Lexikon der Argumente


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CO2-Preis-Koordinierung Stavins Stavins I 169
CO2-Preis-Koordinierung/Stavins: (...) Die Lokalisierung der Treibhausgasemissionen hat keinen Einfluss auf die globale Verteilung der Schäden. Daher plagen Trittbrettfahrerprobleme einseitige und multilaterale Ansätze. Darüber hinaus werden die Länder nicht anteilig von den Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgase profitieren. Daher dürften die Minderungskosten den direkten Nutzen für praktisch alle Länder übersteigen.
Stavins I 170
Grundsätzlich können international eingesetzte marktbasierte Instrumente eine Gesamtkosteneffizienz erreichen. Drei grundlegende Routen zeichnen sich aus. 1. Die Länder könnten sich darauf einigen, die gleiche Steuer auf CO2 (angeglichene inländische Steuern) anzuwenden oder eine einheitliche internationale Steuer einzuführen.
2. Die internationale Politikgemeinschaft könnte ein System internationaler handelbarer Genehmigungen bzw. Rechte einrichten - also ein nationalstaatliches Cap and Trade-Programm.
3. Ein dezentraleres System von international vernetzten nationalen Cap and Trade-Programmen könnte eine international kostengünstige Emissionsminderung gewährleisten.
>CO2-Preis-Strategien/Stavins, >Emissionsrechte/Stavins, >Cap and Trade-System/Stavins.


Robert N. Stavins & Joseph E. Aldy, 2012: “The Promise and Problems of Pricing Carbon: Theory and
Experience”. In: Journal of Environment & Development, Vol. 21/2, pp. 152–180.

Stavins I
Robert N. Stavins
Joseph E. Aldy
The Promise and Problems of Pricing Carbon: Theory and Experience 2012
Ethik Hume Stegmüller IV 167
Ethik/Hume: These: an den Handlungen selbst ist kein Merkmal zu erkennen, welches es gestatten würde, zu unterscheiden, ob sie zu rechtfertigen sind, oder nicht. - ((s) > Ethik/Harman) - Stegmüller: aber es lassen sich sogar präskriptive Stellen bei Hume finden.
Stegmüller IV 243
Ethik/Moral/Hume: These: 1. Angesichts knapper Ressourcen müssen die Menschen kooperieren um überleben zu können -
2. HumeVsHobbes: allen Menschen ist Sympathie eigen - wäre freilich alles im Überfluss vorhanden, wäre die Respektierung fremden Eigentums überflüssig.
IV 245
Die entscheidende Treibkraft ist das Eigeninteresse.
Stegmüller IV 247
Ethik/Moral/Hume: Bsp die beiden Ruderer: 1. Reines Koordinationsproblem: - 2. Keiner will sich anstrengen - Stabilisierung der Kooperation: 1. Nur künstliche Tugend wird vorausgesetzt - 2. Keine sprachliche Kommunikation - 3. Nur rationaler Egoismus - Bsp Hilfe bei der ernte: der erste hilft dem anderen - dann zeitliche Verzögerung: der zweite hilft dem anderen nicht. - > Trittbrettfahrerproblem - > Sanktionen.
Stegmüller IV 283
Vernunft/Moral/Ethik/Hume/Stegmüller: die Vernunft kann niemals das Motiv für oder gegen eine Handlung sein - Leidenschaften und Vorlieben sind logisch unabhängig von Schlussfolgerungen. - Dennoch gibt es praktisch-vernünftige Präferenzen - Mackie: auch Leidenschaftslosigkeit erlaubt keine klare Sicht der Dinge.
Stuhlmann-Laeisz I 64
Ethik/Hume: bei ihrer Begründung müssen immer schon moralische Aussagen vorausgesetzt werden.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997

SL I
R. Stuhlmann Laeisz
Philosophische Logik Paderborn 2002

Stuhlmann II
R. Stuhlmann-Laeisz
Freges Logische Untersuchungen Darmstadt 1995
Gefangenendilemma Ostrom Mause I 157f
Gefangenendilemma/Gemeingut/Allmende/Soziale Güter/Ostrom: die sogenannte „Tragik der Allmende“ (Tradegy of the commons“ (siehe Soziale Güter/Hardin) wird oft am Gefangenendilemma illustriert, z.B. Ostrom. (1) Bsp Das von den Landwirten eines Dorfes gemeinschaftlich genutzte Weide- und Ackerland.
Optionen: a)„reine Kooperation“: Beschränkungen der individuellen Nutzung auf das mit dem kollektiven Optimun verträgliche Niveau
b)„reine Defektion“: keine Beschränkung
In dieser Situation wird jeder Spieler, gleichgültig wie sich die übrigen Dorfbewohner verhalten, rationalerweise seine individuellen Eigeninteressen in den Vordergrund stellen: Denn zum einen hat jeder durch Ausspielen seiner ‚Trittbrettfahrer-Strategie‘ die Chance, die von ihm am meisten präferierte Situation zu erreichen. (…)Während also das (schwache) Pareto-Prinzip zur Kooperation mahnt, drängt das Dominanzprinzip jeden Spieler dazu, gegen das gemeinsame Interesse zu handeln. Am Ende finden sich alle in der kollektiv schlechtesten Situation wieder. Zur Wiederholung des Gefangenendilemmas siehe Gefangenendilemma/Fudenberg.


1. Elinor Ostrom, Governing the commons. The evolution of institutions for collective action. Cambridge: 1990, S. 3-5.

EconOstr I
Elinor Ostrom
Governing the commons: The evolution of institutions for collective action Cambridge 1990

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Gewerkschaften Olson Brocker I 482
Gewerkschaften/Olson: Frage: warum wachsen einige Gewerkschaften, während andere dies nicht tun? Einige Gewerkschaften für den Status einer Zwangsgewerkschaft, um ihr Mitgliederproblem in den Griff zu bekommen. Dieser Status ist für Nicht-Mitglieder mit der Konsequenz verbunden, dass diese in gewerkschaftlich erfassten Gebieten Berufsverbot haben. Jedoch gelingt dies nicht allen Gewerkschaften. Alternativ setzen andere Gewerkschaften auch positive selektive Anreize, Bsp verschiedene Arten von Versicherungen für Mitglieder. (1)
I 483
Olson: Es besteht damit ein Widerspruch zwischen der äußerst geringen Beteiligung in den Gewerkschaften und der überwältigenden Zustimmung der Arbeiter zu Maßnahmen, die sie zwingen, eine Gewerkschaft zu unterstützen« (2). Jedes Gruppenmitglied wünscht sich, dass alle anderen Gruppenmitglieder gewerkschaftlich organisiert sind, und gleichzeitig ist es für den Einzelnen rational, selbst kein Mitglied zu sein oder gewerkschaftlichen Veranstaltungen fernzubleiben. Wegen der Nicht-Ausschließbarkeit (Siehe Soziale Güter/Olson) stellen die Erfolge der Gewerkschaften für den Einzelnen keinen Eintrittsgrund oder Anlass für Engagement dar.
Brocker I 484
Klassen/Gewerkschaften/Olson: Zwar haben die Angehörigen der jeweiligen Klassen gemeinsame Interessen, aber das bedeutet nicht, dass jeder Einzelne auch motiviert wäre, seinen individuellen Beitrag zu leisten. Trittbrettfahrerproblem: wenn die Einzelnen, die eine Klasse bilden, rational handeln, wird es nicht zu klassenorientiertem Handeln kommen«. (3) Dies gilt für die Arbeiter, die sich in Gewerkschaften zusammenschließen, um für die Erhöhung ihrer Löhne zu kämpfen. Es gilt aber auch für die Klasse der Arbeiter insgesamt, die ein Interesse daran hat, die Spaltung der Gesellschaft in Klassen zu überwinden. Siehe Marxismus/Olson.


1. Mancur Olson, The Logic of Collective Action: Public Goods and the Theory of Groups, Cambridge, Mass. 1965. Dt.: Mancur Olson, Die Logik des kollektiven Handelns: Kollektivgüter und die Theorie der Gruppen, Tübingen 1998 (zuerst 1968)., S. 71.
2. Ebenda S. 85
3. Ebenda S. 104
Johannes Marx, „Mancur Olson, Die Logik des kollektiven Handelns“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

EconOlson I
Mancur Olson
The logic of collective action: Public goods and the theory of groups Cambridge 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Handlungen Frith I 99
Handlung/Bewusstsein/Daniel Wegner/Frith: These: wir haben kein direktes Wissen, dass wir Urheber unserer Handlungen sind.
I 100
Bsp Es gibt einen zweiten Testpartner, der in Wirklichkeit mit dem Versuchsleiter zusammenarbeitet, und der die Maus bei einem Computertest quasi unisono zum Ihnen bewegt, aber manchmal eben nicht, oder mit Zeitverzögerung. Pointe: dann werden Sie glauben, Sie seien es, der die Maus (bzw. den Cursor) bewegt. Das gilt auch umgekehrt.
I 102
Handlung/Frith: Bsp eine Person auf einem Laufband soll verschiedene Reaktionen auf Veränderungen des Widerstands oder der Tempoerhöhung ausführen. Bsp Beibehaltung der Energie, des Tempos usw. Pointe: die Personen veränderten ihre Gehweise schon mehrere Sekunden bevor sie die Veränderung des Widerstands des Laufbands festgestellt hatten!
I 202
Urheberschaft/Handlung/Bewegung/Fremdpsychisches/Souveränität/Frith: etwas, das genauso privat ist wie Schmerz: die Erfahrung, dass wir selbst Urheber unserer Handlungen sind. Ursache/Wirkung/Frith: werden hier zu Einheiten verbunden, so wie Bsp Farbe, Form und Bewegung verbunden sind, um Objekte zu bilden.
Gegenstand/Ding/Objekt/Frith: These: Der Gegenstand ergibt sich aus einer Verbindung von Form, Farbe und Bewegung.
I 252
Handlung/Freiheit/Willensfreiheit/Frith: warum sorgt mein Gehirn dafür, dass ich mich als frei handelndes Wesen empfinde? These: Es ist für uns vorteilhaft, uns als freie Akteure zu empfinden. Warum das so ist, kann ich nur sehr spekulativ beantworten:
I 253
Es hat mit dem Altruismus zu tun.
Altruismus/Frith: gehört zu den schwierigsten Problemen der Evolutionsbiologie.
J. B. S. Haldane: "Ich würde mein Leben für zwei Brüder oder acht Cousins opfern".

Def Dikatorspiel/Frith: Bsp ein Spieler erhält 100 Dollar und kann entscheiden, wie viel davon er einem anderen Spieler gibt, den er nicht kennt und von dem er weiß, dass er ihn nie wieder treffen wird.
Die meisten Leute geben ca. 30 Dollar ab.

Def Ultimatum-Spiel/Frith: hier können die anderen Spieler das Ergebnis beeinflussen: wenn der eine das Angebot ablehnt, gehen beide leer aus.
Gibt ein Spieler weniger als 30 Dollar, wird er meist von den anderen Spielern bestraft. These: wir haben ein starkes Gefühl für Fairness.

Def Altruistische Bestrafung/Frith: manchmal bezahlen wir sogar, um jemand anderen bestrafen zu können. Bsp Trittbrettfahrer.
Mit ihnen haben wir kein Mitleid. Unser Gehirn belohnt uns für die Bestrafung von Trittbrettfahrern.

Def Trittbrettfahrer 2. Stufe/Frith: Leute, die sich darauf verlassen, dass andere die Bestrafung übernehmen und dies nie selbst tun.

Freiheit/Willensfreiheit/Frith: eine Folge dessen, dass wir uns selbst als freie Akteure erleben ist, dass wir dies auch von anderen Menschen annehmen.
Kind: unterscheidet schon im Alter von drei Jahren zwischen vorsätzlichem und unbeabsichtigtem Handeln.


Frith I
Chris Frith
Wie unser Gehirn die Welt erschafft Heidelberg 2013
Kollektives Handeln Olson Brocker I 476
Kommunikatives Handeln/Gemeinsames Handeln/Olson: 1. These: Das gemeinsame Interesse an einem Gut führt nicht zwangsläufig zu gemeinsamem Handeln zur Produktion dieses Gutes. Daraus, dass Gruppen sich aus rationalen Individuen zusammensetzen, folgt nicht, dass diese Gruppen sich ihn ihrem Sinne verhalten. (1) Stattdessen zielen die Individuen auf ihren persönlichen Vorteil. Def Gruppe/Macur: eine Menge von Akteuren, die ein gemeinsames Interesse teilen. (2) Die Mitglieder können daneben eigene partikulare Interessen haben. Das Interesse einer Gruppe richtet sich auf die Herstellung eines Kollektivgutes.
Def Kollektivgut/Olson: »Ein Gemein-, Kollektiv- oder öffentliches Gut wird hier als jedes Gut definiert, das den anderen Personen in einer Gruppe praktisch nicht vorenthalten werden kann, wenn irgendeine Person Xi in einer Gruppe X1,…Xi,…Xn es konsumiert« (3). Siehe Soziale Güter.
Kollektivgüter werden demnach im Hinblick auf eine Gruppe von Akteuren definiert.
Brocker I 478
Trittbrettfahrer-Problem: werden: »Obwohl demnach alle Mitglieder der Gruppe ein gemeinsames Interesse haben, diesen kollektiven Vorteil zu erlangen, haben sie doch kein gemeinsames Interesse daran, die Kosten für die Beschaffung dieses Kollektivgutes zu tragen. Jeder würde es vorziehen, die anderen die gesamten Kosten tragen zu lassen. (4)
Brocker I 479
2. These: Kleinen und/oder privilegierten Gruppen gelingt es einfacher als großen und/oder latenten Gruppen, Kollektivgüter bereitzustellen.

1. Mancur Olson, The Logic of Collective Action: Public Goods and the Theory of Groups, Cambridge, Mass. 1965. Dt.: Mancur Olson, Die Logik des kollektiven Handelns: Kollektivgüter und die Theorie der Gruppen, Tübingen 1998 (zuerst 1968)., S. 2
2. Ebenda S. 7
3. Ebenda S. 13
4. Ebenda S. 20
Johannes Marx, „Mancur Olson, Die Logik des kollektiven Handelns“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

EconOlson I
Mancur Olson
The logic of collective action: Public goods and the theory of groups Cambridge 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Konsum Wirtschaftstheorien Mause I 475f
Konsum/Wirtschaftstheorie: Konsum mag als Kaufakt individuell erscheinen. Doch tatsächlich ist Konsum ein komplexes Phänomen aus Institutionen, Normen und Handeln (Haupt und Torp 2009) (1). Die Interessen und Bedürfnisse der Verbraucher sind trotz aller Unterschiede im Detail auch kollektive Interessen oder Gruppeninteressen, die sich von Anbieterinteressen abgrenzen lassen. Der Gesetzgeber kann den Unternehmen Regeln verordnen, damit Verbraucherinteressen entsprochen wird. Siehe Verbraucherpolitik/Wirtschaftstheorien.
Asymmetrie: das in der Wirtschaftstheorie postulierte wirtschaftliche Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage spiegelt sich nicht in einem politischen Gleichgewicht von Anbietern und Nachfragern wider. Obwohl Verbraucherinteressen für den Wirtschaftskreislauf so wichtig sind, gelten sie als „schwache Interessen“. Grund: sie sind so allgemein, dass jeder von einer Produktverbesserung profitieren würde. Das führt zum „Trittbrettfahrerproblem“. (2)
Trittbrettfahrer: Personen, die sich nicht an den Kosten beteiligen, sind in bestimmten Fällen vom Konsum nicht ausgeschlossen. Bsp Öffentliche Güter.
Verbraucherschutz/Verbraucherinteressen: das macht es so schwer, die Interessen von Verbrauchen ebenso gut zu organisieren wie die von Unternehmen. (3)


1. Haupt, Heinz-Gerhard, und Claudius Torp, Die Konsumgesellschaft in Deutschland 1890– 1990. Ein Handbuch. Frankfurt a. M. 2009.
2. Mancur Olson, The logic of collective action. Public goods and the theory of groups. Cambridge 2003.
3.Bernd Stauss, Verbraucherinteressen. Gegenstand, Legitimation und Organisation. Stuttgart 1980.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Marktversagen Wirtschaftstheorien Mause I 378
Marktversagen/Wirtschaftstheorien: Marktversagen liegt vor (Fritsch 2014) (1), wenn Güter von so starken positiven Externalitäten gekennzeichnet sind, dass sie den Charakter von öffentlichen Gütern aufweisen (Gleichzeitigkeit von Nicht-Rivalität im Konsum und Nicht-Ausschließbarkeit von Trittbrettfahrern), oder Kostenstrukturen so stark von Subadditivität gekennzeichnet sind, dass selbst die gesamte Marktmenge von nur einem Unternehmen zu den niedrigsten Grenzkosten bereitgestellt werden kann (natürliche Monopole).

1. Fritsch, Michael. 2014. Marktversagen und Wirtschaftspolitik, 9.   Aufl. München:
2014.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Marxismus Olson Brocker I 483
Marxismus/Kollektives Handeln/Olson: OlsonVsMarx/OlsonVsMarxismus: Problem: Die marxistische Klassentheorie und die pluralistische Auffassung von Interessenvertretungen übersehen das Problem kollektiven Handelns.
Brocker I 484
Zwar haben die Angehörigen der jeweiligen Klassen gemeinsame Interessen, aber das bedeutet nicht, dass jeder Einzelne auch motiviert wäre, seinen individuellen Beitrag zu leisten. Trittbrettfahrerproblem: wenn die Einzelnen, die eine Klasse bilden, rational handeln, wird es nicht zu klassenorientiertem Handeln kommen«. (1) Dies gilt für die Arbeiter, die sich in Gewerkschaften zusammenschließen, um für die Erhöhung ihrer Löhne zu kämpfen. Es gilt aber auch für die Klasse der Arbeiter insgesamt, die ein Interesse daran hat, die Spaltung der Gesellschaft in Klassen zu überwinden.


1. Mancur Olson, The Logic of Collective Action: Public Goods and the Theory of Groups, Cambridge, Mass. 1965. Dt.: Mancur Olson, Die Logik des kollektiven Handelns: Kollektivgüter und die Theorie der Gruppen, Tübingen 1998 (zuerst 1968)., S. 104.


Johannes Marx, „Mancur Olson, Die Logik des kollektiven Handelns“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

EconOlson I
Mancur Olson
The logic of collective action: Public goods and the theory of groups Cambridge 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Öffentlicher Sektor Rawls I 266
Öffentlicher Sektor/Rawls: hat zwei Aspekte: 1. Der erste hat mit dem Eigentum an Produktionsmitteln zu tun. Daher ist z.B. der Öffentliche Sektor im Sozialismus größer als im Kapitalismus. In privatwirtschaftlich organisierten Systemen ist er kleiner und betrifft vornehmlich öffentliche Einrichtungen und Transportwesen. 2. Merkmal: hat mit dem Anteil der Ressourcen zu tun, der für öffentliche Güter (Infrastruktur usw.) aufgewendet wird.
Öffentliche Güter/Rawls: sind vor allem unteilbar und öffentlich zugänglich. (Siehe J. M. Buchanan, The Demand and Supply of Public Goods, Chicago, 1968, ch. IX.) Wenn Bürger davon profitieren wollen, muss es so eingerichtet sein, dass alle im gleichen Maß davon profitieren. Bsp Landesverteidigung.
I 267
Das bringt es mit sich, dass öffentliche Güter durch den politischen Prozess und nicht durch den Markt gesteuert werden müssen. Probleme: für öffentliche Güter erwachsen besondere Probleme:
1. Das Trittbrettfahrer-Problem: (Buchanan, ch. V; Mancur Olson, The Logic of Collective Action, Cambridge, MA, 1965, Chs. I, II.) Es gibt die Versuchung, selbst nicht seinen Anteil an Pflichten beizutragen, dieser Betrag beeinflusst das Gesamtergebnis nämlich nicht merklich. Für das Individuum erscheint der Beitrag der anderen in jedem Fall schon geleistet. Daher muss der Staat die Regelung der entsprechenden öffentlichen Güter übernehmen. (Siehe W.J. Baumol, Welfare Economics and the Theory oft he State, London, 1952, ch. I, VII-IX, XII.)
I 268
2. Merkmal öffentlicher Güter: Externalität. Die Produktion dieser Güter geht auch auf Kosten derer, die niemals von ihnen profitieren. Es werden auch nicht alle Wünsche berücksichtigt. Bsp Jemand, der sich impfen lässt, hilft anderen ebenso wie sich selbst, auch wenn er niemals dieser Infektion ausgesetzt sein wird. Bsp Auch Umweltschäden werden normalerweise nicht vom Markt reguliert. So werden unter Umständen Rohstoffe zu weit geringeren Kosten produziert, als ihre sozialen Grenzkosten ausmachen. Hier gibt es eine Differenz zwischen privater und sozialer Bilanzierung, die der Markt nicht registriert. Die Unteilbarkeit öffentlicher Güter (z.B. Infrastruktur, Freiheiten usw.) erfordert es in diesem Fall, dass der Staat die Regelung übernimmt. Problem: sogar in einer Gesellschaft gerechter Personen führt die Isoliertheit individueller Entscheidungen nicht zu der Erfüllung des Allgemeininteresses.


Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Öffentliches Gut Buchanan Mause I 276
Öffentliches Gut/Tullock/Buchanan: Hintergrundproblem: wegen der nicht zu ermittelnden Zahl von Trittbrettfahrern, die für die Nutzen des öffentlichen Guts nichts bezahlen, ist dessen Wert nicht zu ermitteln. (Siehe auch VsSmauelson). Lösung/Tullock/Buchanan: die Zustimmungsfähigkeit sollte nicht auf einzelnen Ausgabenpositionen, sondern auf die Verfassungsebene angewendet werden. Frage: wie man Entscheidungsregeln auf der politischen Ebene so gestaltet, dass unerwünschte und unvorteilhafte Resultate weitgehend ausgeschlossen werden. (1)
Buchanan: daraus entwickelte sich eine vertragstheoretisch fundierte Konstitutionenökonomik. (2)


1. James M. Buchanan & Gordon Tullock. The calculus of consent. Logical foundations of constitutional democracy. Ann Arbor 1962.
2. James M. Buchanan. 1990. The domain of constitutional economics. Constitutional Political Economy 1 (1): 1– 18.

EconBuchan I
James M. Buchanan
Politics as Public Choice Carmel, IN 2000

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Öffentliches Gut Lindahl Mause I 276
Öffentliches Gut/Steuern/Lindahl: wegen des Äquivalenzprinzips (das fordert, dass jede Steuer durch einen Nutzen für die Bürger auf der Ausgabenseite zu legitimieren ist) hat Lindahl bereits 1919 individualisierte Steuern vorgeschlagen, die sich am individuellen Grenznutzen aus dem Konsum öffentlicher Güter orientieren. VsLindahl: Problem: dann kommt man wieder zur Samuelson-Bedingung und dem Problem, dass wegen der unbestimmten Zahl der Trittbrettfahrer der Wert des öffentlichen Guts nicht zu ermitteln ist. Siehe Öffentliches Gut/Samuelson. (Siehe auch VsSamuelson).
Lösungen: Siehe Öffentliches Gut/Tullock, Öffentliches Gut/Buchanan.

EconLind I
Erik Lindahl
Die Gerechtigkeit der Besteuerung Lund 1919

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Öffentliches Gut Rawls I 92
Öffentliches Gut/ Soziales Gut/social goods/Rawls: primäre soziale Güter sind Rechte und Freiheiten, Chancen und Befugnisse, Einkommen und Wohlstand. Diese Güter sind sozial wegen ihrer Verbindung mit der Grundstruktur der Gesellschaft; Freiheiten und Befugnisse werden durch die Regeln der größeren Institutionen definiert, Einkommensverteilung und Wohlstand werden von diesen reguliert. Rawls: die Theorie der Gemeingüter geht auf Aristoteles zurück und wird von so unterschiedlichen Autoren wie Kant und Sidgwick geteilt. Sie ist auch nicht strittig zwischen Utilitarismus und Vertragstheorie.
I 93
Güter/Rawls: ein Gut ist die Erfüllung eines rationalen Interesses. Wir können davon ausgehen, dass ein rationales Individuum einen Plan hat, der verschiedene Verlangen ohne gegenseitige Störung erfüllt werden können. Def rationaler Plan/Rawls: sei ein Plan, der nicht verbessert werden kann. D.h. es gibt keinen anderen Plan, der ihm vorgezogen wird.
Def primäre Güter/Rawls: sind solche, die alle benötigen, auch wenn ihre Pläne differieren. Bsp Intelligenz, Wohlstand, Chancen sind Mittel, um Ziele zu erreichen, die eine Person nicht auf anderem Wege erreichen könnte. Im Anfangszustand (einer zu errichtenden Gesellschaft), wo die Menschen noch nicht wissen, welche Rolle sie einnehmen werden, sind diese Güter das, wovon sie wissen, dass sie sie anstreben.
Problem: ein Verzeichnis der verfügbaren primären sozialen und natürlichen Güter anzufertigen. Unsere Prinzipien, wenn sie in lexikalischer Reihenfolge abgearbeitet werden (Siehe Prinzipien/Rawls), helfen dabei.
I 266
Öffentliche Güter/Rawls: sind vor allem unteilbar und öffentlich zugänglich. (Siehe J. M. Buchanan, The Demand and Supply of Public Goods, Chicago, 1968, ch. IX.) Wenn Bürger davon profitieren wollen, muss es so eingerichtet sein, dass alle im gleichen Maß davon profitieren. Bsp Landesverteidigung.
I 267
Das bringt es mit sich, dass öffentliche Güter durch den politischen Prozess und nicht durch den Markt gesteuert werden müssen. Probleme: für öffentliche Güter erwachsen besondere Probleme:
1. Das Trittbrettfahrer-Problem: (Buchanan, ch. V; Mancur Olson, The Logic of Collective Action, Cambridge, MA, 1965, Chs. I, II.) Es gibt die Versuchung, selbst nicht seinen Anteil an Pflichten beizutragen, dieser Betrag beeinflusst das Gesamtergebnis nämlich nicht merklich. Für das Individuum erscheint der Beitrag der anderen in jedem Fall schon geleistet. Daher muss der Staat die Regelung der entsprechenden öffentlichen Güter übernehmen. (Siehe W.J. Baumol, Welfare Economics and the Theory oft he State, London, 1952, ch. I, VII-IX, XII.)
I 268
2. Merkmal öffentlicher Güter: Externalität. Die Produktion dieser Güter geht auch auf Kosten derer, die niemals von ihnen profitieren. Es werden auch nicht alle Wünsche berücksichtigt. Bsp Jemand, der sich impfen lässt, hilft anderen ebenso wie sich selbst, auch wenn er niemals dieser Infektion ausgesetzt sein wird. Bsp Auch Umweltschäden werden normalerweise nicht vom Markt reguliert. So werden unter Umständen Rohstoffe zu weit geringeren Kosten produziert, als ihre sozialen Grenzkosten ausmachen. Hier gibt es eine Differenz zwischen privater und sozialer Bilanzierung, die der Markt nicht registriert. Die Unteilbarkeit öffentlicher Güter (z.B. Infrastruktur, Freiheiten usw.) erfordert es in diesem Fall, dass der Staat die Regelung übernimmt. Problem: sogar in einer Gesellschaft gerechter Personen führt die Isoliertheit individueller Entscheidungen nicht zu der Erfüllung des Allgemeininteresses.
I 270
Wirtschaftsform: wie groß der Anteil der öffentlichen Güter an der Gesamtwirtschaft ist, ist von der Wirtschaftsform - sei sie sozialistisch oder privatwirtschaftlich – unabhängig, da der Anteil der sozialen Ressourcen, der für ihre Produktion aufgewendet wird, unabhängig von der Frage des Besitzes der Produktionsmittel.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Öffentliches Gut Samuelson Mause I 274f
Öffentliche Güter/Samuelson: Öffentliche Güter sind charakterisiert 1. Durch Nicht-Rivalität: Bsp Landesverteidigung: ihre Qualität ist unabhängig davon, wie vielen Individuen sie zugutekommt. Anders als im Markt für private Güter (Siehe Märkte/Wirtschaftstheorie) muss im Fall nicht-rivalisierender Güter die Summe aller marginalen Zahlungsbereitschaften aller Individuen aufaddiert werden, die jeweils gemeinsam das nicht-rivale Gut konsumieren.
2. Durch Nicht-Ausschließbarkeit: auch nicht-zahlende Mitglieder können öffentliche Güter konsumieren. (Trittbrettfahrer-Problem).
Lösung/Samuelson: Angenommen es gäbe nur zwei Güter (ein öffentliches und ein privates); wird nun die Wertschätzung für das gemeinsam konsumierte Gut mit den gesellschaftlichen Grenzkosten der Bereitstellung dieses Gutes gleichgesetzt, erhält man die Samuelson-Bedingung.
VsSamuelson: Problem: die Samuelson-Bedingung ist praktisch weitgehend nutzlos, da die konkreten Werte, mit denen sie gefüttert werden sollte, nicht ermittelt werden können. ((s) Grund: die Zahl der Trittbrettfahrer ist unbestimmt). Siehe auch Öffentliche Güter/Wirtschaftstheorien.

EconSamu I
Paul A. Samuelson
The foundations of economic analysis Cambridge 1947

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Öffentliches Gut Tullock Mause I 276
Öffentliches Gut/Tullock/Buchanan: Hintergrundproblem: wegen der nicht zu ermittelnden Zahl von Trittbrettfahrern, die für die Nutzen des öffentlichen Guts nichts bezahlen, ist dessen Wert nicht zu ermitteln. (Siehe auch VsSmauelson). Lösung/Tullock/Buchanan: die Zustimmungsfähigkeit sollte nicht auf einzelnen Ausgabenpositionen, sondern auf die Verfassungsebene angewendet werden. Frage: wie man Entscheidungsregeln auf der politischen Ebene so gestaltet, dass unerwünschte und unvorteilhafte Resultate weitgehend ausgeschlossen werden. (1)
Buchanan: daraus entwickelte sich eine vertragstheoretisch fundierte Konstitutionenökonomik. (2)


1. James M. Buchanan & Gordon Tullock. The calculus of consent. Logical foundations of constitutional democracy. Ann Arbor 1962.
2. James M. Buchanan. 1990. The domain of constitutional economics. Constitutional Political Economy 1 (1): 1– 18.

EconTull I
Gordon Tullock
Arthur Seldon
Gordon L. Brady,
Government failure: A primer in public choice Washington 2002

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Öffentliches Gut Wirtschaftstheorien Mause I 275
Öffentliche Güter/Wirtschaftstheorien: Problem: wegen des Trittbrettfahrerproblems (der Inanspruchnahme öffentlicher Güter durch nichtzahlende Mitglieder) ist der Wert öffentlicher Güter nicht zu ermitteln. (Siehe Öffentliche Güter/Samuelson). Lösung: Vorschlag: gewisse Anreizmechanismen sollten Individuen dazu zu bringen, ihre wahre Zahlungsbereitschaft offenzulegen. (Clarke 1971 (1), Groves & Loeb 1975 (2))
VsClarke/VsGrove/VsLoeb: Problem: 1. unerwünschte Nebenwirkungen aufgrund der hohen Komplexität, 2. Gibt es unendlich viele Pareto-Optima, da die Summe der marginalen Zahlungsbereitschaften von den Verteilungspositionen der Individuen in der Gesellschaft abhängt.

Mause I 276
Öffentliche Güter/Wirtschaftstheorien: in einer Welt mit verzerrenden Steuern darf die Ausgabenseite nicht ohne die Einnahmenseite betrachtet werden. Das optimale Angebot öffentlicher Güter hängt dann davon ab, welche Steuern eingesetzt werden können und in welchem Umfang diese Steuern über ihre anreizverzerrende Wirkung zu Wohlfahrtsverlusten führen. Lösung/Browning/Dahlby: die Grenzkosten der öffentlichen Güter werden mit einem multipliziert, der die marginal costs of public funds (3)(4) repräsentiert. (5)
Vs: Siehe Öffentliche Güter/Kaplow.


1. Edward H. Clarke. 1971. Multipart pricing of public goods. Public Choice 11 (1): 17– 33.
2.Theodore Groves & Martin Loeb. 1975. Incentives and public inputs. Journal of Public Economics 4: 211– 226.
3. Edgar K. Browning, 1976. The marginal cost of public funds. Journal of Political Economy 84: 283– 298.
4. Bev Dahlby, 2008. The marginal cost of public funds: Theory and applications. Cambridge, MA
5. Charles L. Ballard & Don Fullerton. 1992. Distortionary taxes and the provision of public goods. Journal of Economic Perspectives 6( 3): 117– 131.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Recht Rawls I 135
Recht/Rawls: eine Konzeption des Rechts ist eine Menge von Prinzipien allgemeiner Form und universeller Anwendung, die öffentlich bekannt sein müssen als letzte Anrufungsinstanz bei der Ordnung von Konflikten moralischer Personen. Durch diese Bedingungen werden Diktatur und Trittbrettfahrerproblem ausgeschlossen.
Gerechtigkeit: ihre Prinzipien sind dagegen bestimmt durch ihre spezielle Rolle und den Gegenstand, auf den sie angewendet werden.
Allgemeinheit/Allgemeingültigkeit: von Prinzipien schließt allerdings keinen allgemeinen Egoismus aus.


Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Selbstorganisation Ostrom Brocker I 730
Selbstorganisation/Ebenen/Wirtschaft/Soziale Güter/Ostrom: Marktlichen und staatlichen Organisationen wohnt geradezu zwangsläufig eine Mehrebenen-Problematik inne: es gibt Regeln auf operativer, kollektiver oder konstitutioneller Ebene.
Brocker I 731
Problem: zum Ausprobieren von Regeln und ihren Wirkungen in der Theorie wird angenommen, dass wenn Regeln geändert werden, diejenigen auf den unteren Ebenen konstant gehalten werden. (1) Selbstorganisation: in Systemen mit selbstorganisierenden Akteuren kann diese Annahme nicht aufgestellt werden. Die Akteure müssen zwischen den Ebenen hin- und herwechseln können, um Probleme zu lösen.
Individuen, die über keine Autonomie zur Selbstorganisation und Selbstverwaltung verfügen, bleiben in ihrer Eine-Ebene-Welt verhaftet. (2)
Brocker I 732
Für die Untersuchung von Strategien nachhaltiger Bewirtschaftung von Allmendegütern (sozialen Gütern) wählt Ostrom höchst unterschiedliche Beispielen aus verschiedenen Weltregionen (Schweiz, Japan, Philippinen, Spanien) mit unterschiedlichen Kulturen und Umweltbedingungen. (3) Frage: gibt es allgemeine Prinzipien für das Aufstellen von Regeln der Bewirtschaftung und Kooperation zwischen den Akteuren, die an diesen unterschiedlichen Fällen erkannt werden können?
Operative Regeln/Ostrom: (siehe auch Organisation/Ostrom): hier gibt es auch Bauprinzipien , die maßgeblichen Einfluss auf die Nachhaltigkeit der vorgestellten Ressourcenbewirtschaftungs-Systeme haben:
1. Klar definierte Grenzen für Haushalte oder Personen, die das Recht zur Entnahme von Einheiten aus der Allmende haben.
2. Kongruenz zwischen Aneignungs- und Bereitstellungsregeln und lokalen Bedingungen
3. Arrangements für kollektive Entscheidungen: die meisten Personen können über Änderungen der operativen Regeln mitbestimmen.
4. Überwachung: die Überwacher sind den Aneignern (von Allmendegütern) gegenüber rechenschaftspflichtig oder selbst Aneigner.
5. Abgestufte Sanktionen von Regelverletzungen
6. Konfliktlösungsmechanismen: die Beteiligten haben raschen Zugang zu kostengünstigen lokalen Arenen, die Konflikte schlichten.
7. Minimale Anerkennung des Organisationsrecht: das Recht der Aneigner, eigene Institutionen zu entwickeln, wird von keiner externen staatlichen Behörde in Frage gestellt.
8. Eingebettete Unternehmen: (für größere, komplexere Systeme): hier sind Aneignung, Bereitstellung, Überwachung, Durchsetzung, Konfliktlösung und Verwaltung in mehrere Ebenen eingebettet.
Allmendegüter/Übernutzung: Für sich genommen ist keine der obigen Regeln ausreichend, um Hardins „Tragik der Allmende“ (siehe Soziale Güter/Hardin) - also die zwangsweise Übernutzung gemeinschaftlicher Güter - zu verhindern.
Brocker I 734
Trittbrettfahrerproblem/Lösung/Ostrom: erst Investitionen in kostengünstige, selbst organisierte Überwachung machen die Zusagen der einzelnen Nutzer glaubwürdig. Gleichzeitig nehmen sie selbst Teil an der Überwachung, um Ausbeutung durch ihre Nachbarn zu verhindern. Lernen/Sanktionen: zum Lernen ist es wichtig, dass die Sanktionen am Anfang nicht existentiell bedrohend sind.
Brocker I 734
Staatliche Eingriffe: Problem: Selbstregulierung und Eigeninitiative werden durch staatliche Intervention und Regulierung bedroht. (4)(5) Siehe Soziale Güter/Ostrom.

1. Elinor Ostrom, Governing the Commons. The Evolution of Institutions for Collective Action, Cambridge 1990. Dt.: Elinor Ostrom, Die Verfassung der Allmende. Jenseits von Staat und Merkt, Tübingen 1999, S 68.
2. Ebenda S. 70
3. Ebenda S. 72f
4. Hanisch „Cooperatives in Rural Devolopment and Poverty Alleviation“, in: Jos Bijman/Roldan Muradian/Jur Schuurman (Ed.) Cooperatives, Economic Democratization and Rural Development, Cheltenham/Northampton 2016, S. 55
5. Helen Markelova Ruth Meinzen-Dick/Jon Hellin/Stephan Dohrn, „Collective Action for Smallholder Market Access“, in: Food Policy 34/1, 2009, S. 5


Markus Hanisch, „Elinor Ostrom Die Verfassung der Allmende“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

EconOstr I
Elinor Ostrom
Governing the commons: The evolution of institutions for collective action Cambridge 1990

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Staatsausgaben Wirtschaftstheorien Mause I 276/277
Staatsausgaben/Wirtschaftstheorien: Probleme mit der Bestimmung der optimalen Staatsausgaben ergeben sich im Zusammenhang mit öffentlichen Gütern. Ihr Wert ist kaum zu ermitteln, da es eine unbestimmte Zahl von Individuen gibt, die sich nicht an den Kosten beteiligen (Trittbrettfahrerproblem). Siehe hierzu Öffentliche Güter, insbesondere Öffentliche Güter/Samuelson. Für neuere Lösungsansätze Frey und Stutzer. (1)


1.Bruno S. Frey & Alois Stutzer. 2011. The use of happiness research for public policy. Social Choice and Welfare 38 (4): 659– 674.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Umwelt Wirtschaftstheorien Mause I 408
Umwelt/Wirtschaftstheorien: aus ökonomischer und politikwissenschaftlicher Sicht haben Umweltgüter Strukturmerkmale, zu denen Knappheit und Eigenschaften sozialer Güter (z.B. Trittbrettfahrerproblem free rider problem) gehören. Diese strukturmerkmale dienen als Grundlage für eine ökonomische Rechtfertigung staatlicher Umweltpolitik.
Problem: wenn Umweltgüter über den Markt bewirtschaftet werden sollen, setzt dies a) ein Vorhandensein individueller Präferenzen für diese Güter und b) einen funktionsfähigen Preismechanismus voraus, wenn es nicht zu einem „Marktversagen“ kommen soll. Endress 2000, S. 16f. (1)


1. Alfred Endress, Umweltökonomie, Stuttgart 2000.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Umweltpolitik Wirtschaftstheorien Mause I 404/405
Umweltpolitik/Wirtschaftstheorie: aus Sicht der Wirtschaftstheorie ist eine zentrale Regelung nur im Fall von räumlich homogenen Umweltschutzpräferenzen, grenzüberschreitenden Schadenswirkungen (regionale Spillover-Effekte) oder umsetzungsbezogenen Kostendegressionseffekten wünschenswert. (1) Ansonsten ist eine mehr regionale Gestaltung begrüßenswert, da damit nicht nur die Möglichkeit zu einer besseren Verwirklichung des Subsidiaritätsprinzips in der innerstaatlichen Kompetenzverteilung (Döring und Voigt 2006, S. 206 (2)), sondern auch die Chance auf einen vermehrten föderalen Wettbewerb im Bereich des Umweltschutzes besteht (Mammen 2007, S. 125 (3); Koch und Krohn 2006 (4).
Vs: eine Zersplitterung der umweltpolitischen Gesetzgebung könnte zu einem „race to the bottom“ bei einer Vielzahl von Umweltstandards führen könnte (Benz et al. 2008 (5); Ingerowski 2006 (6)).
Marktkräfte können nur wenig zur Eindämmung von Umweltschäden beitragen. (Siehe Umweltgüter/Wirtschaftstheorien). Der Grund ist das Trittbrettfahrerproblem (free rider problem, Siehe Gefangenendilemma/Ostrom).
Trittbrettfahrer: Bsp wenn der Einbau eines Katalysators Euro 1.00,- kostet und der individuelle Nutzen aus sauberer Luft gleichzeitig mit 1.500,- Euro bewertet wird, dann ist es für das Individuum rational, auf den Einbau des Katalysators zu verzichten. Das gilt sogar, wenn auch alle anderen auf den Einbau verzichten.
Gesamtgesellschaftlich führt dies zum schlechtesten Ergebnis. Daher muss in den meisten Fällen der Staat zur Eindämmung von Umweltschäden eingreifen. (Nordhaus 1993, S. 18) (7), Hartwig 1992, S. 132) (8). Siehe Externalitäten.


1. Klaus W. Zimmermann & Walter Kahlenborn, Umweltföderalismus. Einheit und Einheitlichkeit in Deutschland und Europa. Berlin 1994.
2. Thomas Döring & Stefan Voigt. 2006. Reforming federalism German style. Intereconomics 41: 201– 208.
3. Lars Mammen. 2007. Der neue Typus der konkurrierenden Gesetzgebung mit Abweichungsrecht. Die öffentliche Verwaltung 9: 376– 379.
4. Hans-Joachim Koch, &Susan Krohn. 2006. Umwelt in schlechter Verfassung? Der Umweltschutz nach der Föderalismusreform. Natur und Recht 28: 673– 680.
https://link.springer.com/ article/10.1007%2Fs10357-006-1144-3
5. Arthur Benz, Arthur, Hans-Joachim Koch, André Suck & Anna Fizek, Verwaltungshandeln im Naturschutz: Herausforderungen und Folgen veränderter Rahmenbedingungen. Münster 2008..
6. Jan B. Ingerowski, J2006. Die Föderalismusreform: Chance auf ein stringentes, an den aktuellen Herausforderungen des Umweltschutzes orientiertes Umweltrecht vertan. KGV-Rundbrief 3   +   4/ 2006.
7. William D. Nordhaus. 1993. Reflections on the economics of climate change. The Journal of Economic Perspectives 7: 11– 25.
8. Karl-Hans Hartwig, Umweltökonomie. In Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, Hrsg. Dieter Bender, Hartmut Berg, Dieter Cassel, Günter Gabisch, Karl-Hans Hartwig, Lothar Hübl, Dietmar Kath, Rolf Peffekoven, Jürgen Siebke, H. Jörg Thieme und Manfred Willms, Bd.   2, 5.   Aufl., 122– 162. München 1992.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Verkehrspolitik Wirtschaftstheorien Mause I 459
Verkehrspolitik/transport policy/Wirtschaftstheorie: gesellschaftlich Probleme der Verkehrspolitik werden primär durch die Betrachtung von Kosten und Nutzen dargestellt. Wenn nun Wettbewerb auf Mobilitätsmärkten herrscht, und das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage zu Gleichgewichtsmengen und Gleichgewichtspreisen führt, besteht aus ökonomischer Sicht prinzipiell keine Notwendigkeit für staatliche Eingriffe. Externe Effekte/Externalitäten: treten auf, wenn ein Wirtschaftssubjekt einen Teil seiner Kosten auf andere abwälzt ((s) die keinen Einfluss auf die Gestaltung haben) bzw. einen Nutzen erführt, ohne dafür zu zahlen. Vgl. (1) Siehe auch Gefangenendilemma/Ostrom, (>Trittbrettfahrerproblem).
Infrastruktur: Bsp Straßennetz: da weitestgehend niemand ausgeschlossen wird und Rivalität im Konsum besteht, kann eine ungleiche Aufteilung von Kosten und Nutzen entstehen. Während der Bau in der Regel von einer Gebietskörperschaft getragen wird, geht der Nutzerkreis darüber hinaus.
Mause I 460f
Konsum: der Konsum, also der Verbrauch der Verkehrsinfrastruktur und die dabei bestehenden Rivalität bezieht sich im Wesentlichen auf den Platz und manifestiert sich in Staus. Problem: Grund für eine Übernutzung ist, dass die Akteure stets nur ihre privaten Kosten im Blick haben.
Grenzkosten: wenn der Verkehr zähflüssiger wird, entsprechen die privaten Grenzkosten der Straßennutzung nicht mehr nur den sozialen Grenzkosten. Jeder weitere Verkehrsteilnehmer trägt dazu bei, dass der Platz noch knapper wird.
Lösung: eine ökonomische Lösung besteht in der Internalisierung der externen Kosten. (Bsp Maut, Straßennutzungsgebühren).
Externalitäten: wird der Verkehrssektor mit allen Verkehrsteilnehmern betrachtet, gibt es keine unbeteiligten Dritten. Dann sind Staukosten keine externen Kosten sondern die Folge von zu wenig Verkehrswegen. (Stock und Bernecker 2014, S. 287).
Externer Nutzen: Neben externen Kosten entsteht ebenfalls externer Nutzen in einer Volkswirtschaft durch den Verkehrssektor. Durch Güterverkehr wird eine Arbeitsteilung und Spezialisierung erst ermöglicht und hat deshalb positive Einkommens-, Wachstums- und Beschäftigungseffekte. Personenverkehr begünstigt die Entwicklung von Verdichtungsräumen (Agglomeration) und den Austausch von Wissen. Eine einzelwirtschaftliche Konsumnachfrage würde diese Aspekte nicht in der jeweiligen Nutzenfunktion berücksichtigen und daher zu gering ausfallen (vgl. Stock und Bernecker 2014, S. 292).
Mause I 12220
Verkehrspolitik: kann an drei Punkten ansetzen: 1. Externe Effekte (Externalitäten), 2. Kapazitätsprobleme, 3.fehlender Wettbewerb. Investitionen: Problem: Probleme können auftreten, wenn für den Markteintritt eine große spezifische (bzw. irreversible) Investition getätigt werden muss. Gemeint ist damit, dass eine Investition im Produktionsprozess nur für diesen speziellen Markt genutzt und bei Marktaustritt nicht mehr anderweitig eingesetzt werden kann (vgl. Baumol et al. 1988, S. 7) (2).
Bsp Dies trifft für ein Schienennetz zu, welches für den Schienenverkehr notwendig ist, aber auch ausschließlich dafür genutzt werden kann.


1. Stock, Wilfried, und Tobias Bernecker, Verkehrsökonomie. Eine volkswirtschaftlich-empirische Einführung in die Verkehrswissenschaft, 2. Aufl. Wiesbaden 2014.
2. Baumol, William J., John C. Panzar, und Robert D. Willig. 1988. Contestable markets and the theory of industry structure. San Diego 1988.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Verträge Buchanan Brocker I 568
Verträge/Verfassung/Buchanan: Buchanan unterscheidet prä- und postkonstitutionelle Verträge: Zunächst führt ein Vertragssschluss zu einer vorübergehenden Stabilisierung der natürlichen Ungleichheit bzw. zur Kostensenkung durch allerseitige „Abrüstung“. Siehe Ungleichheit/Buchanan, Recht/Buchanan). Da dieser Zustand tendenziell immer noch instabil ist, wird der Staat als Garant der Ordnung bzw. als Schiedsrichter benötigt.
Postkonstitutioneller Vertrag: stiftet einen Verfassungsrahmen für eine Gesellschaft, die neben den privaten auch öffentliche Güter kennt. Öffentliche Güter sind, anders als private Güter, nicht teilbar.
Öffentliche Güter: hier gibt es das Trittbrettfahrerproblem: wegen ihrer Öffentlichkeit sind die Güter auch für diejenigen nutzbar, die nicht für sie bezahlen. (Siehe Öffentliche Güter).


Wolfgang Kersting, „James M. Buchanan, Die Grenzen der Freiheit“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

EconBuchan I
James M. Buchanan
Politics as Public Choice Carmel, IN 2000

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Wikipedia Shirky I 109
Wikipedia/Shirky: die ursprüngliche Nupedia von Larry Sanger und Jimmy Wales sah freiwillige Experten vor, die in ihrer Freizeit Artikel schreiben und das ganze Vorhaben verwalten sollten.
I 110
In den Monaten nach der Bekanntgabe des Vorhabens wurde das meiste an Energie darauf verwendet, ein Advisory Board aufzustellen und Richtlinien für die Veröffentlichung festzulegen. Es sollte ein Mindeststandard für die Qualität aufgestellt werden, aber das Entwicklungstempo war extrem langsam. Artikel blieben unfertig.
I 111
Wiki/Lösung: die Lösung waren Wikis; das erste Wiki wurde 1995 von Ward Cunningham geschaffen. Zusammenarbeit/Neue Medien/CunninghamVsNupedia: die meisten Werkzeuge für komplexe Zusammenarbeit teilten die Aufgaben des Schreibens und des Publizierens auf. Cunningham ging dagegen davon aus, dass Leute, die zusammenarbeiten, einander vertrauen. Dann braucht man weniger formales Management.
Wikipedia entstand aus Nupedia, nachdem ein Freund Sanger von Wikis erzählt hatte. Diese wurden dann eingebaut und aus dem „Chief-Editor“ Sanger wurde der „Chief-Organisator“: ((s) Jeder, der mitmachte, wurde ein Editor.)
I 113
Das Wikipedia-Projekt wurde zu Wikipedia.org, um den Nonprofit-Status zu verdeutlichen.
I 116
Shirky: obwohl Wikis sich für das Schreiben verschiedener Arten von Text eignen, war die frühe Wikipedia von rhetorischen Modellen existierender Enzyklopädien beeinflusst. Das half dabei, die Nutzer zu koordinieren. Aktualität: innerhalb von Minuten nach dem Bombenattentat in der Londoner U-Bahn 2005 erschien ein Wikipedia-Artikel darüber.
I 118
Zusammenarbeit: keiner der an einem Artikel Beteiligten muss ein Experte für das ausgewählte Thema sein. Es findet sich eine Gruppe von Leuten zusammen, die nicht strikt gemanagt wird. Jeder kann etwas beisteuern wie z.B. eine Quelle zu dem Thema, die er gefunden hat. Die einzelnen Beiträge können minimal sein. Diese Arbeitsmethode wird auch der Tatsache gerecht, dass die in dem Artikel behandelten Gegebenheiten sich mit der Zeit ändern können.
I 119
Qualität: damit ein Artikel besser wird, müssen die guten Änderungen einfach die schlechten überwiegen. Statt vor der Veröffentlichung zu filtern nimmt Wikipedia an, dass neue Irrtümer seltener erscheinen als dass existierende korrigiert werden. Diese Vermutung hat sich als richtig herausgestellt. Im Durchschnitt werden die Artikel mit der Zeit besser.
I 121
Ein schlechter Artikel kann Anstoß sein, einen sehr guten Artikel daraus zu machen. Siehe Software/Shirky).
I 130
Transaktionskosten/Wikipedia/Shirky: die Form, in der Wikipedia organisiert ist, reduziert beides: die Overheadkosten der Organisation (Management) und die fehlenden Anreize zum Mitmachen.
I 135
Vandalismus: warum gibt es kaum Vandalismus bei Wikipedia? Warum gibt es keine Trittbrettfahrer. Lösung: das Format des Wikis setzt die Zusammenarbeit nach der ersten Veröffentlichung an, nicht vorher. Alle Bearbeitungen sind stets vorläufig und werden korrigiert. Auch Löschen kann rückgängig gemacht werden. M. Wattenberg und B. Viega haben Bearbeitungen von Wikipedia-Artikeln über den Islam und Abtreibungen beobachtet. Dort gab es vollständige Lösungen, die nach weniger als zwei Minuten wieder hergestellt wurden. (1)
1. Martin Wattenberg and Fernanda B. Viégas’s work on visualizing the history of Wikipedia edits, “History Flow,” is at www.research.ibm.com/visual/projects/history_flow/.

Shirky I
Clay Shirky
Here Comes Everybody: The Power of Organizing Without Organizations New York 2009

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
TrittbrettfahrerTrittbrettfahrer Kanitscheider Vs Whitehead, A.N. II 176
KanitscheiderVsProzess-Philosophie/KanitscheiderVsWhitehead: die Schwäche liegt im Doppelaspekt Charakter: es gibt keine Möglichkeit der Prüfung der göttlichen Wirksamkeit in der Abfolge der Ereignisse. Die erklärende Kraft ist gleich Null. Kein Iota ändert sich, wenn kein transzendenter Verursacher am Werk ist.
Metaphysischer "Bandwagon-Effekt" (Trittbrettfahrer).
((s) Der "Einfluss auf alles" kann weggekürzt werden! (Wenn er gleichmäßig ist.).
Kanitscheider: der Ausdruck "Einfluss auf Alles" kann nur metaphorisch gemeint sein.

Kanitsch I
B. Kanitscheider
Kosmologie Stuttgart 1991

Kanitsch II
B. Kanitscheider
Im Innern der Natur Darmstadt 1996