Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]


 

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 22 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Allwissenheit Hintikka
 
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I XV
Logische Allwissenheit/Hintikka: These: ist nur ein angebliches Problem. ChomskyVsHintikka: dieser hat das angebliche Paradox als Grund für seine Ablehnung jeglicher modell-theoretischer Semantik für propositionale Einstellungen angeführt.
HintikkaVsChomsky: sein Problem ist schon vor langer Zeit gelöst worden.
I 21
Allwissenheit/Lösung/Hintikka: wir müssen erlauben, dass Individuen nicht in jeder möglichen Welt existieren müssen. Sonst müssten alle Weltlinien stets ad libitum ausdehnbar sein, dann würde jeder wissen müssen, was ein Individuum in jeder Welt (in welcher Verkleidung (Guise) auch immer) wäre, und zwar auf der Basis der Form von Wissen + indirekte W-Frage.
I 23
Logische Allwissenheit/epistemische Logik/Modelltheorie/Hintikka: Problem: Angenommen (S1 › S2) d.h. alle Modelle von S1 sind Modelle von S2. Dann sind alle epistemischen Alternativen, in denen S1 wahr ist, solche, in denen S2 wahr ist.
Problem: daraus folgt, dass für jeden Wissenden b und jedes Szenarium gilt:
(3.1) {b} KS1 › {b} K S2.
D.h. man muss alle logischen Konsequenzen aus seinem Wissen auch wissen.
Das hat einige zur Ablehnung der Modelltheorie geführt.
Modelltheorie/HintikkaVsVs: das folgt aber nur, wenn man die Allwissenheit nicht vermeiden kann, und man kann sie vermeiden.
Lösung: man kann eine Teilmenge von logischen Konsequenzen (S1 › S2) finden, für die (3.1) gilt.
(i) diese Teilmenge kann syntaktisch beschränkt werden. Die Zahl der freien Individuensymbole zusammen mit der Zahl von Schichten von Quantoren beschränken die Zahl der Individuen, die in einem Satz S (oder in einem Argument) berücksichtigt werden können.
Lösung: diese Zahl (Parameter) sollte an keiner Stelle der Argumentation größer sein als die in S1 oder S2 ist.
Problem: es gibt noch kein einfaches axiomatisch-deduktives System dafür.

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996
Angeborenes Deacon
 
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I 102
Angeborenes/Sprachkompetenz/Deacon: es ist unumstritten, dass menschliche Gehirne für das Lernen einer lokal vorherrschende Sprache geeignet sind und speziell dafür ausgerüstet sind. DeaconVsChomsky: das muss aber nicht als angeborene „Sprachkompetenz“ bezeichnet werden.
Kompetenz/Deacon: ist ihrerseits eine lernbare Fähigkeit.


Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013
Chomsky, Noam Deacon
 
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I 35
Chomsky/Deacon: seine Theorie erinnert an evolutionstheoretische Erklärungen durch die Annahme von „hoffnungsvollen Monstern“: Zufallsmutationen, die neue Fähigkeiten hervorbringen. Bsp Die Fähigkeit von Kindern, die Grammatik der zuerst von ihnen gelernten Grammatik zu erwerben. Erklärung/Chomsky: das ist nur zu erklären, wenn wir eine „Universale Grammatik“ annehmen, die allen menschlichen Gehirnen als eine Blaupause eingebaut ist.
I 36
Ein solches „Sprachorgan“ könnte erklären, warum keine andere Spezies eine Sprache entwickelt hat. Es würde auch erklären, warum es keine Zwischenstufen zwischen menschlicher und nicht menschlicher Sprache gibt. Weitere Vorteile: eine solche These
erklärt, warum menschliche und nichtmenschliche Kommunikation einander nicht ähneln,
sie erklärt die systematisch unabhängige Natur grammatischer Regeln (sie entstammen alle der neurologischen Verschaltung des Gehirns),
sie erklärt die angeblich universellen Merkmale von Sprachstrukturen,
sie erklärt die wechselseitige Übersetzbarkeit der Sprachen,
sie erklärt sie Leichtigkeit des Spracherwerbs bei magerem Input und fehlender Fehlerkorrektur.
I 37
DeaconVsChomsky/DeaconVsUniversalgrammatik: viele Linguisten stellen die falsche Frage: sie setzen etwas voraus (die Lernfähigkeit des Kindes) und fragen, wie es zustande kommt. Dabei dient die Annahme einer Universalgrammatik als Platzhalter für alles, was nicht gelernt werden kann.
I 38
Zu sagen, dass nur das menschliche Gehirn in der Lage ist, eine Grammatik hervorzubringen, nimmt den Linguisten das Problem aus den Händen und reicht es an die Neurobiologen weiter. Chomsky/Deacon: ihm geht es allerdings nicht um Sprachentstehung, sondern um Erklärung des Ursprungs der Sprachkompetenz.


Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013
Erkenntnistheorie Putnam
 
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III 87
Interesse/Erkenntnis/Putnam: Erkenntnis ist interessegeleitet (ChomskyVs). - Aber VsChomsky: das heißt nicht, dass es uns freisteht, unsere Interessen zu wählen - oder dass Interessen nicht kritisierbar wären. - Auch Vernünftigkeit ist von den Umständen abhängig. - Die Behauptung, ein Begriff sei interessenrelativ heißt nicht, dass alle Interessen gleich vernünftig wären.
I 200
Kripke/Putnam: nimmt an, dass wir etwas wie "intellektuelle Anschauung" haben. - PutnamVsKripke - Was soll einer "transzendentalen Entsprechung" korrespondieren?

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
Form Pinker
 
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I 218
Gestaltung/Form/Evolution/Chomsky: es ist falsch, Selektion für alle Gestaltung verantwortlich zu machen - oft genügt einfach physikalische Erklärung. Erklärung/Selektion/ PinkerVsChomsky: auf Selektion beruft man sich meist nicht, um Nützlichkeit zu erklären, sondern um etwas Unwahrscheinliches zu erklären.
I 219
Def Gestaltung/Pinker: lässt sich die Funktion nicht sparsamer beschreiben als die Struktur, liegt keine Gestaltung vor. - Durch den Begriff der Funktion kommt nichts Neues hinzu.

Pi I
St. Pinker
Wie das Denken im Kopf entsteht München 1998
Grammatik Chomsky
 
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Searle VIII 414
ChomskyVsStrukturalismus: Phrasenstrukturregeln allein können Zweideutigkeiten nicht klären. - Bsp aktiv/passiv - Lösung/Chomsky: Transformationsregeln, transformieren Phrase-Marker durch Permutation, Insertion, Tilgung von Elementen in andere Phrase-Marker. - Dann besteht die Syntax aus zwei Komponenten: Basis und Transformation.
VIII 418
Tiefenstruktur/Chomsky: bestimmt die Bedeutung - Oberflächenstruktur: bestimmt die Lautgestalt (Spätwerk: Oberflächenstruktur bestimmt teilweise auch die Bedeutung). - Syntax/Chomsky: ist von Semantik zu trennen. - (laut Searle): der Mensch ist ein syntaktisches Lebewesen, das Gehirn ist syntaktisch.
VIII 421
SearleVsChomsky: daraus würde folgen, dass wenn der Mensch eines Tages syntaktisch geänderte Formen hätte, er gar keine Sprache mehr hätte, sondern etwas anderes.
VIII 421
Generative Grammatik/JungtürkenVsChomsky: Semantik ist entscheidend für die Bildung syntaktischer Strukturen.

Cho I
N. Chomsky
Aspekte der Syntaxtheorie Frankfurt 1978

Cho II
N. Chomsky
Language and Mind Cambridge 2006

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
Ideen Searle
 
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John R. Searle
VIII 430
Urteil/Idee/SearleVsEmpiristen: was macht die Ideen im Geist zum Urteil? - Dilemma: a) Wenn das Verstehen von Ideen ein Urteil ist, dann ist das zirkulär.
b) Wenn Ideen in Form eines Urteils kommen, dann ist im Geist nur eine Folge von Vorstellungen, keine Sätze (inadäquat).
SearleVsChomsky: gleiches Dilemma:
a) Wenn verschiedene Lesarten eines Satzes nur Paraphrasen sind, dann zirkulär: Kompetenz zum Verstehen von Paraphrasen setzt voraus, was sie erklären will
b) Wenn Lesarten nur Listen von Elementen, dann ist die Erklärung inadäquat.

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
Kompetenz Chomsky
 
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I 307
Kompetenz/ChomskyVsHarman: ich habe nicht behauptet, dass sie im "Wissen-dass" bestehen, dass die Sprache durch die Regeln der Grammatik beschrieben wird - Kompetenz/ChomskyVsHarman: keine Menge von Gewohnheiten, keine Beziehung zur Fähigkeit des Fahrradfahrers (der automatisch an den Ampeln anhält). - Stattdessen die Beherrschung der generativen Grammatik - (nichtformuliertes Wissen) - weniger als die Fähigkeit, eine Sprache zu sprechen.
SearleVIII 404
Kompetenz/Performanz/Chomsky: These: Performanz ist nur die Spitze des Eisbergs der Kompetenz.
VIII 437
SearleVsChomsky: die Unterscheidung ist verfehlt: er nimmt an, dass eine Theorie der Sprechakte eher eine Theorie der Performanz als eine der Kompetenz sein muss. - Er sieht nicht, dass Kompetenz letztlich Performanz-Kompetenz ist - ChomskyVsSprechakttheorie: Chomsky vermutet hinter ihr den Behaviorismus. SearleVs: das trifft nicht zu, weil die Sprechakttheorie Intention involviert.
Searle VIII 409
Chomsky: neu: der Untersuchungsgegenstand ist die Sprachkenntnis - alt: wahllose Mengen von Sätzen, Klassifikationen. ChomskyVsStrukturalismus: eine Theorie muss erklären können, welche Ketten Sätze darstellen und welche nicht.
VIII 414
SearleVsChomsky: nicht klar, wie die grammatische Theorie die Kenntnis des Sprechers liefert.

Cho I
N. Chomsky
Aspekte der Syntaxtheorie Frankfurt 1978

Cho II
N. Chomsky
Language and Mind Cambridge 2006

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
Kompetenz Searle
 
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John R. Searle
VIII 404
Kompetenz/Performanz/Chomsky: These: Performanz ist nur die Spitze des Eisbergs der Kompetenz.
VIII 437
SearleVsChomsky: die Unterscheidung ist verfehlt: er nimmt an, dass eine Theorie der Sprechakte eher eine Theorie der Performanz als eine der Kompetenz sein muss. - Er sieht nicht, das Kompetenz letztlich Performanz-Kompetenz ist - ChomskyVsSprechakttheorie: vermutet hinter ihr den Behaviorismus. SearleVs: das trifft nicht zu, weil Sprechakttheorie Intention involviert.
VIII 409/10
Chomsky: neu: Untersuchungsgegenstand ist die Sprachkenntnis - alt: wahllose Mengen von Sätzen, Klassifikationen. ChomskyVsStrukturalismus: eine Theorie muss erklären können, welche Ketten Sätze darstellen und welche nicht.
VIII 414
SearleVsChomsky: nicht klar, wie die grammatische Theorie die Kenntnis des Sprechers liefert.

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
Methode Chomsky
 
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I 278
Methode/Theorie/Chomsky: Voraussetzung; wir müssen das, was die Person rezipiert, beschreiben können - das Perzept ist selbst ein Konstrukt erster Ordnung - seine Eigenschaften werden Experiment bestimmt - Grammatik: Konstrukt zweiter Ordnung - dazu muss man von den anderen Faktoren abstrahieren, die bei Gebrauch und Verstehen der Sprache beteiligt sind und sich auf internalisierte Kenntnis des Sprechers beziehen - VsBehaviorismus: schließt den Begriff dessen "was wahrgenommen wird" und "was man lernt" von vornherein aus.
I 297ff
Methode/Theorie: PutnamVsChomsky: bestimmte Mehrdeutigkeiten können erst durch Routine entdeckt werden, daher ist ihre postulierte Erklärung durch Chomskys Grammatik nicht so beeindruckend - ChomskyVsPutnam: das mißversteht er, in Wirklichkeit bezieht sich das auf Kompetenz und nicht auf Performanz - Routine spielt hier keine Rolle, sondern die inhärente Korrelation von Laut und Bedeutung.
I 303
Chomsky: meine universale Grammatik ist keine "Theorie des Spracherwerbs", sondern ein Element davon - meine These ist ein "Alles-auf-einmal-Vorschlag" und versucht nicht das Zusammenspiel zu erfassen zwischen dem vom Kind konstruierten tentativen Hypothesen und neuen, damit interpretierten Daten.
I 316
Methode/Theorie/Chomsky: "Assoziation", "Verstärkung", zufällige Mutation": verbergen unser Nichtwissen - (s) es kann auch etwas Unähnliches assoziiert werden.
I 321
Methode/Theorie/ChomskyVsQuine: sein Begriff der "Verstärkung" ist nahezu leer - wenn zum Lernen Verstärkung benötigt wird, läuft das darauf hinaus, dass Lernen nicht ohne Daten vonstatten gehen kann.
I 323
Sprachlernen/ChomskyVsQuine: erklärt er nicht: wenn nur Assoziation und Konditionierung, dann resultiert bloß eine endliche Sprache.
I 324
VsQuine: Begriff der Wahrscheinlichkeit eines Satzes ist leer: dass ich einen bestimmten deutschen Satz äußere, ist genauso unwahrscheinlich, wie ein bestimmter japanischer Satz von mir.

Cho I
N. Chomsky
Aspekte der Syntaxtheorie Frankfurt 1978

Cho II
N. Chomsky
Language and Mind Cambridge 2006
Pragmatik Gärdenfors
 
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Peter Gärdenfors
I 72
Pragmatik/GärdenforsVsChomsky/Gärdenfors: Für Chomsky ist die Pragmatik nur der Abfallkorb für die Reste: Kontext, Deixis, usw.). Gärdenfors: für eine Theorie der Evolution der Sprache müssen wir anders vorgehen: Pragmatik vor Semantik vor Syntax. Gärdenfors: die Pragmatik eines Kommunikationssystems wird die semantische Struktur nicht festlegen. Der Bedeutungsraum kann auf viele verschiedene Weisen aufgeteilt werden. Auch bestimmt die Semantik nicht die Syntax. Dennoch werden die semantischen Strukturen Beschränkungen dafür liefern, welche syntaktischen Strukturen möglich oder wahrscheinlich sind.


Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Semantik Chomsky
 
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I 272
Semantik/Chomsky: hier helfen die Oberflächenstrukturen kaum, die Tiefenstruktur umso mehr.
Strawson V 393
StrawsonVsChomsky: beschäftigt sich kaum mit Semantik - sein Lexikon enthält viel weniger Einträge als unsere Wörterbücher.

Cho I
N. Chomsky
Aspekte der Syntaxtheorie Frankfurt 1978

Cho II
N. Chomsky
Language and Mind Cambridge 2006

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981
Sprache Deacon
 
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I 26
Sprache/DeaconVsTradition: traditionelle Paradigmen sind z.B. 1. Erklärung durch Assoziation/assoziative Abbildungen: danach entspringt die Architektur der Sprache vollständig außerhalb unseres Organismus
2. Mentalesisch/innere mentale Sprache: danach liegt sie vollständig innerhalb unseres Organismus
3. Angeborenes grammatisches Wissen (>Chomsky)
4. Innere Bilder, die durch Klänge ausgelöst werden (> Behaviorismus).
Nature/nurture/Deacon/(s): diese klassische Frage dreht sich darum, was uns von der Natur mitgegeben wurde und was wir erworben haben (nurture = Nahrung). Je nachdem, ob die Antwort näher am Ende der angeborenen Eigenschaften (instinktivem Wissen) liegt, wird Lernen als eher überflüssig angesehen.
DeaconVsChomsky: trotz der erstaunlichen Sprachlernfähigkeiten von Kindern muss der Ursprung woanders gesucht werden und andere Fragen gestellt werden.
I 53
Sprache/Deacon: ist ein abgeleitetes Charakteristikum (abgeleitet aus viel länger bestehender Tierkommunikation) und sollte daher als Ausnahme einer Regel analysiert werden, nicht umgekehrt. Tierkommunikation: wird meistens fälschlicherweise als „Sprache minus etwas“ behandelt.
I 54
Tatsächlich ist Sprache ein abhängiges Stiefkind der viel reicheren Kommunikation, die auch Gesten, Zeigen, Tonfall, Interaktion mit Gegenständen usw. beinhaltet. Es ist nicht so, dass Sprache andere Formen der Kommunikation ersetzt hat. Sie hat sich vielmehr parallel dazu entwickelt.
I 309
Sprache/Gehirn/Deacon: die Lateralisierung (Lateralisation, Aufteilung von Aufgaben auf die rechte und linke Hirnhälfte) ist fast mit Gewissheit ein Effekt und nicht eine Ursache innerhalb der Koevolution von Sprache und Gehirn. Ich glaube sogar, dass sie ein Effekt in der Sprachentwicklung von Individuen ist. Dabei geht es um eine Aufteilung von Aufgaben,
I 310
so dass sie leichter parallel verarbeitet werden können.
I 311
Kinder mit nur einer Hirnhälfte können alle Aspekte der Sprache erlernen. (Plastizität des Gehirns) Wenn wir die Sprachverarbeitung im Gehirn verstehen wollen, müssen wir nicht so sehr die individuellen Gegebenheiten untersuchen, die von Individuum zu Individuum wechseln, sondern das, was die individuelle Entwicklung vorantreibt.

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013
Sprache Harman
 
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Chomsky I 306
Sprache/Harman: da sie offensichtlich kein Wissen-dass ist, muss sie ein Wissen-wie sein.
I 308
HarmanVsChomsky: das innere System zur Auswahl der Grammatik müsste in einer noch grundlegenderen Sprache dargestellt werden, die das Kind bereits verstanden haben müsste. ChomskyVsVs: vielleicht grundlegendere Sprache, aber das Kind muss sie nicht sprechen. - Das Kind muss die Muttersprache lernen, beherrscht aber vielleicht tatsächlich schon eine Grammatik.

Harm I
G. Harman
Moral Relativism and Moral Objectivity 1995

Cho I
N. Chomsky
Aspekte der Syntaxtheorie Frankfurt 1978

Cho II
N. Chomsky
Language and Mind Cambridge 2006
Sprachentstehung Deacon
 
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I 25
Sprachentstehung/Evolution/Deacon: Sprache ist eine der auffälligsten verhaltensmäßigen Adaptionen unseres Planeten. Sprachen haben sich nur ein einer Spezies entwickelt, nur auf eine Weise, ohne Vorläufer - außer in einem sehr verallgemeinerten Sinn. Die Unterschiede zwischen Sprache und allen anderen Kommunikationsformen sind erheblich. Das schlägt sich auch in der Anatomie des Menschen nieder, insbesondere des Gehirns und des Stimmapparats. Diese Unterschiede können wir in lebenden Spezies feststellen.
I 34
Sprachentstehung/Mensch/Tier/Deacon: die Unvergleichbarkeit menschlicher und nichtmenschlicher Kommunikation hat zu übertriebenen und untragbaren Interpretationen der Sprachentstehung geführt.
I 35
Bsp Die Behauptung, das Sprache aus einer bestimmten Verschaltung im Gehirn entsteht, die einmalig ist, ist nicht bloß die Behauptung, dass es ein einmaliges neurologisches Merkmal ist, das mit diesem einmaligen Verhalten korreliert ist, sondern auch, dass damit eine wesentliche biologische Diskontinuität vorliegt. DeaconVs: das eine moderne Mythologie, nach der wir einem Affen einen Sprachcomputer in die Hand gegeben hätten. Das erinnert mich an den Film „Short Circuit“.
I 44
Sprachentstehung/Deacon: These: Sprache und Gehirn sind in gemeinsamer Evolution komplexer geworden und so gestaltet worden, wie sie heute sind. Wenn wir heute auch keine einfachen Sprachen finden, waren die Anfänge dennoch sicher einfacher als die heute so vorzufindenden Sprachen. Irgendwo in dieser Entwicklung wurde die Schwelle zur äußerst schwierigen symbolischen Referenz überschritten.
I 105 – 110
Sprachentstehung/DeaconVsChomsky/Deacon: Warum treffen Kinder so oft die richtige Wahl, wenn sie grammatische Regeln ausprobieren? Es ist die Sprache, die sich „benutzerfreundlich“ entwickelt. Sprache entwickelt sich schneller als Gehirne während der Evolution. So wie man Delphinen nur Kunststücke beibringen kann, die sie von sich aus schon ansatzweise vollführen, wenn sie guter Laune sind. Dabei ist die Sprache in ihrer Entwicklung aber nicht so eingeschränkt wie die Benutzeroberfläche eines Computers, die letztlich durch die Gestaltung der Ingenieure vorgegeben ist. Sprache hat sich im Hinblick auf Reproduzierbarkeit entwickelt, in Relation zum Selektionsdruck durch menschliche Benutzer. Sprache, die leichter lernbar ist, setzt sich stärker durch.
Pointe: dabei muss man nicht annehmen, wie Chomsky es tut, dass Kinder besonders schlau wären.
I 111
Es ist hilfreich sich vorzustellen, Sprache sei eine parasitäre Lebensform, die in Gehirnen nistet, um sich zu reproduzieren.
I 112
Deacon/Morton Christansen: These: Es gibt eine ko-evolutionäre Dynamik zwischen Sprache und ihrem Wirt, dem Gehirn. Man kann Sprache in gewisser Weise mit Viren vergleichen, die selbst keine völlig selbstständigen Lebewesen sind, aber voller Information zu ihrer eigenen Reproduktion.
I 113
Das Verhältnis von Menschen und Sprache kann man als symbiotisch bezeichnen, beide brauchen einander, um sich zu reproduzieren. Die Sprache als ganze ist natürlich nicht in dieser Weise zu definieren.
I 114
Zweisprachigkeit: bei Zweisprachigen findet man, dass die Gehirnregionen für die Verarbeitung der zwei Sprachen tendenziell getrennt sind. Eine Erklärung dafür ist, dass die beiden Sprachen andernfalls im Gehirn des Benutzers um die neuronalen Ressourcen konkurrieren würden. Früher oder später käme es dann zu einer gegenseitigen Störung.
I 122
Gehirne haben sich zusammen mit der Sprache entwickelt, doch der größte Teil der Anpassung lag aufseiten der Sprache.
I 354
Sprachentstehung/Lieberman/Deacon: Philip Lieberman hat in einer Reihe einflussreicher Artikel gezeigt, dass der Wegfall von physiologischen Begrenzungen der Stimmbildung zu einer rasanten Beschleunigung der Entwicklung von Sprache beigetragen hat. (Lieberman, Ph. (1984) The Biology and Evolution of Language, Cambridge, MA, (1991) Uniquely Human: The Evolution of Speech, Thought and Selfless Behavior, Cambridge, MA). DeaconVsLieberman: es hieße aber, die vorliegenden Fossilfunde überzuinterpretieren, wollte man die Sprachentstehung ausschließlich auf diese anatomischen Entwicklungen zurückführen, indem man ein plötzliches Ausbrechen einer Reihe von Fähigkeiten allein diesem Merkmal zuschreiben wollte.
I 355
Die Entwicklung des Gehirns und des Stimmapparats waren sicher beides, Wirkung und Ursache in einem sich gegenseitig verstärkenden Prozess der Sprachentwicklung.

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013
Sprachentstehung Gärdenfors
 
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Peter Gärdenfors
I 71
Sprachentstehung/Evolution/Sprache/Sprachevolution/Gärdenfors: These: in frühen Formen der Kommunikation war der kommunikative Akt selbst wichtiger als seine expressive Form. (Vgl. H. Clark, 1992; Winter, 1998; Gärdenfors, 2010). Daher ist die Pragmatik der natürlichen Sprache evolutionär gesehen das grundlegende. Später, wenn die Kommunikationsakte vielfältiger und vom unmittelbaren Kontext unabhängig werden, tritt die Semantik in den Vordergrund. Syntax wird gebraucht, wenn die Kommunikation noch später konventioneller wird: Marker werden gebraucht, um Eindeutigkeit herzustellen. Dann wird Syntax nur für die subtilsten Aspekte der Kommunikation gebraucht. VsGärdenfors: Das steht im Gegensatz zu den meisten zeitgenössischen Autoren in der Linguistik.
ChomskyVsGärdenfors: für Chomskys Schule steht Syntax am Anfang der Untersuchung, semantische Merkmale werden erst hinzugefügt, wenn Grammatik nicht ausreicht.
GärdenforsVsChomsky.
I 72
Pragmatik/GärdenforsVsChomsky/Gärdenfors: Für Chomsky ist die Pragmatik nur der Abfallkorb für die Reste: Kontext, Deixis, usw.). Gärdenfors: für eine Theorie der Evolution der Sprache müssen wir anders vorgehen: Pragmatik vor Semantik vor Syntax.
I 73
Sprachentstehung/Gärdenfors: so wie das Geld erst später zur Tauschwirtschaft hinzukam und diese effizienter machte, trat die Sprache zur bereits bestehenden Kommunikation unter Menschen hinzu. Analogie/sprachliche Kommunikation/Geldwirtschaft/Gärdenfors: man kann die Analogie weitertreiben: so wie das Geld ein stabiles Preissystem ermöglicht, bildet sich durch Sprache ein relativ stabiles System von Bedeutungen aus.
Spieltheoretische Erklärung/Analogie: so wie Preise sind auch sprachliche Bedeutungen Gleichgewichtspunkte in einem System. (>Meeting of minds).
I 78
Sprachentstehung/Kommunikation/Gärdenfors: These: wachsende semantische Komplexität wird durch Ausdehnung der Bereiche im geteilten Begriffsraum erreicht. Dabei kann man das verknüpfen verschiedener Bereiche als Schaffung von Produkträumen verstehen. ((s) Produktraum: Kartesisches Koordinatensystem, bei dem eine Achse einer Begriffsdimension entspricht.) So werden Bereiche kombiniert.

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Spracherwerb Deacon
 
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I 39
Spracherwerb/Evolution/Sprachentstehung/Komplexität/Einfachheit/Deacon: es gibt zwei Paradigmen: a) Evolution größerer Intelligenz b) Evolution eines speziellen Sprachorgans.
Beide haben gemeinsam, dass das Problem das Lernen einer sehr großen Menge komplexer Regeln sei und dass die Komplexität einfach zu groß sei für andere Spezies als den Menschen.
DeaconVs: die Komplexität ist nur ein Problem und nicht das entscheidende.
I 53
Spracherwerb/Deacon: hängt entscheidend von nichtlinguistischer Kommunikation ab. Vieles davon ist in Tieren bereits angeboren. Auch wir gebrauchen in alltäglicher Rede viel Nichtsprachliches wie Tonfall, Gesten usw.
I 125
Sprachlernen/Deacon: dass Kinder Sprache am besten in einem gewissen Alter lernen, scheint für angeborene Strukturen im Gehirn zu sprechen. Eine bessere Erklärung scheint mir aber einfach die Unreife von Kindern bzw. jungen Schimpansen wie Kanzi zu sein. Wir brauchen keinen essentialistischen Standpunkt anzunehmen, wenn wir uns auf diesen Aspekt konzentrieren.
I 126
In dieser Zeit der Unreife haben Kinder wenig Gedächtnisleistung für Details. Der junge Bonobo Kanzi konnte sich stark auf den richtigen Symbolgebrauch konzentrieren, während ältere Schimpansen lernen mussten, worauf sie sich konzentrieren sollten.
I 127
Wenn das stimmt, muss es sich um eine Eigenschaft der Kindheit handeln, die unabhängig von Sprache ist. GoldVsChomsky/Deacon: (E. Gold, Language identification in the limit. Information and Control 16, 447-474, 1967) Gold brachte einen logischen Beweis, dass Regeln eines logischen Systems mit der strukturellen Komplexität einer natürlichen Grammatik nicht induktiv ohne explizite Fehlerkorrektur entdeckt werden können, selbst nicht theoretisch. Dabei ist nicht ihre Komplexität entscheidend, sondern die Tatsache, dass die Regeln nicht auf der Oberfläche der Satzform abgebildet sind. Statt dessen sind sie in weit verteilten Wortrelationen verkörpert und werden rekursiv (wiederholt) angewendet. Dadurch werden die Möglichkeiten, wie eine Regel tatsächlich beschaffen sein könnte, geometrisch multipliziert. Das macht es eine Kind oder anderen Sprachlernen unmöglich, die richtigen Regeln aus der Beschaffenheit der Sprache abzuleiten. Das hat viele Autoren dazu gebracht, angeborene Fähigkeiten anzunehmen. Siehe Induktion/Deacon.
I 128
Spracherwerb/Newport/Deacon: (Elissa Newport, Maturational consteraints on language learning, Cognitive Science 14, 11-28, 1990, E. Newport, Cont5rasting conceptions oft he critical period for language. In S. carey and R. Gelma (Eds) Epigenesis of Mind: Essys on Biology and Cognition, NJ, 1991). Frage: warum können Kinder die Grammatik leichter lernen als andere Dinge, die viel einfacher sind?
I 129
Bsp Je jünger ein Kind ist, desto schwieriger ist es für es, neue Assoziationen bewusst zu verarbeiten. Das hat mit dem Kurzzeitgedächtnis und der Aufmerksamkeitsspanne zu tun. Könnte es sein, dass diese Einschränkungen den Spracherwerb begünstigen? Die Lösung scheint darin zu bestehen, „klein und einfach“ anzufangen, „weniger ist mehr“. Siehe auch Neuronale Netze.
I 137
Spracherwerb/Elissa Newport/Deacon: Newport war eine der ersten, die vorschlug, kindliches Sprachlernen nicht als Funktion eines besonderen Sprachlern-Systems aufzufassen, sondern umgekehrt, solche Sprachstrukturen vererben sich am besten von Generation zu Generation, die den kindlichen Lernneigungen (learning biases) am ehesten entsprechen.
I 339
Spracherwerb/Adaption/Gehirn/Evolution/Deacon: neben den konstanten sensomotorischen Gegebenheiten des Sprachgebrauchs gibt es auch Invarianzen der Sprachevolution, die den Kontext des Sprachlernens betreffen. Es gibt drei Arten von Sprachadaption: a) angeborene, b) gelernte, c) solche, die sich im Zusammenwirken zwischen Angeborenem und Erlebtem entwickeln. Universalität ist dabei kein sicherer Indikator dafür, dass etwas von der Evolution in unsere Gehirne eingebaut wurde.

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013
Sprechakttheorie Searle
 
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John R. Searle
II 25
Aufrichtigkeitsbedingung: ist den Sprechakten intern.
IV 251
Sprechakt/Searle: regelbestimmte Handlungen - immer konstitutive (nicht regulative) Regeln - Searle: Sprechakt: Schlüssel zur Bedeutung - VsSearle: umstritten, weil Sprachregeln für z.B. sing Term ganz anderer Art als für Handlungen
V 68
Sprechakt ungleich Spiel! - Erklärung muss Regeln voraussetzen - Regeln nicht gleich Konvention - Sprechen regelgeleitetes Verhalten - Regeln, nicht Verhalten ist ausschlaggebend.
V 207
traditionelle Sprechakttheorie/Austin/Strawson/Hare: Wort W wird gebraucht, um Sprechakt A zu vollziehen - dann Bsp "gut" empfiehlt, "wahr" bekräftigt, "Wissen" garantiert etwas - SearleVs: das funktioniert nur bei performativen Verben wie "versprechen", aber nicht bei wertenden - erfüllt nicht die Adäquatheitsbedingung für semantische Analyse: ein Wort muß in allen grammatisch verschiedenen Sätzen dasselbe bedeuten - das kann es nicht, wenn die Bedeutung der Vollzug verschiedener Akte sein soll.
V 213
Falsch: anzunehmen, dass die Bedingungen für den Vollzug eines Sprechakts aus den Bedeutungen der Wörter folgten - ("Behauptungs-Fehlschluss").
IV 27
Sprechakttheorie/SearleVsAustin: nimmt Verben für Akte - das muss man aber unterscheiden - Bsp Verkündung eines Befehls kein Befehl.
IV 78
Sprechakttheorie/Searle: unterscheidet sich von anderen philosophischen Ansätzen dadurch, dass sie keine Menge von logisch notwendigen und hinreichenden Bedingungen für das zu erklärende Phänomen gibt - (Bsp Linguistik: Struktur-Regeln).
IV 86
Der illokutionäre Akt ist die Funktion der Bedeutung des Satzes.
IV 86
Fiktion/Sprechakt/Searle: Fiktion nicht anderer Sprechakt, sondern vorgegebener Akt - in Literatur, nicht anderer Akt als in Zeitung - keine semantische oder syntaktische Eigenschaft weist einen Text als fiktional aus.
IV 204
SprechakttheorieVsChomsky, VsRegeln, statt Semantik/Pragmatik.
VII 99
Sprechakt/Proposition/Searle: Unterschied: aus dem propositionalen Gehalt folgt nicht, dass die Behauptungsbedingungen erfüllt sind - die Proposition besagt vielmehr, dass der Sprecher beim Akt impliziert, dass sie erfüllt sind
VIII 435
Sprechakt/Searle: wird durch die semantischen Intentionen des Sprechers zusammengekittet. - VsChomsky: sieht nicht die wesentl. Verbindung von Bedeutung und Sprechakten.

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
Symbole Deacon
 
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I 79
Symbole/Deacon: Tradition: nimmt an, dass symbolische Assoziation durch das Lernen der Verbindung zwischen einem Geräusch oder einer Zeichenkette mit etwas anderem in der Welt gebildet wird. DeaconVsTradition: das ist es, was wir dagegen mit Index bzw. indexhafter oder indizierender Assoziation meinen (siehe Icon/Deacon).
I 80
Auch Wörter können ein Index sein: Bsp „Aha!“, „dort“ usw. Verstehen: ein Zeichen dafür, dass jemand ein Wort verstanden hat ist seine Fähigkeit, dieses Wort in anderen Sätzen zu verwenden. Wenn das Wort allerdings nur irgendwo eingebaut wird, wäre das nur ein indexartiges oder ikonisches Verstehen.
Symbol: um etwas als Symbol zu verwenden, müsste man auch die referentiellen Funktionen (worauf bezieht es sich?) handhaben können.
Def Reizverallgemeinerung: der Transfer von Assoziationen von einem Reiz auf einen ähnlichen. Ähnlich die Übertragung von gelernten Mustern auf einen ähnlichen Kontext. Das wird oft mit symbolischen Assoziationen verwechselt.
I 81
Lernen/DeaconVsTradition: solche Übertragungen sind keine besonderen Lernformen, sondern einfach ikonische Projektionen. Das geschieht von selbst, weil immer Mehrdeutigkeit im Spiel ist. Psychologische Modelle sprechen oft von Regeln für diese Übertragung. DeaconVs: da es sich um eine ikonische Relation handelt, gibt es keine implizite Liste von Kriterien, die gelernt wird. ((s) Bilder werden direkt verglichen, nicht anhand von Listen von Kriterien).
Icon/Deacon: Wörter oder Reize stehen für eine Menge von Dingen, die sich mehr oder weniger voneinander unterscheiden. Menschen und auch Tiere lernen das. Dieses Lernen geschieht nicht durch Kriterien für Symbole, sondern durch ikonische Überlappung. Diese liefert die Basis für indexhafte Referenz.
I 83
Symbol/Lernen/Deacon: die Schwierigkeit des symbolischen Lernens rührt von der komplexen Relation her, die ein Symbol (z.B. ein Wort) zu anderen Symbolen hat. Solche komplexen Relationen gibt es nicht zwischen Indices (einfachen Zeichen mit physischer Verbindung zu einem Objekt).
I 92
Symbole/Deacon: Problem: Symbole können nicht einzeln gelernt werden, da sie untereinander ein System bilden.
I 93
Bevor eine einzige Assoziation Symbol-Objekt überhaupt festgestellt werden kann, muss das vollständige logische System der Symbole gelernt sein. Problem: selbst bei wenigen Symbolen gibt es eine sehr große Zahl von möglichen Kombinationen, von denen die meisten sinnlos sind. Diese müssen aussortiert, d.h. „verlernt“ werden.
I 99
Symbole/Deacon: Symbole sind keine unstrukturierte Menge von Tokens die Gegenstände repräsentieren, sondern sie repräsentieren sich auch untereinander. Symbole referieren nicht direkt auf Dinge in der Welt, sondern sie tun dies indirekt, indem sie auf andere Symbole referieren ((s) Weil sie in einem syntaktischen und semantischen System lokalisiert sind).
I 100
Begrenzung/Grenzen: zufällige uninterpretierte Zeichenketten haben keine Referenz und daher keine Begrenzung in ihrer Menge. Anders Symbole: Ihre Menge ist begrenzt wegen des (praktischen, externen) Gebrauchs und wegen des Gebrauchs der anderen Symbole, durch die sie definiert sind. Frage: warum sind nur einige Arten von Symbolsystemen in menschlichen Sprachen verwirklicht, andere aber nicht?
I 266
Symbole/Deacon: es ist falsch anzunehmen, sie wären irgendwo im Gehirn lokalisiert. Sie sind vielmehr Relationen zwischen Tokens, nicht die Tokens selbst. Sie symbolische Funktion wird auch nicht durch eine spezielle Assoziation konstituiert, sondern durch die Menge der Assoziationen, die in jeder Instanz des Symbols teilweise abgebildet sind.
I 267
Im Gehirn sind die Operationen für die Organisation dieser kombinatorischen Relationen im präfrontalen Cortex angesiedelt.
I 336
Symbole/Sprache/Gehirn/Evolution/Deacon: These: es ist der Symbolgebrauch, der es erforderlich machte dass unser menschliches Gehirn sich so entwickelte, dass ein besonderes Gewicht auf Aktionen im präfrontalen Cortex gelegt werden konnte. (Siehe auch Adaption/Deacon).
I 339
Symbole/Evolution/Gehirn/DeaconVsPinker/DeaconVsChomsky: was immer wir „Sprachinstinkt“ nennen, Symbolverarbeitung ist so stark im Gehirn verteilt, dass sie nicht der natürlichen Selektion unterworfen sein kann. Damit ist Sprache von dem abgeschnitten, was die biologische Evolution formen kann.
I 339/340
Universalgrammatik/Sprachentstehung/Lösung/Deacon: Ko-Evolution von Sprachen mit Rücksicht auf die Gegebenheiten und Dispositionen des Gehirns. Das kann eine Erklärung für eine entstehende grammatische Universalität sein.

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013
Syntax Cresswell
 
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I 47
Syntax/Cresswell: Der Modaloperator gehört zur Syntax. - Semantik: Mögliche Welten gehören zur Semantik.
I 161
Syntax/Semantik/HintikkaVsChomsky: Syntax hängt von der Semantik ab - (Im Zusammenhang mit der spieltheoretischen Semantik GTS geht es um die Reihenfolge der angewendeten Regeln) - Cresswell: These: Syntax generiert zuerst eine große Klasse von Strukturen, diese wird dann durch die Semantik reduziert und danach reduzieren nochmals syntaktische Prinzipien die Klasse der grammatisch akzeptablen Ketten. Jeder/irgendein/Hintikka/Cresswell: die These, dass ein Satz mit "any" unakzeptabel ist, wenn "any" darin durch "every" ersetzt werden kann, ohne dass sich die Bedeutung ändert.
II 95
Semantische Kategorie/Cresswell: Bsp 0: Proposition - Entsprechende syntaktische Kategorie: Satz.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Tiefenstruktur Searle
 
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John R. Searle
VIII 418
Tiefenstruktur/Chomsky: bestimmt die Bedeutung. - Oberflächenstruktur: bestimmt die Lautgestalt. (Spätwerk: teilweise auch die Bedeutung). Syntax/Chomsky: von Semantik trennen. - (laut Searle): der Mensch ist ein syntaktisches Lebewesen, das Gehirn ist syntaktisch.
VIII 421
SearleVsChomsky: daraus würde folgen, dass wenn der Mensch eines Tages syntaktisch geänderte Formen hätte, er gar keine Sprache mehr hätte, sondern etwas anderes.

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
Transformations- Grammatik Strawson
 
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VI 386
Transformationsgrammatik/Chomsky/Strawson: 1. Lexikalische Formative: entsprechen Namen und allgemeinen Termini, deren Bedeutung sich nicht irgendwie syntaktisch herleitet: Bsp "singen", "rot", "Mary".
2. Nichtlexikalische: heterogene Gruppe Bsp "Prät" für Präteritum. - Es gibt kein mechanisches Verfahren, um die Tiefenstruktur zu finden - "innere Repräsentation" nicht hinreichend zur Erklärung der Fähigkeiten.
Transformationsgrammatik liefert die Grundlage für die Bestimmung der grammatischen Relation für die semantische Interpretation der Sätze.
VI 390
Grammatik nicht zirkulär, weil sie ein Lexikon enthält. StrawsonVsChomsky: keine allgemeine Theorie über die Verbindungen von grammatischen Kategorien und Formativen - nur eine Liste von Elementen ohne Prinzipien der Zuordnung - keine Durchsichtigkeit.

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 20 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsChomsky Chomsky Vs Bloomfield, L.
 
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Lyons I 237
ChomskyVsBloomfield: spricht von Erzeugung. Generative Methode, >generative Grammatik). BloomfieldVsChomsky: spricht von Analyse (Klassifikation).
generative Grammatik/Chomsky/Lyons: setzt der Klassifikation Grenzen.
Bsp longlegs/Bloomfield: sei exozentrisch, dass sie sowohl als Singulare als auch als Plurale vorkommen können. Das zeigt aber, dass diese Formen gar keine Konstruktionen sind. Sie müssen im Lexikon vielmehr als nicht weiter analysierbare Entitäten eingetragen werden.
Distribution: von Bsp longlegs ist aber anders als die von long legs.
BloomfieldVsChomsky: dem kann aber nicht durch eine produktive Formationsregel Rechnung getragen werden.

Cho I
N. Chomsky
Aspekte der Syntaxtheorie Frankfurt 1978

Cho II
N. Chomsky
Language and Mind Cambridge 2006

Ly I
J. Lyons
Einführung in die moderne Linguistik München 1995

Ly II
John Lyons
Semantics Cambridge, MA 1977
VsChomsky Dennett Vs Chomsky, N.
 
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I 513
Chomsky: vertrat die Ansicht, daß Gehirn arbeite auf eine Weise, die sich letztlich der wissenschaftlichen Analyse entzieht. Auch Fodor. Auch McGinn.
I 533
DennettVsChomsky/DennettVsFodor: das ist eine Art saltationistische Ansicht über den Geist: sie postuliert Sprünge im Gestaltungsraum, und ist damit nicht darwinistisch. Dennett: eigentlich vertritt Chomsky eine durchaus darwinistische Aussicht auf die Sprachtheorie, er selbst hat diese Aussicht aber, wie Gould, stets gemieden.
Kognitionssperre/DennettVsMcGinn: die Situation für den Affen ist anders als für uns: er kann nicht einmal die Frage verstehen. Er ist noch nicht einmal verblüfft! Weder Fodor noch Chomsky können Fälle von Tieren anführen, denen gewisse Fragen ein Rätsel sind.
I 533
In Wirklichkeit nicht wie von ihnen dargestellt, ein biologisches, sondern ein pseudobiologisches Problem. Es ignoriert sogar eine biologische Gegebenheit: wir können durchaus eine Intelligenzskala unter den Lebewesen feststellen.
I 534
Bewußtsein/DennettVsMcGinn: abgesehen von Problemen, die in der Lebenszeit des Universums nicht lösbar sind, wird sich unser Bewußtsein noch so entwickeln, wie wir es uns heute noch nicht vorstellen können.
I 556
Warum möchten Chomsky und Fodor diese Schlußfolgerung nicht? Sie halten die Mittel für unbefriedigend. Sollte unser Geist nicht auf Himmelshaken sondern auf Kränen beruhen, würden sie das gerne geheim halten. DennettVsChomsky: er hat Unrecht, wenn er eine Beschreibung auf der Ebene der Automaten für schlüssig hält, denn das öffnet der "starken KI" Tür und Tor.

Den I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Den II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999
VsChomsky Dummett Vs Chomsky, N.
 
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I 187
DummettVsChomsky: viel zu komplizierte Theorie eigentlich über Gehirnvorgänge.

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982
VsChomsky Harman Vs Chomsky, N.
 
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I 306
Kompetenz/Performanz/HarmanVsChomsky: Kompetenz als "Wissen daß die Sprache durch Regeln der Grammatik beschrieben wird". Und daß "Grammatik diese Kompetenz spezifiziert". ChomskyVsHarman: das habe ich nicht nur nie behauptet, sondern auch mehrfach öffentlich zurückgewiesen. Es wäre auch absurd, wenn der Sprecher die Regeln explizit kennen müßte.
Wissen/Sprache/Harman: a) Wissen daß, b) Wissen wie.
Da Sprache offensichtlich kein "Wissen, daß" ist, muß es "Wissen, wie" sein. Der Sprecher weiß, "wie er andere Sprecher zu verstehen hat". Analog zur Fähigkeit des Fahrradfahrers.
I 307
ChomskyVsHarman: er gebraucht "Kompetenz" ganz anders als ich. Ich sehe keine Beziehung zur "Fähigkeit des Fahrradfahrers", keine "Menge von Gewohnheiten" oder etwas derartiges.
I 308
HarmanVsChomsky: das internalisierte System (das die Auswahl der Grammatiken beschränkt) muß in einer grundlegenderen Sprache" dargestellt werden, und das Kind muß letztere bereits verstanden haben muß, ehe es diesen Schematismus anwenden kann. a) das führt zu einem Zirkel: würde man sagen, daß das Kind die "grundlegendere Sprache" "direkt" , ohne sie gelernt zu haben, beherrscht, warum sagt man dann nicht auch, daß es die eigentliche Sprache "direkt" , ohne sie zu lernen, beherrscht. Oder:
b) Regreß: sagt man dagegen, daß es die grundlegendere Sprache erst lernen muß, dann stellt sich die Frage, wie diese grundlegende Sprache selbst gelernt wird,
ChomskyVsHarman: selbst wenn man annimmt, daß der Schematismus an einer "angeborenen Sprache" dargestellt sein muß, folgt nicht das, was Harman sieht:
Das Kind muß vielleicht die "grundlegendere Sprache" beherrschen, aber es muß sie nicht "sprechen und verstehen". Wir müssen nur annehmen, daß es davon Gebrauch machen kann.
ad a): die Annahme ist falsch, daß das Kind seine Muttersprache beherrscht, ohne sie zu lernen. Es wird nicht mit perfekten Deutschkenntnissen geboren. Andererseits spricht nichts gegen die Annahme, daß es mit perfekten Kenntnissen einer universalen Grammatik geboren wird.
HarmanVsChomsky: in einem Modell kann erst dann aus gegebenen Daten auf eine Grammatik geschlossen werden, wenn in dem Modell bereits detaillierte Informationen über eine Theorie der Performanz enthalten sind.
Chomsky: interessant, aber nicht zwingend.
I 310
Empirie/Theorie/HarmanVsChomsky: nennt Chomskys Strategie "erfinderischen Empirismus", eine Doktrin, die "Induktionsprinzipien" verwendet. Solcher "erfindungsreichen Empirismus" sei sicher nicht zu widerlegen, "ganz gleich, wie die sprachlichen Daten aussehen".
ChomskyVsHarman: Empirismus ist nicht so wichtig. Mich interessiert die Frage, ob es
"Ideen und Prinzipien verschiedener Art" gibt, die die "Form der erworbenen Kenntnis auf weitgehend festgelegte und hochorganisierte Weise determinieren" (Rationalistische Variante) oder ob andererseits
"die Struktur des Aneignungsmechanismus auf einfache und periphere Verarbeitungsmechanismen beschränkt ist..." (empiristische Variante).
Es ist historisch gerechtfertigt und heuristisch sinnvoll, das auseinanderzuhalten.

Harm I
G. Harman
Moral Relativism and Moral Objectivity 1995
VsChomsky Luhmann Vs Chomsky, N.
 
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AU Kass 5
Selbstorganisation/Luhmann: ein System kann nur mit selbstaufgebauten Strukturen operieren. Kein Import von Strukturen! Merkwürdig: Bsp Sprachlernen: es ist nahezu unverständlich, wie schnell Kinder Sprachen lernen.
LuhmannVsChomsky: seine Tiefenstrukturen wurden nie entdeckt.
Statt dessen: moderne Kommunikationsforschung: eher in der Kommunikation selbst wird durch Inanspruchnahme durch Unterstellen des Verstehens die Gewohnheit, Geräusche zuzuordnen entwickelt und damit die Sprache gelernt.
Das widerspricht nicht der These der Selbstorganisation. Sonst würde man doch denken, dass der Lernende in einer bestimmten Sequenz trainiert wird, anstatt selber anzufangen zu sprechen.
Bsp Legasthenie: die Tendenz, Fehler zu machen, ist von Person zu Person extrem unterschiedlich!
Das macht Umstellung auf Selbstorganisation unumgänglich. D.h. nicht, dass ein externer Beobachter nicht feststellen könnte, dass es dieselben Wörter sind, wie sie im Duden stehen. Aber das ist nicht durch Strukturimport zu erklären, sondern durch strukturelle Kopplung (s.u.).

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
VsChomsky Maturana Vs Chomsky, N.
 
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I 128
Syntax/Grammatik: Wenn Rekursion möglich ist, kann ein geschlossener Bereich von Verhalten hergestellt werden: Bsp Tanz, menschliche Sprache. Innerhalb eines solchen Bereichs kann die syntaktische oder grammatische Oberflächenstruktur lediglich die Beschreibung von Regularitäten sein. Im Prinzip kann diese Oberflächenstruktur beliebig sein! DF. Grund: Ihre Ausbildung ist von der Geschichte konsensueller Koppelung abhängig und kein notwendiges Ergebnis irgendeiner notwendigen Physiologie.
I 129
Umgekehrt kann die "universale Grammatik" der Linguisten (MaturanaVsChomsky) nur in der Universalität des Prozesses rekursiver Strukturenkoppelung liegen. Die Ursachen der Fähigkeit zur rekursiven Strukturenkoppelung sind nicht selbst konsensuell. Sie sind strukturell und hängen ausschließlich mit dem Operieren des Nervensystems als geschlossenem neuronalen Netzwerk zusammen.

Mat I
U. Maturana
Biologie der Realität Frankfurt 2000
VsChomsky Pinker Vs Chomsky, N.
 
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Dennett I 545/546
Steven PinkerVsChomsky: (Psycholinguist, MIT): Spezialisierung auf die Grammatik herkömmlicher neodarwinistischer Prozeß. Die Mehrzahl der interessantesten Eigenschaften des "Sprachorgans" müssen sich doch durch Anpassung entwickelt haben. Pinker: die Einwände gegen diese Position sind meistens lächerlich: dann sollte auch die Struktur der Zelle "rein physikalisch" und ohne Evolution erklärt werden, Sprache sei nicht auf Kommunikation hin gestaltet usw.
- - -
Pinker I 218
Gestaltung/Chomsky: es ist falsch, Selektion für alle Gestaltung verantwortlich zu machen: Bsp dass ich eine positive Masse habe, verhindert, dass ich ins Weltall entschwebe, hat aber nicht mit Selektion zu tun. Ganz einfache physikalische Erklärung.
Erklärung/Selektion/PinkerVsChomsky: auf Selektion beruft man sich meist nicht, um Nützlichkeit zu erklären, sondern um etwas Unwahrscheinliches zu erklären. Bsp Auge. Wenn wir die Anteile des Universums mit positiver Masse berechnen und die anteile, die mit einem Auge versehen sind, dann brauchen wir für diesen Unterschied eine Erklärung.
Vs: man könnte entgegnen: das Kriterium: Sehen/Nichtsehen sei erst im Nachhinein eingeführt worden, nachdem wir wissen, wozu Tiere in der Lage sind.
I 219
Die meisten Materiehaufen können nicht sehen aber die meisten können auch nicht "flern" und das definiere ich jetzt als die Zusammensetzung, Größe und Form des Steins, auf dem ich gerade sitze. Def Gestaltung/Pinker: lässt sich die Funktion nicht sparsamer beschreiben als die Struktur, liegt keine Gestaltung vor. Durch den Begriff Funktion kommt nichts Neues hinzu.
Gestaltung/Pinker: sollte nicht der Harmonie des Ökosystems oder der Schönheit der Natur dienen. Schließlich muss der Replikator der Nutznießer sein.

Pi I
St. Pinker
Wie das Denken im Kopf entsteht München 1998

Den I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Den II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999
VsChomsky Putnam Vs Chomsky, N.
 
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I 293
PutnamVsChomsky: Putnam nimmt für die Phonetik in der universalen Grammatik an, daß sie lediglich eine einzige Liste von Lauten hat. Das erfordere keine ausgefeilte Erklärungshypothese. Nur "Gedächtnisspanne und Erinnerungsvermögen". "Kein aufrechter Behaviorist würde leugnen, daß dies angeborene Eigenschaften sind". ChomskyVsPutnam: es sind aber sehr starke empirische Hypothesen über die Auswahl der universellen distinktiven Merkmale aufgestellt worden, von denen offenbar keine auf der Grundlage von Beschränkungen des Gedächtnisses erklärt werden kann.
I 298
PutnamVsChomsky: These statt eines angeborenen Schematismus könnte man "generelle Mehrzweck Strategien" annehmen. Diese angeborene Basis müßte für den Erwerb jedweden Wissens die gleiche sein, so daß nichts Besonderes am Spracherwerb ist.
I 299
ChomskyVsPutnam: damit ist er nicht mehr zur Annahme von etwas Angeborenem berechtigt. Außerdem verschiebt es das Problem nur. PutnamVsChomsky: die in der universalen Grammatik vorgeschlagenen Bewertungsfunktionen "wird die Art von Fakten konstituiert, die die Lerntheorie zu erklären versucht, nicht aber die gesuchte Erklärung selbst".
ChomskyVsPutnam: Bsp niemand würde sagen, daß die genetische Basis für die Entwicklung von Armen statt Flügeln "die Art von Tatsache ist, die die Lerntheorie zu erklären versucht". Vielmehr sind sie die Grundlage für eine Erklärung anderer Fakten des menschlichen Verhaltens.
Ob die Bewertungsfunktion erlernt wird oder die Grundlage des Lernen ist, ist eine empirische Frage.
PutnamVsChomsky: bestimmte Mehrdeutigkeiten können erst durch Routine entdeckt werden, daher ist ihre postulierte Erklärung durch Chomskys Grammatik nicht so beeindruckend.
ChomskyVsPutnam: das mißversteht er, in Wirklichkeit bezieht sich das auf Kompetenz und nicht auf Performanz (tatsächliche Praxis).
Was die Grammatik erklärt ist, warum Bsp in "die Kritik der Studenten" "Studenten" als Subjekt oder Objekt verstanden werden kann, während Bsp "Korn" in "das Wachsen des Korns" nur Subjekt sein kann.
Die Frage der Routine spielt hier gar keine Rolle.
I 300
angeborene Ideen/ChomskyVsPutnam: die angeborene Repräsentation der universalen Grammatik löst das Problem des Lernens tatsächlich (zumindest zum Teil) wenn es wirklich stimmt, daß diese die Basis für den Spracherwerb darstellt, was sehr wohl der Fall sein kann! - - -
III 87
Putnam/Chomsky: Putnam schlägt vor: Korrektheit in der Linguistik ist, was sie gegenwärtig verfügbaren Daten über das Verhalten des Sprechers, unter einem gegenwärtigen Interesse am besten erklären. Was heute richtig ist, wird morgen falsch sein. PutnamVsChomsky: ich habe nie behauptet, was heute richtig ist, wird morgen falsch sein.
Putnam: Chomskys verborgene Hauptthesen:
1. das es uns freisteht, unsere Interessen nach Belieben zu wählen,
2. dass Interessen ihrerseits keiner normativen Kritik unterliegen.
Bsp der Herzanfall von Hans liegt in der Missachtung der ärztlichen Gebote. Andere Erklärung: hoher Blutdruck. Es kann sein, dass tatsächlich an einem Tag mehr das eine, am andern Tag mehr das andere Faktum im Interesse des Sprechers legt.
III 88
PutnamVsChomsky: 1. unsere Interessen können wir uns nicht einfach aussuchen. (>Schopenhauer). 2. es kommt mitunter vor, dass die Relevanz eines bestimmten Interesses umstritten ist. Wie kommt es jedoch, dass einige Interessen vernünftiger sind als andere? Vernünftigkeit sei in verschiedenen Zusammenhängen von verschiedenen Bedingungen abhängig. Es gibt keine allgemeingültige Antwort.
III 88/89
Die Behauptung, ein Begriff sei interessenrelativ, läuft nicht auf das Gleiche hinaus wie die These, alle Interessen seien in gleichem Maße vernünftig.

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
VsChomsky Quine Vs Chomsky, N.
 
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Willard V. O. Quine
XI 71
QuineVsChomsky: dieser irrt, wenn er ihm unterstellt, dass Sätze ausschließlich durch Konditionierung gelernt werden. - - -
Searle VIII 427
angeborene Ideen/QuineVsChomsky: "der Behaviorist steht wissentlich und willentlich bis über die Ohren in angeborenen Mechanismen der Lernbereitschaft". Angeborene Ideen und Neigungen sind der Grundstein des Behaviorismus".

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
VsChomsky Searle Vs Chomsky, N.
 
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John R. Searle
SearleVsChomsky: ging einen Schritt zu weit: er hätte leugnen sollen, daß das Sprachorgan überhaupt eine Struktur hat, die sich als Automat beschreiben läßt. So hat er sich der analytischen Technik ausgeliefert.
Dennett I 555
Sprache/SearleVsChomsky: Man kann den Spracherwerb so erklären: es gibt tatsächlich eine angeborene Spracherwerbsvorrichtung. Es wird aber der Hardware-Erklärung nichts hinzugefügt, wenn man tief unbewußte universalgrammatische Regeln annimmt. Das steigert nicht den Vorhersagewert. Es gibt die nackten, blinden neurophysiologischen Vorgänge und es gibt Bewußtsein,. Darüber hinaus gibt es nichts. ((s) sonst Regress durch Zwischeninstanzen).
- - -
Searle I 273
SearleVsChomsky: für die Universalgrammatik gibt es eine viel einfachere Hypothese: Es gibt tatsächlich eine Spracherwerbsvorrichtung. Sie bringt Einschränkungen mit sich, welche Sprachtypen für den Menschen erlernbar sind. Und es gibt eine funktionale Erklärungsebene, welche Sprachtypen das Kleinkind erlernen kann, wenn es diesen Mechanismus anwendet.
Durch unbewusste Regeln wird der Erklärungswert keineswegs gesteigert.
- - -
IV 9
SearleVsChomsky/SearleVsRyle: es gibt weder alternative Tiefenstrukturen noch bedarf es spezieller Konversationspotulate. - - -
IV 204
Sprechakttheorie/SearleVsChomsky: oft wird im Anschluss an Chomsky gesagt, die Sprache müsse endlich vielen Regeln gehorchen (für unendlich viele Formen).
VI 205
Das ist irreführend, und war nachteilig für die Forschung. Besser ist dieses Bild: Zweck der Sprache ist die Kommunikation. Deren Einheit ist der illokutionäre Sprechakt. Es geht darum, wie wir von Lauten zu den Akten gelangen.
- - -
VIII 411
Grammatik/Sprache/Chomsky/Searle: Chomskys Schüler, (von Searle "Jungtürken" genannt) verfolgen Chomskys Ansatz radikaler über Chomsky hinaus. (s.u.). Aspekte der Syntaxtheorie/Chomsky: (reifes Werk, 1965) ambitiösere Ziele als bisher: Erklärung aller sprachlichen Beziehungen zwischen dem Lautsystem und dem Bedeutungssystem.
VIII 412
Dazu muss die Grammatik aus drei Teilen bestehen: 1. syntaktische Komponente, die die interne Struktur der unendlichen Anzahl von Sätzen beschreibt, (Herz der Grammatik)
2. phonologische Komponente: Lautstruktur. (rein interpretativ)
3. semantische Komponente. (rein interpretativ),.
Auch der Strukturalismus verfügt über Phrasenstrukturregeln.
VIII 414
Dabei wird nicht behauptet, dass ein Sprecher einen derartigen Prozess der Anwendung von Regeln (z.B. "Ersetze x durch y") tatsächlich bewusst oder unbewusst durchläuft. Das anzunehmen wäre eine Verwechslung von Kompetenz und Performanz. SearleVsChomsky: Hauptproblem: es ist noch nicht klar, wie die vom Grammatiker gelieferte Theorie der Konstruktion von Sätzen genau die Fähigkeit des Sprechers repräsentieren und in genau welchem Sinn von "kennen" der Sprecher die Regeln kennen soll.
VIII 420
Sprache/Chomsky/Searle: Chomskys Auffassung der Sprache ist exzentrisch! Entgegen der common sense Auffassung diene sie nicht zur Kommunikation! Statt dessen nur allgemeine Funktion, die Gedanken des Menschen auszudrücken.
VIII 421
Falls Sprache doch eine Funktion hat, so gibt es dennoch keinen signifikanten Zusammenhang mit ihrer Struktur! These: die syntaktischen Strukturen sind angeboren und besitzen keinen signifikanten Zusammenhang mit Kommunikation, obwohl man sie natürlich zur Kommunikation verwendet.
Das Wesentliche an der Sprache ist ihre Struktur.
Bsp Die "Bienensprache" ist überhaupt keine Sprache, da sie nicht die richtige Struktur besitzt.
Pointe: wenn der Mensch eines Tages zu einer Kommunikation mit ganz anderen syntaktischen Formen käme, besäße er keine Sprache mehr, sondern irgendetwas anderes!
Generative Semantik/"Jungtürken"VsChomsky: einer der entscheidenden Faktoren bei der Bildung syntaktischer Strukturen ist die Semantik. Selbst Begriffe wie "grammatisch korrekt" oder "wohlgeformter Satz" verlangen die Einführung semantischer Begriffe! Bsp "Er nannte ihn einen Republikaner und beleidigte ihn".
ChomskyVsJungtürken: Scheinstreit, die Kritiker haben die Theorie lediglich in einer neuen Terminologie reformuliert.
VIII 422
Jungtürken: Ross, Postal, Lakoff, McCawley, Fillmore. These: die Grammatik beginnt mit einer Beschreibung der Bedeutung eines Satzes.
Searle: wenn die Generative Semantik recht hat und es keine syntaktischen Tiefenstrukturen gibt, wird die Linguistik erst recht interessant, wir können dann systematisch untersuchen, wie Form und Funktion zusammenhängen. (Chomsky: hier gibt es keinen Zusammenhang!).
VIII 426
angeborene Ideen/Descartes/SearleVsChomsky: Descartes hat zwar die Idee eines Dreiecks oder der Vollkommenheit als angeboren angesehen, aber von Syntax natürlicher Sprache hat er nichts behauptet. Er scheint ganz im Gegenteil angenommen zu haben, dass Sprache willkürlich ist: er nahm an, dass wir unseren Ideen willkürlich Wörter beilegen!
Begriffe sind für Descartes angeboren, Sprache nicht.
Unbewusstes: ist bei Descartes nicht zugelassen!
VIII 429
Bedeutungstheorie/BT/SearleVsChomsky/SearleVsQuine: die meisten Bedeutungstheorien begehen denselben Fehlschluss: Dilemma:
a) entweder die Analyse der Bedeutung enthält selbst einige zentrale Elemente des zu analysierenden Begriffs, zirkulär. ((s) > McDowell/PeacockeVs: Verwechslung Erwähnung/Gebrauch).
b) die Analyse führt den Gegenstand auf kleinere Elemente zurück, denen seine entscheidenden Merkmale abgehen, dann ist sie unbrauchbar, weil sie inadäquat ist!
SearleVsChomsky: Chomskys generative Grammatik begeht denselben Fehlschluss: wie man von der syntaktischen Komponente der Grammatik erwartet, dass sie die syntaktische Kompetenz des Sprechers beschreibt.
Die semantische Komponente besteht aus einer Menge von Regeln, die die Bedeutungen der Sätze bestimmen, und setzt dabei sicherlich richtig voraus, dass die Bedeutung eines Satzes von der Bedeutung seiner Elemente sowie von deren syntaktischer Kombination
abhängt.
VIII 432
Dasselbe Dilemma: a) Bei den verschiedenen Lesarten mehrdeutiger Sätze handelt es sich lediglich um Paraphrasen, dann ist die Analyse zirkulär.
Bsp Eine Theorie, die die Kompetenz erklären will, darf nicht zwei Paraphrasen von "Ich ging zur Bank" anführen, weil die Fähigkeit, die Paraphrasen zu verstehen, genau die Kompetenz voraussetzt, die sie erklären will! Ich kann die generelle Kompetenz, Deutsch zu sprechen nicht dadurch erklären, dass ich einen deutschen Satz in einen anderen deutschen Satz übersetze!
b) Die Lesarten bestehen nur aus Listen von Elementen, dann ist die Analyse inadäquat: sie kann nicht erklären, dass der Satz eine Behauptung ausdrückt.
VIII 433
ad a) VsVs: es wird behauptet, dass die Paraphrasen lediglich illustrativen Zweck hätten und nicht wirklich Lesarten seien. SearleVs: doch was können die wirklichen Lesarten sein?
Bsp Angenommen, wir könnten die Lesarten als Steinhaufen interpretieren: für einen sinnlosen Satz gar keine, für einen analytischen Satz wird die Anordnung im Prädikat Haufen in dem Subjekthaufen enthalten sein usw.
Nichts in den formalen Eigenschaften der semantischen Komponente könnte uns davon abhalten, aber statt einer Erklärung der Beziehungen zwischen Laut und Bedeutung ieferte die Theorie eine nicht erklärte Beziehung zwischen Lauten und Steinen.
VsVs: wir könnten die wirklichen Lesarten in einem zukünftigen universalen semantischen Alphabet ausgedrückt finden. Die Elemente stehen dann für die Bedeutungseinheiten in allen Sprachen.
SearleVs: dasselbe Dilemma:
a) Entweder ist das Alphabet eine Art neuer künstlicher Sprache und die Lesarten wiederum Paraphrasen, nur diesmal in Esperanto oder
b) Die Lesarten in dem semantischen Alphabet sind lediglich eine Liste von Merkmalen der Sprache. Die Analyse ist inadäquat, weil sie einen Sprechakt durch eine Liste von Elementen ersetzt.
VIII 434
SearleVsChomsky: der semantische Teil seiner Grammatik kann nicht erklären, was denn der Sprecher eigentlich erkennt, wenn er eine der semantischen Eigenschaften erkennt. Dilemma: entweder steriler Formalismus oder uninterpretierte Liste.
Sprechakttheorie/SearleVsChomsky: Lösung: Sprechakte haben zwei Eigenschaften, deren Kombination uns aus dem Dilemma entlässt: sie sind regelgeleitet und intentional.
Wer einen Satz wörtlich meint, äußert ihn in Übereinstimmung mit gewissen semantischen Regeln und mit der Intention, seien Äußerung gerade durch die Berufung auf diese Regeln zum Vollzug eines bestimmten Sprechakts zu machen.
VIII 436
Bedeutung/Sprache/SearleVsChomsky: es gibt keine Möglichkeit, die Bedeutung eines Satzes ohne Berücksichtigung seiner kommunikativen Rolle zu erklären.
VIII 437
Kompetenz/Performanz/SearleVsChomsky: seine Unterscheidung ist verfehlt: er nimmt anscheinend an, dass eine Theorie der Sprechakte eher eine Theorie der Performanz als eine der Kompetenz sein muss. Er sieht nicht, dass Kompetenz letztlich Performanz Kompetenz ist. ChomskyVsSprechakttheorie: Chomsky scheint hinter der Sprechakttheorie den Behaviorismus zu argwöhnen.

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Den I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Den II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999
VsChomsky Strawson Vs Chomsky, N.
 
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VI 386
Transformationsgrammatik: zwei Arten von Formativen: 1. lexikalische: entsprechen Namen und allgemeinen Termini, deren Bedeutung sich nicht irgendwie syntaktisch herleitet: z.B. "singen", "lieben", "rot", "Mary".
2. nicht-lexikalische: heterogenere Gruppe: z.B. das Formativ "Prät" für Präteritum.
Es gibt kein mechanisches Verfahren, um die Tiefenstruktur zu finden.
VI 389
These: "Unbewusste Beherrschung" oder "innere Repräsentation" reicht nicht aus zur Erklärung der sprachlichen Fähigkeiten. Die Regeln der Transformationsgrammatik liefern die Grundlage für die Bestimmung jener grammatischen Relationen, die für die semantische Interpretation von Sätzen entscheidend, wenn auch nicht allein bestimmend sind.
VI 390
Grammatik nicht zirkulär, weil sie ein Lexikon enthält. StrawsonVsChomsky: über die entscheidende Klasse von Verbindungen (von grammatischen Kategorien und Formativen) gibt es keine allgemeine Theorie.
VI 391
Es gibt nur die Liste der Elemente im Lexikon ohne irgendeine Darstellung genereller Prinzipien der Zuordnung. Gerade eine solche Theorie dürften wir aber erwarten, wenn die Grammatik den Bedingungen der Durchsichtigkeit genügen soll.
Und zwar deswegen, weil wir mit den grammatischen Kategorien die Funktionen und Relationen der Satzelemente definieren. Das ist es, was jeder begreift, ohne explizit Grammatik gelernt zu haben. Dabei verknüpfen wir offensichtlich semantische und syntaktische Erwägungen.
VI 392
Erklärung/Chomsky: dieser gibt zu, dass eine "deskriptiv adäquate" Grammatik noch nicht "erklärungs-adäquat" sein muss. Wir brauchen eine Theorie linguistischer Universalien.
Außerdem muss erklärt werden, wie unsere Grammatik aus anderen möglichen Grammatiken ausgewählt wurde.
Es muss erklärt werden:
1. Wieso verstehen wir unendlich viele neue Sätze? (> Sprache unendlich).
2. Die Verknüpfung von Semantik und Syntax.
VI 393
StrawsonVsChomsky: äußert sich nur betont kühl über semantische Erwägungen. Lexikon/Chomsky: gehört zur Basis und enthält wesentlich weniger Eintragungen als unser gewöhnliches Wörterbuch.
VI 395
Transformationsgrammatik Vs traditionelle Grammatik: sie sei zu unsystematisch, keine Erklärung mit den traditionellen Begriffen "Verb", "Nomen", "Objekt" möglich.
VI 396
PhilosophieVsGrammatik/Strawson: ist zunächst von "empirischen" Anforderungen befreit, braucht sich mit den tatsächlichen formalen Anforderungen zunächst nicht herumzuschlagen. Er hat wie der Grammatiker auch eine Konzeption von Bedeutungs Elementen und eine Konzeption semantisch signifikanter Kombinationsmodi dieser Elemente, zu denen das Vokabular in durchsichtiger Beziehung stehen wird.
Mit diesen durchsichtigen Beziehungen kann er mögliche formale Anordnungen erwägen, mit Hilfe derer auf die kombinierenden Funktionen verzichtet werden könnte.
Das erinnert an die Konstruktion von Idealsprachen.
VI 397
Quine: (irgendwo): "Zeige nicht mehr Struktur als notwendig". Grammatik/Strawson: man muss immer zwischen der eigentlichen (essentiellen, wesentlichen) und möglichen Grammatiken unterscheiden.
Bsp die essentielle Grammatik muss zeigen, welche Elemente zu welchen gehören, alle Kombinationen müssen gezeigt und unterschieden werden können.
Bsp es muss gezeigt werden können, wenn ein Element eine nichtsymmetrische Relation bezeichnet.
Aber die essentielle Grammatik legt in keiner Weise fest, wie diese Forderungen zu erfüllen sind.
VI 398
Wir können eine von mehreren Grammatik auswählen, Wenn sie die Forderungen erfüllt, haben wir eine vollständige und völlig durchsichtige Grammatik. (Nur idealisiert vereinfacht, das ist der Preis). Vokabular/Strawson: wir brauchen ein völlig ausgearbeitetes Vokabular, bzw. eine Menge aufeinander bezogener Vokabulare.
1. Ontologisches Vokabular Bsp Raum, Zeit, Ding, allg. Charakteristika
2. Semantisches V., für Typen und individuelle (abstrakte) Elemente, Eigennamen für Dinge,
3. Funktionales V. für Kombinations oder Relationsarten. Deiktische Elemente.
4. Vokabular des formalen Apparats.

Str I
P.F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Str IV
P.F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Str V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981
VsChomsky Loar Vs Chomsky, N.
 
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EMD II 158
Komplexität/Sprache/Loar: These es ist nicht allzuweit hergeholt zu fordern, daß "unbegreiflich" komplexe Sätze nicht Teil unserer Sprache sind! So könnten wir das Englische auf ein endliches Fragment reduzieren der Sprache, die wir beherrschten, wenn unsere Gehirne größer wären. Dann gibt es kein Problem für KD Vs: diese ist äußerst kontrovers, und überdies vermeidbar.
Lösung/Loar: zwei Stadien:
1. Sprache/unendlich/Loar: These: die Zahl der Sätze die wir verstehen ist enorm, aber immer noch endlich! (LoarVsChomsky: auch Zahl der verstehbaren Sätze endlich).
II 159
2. Stadium der Lösung: keine Sprache, die dadurch erweitert (erzeugt) wird, daß zufälliges Nicht Englisch hinzugefügt wird, (Sätze cum Bedeutung), wird durch diese Bedingung ausgeschlossen.

Loar I
B. Loar
Mind and Meaning Cambridge 1981

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989
VsChomsky Hintikka Vs Chomsky, N.
 
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I XV
Logische Allwissenheit/Hintikka: These: sie ist nur ein angebliches Problem. ChomskyVsHintikka: dieser hat das angebliche Paradox als Grund für seine Ablehnung jeglicher modell-theoretischer Semantik für propositionale Einstellungen angeführt.
HintikkaVsChomsky: sein Problem ist schon vor langer Zeit gelöst worden. (Essay 5)

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996
VsChomsky Verschiedene Vs Dispositionstheorie Stegmüller IV 34
Disposition/Geist/Ryle: Meinen, Bedeutungserfassen, Intentionalität: sind nicht Vorkommnisse im Bewusstsein, sondern Fähigkeiten, eben Dispositionen.
IV 35
D.h. im Fall von plus/quus wie von glau läuft haargenau die gleiche geistige Geschichte nebst identischen mentalen Zuständen und Bewusstseinsvorgängen ab. Fazit: die entscheidenden Dispositionen wurden in der Vergangenheit erworben.
Der Unterschied besteht dann auch nicht erst in der Gegenwart, er bestand schon in der Vergangenheit!
RyleVsKripke: dann hätte ich eben auch schon in der Vergangenheit die Standard Funktion der Addition benutzt.
IV 35/36
KripkeVsRyle: dreifache Kritik: 1. externe Kritik: bestreitet, dass überhaupt irgendwelche Annahmen über Dispositionen relevant sind. Das Problem ist gar nicht kapiert. Wie kann er sich auf Disposition als Rechtfertigung berufen? Eine Weisung an mich selbst zeigt gar nichts.
VsVs: a) ich habe eben eine Hypothese über mich selbst.
VsVsVs: wieso soll gerade diese Hypothese von zahllosen anderen möglichen die richtige sein?
IV 37
VsVs: b) wir lassen die Vergangenheit ruhen. Richtig ist, was mir jetzt richtig erscheint! WittgensteinVsVsVs: das führt dazu, dass man hier nicht mehr von "richtig" reden kann!
2. interne Kritik: (manche meinen fälschlich, Wittgenstein selbst habe sie vertreten): besteht in der Angabe eines Kriteriums für eine Funktion F, die ich mit einem solchen Symbol meine.

Def "Endlichkeitsproblem"/Stegmüller: Endliches kann nicht einfach auf Unendliches übertragen werden. (Nicht nur Erfahrungen, sondern auch Dispositionen sind endlich).
IV 38
Def "quus"/glau/Kripkes Wittgenstein/Stegmüller: Neudefinition: das skeptische Problem reproduziert sich: diejenige Funktion sei die Quaddition, die für alle Paare, die hinreichend klein sind, um von mir addiert zu werden mit der Addition übereinstimmt, und für die übrigen das Ergebnis 7 liefert. Damit habe ich immer dieselben Dispositionen gehabt. VsDispositionstheorie.
Dispositionstheorie/Stegmüller: a) kann sich zu verteidigen versuchen, indem sie Disposition nicht wörtlich versteht, sondern als eine Idealisierung der tatsächlichen Praxis. Ceteris paribus Disposition.
KripkeVs: dann müsste ich immer phantastischere Annahmen darüber machen, was ich täte, wenn mir dies und das passierte.
IV 39
b) Die Idealisierung könnte anders interpretiert werden: "wenn ich die Fähigkeit hätte..." KripkeVs: das wird zirkulär. Es setzt voraus, dass die von mir gemeinte Funktion etwas Festliegendes sei. Die "Tatsache" müsste vorausgesetzt werden, dass ich eine ganz bestimmte Intentin habe!.
Dilemma für die Dispositionstheorie:
a) entweder nur Disposition für endlich viele Fälle, oder
b) Idealisierung der Reaktion. Problem:
ba) bei genauer Spezifikation dieser Bedingungen kann man nichts über meine Reaktion sagen.
bb) eine Tatsache wird voraussetzt.
IV 40
KripkeVsDispositionstheorie: sie räumt keinen Platz für immer mögliche Fehler ein! Der Dispositionstheoretiker kann sich hier nicht damit verteidigen, dass es hier eben eine Kluft gibt zwischen dem, was er meinte, und dem, was er "meinen sollte".
Denn die "Funktion, die er tatsächlich meint" steht für ihn ja nicht durch eine von der Disposition unabhängige Tabelle von vornherein fest.
IV 41
Vielmehr ist nach Ansicht des Dispositionalisten die Funktion aus der Disposition abzulesen. Daher muss für ihn die Disposition, Fehler zu machen Teil der Gesamtdisposition sein!
def "Skaddition"/Kripke: wäre die Disposition unserer Person einschließlich der Disposition, Fehler zu machen.
IV 42
Regel/Kompetenz/Kripke: Kompetenz kann Regeln nicht erklären, weil sie Regeln voraussetzt. (Das richtet sich nicht VsChomsky).
VsDispositionstheorie: Übereinstimmungen können auch lediglich darauf beruhen, dass uns zuweilen Fehler unterlaufen.
IV 47
Addition/Dispositionstheorie/Kripkes Wittgenstein: (s.o. "externe Kritik (1)"): Angenommen, es träfe zu, dass ich mit "+" die Addition meine. Problem: was für eine Relation besteht zwischen dieser Annahme und der Art von Antwort, die ich auf die Frage nach !117 + 159" geben werde?
Dispositionstheorie: alle Varianten geben fälschlich an, es sei diese und jene deskriptiv faßbare Relation.
Meinen/Intention/normativ: wenn man aber Meinen so versteht, dass das, was ich jetzt meine, das bestimmt, was ich künftig sagen sollte, ist das normativ, nicht deskriptiv.
Das ist der Hauptpunkt VsDisposition.




VsChomsky Chomsky Vs Goodman, N.
 
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I 287
Sprachlernen/Goodman: Zweitsprache nicht problematisch, weil der Erwerb der Erstsprache der Erwerb eines "sekundären Symbolsystems" ist. ChomskyVsGoodman: das könnte einiges Gewicht haben, wenn es sich zeigen ließe. (Z.B. für die Unterscheidung von OS und TS).
Aber wir haben keine empirischen Hinweise.
I 288
ChomskyVsGoodman: Erwerb von Erst und Zweitsprache: Fehlschluß: wenn wir die Zweitsprache anhand von Erklärungen aus der Erstsprache leichter lernen, hätten wir zum Erwerb der Erstsprache (der besonders leicht von statten geht) eine Sprache vor der Erstsprache erwerben müssen. (Regreß). Goodman: Erwerb der Erstsprache sei Erwerb eines "sekundären Symbolsystems" und daher dem Erwerb der Zweitsprache entsprechend.
ChomskyVs: die primären Symbolsysteme, die er im Sinn hat, sind rudimentär und können nicht in derselben Weise verwendet werden, wie eine Erstsprache beim Erwerb der Zweitsprache.
GoodmanVsChomsky: seine Thesen können nicht überprüft werden, weil wir keine Beispiele für "schlechte Sprachen" haben.
I 289
ChomskyVsGoodman: es gibt Dutzende von Büchern in denen Eigenschaften einer universalen Grammatik formuliert und deren empirische Konsequenzen überprüft werden, wobei jede solche Eigenschaft "schlechte" Sprachen spezifiziert.
I 290
Glau/ChomskyVsGoodman: betrifft mehr ein Randproblem. Die Ausgangsfrage ist zu vage. Man kann problemlos eine Eigenschaft, sogar eine ziemlich generelle, der Sprache "Grotrün" finden, die nicht Eigenschaft einer "Sprache wie Deutsch" ist.
Bsp Chomsky: das Prädikat "sich gleichen" (Structure of Appearance") nur eben auf Objekte anstatt auf Qualia angewandt.
Nun hat die Sprache Grotrün die seltsame Eigenschaft: "Wenn ein Gegenstand A vor t und ein Gegenstand B nach t untersucht werden und wenn von beiden festgestellt wird, daß sie grot (oder rün) sind, dann wissen wir, daß sie sich nicht gleichen.
Es gibt aber kein t derart, daß wir von diesen Gegenständen vorhersagen könnten, daß sie sich nicht gleichen werden. Sie genauso gut könnten sie sich gleichen, wenn beide grün (oder rot) sind.
Chomsky: es ist nun zweifellos eine generelle Eigenschaft natürlicher Sprachen, daß sie sich eher wie Deutsch als wie "Grotrün" verhalten.
So besteht also keine Schwierigkeit, eine Unterscheidung zwischen solchen Sprachen wie Grotrün und solchen wie Deutsch aufzustellen.
Das würde Goodman natürlich nicht genügen, weil man immer noch raffiniertere Bsp konstruieren könnte.
Solange es nur um vage Begriffe wie "Wie Deutsch" oder "Wie Grotrün" geht, ist Goodmans Forderung unmöglich zu erfüllen.
I 291
ChomskyVsGoodman: es ist vielleicht für Induktion, aber nicht für Linguistik relevant, genausowenig wie für jede andere Wissenschaft, etwa für die Frage, warum Embryos innerhalb eines gegebenen Rahmens von Bedingungen Arme und keine Flügel bekommt. (s) deswegen irrelevant, weil einmal begrifflich, einmal empirisch.
Chomsky: damit können wir über überhaupt nicht erklären, warum der Lernende nicht grot als Generalisierungsbasis erwirbt. Zweifellos folgt das aus bestimmten Eigenschaften des sensorischen Systems.
angeborene Ideen/ChomskyVsGoodman: es scheint mir nicht unverständlich, daß irgendein Aspekt des "Endzustandes" eines Organismus oder Automaten auch ein Aspekt seines "Anfangszustandes" sein soll. Und zwar vor jeglicher Interaktion mit seiner Umgebung!
I 292
angeborene Ideen/ChomskyVsGoodman: in seinem Aufsatz gibt Goodman wenigstens einmal zu, daß der Geist in irgendeinem Sinn Ideen enthält. Dann ist es offensichtlich nicht unverständlich, daß einige dieser Ideen dem Geist "als ursprüngliche Ausstattung eingepflanzt" sind.

Cho I
N. Chomsky
Aspekte der Syntaxtheorie Frankfurt 1978

Cho II
N. Chomsky
Language and Mind Cambridge 2006
VsChomsky Putnam Vs Harman, G.
 
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Horwich I 421
Wahrheit/HarmanVsPutnam: sie ist nicht bloß idealisierte rationale Akzeptierbarkeit. Sie involviert eine Relation zwischen einer Bemerkung oder einem Gedanken und der Weise, wie die Dinge in der Welt sind.
Putnam/Harman: hat recht, wenn er den entscheidenden Punkt mit einer Festlegung auf die Lokalisierung aller Tatsachen in einer Welt gleichsetzt.
Harman: weil ich annehme These es gibt eine einzige eindeutige kausale physikalische Ordnung, stellen sich mir folgende Fragen: „Was ist der Ort des Geistes in der physikalischen Welt?“ Was ist die Stelle von Werten in der Welt der Tatsachen?“ Ich glaube, dass es ein ernster philosophischer Fehler ist zu glauben, wir könnten diese Fragen vermeiden.
PutnamVsHarman: eine Position wie Harmans führt zu zwei unplausiblen Konklusionen:
1. Identitäts These von Körper und Geist. (HarmanVs! Ich glaube aber nicht, dass er aus der Annahme einer einzigen Kausalordnung folgt, eher zum Funktionalismus, den Putnam selbst vertrat)
2. moralischer Relativismus. (Harman pro! Daran ist nichts Problematisches).
I 428
Wahrheit/HarmanVsPutnam: ich denke nicht, dass er es als gutes Argument für die Konklusion ansehen würde, dass Wahrheit dasselbe wie Konsistenz sei: Problem: dann zeigt sein Argument aber nicht, dass Wahrheit eine Idealisierung rationaler Akzeptierbarkeit ist.
I 434
Kompetenz/Chomsky/Putnam: (Chomsky Syntactic Structures) versprach uns, dass es eine normale Form für Grammatiken und eine mathematische Einfachheitsfunktion geben würde, die all das präzise erklären würde. Dabei müsste man verschiedene Beschreibungen der Sprecherkompetenz betrachten, die in Normal Form gegeben sind, und die Einfachheit jeder Beschreibung messen, (durch die mathematische Funktion) um die einfachste zu finden. Diese wäre dann „die“ Beschreibung der Sprecherkompetenz. Putnam: eigentlich schuldet uns Chomsky auch noch eine mathematische Funktion, mit der man die „Güte“ mißt, mit der die Kompetenzbeschreibung mit der aktualen Performanz zusammenpaßt.
Chomsky/Putnam: die Idee der Mathematisierung hat man seither aufgegeben. Zur Zeit ruht die Idee, dass die Sprecherkompetenz durch eine Idealisierung des aktualen Sprecherverhaltens gegeben werden könnte, auf einem intuitiven Begriff einer „besten Idealisierung“ oder „besten Erklärung“.
Rechtfertigung/PutnamVsChomskyPutnamVsHarman: anzunehmen, dass der Begriff der Rechtfertigung physikalistisch gemacht werden könnte durch Identifikation mit dem, was Leute gemäß der Beschreibung ihrer Kompetenz sagen sollten, ist absurd.
I 435
Harman/Putnam: würde aber doch sagen, dass es ein Unterschied ist, ob man fragt, ob die Erde vielleicht erst vor ein paar tausend Jahren entstand,
I 436
oder ob man etwas Moralisches fragt, weil es dort keine physikalischen Tatsachen gibt, die darüber entscheiden. PutnamVsHarman: wenn der mR mit Harman (und mit Mackie) brechen muss, dann ist die ganze Begründung der Unterscheidung Tatsachen/Werte beschädigt.
Interpretation/Erklärung/Putnam: unsere Ideen der Interpretation, Erklärung usw. kommen genauso tief aus menschlichen Bedürfnissen wie ethische Werte.
Putnam: dann könnte ein Kritiker von mir sagen, (auch wenn er mR bleibt): „Also gut, dann sind Erklärung, Interpretation und Ethik im selben Boot“ („Companions in Guilt“ Argument).
Putnam: und genau da wollte ich ihn haben! Das war mein Hauptanliegen in „Vernunft Wahrheit und Geschichte“. (Putnam These Erklärung, Interpretation und Ethik sind nicht im selben Boot“ (companions in guilt“ Argument, Mitgefangen mitgehangen Argument: bei teilweisem Relativismus droht der totale Relativismus. PutnamVsHarman).
Relativismus/Putnam: es gibt keinen rationalen Grund ethischen Relativismus zu unterstützen, aber nicht gleichzeitig totalen Relativismus.
Referenz/Harman/Putnam: Harmans Antwort ist, dass die Welt eine eindeutige Kausalordnung hat.
I 437
PutnamVsHarman: das hilft aber nicht: wenn meine linguistische Kompetenz durch E1, E2...verursacht wird, dann ist es wahr, dass sie von E*1, E*2... verursacht* wurde, wobei * die korrespondierende Entität in einem Nicht Standard Modell bezeichnet. ((s) >Löwenheim), Problem: wieso ist Referenz dann durch Verursachung und nicht durch Verursachung* festgelegt?
Referenz/Phyiskalismus/Putnam: die einzige Antwort, die er geben könnte wäre: „weil es die Natur der Referenz ist“. Das hieße, dass die Natur selbst Objekte herausgreift und sie in Korrespondenz zu unseren Wörtern stellt.
David Lewis/Putnam: hat etwas ähnliches vorgeschlagen:…+…

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
VsChomsky Searle Vs Lakoff, G.
 
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John R. Searle
IV 199
Konversationspostulate/Meinen/Gordon/Lakoff: SearleVs: stellt die erklärungsbedürftigen Phänomene so dar, als wären sie selbst schon die Erklärung. Problem: wie kann der Sprecher etwas sagen, und trotzdem etwas anderes meinen? (Meinen).
IV 201
Konversationspostulate: sollen zusätzlich zu den drei Regeln (der Einleitung, der Ernsthaftigkeit und des propositionalen Gehalts) noch zusätzliche Regeln bekannt sein: z.B. um aus einem Sprechakt auf einen anderen zu schließen. Searle: sie unterstellen, dass die Muster selbst die Lösung seien.
IV 202
Sie decken damit ein Muster auf, nach dem z.B. ein Sprecher um etwas bittet, indem er den Hörer fragt, ob er etwas tun kann. Bsp "Kannst du mir das Salz reichen?". Um das zu erklären, geben sie einfach eine neue Beschreibung, die dem sie sagen, der Sprecher kenne eine Regel.
Searle: wie bei Ross wird eine unnötige Annahme gemacht, um die Daten zu erklären. Es ist völlig ad hoc zu behaupten, zusätzlich zu all dem Wissen müssten noch Konversationspostulate existieren. In Wirklichkeit wären es dann solche Konversationspostulate, die zu erklären wären.
IV 203
Searle: was der Hörer braucht ist Sprechakttheorie, eine Theorie der Konversation, Hintergrundinformationen und Rationalität und Folgerungsvermögen. Jeder einzelne dieser Bestandteile ist unabhängig motiviert, d.h. ganz unabhängig von jedweder Theorie indirekter Sprechakte haben wir Belege dafür, dass der Sprecher/Hörer diese Merkmale besitzt.
IV 204
SearleVsGordon/SearleVsLakoff: ihre Regeln funktionieren so auch gar nicht! Sie nennen es "mißglückt" dass gar keine Frage gemeint ist. (Bsp "Kannst du mir das Salz reichen?").
Sprechakttheorie/SearleVsChomsky: oft wird im Anschluss an Chomsky gesagt, die Sprache müsse endlich vielen Regeln gehorchen (für unendlich viele Formen).
IV 205
Das ist irreführend, und war nachteilig für die Forschung. Besser ist dieses Bild: Zweck der Sprache ist die Kommunikation. Deren Einheit ist der illokutionäre Sprechakt. Es geht darum, wie wir von Lauten zu den Akten gelangen.

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
VsChomsky Rorty Vs Malcolm, N.
 
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Richard Rorty
Frank I 610
Wissen/Gewissheit/MalcolmVsUnkorrigierbarkeit: (a propos Wittgensteins "Gewissheit"): wir können kein Wissen beanspruchen Bsp in Fällen von Schmerz. es ist sinnlos zu sagen, "ich weiß, dass ich Schmerzen habe". RortyVsMalcolm: will die Unkorrigierbarkeit aufrechterhalten.
- - -
Rorty I 238
MalcolmVsChomsky/Rorty: internalisiertes Regelsystem ist ein typischer Fehler der traditionellen »Theorie der Ideen«. Es ist falsch anzunehmen, dass eine Person beim Sprechen geleitet werden muss. Hier sind aber gar keine Erklärungen zu suchen.
I 239
RortyVsMalcolm/Rorty: Fehlschluss (geht auf Wittgenstein zurück): 1. die Bedeutung kann nicht durch innere Ostension sondern nur durch Verhalten erklärt werden.
Also gilt
2. die Psychologie kann es nur mit empirischen Korrelationen zwischen Verhaltensdispositionen und äußeren Umständen zu tun haben.
VsRyle/Rorty: das ist falsch, wie Kritiker Ryles gezeigt haben, zu operationalistisch. Es kann darüber hinaus eine Unmenge gleichermaßen notwendiger »innerer« Bedingungen geben.

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
VsChomsky Chomsky Vs Quine, W.V.O.
 
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I 319
Sprache/Quine: Geflecht von Sätzen. Theorie/Sprache/ChomskyVsQuine: Quine selbst muß sogar voraussetzen, daß beide getrennt sind: er ist sicher nicht der Ansicht, daß zwei monolinguale Sprecher der selben Sprache keine Meinungsverschiedenheiten haben können!
((s) Wenn Sprache und Theorie identisch wären, könnte man sich nicht streiten, da selbst nach Quine die Theorien eine gewisse Einheitlichkeit haben müssen).
Chomsky: sonst wäre nach Quine jeder Streit völlig irrational, wie zwischen zwei Sprechern verschiedener Sprachen.
I 320
Def Sprache/Quine: "Komplex von vorliegenden Dispositionen zu verbalem Verhalten, in denen sich Sprecher derselben Sprache notgedrungen einander angeglichen haben". (W+O,27) Sprache/ChomskyVsQuine: dann müßte sich unsere Disposition zu einem bestimmten Verbalverhalten durch ein bestimmtes System erklären lassen. Das ist sicher nicht der Fall.
I 321
Verstärkung/ChomskyVsQuine: sein Begriff der "Verstärkung" ist nahezu leer. Wenn zum Lernen Verstärkung benötigt wird, läuft das darauf hinaus, daß Lernen nicht ohne Daten vonstatten gehen kann. Das ist noch leerer als bei Skinner, der im Gegensatz zu Quine nicht einmal verlangt, daß verstärkende Reize einwirken. Hier genügt es, daß die Verstärkung bloß vorgestellt ist.
I 324
Sprachlernen: behavioristisch/Quine: Konditionierung, Assoziation ChomskyVsQuine: zusätzlich Prinzipien, nur so unendlich viele Sätze erklärbar. Wahrscheinlichkeit/Sprache/ChomskyVsQuine: der Begriff der "Wahrscheinlichkeit eines Satzes" ist völlig nutzlos und leer:
I 325
Übersetzungsunbestimmtheit, Unbestimmtheit: ChomskyVsQuine: Disposition entweder in Bezug auf Reiz, oder in Bezug auf Gesamtkorpus der Sprache: dann alle Sätze gleichwahrscheinlich (Bezugsklassen)
I 326
logische Wahrheit/Quine: wird bei ihm von Konditionierungsmechanismen hergeleitet, die bestimmte Satzpaare miteinander assoziieren,
I 327
so daß unsere Kenntnis der logischen Relationen als ein finites System verknüpfter Sätze repräsentierbar sein muß. ChomskyVsQuine: dabei bleibt unklar, wie wir logische von kausalen Relationen unterscheiden.
Wahrheitsfunktionen/Quine: erlauben eine radikale Übersetzung ohne "nicht verifizierbare analytische Hypothesen" daher lassen sie sich aus dem empirischen Datenmaterial unmittelbar erlernen (W+O § 13)
ChomskyVsQuine: seine Bereitschaft, diese Dinge innerhalb des Rahmens der radikalen Übersetzung anzusiedeln, zeigt möglicherweise, daß er bereit ist, Logik als eine angeborene erfahrungsunabhängige Basis für das Lernen anzusehen.
Dann ist es jedoch willkürlich, gerade diesen Rahmen als angeboren zu akzeptieren, und nicht auch vieles andere, das man ebenfalls beschreiben oder sich vorstellen kann.
I 328
ChomskyVsQuine: sein eng gefaßter Humescher Rahmen (Chomsky pro) mit der Sprache als endlichem (!?) Geflecht von Sätzen ist mit diversen Binsenwahrheiten unverträglich, die auch Quine sicherlich akzeptieren würde
I 329
analytische Hypothese/Reizbedeutung/Quine: Reizbedeutung involviert im Gegensatz zur analytischen Hypothese lediglich "normale induktive Ungewißheit". Da die entsprechenden Sätze Wahrheitsfunktionen enthalten können, führen sie zur "normalen Induktion". Das ist noch keine "Theoriekonstruktion" wie bei den analytischen Hypothesen.
ChomskyVsQuine: die Unterscheidung ist nicht klar, weil die normale Induktion auch innerhalb der radikalen Übersetzung vorkommt.
I 330
ChomskyVsQuine: Vs "Eigenschaftsraum": nicht sicher ob die Begriffe der Sprache mit physikalischen Dimensionen erklärt werden können Aristoteles: eher mit Handlungen verknüpft VsQuine: nicht evident, daß Ähnlichkeiten in einem Raum lokalisierbar sind Prinzipien, nicht "gelernte Sätze" I 333 VsQuine: kann nicht von "Disposition zur Reaktion" abhängig sein, sonst wären Stimmungen, Augenverletzungen, Ernährungsstand usw. zu maßgeblich I 343 Sprache muß vielleicht gar nicht gelehrt werden.
I 335
Synonymie/ChomskyVsQuine: (dieser hatte vorgeschlagen, daß Synonymie "grob gesprochen" in annähernder Gleichheit der Situationen, und annähernd gleicher Wirkung bestehe). Chomsky: es besteht nicht einmal annähernde Gleichheit in den Bedingungen, die mit Wahrscheinlichkeit synonyme Äußerungen hervorbringen.
ChomskyVsQuine: Synonymie kann man also nicht mit Hilfe von Gebrauchsbedingungen (Behauptungsbedingungen) oder Wirkungen auf den Hörer charakterisieren. Es ist wesentlich, zwischen langue und parole, zwischen Kompetenz und Performanz zu unterscheiden.
Es geht um sinnvolle Idealisierung, Quines Idealisierung ist sinnlos.
I 337
Übersetzungsunbestimmtheit/ChomskyVsQuine: die These läuft in einem psychologischen Kontext auf eine unplausible und ziemlich gehaltlose empirische Behauptung hinaus, nämlich darüber, welche angeborenen Eigenschaften der Geist zu Spracherwerb beisteuert. In einem erkenntnistheoretischen Kontext ist Quines These lediglich eine Version der bekannten skeptischen Argumente, die genauso gut auf die Physik oder anderes angewendet werden können.
I 337
Unterbestimmtheit/Unbestimmtheit/Theorie/ChomskyVsQuine: jede Hypothese geht über die Daten hinaus, sonst wäre sie uninteressant - - -
Quine V 32
Def Sprache/Quine: „Komplex von Dispositionen zu sprachlichem Verhalten“. ((s) das könnte man zirkulär nennen, weil „sprachlich“ vorkommt. Vs: dann soll damit ausgedrückt werden, dass es neben dem Verhalten eben nicht noch eine Sprache gibt.)
Disposition/ChomskyVsQuine: so ein Komplex lässt sich vermutlich als eine Menge von Wahrscheinlichkeiten darstellen, unter bestimmten Umständen eine Äußerung zu machen.
Vs: der Begriff der Wahrscheinlichkeit bringt gar nichts: die Wahrscheinlichkeit, mit der ich einen bestimmten englischen Satz äußere, ist gar nicht zu unterscheiden von der Wahrscheinlichkeit, mit der ich einen bestimmten japanischen Satz äußere.
QuineVsChomsky: man vergesse nicht, dass Dispositionen ihre Bedingungen haben.
V 33
Diese finden wir durch das Verfahren von Frage und Zustimmung. - - -
Quine XI 115
Sprache/Theorie/ChomskyVsQuine/Lauener: die Sprache einer Person und ihre Theorie sind auf jeden Fall verschiedene Systeme, auch wenn man Quine sonst zustimmen würde.
XI 116
Quine: (dito). Unbestimmtheit der Übersetzung: wegen ihr kann man nicht von einer gegenüber Übersetzungen invarianten Theorie sprechen.
Man kann auch nicht sagen, dass eine absolute Theorie in verschiedenen Sprachen formulierbar sei, oder auch umgekehrt, dass verschiedene (sogar einander widersprechende) Theorien in einer Sprache ausgedrückt werden können.
((s) >Wegen der ontologischen Feststellung, dass ich nicht über Ontologie streiten kann, indem ich dem anderen sagen, dass es die Dinge, die es bei ihm gebe, bei mir nicht gibt, weil ich dann den Selbstwiderspruch aufstelle, dass es Dinge gibt, die es nicht gibt).
Lauener: das entspräche dem Irrtum, dass die Sprache die Syntax, die Theorie aber den empirischen Gehalt beisteuere.
Sprache/Theorie/Quine/Lauener: d.h. nicht, dass es gar keinen Gegensatz zwischen beiden gäbe: insofern dennoch zwei verschiedene Theorien in derselben Sprache niederlegt werden, heißt das dann, dass die Ausdrücke nicht in allen Ausdrücken austauschbar sind.
Es gibt aber auch Kontexte, wo die Unterscheidung Sprache/Theorie keinen Sinn hat. Daher ist der Unterschied graduell. Die Kontexte, wo Sprache/Theorie austauschbar sind, sind die, wo Quine von einem Netzwerk spricht.

Cho I
N. Chomsky
Aspekte der Syntaxtheorie Frankfurt 1978

Cho II
N. Chomsky
Language and Mind Cambridge 2006

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003
VsChomsky Chomsky Vs Tradition
 
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Lyons I 136
Grammatik/Moderne/Lyons: wird heute häufig im Gegensatz zur traditionellen "inhaltsbezogenen" Grammatik als "formal" bezeichnet. ((s) Lager: Lyons pro formale Grammatik, teilweise VsChomsky).
I 137
Zwischenposition;: einige Grammatiker gehen davon aus, dass es außersprachliche Kategorien gibt, die von den zufälligen Sachverhalten bestehender Sprachen unabhängig sind. Jespersen: These: es gibt universale grammatische Kategorien (Tradition). Bsp "Redeteile" (Teile der Rede), "Tempus", "Modus" usw.). (s.u. Es ist die Frage, ob es diese überhaupt gibt! ).
formale Grammatik/Lyons: schließt nicht aus, dass es diese universellen grammatischen Kategorien gar nicht gibt. Die Struktur jeder Sprache soll individuell beschrieben werden.
- - -
Quine X 38
ChomskyVsTradition/Quine: Bäume von Bildungsregeln reichen nicht, man braucht auch grammatische Transformation. Einige Zusammensetzungen kann man am besten verstehen, wenn man sich zwischen verschiedenen Bäumen der Bildungsregeln vor und zurückarbeitet. Transformationen erlauben diese seitliche Bewegung. Quine: für die künstlichen Ausdrücke der Logik ist das überflüssig.
- - -
Searle VIII 407
ChomskyVsTradition: berühmtestes Bsp "John is easy to leave" - "John is eager to leave". Die (strukturalistische) Tradition behandelt beide Sätze als grammatisch gleich. Die VP und NP sind aber verschieden gruppiert.

Cho I
N. Chomsky
Aspekte der Syntaxtheorie Frankfurt 1978

Cho II
N. Chomsky
Language and Mind Cambridge 2006

Ly I
J. Lyons
Einführung in die moderne Linguistik München 1995

Ly II
John Lyons
Semantics Cambridge, MA 1977

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Hintikka, J.
 
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Cresswell I 161
"any"/jeder/irgendein/Hintikka/Cresswell: die These, daß ein Satz mit "any" unakzeptabel ist, wenn "any" darin durch "every" ersetzt werden kann, ohne daß sich die Bedeutung ändert. Deshalb:
Syntax/Semantik/HintikkaVsChomsky: Syntax hängt von der Semantik ab. (Im Zusammenhang mit Spieltheoretischer Semantik (GTS) geht es um die Reihenfolge der angewendeten Regeln).
Cresswell: These: Syntax generiert zuerst eine große Klasse von Strukturen, diese wird dann durch die Semantik reduziert und danach reduzieren nochmals syntaktische Prinzipien die Klasse der grammatisch akzeptablen Ketten.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Tiefenstruktur Luhmann, N.
 
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AU Kass 5
LuhmannVsChomsky: seine Tiefenstrukturen wurden nie entdeckt.
Statt dessen: moderne Kommunikationsforschung: eher in der Kommunikation selbst wird durch Inanspruchnahme durch Unterstellen des Verstehens die Gewohnheit, Geräusche zuzuordnen entwickelt und damit die Sprache gelernt.
Das widerspricht nicht der These der Selbstorganisation.
Sprechakt Searle, J.R.
 
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IV 251
Searle These: Sprechakte sind von konstitutiven Regeln bestimmt, welche die sozialen Institutionen definieren.
V 29
Searle These: Sprechen ist regelgeleitetes Verhalten.
VI 205
Sprechakttheorie/Searle: These Zweck d. Sprache ist Kommunikation ï·".ihre Einheit ist der illokutionäre Sprechakt ï·" VsChomsky: es geht nicht um Regeln ï·" STh umfaßt alles, was man früher Semantik und Pragmatik genannt hat ï·"