Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Ausgeschlossenes Drittes Becker Berka I 170
Satz vom Ausgeschlossenen Dritten/Modallogik/Becker/Berka: es gibt hier einen dreifachen SaD: 1. p ist entweder wahr oder falsch (nicht wahr)
2. p ist entweder notwendig oder möglicherweise falsch (nicht notwendig)
3. p ist entweder möglich (nicht unmöglich) oder unmöglich.
Aber es gilt offenbar nicht: "p ist entweder notwendig (tautologisch) oder unmöglich (widerspruchsvoll)". -
Also gilt der Satz vom Ausgeschlossenen Dritten nicht in der "Logik der Notwendigkeiten" wohl aber der Satz vom Widerspruch - keine Aussage ist zugleich notwendig und unmöglich.
Dagegen: Logik der Möglichkeiten: hier gilt gerade der Satz vom Ausgeschlossenen Dritten: "eine Aussage ist stets möglicherweise wahr oder möglicherweise falsch". -
Aber nicht der Satz vom Widerspruch: eine Aussage kann nicht zugleich möglicherweise wahr und möglicherweise falsch sein.
I 171
Man hat also: "p ist entweder notwendig oder unmöglich oder zugleich möglicherweise wahr und möglicherweise falsch (d.h. "unbestimmt" bzw. "weder notwendig noch unmöglich").(1)
1. O. Becker, Zur Logik der Modalitäten, Jahrbuch für Philosophie und phänomenologische Forschung, Bd. XI (1930) 497-548

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983
Ausgeschlossenes Drittes Mates I 115/16
Satz vom ausgeschlossenen Dritten/SaD/Mates: logische Form: A v ~A . Satz vom Widerspruch/SvW: Form: ~(A ∧ ~A).
>Logische Form.

Mate I
B. Mates
Elementare Logik Göttingen 1969

Mate II
B. Mates
Skeptical Essays Chicago 1981
Gesetze Wittgenstein Popper I 117
Naturgesetze/Wittgenstein:(mündliche Mitteilung,Schlick, I 136):"Anweisung zur Bildung von Aussagen".
Kursbuch 8 IV 98
Unendlich/Gesetz/Wittgenstein: Nur bei endlichen Reihen determiniert das Gesetz den Verlauf.
II 35f
Unendlichkeit/Wittgenstein: „Unendlich“ ist keine Antwort auf die Frage "wie viele?". Das Unendliche ist keine Zahl. Das Wort "alle" bezieht sich auf eine Extension, doch es ist unmöglich, sich auf eine unendliche Extension zu beziehen. Unendlichkeit ist die Eigenschaft eines Gesetzes, nicht einer Extension. + II 36
II 101
Erfahrung/Kausalität/Ursache/Grenze/Wittgenstein: zu allen kausalen Gesetzen gelangt man durch Erfahrung, deshalb können wir nicht herausbekommen, was die Ursache der Erfahrung ist! Gibt man eine wissenschaftliche Erklärung, beschreibt man wiederum eine Erfahrung.
II 236
Es ist willkürlich, ob wir unsere Gesetze für richtig erklären, und sagen, wir sehen lediglich den Planeten nicht, oder ob wir die Gesetze falsch nennen. Hier haben wir einen Übergang zwischen einer Hypothese und einer grammatischen Regel.
>Regeln.
II 237
Die mechanische Theorie von Hertz ersetzt die drei Newtonschen Gesetze durch ein Einziges Neues. Das ist aber keine neue Mechanik. Es handelt sich um jedoch um einen neuen Teil der Mathematik. >Mathematik.
II 238
Logik/Konvention/Willkür/Wittgenstein: die Gesetze der Logik, z. B. die Sätze vom Ausgeschlossenen Dritten (SaD) und der vom auszuschließenden Widerspruch, (SvW) sind willkürlich! Das Vorkommen dieses Satzes verbieten heißt, dass man sich ein womöglich sehr empfehlenswertes Ausdruckssystem zu eigen macht.
>Satz vom Ausgeschlosssenen Dritten, >Satz vom Widerspruch.
II 417
Die Anzahl der Körper mit Hilfe des Gesetzes zu bestimmen, ist etwas ganz anderes, als sie zu zählen. >Zahlen.

IV 105
Kausalität/Gesetz/Naturgesetz/Tractatus: 6.32 das Kausalitätsgesetz ist kein Gesetz, sondern die Form eines Gesetzes. 6.321 "Kausalitätsgesetz" ist ein Gattungsname. Bsp wie in der Mechanik.
>Kausalität, >Kausalgesetze, >Kausalerklärung.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Po I
Karl Popper
Grundprobleme der Erkenntnislogik. Zum Problem der Methodenlehre
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977
Kohärenztheorie Russell VII 65
RussellVsKohärenztheorie/Russell: Die Wahrheits-Definition setzt die Bedeutung von "Kohärenz" bereits voraus - viele wissenschaftliche Theorien sind nicht ganz kohärent.
Def Kohärenztheorie/Russell: Merkmal der Falschheit eines Gedankens ist: wenn er sich nicht widerspruchfrei in die Gesamtheit unserer Meinungen einordnet. Danach besteht das Wesen jeder Wahrheit darin, Teil eines vollkommen abgeschlossenen Systems zu sein, das "Die Wahrheit" ist. (RussellVs).
RussellVsKohärenztheorie/Russell:
1. Es gibt keinen Grund für die Annahme, dass überhaupt nur eine Gesamtheit kohärenter Meinungen möglich ist. In der Wissenschaft ist das nicht so ungewöhnlich.
VII 66
2. Die Definition von Wahrheit nach der Kohärenztheorie setzt die Bedeutung von "Kohärenz" bereits voraus, während doch in Wirklichkeit "Kohärenz" die Wahrheit der Gesetze der Logik voraussetzt. Wenn wir nun versuchen wollten, den Satz vom Widerspruch selbst einem Kohärenztest zu unterwerfen, würden wir finden, dass - angenommen, er sei falsch - es überhaupt keine Inkohärenz zwischen Sätzen mehr geben könnte!
>Widerspruch, >Wahrheit/Russell.

IV 107
RussellVsKohärenztheorie: Ein phantasiebegabter Schriftsteller könnte eine kohärente neue Vergangenheit erfinden, die mit allem, was wir wissen, übereinstimmt und doch etwas ganz anderes als die wirkliche Vergangenheit ist.
IV 109
Es gibt keinen Beweis, dass es nur ein einziges kohärentes System gibt. Kohärenz/Russell: Kohärenz ist nicht eigentlich die Bedeutung von Wahrheit, aber sie kann ein wichtiges Kriterium liefern.
>Kriterien, >Wahrheitskriterium.

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996
Metaphysik Aristoteles Bubner I 149
Wissen/Metaphysik/Aristoteles/Bubner: Um wirklich und endgültig zu wissen, bedarf es der Sicherheit, dass das Wissen ganz zu sich gekommen, indem auch das noch erkannt wird, woraus sich alles schon existente Wissen erklärt. Solche Sicherheit lässt sich nicht von außen bestimmen, sie muss im Wissen selber gefunden werden. Def Metaphysik/Aristoteles/Bubner: ist dann die Suche danach demjenigen Wissen, welches unserem gesamten Wissen aus eigenen Kräften zur Selbständigkeit verhilft.
>Wissen/Aristoteles, >Wissenschaft/Aristoteles.

Höffe I 52
Metaphysik/Aristoteles/Höffe: An die Spitze allen Wissens stellt Aristoteles [die] Disziplin [der] Metaphysik. Der Ausdruck jenseits (meta) der Naturdinge (physika) stammt allerdings nicht von ihm selbst, sondern von einem späteren Herausgeber. Aristoteles selbst nennt die zuständige intellektuelle Fähigkeit Weisheit (sophia), deren Ausübung theoria und die entsprechende Disziplin wegen ihres Ranges «Erste Philosophie». Diese entwickelt er in einer dreifachen Gestalt: 1. Die Metaphysik ist bei ihm erstens eine Theorie der allgemeinen Denkprinzipien, Denkprinzipien, die wie der Satz vom Widerspruch die Voraussetzungen von allem Argumentieren, selbst von jedem Handeln bilden.
2.Sie ist zweitens eine Lehre vom Seienden als Seienden, eine Ontologie, die sowohl für die Gegenstände der Alltagswelt als auch der Wissenschaften die gemeinsamen Strukturen und Prinzipien untersucht.
3.Schließlich ist sie eine Wissenschaft von jenem Ewigen und Unbewegten, dem Göttlichen, dem sich letztlich alle Bewegung in der Natur verdankt. Mit dieser philosophischen Theologie kritisiert Aristoteles die überlieferte Volksreligion und skizziert einen Monotheismus ungewohnter, kosmologischer Form. >Gott/Aristoteles.

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Wahrheit Tarski Glüer II 22
Wahrheitstheorie/Davidson: Das in der Metasprache (MS) definierte W-Prädikat kann in die Objektsprache zurückübersetzt werden und der Zustand vor Eliminierung des "wahr" wiederhergestellt werden. >Wahrheitsprädikat, >Objektsprache, >Metasprache.
Objekt- und Metasprache sollen das Prädikat "wahr" enthalten!
>Homophonie.
Davidson kann jedoch dem Dilemma ausweichen, indem er erst gar keine Definition aufstellt. Er nennt das eine "Wahrheitsdefinition im Stile Tarskis" im folgenden "W-Theorie" genannt.

Rorty IV (a) 22
Wahr/Tarski: Die Äquivalenzen zwischen den beiden Seiten der W-Sätze entsprechen keiner Kausalbeziehung! >Äquivalenz, >Tarski-Schema.
Davidson: Es gibt keine Möglichkeit, die wahren Sätze derart zu unterteilen, dass sie auf der einen Seite "Faktisches" ausdrücken, während die auf der anderen Seite es nicht tun.
Vgl. >Korrespondenz, >Korrespondenztheorie.

Berka I 396
Wahrheit/Tarski: Wir gehen von der klassischen Korrespondenztheorie aus.
I 399
Wahrheit deuten wir so: wir wollen alle Sätze als gültig ansehen, die dem Tarski-Schema entsprechen - diese sind Teildefinitionen des Wahrheitsbegriffs. - Sachlich zutreffend: ist die Wahrheitsdefinition, wenn wir imstande sind, alle erwähnten Teildefinitionen aufgrund der Metasprache zu beweisen.(1)
1. A.Tarski, „Grundlegung der wissenschaftlichen Semantik“, in: Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique, Paris 1935, Bd. III, ASI 390, Paris 1936, S. 1-8

Berka I 475
W-Def/Wahrheit/Tarski: falsch: anzunehmen, es sei eine wahre Aussage nichts anderes als ein beweisbarer Satz. - Das ist rein strukturell. Problem: keine W-Def darf dem Satz vom ausgeschlossenen Dritten (SaD) widersprechen.
Pointe: Dieser hat aber im Gebiet der beweisbaren Sätze keine Geltung! - Bsp Es kann zwei sich widersprechende Aussagen geben, die nicht beweisbar sind - alle beweisbaren Aussagen sind zwar inhaltlich wahr, die W-Def muss aber auch die nicht-beweisbaren Sätze enthalten!
>Beweisbarkeit, >Definitionen.
Berka I 482
Def wahre Aussage/Tarski: x ist eine wahre Aussage (Schreibweise x ε Wr gdw. x ε AS (AS = sinnvolle Aussage)) wenn jede unendliche Folge von Klassen x erfüllt. >Erfüllung/Tarski.
Das liefert kein Wahrheitskriterium.
>Wahrheitskriterium.
Das ist kein Problem: dennoch wird der Sinn von "x ε Wr" ( x gehört zur Klasse der wahren Aussagen ) verständlich und eindeutig.
I 486
Relative Wahrheit/Richtigkeit im Bereich/Tarski: Relative Wahrheit spielt eine viel größere Rolle als der (Hilbertsche) Begriff der absoluten Wahrheit, von dem bisher die Rede war. >Wahrheit/Hilbert.
Dann modifizieren wir Def 22 (rekursive Erfüllung) und 23 (Wahrheit). - Als abgeleitete Begriffe werden wir den Begriff der Aussage, die
a) in einem Individuenbereich mit k Elementen richtig ist und
b) der Aussage, die in jedem Individuenbereich richtig ist, einführen. (2)

2. A.Tarski, Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten Sprachen, Commentarii Societatis philosophicae Polonorum. Vol 1, Lemberg 1935

Horwich I 111
Wahrheit/Tarski: Wahrheit ist eine Eigenschaft von Sätzen. Bei der Erklärung referieren wir aber auf "Tatsachen". - (Anführungszeichen von Tarski). >Tatsachen.
Horwich I 124
Wahrheit/wahr/Eliminierbarkeit//Tarski: Wahrheit ist nicht eliminierbar bei Allaussagen. Vgl. >Wahrheit/Quine, >Verallgemeinerung.
Wahrheits wird gebraucht, wenn ausgedrückt werden soll, dass alle wahren Sätze eine bestimmte Eigenschaft haben.
Bsp Alle Konsequenzen aus wahren Sätzen sind wahr.
Wahrheit ist auch nicht eliminierbar in Partikularaussagen der Form "X ist wahr": Bsp der erste Satz den Platon schrieb, ist wahr. - Weil wir nicht genug historisches Wissen haben.(3) - ((s) Die Kennzeichnung "der erste Satz..." ist hier der Name des Satzes. - Dieser kann nicht in den Satz selbst umgewandelt werden.
Eliminierbarkeit: Eliminierbarkeit aus Definition ist eine ganz andere als aus Redundanz.)
>Elimination, >Eliminierbarkeit, vgl. >Redundanztheorie.


3. A. Tarski, The semantic Conceptions of Truth, Philosophy and Phenomenological Research 4, pp. 341-75

Skirbekk I 156
Def Wahrheit/Tarski: Eine Aussage ist wahr, wenn sie von allen Gegenständen erfüllt wird, sonst falsch.
I 158
Wahrheit/Tarski: Mit unserer Definition können wir den (semantischen, nicht logischen) Satz vom Widerspruch und den Satz vom ausgeschlossenen Dritten beweisen. >Widersprüche, >Ausgeschlossenes Drittes.
Die Aussagenlogik beinhaltet den Term "wahr" überhaupt nicht.
>Wahrheitsprädikat.
Wahrheit fällt fast nie mit Beweisbarkeit zusammen.
>Beweisbarkeit.
Alle beweisbaren Aussagen sind wahr, aber es gibt wahre Aussagen, die nicht beweisbar sind. -
Solche Disziplinen sind konsistent aber unvollständig (Gödel).
>Unvollständigkeit.
Es gibt sogar ein Paar kontradiktorischer Aussagen, von denen keine beweisbar ist.(4)

4. A.Tarski, „Die semantische Konzeption der Wahrheit und die Grundlagen der Semantik“ (1944) in. G: Skirbekk (Hg.) Wahrheitstheorien, Frankfurt 1996

Tarski I
A. Tarski
Logic, Semantics, Metamathematics: Papers from 1923-38 Indianapolis 1983

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

Skirbekk I
G. Skirbekk (Hg)
Wahrheitstheorien
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt 1977
Wahrheitsdefinition Tarski Berka I 403
Wahrheitsdefinition/W-Def/Tarski: Eine Wahrheitsdefinition bei künstlichen Sprachen: ist nicht lösbar, wenn sie Variablen einer beliebig hohen Stufe enthalten. >Stufen, >Variablen, vgl. >Typentheorie.
Lösung: Wahrheitsbegriff als undefinierter Grundbegriff - dieser kann in einer "deduktiven Disziplin" eingesetzt werden.(1)
Berka I 477
Wahrheit/W-Def/Sprache/Tarski: Wäre die Sprache endlich, brauchte man nur eine Liste, um das Schema auszufüllen. (2)
1. A.Tarski, „Der Wahrheitsbegriff in den Sprachen der deduktiven Disziplinen“, in: Anzeiger der Akademie der Wissenschaften in Wien, mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse 69 (1932) S. 23-25
2. A.Tarski, Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten Sprachen, Commentarii Societatis philosophicae Polonorum. Vol 1, Lemberg 1935

Horwich I 119
W-Def/Tarski: Tarskis Wahrheitsdefinition hat noch weitere interessante Konsequenzen: wir können damit den semantischen Satz vom Widerspruch und den semantischen Satz vom ausgeschlossenen Dritten beweisen - nicht aber die entsprechenden logischen Sätze, weil diese den Term "wahr" enthalten. (Sie gehören zum Aussagenkalkül). >Semantik, >Logik, >Ausgeschlossenes Drittes, >Wahrheitsprädikat, >Semantische Geschlossenheit, >Metasprache, >Beweisbarkeit, >Aussagenlogik, >Aussagenkalkül.
Außerdem wird gezeigt, dass Wahrheit niemals mit Beweisbarkeit zusammenfällt - denn es gibt wahre Sätze, die nicht beweisbar sind.(3)

3. A. Tarski, The semantic Conceptions of Truth, Philosophy and Phenomenological Research 4, pp. 341-75

Skirbekk I 156
Wahrheit/Tarski: Die Wahrheits-Definition erhalten wir einfach aufgrund der Definition von Erfüllung: Def Erfüllung/Tarski: Erfüllung ist eine Beziehung zwischen einem beliebigen Gegenstand und einer Aussagenfunktionen - ein Gegenstand erfüllt eine Funktion wenn die Funktion eine wahre Aussage wird, wenn die freien Variablen durch den Namen der Gegenstände ersetzen - Schnee erfüllt die Aussagenfunktion "x ist weiß".
>Erfüllung, >Erfüllbarkeit/Tarski, >Erfüllung/Tarski.
Vs: das ist zirkulär, weil "wahr" in der Definition von Erfüllung vorkommt - Lösung: Erfüllung muss selbst rekursiv definiert werden - wenn wir die E haben, bezieht sie sich von selbst auch auf die Aussagen selbst. - Eine Aussage wird entweder von allen Gegenständen erfüllt, oder von keinem.
Skirbekk I 162
Wahrheitsdefinition/Tarski: nicht zirkulär, weil die Bedingungen, unter denen Aussagen der Form "wenn...dann" wahr sind, außerlogisch sind.
Skirbekk I 163
W-Schema/Tarski: richtig: (T) X ist wahr genau dann, wenn p.
Falsch:
(T") X ist wahr genau dann, wenn p wahr ist.
((s) Vs: hier kommt zweimal »wahr« vor).
Tarski: Verwechslung von Name und Gegenstand) Aussagen und ihren Namen).
((s) p ist die Aussage selbst, nicht die Behauptung ihrer Wahrheit.)
>Redundanztheorie, >Namen, >Beschreibungsebenen, >Stufen.
Skirbekk I 169
Wahrheitsdefinition/Tarski: Der Ausdruck "tatsächlich" kommt nicht vor, weil er nicht den Inhalt betrifft. - Auch keine Behauptbarkeitsbedingungen, weil die Definition nicht erkenntnistheoretisch ist - erkenntnistheoretisch wäre "Schnee ist weiß" nicht wahr.(4) >Behauptbarkeit, >Behauptbarkeitsbedingungen.


4. A.Tarski, „Die semantische Konzeption der Wahrheit und die Grundlagen der Semantik“ (1944) in. G: Skirbekk (Hg.) Wahrheitstheorien, Frankfurt 1996

Tarski I
A. Tarski
Logic, Semantics, Metamathematics: Papers from 1923-38 Indianapolis 1983

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

Skirbekk I
G. Skirbekk (Hg)
Wahrheitstheorien
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt 1977
Widersprüche Feyerabend II 74
Satz vom Widerspruch/Verfahren/Logik: (VsFeyerabend): Ein Verfahren, das dem Widerspruchsprinzip nicht gehorcht, ist nicht Wissenschaft, sondern Chaos. Daraus folgt: Es ist nicht möglich, die Widerspruchsfreiheit auf dieselbe Weise zu untersuchen, wie die relativistische Invarianz oder die Übereinstimmung mit Beobachtungen! >Methode.
FeyerabendVsLogik: Der Einwand nimmt an, dass die Klasse der Folgen eines wissenschaftlichen Satzes unabhängig von der Behandlung des Satzes festgelegt ist, und zwar nach den Regeln der Satzlogik.
Diese Annahme ist nie begründet worden. Die Satzlogik ist ja nur eines unter vielen logischen Systemen, in es gibt auch intuitionistische Logiken, ohne ausgeschlossenes Drittes.
II 75
Bsp Nehmen wir an, dass in den Theorien ein Widerspruch in der Tat jeden Satz impliziert. Dann folgt: führt man Geschwindigkeiten größer als die Lichtgeschwindigkeit in die Relativitätstheorie ein, dann erhält man imaginäre Geschwindigkeiten und Massen.
PopperVsHegel/Feyerabend: Popper zeigt sehr umständlich, dass man unsinnige Folgen erhält, wenn man die Satzlogik mit Hegel kombiniert. Er schließt, dass Hegel beseitigt werden muss.

FeyerabendVsPopper: Bsp Das ist ungefähr so intelligent, wie wenn man fordert, die Relativitätstheorie müsste beseitigt werden, weil einfache Computer ihr nicht gewachsen sind.
Hegel + Satzlogik gibt Unsinn. Warum soll ausgerechnet Hegel an diesem Unsinn die Schuld tragen?
Logik: ist auch mit der älteren Quantentheorie oder mit der Differentialrechnung zur Zeit Newtons unvereinbar.

Widerspruch/Feyerabend: Bsp Der Differentialkalkül war widerspruchsvoll und hat doch zu den größten Entdeckungen in den Wissenschaften geführt.

Feyerabend I
Paul Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Feyerabend II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979
Widersprüche Hegel Adorno XIII 92
Satz vom Widerspruch/Hegel/Adorno: Der Satz vom Widerspruch wird von der Hegelschen, der dialektischen Logik negiert. >Logik/Hegel, >Dialektik/Hegel, >Spekulative Philosophie/Hegel, >Methode/Hegel, >Denken/Hegel, >Vermittlung/Hegel.

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Widersprüche Millikan I 257
Satz vom Widerspruch/Nichtwiderspruch/a priori/Millikan: wenn wir den Satz vom Nichtwiderspruch a priori erfassen, dann nur, weil die Evolution es uns eingebaut hat als Spiegel einer Struktur. >a priori/Millikan, >Verstehen, >Konsistenz.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Widersprüche Russell IV 78
Satz vom Widerspruch/Denkgesetze/Russell: Der Satz ist kein Denkgesetz. - Der Glaube an ihn ist ein Gedanke, aber nicht der Satz selbst. >Gedanken/Frege.
Sondern eine Tatsache, die die Außenwelt betrifft. - Wenn das, was wir glauben, nicht auf die Dinge der Außenwelt zuträfe, würde der ((s) fälschlicherweise angenommene) Umstand, dass wir gezwungen sind, so zu denken, nicht garantieren, dass der Satz nicht falsch sein kann. Das zeigt, dass es kein Denkgesetz ist.
>Welt/Denken, >Logik, >Denkgesetze.

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996
Widerspruchsfreiheit Tarski Berka I 401
Widerspruchsfreiheit/WSF-Beweis/Gödel: Der Widerspruchsfreiheitsbeweis lässt sich nicht durchführen, wenn die Metasprache keine Variablen höheren Typs enthält. >Metasprache, >Stufen, >Beweisbarkeit, vgl. >Typentheorie.
Unentscheidbarkeit: wird beseitigt, wenn man die untersuchte Theorie (Objektsprache) mit Variablen höheren Typs bereichert.(1)
>Objektsprache.

Berka I 474f
Widerspruchsfreiheit/WSF/logische Form/Tarski: Widerspruchsfreiheit liegt vor, wenn für jede beliebige Aussage x entweder x ~ε FL(X) oder ~x ~ε FL(x).
((s) Wenn entweder x keine Folgerung aus dem System ist oder seine Negation keine Folgerung aus dem System ist).

Aber:
Vollständigkeit/vollständig: entsprechend: Wenn für jede beliebige Aussage x
entweder x ε FL(X) oder ~x ε FL(X).
((s) Wenn entweder eine beliebige Aussage oder ihre Negation eine Folgerung aus dem System ist).
I 529 f
Satz vom Widerspruch/Tarski: "x ~ε Wr oder ~x ~ε Wr". Pointe: Aus der Klasse dieser Aussagenfunktionen können wir keine Generalisation ziehen! Die Generalisation dieser Aussagenfunktion wäre selbst eine (allgemeine) Aussage, nämlich der Satz vom Widerspruch.
Problem: unendliches logisches Produkt, das nicht mit normalen Schlussweisen ableitbar ist.
I 531
Lösung: "Regel der unendlichen Induktion" - (unterscheidet sich von allen anderen Schlussregeln durch infinitistischen Charakter).(2)

1. A.Tarski, „Grundlegung der wissenschaftlichen Semantik“, in: Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique, Paris 1935, Bd. III, ASI 390, Paris 1936, S. 1-8
2. A.Tarski, Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten Sprachen, Commentarii Societatis philosophicae Polonorum. Vol 1, Lemberg 1935

Tarski I
A. Tarski
Logic, Semantics, Metamathematics: Papers from 1923-38 Indianapolis 1983

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983