Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]

Screenshot Tabelle Begriffes

 

Finden Sie Gegenargumente, in dem Sie NameVs…. oder….VsName eingeben.

Erweiterte Suche:
Suchbegriff 1: Autor oder Begriff Suchbegriff 2:Autor oder Begriff

zusammen mit




Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 55 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Autor
Eintrag
Eintrag
Literatur
Literatur
CO2-Preis-Koordinierung Stavins Stavins I 169
CO2-Preis-Koordinierung/Stavins: (...) Die Lokalisierung der Treibhausgasemissionen hat keinen Einfluss auf die globale Verteilung der Schäden. Daher plagen Trittbrettfahrerprobleme einseitige und multilaterale Ansätze. Darüber hinaus werden die Länder nicht anteilig von den Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgase profitieren. Daher dürften die Minderungskosten den direkten Nutzen für praktisch alle Länder übersteigen.
Stavins I 170
Grundsätzlich können international eingesetzte marktbasierte Instrumente eine Gesamtkosteneffizienz erreichen. Drei grundlegende Routen zeichnen sich aus. 1. Die Länder könnten sich darauf einigen, die gleiche Steuer auf CO2 (angeglichene inländische Steuern) anzuwenden oder eine einheitliche internationale Steuer einzuführen.
2. Die internationale Politikgemeinschaft könnte ein System internationaler handelbarer Genehmigungen bzw. Rechte einrichten - also ein nationalstaatliches Cap and Trade-Programm.
3. Ein dezentraleres System von international vernetzten nationalen Cap and Trade-Programmen könnte eine international kostengünstige Emissionsminderung gewährleisten.
>CO2-Preis-Strategien/Stavins, >Emissionsrechte/Stavins, >Cap and Trade-System/Stavins.
>Emissionsrechte, >Emissionsminderung,
>Emissionsziele, >Emissionen,
>Emissionsrechtehandel, >Klimawandel,
>Klimaschäden, >Energiepolitik,
>Klimadaten, >Klimageschichte, >Klimagerechtigkeit,
>Klimaperioden, >Klimaschutz,
>Klimaziele, >Klimafolgenforschung, >CO2-Preis, >CO2-Preis-Koordinierung, >CO2-Preis-Strategien, >CO2-Steuer, >CO2-Steuer-Strategien.

Robert N. Stavins & Joseph E. Aldy, 2012: “The Promise and Problems of Pricing Carbon: Theory and
Experience”. In: Journal of Environment & Development, Vol. 21/2, pp. 152–180.

Stavins I
Robert N. Stavins
Joseph E. Aldy
The Promise and Problems of Pricing Carbon: Theory and Experience 2012
Demokratie Schumpeter Brocker I 260
Demokratie/Schumpeter: Das Definitionsmerkmal der Demokratie für Schumpeter besteht darin, einen »Konkurrenzkampf um die politische Führung« (1) ins Zentrum der Betrachtung zu rücken. Die Kernidee lautet: Ähnlich wie die Unternehmen in einem Wettbewerb um die Gunst der Konsumenten
Brocker I 261
stehen, stehen Politiker und Parteien in einem Wettbewerb um die Gunst der Wähler (2) – mit dem wichtigen Unterschied, dass die Menschen in wirtschaftlichen Dingen zumeist gut informiert, in politischen Dingen hingegen zumeist rational ignorant sind.(3) Gemeinsamkeit: Entscheidend sei in beiden Systemen das Streben nach dem eigenen, individuellen Vorteil.
These: Die moderne Demokratie sei ein Produkt des kapitalistischen Prozesses (4); Allerdings sind zwei wichtige Voraussetzungen für das Funktionieren der Demokratie im zeitgenössischen Kapitalismus nicht mehr erfüllt: a) das Ideal des sparsamen Staates(5) b) der gesellschaftliche Grundkonsens.(6) Und zwar wegen der Erwartung bedeutender Teile der Wählerschaft, auf Kosten des Staates zu leben. (7)
>Trittbrettfahrer, >Staat, >Wirtschaft, >Gesellschaft.

1. Joseph A. Schumpeter, Capitalism, Socialism and Democracy, New York 1942. Dt.: Joseph A. Schumpeter, Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, Tübingen/Basel 2005 (zuerst: Bern 1946). S. 427.
2. Ebenda S. 427-433
3. Ebenda S. 407 – 420.
4. Ebenda S. 471.
5. Ebenda S. 471f.
6. Ebenda S. 473. 7. Ebenda S. 472.

Ingo Pies, „Joseph A. Schumpeter, Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie (1942)“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.


Gaus I 148
Demokratie/Schumpeter/Dryzek: Das Demokratiemodell, das unter den vergleichenden Politikwissenschaftlern am beliebtesten ist, vor allem im aufstrebenden Bereich des demokratischen Übergangs und der Konsolidierung, erwartet weit weniger von der Demokratie als die deliberativen Demokraten. >Deliberative Demokratie.
Dieses Modell ist im Wesentlichen dasjenige, das vor langer Zeit von Schumpeter (1942)(1) vorgeschlagen wurde: Demokratie ist nichts anderes als ein Wettbewerb der Eliten um die Zustimmung des Volkes, der das Recht auf Herrschaft verleiht. In den 1950er Jahren wurde diese Idee zur Grundlage für "empirische" Demokratietheorien, die mit der allgemein apathischen Rolle der ignoranten und potenziell autoritären Massen zufrieden waren (Berelson, 1952(2); Sartori, 1962(3)).
Wettbewerbsmodelle der Demokratie: Solche konkurrierenden elitären Modelle
Gaus I 149
waren lange Zeit unter demokratischen Theoretikern diskreditiert - nicht zuletzt unter solchen wie Dahl (1989)(4), die früher daran geglaubt hatten, dass sie sowohl genaue Beschreibungen der Politik der Vereinigten Staaten als auch wünschenswerte Zustände darstellten. Dennoch leben sie unter Transitologen und Konsolidierern weiter, die das Markenzeichen einer konsolidierten Demokratie in einer Reihe wohlerzogener Parteien sehen, die materielle Interessen vertreten und sich im verfassungsrechtlich geregelten Wahlkampf engagieren (siehe z.B. Di Palma, 1990(5); Huntington, 1991(6); Mueller, 1996(7); Schedler, 1998(8)). Die Sorge des deliberativen Demokraten um Authentizität ist nirgends zu erkennen. Aktive Bürger spielen bei solchen Modellen keine Rolle.

1. Schumpeter, Joseph A. (1942) Capitalism, Socialism, and Democracy. New York: Harper.
2. Berelson, Bernard (1952) 'Democratic theory and public opinion'. Public Opinion Quarterly, 16: 313—30.
3. Sartori, Giovanni (1962) Democratic Theory. Detroit: Wayne State Umversity Press.
4. Dahl, Robert A. (1989) Democracy and its Critics. New Haven, CT: Yale University Press.
5. Di Palma, Giuseppe (1990) To Craft Democracies. Berkeley, CA: University of California Press.
6. Huntington, Samuel (1991) The Third Wave. Norman, OK: University of Oklahoma Press.
7. Mueller, John (1996) 'Democracy, capitalism and the end of transition'. In Michael Mandelbaum, ed. Postcommunism: Four Perspectives. New York: Council on Foreign Relations.
8. Schedler, A. (1998) 'What is democratic consolidation?' Journal of Democracy, 9: 91-107.

Dryzek, John S. 2004. „Democratic Political Theory“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications


Sobel I 28
Demokratie/Schumpeter/Sobel/Clemens: „Nichts ist leichter, als eine eindrucksvolle Liste von Versäumnissen der demokratischen Methode zusammenzustellen, besonders wenn wir nicht nur die Fälle einbeziehen, in denen es zu einem tatsächlichen Zusammenbruch oder einer nationalen Unzufriedenheit kam, sondern auch jene, in denen die Nation zwar ein gesundes und wohlhabendes Leben führte, die Leistungen im politischen Bereich aber im Vergleich zu den Leistungen in anderen Bereichen deutlich unterdurchschnittlich waren.“ Joseph A. Schumpeter (1942), Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie(1): 289. Sobel/Clemens: Joseph Schumpeter ist vor allem für seine bahnbrechenden Beiträge zu unserem Verständnis der Rolle von Unternehmern, Innovation und schöpferischer Zerstörung bei Wirtschaftswachstum und Entwicklung bekannt.
>Konjunkturzyklus/Schumpeter, >Innovation/Schumpeter,
>Wettbewerb/Schumpeter, >Schöpferische Zerstörung/Schumpeter,
>Unternehmertum/Schumpeter.
Schumpeters wirtschaftliche Erkenntnisse gehen jedoch weit über sein bekanntestes Werk über Innovation hinaus. Ein weiterer Bereich, in dem Schumpeter den Wirtschaftswissenschaftlern weit voraus war und echte Erkenntnisse lieferte, ist das Wesen der Politik und des demokratischen Prozesses der kollektiven Entscheidungsfindung. Die ökonomische Analyse des politischen Prozesses und der kollektiven Entscheidungsfindung steht im Mittelpunkt eines modernen Bereichs der Wirtschaftswissenschaften, der als Public Choice bekannt ist. Obwohl Schumpeter vor den formalen Ursprüngen dieses Bereichs der Wirtschaftswissenschaften schrieb, haben frühe Wissenschaftler wie Anthony Downs einige seiner Ideen auf Schumpeters Schriften in Capitalism, Socialism, and Democracy (CSD)(1) zitiert und zurückgeführt.
>Regierungspolitik/Schumpeter.
Demokratie: Schumpeter verstand die Demokratie lediglich als einen alternativen Prozess zur Erzielung sozialer und wirtschaftlicher Ergebnisse, und „daraus folgt nicht notwendigerweise, dass die politischen Entscheidungen, die durch diesen Prozess aus dem Rohmaterial dieser individuellen Willensäußerungen hervorgebracht werden, irgendetwas darstellen, das in irgendeinem überzeugenden Sinne als der Wille des Volkes bezeichnet werden könnte“ (CSD(1): 254). In Bezug auf die Idee, dass die Regierung ein Gemeinwohl verfolgt, argumentiert Schumpeter:
„Erstens gibt es so etwas wie ein eindeutig bestimmtes Gemeinwohl nicht, auf das sich alle Menschen einigen oder durch die Kraft rationaler Argumente zu einer Einigung gebracht werden könnten. Das liegt nicht in erster Linie daran, dass manche Menschen etwas anderes wollen als das Gemeinwohl, sondern an der viel grundlegenderen Tatsache, dass das Gemeinwohl für verschiedene Individuen und Gruppen zwangsläufig unterschiedliche Dinge bedeutet ... als Folge davon ... löst sich der besondere Begriff des Volkswillens ... in Luft auf.“ (CSD(1): 251-252)
Sobel/Clemens: Schumpeter erkannte, dass man, um demokratische Ergebnisse zu verstehen, die Motivationen und unterschiedlichen Wünsche der am Prozess beteiligten Personen, seien es die Wähler, die gewählten Politiker oder die Verwalter und Bürokraten in den Regierungsbehörden, verstehen muss. Das heißt, um demokratische Ergebnisse zu verstehen, muss man die Rolle dessen verstehen, was er als „menschliche Natur in der Politik“ bezeichnete. Damit teilte Schumpeter eine Einsicht mit den Begründern der Public-Choice-Forschung wie dem Nobelpreisträger James Buchanan, der erkannte, dass der Einzelne, nur weil er in die öffentliche Sphäre eintritt, nicht plötzlich anfängt, für das Gemeinwohl zu handeln - stattdessen bleibt er ein eigennütziger Akteur, der seine eigenen Ziele und Wünsche verfolgt.
>James M. Buchanan.
Demokratie/Schumpeter: Nach Schumpeter ist Demokratie am besten wie folgt zu verstehen: „Die demokratische Methode ist diejenige institutionelle Anordnung zur Herbeiführung politischer Entscheidungen, bei der die Individuen die Entscheidungsbefugnis durch einen Konkurrenzkampf um die Stimme des Volkes erwerben.“ (CSD(1): 269).
Nach Schumpeter können wir, soweit es echte gruppenweise Willensäußerungen gibt, ... sie genau in die Rolle einfügen, die sie tatsächlich spielen, ... die von einem politischen Führer ins Leben gerufen wird, der sie zu politischen Faktoren macht, ... indem er sie aufarbeitet und schließlich geeignete Elemente in sein Konkurrenzangebot aufnimmt ... Der unaufhörliche Konkurrenzkampf, um ins Amt zu kommen oder darin zu bleiben, verleiht jeder Betrachtung von Politiken und Maßnahmen die Voreingenommenheit, die in dem Satz über den „Handel mit Stimmen“ so bewundernswert zum Ausdruck kommt. (CSD(1): 270, 287).

* In The Economic Theory of Democracy schreibt Downs: „Schumpeters tiefgründige Analyse der Demokratie bildet die Inspiration und die Grundlage für unsere gesamte These, und unsere Schuld und Dankbarkeit ihm gegenüber sind in der Tat groß“ (1957(2):29).

1. Schumpeter, Joseph A. (1942). Capitalism, Socialism, and Democracy [CSD]. Harper & Brothers.
2. Downs, Anthony (1957). The Economic Theory of Democracy. Harper & Row.

EconSchum I
Joseph A. Schumpeter
Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung Leipzig 1912

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004

Sobel I
Russell S. Sobel
Jason Clemens
The Essential Joseph Schumpeter Vancouver 2020
Einzelhandelspreis Wirtschaftstheorien Henderson I 72
Einzelhandelspreis/Wirtschaftstheorien/Henderson/Globerman: (...) [manchmal] verlangen die Hersteller von den Einzelhändlern, dass sie einen Mindestverkaufspreis für die Produkte der Hersteller verlangen. Beispielsweise verlangen Hersteller teurer Uhren, wie Rolex, von den Geschäften, die ihre Uhren verkaufen, häufig, dass sie ihre Preise auf einen bestimmten Mindestpreis oder darüber festlegen. Begrenzter Wettbewerb: Diese Praxis ist eindeutig eine Strategie zur Begrenzung des Preiswettbewerbs auf dem Einzelhandelsmarkt für z. B. Rolex-Uhren, was theoretisch schlecht für die Verbraucher sein sollte. Ein weiteres Beispiel sind Gebietsbeschränkungen, mit denen ein Hersteller einem bestimmten Einzelhändler das ausschließliche Recht einräumt, das Produkt des Herstellers an einem bestimmten Ort zu verkaufen. Indem der Hersteller den Wettbewerb zwischen den verschiedenen Einzelhändlern an dem betreffenden Standort einschränkt, schränkt er offenbar auch den Preiswettbewerb für das betreffende Produkt ein, was ebenfalls zum Nachteil des Verbrauchers zu sein scheint.
Problem: Warum liegt es manchmal im Interesse der Hersteller, den Wettbewerb im „nachgelagerten“ oder Einzelhandelssegment ihrer Branchen einzuschränken? Es ergibt auf den ersten Blick keinen Sinn, wenn Hersteller wollen, dass Einzelhändler, die ihre Produkte verkaufen, weniger konkurrieren. Denn wenn der Hersteller einer schicken Uhr seine Marktmacht ausnutzen wollte, könnte er dem Einzelhändler einen über dem Wettbewerb liegenden Großhandelspreis in Rechnung stellen und seine privilegierte Stellung direkt in den Preis einfließen lassen, den er seinen unmittelbaren Kunden, d. h. den Einzelhandelsgeschäften, die seine Uhren verkaufen, berechnet.
Lester G. Telser: Der erste Wirtschaftswissenschaftler, der dieses Paradoxon erklärte, war Lester Telser von der University of Chicago in seinem 1960 erschienenen Artikel „Why Should Manufacturers Want Fair Trade?“(1)
UCLA-Schule: Mitglieder der UCLA-Schule erweiterten Telsers Erkenntnisse. Telser und die UCLA-Mitglieder beleuchteten die Gründe für Praktiken, die den Wettbewerb auf der Einzelhandelsebene scheinbar einschränken, indem sie sich erneut auf die realen Bedingungen des Marktaustauschs beriefen.
Kosten der Informationsbeschaffung: Insbesondere die Informationskosten spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Geschäftspraktiken wie Gebietsbeschränkungen zu verstehen. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, warum ein Unternehmen wie Caterpillar, das sehr teure Erdbewegungsmaschinen herstellt, bestimmten Einzelhändlern Exklusivrechte für den Verkauf und die Wartung seiner Maschinen an bestimmten Standorten zuweist. Ein Kunde, der Hunderttausende von Dollar für ein Gerät ausgibt, möchte sich darauf verlassen können, dass die Maschine wie beworben funktioniert. Außerdem möchte er sicher sein, dass die Maschine im Falle eines Defekts schnell und ordnungsgemäß gewartet wird.
Henderson I 73
Stellen Sie sich nun vor, dass Caterpillar einer großen Anzahl von Händlern erlaubt, seine Erdbewegungsmaschinen zu verkaufen. (...) stellen Sie sich vor, dass Caterpillar seine Maschinen zum Großhandelspreis an jeden Einzelhändler verkauft, der bereit ist, den Großhandelspreis zu zahlen. Die Aufgabe, die Händler von Caterpillar-Maschinen zu überprüfen, fällt dann den potenziellen Kunden zu. Informationen/Anreize: Während Mund-zu-Mund-Propaganda und andere Informationsquellen dazu beitragen können, potenzielle Kunden darüber zu informieren, welche Caterpillar-Händler mehr oder weniger zuverlässig sind, haben einzelne Einzelhändler einen Anreiz, die Bemühungen anderer Verkäufer von Caterpillar-Maschinen, die benötigten Dienstleistungen zu erbringen, auszunutzen.
Service: Zu diesen Bemühungen gehört das Vorhalten von Ersatzteilen, um schnelle und dauerhafte Reparaturen zu ermöglichen. Die Händler, die durch Trittbrettfahren Geld sparen, können es sich leisten, etwas niedrigere Preise zu verlangen als Händler, die alle Dienstleistungen anbieten, die mit dem Verkauf eines sehr teuren Geräts einhergehen. Der Anreiz zum Trittbrettfahren verschärft das Problem der Kunden, die mit einem „hochwertigen“ Händler Geschäfte machen wollen und bereit sind, für die hohe Qualität, die sie erhalten, zu zahlen.
Kunden: Potenzielle Kunden müssen insbesondere feststellen, ob und inwieweit ein niedrigerer Preis eines Händlers im Vergleich zu einem anderen einen effizienteren Betrieb des erstgenannten Händlers widerspiegelt und nicht einen qualitativ besseren Kundendienst.
Kosten der Information: Die Kosten für das Sammeln und Auswerten von Informationen über die Qualität verschiedener Händler werden wahrscheinlich einige, vielleicht sogar viele potenzielle Kunden davon abhalten, eine teure Caterpillar-Maschine zu kaufen, und sie dazu veranlassen, eine billigere Alternative zu kaufen.
Henderson I 74
Exklusivrechte: Würde Caterpillar dagegen einem einzigen Einzelhändler, beispielsweise in der Provinz Alberta, das Exklusivrecht für den Verkauf und die Wartung von Caterpillar-Produkten übertragen, würde das Trittbrettfahrerproblem erheblich gemildert. Der Einzelhändler, der das Exklusivrecht in Alberta innehat, hätte einen Anreiz, Caterpillars zu verkaufen und gleichzeitig die gesamte Palette an Dienstleistungen anzubieten, die die Kunden wünschen und für die sie bereit sind zu zahlen. Qualität: Kunden, die qualitativ hochwertigere Maschinen wünschen, werden im Rahmen der territorialen Exklusivvereinbarung besser gestellt, als wenn Caterpillar seine Maschinen zum Großhandelspreis an jeden potenziellen Händler seiner Produkte verkaufen würde.
>Dienstleistung, >Information.

1. Telser, Lester G. (1960). Why Should Manufacturers Want Fair Trade? Journal of Law and Economics 3 (October): 86-105.
2. Klein, Benjamin, and Keith Leffler (2009). The Role of Market Forces in Assuring Contractual Performance. Journal of Political Economy 89, 41: 615-641.

Henderson I
David R. Henderson
Steven Globerman
The Essential UCLA School of Economics Vancouver: Fraser Institute. 2019
Ethik Hume Stegmüller IV 167
Ethik/Hume: These: An den Handlungen selbst ist kein Merkmal zu erkennen, welches es gestatten würde, zu unterscheiden, ob sie zu rechtfertigen sind, oder nicht. ((s) > Ethik/Harman). Stegmüller: Aber es lassen sich sogar präskriptive Stellen bei Hume finden.
>Handlungen.
IV 243
Ethik/Moral/Hume: These: 1. Angesichts knapper Ressourcen müssen die Menschen kooperieren um überleben zu können.
2. HumeVsHobbes: Allen Menschen ist Sympathie eigen - wäre freilich alles im Überfluss vorhanden, wäre die Respektierung fremden Eigentums überflüssig.
>Sympathie, >Sympathie/Hume.
IV 245
Die entscheidende Treibkraft ist das Eigeninteresse.
IV 247
Ethik/Moral/Hume: Bsp Die beiden Ruderer: 1. Reines Koordinationsproblem und 2. keiner will sich anstrengen. Eine Stabilisierung der Kooperation erfolgt durch: 1. Nur künstliche Tugend wird vorausgesetzt, 2. Es gibt keine sprachliche Kommunikation und 3. Es gibt nur rationalen Egoismus. Bsp Hilfe bei der Ernte: Der/die Erste hilft dem anderen. Dann kommt es zu einer zeitlichen Verzögerung: Der/die zweite hilft dem anderen nicht. > Trittbrettfahrerproblem, > Sanktionen.
IV 283
Vernunft/Moral/Ethik/Hume/Stegmüller: Die Vernunft kann niemals das Motiv für oder gegen eine Handlung sein. >Verstand/Hume, >Gründe/Hume.
Leidenschaften und Vorlieben sind logisch unabhängig von Schlussfolgerungen. Dennoch gibt es praktisch-vernünftige Präferenzen.
Mackie: Auch Leidenschaftslosigkeit erlaubt keine klare Sicht der Dinge.
>Ethik/Mackie.
---
Stuhlmann-Laeisz I 64
Ethik/Hume: Bei ihrer Begründung müssen immer schon moralische Aussagen vorausgesetzt werden.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997

SL I
R. Stuhlmann Laeisz
Philosophische Logik Paderborn 2002

Stuhlmann II
R. Stuhlmann-Laeisz
Freges Logische Untersuchungen Darmstadt 1995
Externalitäten Ostrom Kiesling I 26
Soziale Kosten/Externalitäten/Ostrom/Kiesling: Die Allgegenwärtigkeit von Transaktionskosten schließt die Schwierigkeit ein, Eigentumsrechte zu definieren, so dass es Ressourcen und Kontexte gibt, in denen Gruppen von Menschen Ressourcen gemeinschaftlich nutzen und herausfinden müssen, wie sie diese am besten nutzen können. >Transaktionskosten/Coase, >Soziale Kosten/Coase, >Recht/Coase, >Information/Coase.
Institutionelle Analyse: Elinor Ostrom leistete Pionierarbeit bei der vergleichenden institutionellen Analyse von Situationen mit gemeinsamen Ressourcen, wofür sie 2009 mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet wurde. Beispiel: Nehmen wir das Beispiel eines landwirtschaftlichen Dorfes mit einem Bewässerungsnetz, eine Situation, die Ostrom in ihrem 1990 erschienenen Buch Governing the Commons(1) analysierte. Wenn das Graben privater Brunnen und die Selbstbewässerung für den Einzelnen entweder zu kostspielig oder nicht durchführbar sind, dann profitieren die Menschen im Dorf von der alternativen Anordnung eines gemeinsamen Bewässerungsnetzes.
Problem: In einem gemeinsam genutzten Netz haben die Dorfbewohner jedoch das Problem, dass jeder von ihnen einen Anreiz hat, so viel Wasser wie möglich zu entnehmen, was zu Knappheit und Verschwendung führen kann, da das Bewässerungsnetz eine Allmende-Ressource ist.
>Trittbrettfahrer-Problem.
Anreize: Ostrom sieht die grundlegende Ursache des Anreizproblems in einem Mangel an ausreichend definierten (unvollkommen definierten) Eigentumsrechten.
Vgl. >Eigentumsrechte/Coase.
Durch die Kombination von umfangreicher Feldarbeit und Daten mit der Spieltheorie (die Bewässerungssituation ist ein Beispiel für ein Gefangenendilemma, d.h. Individuen in einer Gruppe entscheiden sich dafür, in ihrem eigenen Interesse - auf Kosten der anderen - zu handeln, was nicht zu dem besten Ergebnis für alle führt) kam Ostrom zu der Einsicht, dass die Dorfbewohner einen institutionellen Rahmen entwickelt haben, der es ihnen ermöglicht, die „Tragödie der Allmende“ - Knappheit und Verschwendung - generell zu vermeiden, indem sie ein System von Nutzungsrechten an dem gemeinsamen Pool entwickeln. Zu diesem Zweck setzen sie Governance ein, um die Ressource bestmöglich zu nutzen.
Vgl. >Gefangenendilemma.
Dieser Bereich der vergleichenden Institutionenanalyse baut auf den institutionellen und Transaktionskosten-Grundlagen der Arbeit von Coase auf und wendet Coases Ansatz an, zu untersuchen, wie Menschen tatsächlich ihre Transaktionen arrangieren, Ansätze zur Konfliktreduzierung finden und als Ergebnis wohlfahrtssteigernde Governance-Institutionen entwickeln.
>Ronald Coase, >Elinor Ostrom, >Institutionen/Ostrom, >Soziale Güter/Ostrom.

1. Ostrom, Elinor (1990). Governing the Commons: The Evolution of Institutions for Collective Action. Cambridge University Press.

EconOstr I
Elinor Ostrom
Governing the commons: The evolution of institutions for collective action Cambridge 1990

Kiesling I
L. Lynne Kiesling
The Essential Ronald Coase Vancouver: Fraser Institute. 2021
Externe Effekte Rothbard Rothbard III 1064
Externe Effekte/Rothbard: Das Problem der „externen Kosten“, das in der Regel als symmetrisch mit den externen Vorteilen behandelt wird, ist nicht wirklich damit verbunden: Es ist eine Folge des Versagens, die Rechte des Eigentums vollständig durchzusetzen. Wenn As Handlungen das Eigentum von B verletzen und die Regierung sich weigert, die Handlung zu stoppen und Schadenersatz zu fordern, werden die Eigentumsrechte und damit der freie Markt nicht vollständig verteidigt und aufrechterhalten. Daher sind externe Kosten (z. B. Rauchschäden) eher Versäumnisse bei der Aufrechterhaltung eines völlig freien Marktes als Mängel dieses Marktes.(1) >Externer Nutzen/Rothbard, >Freier Markt/Rothbard, >Freier Markt/Ökonomische Theorien.
Rothbard III 1038
Externe Effekte/Rothbard: Ein wichtiger Fall von externem Nutzen sind „externe Einsparungen“, die durch Investitionen in bestimmten Branchen erzielt werden könnten, die aber nicht als Gewinn für die Unternehmer anfallen würden. >Externer Nutzen/Rothbard.
Es erübrigt sich, auf die ausführliche Diskussion in der Literatur über die tatsächliche Reichweite solcher externen Vorteile einzugehen, obwohl sie offensichtlich vernachlässigbar sind.
Schutzzölle/Pigou: Es wird immer wieder vorgeschlagen, dass der Staat diese Investitionen subventioniert, damit die „Gesellschaft“ von den externen Einsparungen profitieren kann. Dies ist das Pigou-Argument für die Subventionierung der externen Wirtschaft sowie das alte und immer noch vorherrschende „infant industries“-Argument für einen Schutzzoll.
Freier Markt/RothbardVsPigou: Die Forderung nach staatlicher Subventionierung von Investitionen in der Außenwirtschaft läuft auf eine dritte Angriffslinie auf den freien Markt hinaus, nämlich dass B, die potenziellen Nutznießer, gezwungen werden, die Nutznießer A zu subventionieren, damit letztere den Nutzen für den Ersteren produzieren.
Für den ersten und zweiten Aspekt siehe Freier Markt/Ökonomische Theorien.
Diese (...) Linie ist das Lieblingsargument der Ökonomen für Vorschläge wie staatlich geförderte Staudämme oder Rekultivierungen (die Empfänger werden besteuert, um für ihren Nutzen zu zahlen) oder die Schulpflicht (die Steuerzahler werden schließlich von der Bildung der anderen profitieren) usw.
Auch hier tragen die Empfänger die Last der Politik, aber hier werden sie nicht als Trittbrettfahrer kritisiert. Sie werden nun aus einer Situation „gerettet“, in der sie bestimmte Leistungen nicht erhalten hätten. RothbardVs: Da sie nicht dafür bezahlt hätten, ist es schwierig zu verstehen, wovor sie genau gerettet werden.
Kosten: Die dritte Angriffslinie stimmt also mit der ersten überein, dass der freie Markt aufgrund des menschlichen Egoismus nicht genügend außenwirtschaftliche Handlungen hervorbringt; sie schließt sich jedoch der zweiten Angriffslinie an, indem sie die Kosten für die Behebung der Situation den seltsamerweise unwilligen Empfängern aufbürdet.
Zwang: Wenn diese Subventionierung stattfindet, sind die Empfänger offensichtlich keine Trittbrettfahrer mehr: Sie werden einfach gezwungen, Leistungen zu kaufen, für die sie bei freier Entscheidung nicht gezahlt hätten.
Rothbard III 1039
RothbardVs: Die Absurdität des dritten Ansatzes zeigt sich, wenn man über die Frage nachdenkt: Wer profitiert von der vorgeschlagenen Politik? Der Wohltäter A erhält eine Subvention, das ist wahr. Aber es ist oft zweifelhaft, ob er davon profitiert, da er sonst in eine andere Richtung gehandelt und gewinnbringend investiert hätte. Der Staat hat ihn lediglich für Verluste entschädigt, die er erhalten hätte, und die Erträge so angepasst, dass er den Gegenwert für eine entgangene Chance erhält. Daher hat A, wenn er ein Unternehmen ist, keinen Nutzen davon. Was die Empfänger betrifft, so werden sie vom Staat gezwungen, für Leistungen zu zahlen, die sie sonst nicht erworben hätten. Wie können wir sagen, dass sie „profitieren“? Eine Standardantwort lautet, dass die Empfänger die Leistung „nicht“ hätten erhalten können, selbst wenn sie sie freiwillig hätten kaufen wollen. Zweitens gibt es keinen Grund, warum die potenziellen Empfänger den Nutzen nicht hätten kaufen können. In allen Fällen kann ein produzierter Nutzen auf dem Markt verkauft werden und sein Wertprodukt an die Verbraucher verdienen.

1. Siehe Mises, Human Action, New Haven, Conn.: Yale University Press, 1949. Nachdruck Ludwig von Mises Institute, 1998. pp. 650-53; und de Jouvenel, "Political Economy of Gratuity“. Virginia Quarterly Review (Autumn 1959). S. 522-26.

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977
Föderalismus Konstitutionelle Ökonomie Parisi I 210
Föderalismus/Konstitutionelle Ökonomie/Voigt: (...) die vermuteten ökonomischen Vorteile des Föderalismus sollen sich aus dem Wettbewerb zwischen den Teilstaaten ergeben; seine Kosten beruhen auf der Notwendigkeit, in einigen Fragen zu kooperieren. Hayek: So argumentiert Hayek (1939)(1), dass der Wettbewerb zwischen den Regierungen Informationen über effiziente Wege zur Bereitstellung öffentlicher Güter offenlegen wird. Unter der Annahme, dass die Regierungen Anreize haben, diese Informationen zu nutzen, sollte die Regierungseffizienz in Föderationen ceteris paribus höher sein.
Tiebout: In dem berühmten Modell von Tiebout ( 1956)(2) konkurrieren die unteren Regierungsebenen
Parisi I 211
um die steuerzahlenden Bürger, was den Regierungen der unteren Ebenen einen Anreiz gibt, auf die Präferenzen dieser Bürger einzugehen. Kosten: (...) wenn die Zahl der Staaten groß ist, könnten Skalenerträge bei der Bereitstellung öffentlicher Güter unrealisiert bleiben. So vermutet Tanzi (2000)(3), dass diejenigen, die öffentliche Güter bereitstellen, unzureichend spezialisiert sein werden.
Moralisches Risiko: Außerdem müssen sich Bundesstaaten mit einem Moral-Hazard-Problem auseinandersetzen, das in Einheitsstaaten kein Thema ist.* Die Bundesregierung wird regelmäßig "No-bail-out-Klauseln" aussprechen, die aber nicht immer glaubwürdig sind.
In Bezug auf die Frage der Überschuldung argumentiert Wildasin (1997)(6), dass große Staaten "zu groß zum Verlieren" werden können. Andererseits wird argumentiert (Rodden und Wibbels, 2002)(7), dass große Staaten mehr von den Vorteilen internalisieren können, die durch eine verantwortungsvolle Finanzpolitik entstehen.
Lösung: Eine Reihe von Faktoren könnte dieses Trittbrettfahrer-Problem abmildern: Wenn starke, disziplinierte Parteien im größten Teil der Föderation aktiv sind und eine Partei sowohl die Bundes- als auch die meisten Gliedstaatenregierungen führt, dann können die Parteiführer möglicherweise verhindern, dass die Staatsbeamten die negativen Effekte der Überschuldung externalisieren (Rodden und Wibbels, 2002)(7).
Korruption: Auf die Frage, ob Korruption unter föderalen oder unitarischen Verfassungen häufiger vorkommt, gibt es eine Standardantwort: Die Regierungen der Teilstaaten sind näher am Volk, spielen unendlich wiederholte Spiele mit den lokalen Wählern und sind daher der lokalen Vereinnahmung ausgesetzt (siehe z.B. Tanzi, 2000)(3). Daher wird das Korruptionsniveau unter föderalen Verfassungen höher sein als unter unitären Verfassungen.
Vs: Das Standardargument gegen die Local-Capture-Hypothese ist, dass das Verhalten der Regierungen der Gliedstaaten in Föderationen transparenter ist und die Politiker daher stärker für ihre Handlungen verantwortlich sind. Dies würde implizieren, dass die Korruption unter föderalen Verfassungen geringer ist.
Darüber hinaus kann Korruption ein Zeichen für eine Unzulänglichkeit des jeweiligen Regelsystems sein; unter dysfunktionalen Regeln werden selbst wohlfahrtssteigernde Aktivitäten oft korruptes Verhalten erfordern. Diese Annahme führt zu dem Argument, dass, da die konstituierenden Einheiten von Bundesstaaten näher am Volk sind, es wahrscheinlich ist, dass ihre Regeln angemessener sind als die in Einheitsstaaten.
Parisi I 212
Staatsausgaben: Lange Zeit waren die Erkenntnisse über die Auswirkungen des Föderalismus auf die Gesamtausgaben des Staates gemischt. In den letzten Jahren scheint sich dies jedoch geändert zu haben. Rodden (2003)(8) zeigt für eine länderübergreifende Studie, die den Zeitraum 1980 bis 1993 abdeckt, dass in Ländern, in denen lokale und staatliche Regierungen die Kompetenz haben, die Steuerbasis festzulegen, die gesamten Staatsausgaben niedriger sind. >Direkte Demokratie/Konstitutionelle Ökonomie, >Staatliche Strukturen/Konstitutionelle Ökonomie.
* Die Beziehung zwischen der Zentralregierung und den untergeordneten Einheiten in Einheitsstaaten könnte mit Hilfe der Prinzipal-Agenten-Theorie mit ihren bekannten Überwachungsproblemen treffender beschrieben werden. Für eine solche Sichtweise siehe Seabright (1996)(4).

** Rodden (2002(5), S. 6 72) weist darauf hin, dass die Kreditwürdigkeit der föderalen
Ebene gefährdet sein könnte, wenn sie den Teilstaaten nicht hilft.

1. Hayek, F. (1939). "Economic Conditions of Inter-State Federalism." New Commonwealth Quarterly 2: 131-149.
2. Tiebout, Ch. (1956). "A Pure Theory of Local Expenditures." Journal of Political Economy 64: 416-424.
3. Tanzi, V. (2000). "Some politically incorrect Remarks on Decentralization and Public Finance," in J.-J. Dethier, ed., Governance, Decentralization and Reform in China, India and Russia, 47-63. Boston, MA: Kluwer.
4. Seabright, Paul (1996). "Accountability and Decentralization in Government: An Incomplete Contracts Model." European Economic Review 40:61-89.
5. Rodden, J. (2002). "The Dilemma of Fiscal Federalism: Grants and Fiscal Performance around the World." American Journal of Political Science 46(3): 670-687.
6. Wildasin, D. (1997). "Externalities and Bailouts: Hard and Soft Budget Constraints in Intergovernmental Fiscal Relations." Nashville, TN: Mimeo.
7. Rodden, J. and E. Wibbels (2002). "Beyond the Fiction of Federalism - Macroeconomic Management in Multitiered Systems." World Politics 54: 494-531.
8. Rodden, J. (2003). "Reviving Leviathan: Fiscal Federalism and the Growth of Government." International Organization 57: 695-729.

Voigt, Stefan. “Constitutional Economics and the Law”. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Free Lunch Demsetz Henderson I 54
Free-Lunch-Fehlschluss/DemsetzVsArrow/Demsetz/Henderson/Globerman: Arrow(1) vertrat die Auffassung, dass es für eine optimale Erfindungstätigkeit in der Privatwirtschaft „Entschädigungsoptionen“ geben muss, damit Erfinder das Risiko auf andere Personen umlenken können, die bereit sind, es zu tragen.* Arrow schrieb, dass eine Entschädigungsoption ein Vertrag ist, „bei dem die Käufer eine vereinbarte Summe zahlen und die Verkäufer sich verpflichten, vorgeschriebene Mengen eines bestimmten Rohstoffs zu liefern, wenn ein bestimmter Zustand (…) eintritt, und nichts zu liefern, wenn dieser Zustand (…) nicht eintritt“. Arrow argumentierte, dass „das reale Wirtschaftssystem keine Märkte für Entschädigungsoptionen besitzt“ (1962(1): 610-611). DemsetzVsArrow: Demsetz widersprach und wies darauf hin, dass es Rohstoff-Optionen gab. Stellen Sie sich vor, wie viel stärker Demsetz' empirischer Fall gewesen wäre, wenn er ihn 1974 geschrieben hätte, kurz nachdem die Chicago Board Options Exchange 1973 ins Leben gerufen worden war: Rohstoffoptionen werden an dieser Börse gehandelt. Demsetz wies jedoch auf einen wichtigen Grund dafür hin, dass es sie nicht in dem Maße gab, wie es Arrow gerne gehabt hätte: die Kosten für ihre Entwicklung.
Kostenloses Mittagessen/Free Lunch/DemsetzVsArrow: „Arrow ist hier in den Trugschluss des kostenlosen Mittagessens verfallen. Das Wort „nicht-optimal“ ist irreführend und zweideutig. Bedeutet es, dass das freie Unternehmertum noch verbessert werden kann?
Henderson I 55
Nehmen wir an, die Kosten für die Vermarktung von Rohstoffoptionen übersteigen den Gewinn aus der Anpassung dem Risiko übersteigt. Dies wäre der Grund für ihr mutmaßliches Fehlen. Kann man sagen, dass freies Unternehmertum zu einer nicht-optimalen Risikoanpassung führt? Mit dieser Behauptung würde man bestreiten, dass Knappheit für die Optimalität relevant ist - eine seltsame Position für einen Wirtschaftswissenschaftler. Indem der Nirwana-Ansatz behauptet, dass freies Unternehmertum zu einer unvollständigen Risikoanpassung führt, verleitet er durch den Vergleich dieser Anpassungen mit dem Ideal dazu, unvollständig mit nicht-optimal gleichzusetzen. Dies wäre nur dann richtig, wenn Warenoptionen oder andere Möglichkeiten der Risikoanpassung kostenlos wären. Auf diese Weise beruht der Nirwana-Ansatz auf der impliziten Annahme der Nicht-Knappheit, aber da eine Risikoverlagerungoder -minderung im Allgemeinen nicht kostenlos möglich ist, ist der Nachweis der Nichtoptimalität falsch ist. (1969(2): 3-4)
>Nirwana-Täuschung/Demsetz.
Kurz gesagt, die Tatsache, dass es viele Rohstoffoptionen gar nicht gibt, ist alles andere als ein Marktversagen, sondern ein Markterfolg. Märkte sortieren Waren und Dienstleistungen aus, deren Kosten ihren Wert übersteigen.
Arrow: Selbst wenn es Commodity-Optionen gäbe, so Arrow, würde der freie Markt immer noch zu wenig in Informationen investieren. Arrow nannte zwei Gründe: Risikoaversion und Moral Hazard.
>Risikoaversion, >Moral Hazard, >Moralisches Risiko, >Trittbrettfahrerproblem.
DemsetzVsArrrow: Demsetz wies auf den Trugschluss hin, dass „die Menschen unterschiedlich sein könnten“. ((s) Problem: das ist eine bloße Annahme und beweist nichts).
>Risikoaversion/Demsetz.

1. Arrow, Kenneth (1962). Economic Welfare and the Allocation of Resources for Innovation. In The Rate and Direction of Inventive Activity: Economic and Social Factors, National Bureau Committee for Economic Research (Princeton University Press).
2. Demsetz, Harold (1969). Information and Efficiency: Another Viewpoint. Journal of Law and Economics 12, 1 (April): 1-22.

EconDems I
Harold Demsetz
Toward a theory of property rights 1967

Henderson I
David R. Henderson
Steven Globerman
The Essential UCLA School of Economics Vancouver: Fraser Institute. 2019
Freier Markt Wirtschaftstheorien Rothbard III 912
Freier Markt/Wirtschaftstheorien/Rothbard: Es gibt viele Ökonomen, die den „freien Markt“ nur als frei von triangulären Eingriffen betrachten; solche binären Eingriffe wie die Besteuerung werden nicht als Eingriffe in die Reinheit des „freien Marktes“ betrachtet. Zu triangulären Eingriffen siehe >Preiskontrollen/Rothbard;
>Interventionen/Rothbard.
Chicagoer Schule/Knight/Rothbard: Die Ökonomen der Chicagoer Schule - angeführt von Frank H. Knight - haben es besonders gut verstanden, die wirtschaftliche Tätigkeit des Menschen aufzuspalten und den „Markt“ auf einen engen Rahmen zu beschränken. Auf diese Weise können sie den „freien Markt“ favorisieren (weil sie solche Dreieckseingriffe wie die Preiskontrolle ablehnen), während sie gleichzeitig drastische binäre Eingriffe in Form von Steuern und Subventionen befürworten, um das von diesem Markt bestimmte Einkommen „umzuverteilen“.
>Verteilung/Rothbard, >Frank H. Knight, >Chicagoer Schule.
RothbardVsChicagoer Schule: Kurz gesagt, der Markt soll in einer Sphäre „frei“ bleiben, während er in einer anderen Sphäre durch äußeren Zwang ständig schikaniert und umgestaltet wird. Dieses Konzept geht davon aus, dass der Mensch zersplittert ist, dass der „Marktmensch“ sich nicht darum kümmert, was mit ihm als „Untertan des Staates“ geschieht.
Def Steuerillusion/Rothbard: Dies ist sicherlich ein unzulässiger Mythos, den wir als „Steuerillusion“ bezeichnen könnten - die Vorstellung, dass die Menschen nicht berücksichtigen, was sie nach Steuern verdienen, sondern nur vor Steuern.
Kurz gesagt, wenn A 9.000 Dollar pro Jahr auf dem Markt verdient, B 5.000 Dollar und C 1.000 Dollar, und die Regierung beschließt, die Einkommen so umzuverteilen, dass jeder 5.000 Dollar verdient, werden die Individuen, die darüber informiert sind, nicht dummerweise annehmen, dass sie immer noch das verdienen, was sie vorher verdient haben. Sie werden die Steuern und Subventionen mit einbeziehen.
>Staatsausgaben/Rothbard.
Rothbard III 1035
Freier Markt/Wirtschaftstheorien/Rothbard: Es gibt zwei allgemeine Angriffslinien auf den freien Markt, die den externen Nutzen als Kritikpunkt verwenden. Zusammengenommen heben sich diese Argumente gegen den Markt und für staatliche Eingriffe oder Unternehmen gegenseitig auf, aber jedes muss fairerweise separat untersucht werden.
1)Die erste Art der Kritik besteht darin, A dafür anzugreifen, dass er nicht genug für B tut. Dem Wohltäter wird vorgeworfen, dass er ausschließlich seine eigenen egoistischen Interessen berücksichtigt und dabei den potenziellen indirekten Empfänger vernachlässigt, der in den Startlöchern steht.(1)
2) Die zweite Angriffslinie besteht darin, B anzuprangern, weil er eine Leistung annimmt, ohne A dafür zu bezahlen. Der Empfänger wird als undankbar und quasi als Dieb beschimpft, weil er das kostenlose Geschenk annimmt.
Der freie Markt wird also von beiden Gruppen von Angreifern der Ungerechtigkeit und Verzerrung bezichtigt:
a) Die erste Gruppe glaubt, dass der Egoismus des Menschen so beschaffen ist, dass A nicht genug tut, um B zu begünstigen;
b) die zweite, dass B zu viel „unverdienten Zuwachs“ erhält, ohne dafür zu bezahlen.
Rothbard: In beiden Fällen ist der Staat gefordert, Abhilfe zu schaffen; einerseits durch Gewaltanwendung, um A zu zwingen oder zu veranlassen, mehr in einer Weise zu handeln, die B hilft; andererseits, um B zu zwingen, A für sein Geschenk zu bezahlen.
Ethik/Ökonomie/Rothbard: Im Allgemeinen sind diese ethischen Ansichten in die „wissenschaftliche“ Meinung gekleidet, dass in diesen Fällen das Handeln auf dem freien Markt nicht mehr optimal ist, sondern durch korrigierende staatliche Maßnahmen wieder in die Optimalität zurückgeführt werden sollte. Eine solche Sichtweise verkennt völlig die Art und Weise, in der die Wirtschaftswissenschaft behauptet, dass marktwirtschaftliches Handeln immer optimal ist.
Rothbard III 1036
RothbardVsInterventionen: Er ist optimal, nicht vom Standpunkt der persönlichen ethischen Ansichten eines Ökonomen aus, sondern vom Standpunkt der freien, freiwilligen Handlungen aller Teilnehmer und der Befriedigung der frei geäußerten Bedürfnisse der Verbraucher. Staatliche Eingriffe werden sich daher zwangsläufig und immer von einem solchen Optimum entfernen. Rothbard: Es ist amüsant, dass, obwohl jede Angriffslinie ziemlich weit verbreitet ist, jede ziemlich erfolgreich widerlegt werden kann, indem man die Essenz des anderen Angriffs verwendet!
RothbardVs 1): Nehmen wir zum Beispiel den ersten - den Angriff auf den Wohltäter. Den Wohltäter anzuprangern und implizit nach staatlicher Bestrafung für unzureichende gute Taten zu rufen, bedeutet, einen moralischen Anspruch des Empfängers an den Wohltäter zu stellen. Wir haben nicht die Absicht, über ultimative Werte zu diskutieren (...). Aber es sollte klar sein, dass die Annahme dieser Position bedeutet, dass B das Recht hat, von A etwas zu verlangen, was ihm zugute kommt und wofür B keine Gegenleistung erbringt. Wir müssen die zweite Angriffslinie (auf den „Trittbrettfahrer“) nicht bis zum Ende verfolgen, aber wir können vielleicht sagen, dass es eine Anmaßung des Trittbrettfahrers ist, sein Recht auf einen Posten der Majestät und des Befehls zu behaupten. Denn was die erste Angriffslinie behauptet, ist das moralische Recht von B, von A Geschenke zu verlangen, wenn nötig mit Gewalt.
>Trittbrettfahrer, >Moral Hazard.
RothbardVs 2): Die zweite Angriffslinie hat die entgegengesetzte Form - eine Anschuldigung gegen den Empfänger des „Geschenks“. Der Empfänger wird als „Trittbrettfahrer“ bezeichnet, als ein Mann, der auf bösartige Weise den „unverdienten Zuwachs“ der produktiven Handlungen anderer genießt. Auch dies ist eine merkwürdige Angriffslinie. Es ist ein Argument, das nur dann stichhaltig ist, wenn es sich gegen die erste Angriffslinie richtet, d.h. gegen den Trittbrettfahrer, der obligatorische Freifahrten will. Hier haben wir jedoch eine Situation, in der die Handlungen von A, die er nur zu seinem eigenen Vorteil vornimmt, den glücklichen Effekt haben, dass sie auch jemand anderem zugute kommen.
Sollen wir empört sein, weil das Glück in der Gesellschaft verteilt wird? Sollen wir kritisch sein, weil mehr als eine Person von den Handlungen einer Person profitiert?
Trittbrettfahrer: Schließlich hat der Trittbrettfahrer nicht um seine Mitfahrgelegenheit gebeten. Er hat sie ungefragt als Segen erhalten, weil A von seinem eigenen Handeln profitiert. Der zweite Ansatz besteht darin, die Gendarmen zur Bestrafung herbeizurufen, weil zu viele Menschen in der Gesellschaft glücklich sind. Kurz gesagt, soll ich dafür besteuert werden, dass ich den Blick auf den gepflegten Garten meines Nachbarn genieße?
Rothbard III 1037
Georgismus/Henry George: Ein auffälliges Beispiel dieser zweiten Angriffslinie ist der Kern der Position der Henry-Georgisten: ein Angriff auf den „unverdienten Zuwachs“, der sich aus einem Anstieg der Kapitalwerte von Grund und Boden ergibt. Das Argument der Georgisten lautet, dass der Grundbesitzer für diesen Anstieg, der durch Ereignisse außerhalb seines Grundbesitzes zustande kommt, moralisch nicht verantwortlich ist; dennoch erntet er den Nutzen. Der Grundbesitzer ist also ein Trittbrettfahrer, und sein „unverdienter Zuwachs“ gehört rechtmäßig der „Gesellschaft“. Abgesehen von dem Problem der Realität der Gesellschaft und der Frage, ob „sie“ überhaupt etwas besitzen kann, haben wir es hier mit einem moralischen Angriff auf eine Trittbrettfahrersituation zu tun. >Henry George, >Georgismus/Rothbard.
RothbardVsGeorgismus: Die Schwierigkeit mit diesem Argument ist, dass es viel zu viel beweist. Denn wer von uns würde auch nur annähernd so viel verdienen wie unser heutiges Realeinkommen, wenn wir nicht von externen Vorteilen profitieren würden, die wir durch die Handlungen anderer erhalten? Insbesondere die große moderne Akkumulation von Kapitalgütern ist ein Erbe aller Nettoersparnisse unserer Vorfahren. Ohne sie würden wir, unabhängig von der Qualität unseres eigenen moralischen Charakters, in einem primitiven Dschungel leben.

1. Aus unerfindlichen Gründen werden nur die indirekten Vorteile beanstandet, bei denen B ungewollt von der Handlung des A profitiert. Direkte Schenkungen oder Wohltätigkeit, bei denen A einfach Geld an B spendet, werden nicht unter der Kategorie des externen Nutzens angegriffen.

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977
Gefangenendilemma Ostrom Mause I 157f
Gefangenendilemma/Gemeingut/Allmende/Soziale Güter/Ostrom: die sogenannte „Tragik der Allmende“ (Tradegy of the commons“ (siehe Soziale Güter/Hardin) wird oft am Gefangenendilemma illustriert, z.B. Ostrom. (1) Bsp Das von den Landwirten eines Dorfes gemeinschaftlich genutzte Weide- und Ackerland.
Optionen: a)„reine Kooperation“: Beschränkungen der individuellen Nutzung auf das mit dem kollektiven Optimun verträgliche Niveau
b)„reine Defektion“: keine Beschränkung
In dieser Situation wird jeder Spieler, gleichgültig wie sich die übrigen Dorfbewohner verhalten, rationalerweise seine individuellen Eigeninteressen in den Vordergrund stellen: Denn zum einen hat jeder durch Ausspielen seiner ‚Trittbrettfahrer-Strategie‘ die Chance, die von ihm am meisten präferierte Situation zu erreichen. (…)Während also das (schwache) Pareto-Prinzip zur Kooperation mahnt, drängt das Dominanzprinzip jeden Spieler dazu, gegen das gemeinsame Interesse zu handeln. Am Ende finden sich alle in der kollektiv schlechtesten Situation wieder. Zur Wiederholung des Gefangenendilemmas siehe Gefangenendilemma/Fudenberg.


1. Elinor Ostrom, Governing the commons. The evolution of institutions for collective action. Cambridge: 1990, S. 3-5.

EconOstr I
Elinor Ostrom
Governing the commons: The evolution of institutions for collective action Cambridge 1990

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Gefangenendilemma Winters Krugman III 218
Gefangenendilemma/Internationaler Handel/Winters: Wenn man dynamische Überlegungen außer Acht lässt, befindet sich der einzelne Exporteur in einem Gefangenendilemma. Selbst wenn er die Notwendigkeit von Zurückhaltung insgesamt anerkennt, sind seine eigenen Anreize in Richtung ungehemmter Exporte gerichtet. Wenn er außerdem glaubt, dass alle anderen sich zurückhalten, kann es für ihn sogar profitabel sein, seine eigenen Exporte zu steigern, um von deren Zurückhaltung zu profitieren.* >Exportbeschränkung (VER), >Handelspolitik, >Strategische Handelspolitik, >Internationaler Handel >Neue Handelstheorie.
Das Ergebnis dieser Situation hängt zum Teil von der Anzahl der beteiligten Exporteure ab: Je weniger Unternehmen beteiligt sind, desto wahrscheinlicher ist eine effektive Zusammenarbeit (Zurückhaltung). Daher ist ceteris paribus davon auszugehen, dass die Überwachung eine umso stärkere einfuhrhemmende Wirkung hat, je weniger wettbewerbsfähig die Lieferindustrie ist.
>Einfuhrkontrollen.
Die Wettbewerbsfähigkeit ist schwer zu beurteilen, aber angesichts des Spielraums für eine Marktsegmentierung und der größeren Wahrscheinlichkeit technischer Unterschiede zwischen den Unternehmen dürfte sie bei anspruchsvollen Gütern (z. B. Hi-Fi-Anlagen) geringer sein als bei einfachen Gütern (z. B. Schuhen).
Kooperation: Eine weitere Voraussetzung für die Zusammenarbeit ist die Rolle der Regierung oder kollektiver Handelsverbände. Branchen und Länder mit einer starken Tradition staatlicher Beteiligung am Export sind eher in der Lage, Ausfuhren einzuschränken als andere.** In der Tat kann die Auferlegung einer Überwachung das Signal sein, ein Exportkontrollsystem zu schaffen, das zuvor aus Angst vor Verstößen gegen das Kartellrecht unterdrückt worden war. Zuvor wettbewerbsfähige Exporteure können in der Tat an Regierungen appellieren, Ausfuhrbeschränkungsvereinbarungen zu überwachen, um Trittbrettfahrerprobleme zu vermeiden. Dies ist vor allem dann wahrscheinlich, wenn eine daraus resultierende Beschränkung die Exportpreise in die Höhe treibt, denn dann werden die etablierten Unternehmen bestrebt sein, sicherzustellen, dass ihre Bemühungen nicht durch neue Marktteilnehmer untergraben werden.
Selbst wenn die ausführenden Regierungen kein Exportmanagementsystem schaffen oder überwachen wollen, könnten sie gezwungen sein, enger als bisher mit der Industrie zusammenzuarbeiten. Wenn die Überwachung auch nur einen Hinweis auf einen künftigen Schutz enthält, wird die Regierung wahrscheinlich ihre Verhandlungsstrategie vorbereiten wollen.
Krugman III 219
Zumindest dürfte dies das Sammeln von Informationen bedeuten.
L. Alan Winters. „Import Surveillance as a Strategic Trade Policy.“ In: Paul Krugman and Alasdair Smith (Eds.) 1994. Empirical Studies of Strategic Trade Policy. Chicago: The University of Chicago Press.

EconKrug I
Paul Krugman
Volkswirtschaftslehre Stuttgart 2017

EconKrug II
Paul Krugman
Robin Wells
Microeconomics New York 2014

Krugman III
Paul Krugman
Alasdair Smith
Empirical Studies of Strategic Trade Policy Chicago: The University of Chicago Press 1994
Generationengerechtigkeit Rothbard Rothbard III 499
Generationengerechtigkeit/Rothbard: Ein weiterer, diametral entgegengesetzter Angriff ist der übliche, dass der freie Markt Ressourcen verschwendet, insbesondere erschöpfbare Ressourcen. Künftige Generationen werden angeblich durch die Gier der Gegenwart beraubt. Eine solche Argumentation würde zu der paradoxen Schlussfolgerung führen, dass überhaupt nichts von der Ressource verbraucht werden sollte. Denn wann immer ein Mensch eine erschöpfbare Ressource verbraucht (hier verwenden wir „verbrauchen“ in einem weiteren Sinne, der auch das „Aufbrauchen“ in der Produktion einschließt), hinterlässt er für sich und seine Nachkommen einen geringeren Vorrat, auf den sie zurückgreifen können. Es ist eine Tatsache, dass immer dann, wenn eine erschöpfbare Ressource in beliebiger Menge verbraucht wird, weniger für die Zukunft übrig bleibt, und daher könnte ein solcher Verbrauch genauso gut als „Raub der Zukunft“ bezeichnet werden, wenn man Raub in solch ungewöhnlichen Begriffen definieren möchte.(1) >Generationengerechtigkeit.
Rothbard III 1037
Generationengerechtigkeit/Rothbard: Die Schwierigkeit mit diesem Argument ist, dass es viel zu viel beweist. Denn wer von uns würde auch nur annähernd so viel verdienen wie unser heutiges Realeinkommen, wenn wir nicht von externen Vorteilen profitieren würden, die wir aus den Handlungen anderer ziehen? >Externer Nutzen/Rothbard.
Kapitalgüter: Die große moderne Akkumulation von Kapitalgütern ist ein Erbe der Nettoersparnisse unserer Vorfahren. Ohne sie würden wir, unabhängig von der Qualität unseres eigenen moralischen Charakters, in einem primitiven Dschungel leben. Das Erbe des Geldkapitals von unseren Vorfahren ist natürlich nichts anderes als das Erbe von Anteilen an dieser Kapitalstruktur.
>Kapitalstruktur/Rothbard.
Trittbrettfahrer: Wir alle sind also Trittbrettfahrer der Vergangenheit. Wir sind auch Trittbrettfahrer in der Gegenwart, denn wir profitieren von den kontinuierlichen Investitionen unserer Mitmenschen und von ihren spezialisierten Fähigkeiten auf dem Markt.
Löhne: Der größte Teil unserer Löhne, wenn man sie denn als solche bezeichnen könnte, ist sicherlich auf dieses Erbe zurückzuführen, auf dem wir als Trittbrettfahrer sitzen.
Grund und Boden: Der Grundeigentümer hat nicht mehr unverdienten Zuwachs als jeder von uns.
Besteuerung: Sollen wir also alle beschlagnahmt und für unser Glück besteuert werden? Und wer erhält dann die Beute? Unsere toten Vorfahren, die unsere Wohltäter bei der Anlage des Kapitals waren?(2)
>Moral Hazard.

1. Ungewöhnliche Begriffe, da Raub eindeutig als Aneignung des Eigentums eines anderen ohne dessen Zustimmung und nicht als Verwendung des eigenen Eigentums definiert wurde.
2. In Benjamin Tuckers Kritik steckt sowohl Gerechtigkeit als auch Unverblümtheit: „Was gibt dem Land einen Wert?“, fragt Rev. Hugh O. Pentecost [ein Georgist]. Und er antwortet: „Die Anwesenheit der Bevölkerung - die Gemeinschaft. Dann gehört die Pacht oder der Wert des Bodens moralisch der Gemeinschaft.“ Was gibt der Predigt von Herrn Pentecost ihren Wert? Die Anwesenheit der Bevölkerung - die Gemeinschaft. Dann gehört Mr. Pentecosts Gehalt oder der Wert seiner Predigt moralisch der Gemeinschaft. (B. Tucker, Instead of a Book. 2nd ed. New York: B.R. Tucker, 1897. Nachdruck von Haskell House Publishers, 1969. S. 357)

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977
Gesellschaft Rawls I 4
Def Gesellschaft/Rawls: Nehmen wir an, eine Gesellschaft sei ein mehr oder weniger selbstgenügsamer Zusammenschluss von Personen, die gewissen Verhaltensregel anerkennen und meist in Einklang mit ihnen leben. Diese Regeln sollen ein System der Zusammenarbeit bilden, das den Teilnehmern Vorteile sichert. Dann ist die Gesellschaft typischerweise gekennzeichnet durch Konflikte sowie Interessengleichheit.
>Konflikte, >Interessen.
I 12
Gesellschaft/Rawls: Nach unserem Prinzip der Gerechtigkeit als Fairness nehmen wir an, die Parteien der Ausgangssituation seien rational und nicht an den Interessen der anderen interessiert. D.h. zum Beispiel dass sie zulassen, dass ihre religiösen Einstellungen differieren. >Prinzipien/Rawls, >Fairness/Rawls.
I 13
Ungleichheit: z.B. an Wohlstand und Autorität: Ungleichheit ist nur gerechtfertigt, wenn sie dem öffentlichen Wohl und den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft dienen. Ungleiche Verteilung sollte so beschaffen sein, dass sie die Bereitschaft aller zur Kooperation fördert. >Ungleichheit.
I 17
Ziele/Zwecke: Ziele und Zwecke sollen nicht in eine Rangfolgegebracht werden.
I 118
Gesellschaft/Ausgangsposition/Rawls: Wie sieht die Ausgangsposition für eine zu errichtende Gesellschaft aus?
I 119
Wir müssen zeigen, dass die beiden Prinzipien der Gerechtigkeit (Siehe Prinzipien/Rawls) aus einer rationalen Wahl der Individuen in der Anfangssituation zur Sicherung ihrer eigenen Vorteile hervorgegangen sind. Also dass sie z.B. eine Antwort auf ungebremsten Egoismus sind. Wenn Individuen deduktiv urteilen, wird sich ein Gleichgewicht ausbilden, wie z.B. in Märkten.
I 120
Gleichgewicht: Gleichgewicht garantiert aber noch nicht, dass der Zustand gerecht ist. Es bedeutet nur, dass Menschen effektiv handeln, um ihre Position zu sichern. Anfangsposition: wird als Status Quo definiert, in dem alle erreichten Übereinstimmungen fair sind, in der die Beteiligten moralische Personen sind und das Ergebnis nicht durch zufällige Ungleichheiten bestimmt ist. Das ermöglicht es, von Anfang an reine Verfahrensgerechtigkeit anzunehmen. Natürlich ist die Anfangssituation eine gänzlich fiktive; sie kann nicht dazu dienen konkretes menschliches Handeln zu erklären.
I 121
Psychologie/Rawls: Es geht auch nicht um psychologische Gesetze, die beim Aufbau einer Gesellschaft wirksam sein könnten. Wir setzen Psychologie lediglich in Bezug auf rationale Erwartungen im Zusammenhang mit den individuellen Interessen der Menschen voraus. Unser weiteres Vorgehen kann aber rein deduktiv sein. Dennoch ist mein Vorgehen durchgehend stark intuitiv. Anfangssituation/Rawls: lässt immer noch verschiedene Interpretationen zu in Bezug auf Einstellungen, Überzeugungen und verfügbare Alternativen für die beteiligten Parteien.
I 123
Optimum: Leider haben wir keinerlei Möglichkeit, in der Anfangssituation auszumachen, welche Handlungsalternativen die besten für die Beteiligten sind. Wir begnügen uns mit einer kleinen Auswahl klassischer Möglichkeiten, von der wir annehmen, dass sie den Beteiligten zur Verfügung stehen:
I 124
Bsp die Prinzipien der größten allgemeinen Gleichheit, des Durchschnittsnutzens, eines sozialen Minimums, Nützlichkeitsprinzip, Perfektionsprinzip, Intuitionistische Abwägung von Gesamtnutzen gegenüber Gleichverteilung, Durchschnittsnutzen gegen Abhilfeprinzip, Diktatur der Ersten Person, Trittbrettfahren, Solipsismus, Totale Freiheit für jedermann. >Soziales Minimum, >Durchschnittsnutzen, >Solipsismus, >Trittbrettfahrer.
I 128
Umstände der Anfangssituation: Wir nehmen eine gewisse Knappheit an Ressourcen und ein Desinteresse der Personen am Einzelinteresse anderer, sowie ein Wissen darüber, dass diese Umstände bestehen.
I 129
Das wechselseitige Desinteresse soll sicherstellen, dass die Gerechtigkeitsprinzipien nicht auf allzu starken Vorannahmen beruhen. Für die Grundlage einer Theorie ist es am besten, so wenig wie möglich vorauszusetzen. >Schleier des Nichtwissens.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Gewerkschaften Olson Brocker I 482
Gewerkschaften/Olson: Frage: warum wachsen einige Gewerkschaften, während andere dies nicht tun? Einige Gewerkschaften für den Status einer Zwangsgewerkschaft, um ihr Mitgliederproblem in den Griff zu bekommen. Dieser Status ist für Nicht-Mitglieder mit der Konsequenz verbunden, dass diese in gewerkschaftlich erfassten Gebieten Berufsverbot haben. Jedoch gelingt dies nicht allen Gewerkschaften. Alternativ setzen andere Gewerkschaften auch positive selektive Anreize, Bsp verschiedene Arten von Versicherungen für Mitglieder. (1)
I 483
Olson: Es besteht damit ein Widerspruch zwischen der äußerst geringen Beteiligung in den Gewerkschaften und der überwältigenden Zustimmung der Arbeiter zu Maßnahmen, die sie zwingen, eine Gewerkschaft zu unterstützen« (2). Jedes Gruppenmitglied wünscht sich, dass alle anderen Gruppenmitglieder gewerkschaftlich organisiert sind, und gleichzeitig ist es für den Einzelnen rational, selbst kein Mitglied zu sein oder gewerkschaftlichen Veranstaltungen fernzubleiben. Wegen der Nicht-Ausschließbarkeit (Siehe Soziale Güter/Olson) stellen die Erfolge der Gewerkschaften für den Einzelnen keinen Eintrittsgrund oder Anlass für Engagement dar.
Brocker I 484
Klassen/Gewerkschaften/Olson: Zwar haben die Angehörigen der jeweiligen Klassen gemeinsame Interessen, aber das bedeutet nicht, dass jeder Einzelne auch motiviert wäre, seinen individuellen Beitrag zu leisten. Trittbrettfahrerproblem: wenn die Einzelnen, die eine Klasse bilden, rational handeln, wird es nicht zu klassenorientiertem Handeln kommen«. (3) Dies gilt für die Arbeiter, die sich in Gewerkschaften zusammenschließen, um für die Erhöhung ihrer Löhne zu kämpfen. Es gilt aber auch für die Klasse der Arbeiter insgesamt, die ein Interesse daran hat, die Spaltung der Gesellschaft in Klassen zu überwinden. Siehe Marxismus/Olson.


1. Mancur Olson, The Logic of Collective Action: Public Goods and the Theory of Groups, Cambridge, Mass. 1965. Dt.: Mancur Olson, Die Logik des kollektiven Handelns: Kollektivgüter und die Theorie der Gruppen, Tübingen 1998 (zuerst 1968)., S. 71.
2. Ebenda S. 85
3. Ebenda S. 104
Johannes Marx, „Mancur Olson, Die Logik des kollektiven Handelns“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

EconOlson I
Mancur Olson
The logic of collective action: Public goods and the theory of groups Cambridge 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Handlungen Frith I 99
Handlung/Bewusstsein/Daniel Wegner/Frith: These: Wir haben kein direktes Wissen, dass wir Urheber unserer Handlungen sind. >Wissen, >Intentionalität, >Intentionen, >Absicht.
I 100
Bsp Es gibt einen zweiten Testpartner, der in Wirklichkeit mit dem Versuchsleiter zusammenarbeitet, und der die Maus bei einem Computertest quasi unisono zu Ihnen bewegt, aber manchmal eben nicht, oder mit Zeitverzögerung. Pointe: Dann werden Sie glauben, Sie seien es, der die Maus (bzw. den Cursor) bewegt. Das gilt auch umgekehrt.
I 102
Handlung/Frith: Bsp Eine Person auf einem Laufband soll verschiedene Reaktionen auf Veränderungen des Widerstands oder der Tempoerhöhung ausführen. Bsp Beibehaltung der Energie, des Tempos usw. Pointe: Die Personen veränderten ihre Gehweise schon mehrere Sekunden bevor sie die Veränderung des Widerstands des Laufbands festgestellt hatten!
I 202
Urheberschaft/Handlung/Bewegung/Fremdpsychisches/Souveränität/Frith: Urheberschaft ist etwas, das genauso privat ist wie Schmerz: Die Erfahrung, dass wir selbst Urheber unserer Handlungen sind. >Urheberschaft, >Libet-Experiment.
Ursache/Wirkung/Frith: Ursache und Wirkung werden hier zu Einheiten verbunden, so wie Bsp Farbe, Form und Bewegung verbunden sind, um Objekte zu bilden.
Gegenstand/Ding/Objekt/Frith: These: Der Gegenstand ergibt sich aus einer Verbindung von Form, Farbe und Bewegung.
I 252
Handlung/Freiheit/Willensfreiheit/Frith: Warum sorgt mein Gehirn dafür, dass ich mich als frei handelndes Wesen empfinde? These: Es ist für uns vorteilhaft, uns als freie Akteure zu empfinden. Warum das so ist, kann ich nur sehr spekulativ beantworten:
I 253
Es hat mit dem Altruismus zu tun. Altruismus/Frith: Altruismus gehört zu den schwierigsten Problemen der Evolutionsbiologie.
J. B. S. Haldane: "Ich würde mein Leben für zwei Brüder oder acht Cousins opfern".
>Altruismus.

Def Diktatorspiel/Frith: Bsp Ein Spieler erhält 100 Dollar und kann entscheiden, wie viel davon er einem anderen Spieler gibt, den er nicht kennt und von dem er weiß, dass er ihn nie wieder treffen wird.
Die meisten Leute geben ca. 30 Dollar ab.

Def Ultimatum-Spiel/Frith: Hier können die anderen Spieler das Ergebnis beeinflussen: Wenn der eine das Angebot ablehnt, gehen beide leer aus.
Gibt ein Spieler weniger als 30 Dollar, wird er meist von den anderen Spielern bestraft. These: Wir haben ein starkes Gefühl für Fairness.
>Fairness, >Ultimatum-Spiel.

Def Altruistische Bestrafung/Frith: Manchmal bezahlen wir sogar, um jemand anderen bestrafen zu können (Bsp Trittbrettfahrer).
Mit ihnen haben wir kein Mitleid. Unser Gehirn belohnt uns für die Bestrafung von Trittbrettfahrern.
>Trittbrettfahrer.

Def Trittbrettfahrer 2. Stufe/Frith: Trittbrettfahrer sind Leute, die sich darauf verlassen, dass andere die Bestrafung übernehmen und dies nie selbst tun.

Freiheit/Willensfreiheit/Frith: Eine Folge dessen, dass wir uns selbst als freie Akteure erleben ist, dass wir dies auch von anderen Menschen annehmen.
>Intersubjektivität.
Kind: Das Kind unterscheidet schon im Alter von drei Jahren zwischen vorsätzlichem und unbeabsichtigtem Handeln.
>Entwicklungsphasen.

Frith I
Chris Frith
Wie unser Gehirn die Welt erschafft Heidelberg 2013
Interessenvertretungen Public Choice-Theorie Parisi I 184
Interessenvertretungen/Public-Choice-Theorie/Farber: Das Problem der selektiven Teilnahme ist ein besonderer Schwerpunkt der Public-Choice-Theorie. Um das Problem zu veranschaulichen, betrachten Sie die Situation eines regulierten Monopols. Monopole: Der Monopolist muss kein >kollektives Handlungsproblem überwinden, um politisch tätig zu werden, da ein einziges Unternehmen eine ganze Branche umfasst. Aber seine Verbraucher können es aufgrund des Trittbrettfahrerproblems schwierig finden, sich zu organisieren, um eine effektive politische Stimme zu erhalten.
Minderheiten/Mehrheiten: So können Probleme des kollektiven Handelns es konzentrierten Minderheitenvertretern wie Monopolisten ermöglichen, diffuse Mehrheiten auszunutzen. Die Theorien über Interessenvertretungen sind älter als die Public-Choice-Theorien, bilden aber einen Schwerpunkt der Public-Choice-Forschung (Eskridge, Frickey und Garrett, 2006(1), S. 85-9). Frühe Public-Choice-Theoretiker erzählten eine einfache und sehr plausible Geschichte über die unterschiedliche politische Macht von Gruppen (Mashaw, 2010(2)).
Transaktionskosten: Die Organisation einer Gruppe ist mit Transaktionskosten verbunden, einschließlich der Notwendigkeit, die Teilnahme angesichts der Anreize zur Trittbrettfahrerei zu motivieren. Es scheint sehr vernünftig, zu postulieren, dass diese Kosten mit der Größe der Gruppe zunehmen, wenn alles andere gleich bleibt. Es ist offensichtlich einfacher, eine Person mit einem Einsatz von 1.000 Dollar dazu zu bringen, einer Organisation beizutreten und aktiv zu werden, als tausend Personen mit einem Einsatz von 1 Dollar dazu zu bewegen (Stearns und Zywicki, 2009(3), S. 55-62).
Kleine Gruppen: Frühe Public-Choice-Theoretiker kamen damals zu dem Schluss, dass die Politik von kleineren, leicht zu organisierenden Sondervertretern auf Kosten der Öffentlichkeit als Ganzes dominiert würde (Stigler, 1971)(4).
Die Regierung sollte also hauptsächlich als Mechanismus für den Transfer von Wohlstand von der Öffentlichkeit zu speziellen Interessengruppen verschiedener Art funktionieren (Mashaw, 2010)(2).
Vs: Dies ist ein verführerisches Argument, aber es stellt sich heraus, dass es viel zu oberflächlich ist und im Widerspruch zu vielen neueren Erkenntnissen über kollektives Handeln steht (Ginsburg, 2002(5), S. 1144-1149).
Umweltverbände: Es wird z.B. suggeriert, dass sich Umweltverbände überhaupt nicht bilden sollten und dass es keine Umweltgesetzgebung geben sollte. Doch Gruppen wie der Sierra Club sind sehr lebendig, und die Industrie beschwert sich ständig über die Belastungen, die durch die Umweltgesetzgebung entstehen (Mashaw, 2010(2), S. 28-31; Croley, 2010, S. 52-53).
Bei näherer Betrachtung hat die Geschichte der Dominanz von Sonderinteressen viele Löcher (Croley, 2010)(6). Kleine Gruppen haben zwar Vorteile, aber auch große: Insbesondere repräsentieren große Gruppen viele Wähler, deren Unterstützung von Politikern benötigt wird.
Die Frage, wie Organisationen politische Ergebnisse beeinflussen, bleibt unbeantwortet: Sieht man von offener Bestechung ab, profitieren sie vermutlich von Politikern, indem sie deren Wiederwahl unterstützen, aber wir brauchen eine Erklärung dafür, wie sie dies als Organisationen effektiver tun können, als es ihre einzelnen Mitglieder alleine tun könnten (Croley, 2010(6), S. 58). Die Theorie ist auch nicht gut darin, die Existenz selbst relativ kleiner Gruppen zu erklären: Genügend individuelle Mitglieder der Gruppe haben immer noch genügend Anreize zum Trittbrettfahren, um die Realisierbarkeit der Gruppe fragwürdig erscheinen zu lassen.
Schließlich können kleine Gruppen manchmal als Stellvertreter
Parisi I 185
für das breitere öffentliche Interesse fungieren, so dass die Aktivitäten dieser kleinen Gruppen tatsächlich die soziale Wohlfahrt verbessern können. Zum Beispiel können Erzeugergruppen Handelsbarrieren befürworten, jedoch haben große Einzelhändler wie Walmart ein Interesse daran, diese Barrieren zu bekämpfen, was oft mit den Interessen ihrer Verbraucher übereinstimmt. >Politische Wahlen/Public-Choice-Theorie.
1. Eskridge, W. N., P. P. Frickey, and E. Garrett (2006). Legislation and Statutory Interpretation.
2. Edition. St. Paul, MN: Foundation Press.
2. Mashaw, J. (2010). "Public Law and Public Choice: Critique and Rapprochement," in D. A.
Farber and A. J. O'Connell, Hrsg., Research Handbook on Public Choice and Public Law, 19-48. Northampton, MA: Edward Elgar.
3. Stearns, M. L. and T. J. Zywicki (2009). Public Choice Concepts and Applications in Law. St.
Paul, MN: Thomas Reuters.
4. Stigler, G. J. (1971). "The Theory of Economic Regulation." Bell Journal of Economics and
Management Science 2(1):3-21.
5. Ginsburg, T. (2002). "Ways of Criticizing Public Choice: The Uses of Empiricisms and the
Theory in Legal Scholarship." University of Illinois Law Review 4: 1 139-1166.
6. Croley, S. (2010). "Interest Groups and Public Choice," in D. A. Farber and A. J. O'Connell,
Hrsg., Research Handbook on Public Choice and Public Law, 49—86. Northampton, MA: Edward Elgar.

Farber, Daniel A. “Public Choice Theory and Legal Institutions”. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Kollektives Handeln Olson Brocker I 476
Kommunikatives Handeln/Gemeinsames Handeln/Olson: 1. These: Das gemeinsame Interesse an einem Gut führt nicht zwangsläufig zu gemeinsamem Handeln zur Produktion dieses Gutes. Daraus, dass Gruppen sich aus rationalen Individuen zusammensetzen, folgt nicht, dass diese Gruppen sich ihn ihrem Sinne verhalten.(1) Stattdessen zielen die Individuen auf ihren persönlichen Vorteil. Def Gruppe/Macur: eine Menge von Akteuren, die ein gemeinsames Interesse teilen. (2) Die Mitglieder können daneben eigene partikulare Interessen haben. Das Interesse einer Gruppe richtet sich auf die Herstellung eines Kollektivgutes.
Def Kollektivgut/Olson: »Ein Gemein-, Kollektiv- oder öffentliches Gut wird hier als jedes Gut definiert, das den anderen Personen in einer Gruppe praktisch nicht vorenthalten werden kann, wenn irgendeine Person Xi in einer Gruppe X1,…Xi,…Xn es konsumiert«(3).
>Soziale Güter.
Kollektivgüter werden demnach im Hinblick auf eine Gruppe von Akteuren definiert.
Brocker I 478
Trittbrettfahrer-Problem: werden: »Obwohl demnach alle Mitglieder der Gruppe ein gemeinsames Interesse haben, diesen kollektiven Vorteil zu erlangen, haben sie doch kein gemeinsames Interesse daran, die Kosten für die Beschaffung dieses Kollektivgutes zu tragen. Jeder würde es vorziehen, die anderen die gesamten Kosten tragen zu lassen. (4)
Brocker I 479
2. These: Kleinen und/oder privilegierten Gruppen gelingt es einfacher als großen und/oder latenten Gruppen, Kollektivgüter bereitzustellen.
1. Mancur Olson, The Logic of Collective Action: Public Goods and the Theory of Groups, Cambridge, Mass. 1965. Dt.: Mancur Olson, Die Logik des kollektiven Handelns: Kollektivgüter und die Theorie der Gruppen, Tübingen 1998 (zuerst 1968)., S. 2
2. Ebenda S. 7
3. Ebenda S. 13
4. Ebenda S. 20
Johannes Marx, „Mancur Olson, Die Logik des kollektiven Handelns“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

EconOlson I
Mancur Olson
The logic of collective action: Public goods and the theory of groups Cambridge 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Konsum Wirtschaftstheorien Mause I 475f
Konsum/Wirtschaftstheorie: Konsum mag als Kaufakt individuell erscheinen. Doch tatsächlich ist Konsum ein komplexes Phänomen aus Institutionen, Normen und Handeln (Haupt und Torp 2009) (1). Die Interessen und Bedürfnisse der Verbraucher sind trotz aller Unterschiede im Detail auch kollektive Interessen oder Gruppeninteressen, die sich von Anbieterinteressen abgrenzen lassen. Der Gesetzgeber kann den Unternehmen Regeln verordnen, damit Verbraucherinteressen entsprochen wird. Siehe Verbraucherpolitik/Wirtschaftstheorien.
Asymmetrie: das in der Wirtschaftstheorie postulierte wirtschaftliche Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage spiegelt sich nicht in einem politischen Gleichgewicht von Anbietern und Nachfragern wider. Obwohl Verbraucherinteressen für den Wirtschaftskreislauf so wichtig sind, gelten sie als „schwache Interessen“. Grund: sie sind so allgemein, dass jeder von einer Produktverbesserung profitieren würde. Das führt zum „Trittbrettfahrerproblem“. (2)
Trittbrettfahrer: Personen, die sich nicht an den Kosten beteiligen, sind in bestimmten Fällen vom Konsum nicht ausgeschlossen. Bsp Öffentliche Güter.
Verbraucherschutz/Verbraucherinteressen: das macht es so schwer, die Interessen von Verbrauchen ebenso gut zu organisieren wie die von Unternehmen. (3)

1. Haupt, Heinz-Gerhard, und Claudius Torp, Die Konsumgesellschaft in Deutschland 1890– 1990. Ein Handbuch. Frankfurt a. M. 2009.
2. Mancur Olson, The logic of collective action. Public goods and the theory of groups. Cambridge 2003.
3.Bernd Stauss, Verbraucherinteressen. Gegenstand, Legitimation und Organisation. Stuttgart 1980.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Marktversagen Wirtschaftstheorien Mause I 378
Marktversagen/Wirtschaftstheorien: Marktversagen liegt vor (Fritsch 2014)(1) (1), wenn Güter von so starken positiven Externalitäten gekennzeichnet sind, dass sie den Charakter von öffentlichen Gütern aufweisen (Gleichzeitigkeit von Nicht-Rivalität im Konsum und Nicht-Ausschließbarkeit von Trittbrettfahrern), oder Kostenstrukturen so stark von Subadditivität gekennzeichnet sind, dass selbst die gesamte Marktmenge von nur einem Unternehmen zu den niedrigsten Grenzkosten bereitgestellt werden kann (natürliche Monopole). >Externalitäten, >Öffentliches Gut, >Trittbrettfahrer, >Moral Hazard, >Subadditivität, >Grenzkosten, >Natürliche Monopole.

1. Fritsch, Michael. 2014. Marktversagen und Wirtschaftspolitik, 9.   Aufl. München:
2014.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Marxismus Olson Brocker I 483
Marxismus/Kollektives Handeln/Olson: OlsonVsMarx/OlsonVsMarxismus: Problem: Die marxistische Klassentheorie und die pluralistische Auffassung von Interessenvertretungen übersehen das Problem kollektiven Handelns. >Kollektives Handeln.
Brocker I 484
Zwar haben die Angehörigen der jeweiligen Klassen gemeinsame Interessen, aber das bedeutet nicht, dass jeder Einzelne auch motiviert wäre, seinen individuellen Beitrag zu leisten. Trittbrettfahrerproblem: wenn die Einzelnen, die eine Klasse bilden, rational handeln, wird es nicht zu klassenorientiertem Handeln kommen«.(1) Dies gilt für die Arbeiter, die sich in Gewerkschaften zusammenschließen, um für die Erhöhung ihrer Löhne zu kämpfen. Es gilt aber auch für die Klasse der Arbeiter insgesamt, die ein Interesse daran hat, die Spaltung der Gesellschaft in Klassen zu überwinden.
>Trittbrettfahrer, >Moral Hazard.

1. Mancur Olson, The Logic of Collective Action: Public Goods and the Theory of Groups, Cambridge, Mass. 1965. Dt.: Mancur Olson, Die Logik des kollektiven Handelns: Kollektivgüter und die Theorie der Gruppen, Tübingen 1998 (zuerst 1968)., S. 104.

Johannes Marx, „Mancur Olson, Die Logik des kollektiven Handelns“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

EconOlson I
Mancur Olson
The logic of collective action: Public goods and the theory of groups Cambridge 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Mechanismus-Design Wirtschaftstheorien Parisi I 490
Mekanismus-Design/Ökonomische Theorien/Güth: (...) es gibt eine lange Tradition der Verwendung von Auktionen (siehe Milgrom, 1989)(1), teilweise sehr heikle Anwendungen wie Auktionen zum "Handel" mit Sklaven. Für den deutschsprachigen Raum dokumentiert (...) Gandenberger (1961)(2) eine beeindruckende Konstanz im Vertrauen auf die Niedrigstpreis-Beschaffungsauktion. Ob es sich um Beschaffungsauktionen handelt, bei denen ein Käufer einen Vertrag mit einem der potenziellen Anbieter abschließen möchte, oder um Verkaufsauktionen, bei denen ein Verkäufer einen Käufer finden möchte, bietet die Literatur inzwischen eine Fülle von Auktionstheorien (Wilson, 1985)(3), Auktionsexperimenten (z. B. Kagel, 2016)(4) und entsprechenden Feldstudien (Milgrom, 1989(1)). Die freiwillige Bereitstellung öffentlicher Projekte, meist in Form reiner öffentlicher Güter (siehe z. B. Ledyard, 1995) oder gemeinsamer Pool-Ressourcen (Ostrom, Walker und Gardner, 1992)(5), hat ebenfalls eine lange Tradition von Anwendungen. Statt als Problem der Gestaltung von Mechanismen wird es in der Regel mit Hilfe von sozialen Dilemma-Spielen untersucht, bei denen es den Mitgliedern der Gemeinschaft dennoch gelingt, bis zu einem gewissen Grad zu kooperieren, z. B. aufgrund wiederholter Interaktion oder anderer Aspekte ihres sozialen Lebens wie Überwachung und Bestrafung (derjenigen, die "Trittbrettfahrer" sind). Vor allem die Gruppe in Bloomington hat eine immense Menge an Feldforschung betrieben und auch Experimente durchgeführt, um die freiwillige Bereitstellung öffentlicher Projekte zu untersuchen (siehe Ostrom, 2015)(6). Das Design von Mechanismen hat jedoch eine jüngere, bereits sehr erfolgreiche Geschichte (die Nobelpreisträger des Jahres 2007, L. Hurwicz, E. S. Mascin und R. B. Myerson, wurden für ihre Leistungen in der Theorie
Parisi I 491
der Konstruktion von Mechanismen) ausgezeichnet. Hurwicz (1960(7), 1973(8)) führte den Begriff der anreizkompatiblen Mechanismen ein, der in Form der Dominanzlösbarkeit von Groves und Ledyard (1977)(9) auf die freiwillige Bereitstellung öffentlicher Güter angewendet wurde. Das Offenbarungsprinzip wurde von Myerson (1979,(10) 1981(11), 1982(12)); Baron und Myerson (1982)(13); Maskin (1999)(14); Dasgupta, Hammond und Mascin (1979)(15); Meyerson und Sattertwaithe (1983)(16); und Wilson (1985)(3) propagiert, wobei wir die Übungen für "große Volkswirtschaften" (z. B. Bierbrauer und Hellwig, 2011)(17) ausklammern. Das Offenbarungsprinzip ist heute ein Standardinstrument der Theorie des Mechanismusdesigns (siehe neuere Beiträge wie Bergemann und Morris, 2005(18) und Jehiel und Moldovanu, 2001(19)). >Entscheidungsprozesse, >Auktionen, >Kooperation.

1. Milgrom, P. (1989). “Auctions and Bidding: A Primer.” Journal of Economic Perspectives 3(3): 3–22.
2. Gandenberger, O. (1961). Die Ausschreibung. Heidelberg: Quelle and Meyer.
3. Wilson, R. (1985). “Incentive efficiency of double auctions.” Econometrica 53(5): 1101–1115.
4. Kagel, J. H. and Roth, A. E. (2016). The Handbook of Experimental Economics, Volume 2. Princeton, NJ: Princeton University Press.
5. Ostrom, E., J. Walker, and R. Gardner (1992). “Covenants with and without a Sword: Self-Governance is Possible.” American Political Science Review 86(2): 404–417.
6. Ostrom, E. (2015). Governing the Commons. Cambridge: Cambridge University Press.
7. Hurwicz, L. (1960). “Optimality and informational efficiency in resource allocation processes,” in K. J. Arrow, S. Karlin, and P. Suppes, eds., Mathematical Methods in Social Sciences, 27–46. Stanford, CA: Stanford University Press.
8. Hurwicz, L. (1973). “The design of mechanisms for resource allocation.” American Economic Review 63(2): 1–30.
9. Groves, T. and J. Ledyard (1977). “Optimal Allocation of Public Goods: A Solution to the ‘Free Rider’ Problem.” Econometrica 45(4): 783–809.
10. Myerson, R. B. (1979). “Incentive compatibility and the bargaining problem.” Econometrica 47(1): 61–73.
11. Myerson, R. B. (1981). “Optimal Auction Design.” Mathematics of Operations Research 6(1): 58–73.
12. Myerson, R. B. (1982). “Optimal coordination mechanisms in generalized principal–agent problems.” Journal of Mathematical Economics 10(1): 67–81.
13. Baron, D. P. and R. B. Myerson (1982). “Regulating a monopolist with unknown costs.” Econometrica: Journal of the Econometric Society 4: 911–930.
14. Maskin, E. S. (1999). “Nash equilibrium and welfare optimality.” Review of Economic Studies 66(1): 23–38.
15. Dasgupta, P. S., P. J. Hammond, and E. S. Mascin (1979). “The implementation of social choice rules: some general results on incentive compatibility.” Review of Economic Studies 46: 185–216.
16. Myerson, R. B. and M. A. Satterthwaite (1983). “Efficient mechanisms for bilateral trading.” Journal of Economic Theory 29(2): 265–281.
17. Bierbrauer, F. and M. Hellwig (2011). Mechanism Design and Voting for Public-Good Provision. Preprints of the Max Planck Institute for Research on Collective Goods Bonn 2011/31.
18. Bergemann, D. and S. Morris (2005). “Robust mechanism design.” Econometrica 73(6): 1771–1813.
19. Jehiel, P. and B. Moldovanu (2001). “Efficient design with interdependent valuations.” Econometrica 69(5): 1237–1259.


Werner Güth. “Mechanism design and the law”. In: Parisi, Francesco (ed) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Vol 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University.

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Moral Hazard Wirtschaftstheorien Mause I 540f
Def Moral Hazard/Gesundheitspolitik/Wirtschaftstheorie:(moral hazard wird meist mit „moralische Versuchung“ übersetzt) es geht darum, dass sich nach einem Vertragsabschluss ein Opportunismus für die Inanspruchnahme vertraglicher Leistungen einstellt. Gesundheitspolitik: Wichtige Arbeiten zum ex post Moral Hazard-Verhalten stammen von Nyman (2004 (1), 2008(2)) sowie Zweifel und Manning (2000 (3)). Auf Basis des mikroökonomischen Nachfragemodells zeigen diese Arbeiten, dass die Anreize der (Versicherten-) Nachfrager sich durch die Einführung einer Krankenversicherung verändern.
Daraus folgt, dass sich durch die Einführung oder Ausweitung eines Versicherungsschutzes ceteris paribus die Ausgaben für Gesundheit erhöhen.
Für empirische Ergebnisse: Newhouse 1993 (4).
Die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen geht zurück, wenn Zahlungen zu leisten sind. (Brook et al. 2006).(5)
>Trittbrettfahrer.

1. Nyman, John A. 2004. Is ‚Moral Hazard‘ inefficient? The policy implications of a new theory. Health Affairs 23( 5): 194– 199.
2. Nyman, John A. 2008. Health insurance theory: The case of the missing welfare gain. European Journal of Health Economics 9( 4): 369– 380.
3. Zweifel, Peter, und Willard G. Manning. Moral hazard and consumer incentives in health care. In Handbook of health economics, Hrsg. Anthony J. Culyer und Joseph P. Newhouse, Bd. 1, 409– 459. Amsterdam 2000.
4Newhouse, Joseph P. Free for all? Lessons from the RAND Health Insurance Experiment. Cambridge 1993
5. Brook, Robert H., Emmett B. Keeler, Kathleen N. Lohr, Joseph P. Newhouse, John E. Ware, William H. Rogers, Allyson Ross Davies, Cathy D. Sherbourne, George A. Goldberg, Patricia Camp, Caren Kamberg, Arleen Leibowitz, Joan Keesey und David Reboussin. 2006. The Health Insurance Experiment: A classic RAND study speaks to the current health care reform debate. Santa Monica: RAND Corporation.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Multinationale Unternehmen Saez Saez I 115
Multinationale Unternehmen/Saez/Zucman: Auf dem Weg des Steuerwettbewerbs wird die Steuerungerechtigkeit gedeihen und die Ungleichheit weiter zunehmen. >Steuerwettbewerb/Saez/Zucman. Glücklicherweise gibt es andere, ebenso gangbare Wege. Die Spirale des Steuerwettbewerbs zu stoppen ist möglich: Es ist alles andere als utopisch zu erwarten, dass große multinationale Konzerne bald einen anständigen Steuerbetrag zahlen werden. Ein wirksamer Aktionsplan hat vier Säulen: Vorbildlichkeit, Koordination, Abwehrmaßnahmen und Sanktionen gegen Trittbrettfahrer.
Def Vorbildlichkeit/Saez/Zucman: Jedes Land sollte seine eigenen multinationalen Unternehmen überwachen. Die Vereinigten Staaten sollten dafür sorgen, dass US-Unternehmen, wenn sie im Ausland nicht genug zahlen, zumindest ihren Anteil in Amerika zahlen.
Beispiel: Stellen Sie sich vor, der italienische Autohersteller Fiat hätte durch die Verlagerung immaterieller Güter und die Manipulation konzerninterner Transaktionen Gewinne in Höhe von 1 Milliarde Dollar in Irland - besteuert mit 5% - und 1 Milliarde Dollar in Jersey, einer der Kanalinseln - besteuert mit 0% - erzielen können. Hier gibt es ein Problem: Fiat zahlt viel weniger Steuern, als es sein sollte; viel weniger insbesondere als inländische italienische Unternehmen. Wir nennen dies ein Steuerdefizit. Die gute Nachricht ist, dass nichts Italien daran hindert, dieses Defizit selbst einzudämmen, indem es die Steuern einzieht, die die Steuerparadiese nicht erheben wollen. Konkret könnte Rom das irische Einkommen von Fiat mit 20% besteuern. Sie könnte ihr Kopfgeld auf Jersey mit 25% besteuern. Ganz allgemein könnten sie ohne weiteres Steuern erheben, so dass der effektive Steuersatz von Fiat in jedem der Länder, in denen sie tätig sind, 25 % beträgt. Eine solche Reduzierung des Steuerdefizits von Fiat würde kein internationales Abkommen verletzen. Sie erfordert nicht die Zusammenarbeit von Steueroasen.
Saez I 116
Dies scheint eine banale Angelegenheit der Steuerverwaltung zu sein, bis man erkennt, dass es dank dieser reichen neuen Informationsquelle für große Länder nie einfacher war, ihre eigenen multinationalen Unternehmen zu überwachen. Die Vereinigten Staaten, Frankreich, Italien: Jedes Land könnte sicherstellen, dass seine Unternehmenschefs einen Mindeststeuersatz von beispielsweise 25 % zahlen, wo immer sie tätig sind. Multinationale Unternehmen auf diese Weise zu kontrollieren, würde große Summen erzielen.
Saez I 117
Ist es realistisch zu erwarten, dass große Länder in absehbarer Zeit damit beginnen werden, ihre multinationalen Unternehmen zu überwachen? Sehr sogar, denn es ist in ihrem Interesse. Im Gegensatz zum Handel lässt Steuer-
Saez I 118
wettbewerb einige Länder gewinnen und andere verlieren, und alle großen Volkswirtschaften befinden sich im Lager der Verlierer. Sie haben einen klaren Anreiz, dieses Hütchenspiel zu beenden. (...) kleine Länder, die winzige Steuersätze anwenden, kassieren einen Großteil der Körperschaftssteuereinnahmen als Bruchteil ihres Volkseinkommens. (...) Da fast alle multinationalen Unternehmen ihren Hauptsitz in großen Volkswirtschaften haben, können die Gesetzgeber in Rom, Berlin und Washington das Spiel zu Ende pfeifen, indem sie auf Gewinne, die ihre multinationalen Unternehmen in Niedrigsteuerländern verbuchen, Abhilfemaßnahmen ergreifen(1).
Saez I 119
Problem: Eine gemeinsam vereinbarte Mindeststeuer zwischen den G20-Ländern würde nicht alle Probleme lösen. Unternehmen könnten immer noch Steuern hinterziehen, indem sie ihren Hauptsitz in Steueroasen verlegen. Saez/Zucman: (...) die Gefahr ist übertrieben. Bei all dem Gerede über Steuerinversionen haben nur sehr wenige Firmen ihren Hauptsitz auf tropische Inseln verlegt. Von den zweitausend größten Unternehmen der Welt haben heute nur achtzehn ihren Hauptsitz in Irland, dreizehn in Singapur, sieben in Luxemburg und vier auf den Bermudas (2). Fast tausend haben ihren Sitz in den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union, während die meisten anderen in China, Japan, Südkorea und anderen G20-Ländern zu finden sind. >Steuerflucht/Saez/Zucman.
Saez I 125
Lösung: Mit einem ausreichend hohen Steuerboden würde die Logik des internationalen Wettbewerbs auf den Kopf gestellt. >Globalisierung/Saez/Zucman.

1. Die US-Steuerreform von 2018 führte mit ihrer GILTI-Klausel ("global intangible low tax income") einen Keim der Nachbesserungsbesteuerung ein. Nach dieser Vorschrift werden die Auslandsgewinne multinationaler US-Unternehmen, die als ungewöhnlich hoch angesehen werden (d.h. eine 10%ige Rendite auf Sachkapital übersteigen), in den Vereinigten Staaten mit einem Mindeststeuersatz von 10,5% besteuert. Diese Bestimmung ist jedoch aus zwei Hauptgründen unzureichend: Der Steuersatz von 10,5% ist zu niedrig, und die Abhilfesteuer wird nicht auf Länderbasis, sondern auf konsolidierter Basis erhoben (was bedeutet, dass ein Unternehmen, das Gewinne auf den Bermudas verbucht, aber in Japan hoch genug besteuert wird, diese vermeiden kann). Siehe Toder (2018) für weitere Einzelheiten:
Toder, Eric. “Explaining the TCJA’s International Reforms.” Tax Policy Center, Urban Institute and Brookings Institution, February 2, 2018.
2. Forbes. “GLOBAL 2000: The World’s Largest Public Companies.” May 15, 2019. Zu finden unter: www.forbes.com/global2000
Öffentlicher Sektor Rawls I 266
Öffentlicher Sektor/Rawls: Der Öffentliche Sektor hat zwei Aspekte: 1. Der erste hat mit dem Eigentum an Produktionsmitteln zu tun. Daher ist z.B. der Öffentliche Sektor im Sozialismus größer als im Kapitalismus. In privatwirtschaftlich organisierten Systemen ist er kleiner und betrifft vornehmlich öffentliche Einrichtungen und Transportwesen.
2. Merkmal: Das zweite Merkmal hat mit dem Anteil der Ressourcen zu tun, der für öffentliche Güter (Infrastruktur usw.) aufgewendet wird.
Öffentliche Güter/Rawls: Öffentliche Güter sind vor allem unteilbar und öffentlich zugänglich(1). Wenn Bürger davon profitieren wollen, muss es so eingerichtet sein, dass alle im gleichen Maß davon profitieren. Bsp Landesverteidigung.
I 267
Das bringt es mit sich, dass öffentliche Güter durch den politischen Prozess und nicht durch den Markt gesteuert werden müssen. Probleme: Für öffentliche Güter erwachsen besondere Probleme:
1. Das Trittbrettfahrer-Problem(2): Es gibt die Versuchung, selbst nicht seinen Anteil an Pflichten beizutragen, dieser Betrag beeinflusst das Gesamtergebnis nämlich nicht merklich. Für das Individuum erscheint der Beitrag der anderen in jedem Fall schon geleistet. Daher muss der Staat die Regelung der entsprechenden öffentlichen Güter übernehmen(3).
>Trittbrettfahrer.
I 268
2. Merkmal öffentlicher Güter: Externalität. Die Produktion dieser Güter geht auch auf Kosten derer, die niemals von ihnen profitieren. >Externalitäten/Wirtschaft.
Es werden auch nicht alle Wünsche berücksichtigt. Bsp Jemand, der sich impfen lässt, hilft anderen ebenso wie sich selbst, auch wenn er niemals dieser Infektion ausgesetzt sein wird. Bsp Auch Umweltschäden werden normalerweise nicht vom Markt reguliert. So werden unter Umständen Rohstoffe zu weit geringeren Kosten produziert, als ihre sozialen Grenzkosten ausmachen. Hier gibt es eine Differenz zwischen privater und sozialer Bilanzierung, die der Markt nicht registriert.
Die Unteilbarkeit öffentlicher Güter (z.B. Infrastruktur, Freiheiten usw.) erfordert es in diesem Fall, dass der Staat die Regelung übernimmt. Problem: sogar in einer Gesellschaft gerechter Personen führt die Isoliertheit individueller Entscheidungen nicht zu der Erfüllung des Allgemeininteresses.
>Öffentliche Güter, >Infrastruktur.

1. Siehe J. M. Buchanan, The Demand and Supply of Public Goods, Chicago, 1968, Kap. IX.
2. Buchanan, Kap. V; Mancur Olson, The Logic of Collective Action, Cambridge, MA, 1965, Kap. I, II.
3. Siehe W.J. Baumol, Welfare Economics and the Theory of the State, London, 1952, Kap. I, VII-IX, XII.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Öffentliches Gut Buchanan Mause I 276
Öffentliches Gut/Tullock/Buchanan: Hintergrundproblem: wegen der nicht zu ermittelnden Zahl von Trittbrettfahrern, die für die Nutzen des öffentlichen Guts nichts bezahlen, ist dessen Wert nicht zu ermitteln. >VsSmauelson.
Lösung/Tullock/Buchanan: Die Zustimmungsfähigkeit sollte nicht auf einzelnen Ausgabenpositionen, sondern auf die Verfassungsebene angewendet werden.
Frage: wie man Entscheidungsregeln auf der politischen Ebene so gestaltet, dass unerwünschte und unvorteilhafte Resultate weitgehend ausgeschlossen werden.(1)
Buchanan: daraus entwickelte sich eine vertragstheoretisch fundierte Konstitutionenökonomik.(2)
>Konstitutionelle Ökonomie, >Konstitutionelle Ökonomie als Autor.

1. James M. Buchanan & Gordon Tullock. The calculus of consent. Logical foundations of constitutional democracy. Ann Arbor 1962.
2. James M. Buchanan. 1990. The domain of constitutional economics. Constitutional Political Economy 1 (1): 1– 18.

EconBuchan I
James M. Buchanan
Politics as Public Choice Carmel, IN 2000

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Öffentliches Gut Coase Kiesling I 42
Öffentliches Gut/Coase/Kiesling: (...) Coase (...) weist auf relevante Aspekte der Frage hin, die von anderen Wissenschaftlern übersehen werden, und er betont die wesentliche Rolle institutioneller Details und die Kenntnis dieser Details, um eine solide ökonomische Theorie erstellen zu können. Coase verwendet Mill und Samuelson als analytische Folien. Ein Beispiel: Lihgthouses: [Coase] stellt fest, dass
a) Mills Argumentation eine staatliche Besteuerung zur Bezahlung von (privaten oder öffentlichen) Leuchtturmbesitzern für ihre Dienste unterstützt, während
b) Samuelson ein anderes Argument vorbringt, nämlich dass die Grenzkosten für ein zusätzliches Schiff gleich Null sind, was bedeutet, dass die Leuchttürme allen zur Verfügung gestellt werden sollten, also durch staatliches Eigentum. Sowohl Mill als auch Samuelson beobachten beiläufig die Realität, indem sie darauf hinweisen, dass zu ihrer Zeit die Bereitstellung von Leuchttürmen eine staatliche Aufgabe war, und daraus ableiten, dass private Leuchttürme aufgrund des Trittbrettfahrerproblems nicht tragfähig waren.
CoasVsMill, John Stuart/CoaseVsSamuelson: Coase stellt diese Behauptung und damit auch die von ihm entwickelte Theorie mit seiner empirischen Untersuchung der Geschichte des britischen Leuchtturmsystems in Frage. Leuchttürme entstanden zunächst als privatwirtschaftliche Einrichtungen, wurden aber 1836 verstaatlicht und von der Regierung betrieben (Candela und Geloso, 2019)(1).
Kiesling I 43
(...) verstaatlichte die britische Regierung zunächst die Leuchttürme und überwachte dann die Erhebung von Leuchtturmgebühren, um einen allgemeinen Leuchtturmfonds zu schaffen. Die verschiedenen Schiffstypen zahlten unterschiedliche Gebühren, einige pro Fahrt, andere als Jahresgebühr, so dass sich die Preisdiskriminierung in den Monopolzuschüssen niederschlug (ausländische Schiffe zahlten immer mehr als inländische). Zwischen dem 16. und dem frühen 19. Jahrhundert gab es in Großbritannien jedoch auch private Leuchttürme, deren Eigentümer die Trittbrettfahrerei überwanden, indem sie Hafengebühren erhoben und die Beleuchtungsdienste mit anderen Sicherheitsdiensten für die Schifffahrt wie Lotsendienst und Ballastierung bündelten. Es gab auch andere Ersatzmethoden, um Licht und Orientierung entlang der Küste zu gewährleisten, insbesondere im 16. und 17. Jahrhundert. Wie Rosolino Candela und Vincent Geloso analysiert haben, stellten beispielsweise Unternehmer schwimmende Leuchttürme oder Feuerschiffe entlang der englischen Küste bereit, deren Bau durch freiwillige Beiträge, Abonnements und Nutzungsgebühren finanziert wurde, die für verschiedene Schiffstypen unterschiedlich hoch waren (Preisdiskriminierung) (Candela und Geloso, 2018)(2).
Institutionen: Coases Untersuchung dieser reichen Geschichte war detailliert und zeigte die Vielfalt der institutionellen Arrangements, die im Bereich der maritimen Sicherheit existierten. In einem flachen Hafen mit schwankendem Sand hatte beispielsweise ein lokaler Lotse, der das Schiff in den Hafen brachte, einen erheblichen Wert als privates Gut für den Schiffskapitän, und der Leuchtturmdienst war eine Ergänzung zu diesem Lotsendienst. Ein Leuchtturmeigentümer konnte eine Gebühr für den Lotsendienst erheben, die den Lichtdienst mit einschloss (Candela und Geloso, 2019)(1). Solche Vereinbarungen waren in Großbritannien und anderswo üblich.
Markt: Die wichtigere Betrachtungsweise besteht darin, die Situation als einen Markt für Dienstleistungen im Bereich der Seeverkehrssicherheit zu charakterisieren, der eine Vielzahl von Dienstleistungen umfasst, die auf unterschiedliche Weise von verschiedenen privaten Parteien erbracht werden können. Leuchttürme waren nur ein Teil dieses breiteren Marktes. Die Theorie des öffentlichen Gutes, die sich nur auf eine Dienstleistung konzentrierte, übersah oft alternative institutionelle Arrangements und verpasste aus Coases Sicht die wichtige Wirtschaftstheorie, die uns helfen würde zu verstehen, warum und wie solche institutionellen Arrangements entstanden und sowohl für den Produzenten als auch für den Verbraucher von Vorteil waren (siehe dagegen Bertrand (2006)(3) für eine Kritik an Coases Argument).
Coase: Wenn wir Theorien aufstellen, ohne die tatsächlichen Märkte und institutionellen Rahmenbedingungen zu verstehen, über die wir theoretisieren, haben unsere Theorien wenig Bedeutung und sind nicht mehr als „Tafelökonomie“, die als irrelevant verspottet werden kann, obwohl die Ökonomie wertvolle Erkenntnisse liefern kann und dies auch tut.

1. Candela, Rosolino A., and Vincent Geloso (2019). Why Consider the Lighthouse a Public Good? International Review of Law and Economics 60: 105852.
2. Candela, Rosolino A., and Vincent J. Geloso (2018). The Lightship in Economics. Public Choice 176, 3-4: 479-506.
3. Bertrand, Elodie (2006). The Coasean Analysis of Lighthouse Financing: Myths and Realities. Cambridge Journal of Economics 30, 3: 389-402.

Kiesling I
L. Lynne Kiesling
The Essential Ronald Coase Vancouver: Fraser Institute. 2021
Öffentliches Gut Lindahl Mause I 276
Öffentliches Gut/Steuern/Lindahl: wegen des Äquivalenzprinzips (das fordert, dass jede Steuer durch einen Nutzen für die Bürger auf der Ausgabenseite zu legitimieren ist) hat Lindahl bereits 1919 individualisierte Steuern vorgeschlagen, die sich am individuellen Grenznutzen aus dem Konsum öffentlicher Güter orientieren. VsLindahl: Problem: dann kommt man wieder zur Samuelson-Bedingung und dem Problem, dass wegen der unbestimmten Zahl der Trittbrettfahrer der Wert des öffentlichen Guts nicht zu ermitteln ist. Siehe Öffentliches Gut/Samuelson. (Siehe auch VsSamuelson).
Lösungen: Siehe Öffentliches Gut/Tullock, Öffentliches Gut/Buchanan.

EconLind I
Erik Lindahl
Die Gerechtigkeit der Besteuerung Lund 1919

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Öffentliches Gut Rawls I 92
Öffentliches Gut/ Soziales Gut/social goods/Rawls: primäre soziale Güter sind Rechte und Freiheiten, Chancen und Befugnisse, Einkommen und Wohlstand. Diese Güter sind sozial wegen ihrer Verbindung mit der Grundstruktur der Gesellschaft; Freiheiten und Befugnisse werden durch die Regeln der größeren Institutionen definiert, Einkommensverteilung und Wohlstand werden von diesen reguliert. Rawls: Die Theorie der Gemeingüter geht auf Aristoteles zurück und wird von so unterschiedlichen Autoren wie Kant und Sidgwick geteilt. Sie ist auch nicht strittig zwischen Utilitarismus und Vertragstheorie.
>Verträge, >Vertragstheorie, >Utilitarismus, >I. Kant, >H. Sidgwick.
I 93
Def Güter/Rawls: Ein Gut ist die Erfüllung eines rationalen Interesses. Wir können davon ausgehen, dass ein rationales Individuum einen Plan hat, der verschiedene Verlangen ohne gegenseitige Störung erfüllt werden können. Def rationaler Plan/Rawls: Ein rationaler Plan sei ein Plan, der nicht verbessert werden kann. D.h. es gibt keinen anderen Plan, der ihm vorgezogen wird.
>Planung.
Def primäre Güter/Rawls: sind solche, die alle benötigen, auch wenn ihre Pläne differieren. Bsp Intelligenz, Wohlstand, Chancen sind Mittel, um Ziele zu erreichen, die eine Person nicht auf anderem Wege erreichen könnte. Im Anfangszustand (einer zu errichtenden Gesellschaft), wo die Menschen noch nicht wissen, welche Rolle sie einnehmen werden, sind diese Güter das, wovon sie wissen, dass sie sie anstreben.
>Schleier des Nichtwissens.
Problem: Ein Verzeichnis der verfügbaren primären sozialen und natürlichen Güter anzufertigen. Unsere Prinzipien, wenn sie in lexikalischer Reihenfolge abgearbeitet werden, helfen dabei.
>Prinzipien/Rawls.
I 266
Öffentliche Güter/Rawls: Öffentliche Güter sind vor allem unteilbar und öffentlich zugänglich(1). Wenn Bürger davon profitieren wollen, muss es so eingerichtet sein, dass alle im gleichen Maß davon profitieren. Bsp Landesverteidigung.
I 267
Das bringt es mit sich, dass öffentliche Güter durch den politischen Prozess und nicht durch den Markt gesteuert werden müssen. Probleme: für öffentliche Güter erwachsen besondere Probleme:
1. Das Trittbrettfahrer-Problem(2): Es gibt die Versuchung, selbst nicht seinen Anteil an Pflichten beizutragen, dieser Betrag beeinflusst das Gesamtergebnis nämlich nicht merklich. Für das Individuum erscheint der Beitrag der anderen in jedem Fall schon geleistet. Daher muss der Staat die Regelung der entsprechenden öffentlichen Güter übernehmen(3).
>Trittbrettfahrer.
I 268
2. Merkmal öffentlicher Güter: Externalität. Die Produktion dieser Güter geht auch auf Kosten derer, die niemals von ihnen profitieren. Es werden auch nicht alle Wünsche berücksichtigt. Bsp Jemand, der sich impfen lässt, hilft anderen ebenso wie sich selbst, auch wenn er niemals dieser Infektion ausgesetzt sein wird. >Externalitäten.
Bsp Auch Umweltschäden werden normalerweise nicht vom Markt reguliert. So werden unter Umständen Rohstoffe zu weit geringeren Kosten produziert, als ihre sozialen Grenzkosten ausmachen. Hier gibt es eine Differenz zwischen privater und sozialer Bilanzierung, die der Markt nicht registriert.
Die Unteilbarkeit öffentlicher Güter (z.B. Infrastruktur, Freiheiten usw.) erfordert es in diesem Fall, dass der Staat die Regelung übernimmt. Problem: sogar in einer Gesellschaft gerechter Personen führt die Isoliertheit individueller Entscheidungen nicht zu der Erfüllung des Allgemeininteresses.
>Umweltschäden.
I 270
Wirtschaftsform: Wie groß der Anteil der öffentlichen Güter an der Gesamtwirtschaft ist, ist von der Wirtschaftsform - sei sie sozialistisch oder privatwirtschaftlich – unabhängig, da der Anteil der sozialen Ressourcen, der für ihre Produktion aufgewendet wird, unabhängig von der Frage des Besitzes der Produktionsmittel. >Sozialismus, >Kapitalismus.

1. Siehe J. M. Buchanan, The Demand and Supply of Public Goods, Chicago, 1968, Kap. IX.
2. Buchanan, Kap. V; Mancur Olson, The Logic of Collective Action, Cambridge, MA, 1965, Kap. I, II.
3. Siehe W.J. Baumol, Welfare Economics and the Theory of the State, London, 1952, Kap. I, VII-IX, XII.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Öffentliches Gut Samuelson Mause I 274f
Öffentliche Güter/Samuelson: Öffentliche Güter sind charakterisiert 1. Durch Nicht-Rivalität: Bsp Landesverteidigung: ihre Qualität ist unabhängig davon, wie vielen Individuen sie zugutekommt. Anders als im Markt für private Güter (Siehe Märkte/Wirtschaftstheorie) muss im Fall nicht-rivalisierender Güter die Summe aller marginalen Zahlungsbereitschaften aller Individuen aufaddiert werden, die jeweils gemeinsam das nicht-rivale Gut konsumieren.
2. Durch Nicht-Ausschließbarkeit: auch nicht-zahlende Mitglieder können öffentliche Güter konsumieren. (Trittbrettfahrer-Problem).
Lösung/Samuelson: Angenommen es gäbe nur zwei Güter (ein öffentliches und ein privates); wird nun die Wertschätzung für das gemeinsam konsumierte Gut mit den gesellschaftlichen Grenzkosten der Bereitstellung dieses Gutes gleichgesetzt, erhält man die Samuelson-Bedingung.
VsSamuelson: Problem: die Samuelson-Bedingung ist praktisch weitgehend nutzlos, da die konkreten Werte, mit denen sie gefüttert werden sollte, nicht ermittelt werden können. ((s) Grund: die Zahl der Trittbrettfahrer ist unbestimmt). Siehe auch Öffentliche Güter/Wirtschaftstheorien.

EconSamu I
Paul A. Samuelson
The foundations of economic analysis Cambridge 1947

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Öffentliches Gut Tullock Mause I 276
Öffentliches Gut/Tullock/Buchanan: Hintergrundproblem: wegen der nicht zu ermittelnden Zahl von Trittbrettfahrern, die für die Nutzen des öffentlichen Guts nichts bezahlen, ist dessen Wert nicht zu ermitteln. >VsSmauelson.
Lösung/Tullock/Buchanan: die Zustimmungsfähigkeit sollte nicht auf einzelnen Ausgabenpositionen, sondern auf die Verfassungsebene angewendet werden.
Frage: wie man Entscheidungsregeln auf der politischen Ebene so gestaltet, dass unerwünschte und unvorteilhafte Resultate weitgehend ausgeschlossen werden.(1)
Buchanan: daraus entwickelte sich eine vertragstheoretisch fundierte Konstitutionenökonomik.(2)

1. James M. Buchanan & Gordon Tullock. The calculus of consent. Logical foundations of constitutional democracy. Ann Arbor 1962.
2. James M. Buchanan. 1990. The domain of constitutional economics. Constitutional Political Economy 1 (1): 1– 18.

EconTull I
Gordon Tullock
Arthur Seldon
Gordon L. Brady,
Government failure: A primer in public choice Washington 2002

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Öffentliches Gut Wirtschaftstheorien Mause I 275
Öffentliche Güter/Wirtschaftstheorien: Problem: wegen des Trittbrettfahrerproblems (der Inanspruchnahme öffentlicher Güter durch nichtzahlende Mitglieder) ist der Wert öffentlicher Güter nicht zu ermitteln. >Öffentliche Güter/Samuelson. Lösung: Vorschlag: gewisse Anreizmechanismen sollten Individuen dazu zu bringen, ihre wahre Zahlungsbereitschaft offenzulegen. (Clarke 1971 (1), Groves & Loeb 1975 (2))
VsClarke/VsGrove/VsLoeb: Problem: 1. unerwünschte Nebenwirkungen aufgrund der hohen Komplexität, 2. Gibt es unendlich viele Pareto-Optima, da die Summe der marginalen Zahlungsbereitschaften von den Verteilungspositionen der Individuen in der Gesellschaft abhängt.

Mause I 276
Öffentliche Güter/Wirtschaftstheorien: in einer Welt mit verzerrenden Steuern darf die Ausgabenseite nicht ohne die Einnahmenseite betrachtet werden. Das optimale Angebot öffentlicher Güter hängt dann davon ab, welche Steuern eingesetzt werden können und in welchem Umfang diese Steuern über ihre anreizverzerrende Wirkung zu Wohlfahrtsverlusten führen. Lösung/Browning/Dahlby: die Grenzkosten der öffentlichen Güter werden mit einem multipliziert, der die marginal costs of public funds (3)(4) repräsentiert. (5)
Gegenargumente Siehe Öffentliche Güter/Kaplow.

1. Edward H. Clarke. 1971. Multipart pricing of public goods. Public Choice 11 (1): 17– 33.
2.Theodore Groves & Martin Loeb. 1975. Incentives and public inputs. Journal of Public Economics 4: 211– 226.
3. Edgar K. Browning, 1976. The marginal cost of public funds. Journal of Political Economy 84: 283– 298.
4. Bev Dahlby, 2008. The marginal cost of public funds: Theory and applications. Cambridge, MA
5. Charles L. Ballard & Don Fullerton. 1992. Distortionary taxes and the provision of public goods. Journal of Economic Perspectives 6( 3): 117– 131.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Ökonometrie Demsetz Henderson I 43
Ökonometrie/Kosten der Messung/Alchian/Demsetz/Henderson/Globerman: Für Alchian und Demsetz sind die Messkosten mit kooperativen Aktivitäten verbunden, bei denen Einzelpersonen als Team arbeiten und spezialisierte Aufgaben erledigen. Unter solchen Umständen ist es schwierig, die jedem Einzelnen zustehenden Leistungen zu ermitteln.
Henderson I 44
Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten mit Klassenkameraden oder Kollegen zusammen, um einen Bericht zu einem bestimmten Thema zu erstellen. Trittbrettfahrerproblem: Wie kann verhindert werden, dass sich einzelne Mitglieder drücken oder weniger leisten, während sie sich darauf verlassen, dass andere Mitglieder mehr leisten, um dies zu kompensieren?
>Trittbrettfahrerproblem.
Henderson I 45
Z. B. kollektive Arbeit unter Studenten: Schüler, die sich bei einem Projekt drückten, wurden in der Regel nicht eingeladen, bei künftigen Projekten in Teams von Nicht-Drückern mitzuarbeiten. Dies bedeutete, dass Drückeberger letztlich für ihr Verhalten bestraft wurden, indem sie bei künftigen Projekten von den produktiveren Teams ausgeschlossen wurden. Die oben beschriebene Regelung war zwar nicht perfekt, aber wohl die am wenigsten kostspielige Methode zur Aufdeckung und Verhinderung von Drückebergerei bei der Erstellung von Forschungsarbeiten im Team. Die Studenten kannten die Stärken und Schwächen der anderen besser als der Professor, und, wie bereits erwähnt, konnten Drückeberger von zukünftigen Projekten ausgeschlossen werden. Natürlich erhielt der Gruppenleiter keine direkte Belohnung für die Koordinierung der Gruppenaktivitäten. Auch konnte er, wie bereits erwähnt, Drückeberger nicht aus der Gruppe ausschließen. Dies schwächte natürlich den Anreiz des Gruppenleiters, Drückeberger aufzuspüren und zu entmutigen, vor allem, wenn dies zu Konflikten mit anderen Studenten führte, die Teil einer laufenden Kohorte waren. Durch diese Regelung wurde das Drückebergertum nicht verhindert, aber andere Regelungen wären wahrscheinlich belastend und kostspieliger als die Vorteile, die sie bieten würden.
>Firmen/Alchian/Demsetz, >Organisation/Alchian/Demsetz.

1. Alchian, Armen A., and Harold Demsetz (1972). Production, Information Costs, and Economic Organization. American Economic Review 62 (December): 777-95.

EconDems I
Harold Demsetz
Toward a theory of property rights 1967

Henderson I
David R. Henderson
Steven Globerman
The Essential UCLA School of Economics Vancouver: Fraser Institute. 2019
Organisation Demsetz Henderson I 43
Unternehmen/Organisationen/Kapitalgesellschaften/Alchian/Demsetz/Henderson/Globerman: Warum werden einige Arten wirtschaftlicher Aktivitäten innerhalb einzelner Organisationen durchgeführt, während andere Arten wirtschaftlicher Aktivitäten durch den Marktaustausch zwischen unabhängigen Organisationen oder Einzelpersonen erfolgen.* Lösung: Die offensichtliche Antwort lautet: Wenn es effizienter ist, Transaktionen innerhalb der Grenzen einer einzelnen Organisation durchzuführen, werden sie auf diese Weise abgewickelt, und wenn dies nicht der Fall ist, werden die Transaktionen zwischen unabhängigen Wirtschaftsakteuren durchgeführt.
>Transaktionskosten.
Transaktionskosten: (...) warum werden manche Transaktionen innerhalb von Organisationen effizienter durchgeführt als zwischen Organisationen? Dies wirft auch eine verwandte Frage auf: Warum nehmen Organisationen unterschiedliche Formen an? Warum sind beispielsweise so viele Anwaltskanzleien und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften als Personengesellschaften oder Gesellschaften mit beschränkter Haftung organisiert, während andere als Aktiengesellschaften mit öffentlich gehandelten Aktien organisiert sind? Und warum ist die Organisationsform so wichtig?
Alchian/Demsetz: Alchian und Demsetz (1972)(2) lieferten entscheidende Erkenntnisse zu diesen Fragen. Sie betrachteten Organisationen wie das Unternehmen als ein Vehikel, um eine spezialisierte und kooperative Produktion zu ermöglichen, und sie identifizierten zwei Hauptanforderungen an wirtschaftliche Organisationen: die Messung der Produktivität von Inputs und die Belohnung dieser Inputs.
Messungen: Die Messung der Produktivität bedeutet, dass die Beiträge der verschiedenen Inputs zum Output des Unternehmens gemessen werden. Der ideale Weg, Inputs zu belohnen, besteht darin, dass die Belohnung ihrem Beitrag zum Output, d. h. ihrer Produktivität, entspricht.
>Produktivität, >Ökonometrie.
Wenn die Wirtschaftsorganisation diese Aufgaben schlecht erledigt und Belohnung und Produktivität nur lose miteinander korrelieren, wird die Produktivität der Organisation geringer sein als sonst, aber wenn die Organisation es gut macht, wird die Produktivität höher sein. Anschließend wurde beschrieben, was diese beiden Aufgaben schwierig macht und wie sich Organisationen entwickeln, um diese Probleme zu bewältigen.
Henderson I 45
Klassische Firma: In der von Alchian und Demsetz so genannten „klassischen Firma“ hat der Monitor (oder Leiter), der die Leistung der Teammitglieder messen soll, mehr Autorität und stärkere Anreize als die Gruppenleiter für die Forschungsarbeiten der Studenten des oben genannten Professors. Insbesondere ist der Überwacher in der klassischen Firma das, was Alchian und Demsetz als „Restanspruchsteller“ bezeichnen. Residualanspruchsteller: Das „Residuum“ ist im Wesentlichen der Gewinn, der übrig bleibt, nachdem alle Mitglieder des Teams einen Betrag erhalten haben, der dem Beitrag jedes Mitglieds entspricht, den der Überwacher für angemessen hält. Das Recht, den Restbetrag einzufordern, bietet dem Überwacher den Anreiz, Schwarzarbeit zu erkennen und zu verhindern.
>Trittbrettfahrerproblem, >Residual claimant (Restwertanwärter).
Henderson I 46
Teams/Organisation: Die Teammitglieder sind vermutlich bestrebt, die Produktivität des Teams zu maximieren und dadurch die Vergütung zu erhöhen, die sie gemeinsam (und individuell) erhalten. Sie stimmen daher dem Status des Überprüfers als Restanspruchsteller sowie dem Recht des Überprüfers zu, die Teamzusammensetzung zu ändern, indem sie beispielsweise Drückeberger entlassen. Gleichzeitig hat der Überwacher einen Anreiz, die Teammitglieder entsprechend ihrem Beitrag zum Teamergebnis zu entlohnen, da ein solches Verhalten mit der Maximierung der Produktivität und des Gewinns des Unternehmens vereinbar ist. Die klassische Firma von Alchian und Demsetz ist die Quintessenz eines kleinen Unternehmens, in dem der der leitende Manager auch der Mehrheits- oder Alleineigentümer des Unternehmens ist. Während die meisten Unternehmen in den Industrieländern relativ klein sind, wird der Großteil der Produktion (gemessen an den Einnahmen) von großen, börsennotierten Unternehmen mit Hunderten, wenn nicht Tausenden von Managern und vielen Tausenden von Aktionären erbracht. Diese Organisationsform wird von einigen Wirtschaftswissenschaftlern wegen des so genannten „Principal-Agent“-Problems stark kritisiert.
>Prinzipal-Agent-Problem/Alchian.
Zum konzentrierten Eigentum siehe >Organisationen/Alchian/Demsetz.
Henderson I 51
Kosten/Effizienz: Der Kern der Unternehmenstheorie der [UCLA]-Schule ähnelt im Geiste der Beschreibung des Marktsystems. Insbesondere gibt es in der realen Welt Kosten für die Durchführung von Transaktionen, sei es zwischen unabhängigen Akteuren oder innerhalb einzelner Organisationen. Das bedeutet, dass bei der Bewertung der Effizienz einer Reihe von Transaktionen durch die öffentliche Hand berücksichtigt werden muss, dass auch alternative Arrangements mit solchen Kosten verbunden sind und dass Wettbewerb in Verbindung mit Privateigentum ein wirksamer Prozess ist, der sicherstellt, dass die betreffenden Transaktionen in der Regel auf möglichst kostengünstige Weise durchgeführt werden.
* Der vielleicht wichtigste Artikel, der sich mit dieser Frage befasst, ist Coase (1937)(1).
** Das Recht des verbleibenden Antragstellers, das Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu verkaufen, stärkt das Recht des verbleibenden Anspruchsberechtigten, das Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu verkaufen, stärkt den Anreiz des Anspruchsberechtigten, ein Team von Nicht-Arbeitnehmern aufzubauen, das im Laufe der Zeit wahrscheinlich immer produktiver wird, wodurch der kapitalisierte Wert des Unternehmens steigt.

1. Coase, Ronald (1937). The Nature of the Firm, Economica 4 (November): 386-405.
2. Alchian, Armen A., and Harold Demsetz (1972). Production, Information Costs, and Economic Organization. American Economic Review 62 (December): 777-95.

EconDems I
Harold Demsetz
Toward a theory of property rights 1967

Henderson I
David R. Henderson
Steven Globerman
The Essential UCLA School of Economics Vancouver: Fraser Institute. 2019
Personalpolitik Brander Krugman III 158
Personalpolitik/Brander/Spencer/Ulph/Winters: Hochtechnologiesektor: Der Markt für die Produktion dieses Sektors ist der Weltmarkt, von dem die eigene Volkswirtschaft nur einen sehr kleinen Teil ausmacht. Aufgrund der Fixkosten für F&E konkurrieren nur wenige große internationale Unternehmen auf diesem Markt, so dass der Wettbewerb von Natur aus unvollkommen ist. >Forschung und Entwicklung (F&E).
Da jedoch im Bereich F&E Erfolg auf Erfolg beruht, kann der Markteintritt diese großen Unternehmen nicht daran hindern, selbst nach Abzug der F&E-Kosten überdurchschnittliche Gewinne oder Renten zu erzielen. Am einfachsten lässt sich dies in unserem Modell mit einer festen Anzahl von Unternehmen abbilden. Cantwell (1989a)(1) liefert die neuesten Belege und eine gute Diskussion dieses Persistenzphänomens. Zusammengenommen bedeuten diese Annahmen, dass das Modell im Wesentlichen ein Modell ist, in dem die Länder durch ihre Arbeitskräfte- und Industriepolitik miteinander konkurrieren, um einen möglichst großen Anteil an diesen Renten aus dem internationalen Markt zu erhalten.
>Personalpolitik, >Industriepolitik, >Internationaler Handel, >Neue Handelstheorie, >Wettbewerb, >Fortschritt, >Technischer Fortschritt.
Brander und Spencer: Dieser Rahmen entspricht im Wesentlichen dem von Brander und Spencer (1983)(2) in ihrer Argumentation zur Förderung von F&E verwendeten.
VsSpencer, B./VsBrander, J.: Bekanntlich gibt es eine Reihe von Einwänden gegen die Analyse von Brander und Spencer. Dixit und Grossman (1986)(3) zeigen, dass sie entscheidend von der Annahme abhängt, dass das Angebot an wissenschaftlichen Arbeitskräften für den Hochtechnologiesektor im Wesentlichen vollkommen elastisch ist. Sie zeigen, dass, wenn das Angebot völlig unelastisch und immobil ist, die Unterstützung für den Hochtechnologiesektor sehr sorgfältig ausgerichtet werden muss, um eine positive Wirkung zu erzielen. Während die Besorgnis über den Fachkräftemangel von der Annahme eines unelastischen Angebots erfasst wird, deutet das Phänomen der Abwanderung von Fachkräften darauf hin, dass die Annahme der Unbeweglichkeit unrealistisch ist. Wir zeigen, dass, wenn wissenschaftliche Arbeitskräfte mobil sind, die Förderung einer beliebigen Hightech-Industrie zwar schädlich sein könnte, eine allgemeinere Förderung des Hightech-Sektors als Ganzes jedoch von Vorteil ist. Wir weiten dies aus, um die Argumente für die Politik zu betrachten, wenn die Wissenschaft mobil ist und Unternehmen ihre F&E-Labors in Zentren ansiedeln, in denen wissenschaftliche Arbeitskräfte konzentriert sind.
Diese Argumente für die Unterstützung von Hightech-Industrien werden getestet, indem die Möglichkeit internationaler Spillover berücksichtigt wird (in diesem Fall kann es sich lohnen, von der F&E anderer Länder zu profitieren), und indem die Forschung von international mobilen Wissenschaftlern durchgeführt wird, während die Entwicklung von immobilen Ingenieuren übernommen wird.
>Trittbrettfahrerproblem.

1. Cantwell, J. 1989a. Technological innovation and multinational corporations. Oxford:
Basil Blackwell.
2. Brander, J., and B. Spencer. 1983. International R&D rivalry and industrial strategy.
Review of Economic Studies 50:707-22.
3. Dixit, A, and G. Grossman. 1986. Targeted export promotion with several oligopolistic
industries. Journal of International Economics 21:233-49.

David Ulph and L. Alan Winters. „Strategic Manpower Policy and International Trade.“ In: Paul Krugman and Alasdair Smith (Eds.) 1994. Empirical Studies of Strategic Trade Policy. Chicago: The University of Chicago Press.

EconKrug I
Paul Krugman
Volkswirtschaftslehre Stuttgart 2017

EconKrug II
Paul Krugman
Robin Wells
Microeconomics New York 2014

Krugman III
Paul Krugman
Alasdair Smith
Empirical Studies of Strategic Trade Policy Chicago: The University of Chicago Press 1994
Personalpolitik Spencer Krugman III 158
Personalpolitik/Brander/Spencer/Ulph/Winters: Hochtechnologiesektor: Der Markt für die Produktion dieses Sektors ist der Weltmarkt, von dem die eigene Volkswirtschaft nur einen sehr kleinen Teil ausmacht. Aufgrund der Fixkosten für F&E konkurrieren nur wenige große internationale Unternehmen auf diesem Markt, so dass der Wettbewerb von Natur aus unvollkommen ist. >Forschung und Entwicklung (FuE).
Da jedoch im Bereich F&E Erfolg auf Erfolg beruht, kann der Markteintritt diese großen Unternehmen nicht daran hindern, selbst nach Abzug der F&E-Kosten überdurchschnittliche Gewinne oder Renten zu erzielen. Am einfachsten lässt sich dies in unserem Modell mit einer festen Anzahl von Unternehmen abbilden. Cantwell (1989a)(1) liefert die neuesten Belege und eine gute Diskussion dieses Persistenzphänomens. Zusammengenommen bedeuten diese Annahmen, dass das Modell im Wesentlichen ein Modell ist, in dem die Länder durch ihre Arbeitskräfte- und Industriepolitik miteinander konkurrieren, um einen möglichst großen Anteil an diesen Renten aus dem internationalen Markt zu erhalten.
>Personalpolitik, >Industriepolitik, >Internationaler Handel, >Wettbewerb, >Fortschritt, >Technischer Fortschritt.
Brander und Spencer: Dieser Rahmen entspricht im Wesentlichen dem von Brander und Spencer (1983)(2) in ihrer Argumentation zur Förderung von F&E verwendeten.
VsSpencer, B./VsBrander, J.: Bekanntlich gibt es eine Reihe von Einwänden gegen die Analyse von Brander und Spencer. Dixit und Grossman (1986)(3) zeigen, dass sie entscheidend von der Annahme abhängt, dass das Angebot an wissenschaftlichen Arbeitskräften für den Hochtechnologiesektor im Wesentlichen vollkommen elastisch ist. Sie zeigen, dass, wenn das Angebot völlig unelastisch und immobil ist, die Unterstützung für den Hochtechnologiesektor sehr sorgfältig ausgerichtet werden muss, um eine positive Wirkung zu erzielen. Während die Besorgnis über den Fachkräftemangel von der Annahme eines unelastischen Angebots erfasst wird, deutet das Phänomen der Abwanderung von Fachkräften darauf hin, dass die Annahme der Unbeweglichkeit unrealistisch ist. Wir zeigen, dass, wenn wissenschaftliche Arbeitskräfte mobil sind, die Förderung einer beliebigen Hightech-Industrie zwar schädlich sein könnte, eine allgemeinere Förderung des Hightech-Sektors als Ganzes jedoch von Vorteil ist. Wir weiten dies aus, um die Argumente für die Politik zu betrachten, wenn die Wissenschaft mobil ist und Unternehmen ihre F&E-Labors in Zentren ansiedeln, in denen wissenschaftliche Arbeitskräfte konzentriert sind.
Diese Argumente für die Unterstützung von Hightech-Industrien werden getestet, indem die Möglichkeit internationaler Spillover berücksichtigt wird (in diesem Fall kann es sich lohnen, von der F&E anderer Länder zu profitieren), und indem die Forschung von international mobilen Wissenschaftlern durchgeführt wird, während die Entwicklung von immobilen Ingenieuren übernommen wird.
>Trittbrettfahrerproblem.

1. Cantwell, J. 1989a. Technological innovation and multinational corporations. Oxford:
Basil Blackwell.
2. Brander, J., and B. Spencer. 1983. International R&D rivalry and industrial strategy.
Review of Economic Studies 50:707-22.
3. Dixit, A, and G. Grossman. 1986. Targeted export promotion with several oligopolistic
industries. Journal of International Economics 21:233-49.

David Ulph and L. Alan Winters. „Strategic Manpower Policy and International Trade.“ In: Paul Krugman and Alasdair Smith (Eds.) 1994. Empirical Studies of Strategic Trade Policy. Chicago: The University of Chicago Press.

Spencer I
Herbert Spencer
The Man versus the State Indianapolis 2009

EconKrug I
Paul Krugman
Volkswirtschaftslehre Stuttgart 2017

EconKrug II
Paul Krugman
Robin Wells
Microeconomics New York 2014

Krugman III
Paul Krugman
Alasdair Smith
Empirical Studies of Strategic Trade Policy Chicago: The University of Chicago Press 1994
Prinzipal-Agent-Theorie Alchian Henderson I 46
Principal-Agent-Problem/Alchian/Demsetz/Henderson/Globerman: Während die Mehrheit der Unternehmen in den Industrieländern relativ klein ist, wird der Großteil der Produktion (gemessen an den Einnahmen) von großen, börsennotierten Unternehmen mit Hunderten, wenn nicht Tausenden von Managern und vielen Tausenden von Aktionären erbracht. >Firmen/Alchian/Demsetz, >Restwertberechtigter/Alchian.
Diese Organisationsform wird von einigen Wirtschaftswissenschaftlern wegen des so genannten „Principal-Agent“-Problems stark kritisiert. Kurz gesagt, gibt es in einer Aktiengesellschaft in Streubesitz viele Residualanspruchsberechtigte, d.h. Aktionäre. Wenn kein Aktionär einen großen Prozentsatz des Unternehmens besitzt, dann hat auch kein Aktionär einen starken Anreiz, die Manager des Unternehmens zu überwachen. Infolgedessen haben die Manager einen starken Anreiz, sich zu drücken. Drückebergerei kann wörtlich bedeuten, dass sie die erwarteten Aufgaben nicht erfüllen, aber häufiger bezieht sie sich darauf, dass Manager das Geld des Unternehmens für Produkte und Aktivitäten ausgeben, z. B. für schicke Restaurantbesuche und Reisen erster Klasse, die das Arbeitsleben des Managers angenehmer machen, aber den Gewinn des Unternehmens schmälern. In diesem Fall stehen die Interessen und Handlungen der Agenten (der Manager) im Widerspruch zu den Interessen der Auftraggeber (der Aktionäre).
Effizienz: Kritiker großer Unternehmen berufen sich auf das Prinzipal-Agent-Problem, wenn sie argumentieren, dass große Unternehmen ineffizient sind und dass die Wirtschaft besser dastehen würde, wenn der Staat die Größe großer Unternehmen begrenzen würde.
Henderson I 47
Kontrolle: Demsetz (1983)(1) bezeichnete die Trennung zwischen Eigentum und Kontrolle durch das Management als das Hauptaugenmerk der meisten Kommentatoren des modernen Unternehmens. Er räumte ein, dass in großen Unternehmen Überwachungskosten anfallen und die Wahrscheinlichkeit des „shirking“ besteht. Er wies jedoch darauf hin, dass sowohl externe als auch interne Kräfte wirken, um die Überwachungskosten zu begrenzen. Eigentümer, die die Drückebergerei ihrer Manager tolerieren, akzeptieren effektiv eine weniger effiziente Produktion in ihren Unternehmen, was die Kosten ihrer Produkte für die Verbraucher erhöht. Größe des Unternehmens: Umgekehrt entstehen den Eigentümern, die eine umfassende Überwachung durchführen, Kosten, die ihre Investitionen weniger rentabel machen. Vermutlich gibt es einen „goldenen Mittelweg“. In diesem „goldenen Mittelweg“ wird die Summe der Kosten für die Überwachung und die Vermeidung von Investitionen minimiert. Der Wettbewerb zwischen den Unternehmen wird sie dazu bringen, sich für die goldene Mitte zu entscheiden.
Die Suche nach diesem Optimum wird gewinnorientierte Unternehmen dazu veranlassen, ihre Struktur anzupassen. Wenn beispielsweise eine stärkere Überwachung des Managements eine Senkung der Gesamtkosten und eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens verspricht, ist zu erwarten, dass sich das Eigentum auf eine geringere Anzahl von Aktionären konzentriert.
Alchian: Wie Alchian (1965)(3) argumentierte, werden Aktionäre, die passiv oder gleichgültig gegenüber Managementproblemen sind, ihre Anteile an Eigentümer verkaufen, die bereit und in der Lage sind, aktiver zu sein. Diese Diese Entwicklung würde die Anreize für die Aktionäre verringern, sich der Überwachungspflicht zu entziehen, die den Eigentümern zu entziehen, da die Vorteile einer stärkeren Überwachung stärker an die Bemühungen der Eigentümer gebunden sind, die die mehr Überwachung betreiben.
Wenn andererseits die Gelegenheiten für Manager, sich zu drücken, weniger zahlreich sind als ursprünglich angenommen, wird eine geringere Überwachung durch die Eigentümer die Effizienz verbessern. Unternehmen in dieser Situation zeichnen sich durch eine breitere Streuung des Aktienbesitzes aus, was es diesen Unternehmen ermöglichen könnte, Finanzkapital zu geringeren Kosten aufzunehmen, als dies sonst der Fall wäre.
Zu konzentriertem Eigentum siehe >Organisation/Alchian/Demsetz.
Henderson I 49
Auch andere Varianten des Prinzipal-Agenten-Problems beeinflussen die Organisation von Unternehmen, und die UCLA-Schule hat auch hier wichtige Beiträge zu unserem Verständnis geleistet. Zwei wichtige Konzepte sind hier Moral Hazard und opportunistisches Verhalten.
Moralisches Risiko: Moralisches Risiko bezieht sich auf einen Zustand, in dem Veränderungen der Umstände Anreize für Menschen schaffen, sich unsozial zu verhalten. Wenn beispielsweise die Regierung die Leistungen der Arbeitslosenversicherung im Verhältnis zu den Löhnen erhöht oder die Dauer der Arbeitslosenunterstützung verlängert, werden einige Empfänger wählerischer bei der Wahl der Arbeitsplätze, die sie annehmen, und bleiben daher länger arbeitslos. Durch die Erhöhung der Leistungen und/oder die Verlängerung der Leistungsdauer wird die Arbeitslosigkeit attraktiver als zuvor, so dass eine längere Zeitspanne bis zur Aufnahme einer neuen Beschäftigung offensichtlich im Interesse der Bezieher von Arbeitslosenunterstützung liegt, nicht aber im Interesse der übrigen Gesellschaft.
>Moral Hazard, >Trittbrettfahrerproblem.
Opportunistisches Verhalten: Opportunistisches Verhalten kann als logische Folge des moralischen Risikos angesehen werden. Wenn sich die Umstände ändern, so dass bestimmte Parteien einer Vereinbarung bestimmte Möglichkeiten genießen können, die sie unter den früheren Umständen nicht hatten, könnten sie einen Anreiz haben, die ursprüngliche Vereinbarung formell oder informell zu brechen.
>Ökonomischer Opportunismus/Alchian/Demsetz.

* Eine frühe und bahnbrechende Kritik an Großunternehmen auf der Grundlage des Prinzipal-Agent-Problems findet sich in Berle und Means (1932)(2).

1. Demsetz, Harold (1983). The Structure of Ownership and the Theory of the Firm. Journal of Law & Economics 26, 2: 375-390.
2. Berle, Adolph, and Gardiner Means (1932). The Modern Corporation and Private Property. Commerce Clearing House.
3. Alchian, Armen (1965). Some Economics of Property Rights. Il Politico 29, 4: 816-829.

Alchian I
Armen A. Alchian
William R. Allen
Exchange and Production: Competition, Coordination and Control Belmont, CA: Wadsworth 1977

Henderson I
David R. Henderson
Steven Globerman
The Essential UCLA School of Economics Vancouver: Fraser Institute. 2019
Prozessphilosophie Kanitscheider II 175
Prozess-Philosophie/Whitehead/Kanitscheider: Versuch, eine Synthese von Wissenschaft und Religion zu etablieren. an der Entwicklung der Natur wird nichts geändert (Wie beim Deismus). >Deismus, >Religion, >Theologie.
II 176
Die Prozess-Philosophie arbeitet mit der Methode der doppelten Aspekte. Sie bezweifelt nicht die Kontinuität der Entwicklung, sie postuliert einen Außen und einen Innenaspekt der Natur Gott: Quelle der Neuheit und der Ordnung. Innerlich mit dem Weltlauf verwoben, er hat eine transzendente Komponente, aber mit einem Teil seines Wesens ist er ein immanenter Teil der Welt.
>Prozess/Flux, >Welt, >Realität, >Welt/Denken, >Wissen, >Erkenntnis.
II 176
KanitscheiderVsProzess-Philosophie/KanitscheiderVsWhitehead: Die Schwäche liegt im Doppelaspekt-Charakter: Es gibt keine Möglichkeit der Prüfung der göttlichen Wirksamkeit in der Abfolge der Ereignisse. Die erklärende Kraft ist gleich Null. >Aspekte, >Zwei-Aspektelehre/Fechner.
Kein Iota ändert sich, wenn kein transzendenter Verursacher am Werk ist.
Metaphysischer "Bandwagon-Effekt" (Trittbrettfahrer).
>Metaphysik.
((s) Der "Einfluss auf alles" kann weggekürzt werden, wenn er gleichmäßig ist.)
Kanitscheider: Der Ausdruck "Einfluss auf Alles" kann nur metaphorisch gemeint sein.

Kanitsch I
B. Kanitscheider
Kosmologie Stuttgart 1991

Kanitsch II
B. Kanitscheider
Im Innern der Natur Darmstadt 1996
Recht Rawls I 135
Recht/Rawls: Ein Begriff des Rechts ist eine Menge von Prinzipien allgemeiner Form und universeller Anwendung, die öffentlich bekannt sein müssen als letzte Anrufungsinstanz bei der Ordnung von Konflikten moralischer Personen. >Konflikte, >Gerechtigkeit, >Rechtsprechung, >Justizsystem, >Gesetzgebung.
Durch diese Bedingungen werden Diktatur und Trittbrettfahrerproblem ausgeschlossen.
>Diktatur, >Trittbrettfahrer.
Gerechtigkeit: Ihre Prinzipien sind dagegen bestimmt durch ihre spezielle Rolle und den Gegenstand, auf den sie angewendet werden.
>Gerechtigkeit/Rawls.
Allgemeinheit/Allgemeingültigkeit: Allgemeingültigkeit von Prinzipien schließt allerdings keinen allgemeinen Egoismus aus.
>Allgemeinheit, >Allgemeingültigkeit.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Risikoaversion Arrow Henderson I 55
Risikoaversion/DemsetzVsArrow/Demsetz/Henderson/Globerman: Arrow: Selbst wenn es Entschädigungs-Optionen gäbe, argumentierte Arrow(1), würde der freie Markt immer noch zu wenig in Informationen investieren. Arrow nannte zwei Gründe: Risikoaversion und Moral Hazard. >Risikoaversion, >Moral Hazard, >Moralisches Risiko, >Trittbrettfahrerproblem.
DemsetzVsArrrow: Demsetz(2) wies auf den Trugschluss hin, dass „die Menschen unterschiedlich sein könnten“.
Henderson I 56
Wenn die Menschen risikoscheu sind, so Demsetz, dann muss „die Vorliebe für Risikominderung in das Konzept der Effizienz einbezogen werden. Risiko ist etwas, das die Menschen unter sonst gleichen Bedingungen gerne vermeiden würden. >Risiken, >Effizienz, >Moralisches Risiko/Demsetz, >Risikowahrnehmung.
Henderson I 57
Öffentlicher/privater Sektor/Demsetz: Außerdem, so Demsetz, sind Regierungsbeamte oft viel risikoscheuer als Unternehmen im privaten Sektor. Beispiel: Er wies darauf hin, dass die Schaffung eines besseren Postdienstes „technologisch möglich und wirtschaftlich vielversprechend zu sein scheint“. Aber weil Politiker „das Risiko, abgewählt zu werden, sehr scheuen“, halten sie sich mit Verbesserungen zurück, die zu Entlassungen von Postangestellten führen könnten.

1. Arrow, Kenneth (1962). Economic Welfare and the Allocation of Resources for Innovation. In The Rate and Direction of Inventive Activity: Economic and Social Factors, National Bureau Committee for Economic Research (Princeton University Press).
2. Demsetz, Harold (1969). Information and Efficiency: Another Viewpoint. Journal of Law and Economics 12, 1 (April): 1-22.

EconArrow I
Kenneth J. Arrow
Social Choice and Individual Values: Third Edition New Haven 2012

Henderson I
David R. Henderson
Steven Globerman
The Essential UCLA School of Economics Vancouver: Fraser Institute. 2019
Selbstorganisation Ostrom Brocker I 730
Selbstorganisation/Ebenen/Wirtschaft/Soziale Güter/Ostrom: Marktlichen und staatlichen Organisationen wohnt geradezu zwangsläufig eine Mehrebenen-Problematik inne: es gibt Regeln auf operativer, kollektiver oder konstitutioneller Ebene.
Brocker I 731
Problem: zum Ausprobieren von Regeln und ihren Wirkungen in der Theorie wird angenommen, dass wenn Regeln geändert werden, diejenigen auf den unteren Ebenen konstant gehalten werden. (1) Selbstorganisation: in Systemen mit selbstorganisierenden Akteuren kann diese Annahme nicht aufgestellt werden. Die Akteure müssen zwischen den Ebenen hin- und herwechseln können, um Probleme zu lösen.
Individuen, die über keine Autonomie zur Selbstorganisation und Selbstverwaltung verfügen, bleiben in ihrer Eine-Ebene-Welt verhaftet. (2)
Brocker I 732
Für die Untersuchung von Strategien nachhaltiger Bewirtschaftung von Allmendegütern (sozialen Gütern) wählt Ostrom höchst unterschiedliche Beispielen aus verschiedenen Weltregionen (Schweiz, Japan, Philippinen, Spanien) mit unterschiedlichen Kulturen und Umweltbedingungen. (3) Frage: gibt es allgemeine Prinzipien für das Aufstellen von Regeln der Bewirtschaftung und Kooperation zwischen den Akteuren, die an diesen unterschiedlichen Fällen erkannt werden können?
Operative Regeln/Ostrom: (siehe auch Organisation/Ostrom): hier gibt es auch Bauprinzipien , die maßgeblichen Einfluss auf die Nachhaltigkeit der vorgestellten Ressourcenbewirtschaftungs-Systeme haben:
1. Klar definierte Grenzen für Haushalte oder Personen, die das Recht zur Entnahme von Einheiten aus der Allmende haben.
2. Kongruenz zwischen Aneignungs- und Bereitstellungsregeln und lokalen Bedingungen
3. Arrangements für kollektive Entscheidungen: die meisten Personen können über Änderungen der operativen Regeln mitbestimmen.
4. Überwachung: die Überwacher sind den Aneignern (von Allmendegütern) gegenüber rechenschaftspflichtig oder selbst Aneigner.
5. Abgestufte Sanktionen von Regelverletzungen
6. Konfliktlösungsmechanismen: die Beteiligten haben raschen Zugang zu kostengünstigen lokalen Arenen, die Konflikte schlichten.
7. Minimale Anerkennung des Organisationsrecht: das Recht der Aneigner, eigene Institutionen zu entwickeln, wird von keiner externen staatlichen Behörde in Frage gestellt.
8. Eingebettete Unternehmen: (für größere, komplexere Systeme): hier sind Aneignung, Bereitstellung, Überwachung, Durchsetzung, Konfliktlösung und Verwaltung in mehrere Ebenen eingebettet.
Allmendegüter/Übernutzung: Für sich genommen ist keine der obigen Regeln ausreichend, um Hardins „Tragik der Allmende“ (siehe Soziale Güter/Hardin) - also die zwangsweise Übernutzung gemeinschaftlicher Güter - zu verhindern.
Brocker I 734
Trittbrettfahrerproblem/Lösung/Ostrom: erst Investitionen in kostengünstige, selbst organisierte Überwachung machen die Zusagen der einzelnen Nutzer glaubwürdig. Gleichzeitig nehmen sie selbst Teil an der Überwachung, um Ausbeutung durch ihre Nachbarn zu verhindern. Lernen/Sanktionen: zum Lernen ist es wichtig, dass die Sanktionen am Anfang nicht existentiell bedrohend sind.
Brocker I 734
Staatliche Eingriffe: Problem: Selbstregulierung und Eigeninitiative werden durch staatliche Intervention und Regulierung bedroht. (4)(5) Siehe Soziale Güter/Ostrom, >Trittbrettfahrer.
1. Elinor Ostrom, Governing the Commons. The Evolution of Institutions for Collective Action, Cambridge 1990. Dt.: Elinor Ostrom, Die Verfassung der Allmende. Jenseits von Staat und Merkt, Tübingen 1999, S 68.
2. Ebenda S. 70
3. Ebenda S. 72f
4. Hanisch „Cooperatives in Rural Devolopment and Poverty Alleviation“, in: Jos Bijman/Roldan Muradian/Jur Schuurman (Ed.) Cooperatives, Economic Democratization and Rural Development, Cheltenham/Northampton 2016, S. 55
5. Helen Markelova Ruth Meinzen-Dick/Jon Hellin/Stephan Dohrn, „Collective Action for Smallholder Market Access“, in: Food Policy 34/1, 2009, S. 5

Markus Hanisch, „Elinor Ostrom Die Verfassung der Allmende“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

EconOstr I
Elinor Ostrom
Governing the commons: The evolution of institutions for collective action Cambridge 1990

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Staatsausgaben Wirtschaftstheorien Mause I 276/277
Staatsausgaben/Wirtschaftstheorien: Probleme mit der Bestimmung der optimalen Staatsausgaben ergeben sich im Zusammenhang mit öffentlichen Gütern. Ihr Wert ist kaum zu ermitteln, da es eine unbestimmte Zahl von Individuen gibt, die sich nicht an den Kosten beteiligen (Trittbrettfahrerproblem). Siehe hierzu Öffentliche Güter, insbesondere Öffentliche Güter/Samuelson.
Für neuere Lösungsansätze Frey und Stutzer. (1)

1.Bruno S. Frey & Alois Stutzer. 2011. The use of happiness research for public policy. Social Choice and Welfare 38 (4): 659– 674.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Staatsverschuldung Buchanan Boudreaux I 13
Staatsverschuldung/Buchanan/Boudreaux/Holcombe: „Das Wesen der Staatsverschuldung als Finanzierungsinstitution besteht darin, dass sie es ermöglicht, die objektiven Kosten von derzeit finanzierten Ausgabenprojekten zeitlich zu verschieben. Für den Steuerzahler verzögert die Staatsverschuldung die Notwendigkeit, die Verfügungsgewalt über die Ressourcendienste auf den Fiskus zu übertragen.“ James M. Buchanan, „Confessions of a Burden Monger“ (1964)(1).
Boudreaux I 14
[Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts waren sich die Ökonomen einig, dass schuldenfinanzierte Projekte von den Steuerzahlern der Bürger zum Zeitpunkt der Durchführung der Projekte und nicht von künftigen Generationen bezahlt werden. „Neue Orthodoxie"/Buchanan: Buchanan nannte [dies] „die neue Orthodoxie“. Sie war eine Orthodoxie, weil sie weithin als offensichtlich wahr angesehen wurde, und sie war neu, weil sie aus der keynesianischen Ökonomie hervorging, die 1958 erst 22 Jahre alt war.
Tradition: Bis John Maynard Keynes 1936 seine Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes veröffentlichte(2), waren sich die meisten Ökonomen - von Adam Smith in der Mitte des 18. bis zu den Ökonomen des frühen 20. Jahrhunderts - darüber im Klaren, dass die Kosten für staatliche Projekte, die mit Schulden finanziert werden, auf künftige Generationen abgewälzt werden, die als Steuerzahler die Schulden zurückzahlen müssen.
>Steuern.
KeynesianismusVsBuchanan: Die Anhänger der neuen Orthodoxie entgegnen, wenn die Schulden an die Mitbürger zurückgezahlt werden, gebe es keine Nettoverringerung des nationalen Gesamtvermögens. Die Rückzahlung, so behaupten sie, sei lediglich ein Transfer, sozusagen von der linken zur rechten Hand.
BuchananVsVs: Buchanan argumentiert jedoch, dass diese Argumentation falsch ist. Hätten die Gläubiger im Jahr 2021 der Regierung kein Geld geliehen, hätten sie mit ihrem Geld etwas anderes gemacht - etwas anderes, das fast den gleichen Wert hat wie die Kreditvergabe an die Regierung - wie z. B. die Kreditvergabe an private Unternehmen.
>Zeitpräferenz, >Opportunitätskosten.
Kredit/Rückzahlung: Buchanan nahm - nicht unrealistisch - an, dass die Kreditmärkte wettbewerbsfähig sind. Aus dieser Annahme folgt, dass die Attraktivität der Kreditvergabe an den Staat für die Gläubiger nur geringfügig größer ist als die Attraktivität der anderweitigen Verwendung ihres Geldes (d. h. weitgehend gleichwertig ist). Wenn also die Gläubiger des Staates im Jahr 2051 ihre Schulden zurückzahlen, sind sie nicht besser (oder schlechter) gestellt, als sie es gewesen wären, wenn sie ihr Geld im Jahr 2021 anders verwendet hätten. Die Rückzahlung der Schulden macht die zurückgezahlten Gläubiger nur unwesentlich reicher, als sie es gewesen wären, wenn sie ihr Geld in alternative Projekte investiert hätten. Aber die Rückzahlung macht die Steuerzahler, die die Rechnung bezahlen, um den vollen Betrag der Rückzahlung ärmer.
>Kredit.
Boudreaux I 19
Man beachte, dass Buchanans Argument, dass jedes schuldenfinanzierte Projekt von den zukünftigen Steuerzahlern der Bürger bezahlt wird, die die Schulden bedienen müssen, unabhängig davon gilt, ob das Projekt verschwenderisch oder produktiv ist. Verschuldung/Besteuerung/Buchanan: Buchanans Argumentation sollte daher nicht so interpretiert werden, dass er gegen jede Art von Schuldenfinanzierung rät. Er erkannte ausdrücklich an, dass es angemessen ist, einige Projekte mit Schulden zu finanzieren und nicht mit laufenden Steuern. Projekte, die zukünftigen Steuerzahlern zugute kommen, sollten von diesen bezahlt werden und nicht von den heutigen Steuerzahlern, die keinen Nutzen aus solchen Projekten ziehen. In solchen Fällen ist die Schuldenfinanzierung ein Mittel, um die Rechnung an diejenigen weiterzugeben, die die Vorteile erhalten werden.
Trittbrettfahrer/Buchanan: Die Möglichkeit der heutigen Steuerzahler, durch Schuldenfinanzierung auf dem Reichtum künftiger Generationen herumzureiten, veranlasste Buchanan zu der Befürchtung, dass die heutige Regierung sowohl übermäßig viel Geld ausgeben als auch zu viele Projekte mit Schulden finanzieren wird.
>Moral Hazard.
Boudreaux I 20
Demokratie/Buchanan: Die Steuerzahler von morgen sind nämlich nicht die Wähler von heute. Daher sind die Interessen dieser künftigen Generationen im politischen Prozess unterrepräsentiert. Um das Ausmaß dieses Problems zu verringern, befürwortete Buchanan verfassungsrechtliche Vorschriften, die die Regierungen verpflichten, ihre Haushalte jährlich auszugleichen. Verfassung/Buchanan: Seine Befürchtung, dass die Möglichkeit der Schuldenfinanzierung von Regierungsprojekten und -programmen missbraucht werden könnte, war so groß, dass er sich für eine Änderung der US-Verfassung um einen ausgeglichenen Haushalt einsetzte. Seine Beteiligung an den politischen Bemühungen um eine solche Änderung ist eine der wenigen konkreten politischen Auseinandersetzungen, an denen er sich aktiv beteiligte.
>Verfassung/Buchanan.
Boudreaux I 21
Staatsverschuldung: Bei der Analyse staatlicher Aktivitäten fallen die Kosten und Nutzen staatlicher Maßnahmen auf Einzelpersonen und nicht auf Aggregate oder Gruppen. Das Argument, dass die Staatsverschuldung im Inland keine Belastung darstellt, weil „wir sie uns selbst schulden“, erweist sich als trügerisch, sobald wir erkennen, dass die Gesamtheit - wir selbst - in Wirklichkeit aus vielen Einzelpersonen besteht, von denen einige die Steuern zur Finanzierung der Schuldentilgung zahlen und einige die Erlöse erhalten, wenn sie die von ihnen gehaltenen Anleihen zurückzahlen.
1. Buchanan, James M. (1964). “Confessions of a Burden Monger”. Journal of Political Economy
Vol. 72, No. 5 (Oct., 1964), pp. 486-488.
2. Keynes, J. M. [1936] The General Theory of Employment, Interest and Money. London: Macmillan.


Mause I 279
Staatsverschuldung/Buchanan: Frage: Ist es für den Bürger grundsätzlich zustimmungsfähig, seinen Repräsentanten die Möglichkeit zur Defizitfinanzierung ihrer Budgets zu eröffnen? (Voraussetzung: das Ricardianische Äquivalenztheorem gilt nicht; Siehe Terminologie/Wirtschaftstheorien).
Brennan/Buchanan: Nein: Defizitfinanzierung würde systematisch genutzt, um Ausgaben über das gewünschte Maß hinaus und am Steuerwiderstand der Bürger vorbei zu finanzieren.(1)
>Generationengerechtigkeit/Diamond, Äquivalenztheorem/Barro.
Siehe auch BuchananVsBarro.

1. Geoffrey Brennan & James M. Buchanan, The power to tax. Analytical foundations of a fiscal constitution. Cambridge 1980.

EconBuchan I
James M. Buchanan
Politics as Public Choice Carmel, IN 2000

Boudreaux I
Donald J. Boudreaux
Randall G. Holcombe
The Essential James Buchanan Vancouver: The Fraser Institute 2021

Boudreaux II
Donald J. Boudreaux
The Essential Hayek Vancouver: Fraser Institute 2014

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Trittbrettfahrer-Problem
Trittbrettfahrer-Problem Buchanan Boudreaux I 79
Trittbrettfahrerproblem/Buchanan/Boudreaux/Holcombe: Das Hauptproblem bei vielen kollektiven Aktivitäten, die potenziell für alle von Nutzen sind, besteht darin, dass jeder Einzelne einen Anreiz hat, von den Beiträgen anderer zu profitieren. Dieses Problem tritt immer dann auf, wenn es schwierig ist, diejenigen, die nicht für ein Gut oder eine Dienstleistung zahlen, von der Nutzung auszuschließen. In einem solchen Fall hat jeder den Anreiz, nicht für das Gut zu zahlen, in der Hoffnung, dass andere dafür bezahlen werden. Das Ergebnis ist, dass es zu wenig Beiträge zur Finanzierung des Gutes gibt. Soziale Güter: Ein Gut, das alle konsumieren wollen, wird unterversorgt sein. In dieser Situation könnten Einzelne damit einverstanden sein, zur Finanzierung des Gutes gezwungen zu werden, wenn alle anderen ebenfalls zur Zahlung gezwungen werden. Alle könnten die gleiche Meinung vertreten und sagen, dass sie nicht zahlen wollen, wenn nicht alle zur Zahlung gezwungen werden, aber sie würden alle einer Politik zustimmen, die alle zur Zahlung zwingt. Die Menschen könnten zustimmen, gezwungen zu werden.
>Moral Hazard, >Zwang.
Gesellschaftsvertrag/Übereinkunft: Der Gedanke, dass die Menschen damit einverstanden sein könnten, gezwungen zu werden, liegt der Theorie des Gesellschaftsvertrags über den Staat zugrunde. Auch wenn es keinen tatsächlichen Vertrag gibt, würden die Menschen dem Staat die Befugnis erteilen, diejenigen zu zwingen, die gegen seine Anordnungen verstoßen, wenn alle an dieselben Vertragsbestimmungen gebunden wären. Nach der Theorie des Gesellschaftsvertrags würden die Menschen zustimmen, zu ihrem eigenen Vorteil gezwungen zu werden, so dass die Ausübung eines solchen Zwangs die Rechte des Einzelnen nicht verletzt.
>Vereinbarung/Buchanan, >Gesellschaft/Buchanan, >Gesellschaftsvertrag/Buchanan, >Öffentliches Gut.

EconBuchan I
James M. Buchanan
Politics as Public Choice Carmel, IN 2000

Boudreaux I
Donald J. Boudreaux
Randall G. Holcombe
The Essential James Buchanan Vancouver: The Fraser Institute 2021

Boudreaux II
Donald J. Boudreaux
The Essential Hayek Vancouver: Fraser Institute 2014
Trittbrettfahrer-Problem Demsetz Henderson I 43
Ökonometrie/Kosten der Messung/Alchian/Demsetz/Henderson/Globerman: Für Alchian und Demsetz sind die Messkosten mit kooperativen Aktivitäten verbunden, bei denen Einzelpersonen als Team arbeiten und spezialisierte Aufgaben erledigen. Unter solchen Umständen ist es schwierig, die jedem Einzelnen zustehenden Leistungen zu ermitteln.
Henderson I 44
Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten mit Klassenkameraden oder Kollegen zusammen, um einen Bericht zu einem bestimmten Thema zu erstellen. Trittbrettfahrerproblem: Wie kann verhindert werden, dass sich einzelne Mitglieder drücken oder weniger leisten, während sie sich darauf verlassen, dass andere Mitglieder mehr leisten, um dies zu kompensieren?
Henderson I 45
Z. B. kollektive Arbeit unter Studenten: Schüler, die sich bei einem Projekt drückten, wurden in der Regel nicht eingeladen, bei künftigen Projekten in Teams von Nicht-Drückern mitzuarbeiten. Dies bedeutete, dass Drückeberger letztlich für ihr Verhalten bestraft wurden, indem sie bei künftigen Projekten von den produktiveren Teams ausgeschlossen wurden. Die oben beschriebene Regelung war zwar nicht perfekt, aber wohl die am wenigsten kostspielige Methode zur Aufdeckung und Verhinderung von Drückebergerei bei der Erstellung von Forschungsarbeiten im Team. Die Studenten kannten die Stärken und Schwächen der anderen besser als der Professor, und, wie bereits erwähnt, konnten Drückeberger von zukünftigen Projekten ausgeschlossen werden. Natürlich erhielt der Gruppenleiter keine direkte Belohnung für die Koordinierung der Gruppenaktivitäten. Auch konnte er, wie bereits erwähnt, Drückeberger nicht aus der Gruppe ausschließen. Dies schwächte natürlich den Anreiz des Gruppenleiters, Drückeberger aufzuspüren und zu entmutigen, vor allem, wenn dies zu Konflikten mit anderen Studenten führte, die Teil einer laufenden Kohorte waren. Durch diese Regelung wurde das Drückebergertum nicht verhindert, aber andere Regelungen wären wahrscheinlich belastend und kostspieliger als die Vorteile, die sie bieten würden.
>Firmen/Alchian/Demsetz, >Organisationen/Alchian/Demsetz.

1. Alchian, Armen A., and Harold Demsetz (1972). Production, Information Costs, and Economic Organization. American Economic Review 62 (December): 777-95.

EconDems I
Harold Demsetz
Toward a theory of property rights 1967

Henderson I
David R. Henderson
Steven Globerman
The Essential UCLA School of Economics Vancouver: Fraser Institute. 2019
Umwelt Wirtschaftstheorien Mause I 408
Umwelt/Wirtschaftstheorien: aus ökonomischer und politikwissenschaftlicher Sicht haben Umweltgüter Strukturmerkmale, zu denen Knappheit und Eigenschaften sozialer Güter (z.B. Trittbrettfahrerproblem free rider problem) gehören. Diese strukturmerkmale dienen als Grundlage für eine ökonomische Rechtfertigung staatlicher Umweltpolitik.
Problem: wenn Umweltgüter über den Markt bewirtschaftet werden sollen, setzt dies a) ein Vorhandensein individueller Präferenzen für diese Güter und b) einen funktionsfähigen Preismechanismus voraus, wenn es nicht zu einem „Marktversagen“ kommen soll. Endress 2000, S. 16f.(1)
>Emissionsrechte, >Emissionsminderung,
>Emissionsziele, >Emissionen,
>Emissionsrechtehandel, >Klimawandel,
>Klimaschäden, >Energiepolitik,
>Klimadaten, >Klimageschichte, >Klimagerechtigkeit,
>Klimaperioden, >Klimaschutz,
>Klimaziele, >Klimafolgenforschung, >CO2-Preis, >CO2-Preis-Koordinierung, >CO2-Preis-Strategien, >CO2-Steuer, >CO2-Steuer-Strategien.

1. Alfred Endress, Umweltökonomie, Stuttgart 2000.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Umweltpolitik Wirtschaftstheorien Mause I 404/405
Umweltpolitik/Wirtschaftstheorie: aus Sicht der Wirtschaftstheorie ist eine zentrale Regelung nur im Fall von räumlich homogenen Umweltschutzpräferenzen, grenzüberschreitenden Schadenswirkungen (regionale Spillover-Effekte) oder umsetzungsbezogenen Kostendegressionseffekten wünschenswert. (1) Ansonsten ist eine mehr regionale Gestaltung begrüßenswert, da damit nicht nur die Möglichkeit zu einer besseren Verwirklichung des Subsidiaritätsprinzips in der innerstaatlichen Kompetenzverteilung (Döring und Voigt 2006, S. 206 (2)), sondern auch die Chance auf einen vermehrten föderalen Wettbewerb im Bereich des Umweltschutzes besteht (Mammen 2007, S. 125 (3); Koch und Krohn 2006 (4).
Vs: eine Zersplitterung der umweltpolitischen Gesetzgebung könnte zu einem „race to the bottom“ bei einer Vielzahl von Umweltstandards führen könnte (Benz et al. 2008 (5); Ingerowski 2006 (6)).
Marktkräfte können nur wenig zur Eindämmung von Umweltschäden beitragen.
>Umweltgüter/Wirtschaftstheorien.
Der Grund ist das Trittbrettfahrerproblem (free rider problem, Siehe Gefangenendilemma/Ostrom).
Trittbrettfahrer: Bsp Wenn der Einbau eines Katalysators Euro 1.00,- kostet und der individuelle Nutzen aus sauberer Luft gleichzeitig mit 1.500,- Euro bewertet wird, dann ist es für das Individuum rational, auf den Einbau des Katalysators zu verzichten. Das gilt sogar, wenn auch alle anderen auf den Einbau verzichten.
Gesamtgesellschaftlich führt dies zum schlechtesten Ergebnis. Daher muss in den meisten Fällen der Staat zur Eindämmung von Umweltschäden eingreifen. (Nordhaus 1993, S. 18) (7), Hartwig 1992, S. 132) (8). Siehe Externalitäten.
Vgl.
> href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/gesamtliste_wirtschaft_politik.php?thema=Emissionsrechte">Emissionsrechte, >Emissionsminderung, >Emissionsziele, >Emissionen,
>Emissionsrechtehandel, >Klimawandel,
>Klimaschäden, >Energiepolitik,
>Klimadaten, >Klimageschichte, >Klimagerechtigkeit,
>Klimaperioden, >Klimaschutz,
>Klimaziele, >Klimafolgenforschung, >CO2-Preis, >CO2-Preis-Koordinierung, >CO2-Preis-Strategien, >CO2-Steuer, >CO2-Steuer-Strategien.


1. Klaus W. Zimmermann & Walter Kahlenborn, Umweltföderalismus. Einheit und Einheitlichkeit in Deutschland und Europa. Berlin 1994.
2. Thomas Döring & Stefan Voigt. 2006. Reforming federalism German style. Intereconomics 41: 201– 208.
3. Lars Mammen. 2007. Der neue Typus der konkurrierenden Gesetzgebung mit Abweichungsrecht. Die öffentliche Verwaltung 9: 376– 379.
4. Hans-Joachim Koch, &Susan Krohn. 2006. Umwelt in schlechter Verfassung? Der Umweltschutz nach der Föderalismusreform. Natur und Recht 28: 673– 680.
https://link.springer.com/ article/10.1007%2Fs10357-006-1144-3
5. Arthur Benz, Arthur, Hans-Joachim Koch, André Suck & Anna Fizek, Verwaltungshandeln im Naturschutz: Herausforderungen und Folgen veränderter Rahmenbedingungen. Münster 2008..
6. Jan B. Ingerowski, J2006. Die Föderalismusreform: Chance auf ein stringentes, an den aktuellen Herausforderungen des Umweltschutzes orientiertes Umweltrecht vertan. KGV-Rundbrief 3   +   4/ 2006.
7. William D. Nordhaus. 1993. Reflections on the economics of climate change. The Journal of Economic Perspectives 7: 11– 25.
8. Karl-Hans Hartwig, Umweltökonomie. In Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, Hrsg. Dieter Bender, Hartmut Berg, Dieter Cassel, Günter Gabisch, Karl-Hans Hartwig, Lothar Hübl, Dietmar Kath, Rolf Peffekoven, Jürgen Siebke, H. Jörg Thieme und Manfred Willms, Bd.   2, 5.   Aufl., 122– 162. München 1992.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Umweltverbände Public Choice-Theorie Parisi I 184
Umweltverbände/Public-Choice-Theorie/Farber: Probleme mit kollektivem Handeln können es konzentrierten Minderheitsvertretern wie Monopolisten ermöglichen, diffuse Mehrheiten auszunutzen. Interessenvertretertheorien sind älter als die Public-Choice-Theorie, bilden aber einen Schwerpunkt der Public-Choice-Forschung (Eskridge, Frickey und Garrett, 2006(1), S. 85-9). Frühe Public-Choice-Theoretiker erzählten eine einfache und sehr plausible Geschichte über die unterschiedliche politische Macht von Gruppen (Mashaw, 2010(2)). Transaktionskosten: Die Organisation einer Gruppe ist mit Transaktionskosten verbunden, einschließlich der Notwendigkeit, die Teilnahme angesichts der Anreize zur Trittbrettfahrerei zu motivieren. Es scheint sehr vernünftig zu sein zu postulieren, dass diese Kosten mit der Größe der Gruppe zunehmen, wenn alles andere gleich bleibt. Es ist offensichtlich einfacher, eine Person mit einem Einsatz von 1000 Dollar dazu zu bringen, einer Organisation beizutreten und aktiv zu werden, als tausend Personen mit einem Einsatz von 1 Dollar dazu zu bewegen (Stearns und Zywicki, 2009(3), S. 55-62). >Kollektives Handeln.
Kleine Gruppen: Frühe Public-Choice-Theoretiker kamen damals zu dem Schluss, dass die Politik von kleineren, leicht zu organisierenden Sonderinteressen auf Kosten der Öffentlichkeit als Ganzes dominiert würde (Stigler, 1971)(4).
Die Regierung sollte also hauptsächlich als Mechanismus für den Transfer von Reichtum von der Öffentlichkeit zu speziellen Interessengruppen verschiedener Art fungieren (Mashaw, 2010)(2).
Vs: Dies ist ein verführerisches Argument, aber es stellt sich heraus, dass es viel zu oberflächlich ist und auch nicht mit vielen neueren Erkenntnissen über kollektives Handeln übereinstimmt (Ginsburg, 2002(5), S. 1144-1149).
Umweltverbände: Es wird z.B. suggeriert, dass sich Umweltverbände überhaupt nicht bilden sollten und dass es keine Umweltgesetzgebung geben sollte. Doch Gruppen wie der Sierra Club sind sehr lebendig, und die Industrie beschwert sich ständig über die Belastungen, die durch die Umweltgesetzgebung entstehen (Mashaw, 2010(2), S. 28-31; Croley, 2010(6), S. 52-53).
Vgl.
> href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/gesamtliste_wirtschaft_politik.php?thema=Emissionsrechte">Emissionsrechte, >Emissionsminderung, >Emissionsziele, >Emissionen,
>Emissionsrechtehandel, >Klimawandel,
>Klimaschäden, >Energiepolitik,
>Klimadaten, >Klimageschichte, >Klimagerechtigkeit,
>Klimaperioden, >Klimaschutz,
>Klimaziele, >Klimafolgenforschung, >CO2-Preis, >CO2-Preis-Koordinierung, >CO2-Preis-Strategien, >CO2-Steuer, >CO2-Steuer-Strategien.

1. Eskridge, W. N., P. P. Frickey, and E. Garrett (2006). Legislation and Statutory Interpretation.
2. Edition. St. Paul, MN: Foundation Press.
2. Mashaw, J. (2010). "Public Law and Public Choice: Critique and Rapprochement," in D. A.
Farber and A. J. O'Connell, Hrsg., Research Handbook on Public Choice and Public Law, 19-48. Northampton, MA: Edward Elgar.
3. Stearns, M. L. and T. J. Zywicki (2009). Public Choice Concepts and Applications in Law. St.
Paul, MN: Thomas Reuters.
4. Stigler, G. J. (1971). "The Theory of Economic Regulation." Bell Journal of Economics and
Management Science 2(1):3-21.
5. Ginsburg, T. (2002). "Ways of Criticizing Public Choice: The Uses of Empiricisms and the
Theory in Legal Scholarship." University of Illinois Law Review 4: 1 139-1166.
6. Croley, S. (2010). "Interest Groups and Public Choice," in D. A. Farber and A. J. O'Connell,
Hrsg., Research Handbook on Public Choice and Public Law, 49—86. Northampton, MA: Edward Elgar.

Farber, Daniel A. “Public Choice Theory and Legal Institutions”. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Unternehmen Demsetz Henderson I 43
Firmen/Alchian/Henderson/Globerman: „Es ist üblich, die Firma durch die Befugnis zu charakterisieren, Probleme mit Gewalt, durch Autorität oder durch disziplinarische Maßnahmen zu regeln, die besser sind als die auf dem konventionellen Markt verfügbaren. Dies ist eine Illusion. Das Unternehmen besitzt nicht alle seine Inputs. Es hat keine Befugnisse, keine Autorität, keine Disziplinarmaßnahmen, die sich auch nur im Geringsten von gewöhnlichen Marktverträgen zwischen zwei Personen unterscheiden. Ich kann Sie nur „bestrafen“, indem ich Ihnen künftige Aufträge vorenthalte oder vor Gericht gegen die Nichteinhaltung unserer Austauschvereinbarung vorgehen kann. Genau das ist alles, was ein Arbeitgeber tun kann. Er kann Sie feuern oder verklagen, so wie ich meinen Lebensmittelhändler feuern kann, indem ich nicht mehr bei ihm einkaufe, oder ihn verklagen kann, weil er fehlerhafte Produkte geliefert hat."(1) Alchian/Demsetz: „Effiziente Produktion mit heterogenen Ressourcen resultiert nicht daraus, dass man bessere Ressourcen hat, sondern dass man die relativen produktiven Leistungen dieser Ressourcen genauer kennt.“(2)
Henderson I 43
Unternehmen/Organisationen/Kapitalgesellschaften/Alchian/Demsetz/Henderson/Globerman: Warum werden einige Arten wirtschaftlicher Aktivitäten innerhalb einzelner Organisationen durchgeführt, während andere Arten wirtschaftlicher Aktivitäten durch den Marktaustausch zwischen unabhängigen Organisationen oder Einzelpersonen erfolgen.* Lösung: Die offensichtliche Antwort lautet: Wenn es effizienter ist, Transaktionen innerhalb der Grenzen einer einzelnen Organisation durchzuführen, werden sie auf diese Weise abgewickelt, und wenn dies nicht der Fall ist, werden die Transaktionen zwischen unabhängigen Wirtschaftsakteuren durchgeführt.
>Transaktionskosten.
Transaktionskosten: (...) warum werden manche Transaktionen innerhalb von Organisationen effizienter durchgeführt als zwischen Organisationen? Dies wirft auch eine verwandte Frage auf: Warum nehmen Organisationen unterschiedliche Formen an? Warum sind beispielsweise so viele Anwaltskanzleien und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften als Personengesellschaften oder Gesellschaften mit beschränkter Haftung organisiert, während andere als Aktiengesellschaften mit öffentlich gehandelten Aktien organisiert sind? Und warum ist die Organisationsform so wichtig?
Alchian/Demsetz: Alchian und Demsetz (1972)(2) lieferten entscheidende Erkenntnisse zu diesen Fragen. Sie betrachteten Organisationen wie das Unternehmen als ein Vehikel, um eine spezialisierte und kooperative Produktion zu ermöglichen, und sie identifizierten zwei Hauptanforderungen an wirtschaftliche Organisationen: die Messung der Produktivität von Inputs und die Belohnung dieser Inputs.
Messungen: Die Messung der Produktivität bedeutet, dass die Beiträge der verschiedenen Inputs zum Output des Unternehmens gemessen werden. Der ideale Weg, Inputs zu belohnen, besteht darin, dass die Belohnung ihrem Beitrag zum Output, d. h. ihrer Produktivität, entspricht.
>Produktivität, >Ökonometrie.
Wenn die Wirtschaftsorganisation diese Aufgaben schlecht erledigt und Belohnung und Produktivität nur lose miteinander korrelieren, wird die Produktivität der Organisation geringer sein als sonst, aber wenn die Organisation es gut macht, wird die Produktivität höher sein. Anschließend wurde beschrieben, was diese beiden Aufgaben schwierig macht und wie sich Organisationen entwickeln, um diese Probleme zu bewältigen.
Henderson I 45
Klassische Firma: In der von Alchian und Demsetz so genannten „klassischen Firma“ hat der Monitor (oder Leiter), der die Leistung der Teammitglieder messen soll, mehr Autorität und stärkere Anreize als die Gruppenleiter für die Forschungsarbeiten der Studenten des oben genannten Professors. Insbesondere ist der Überwacher in der klassischen Firma das, was Alchian und Demsetz als „Restanspruchsteller“ bezeichnen. Residualanspruchsteller: Das „Residuum“ ist im Wesentlichen der Gewinn, der übrig bleibt, nachdem alle Mitglieder des Teams einen Betrag erhalten haben, der dem Beitrag jedes Mitglieds entspricht, den der Überwacher für angemessen hält. Das Recht, den Restbetrag einzufordern, bietet dem Überwacher den Anreiz, Schwarzarbeit zu erkennen und zu verhindern.
>Trittbrettfahrerproblem, >Residual claimant (Restwertanwärter).
Henderson I 46
Teams/Organisation: Die Teammitglieder sind vermutlich bestrebt, die Produktivität des Teams zu maximieren und dadurch die Vergütung zu erhöhen, die sie gemeinsam (und individuell) erhalten. Sie stimmen daher dem Status des Überprüfers als Restanspruchsteller sowie dem Recht des Überprüfers zu, die Teamzusammensetzung zu ändern, indem sie beispielsweise Drückeberger entlassen. Gleichzeitig hat der Überwacher einen Anreiz, die Teammitglieder entsprechend ihrem Beitrag zum Teamergebnis zu entlohnen, da ein solches Verhalten mit der Maximierung der Produktivität und des Gewinns des Unternehmens vereinbar ist. Die klassische Firma von Alchian und Demsetz ist die Quintessenz eines kleinen Unternehmens, in dem der der leitende Manager auch der Mehrheits- oder Alleineigentümer des Unternehmens ist. Während die meisten Unternehmen in den Industrieländern relativ klein sind, wird der Großteil der Produktion (gemessen an den Einnahmen) von großen, börsennotierten Unternehmen mit Hunderten, wenn nicht Tausenden von Managern und vielen Tausenden von Aktionären erbracht. Diese Organisationsform wird von einigen Wirtschaftswissenschaftlern wegen des so genannten „Principal-Agent“-Problems stark kritisiert.
>Prinzipal-Agent-Problem/Alchian.
Zum konzentrierten Eigentum siehe >Organisationen/Alchian/Demsetz.
Henderson I 51
Kosten/Effizienz: Der Kern der Unternehmenstheorie der [UCLA]-Schule ähnelt im Geiste der Beschreibung des Marktsystems. Insbesondere gibt es in der realen Welt Kosten für die Durchführung von Transaktionen, sei es zwischen unabhängigen Akteuren oder innerhalb einzelner Organisationen. Das bedeutet, dass bei der Bewertung der Effizienz einer Reihe von Transaktionen durch die öffentliche Hand berücksichtigt werden muss, dass auch alternative Arrangements mit solchen Kosten verbunden sind und dass Wettbewerb in Verbindung mit Privateigentum ein wirksamer Prozess ist, der sicherstellt, dass die betreffenden Transaktionen in der Regel auf möglichst kostengünstige Weise durchgeführt werden.
* Der vielleicht wichtigste Artikel, der sich mit dieser Frage befasst, ist Coase (1937)(3).
** Das Recht des verbleibenden Antragstellers, das Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu verkaufen, stärkt das Recht des verbleibenden Anspruchsberechtigten, das Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu verkaufen, stärkt den Anreiz des Anspruchsberechtigten, ein Team von Nicht-Arbeitnehmern aufzubauen, das im Laufe der Zeit wahrscheinlich immer produktiver wird, wodurch der kapitalisierte Wert des Unternehmens steigt.

1. Armen A. Alchian and Harold Demsetz (1972), "Production, Information Costs, and Economic Organization.
2. Ibid.
3. Coase, Ronald (1937). The Nature of the Firm, Economica 4 (November): 386-405.

EconDems I
Harold Demsetz
Toward a theory of property rights 1967

Henderson I
David R. Henderson
Steven Globerman
The Essential UCLA School of Economics Vancouver: Fraser Institute. 2019
Verfassung Buchanan Brocker I 567
Verfassung/Verträge/Vertragstheorie/Buchanan: Durch das Recht wird nur die naturwüchsig entstandene Ungleichverteilung in eine rechtlich fixierte Ungleichverteilung transformiert. Problem: auch diese vertraglich abgesicherte Ungleichheit ist immer noch von Instabilität bedroht, da die Parteien von Vertragsverletzungen profitieren. (Siehe Ungleichheit/Buchanan, Recht/Buchanan). Lösung: eine übergeordnete Instanz, ein Staat bzw., eine Verfassung, die folgende Elemente enthält:
1. Natürliches Gleichgewicht: für jedermann, auch für die Bestgestellten, sind Verbesserungen nur auf vertraglichem Wege möglich.
2. Abrüstungsvertrag: Einigung auf eine wechselseitige Beschränkung individueller Handlungsfreiheit, wodurch kosten gesenkt werden.
3. Vertragliche Rechtskonstitution: Festlegung von Besitz-. und Verfügungsrechten an Grund und Boden, an materiellen und immateriellen Produktionsmitteln.
4. Vertragliche Staatserrichtung: Etablierung einer neutralen und überparteilichen Zwangsgewalt. (>Rechtsstaat, „protective state“)
Brocker I 568
5. Vertragliche Einigung über zusätzliche staatliche Leistungen. (Leistungsstaat, „productive state“). Staat/Buchanan/Kersting: dieser Ansatz führt zu einer Trennung von Recht und Staat. Der Staat steht nur für die Geltung der Rechtsordnung.

Wolfgang Kersting, „James M. Buchanan, Die Grenzen der Freiheit“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.


Boudreaux I 19
Verfassung/Buchanan/Boudreaux/Holcombe: Die Schuldenfinanzierung ist ein Vehikel, um die Rechnung an diejenigen weiterzugeben, die die Vorteile erhalten werden. Trittbrettfahrer/Buchanan: Die Möglichkeit der heutigen Steuerzahler, durch Schuldenfinanzierung auf dem Reichtum künftiger Generationen herumzureiten, veranlasste Buchanan zu der Befürchtung, dass die heutige Regierung sowohl übermäßig viel Geld ausgeben als auch zu viele Projekte mit Schulden finanzieren wird.
>Moral Hazard, >Trittbrettfahrer.
Boudreaux I 20
Demokratie/Buchanan: Die Steuerzahler von morgen sind schließlich nicht die Wähler von heute. Daher sind die Interessen dieser zukünftigen Generationen im politischen Prozess unterrepräsentiert. Um das Ausmaß dieses Problems zu verringern, befürwortete Buchanan verfassungsrechtliche Bestimmungen, die die Regierungen verpflichten, ihre Haushalte jährlich auszugleichen. Verfassung/Buchanan: Seine Befürchtung, dass die Möglichkeit der Schuldenfinanzierung von Regierungsprojekten und -programmen missbraucht werden könnte, war so akut, dass er sich für einen Zusatz zur US-Verfassung über einen ausgeglichenen Haushalt aussprach.

EconBuchan I
James M. Buchanan
Politics as Public Choice Carmel, IN 2000

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

Boudreaux I
Donald J. Boudreaux
Randall G. Holcombe
The Essential James Buchanan Vancouver: The Fraser Institute 2021

Boudreaux II
Donald J. Boudreaux
The Essential Hayek Vancouver: Fraser Institute 2014
Verkehrspolitik Wirtschaftstheorien Mause I 459
Verkehrspolitik/transport policy/Wirtschaftstheorie: gesellschaftlich Probleme der Verkehrspolitik werden primär durch die Betrachtung von Kosten und Nutzen dargestellt. Wenn nun Wettbewerb auf Mobilitätsmärkten herrscht, und das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage zu Gleichgewichtsmengen und Gleichgewichtspreisen führt, besteht aus ökonomischer Sicht prinzipiell keine Notwendigkeit für staatliche Eingriffe. Externe Effekte/Externalitäten: treten auf, wenn ein Wirtschaftssubjekt einen Teil seiner Kosten auf andere abwälzt ((s) die keinen Einfluss auf die Gestaltung haben) bzw. einen Nutzen erführt, ohne dafür zu zahlen.
Vgl. (1) Siehe auch Gefangenendilemma/Ostrom, >Trittbrettfahrerproblem.
Infrastruktur: Bsp Straßennetz: da weitestgehend niemand ausgeschlossen wird und Rivalität im Konsum besteht, kann eine ungleiche Aufteilung von Kosten und Nutzen entstehen. Während der Bau in der Regel von einer Gebietskörperschaft getragen wird, geht der Nutzerkreis darüber hinaus.
Mause I 460f
Konsum: der Konsum, also der Verbrauch der Verkehrsinfrastruktur und die dabei bestehenden Rivalität bezieht sich im Wesentlichen auf den Platz und manifestiert sich in Staus. Problem: Grund für eine Übernutzung ist, dass die Akteure stets nur ihre privaten Kosten im Blick haben.
Grenzkosten: wenn der Verkehr zähflüssiger wird, entsprechen die privaten Grenzkosten der Straßennutzung nicht mehr nur den sozialen Grenzkosten. Jeder weitere Verkehrsteilnehmer trägt dazu bei, dass der Platz noch knapper wird.
Lösung: eine ökonomische Lösung besteht in der Internalisierung der externen Kosten. (Bsp Maut, Straßennutzungsgebühren).
Externalitäten: wird der Verkehrssektor mit allen Verkehrsteilnehmern betrachtet, gibt es keine unbeteiligten Dritten. Dann sind Staukosten keine externen Kosten sondern die Folge von zu wenig Verkehrswegen. (Stock und Bernecker 2014, S. 287).
Externer Nutzen: Neben externen Kosten entsteht ebenfalls externer Nutzen in einer Volkswirtschaft durch den Verkehrssektor. Durch Güterverkehr wird eine Arbeitsteilung und Spezialisierung erst ermöglicht und hat deshalb positive Einkommens-, Wachstums- und Beschäftigungseffekte. Personenverkehr begünstigt die Entwicklung von Verdichtungsräumen (Agglomeration) und den Austausch von Wissen. Eine einzelwirtschaftliche Konsumnachfrage würde diese Aspekte nicht in der jeweiligen Nutzenfunktion berücksichtigen und daher zu gering ausfallen (vgl. Stock und Bernecker 2014, S. 292).
Mause I 12220
Verkehrspolitik: kann an drei Punkten ansetzen: 1. Externe Effekte (Externalitäten), 2. Kapazitätsprobleme, 3.fehlender Wettbewerb. Investitionen: Problem: Probleme können auftreten, wenn für den Markteintritt eine große spezifische (bzw. irreversible) Investition getätigt werden muss. Gemeint ist damit, dass eine Investition im Produktionsprozess nur für diesen speziellen Markt genutzt und bei Marktaustritt nicht mehr anderweitig eingesetzt werden kann (vgl. Baumol et al. 1988, S. 7) (2).
Bsp Dies trifft für ein Schienennetz zu, welches für den Schienenverkehr notwendig ist, aber auch ausschließlich dafür genutzt werden kann.

1. Stock, Wilfried, und Tobias Bernecker, Verkehrsökonomie. Eine volkswirtschaftlich-empirische Einführung in die Verkehrswissenschaft, 2. Aufl. Wiesbaden 2014.
2. Baumol, William J., John C. Panzar, und Robert D. Willig. 1988. Contestable markets and the theory of industry structure. San Diego 1988.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Versicherungen Barr Gaus I 212
Versicherungen/Wohlfahrtsstaat/Adverse Selektion/Moralisches Risiko/Barr/Moon: [in einem Wohlfahrtsstaat] kann freiwillige Sozialfürsorge (...) nicht in der Lage sein, jeden in einer Gesellschaft abzudecken. Viele Menschen in der Blütezeit der Hilfsvereine waren keine Mitglieder, und Nichtmitglieder gehörten oft zu den am wenigsten Begünstigten, zu denen ohne feste Arbeitsplätze und einen sicheren Platz in der Gemeinschaft. Adverse Selektion: Organisationen, die Schutz anbieten, erkennen, dass diejenigen, die am ehesten Schutz benötigen, über
Gaus I 213
den größten Anreiz verfügen, sie zu aufzusuchen und so einer Hilfsvereinigung beizutreten oder sich zu versichern, während diejenigen mit den geringsten Risiken einen Anreiz haben, sich nicht zu versichern. Infolge dieses Prozesses der "adversen Selektion" werden die Risiken tendenziell auf einen immer kleineren Teil der Bevölkerung verteilt, und die Prämien müssen entsprechend steigen. Dieser Prozess der adversen Selektion kann sich bis zu dem Punkt fortsetzen, an dem die meisten Schutzbedürftigen sich den Schutz nicht mehr leisten können, weil die Prämien so hoch steigen müssen, dass alle bis auf die Schwächsten aussteigen.
>Adverse Selektion.
Der Wohlfahrtsstaat kann dem Problem der adversen Selektion entgegenwirken, indem er die Mitgliedschaft obligatorisch macht: "weil Personen mit geringen Risiken nicht aussteigen können, ermöglicht er eine Pooling-Lösung" (Barr, 1992(1): 755).
>Wohlfahrtsstaat.
Moral hazard: Die adverse Selektion wird durch einen zweiten Prozess oder eine zweite Bedingung, das so genannte "moral hazard", verstärkt. Personen, die gegen ein bestimmtes Risiko versichert sind, sind unter Umständen eher bereit, Risiken einzugehen, als sie es ohne Versicherung wären. Das Wissen, dass im Falle einer Erkrankung oder Verletzung meine Arztrechnungen gedeckt sind, kann meine Bereitschaft zu riskantem Verhalten, wie z.B. Skifahren, erhöhen. In dem Maße, in dem dies geschieht, können Organisationen mit höheren Forderungen konfrontiert werden, wodurch sie gezwungen sind, ihre Gebühren zu erhöhen, und andere davon abgehalten werden, Schutz zu erwerben. Noch offensichtlicher ist, dass Arbeitslosenversicherungssysteme einem moralischen Risiko unterliegen. Dies liegt daran, dass ich im Falle der Arbeitslosigkeit abgesichert bin, einen Anreiz habe, zu kündigen (oder mich feuern zu lassen) und/oder keine Arbeit zu suchen oder anzunehmen. Natürlich unterliegen auch staatliche Systeme dem moralischen Risiko, aber der entscheidende Punkt ist, dass das tatsächliche Risiko des Arbeitsplatzverlustes, wenn es überhaupt abgedeckt werden soll, durch ein öffentliches Programm abgedeckt werden muss (siehe Barr, 1998(2): 190-2).
>Moral hazard, >Trittbrettfahrer.
Aus all diesen Gründen werden Organisationen, die Schutz anbieten, versuchen, den Einsatz einzuschränken, um zu verhindern, dass zu viele Menschen mit hohem Risiko beitreten. Zusätzlich wird Menschen mit hohem Risiko mehr berechnet, damit sie an ihren anderen Mitgliedern festhalten können. Im Falle von Freiwilligengruppen, wie z.B. Nachbarschafts-, Arbeits- oder handwerklich orientierten Hilfsvereinen, können informelle Muster der sozialen Überwachung und Affinität funktionieren, um Außenstehende und andere, von denen man annimmt, dass sie besonders wahrscheinlich Leistungen benötigen, auszuschließen. In ähnlicher Weise können Privatunternehmen verschiedene "Underwriting"- Mechanismen einsetzen, um Personen oder Gruppen mit hohem Risiko auszusondern. Das Gesamtergebnis kann durchaus sein, dass bestimmte Gruppen keinen oder nur unzureichenden Versicherungsschutz erhalten, und die Kosten der Leistungen können viel höher sein, als wenn sie im Rahmen eines obligatorischen Plans erbracht würden, der die Risiken breiter streut und die Leistungen rationiert, um eine Überversorgung zu vermeiden.*

* Ein Beispiel dafür, wie ein von privater Vorsorge dominiertes System sowohl teurer ist als auch einem kleineren Teil der Bevölkerung Schutz bietet, könnte die medizinische Versorgung in den USA sein. Die USA geben einen weitaus höheren Anteil ihres BIP (12,9 Prozent im Jahr 1998 im Vergleich zu 10,3 Prozent in Deutschland oder 6,8 Prozent in Großbritannien) für die medizinische Versorgung aus als andere reiche Länder, decken aber über 20 Prozent ihrer Bevölkerung nicht ab. Ironischerweise ist die öffentliche medizinische Versorgung in den USA größer als in Großbritannien (5,8 gegenüber 5,7 Prozent des BIP), wobei die implizite Subventionierung durch die günstige steuerliche Behandlung der vom Arbeitgeber bereitgestellten Krankenversicherung (OECD-Gesundheitsstatistik) noch nicht einmal berücksichtigt ist.

1. Barr, Nicholas (1992) 'Economic theory and the welfare state'. Journal of Economic Literature, 30 (2): 741-803.
2. Barr, Nicholas (1998) The Economics of the Welfare State, 3rd Ed. Stanford, CA: Stanford University Press.

Moon, J. Donald 2004. „The Political Theory of the Welfare State“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Verträge Buchanan Brocker I 568
Verträge/Verfassung/Buchanan: Buchanan unterscheidet prä- und postkonstitutionelle Verträge: Zunächst führt ein Vertragssschluss zu einer vorübergehenden Stabilisierung der natürlichen Ungleichheit bzw. zur Kostensenkung durch allerseitige „Abrüstung“. Siehe Ungleichheit/Buchanan, Recht/Buchanan). Da dieser Zustand tendenziell immer noch instabil ist, wird der Staat als Garant der Ordnung bzw. als Schiedsrichter benötigt.
Postkonstitutioneller Vertrag: stiftet einen Verfassungsrahmen für eine Gesellschaft, die neben den privaten auch öffentliche Güter kennt. Öffentliche Güter sind, anders als private Güter, nicht teilbar.
Öffentliche Güter: hier gibt es das Trittbrettfahrerproblem: wegen ihrer Öffentlichkeit sind die Güter auch für diejenigen nutzbar, die nicht für sie bezahlen.
>Öffentliche Güter.

Wolfgang Kersting, „James M. Buchanan, Die Grenzen der Freiheit“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

EconBuchan I
James M. Buchanan
Politics as Public Choice Carmel, IN 2000

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Wikipedia Shirky I 109
Wikipedia/Shirky: die ursprüngliche Nupedia von Larry Sanger und Jimmy Wales sah freiwillige Experten vor, die in ihrer Freizeit Artikel schreiben und das ganze Vorhaben verwalten sollten.
I 110
In den Monaten nach der Bekanntgabe des Vorhabens wurde das meiste an Energie darauf verwendet, ein Advisory Board aufzustellen und Richtlinien für die Veröffentlichung festzulegen. Es sollte ein Mindeststandard für die Qualität aufgestellt werden, aber das Entwicklungstempo war extrem langsam. Artikel blieben unfertig.
I 111
Wiki/Lösung: die Lösung waren Wikis; das erste Wiki wurde 1995 von Ward Cunningham geschaffen. Zusammenarbeit/Neue Medien/CunninghamVsNupedia: die meisten Werkzeuge für komplexe Zusammenarbeit teilten die Aufgaben des Schreibens und des Publizierens auf. Cunningham ging dagegen davon aus, dass Leute, die zusammenarbeiten, einander vertrauen. Dann braucht man weniger formales Management.
Wikipedia entstand aus Nupedia, nachdem ein Freund Sanger von Wikis erzählt hatte. Diese wurden dann eingebaut und aus dem „Chief-Editor“ Sanger wurde der „Chief-Organisator“: ((s) Jeder, der mitmachte, wurde ein Editor.)
I 113
Das Wikipedia-Projekt wurde zu Wikipedia.org, um den Nonprofit-Status zu verdeutlichen.
I 116
Shirky: obwohl Wikis sich für das Schreiben verschiedener Arten von Text eignen, war die frühe Wikipedia von rhetorischen Modellen existierender Enzyklopädien beeinflusst. Das half dabei, die Nutzer zu koordinieren. Aktualität: innerhalb von Minuten nach dem Bombenattentat in der Londoner U-Bahn 2005 erschien ein Wikipedia-Artikel darüber.
I 118
Zusammenarbeit: keiner der an einem Artikel Beteiligten muss ein Experte für das ausgewählte Thema sein. Es findet sich eine Gruppe von Leuten zusammen, die nicht strikt gemanagt wird. Jeder kann etwas beisteuern wie z.B. eine Quelle zu dem Thema, die er gefunden hat. Die einzelnen Beiträge können minimal sein. Diese Arbeitsmethode wird auch der Tatsache gerecht, dass die in dem Artikel behandelten Gegebenheiten sich mit der Zeit ändern können.
I 119
Qualität: damit ein Artikel besser wird, müssen die guten Änderungen einfach die schlechten überwiegen. Statt vor der Veröffentlichung zu filtern nimmt Wikipedia an, dass neue Irrtümer seltener erscheinen als dass existierende korrigiert werden. Diese Vermutung hat sich als richtig herausgestellt. Im Durchschnitt werden die Artikel mit der Zeit besser.
I 121
Ein schlechter Artikel kann Anstoß sein, einen sehr guten Artikel daraus zu machen. Siehe Software/Shirky).
I 130
Transaktionskosten/Wikipedia/Shirky: die Form, in der Wikipedia organisiert ist, reduziert beides: die Overheadkosten der Organisation (Management) und die fehlenden Anreize zum Mitmachen.
I 135
Vandalismus: warum gibt es kaum Vandalismus bei Wikipedia? Warum gibt es keine Trittbrettfahrer. Lösung: das Format des Wikis setzt die Zusammenarbeit nach der ersten Veröffentlichung an, nicht vorher. Alle Bearbeitungen sind stets vorläufig und werden korrigiert. Auch Löschen kann rückgängig gemacht werden. M. Wattenberg und B. Viega haben Bearbeitungen von Wikipedia-Artikeln über den Islam und Abtreibungen beobachtet. Dort gab es vollständige Lösungen, die nach weniger als zwei Minuten wieder hergestellt wurden. (1)
1. Martin Wattenberg and Fernanda B. Viégas’s work on visualizing the history of Wikipedia edits, “History Flow,” is at www.research.ibm.com/visual/projects/history_flow/.

Shirky I
Clay Shirky
Here Comes Everybody: The Power of Organizing Without Organizations New York 2009
Wirtschaftswachstum Rothbard Rothbard III 962
Wirtschaftswachstum/Rothbard: Die Diskussion ist voll von Vergleichen über die höhere Rate von Land X, die „wir“ eilig kontern müssen, usw. Inmitten all des Interesses an Wachstum, gibt es viele schwerwiegende Probleme (...) An erster Stelle steht die einfache Frage: „Was ist so gut am Wachstum?“ Problem: Die Ökonomen, die sich wissenschaftlich über Wachstum äußern, haben unzulässigerweise ein ethisches Urteil in ihre Wissenschaft eingeschmuggelt - ein ethisches Urteil, das unanalysiert bleibt, als ob es selbstverständlich wäre.
Ethik/Rechtfertigung/Werte: Aber warum sollte Wachstum der höchste Wert sein, den wir anstreben können? Was ist die ethische Rechtfertigung? Es besteht kein Zweifel daran, dass Wachstum, das als eine weitere zweifelhafte Metapher aus der Biologie übernommen wurde, für die meisten Menschen gut „klingt“, aber dies stellt kaum eine angemessene ethische Analyse dar.
Freier Markt/Rothbard: Viele Dinge werden als gut angesehen, aber auf dem freien Markt muss jeder Mensch zwischen verschiedenen Mengen von ihnen und dem Preis für die Verzichte wählen. In ähnlicher Weise muss das Wachstum (...) gegen konkurrierende Werte abgewogen werden. Bei angemessener Abwägung würden nur wenige Menschen das Wachstum als einzigen absoluten Wert betrachten. Wenn das so wäre, warum sollte man dann bei 5 oder 8 Prozent Wachstum pro Jahr aufhören? Warum nicht 50 Prozent?
Wirtschaftswissenschaft: Für den Wirtschaftswissenschaftler qua Wirtschaftswissenschaftler ist es völlig unzulässig, Wachstum einfach nur zu befürworten. Was er tun kann, ist zu vergleichen, was Wachstum unter verschiedenen gesellschaftlichen Bedingungen bedeutet. In einem freien Markt zum Beispiel entscheidet jeder Mensch, wie viel zukünftiges Wachstum er im Vergleich zum gegenwärtigen Konsum haben möchte.
Lebensstandard: „Wachstum“, d.h. eine Steigerung des zukünftigen Lebensstandards, kann (...) nur auf wenige definierbare Arten erreicht werden.
Wachstum/Rothbard: Entweder können mehr und bessere Ressourcen gefunden werden, oder es können mehr und bessere Menschen geboren werden, oder die Technologie muss verbessert werden, oder die Kapitalgüterstruktur muss verlängert und das Kapital vervielfacht werden.
Rothbard III 963
Sparen/Investieren: In der Praxis, da Ressourcen Kapital benötigen, um sie zu finden und zu entwickeln, da technologische Verbesserungen nur durch Kapitalinvestitionen in die Produktion einfließen können, da unternehmerische Fähigkeiten nur durch Investitionen wirken und da ein erhöhtes Arbeitsangebot relativ unabhängig von kurzfristigen ökonomischen Erwägungen ist und in malthusianischer Weise nach hinten losgehen kann, indem es die Pro-Kopf-Produktion senkt, ist der einzige gangbare Weg zu Wachstum durch erhöhtes Sparen und Investitionen. Freier Markt/Entscheidungen: Auf dem freien Markt entscheidet jeder Einzelne, wie viel er sparen will - um seinen zukünftigen Lebensstandard zu erhöhen - und wie viel er in der Gegenwart konsumieren will. Das Nettoergebnis all dieser freiwilligen individuellen Entscheidungen ist die Investitionsquote der Nation oder der Welt. Die Gesamtsumme ist ein Spiegelbild der freiwilligen, freien Entscheidungen jedes Verbrauchers, jeder Person.
Wirtschaftswissenschaften: Der Wirtschaftswissenschaftler hat daher kein Recht, „Wachstum“ als Ziel zu befürworten; wenn er dies tut, gibt er ein unwissenschaftliches, willkürliches Werturteil ab, insbesondere wenn er keine ethische Theorie zur Rechtfertigung vorlegt.
Rothbard III 964
Zwang/Sparen: (...) in Fällen von erzwungenem Sparen erntet der Sparer nichts von dem Nutzen seines Opfers, der stattdessen von Regierungsbeamten oder anderen Begünstigten geerntet wird. Freier Markt: Dies steht im Gegensatz zum freien Markt, auf dem die Menschen gerade deshalb sparen und investieren, weil sie einen greifbaren und gewünschten Nutzen daraus ziehen.
Trittbrettfahrer/Zwang: In einem System des erzwungenen Wachstums kann die „Gesellschaft“ nicht wachsen, und die Bedingungen sind völlig anders als auf dem freien Markt. Tatsächlich haben wir es hier mit einer Form des „Trittbrettfahrer“-Arguments gegen den freien Markt und für die Regierung zu tun; hier schließen sich die verschiedenen „Trittbrettfahrer“ zusammen, um andere Menschen zur Sparsamkeit zu zwingen, damit die ersteren davon profitieren können.
>Trittbrettfahrer.
Def Wirtschaftswachstum/Rothbard: Jede angemessene Definition muss sicherlich eine Zunahme der wirtschaftlichen Mittel umfassen, die für die Befriedigung der Ziele der Menschen zur Verfügung stehen - kurz gesagt, eine zunehmende Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen oder, wie P.T. Bauer es ausgedrückt hat, „eine Vergrößerung des Spektrums effektiver Alternativen, die den Menschen offen stehen.“ Bei einer solchen Definition ist es klar, dass das Zwangssparen mit seinen auferlegten Verlusten und Beschränkungen der effektiven Wahlmöglichkeiten der Menschen das Wirtschaftswachstum nicht ankurbeln kann; und auch, dass von staatlichen „Investitionen“ mit ihrer Vernachlässigung des freiwilligen privaten Konsums als Ziel kaum gesagt werden kann, dass sie die Alternativen der Menschen erweitern. Ganz im Gegenteil.(1)
Rothbard: Schließlich ist der Begriff „Wachstum“ selbst ein unzulässiger Import einer Metapher aus der Biologie in das menschliche Handeln.(2) „Wachstum“ und „Wachstumsrate“ suggerieren eine Art automatische Notwendigkeit oder Unvermeidbarkeit und haben für viele Menschen eine wertgeladene Konnotation von etwas selbstverständlich Wünschenswertem.(3)

1. P.T. Bauer, Economic Analysis and Policy in Underdeveloped Countries (Durham, N.C.: Duke University Press, 1957), S. 113 ff. Zum sowjetischen Wirtschaftswachstum machen Bauer und Yamey diese heilsame Bemerkung: „Die Bedeutung des Volkseinkommens, der Industrieproduktion und der Kapitalbildung ist in einer Volkswirtschaft, in der ein so großer Teil der Produktion nicht durch die Entscheidungen der Verbraucher auf dem Markt bestimmt wird, ebenfalls umstritten; die Interpretationsschwierigkeiten sind besonders offensichtlich im Zusammenhang mit den riesigen Kapitalausgaben, die von der Regierung ohne Bezug auf die Bewertung der Produktion durch die Verbraucher getätigt werden.“ (Bauer und Yamey, Economics of Under-Developed Countries, S. 162).
Siehe auch Friedman, „Außenwirtschaftshilfe“, S. 510.
2. Für eine Kritik verschiedener Metaphern, die unrechtmäßig und irreführend aus den Naturwissenschaften in die Wirtschaftswissenschaften importiert wurden, siehe Rothbard, „The Mantle of Science“.
3. Das vermutlich (…) Wachstum von Krebszellen zum Beispiel wird im Allgemeinen übersehen.

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977