung von "Reinheit" gemeinsam, die Derrida als "Phallogozentrismus" bezeichnet. Das gilt auch für Sartre:
Sartre: die vollkommene Synthese von An sich und Für sich gelingt nur, wenn man sich von dem Schleimigen, Klebrigen, Feuchten, Empfindsamen, Weibischen befreit.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Wissen Paradox Mackie Vs Kierkegaard, S. Stegmüller IV 485
Religion/Glauben/Kierkegaard: zwei Möglichkeiten: 1. Jemand glaubt und ist daher auch nicht unendlich interessiert an allen anderen Fragen
2. Jemand steht in objektiver Betrachtung zum Glauben und ist dann nicht unendlich interessiert an der Entscheidung der Frage, ob Gott existiert.
Das Problem tritt so gar nicht zutage, da das wirkliche Problem eben in der Entscheidung liegt. (>Existentialismus mit seiner Betonung der Entscheidung geht auf Kierkegaard zurück).
Religion/Glauben/Kierkegaard/Stegmüller: die Frage nach der Wahrheit des Christentums (der Existenz Gottes) ist so, dass es einen Teil der Frage bildet, ob der Fragende tatsächlich unendlich interessiert ist an der Klärung.
IV 486
Stegmüller: Paradox: wer an der Wahrheit des Christentums interessiert ist, muss bereits von dieser Wahrheit überzeugt sein. MackieVsKierkegaard/Stegmüller: warum sollte das aber für z.B. den Islam oder den Buddhismus nicht gelten?
Wenn die Frage möglich sein soll, muss es auch möglich sein, sie negativ zu beantworten!
IV 487
Die Frage stellt sich jedem unabhängig vom Grad seines Interesses a) an der Frage, b) seines Engagements für eins der beiden möglichen Resultate. Wenn man das bestreitet, bestreitet man, dass es sich um eine Wahrheitsfrage handelt.
objektiv/Objektivität/Kierkegaard: blendet das Verhältnis des Fragenden zum Gegenstand aus.
subjektiv/Subjektivität/Kierkegaard: wer subjektiv fragt, reflektiert auf das Verhältnis des Subjekts zum Gegenstand.
Pointe: wenn nur das Wie dieses Verhältnisses in Wahrheit sei, dann sei auch das Individuum in Wahrheit, selbst dann, wenn es sich zur Unwahrheit verhielte.
Bsp der eine betet zu Gott obgleich er einen Götzen anbetet, der andere betet in Unwahrheit zu dem wahren Gott und betet daher in Wahrheit einen Götzen an.
Es geht nicht um Wahrheit oder Falschheit dessen, was man glaubt, sondern um die Art der gläubigen Beziehung.
IV 488
Das ist das "in der Wahrheit sein". Nur personales Interesse und Engagement. Intentionalität/MackieVsKierkegaard/Stegmüller: ist nur relationsähnlich!
IV 490
Kierkegaard/Stegmüller: argumentiert nicht zugunsten einer Position, sondern aus einer Position heraus.
IV 491
C. L. Stevenson: "Überredungsdefinition". Glaube/AnselmVsKierkegaard: sucht nach Begründung und Erkenntnis.
IV 492
MackieVsKierkegaard: dass man ein besonders starkes Engagement braucht, gerade um das Paradoxe zu glauben, ist eine irrige psychologische Ansicht, die von seinem eigenen Sokrates Bsp widerlegt wird. Es wäre ein erbärmlicher Gott (ähnlich wie der Pascals) der von uns ein so starkes Engagement forderte, etwas Paradoxes zu glauben.
IV 493
MackieVsExistenzialismus/Stegmüller: Plädoyer für nicht weiter begründete dramatische Entscheidungen. (Rührt von Kierkegaard her). HumeVsKierkegaard: hätte vermutlich gesagt, die Neigung, etwas absurdes zu glauben rühre daher, dass Verwunderung und Erstaunen so angenehme Gefühle sind.
Es ist falsch anzunehmen, dass irrationale Positionen sich nicht rational diskutieren ließen.

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977
Wissen Paradox Priest Vs Kleene, St. C. Field II 145
Dialethismus/Priest/Paradoxa/Field: (Priest 1998): These der Satz des Lügners sowie seine Negation sind beide behauptbar (und auch ihre Konjunktion). Die Regeln der Logik sind abgeschwächt (>stärker/schwächer; >Stärke von Theorien), so dass dadurch nicht jede Behauptung behauptbar wird. Attraktivste Variante: baut auf Kleenes dreiwertiger Logik auf.
Dreiwertige Logik/Kleene/Priest/Field: Priest nimmt hier an, dass die gültigen Inferenzen die sind, die „korrekte Behauptung“ garantieren. Aber eine Behauptung ist nur korrekt, wenn sie einen der beiden höchsten Wahrheite in der Wahrheit-Tabelle hat.
Curry-Paradox: ist damit ausgeschlossen, denn das einzige Konditional in dieser Sprache ist das materiale Konditional.
materiales Konditional/Field: ist durch ~ und v definiert. Es unterstützt in der Logik von Kleene/Priest nicht völlig den modus ponens.
Lügner/KleeneVsPriest: (und andere „abweichende“ Sätze): haben Wahrheit-Lücken. Es gibt aber keine Wahrheit-Ballungen.
Abweichender Satz: Bsp Lügner-Satz, hat keine Wahrheit-Ballungen aber Wahrheit-Lücken.
Lügner/PriestVsKleene: (und andere abweichende Sätze): haben umgekehrt Wahrheit-Ballungen und keine Lücken.
Problem/Kleene: hier kann man keine Äquivalenz zwischen „p“ und „“p“ ist wahr“ aufstellen! Denn eine Wahrheit-Lücke in einem Satz „A“ zu behaupten, hieße zu behaupten: „~[wahr („A“) v wahr („~A“)]“ und das sollte äquivalent sein zu „~(A v ~A)“ aber ein Satz dieser Form kann bei Kleene niemals legitim sein.
WW-Lücke/logische Form/Field: eine Wahrheit-Lücke in einem Satz „A“ zu behaupten, hieße zu behaupten: „~[wahr („A“) v wahr („~A“)]“ und das sollte äquivalent sein zu „~(A v ~A)“.
Lösung/Priest: wenn „A“ ein abweichender Satz ist, ist das bei Priest eine korrekte Behauptung. Auch die Behauptung des Fehlens einer Wahrheit-Ballung in einem Satz „A“ wäre die Behauptung „~[(wahr („A „) u wahr(„~A)“]“ was äquivalent sein sollte zu „~(a u ~A)“. Kleene kann dieses Fehlen für abweichende Sätze nicht behaupten, Priest wohl.

Pries I
G. Priest
Beyond the Limits of Thought Oxford 2001

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Wissen Paradox Rorty Vs Kontrafakt. Konditional Putnam III 92
PutnamVsRorty: Bsp wenn ich meine, meine Küche habe einen Anstrich nötig, und mit niemandem darüber spreche, dann widerspricht mir auch niemand. Ist meiner Aussage dann nach Rorty wahr? Nach Auffassung der meisten Leser von Rorty würden meine Kulturgenossen mir in Bezug auf die Küche zustimmen, falls sie anwesend wären. >Kontrafaktisches Konditional. Doch die Berufung auf kontrafaktische Konditionalsätze ist von Rorty selbst abgelehnt worden. Man solle sich nicht auf "beobachtende Gespenster " berufen.
RortyVsKontrafaktisches Konditional.
III 93
Relativismus/Kontrafaktisches Konditional/KoKo/Putnam: da Rorty zu schwer zu interpretieren ist, wollen wir uns einen typischen Relativisten vorstellen, der kontrafaktische Konditionalsätze unbefangen benutzt, und meint, was in einer Kultur wahr ist, werde bestimmt von dem, was die Angehörigen der Kultur sagen würden. Meinungsverschiedenheiten gehörten dann nicht zum " normalen " Diskurs. Oder ein Satz habe einfach keinen Wahrheitswert. Gerade in der Unbefangenheit liegt das Problem. Wenn die Wahrheit über meinen Küchenanstrich davon abhängt, was meine Kulturgenossen sagen, fragt sich, was für diese Äußerungen maßgeblich ist.
Kontrafaktische Konditionalsätze/Putnam: neuere Analysen: zwei Faktoren sind bestimmend:
1. welche möglichen Situationen sind relevant,
2. was würde in diesen möglichen Situationen geschehen.
III 94
Dann ginge es also wieder darum, was von den Genossen als relevante Gesetze angesehen würde. Freilich dürften die Relativisten bestreiten, dass wir überhaupt eine Semantik der kontrafaktische Konditionalsätze benötigen.
III 94/95
Relativismus/Kontrafaktisches Konditional/Putnam: für die metaphysische Unschuld gilt das Gleiche wie für alle anderen Arten von Unschuld, ist sie erst einmal verloren, fällt es schwer, sie wiederzufinden. Hat man erst einmal erkannt, wie schwierig es ist, die Wahrheit eines kontrafaktischen Konditionalsatzes zu erklären, dann würde kaum jemand, der bei normalen Aussagen die Wahrheit für einen problematischen Begriff hält, der preisgegeben werden sollte, die kontrafaktische Wahrheit als unproblematisch hinstellen. PutnamVsRelativismus: nun wollen wir annehmen, unser typischer Relativist halte die kontrafaktische Wahrheit tatsächlich für unproblematisch. Das führt zur folgender Paradoxie: es ist ein Faktum unserer heutigen Kultur, dass in ihr keine philosophische Einigkeit herrscht, denn es gibt keine philosophische Einzeltheorie, die wir alle akzeptieren, und mit Sicherheit sind wir nicht allesamt Relativisten. Wenn die Mehrzahl meiner Genossen nicht zustimmen würde, dass der Relativismus zutrifft, dann trifft der Relativismus laut seiner eigenen Definition nicht zu!
Das wäre kein logischer, sondern ein empirischer Widerspruch.
Rorty selbst würde sagen, dass sein Wahrheitsbegriff gar nicht für den hermeneutischen Diskurs, sondern nur für den normalen gelten soll. Die Behauptungen des Relativismus wie des Antirelativismus seien daher weder falsch noch wahr (wie in einem normalen Diskurs).

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Wissen Paradox Millikan Vs Korrespondenztheorie I 6
Zeichen/Millikan: ich werde eine allgemeine Zeichentheorie auf Basis von Fregeschen Sinnen aber im Sinn von Peirce aufstellen, damit sollen konventionelle Zeichen, aber auch Gedanken abgedeckt werden.
Das hat eine wichtige Konsequenz:
Sinn/Sense/Millikan: ist das grundlegende intentionale oder semantische Merkmal, aber es ist nicht Referenz und auch nicht Intension. Es ist nicht einmal durch Intension festgelegt! Daher gibt es ein erkenntnistheoretisches Problem der Intentionalität:
Intentionalität/Millikan: These: wir können nicht a priori Wissen, was wir denken! Weil der Sinn nicht durch Referenz festgelegt ist! Das liefert eine Unterstützung des Realismus.
Gegebenes/Millikan: MillikanVsMythos des Gegebenen. Für zu einem falschen „Foundationalism“ der Erkenntnistheorie.
VsKorrespondenztheorie: damit wird auch die Korrespondenztheorie zurückgewiesen
I 7
und zwar nicht nur als „Test für Wahrheit“ sondern auch als „Natur der Wahrheit“. Jedenfalls nach einer populären Sichtweise. Das ist aber nicht ohne Paradoxien.
Wissen/Naturalismus/Millikan: die Fähigkeiten eines Wissenden sind ein Produkt Natur, wie der Wissende selbst. Wissen muss etwas sein, was man in der Welt tut. Es ist eine natürliche Relation zur Welt.
I 8
Kohärenz/Millikan: man wird erklären müssen wozu sie gut ist, wie sie uns hilft, nicht nur, was sie ist. Letztendlich geht das nur in einer Gesamttheorie über die Welt. „Neuer Empirismus“/Millikan: hat bisher nur die Hälfte seiner Aufgabe geschafft, er hat nicht geschafft, den Mythos des Gegebenen, der in der Bedeutungstheorie (BT) eingebettet ist, zu überwinden.
Realismus/Millikan: die Argumente VsRealismus sind sehr einfach:
VsRealismus: „um die Bedeutung eines Worts zu finden, muss man sehen, was seine Anwendung rechtfertigen würde, oder was eine Anwendung verursachen würde. Aber die Anwendung wird durch frühere Anwendungen gerechtfertigt! Und sie wurde verursacht durch frühere Überzeugungen! ((s) auch VsKausaltheorie, VsKorrespondenztheorie).
Korrespondenz: spielt also keine Rolle bei der Rechtfertigung oder der Kausalerklärung einer Äußerung. Also hat Korrespondenz nichts mit der Bedeutung von „wahr“ zu tun.
MillikanVsVs: das kann man genausogut auch umdrehen:
Korrespondenztheorie: pro: Korrespondenz ist in der Natur von Wahrheit involviert, weil für einen Satz wahr zu sein bedeutet, in bestimmter Weise einem Teil der Welt zu korrespondieren. Dass Korrespondenz keine Rolle in der Rechtfertigung einer Äußerung spielt, kann man genausogut so wenden: dass die Bedeutung nichts mit Rechtfertigung zu tun hat (!). (Millikan pro!).
Satzbedeutung/Bedeutung/Millikan: sind die spezielle Abbildungsfunktionen des Satzes Aber da wir Korrespondenz als Test für Wahrheit ablehnen, kann die Abbildungsfunktion nicht in Regeln im Kopf bestehen.
I 10
Es kann nicht der „Benutzer“ sein, der „annimmt“, dass seine Sätze die Welt so und so abbilden. Außerdem muss das „angenommen“ („sollte“) das die Bedeutung festlegt ein anderes „angenommen“ („sollte“) sein als das, wie man von einer Person „annimmt“ dass sie in Übereinstimmung mit der Erwartung anderer nach Regeln verhält. („verhalten sollte“). Abbildungsfunktion/Abbildung/Bedeutung/Millikan: die Fragen werden dann immer schwieriger: Welche Art Dinge sind das, die Sätze abbilden?, Welche Art von Abbildungsfunktionen sind involviert? Was ist das für ein „sollte“?
Wissen/Selbst/Bedeutung/Millikan: wenn etwas anderes als die Weise, wie ich selbst meine Äußerungen rechtfertige, meine Bedeutungen festlegt, wie kann ich dann erfassen, was ich selber denke?
These: Wir werden aufgeben müssen, dass wir das a priori Wissen! Wir Wissen auch nicht a priori, was wir meinen.
Subjekt/Prädikat/Kohärenz/Sprache/Welt/Millikan: Subjekt-Prädikat-Struktur: ich versuche zu zeigen, wie das Gesetz des Nichtwiderspruchs (SvW?) (das Wesen der Kohärenz) in die Natur passt. Dazu brauche ich Fregeschen Sinn als Hauptbegriff.
Wie man sich beim Wissen irren kann, so auch in der Bedeutung.

I 86
Intentionalität/Millikan: ist kein scharf abgegrenztes Phänomen. Sie ist nicht aus einem Stück. Sie hat allgemein damit zu tun, was Normal ist oder was eine Eigenfunktion ist. Nicht so sehr damit, was aktual ist. Intentionalität/Millikan. hat allgemein mit Abbildungsregeln zwischen Zeichen und Dingen zu tun.
>Korrespondenz: daher ist eine reine Korrespondenztheorie leer.
Def reine Korrespondenz/Korrespondenztheorie/Millikan: wäre eine, die behaupten würde, eine Korrespondenz wäre wahr allein weil es eine Abbildungsrelation gibt.
Das funktioniert nicht, weil es mathematisch unendlich viele verschiedene Abbildungsrelationen geben kann.
Dagegen:
Repräsentationen: sind nicht so ubiquitär und vielfältig.
I 87
Korrespondenztheorie/Millikan: damit sie nicht leer ist, muss sie erklären, was so speziell ist an den Abbildungsrelationen, die Repräsentationen auf das Repräsentierte abbilden. Abbildungsrelation/Millikan: muss mit realer Kausalität in realen Situationen zu tun haben, nicht mit logischer Ordnung.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Wissen Paradox Lewis Vs Kripke, Saul A. V 251/252
Ereignis/Kennzeichnung/Beschreiben/Benennen/Lewis: wird meist durch akzidentelle Eigenschaften spezifiziert. Auch wenn es sogar klar ist, was es bedeutete ,es durch sein Wesen zu spezifizieren. Ein Ereignis trifft z.B. auf eine Kennzeichnung zu, hätte sich aber auch ereignen können, ohne auf die Beschreibung zuzutreffen.
Def Ereignis/Lewis: ist eine Klasse, die aus einer Region dieser Welt zusammen mit verschiedenen Regionen von anderen möglichen Welten (MöWe) besteht, in denen sich das Ereignis hätte ereignen können. (Weil Ereignisse immer kontingent sind).
Was der Beschreibung in einer Region entspricht, entspricht ihr nicht in einer anderen Region (einer anderen Welt).
Man kann nie ein vollständiges Inventar der möglichen Beschreibungen (Kennzeichnungen) eines Ereignisses erreichen.
1. künstliche Beschreibung: Bsp "das Ereignis, das im Urknall besteht wenn Essendon das Endspiel gewinnt, aber die Geburt von Calvin Coolidge, wenn nicht". "p > q, sonst r".
2. teils durch Ursache oder Wirkungen
3. durch Referenz auf den Ort in einem System von Konventionen Bsp Unterschreiben des Schecks
4. Vermischung von wesentlichen und akzidentellen Elementen: Singen, während Rom brennt. Bsp Tripel Eigenschaft, Zeit, Individuum, (s.o.).
5. Spezifikation durch einen Zeitpunkt, obwohl das Ereignis auch früher oder später hätte vorkommen können
6. Obwohl Individuen wesentlich involviert sein können, können akzidentell zugehörige Individuen herausgehoben werden.
7. Es kann sein, dass ein reiches Wesen eines Ereignisses darin besteht, zu schlendern, aber ein weniger fragiles (beschreibungsabhängiges) Ereignis könnte lediglich akzidentell ein Schlendern sein. ((s) Und es kann unklar bleiben, ob das Ereignis nun wesentlich durch Schlendern charakterisiert ist.)
8. Ein Ereignis, das ein Individuum wesentlich involviert, mag gleichzeitig akzidentell ein anderes Involvieren: Bsp ein bestimmter Soldat, der zufällig zu einer bestimmten Armee gehört, Das entsprechende Ereignis kann nicht in Regionen vorkommen, wo es kein Gegenstück zu diesem Soldat gibt, wohl aber, wenn es ein GS von dem Soldaten gibt, dieses aber zu einer anderen Armee gehört.
V 253
Dann wird die Armee akzidentell involviert, über die Weise ihres Soldaten. 9. Wärme: nichtstarrer Designator (nonrigid): (LewisVsKripke):
nicht starr: was immer diese Rolle hat: was immer die und die Manifestation hervorbringt.
Bsp Wärme hätte auch etwas anderes als Molekülbewegung sein können.
Lewis: in einer Welt wo Wärmefluss die entsprechenden Manifestationen hervorbringt, sind heiße Dinge solche, die eine Menge Wärmefluss haben.

Schwarz I 55
Wesen/Kontextabhängigkeit/LewisVsKripke/SchwarzVsKripke: in bestimmen Kontexten können wir durchaus fragen, Bsp wie es wäre, wenn wir andere Eltern gehabt hätten oder einer anderen Art angehörten. Bsp Statue/Ton: Angenommen, Statue und Ton existieren beide genau gleich lang. Sollen wir dann sagen, dass sie es trotz ihrer materiellen Natur schaffen, stets zu selben Zeit am selben Ort zu sein? Sollen wir sagen, dass beide gleich viel wiegen, aber zusammen nicht doppelt?
Problem: wenn man sagt, dass die beiden identisch sind, bekommt man Ärger mit den modalen Eigenschaften: Bsp Das Stück Lehm hätte auch ganz anders geformt sein können, die Statue aber nicht – umgekehrt:
I 56
Bsp Die Statue hätte aus Gold bestehen können, aber der Ton hätte nicht aus Gold bestehen können. Gegenstück Theorie/GT/Identität: Lösung: die relevante Ähnlichkeitsrelation hängt davon ab, wie wir auf das Ding Bezug nehmen, als Statue oder als Lehm.
Gegenstück Relation: Kann (anders als Identität) nicht nur vage und variabel, sondern auch asymmetrisch und intransitiv sein. (1968(1),28f): Das ist die Lösung für
Def Chisholms Paradox/Schwarz: (Chisholm, 1967(2)): Bsp Angenommen, Kripke könnte unmöglich ein Rührei sein. Aber sicher könnte er ein wenig rühreiartiger sein, wenn er ein wenige kleiner und gelber wäre! Und wäre er ein bisschen mehr so, dann könnte er auch noch mehr so sein. Und es wäre seltsam, wenn er in jener Welt nicht wenigstens ein kleines bisschen kleiner und gelber sein könnte.
GT/Lösung: weil die Gegenstückrelation intransitiv ist, folgt aber keineswegs, dass am Ende Kripke ein Rührei ist. Ein GS eines Gegenstücks von Kripke muss nicht ein Gegenstück von Kripke sein. (1986e(3),246)
I 57
KripkeVs Gegenstück-Theorie/KripkeVsLewis: Bsp wenn wir sagen „Humphrey hätte die Wahl gewinnen können“ reden wir nach Lewis eben nicht von Humphrey, sondern von jemand anderem. Und nichts könnte ihm gleichgültiger sein („he couldn’t care less“). (Kripke 1980(4),44f). Gegenstück/Gegenstücktheorie/SchwarzVsKripke/SchwarzVsPlantinga: die beiden Einwände missverstehen Lewis: Lewis behauptet nicht, dass Humphrey die Wahl nicht hätte gewinnen können, im Gegenteil: „er hätte die Wahl gewinnen können“ steht genau für die Eigenschaft, die jemand hat, wenn eins seiner Gegenstücke die Wahl gewinnt. Diese Eigenschaft hat Humphrey, kraft seines Charakters. (1983d(5),42).
Eigentliches Problem: wie macht Humphrey das, dass er in der und der möglichen Welt die Wahl gewinnt?
Plantinga: Humphrey hätte gewonnen, wenn der entsprechenden Welt (dem Sachverhalt) die Eigenschaft des Bestehens zukäme.
Lewis/Schwarz: diese Frage hat mit den Intuitionen auf die sich Kripke und Plantinga berufen, nichts zu tun.

Schwarz I 223
Namen/Kennzeichnung/Referenz/Kripke/Putnam/Schwarz: (Kripke 1980(4), Putnam 1975(6)): These: für Namen und Artausdrücke gibt es keine allgemeinbekannte Beschreibung (Kennzeichnung), die festlegt, worauf der Ausdruck sich bezieht. These: Kennzeichnungen sind für die Referenz völlig irrelevant. Beschreibungstheorie/LewisVsKripke/LewisVsPutnam/Schwarz: das wiederlegt nur die naive Kennzeichnungstheorie, nach der biographische Taten aufgelistet werden, die dem Referenten notwendig zukommen sollen.
Lösung/Lewis: seine Beschreibungstheorie der Namen erlaubt, dass Bsp „Gödel“ nur eine zentrale Komponente hat: nämlich dass Gödel am Anfang der Kausalkette steht. Damit steht die Theorie nicht mehr im Widerspruch zur Kausaltheorie der Referenz. (1984b(7),59,1994b(8),313,1997c(9),353f,Fn22).
((s)Vs: aber nicht die Kennzeichnung „steht am Anfang der Kausalkette“, denn das unterscheidet einen Namen nicht von irgendeinem anderen. Andererseits: „am Anfang der Gödel Kausalkette“ wäre nichtssagend.)
Referenz/LewisVsMagische Theorie der Referenz: wonach Referenz eine primitive, irreduzible Beziehung ist, (vgl. Kripke 1980(4),88 Fn 38), so dass wir, selbst wenn wir alle nicht semantischen Tatsachen über uns und die Welt wüssten, immer noch nicht wüssten, worauf unsere Wörter sich beziehen, nach der wir dazu spezielle Referenz-o-Meter bräuchten, die fundamentale semantische Tatsachen ans Licht bringen.
Wenn die magische Theorie der Referenz falsch ist, dann genügt nicht semantische Information im Prinzip, um uns zu sagen, worauf wir uns mit Bsp „Gödel“ beziehen: „wenn die Dinge so und so sind, bezieht sich „Gödel“ auf den und den“. Daraus können wir dann eine Kennzeichnung konstruieren, von der wir a priori Wissen, dass sie Gödel herausgreift.
Diese Kennzeichnung wird oft indexikalische oder demonstrative Elemente enthalten, Verweise auf die wirkliche Welt.
I 224
Referenz/Theorie/Namen/Kennzeichnung/Beschreibungstheorie/LewisVsPutnam/LewisVsKripke/Schwarz: Bsp unsere Bananen Theorie sagt nicht, dass Bananen zu allen Zeiten und in allen möglichen Welten im Supermarkt verkauft werden. Bsp unsere Gödel Theorie sagt nicht, dass Gödel in allen möglichen Welten Gödel heißt. ((s) >Deskriptivismus). (KripkeVsLewis: doch: Namen sind starre Designatoren). LewisVsKripke: bei der Auswertung von Namen im Bereich von Temporal und Modaloperatoren muss man berücksichtigen, was in der Äußerungssituation die Kennzeichnung erfüllt, nicht in der Welt oder in der Zeit, von der gerade die Rede ist. (1970c(12),87,1984b(8),59,1997c(9),356f)
I 225
A posteriori Notwendigkeit/Kripke/Schwarz: könnte es nicht sein, dass Wahrheiten über Schmerzen zwar auf physikalisch biologischen Tatsachen supervenieren und damit notwendig aus diesen folgen, dass uns diese Beziehung aber nicht a priori oder durch Begriffsanalyse zugänglich ist? Die Reduktion von Wasser auf H2O ist schließlich nicht philosophisch, sondern wissenschaftlich. Schwarz: wenn das stimmt, macht sich Lewis die Arbeit unnötig schwer. Als Physikalist müsste er nur behaupten, dass phänomenale Begriffe in nicht phänomenalem Vokabular analysierbar sind. Man könnte auch die Analyse von Naturgesetzen und Kausalität sparen. Er könnte einfach behaupten, diese Phänomene folgten notwendig a posteriori aus der Verteilung lokaler physikalischer Eigenschaften.
A posteriori notwendig/LewisVsKripke: das ist inkohärent: dass ein Satz a posteriori ist, heißt, dass man Information über die aktuelle Situation braucht, um herauszufinden, ob er wahr ist. Bsp Dass Blair der tatsächliche Premierminister ist (tatsächlich eine a posteriori Notwendigkeit) muss man Wissen, dass er in der aktuellen Situation Premierminister ist,
I 226
was wiederum eine kontingente Tatsache ist. Wenn wir genügend Information über die ganze Welt haben, könnten wir im Prinzip a priori entnehmen, dass Blair der tatsächliche Premierminister ist. A posteriori Notwendigkeiten folgen a priori aus kontingenten Wahrheiten über die aktuelle Situation. (1994b(8),296f,2002b(10), Jackson 1998a(11): 56 86), s.o. 8.2)


1. David Lewis [1968]: “Counterpart Theory and Quantified Modal Logic”. Journal of Philosophy, 65:
113–126.
2. Roderick Chisholm [1967]: “Identity through Possible Worlds: Some Questions”. Noˆus, 1: 1–8 3. David Lewis [1986e]: On the Plurality of Worlds. Malden (Mass.): Blackwell
4. Saul A. Kripke [1980]: Naming and Necessity. Oxford: Blackwell
5. David Lewis [1983d]: Philosophical Papers I . New York, Oxford: Oxford University Press
6. Hilary Putnam [1975]: “The Meaning of ‘Meaning’ ”. In [Gunderson 1975], 131–193
7. David Lewis [1984b]: “Putnam’s Paradox”. Australasian Journal of Philosophy, 61: 343–377
8. David Lewis [1994b]: “Reduction of Mind”. In Samuel Guttenplan (Hg.), A Companion to the Philosophy of Mind, Oxford: Blackwell, 412–431
9. David Lewis [1997c]: “Naming the Colours”. Australasian Journal of Philosophy, 75: 325–342
10. David Lewis [2002b]: “Tharp’s Third Theorem”. Analysis, 62: 95–97
11. Frank Jackson [1998a]: From Metaphysics to Ethics: A Defence of Conceptual Analysis. Oxford: Clarendon Press
12. David Lewis [1970c]: “How to Define Theoretical Terms”. Journal of Philosophy, 67: 427–446.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Wissen Paradox McDowell Vs Kripke, Saul A. I 119
Bedeutung/McDowell: wir dürfen sie nicht "sozialpragmatisch" oder "kommunitaristisch" konstruieren. (hat Wittgenstein auch nicht). Sonst ist sie nicht mehr autonom. Ungezügelter Platonismus wäre hier ein Hang zum Okkulten.
Wittgenstein: hat nicht behauptet, dass Bedeutung nichts anderes wäre als Zustimmung oder Ablehnung durch die Gemeinschaft.
I 120
Kripkes Wittgenstein/McDowellVsKripke: kommt zu dem Ergebnis, dass es nichts gibt, was die Empfänglichkeit für die Forderung konstituiert, die die Bedeutung an uns stellt, statt dessen müssen wir die Rolle des Gedankens in unserem Leben mittels unserer Partizipation in der Gemeinschaft verstehen. Quietismus/Wittgenstein/McDowellVsKripke: dieser nimmt Wittgensteins Quietismus nicht wahr: seine Haltung, Probleme als unlösbar zu akzeptieren. Ablehnung einer konstruktiven oder doktrinären Ambition.

Wright I 264
McDowells Wittgenstein: möchte Fluchtweg aus der Debatte erschließen. Regelfolgen/Kripke: bei Wittgenstein: "Skeptisches Paradox": macht jede Möglichkeit zunichte, dass Regeln und Bedeutungen reale Einschränkungen umfassen.
Wright: Am Ende bleibt der Versuch, sich mit der Charybdis über Wasser zu halten.
McDowellVsKripke: Irrtum, die Zerstörung der Skylla (Platonismus, göttlicher Standpunkt) als Kern der logischen Auseinandersetzung über Regeln zu verstehen. In Wirklichkeit handelt es sich bei der Zerstörung bloß um einen logischen Satz.
McDowell: Wittgensteins Anliegen war, zu zeigen, dass beide Hörner auf einer überhöhten Konzeption von Tatsache und Objektivität beruht.
Kripkes Wittgenstein/Wright: McDowell wird Kripke nicht in allen Punkten gerecht.
I 265
Es ist nicht klar, ob die skeptische Argumentation auf die Zerstörung der Skylla (göttlicher Standpunkt, Überbewertung der Regeln) beschränkt werden kann. "Skeptisches Paradox": 1. Schritt: Debatte über irgendeine Scheinbehauptung. Bsp dass ich in der Vergangenheit mit "+" formal Addition gemeint habe. Dann muss ich das gegen einen Skeptiker verteidigen.Nun sollte man folgern, dass auch dann, wenn ich diesen Streit verlöre, keinerlei Schlussfolgerung über die Realität von Bedeutungen, Regeln usw. absehbar wäre. Also wäre die Epistemologie von Behauptungen über Bedeutung unter dem Druck der Skepsis um nichts verständlicher als die Epistemologie der Vergangenheit oder der materiellen Welt oder des Fremdpsychischen es immer noch ist.
Das wäre jedoch ein Irrtum!
Tradition: beharrt auf der grundsätzlichen Unzugänglichkeit des Fremdpsychischen.
Daher muss die Auseinandersetzung mit Kripkes Skeptiker unter den Bedingungen kognitiver Idealisierung vor sich gehen.
Bsp Bei dem Versuch zu rechtfertigen, dass ich in der Vergangenheit mit "+" Addition meinte, wird mir die vollkommene Wiedergabe aller Aspekte meines mentalen Lebens zugestanden. Alle relevanten Tatsachen müssten sich ja in meinem Verhalten und mentalen Leben zeigen, und daher für mich greifbar sein.
Wenn ich nun trotzdem verliere, zeigt sich damit, dass es keine solchen Tatsachen gibt.
Daraus wird dann gefolgert, dass es auch keine Tatsachen mit Bezug darauf gibt, was ich in der Gegenwart meine! Und was irgend jemand in der Gegenwart meint! Und daher auch keine Tatsachen mit Bezug darauf, was irgend ein Ausdruck bedeutet! (> Bedeutung/McDowell).
I 266
Wright: In der Argumentation tritt keinerlei Überobjektivierung des Wesens der Regeln als Prämisse auf! Einzige Annahme: dass Tatsachen über meine früheren Bedeutungen in meinem Verhalten aufgetreten sein müssen.

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell
Wissen Paradox Wright Vs Kripke, Saul A. Esfeld I 122
Inferentialismus/Ich Du Beziehungen/Brandom/Esfeld: Problem: auch eine Gemeinschaft könnte willkürlich sein. Die Tatsache der Zustimmung könnten mit dem Recht der Zustimmung verwechselt werden. Das wird manchmal VsKripke erhoben.
WrightVsKripke: früher: die Gemeinschaft ist selbst keine Autorität. (Heute nicht mehr vertreten).
McDowellVsWright: was immer uns richtig erscheint, ist richtig!. Das bedeutet aber nur, dass wir hier nicht über "richtig" sprechen können!
Lösung/Esfeld: Ich Du Beziehungen: sind symmetrisch:
I 123
das lässt Raum für die Möglichkeit, dass die Gemeinschaft als ganze irren kann. sozialer Holismus/Pettit: der Mensch ist in Bezug auf Denken und Regelfolgen davon abhängig, dass es andere Menschen gibt. (Und zwar geht es dann immer um Beziehungen einzelner Menschen zueinander).
VsKollektivismus: der annimmt, dass die Gemeinschaft als ganze einen Einfluss auf ihre Mitglieder ausübt. (>Methode/Wright).
I 124
Pettit: s.Holismus ist eine kontingente These über die tatsächlichen Praktiken von uns Menschen. Esfeld: unsere Rekonstruktion soll hingegen auf alle MöWe zutreffen.
privates Regelfolgen/Pettit: ist von ihm offengelassen worden! Man kann auch in Isolation weiterhin Mitglied einer Gemeinschaft sein.
sozialer Holismus/Esfeld: impliziert nicht, daß eine Person, die in Isolation gerät, keine Überzeugungen mehr hat!
I 125
Dennoch ist der Begriff des "richtigen" Folgens dann nicht mehr anwendbar. Pointe: wenn die Gepflogenheiten der Gemeinschaft erst einmal internalisiert sind, könne man argumentieren, daß wirkliche Rückmeldung nicht mehr unerläßlich ist!
D.h. es gibt eine metaphysische Möglichkeit, daß die Konstituenten eines S (holistischen Systems) nicht länger von anderen Individuen ontologisch abhängig sind!
Bsp radikaler Robinson, der das ganze Leben in Isolation verbringt:
Kripke: ist liberal in Bezug auf einen solchen Fall. Wir könnten ihn in unsere Gemeinschaft aufnehmen und unsere Kriterien auch auf ihn anwenden. (s) Aber auch umgekehrt?
I 126
EsfeldVsKripke: wir können hier nicht so liberal sein. Es ist auch fraglich, ob die Behauptbarkeitsbedingungen für Regelfolgen wirklich erfüllt sind. Man kann vertreten, daß aich Kripkes Position direkte oder indirekte Interaktion einschließt. Privates Regelfolgen/Esfeld: weder die Wahrheitsbedingungen noch die Behauptbarkeitsbedingungen sind erfüllt.

Wright I 264
Kripkes Wittgenstein/Kripkenstein/Regelfolgen/Kripke: bei Wittgenstein: "Skeptisches Paradox": macht jede Möglichkeit zunichte, dass Regeln und Bedeutungen reale Einschränkungen umfassen. Wright: Am Ende bleibt der Versuch, sich mit der Charybdis über Wasser zu halten. (Def "regelskeptische Charybdis ": Auffassung, nach der es überhaupt keine objektiven Erfordernisse gibt, die durch Regeln erzeugt werden, sondern ausschließlich natürliche uneingeschränkte menschliche Fähigkeiten . Also keine "allgemeine wirkliche Objektivität".)
I 265
Quietismus/Kripkes Wittgenstein/Wright: ist auf jeden Fall dem Quietismus verpflichtet: denn der Irrealismus (dass es keine Tatsachen bezüglich irgendwelcher Regeln gibt) muss sich zu einem umfassenden Irrealismus aufblasen.
I 266
Dann gibt es nirgendwo einschlägige Tatsachen in der Sache. Wenn es keine gehaltvollen Tatsachen gibt über das, was Sätze sagen, dann gibt es auch keine Tatsachen darüber, ob sie wahr sind, oder nicht. Ein Irrealismus der Bedeutung muss also einen Irrealismus der Wahrheit nach sich ziehen.
WrightVsKripke: das ist allerdings angreifbar: Es ist jedoch kein Irrtum der Sublimierung (auf eine höhere Ebene heben) der Regeln. Wenn irgendetwas ungeschützt ist gegen das skeptische Paradox, dann ist es ein humanisierter Platonismus nicht weniger als die überobjektivierte Version.
McDowells Skylla gehört gar nicht zur Szene der Kripkeschen Dialektik. Sie könnte höchstens auftauchen wenn dem Gegner ein Standpunkt verweigert wird. Damit würden dann aber die Behauptungen in der ersten Person als inferentiell dargestellt , Aber es ist ja doch so, dass das Wissen um frühere Bedeutungen zum größten Teil nicht inferentiell ist und keinerlei klar erkennbare Epistemologie besitzt.

WrightCr I
Crispin Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

WrightCr II
Crispin Wright
"Language-Mastery and Sorites Paradox"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

WrightGH I
Georg Henrik von Wright
Erklären und Verstehen Hamburg 2008

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
Wissen Paradox Schiffer Vs Kripke, Saul A. I 175
Kripkes Wittgenstein/Kripkenstein/SchifferVsKripke: Paradox/Schiffer: Lösung: normalerweise, indem man zeigt, dass einer der Sätze zurückgewiesen werden muss.
Kripkes Wittgenstein/Schiffer: stellen wir so kanonisch dar:
(P1)
(1) Gestern meinte Clem Addition statt Quaddition mit „plus“. (2) Aber es gibt nichts in Clems Vergangenheit, das feststellen könnte, dass er das eine anstelle des anderen meinte, es gibt einfach keine Tatsache.
(3). Aber (1) und (2) sind inkompatibel: wenn es keine Tatsache gab, die es festlegte, dann ist es nicht so, dass er in der Vergangenheit Addition statt Quaddition meinte.
(P2) Dasselbe für die Gegenwart.
I 176
Schiffer: wenn (P1) und (P2) paradox sind, dann auch (P3):
(1) Clem glaubt, dass es Löwen in Afrika gibt
(2) Aber es gibt nichts in Clems Vergangenheit, das festlegt, dass er das glaubt. Es gibt keine Tatsache des Glaubens über Clem, die das festlegt.
(3) Weil (1) und (2) inkompatibel sind, ist es nicht der Fall, dass er glaubt, dass es Löwen in Afrika gibt.
((s) Unterschied zu Kripkes Wittgenstein: dort heißt es in (3), dass er entweder Addition oder Quaddition glaubt (wobei Quaddition eine beliebige Abweichung sein kann). Aber in (P3) heißt es, dass er nicht glauben kann, dass es Löwen in Afrika gibt, und das müsste Clem selbst auffallen.). Also dass es nicht möglich ist, überhaupt eine Einstellung zu haben ist etwas anderes als die Unmöglichkeit den genauen Inhalt der Einstellung zu ermitteln).
Schiffer: auch hier kann man sagen, dass es weder eine „reduzierbare“ noch eine „irreduzible“ Tatsache gibt.
Pointe: wenn es für (P3) eine Lösung gibt, könnte sie auch für Kripkes Wittgenstein genutzt werden. Wie sähe die Lösung aus?
„direkte Lösung“/Kripkes Wittgenstein: wäre letztlich doch eine physikalistische Reduktion. Die viele wollen. Aber die ist unmöglich. Wir können Meinen nicht reduzieren.
Tatsache/Schiffer: wenn wir hier von Tatsache reden, dann von der nicht-pleonastischen, ontologisch ernstzunehmenden Tatsache, die es aber für Kripkes Wittgenstein nicht gibt.
Kripkes Wittgenstein/Lösung/Schiffer: sowohl (2) als auch (3) sind zweideutig im Hinblick auf „Tatsache“, sie kann hier pleonastisch oder nicht-pleonastisch gelesen werden.
pleonastisch: hier ist (3) wahr und (2) falsch: Clem meinte Addition und glaubt dass es Löwen in Afrika gibt, also ist es eine Tatsache, dass er das tut. ((s) im „überflüssigen“ , nicht-ontologischen Sinn von „Tatsache“.)
nicht-pleonastisch: hier ist (2) wahr und (3) falsch: es gibt in der Tat keine objektive sprach-unabhängige Tatsache, die festlegt, dass Clem das und das meint oder glaubt.
Nonfaktualismus/Lösung: es gibt keine Eigenschaft die ontologisch oder begrifflich von dem Prädikat getrennt und durch es ausgedrückt wird.
I 177
Glaubens-Prädikat/propositionale Einstellung: Bsp „meint mit „plus“ die Addition“ Bsp „glaubt, dass Löwen in Afrika sind“. SchifferVsKripke/Kripkes Wittgenstein: daraus, dass es keine nicht-pleonastische Tatsache in Bezug auf Glauben und Meinen gibt, folgt nicht, dass man nichts meinen kann.
Fazit/Schiffer:
(a) Clem meint Addition und glaubt, dass Löwen in Afrika sind.
(b) die Sätze über Clems Meinen und Glauben sind nicht reduzierbar auf Sätze ohne semantisches, Intentionales oder mentalistisches Vokabular. (Sie sind irreduzibel intentionalistisch).
(c ) es gibt keine nicht-pleonastische, ontologisch ernstzunehmende Tatsache oder Eigenschaft in Bezug auf Meinen oder Glauben, die zu dem Prädikat „meint Addition“ oder „glaubt, dass Löwen...“ in der Beziehung steht, wie der Name „Greta Garbo“ zu Greta Garbo.
Schiffer: das macht den Weg frei für den ontologischen Physikalismus.
VsSchiffer: man könnte einwenden: Bsp Clem starb gestern nachdem er 50 Jahre lang „plus“ gebraucht hat. Nun haben wir eine kompletten Tonfilm seines Lebens zusammen mit vollständigen Aufzeichnungen über sein neurophysiologisches Leben und seinen Bewusstseinsstrom.
I 178
Dann können wir zwei empirisch adäquate Hypothesen formulieren, die sich gegenseitig ausschließen: 1. Clem meinte Addition, 2. Clem meinte Quaddition. Das ist doch ein Rätsel oder? SchifferVsVs: das ist allerdings ein Rätsel. Hier habe ich noch eins: es gibt auch zwei empirisch adäquate Hypothesen über mich selbst, eine dass meine Sinneserfahrungen von physischen Objekten stammen 2. dass sie von Descartes bösem Dämon verursacht werden ((s) > Gehirne im Tank). Dennoch glaube ich an physische Gegenstände.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Wissen Paradox Schulte Vs Kripke, Saul A. Wittgenstein VI 160
Kripkes Wittgenstein/Kripkenstein/Schulte: Kripke ist der Ansicht, Wittgenstein selbst benutze das Paradox , dass man den Wegweiser auch in jeder beliebigen Umkehrung deuten könne zur Fundierung seiner "skeptischen Einstellung". (>Rorty, >Wright, >McDowell). In letzter Konsequenz würde dann das Reden von Übereinstimmung und Widerspruch sinnlos, da keine Möglichkeit ausgeschlossen werden kann.
SchulteVsKripke/Kripkes Wittgenstein/Schulte: das "Paradox" ist jedoch Ausdruck eines Missverständnisses der Beziehung zwischen Regel und Handlung: es ist falsch, die Handlung als Interpretation einer Regel aufzufassen.
Interpretation: freilich lässt sich jede Regel in beliebiger Weise interpretieren.
Handlung: nach Regeln ist dagegen ein Handeln im Rahmen einer bestimmten Praxis. Hier gibt es Abrichtung und Kontrolle, daher auch richtig und falsch.
Wäre das Handeln ein Interpretieren, brauchte es keine Spiele als Institution zu geben! Dann könnte man jedesmal von neuem mit einer Deutung beginnen.
Das hieße jedoch, die Verhältnisse auf den Kopf zu stellen, denn nur im Spiel hat die Regel einen Witz.

Schulte I
J. Schulte
Wittgenstein Stuttgart 2001

Schulte II
J. Schulte
U. J. Wenzel
Was ist ein philosophisches Problem? Frankfurt 2001

Schulte III
Joachim Schulte
"Peter Frederick Strawson"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960
Wissen Paradox Wessel Vs Lewis, C.I. System SI/CL.Lewis/Wessel: hier sind alle Axiome Tautologien und die Schlussregeln vererben den tautologischen Charakter.
Aber: p -> (q -> p) nimmt bei p = 3 und q = 3 den nichtausgezeichneten Wert 4 an, ist also nicht herleitbar und damit kein Theorem von SI:
Ebenfalls kein Theorem: ~p -> (p -> q).
Die "klassischen" Paradoxien sind vermieden, aber:
~p u p -> q und
q > ~(~p u p) ist beweisbar! ((s) andere Darstellung von Widerspruch bzw. unmöglicher Aussage)
Also:
1. Aus einem Widerspruch folgt eine beliebige Aussage
2. Eine logisch wahre Aussage folgt aus einer beliebigen. ((s) durch SI ausgeschlossen)
da in der ursprünglichen Variante von SI ein Widerspruch ~p u p als eine unmögliche Aussage definiert wurde und dessen Negation als notwendige, kann man umformulieren:
I 131
modal: 1. aus einer Unmöglichen folgt jede beliebige,
2. eine notwendige Aussage folgt aus jeder beliebigen. ((s) durch SI ausgeschlossen)
(>"Paradoxien der strikten Implikation").
Implikation/WesselVsLewis(Cl.): hat die Paradoxien nicht befriedigend gelöst.
Er sah zwar die Notwendigkeit eines inhaltlichen Zusammenhangs, präzisierte diesen aber nicht. (s.u.: gleiche Variablen müssen zweimal auftauchen!).
Lewis: neu: bei A > B ↔ ~(A u ~B) dürfe "A u ~B" nicht nur nicht gelten, sondern müsse unmöglich sein.
I 131
WesselVsLewis,CL.: dieser versucht, die Folgebeziehung durch modale Termini zu definieren. A -> A = def ~M(A u ~B).
1. Das ist zirkulär: eine Definition der Folgebeziehung ist nötig, um modale Termini überhaupt erst einführen zu können.
2. Die Paradoxien aus Principia Mathematica sind zwar ausgeschlossen, nicht aber die "klassischen". (Ajdukiewicz/(s) EFG bzw. wahre aus beliebiger).
3. Die strikte Implikation wird als Operator verstanden. So kann sie aber in beweisbaren Formeln der Aussagenlogik niemals vorkommen!.

Wessel I
H. Wessel
Logik Berlin 1999
Wissen Paradox Schwarz Vs Lewis, David Schwarz I 31
Personale Identität/SchwarzVsLewis: sein Kriterium ist nicht präzise und liefert in interessanten Fällen keine Antwort. Bsp Kontinuität nach Gehirnoperation usw. Aber das will Lewis auch nicht. Unser (vager) Alltagsbegriff soll nur explizit gemacht werden. Beamen/Teleportation/Verdopplung/Lewis: das alles wird von seiner Theorie erlaubt.

Schwarz I 60
Identität/Lewis/zentrierte Welt/MöWe/Schwarz: mein Wunsch, jemand anderer zu sein, bezieht sich vielleicht nicht auf die ganze Welt, sondern nur auf meine Lage in der Welt. Bsp Zwillingserde/Schwarz: einer von beiden Planeten wird morgen gesprengt, den beiden Möglichkeiten (dass wir auf dem einen oder dem anderen sind) entsprechen aber nicht zwei Welten! Detailkenntnis würde nicht helfen herauszufinden, wo wir sind, da beide gleich sind. ((s) also keine „zentrierte Welt“). Eigentlich wollen wir Wissen, wo wir selbst uns in dieser Welt befinden. (1979a(1),1983b(2),1986e(3):231 233).
SchwarzVsLewis: sagt zu wenig über diese perspektivischen Möglichkeiten. Es reicht hier nicht, mehrere Gegenstücke (GS) in einer Welt zuzulassen. Es sollte nicht nur möglich sein, dass Humphrey genauso ist wie der tatsächliche Nixon, er sollte auch abweichen dürfen. Humphrey darf also kein GS von sich selbst sein. (>irreflexive GR, >S.u. Abschnitt 9.2. „doxastische GS“.
Ähnlichkeitsrelation. Egal welche Aspekte man beton: Nixon wird Humphrey nie ähnlicher sein als er sich selbst.

Schwarz I 100
fundamentale Eigenschaften/SchwarzVsLewis: dieser scheint zu schwanken, ob er die fE zur begrifflichen Basis für die Reduktion aller Prädikate und letztlich aller Wahrheiten bilden sollen, oder nur eine metaphysische Basis, auf der alle Wahrheiten supervenieren. (>Supervenienz, >Reduktion).
Schwarz I 102
Natürlichkeit/natürlich/Eigenschaft/Inhalt/Lewis: der tatsächliche Gehalt ist dann der natürlichste Kandidat, der zum Verhalten passt. „giftig“ ist keine perfekt natürliche Eigenschaft (PnE), aber natürlicher als „weiter als 3,78 Lichtjahre entfernt“ und gesund und weniger entfernt und giftig“. Natürlichkeit/Maß/Lewis: (1986e(3), 61,63,67 1984b(4), 66): die Natürlichkeit einer Eigenschaft ist durch die Komplexität oder Länge ihrer Definition durch perfekt natürliche Eigenschaften bestimmt.
PnE: sind immer intrinsisch und alle ihre Booleschen Kombinationen bleiben es.
Problem: extrinsische Eigenschafen drohen, unnatürlich zu wirken. Außerdem wäre Bsp „Rot oder Frühstück“ viel komplizierter zu erklären, als Bsp „Hat Ladung –1 oder eine Masse, dessen Wert in kg eine Primzahl ist. (Obwohl sie nach der Definition unnatürlicher zu sein scheint).
Natürlichkeit/Eigenschaft/Lewis: (1983c(5),49): eine Eigenschaft ist um so natürlicher, je mehr sie wohlumgrenzten Dingen zukommt. Vs: dann ist Bsp „Wolke“ weniger natürlich als Bsp „Tisch in der Umgebung eines Kernkraftwerks oder Uhr, die 7:23 anzeigt“.
Schw I 103
Natürlichkeit/Eigenschaften/Lewis: (1983c(5),13f): Natürlichkeit könnte auf Ähnlichkeit zwischen Eigenschaften zurückgeführt werden: Bsp eine Klasse ist umso natürlicher, je mehr die Eigenschaften ihrer Elemente sich ähneln. Ähnlichkeit: Lewis verweist auf Armstrong: Ähnlichkeit zwischen Universalien 1978b(6),§16.2,§21, 1989b(7): §5.111997 §4.1). Letztlich LewisVs.
Natürlichkeit/Lewis/Schwarz: (2001a(8),§4,§6): schlägt Test für Natürlichkeit vor, der auf Ähnlichkeit zwischen Einzeldingen beruht.: Koordinatensystem: „intrinsische“ und „extrinsische“ Achse. Eine Eigenschaft ist dann um so natürlicher, je dichter und kompakter die entsprechende Region ist.
Problem: 1. das setzt graduelle Ähnlichkeit voraus und kann daher auch nicht gut zur Definition gradueller Natürlichkeit verwendet werden.
2. die pnE kommen ziemlich unnatürlich heraus, denn die Instanzen gleichen einander oft nicht stark. Bsp wenn eine bestimmte Masse Eigenschaft perfekt natürlich ist, dann bilden alle Dinge mit dieser Masse eine perfekt natürliche Klasse, egal wie unähnlich sie einander sind.
SchwarzVsLewis: er zeigt Unterscheidungen zwischen natürlichen und weniger natürlichen Eigenschaften in verschiedenen Bereichen, zeigt aber nicht, dass die Unterscheidung immer dieselbe ist.
Natürlichkeit/SchwarzVsLewis: könnte auch von Interessen und biologischer Ausprägung abhängen. Und dennoch können die verschiedenen Arten von Natürlichkeit auf verschiedene Weise – durch perfekte Natürlichkeit bestimmt sein. Das heißt aber nicht viel, weil bei Lewis alles per definitionem durch die Verteilung der pnE bestimmt ist. ((s) >Mosaik).
Schwarz I 122
Natürlichkeit/SchwarzVsLewis: nicht sinnvoll anzunehmen, sie sei objektiv, unabhängig davon, wie natürlich sie uns erscheint. Lewis hat objektive Natürlichkeit als metaphysische Grundlage für qualitative, intrinsische Ähnlichkeit und Verschiedenheit eingeführt, dafür dass manche Dinge sich gleichen wie Eier und andere nicht. (s.o. 5.2). Intrinsische Ähnlichkeit: sowie qualitativer Charakter und Duplikation: diese Begriffe sollen nach Lewis unsere vertrauten Begriffe sein.
SchwarzVsLewis: wenn objektive Natürlichkeit aber zur Unterscheidung unserer Meinungen über Ähnlichkeit zu erklären, kann man nicht mehr sinnvoll in Frage stellen, ob die Unterscheidung eben dies leistet.
Also: zwar gibt es mögliche Wesen (oder Welten) deren Prädikate relativ unnatürliche Eigenschaften ausdrücken und sich deshalb über Naturgesetze irren, ohne dass sie den Irrtum entdecken können. Doch wir können a priori sicher sein, dass wir nicht zu ihnen gehören.
Problem: die anderen Wesen können ihrerseits glauben, a priori sicher zu sein, dass ihre physikalischen Prädikate relativ natürlich sind.
Lösung: aber sie (und nicht wir) unterlägen dabei einem Irrtum, vorausgesetzt, „natürlich“ bedeutet in ihrem Mund dasselbe wie bei uns. ((s) aber genauso könnten wir bloß glauben, keinem Irrtum zu unterliegen. Bzw. wir Wissen gar nicht ob wir „wir“ oder „die“ sind.).
Schwarz: hier zeigt sich eine Spannung in unserem Begriff der Naturgesetze (NG):
a) einerseits ist klar, dass wir sie empirisch erkennen können,
b) andererseits sollen sie in einem starken Sinn objektiv sein, unabhängig von unseren Standards und Begriffen.
Problem: Wesen mit anderen Standards können mit denselben empirischen Daten zu ganz anderen Urteilen über NG kommen.
Schwarz I 134
Ereignis/SchwarzVsLewis: vielleicht besser: Ereignisse doch als die Regionen selbst oder die Dinge in den Regionen: dann kann man Bsp den Flug von der Rotation des Balls unterscheiden. Dem scheint Lewis später auch zugeneigt gewesen zu sein. (2004d)(9). Lewis: Bsp der Tod eines Menschen der in einen völlig leeren Raum geworfen wird, wird nicht durch etwas verursacht, das in diesem Raum geschieht, weil da ja nichts ist. Wenn aber Ereignisse Klassen von Raumzeiten Regionen sind, könnte ein Ereignis auch eine leere Region enthalten.
Def Qua Ding/Lewis/Schwarz: spätere Theorie: “Qua-Dinge” (2003)(10): Bsp „Russell qua Philosoph“: (1986d(9a.),247): Klassen von Gegenstücken – dagegen:
LewisVsLewis: (2003)(10) Russell qua Philosoph und Russell qua Politiker und Russell sind identisch. Dann liegt der Unterschied in kontrafaktischen Kontexten an der durch die jeweilige Beschreibung bestimmte Gegenstück Relation. Das sind dann intensionale Kontexte. (ähnlich 1971(11)). kontrafaktische Asymmetrie/Lewis/Schwarz: Lewis’ Analyse setzt Ähnlichkeit zwischen MöWe voraus.
HorwichVsLewis: (1987(12),172) sollte erklären, warum er an dieser barocken Abhängigkeit interessiert ist.
Problem/SchwarzVsLewis: bisher liefert die Analyse immer noch falsche Ergebnisse Bsp Verursachung späterer durch frühere Ereignisse.

Schwarz I 139
Konjunktive Ereignisse/SchwarzVsLewis: er sieht nicht, dass dasselbe auch für konjunktive Ereignisse gilt. Bsp seien A,B,C,D beliebige Ereignisse, so dass A B verursacht und C D. Wenn es ein Ereignis B & C gibt, das genau dann eintritt, wenn sowohl B als auch C geschehen, dann ist A die Ursache von D: ohne A wäre B nicht geschehen, also auch nicht B & C. Ebenso wäre D nicht geschehen, ohne B & C. Da Verursachung transitiv ist, verursacht folglich jede beliebige Ursache jede beliebige Wirkung. Anmerkung: nach Voraussetzung wäre D ohne C nicht geschehen, aber vielleicht ist die nächste mögliche Welt (MöWe), in der B & C fehlt, eine, in der C trotzdem stattfindet? Nach Lewis soll die nächste MöWe aber eine sein, wo die fehlende Ursache völlig ausgelöscht ist.
Schwarz: man kann sicher nicht alle konjunktiven Ereignisse ausschließen. Bsp ein Gespräch oder Bsp ein Krieg setzt sich aus vielen Ereignissen zusammen und kann dennoch als Ganzes Ursache oder Wirkung sein. Lewis (2000a