Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 18 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Allgemeinheit Russell Tugendhat I 377
Existenz/Russell/Tugendhat: Russell interpretiert die singuläre prädikative Aussage als Existenzaussage und diese als generelle (allgemeine) Aussage. - Schon von Kant und Frege antizipiert - dann Bsp der Satz "Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl." ist falsch.
Tugendhat I 380
Generelle Aussagen/Allgemeinheit/Quine: These die Grundaussagen sind generelle Aussagen, und es gibt gar keine singulären Aussagen. StrawsonVsQuine: es sind gerade die generellen Aussagen selbst, die bei der Angabe ihrer Wahrheitsbedingungen auf singuläre Aussagen verweisen. - Man kann die Verwendungsweise eines generellen Satzes gar nicht ohne die Voraussetzung der Verwendungsweise singulärer Sätze erklären.

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Buchstäbliche Wahrheit Fraassen I 9
Buchstäblich wahr/Fraassen: der Begriff hat die Funktion, einen Zusatz auszuschließen wie "richtig verstanden". - Denn mit dem Zusatz "wohlverstanden" könnte eine Theorie buchstäblich falsch oder bedeutungslos sein. - Anti-Realismus: These: das Ziel der Wissenschaft kann erreicht werden, ohne dass eine Theorie buchstäblich wahr ist.
I 10
Buchstäblich wahr/Fraassen: 1. Die Sprache ist buchstäblich konstruiert 2. Die Darstellung ist deswegen wahr.
Wissenschaft: Ziel: wahr zu sein, aber nicht buchstäblich.
Fraassen: These: eine gute Theorie muss nicht wahr sein - (Fraassen pro Anti-Realismus.
Buchstäblich wahr ist nicht gleich wahrheitsfunktional. - Wenn wir buchstäbliche Konstruktion ausschließen, schließen wir auch Instrumentalismus und Positivismus aus. - Diese gebrauchen buchstäblich verstandene Formulierungen. - Eine buchstäbliche Konstruktion kann ausgearbeitet werden (Bsp die Referenten bestimmen, Bsp Reduktion der Thermodynamik auf statistische Mechanik), aber nicht ihre logischen Beziehungen ändern.
I 11
Buchstäbliches Verständnis: schließt Metaphern aus. - Problem: die "Entmythologisierung" erhält nicht die logische Form.
I 38
Buchstäblich/Fraassen: Dummett lässt für die Quantenmechanik eine nicht-buchstäbliche Interpretation zu, wenn er sagt, dass ein Satz über die Position eines Teilchens nicht gleichzeitig mit einem über den Impuls einen Wahrheitswert haben kann. - Anders Strawson: Bsp "Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl" hier gibt es keine nicht-buchstäbliche Konstruktion unserer Sprache. - Wieder anders: im Alltag tendieren die Leute zu "Wohlverstanden...".

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
Denotation Russell Hintikka I 165
On Denoting/Russell/Hintikka: (Russell 1905) Problem: mit Phrasen, die für echte Konstituenten von Propositionen stehen. Problem/Frege: Fehlschlagen der Substitutivität der Identität (SI) in intensionalen Kontexten.
informative Identität/Frege: dass Identität manchmal überhaupt informativ sein kann hängt damit zusammen.
EG/existentielle Generalisierung/Russell: auch sie kann fehlschlagen in intensionalen Kontexten, (Problem der leeren Termini).
HintikkaVsRussell: er erkennt nicht die Tiefe des Problems und umgeht eher die Probleme mit denotierenden Termen.
Der gegenwärtige König/Russell: Problem: wir können nicht durch existentielle Generalisierung beweisen, dass es einen gegenwärtigen König von Frankreich gibt.
HintikkaVsRussell: es gibt aber noch andere Probleme. (s.u. wegen Uneindeutigkeit der Querwelteinidentifikation).
Hintikka I 173
Denotation/Russell/Hintikka: Pointe: ein geniales Merkmal von Russells Theorie der Denotation von 1905 ist, dass es die Quantoren sind, die denotieren! Theorie der Kennzeichnungen/Russell: (Ende von „On Denoting“) These: enthält die Reduktion von Kennzeichnungen auf Objekte der Bekanntschaft.
I 174
Hintikka: dieser Zusammenhang ist erstaunlich, Es scheint auch zirkulär zu sein, nur Objekte der Bekanntschaft zuzulassen. Lösung: wir müssen sehen, was erfolgreich denotierende Ausdrücke (phrases) tatsächlich denotieren: sie denotieren eben Objekte der Bekanntschaft.
Uneindeutigkeit/Eindeutigkeit/Hintikka: es ist eben Uneindeutigkeit, die zum Fehlschlagen der EG führt.
Bsp Waverley/Russell/Hintikka: dass nur Objekte der Bekanntschaft zugelassen sind, zeigt sein eigenes Beispiel: „der Autor von Waverley“ in (1) ist tatsächlich ein primäres Vorkommnis d.h. sein Beispiel (2) .
„ob“/Russell/Hintikka: einziger Unterschied: wollte wissen, ob“ statt „wusste nicht“.
Sekundäre Kennzeichnung/Russell: kann man auch so ausdrücken: dass George von dem Mann, der tatsächlich Waverley schrieb wissen wollte, ob er Scott sei.
I 175
Das wäre der Fall, wenn Georg IV Scott gesehen hätte (in der Distanz) und gefragt hätte „Ist das Scott?“. HintikkaVsRussell: warum wählt Russell ein Beispiel mit einem wahrnehmungsmäßig bekannten Individuum? Haben wir nicht normalerweise mit Individuen aus Fleisch und Blut zu tun, deren Identität uns bekannt ist, statt nur mit Wahrnehmungsobjekten?
Wissen wer/Wissen was/Wahrnehmungsobjekt/Russell/Hintikka: gerade bei Wahrnehmungsobjekten scheint es, als sei die Art von Eindeutigkeit, die wir für ein Wissen-wer brauchen, gerade nicht gegeben ist.


Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Existenz Russell Flor III 127
Existenz/Russell: der Begriff der Existenz kann nur auf Aussagenfunktionen sinnvoll angewendet werden. Def Existenz/Russell: es gibt ein Argument für eine bestimmte Aussagenfunktion, für die es wahr ist - nach Russell gibt es nur atomare Tatsachen und absolut einfache Individuen (> Logischer Atomismus).
Russell VI 76
Prädikat/Aussagenfunktion/Russell: manche Prädikate, z.B. Existenz kann nur Aussagenfunktionen (bzw. Klassen) zugeschrieben werden, nicht aber Aussagen: Bsp "Menschen sind zahlreich, also ist Sokrates zahlreich". - Daher kann man auch wissen, dass es Menschen in Timbuktu gibt, ohne welche zu kennen: die Existenzaussage ist über eine Klasse, nicht über Individuen.
Tugendhat I 377
Existenz/Russell/Tugendhat: Russell interpretiert die singuläre prädikative Aussage als Existenzaussage und diese als generelle (allgemeine) Aussage. - das wurde schon von Kant und Frege antizipiert. - Dann ist Bsp "Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl" usw. immer falsch - > Allgemeinheit.
Tugendhat II 43
Existenz/Russell: man kann nur über Existierendes sprechen - Vergangenheit und Zukunft sind aber auch existierend. Siehe Zukunft, Vergangenheit, Existenz.

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Flor I
Jan Riis Flor
"Gilbert Ryle: Bewusstseinsphilosophie"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Flor II
Jan Riis Flor
"Karl Raimund Popper: Kritischer Rationalismus"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A.Hügli/P.Lübcke Reinbek 1993

Flor III
J.R. Flor
"Bertrand Russell: Politisches Engagement und logische Analyse"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Flor IV
Jan Riis Flor
"Thomas S. Kuhn. Entwicklung durch Revolution"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Existenz Strawson Meg I 312
Existenz/Strawson/Hungerland: Existenz folgt nicht aus Rede, sie wird in der Rede vorausgesetzt. - Bei fehlender Referenz Aussage weder wahr noch falsch.
Strawson VII 96ff
Existenz/Russell/Strawson: nur wenn ein Satz wirklich Subjekt-Prädikat-Form hat, garantiert das die Existenz. - Daher sind nur logische Eigennamen wie "dies" echte Namen: Existenz durch Bekanntschaft verbürgt
VII 102
StrawsonVsRussell: nur ganze Sätze sind wahr oder falsch, es ist sinnlos zu sagen "der gegenwärtige König" werde "als Ausdruck" gebraucht, um eine falsche Aussage zu machen. - Der Satz ist immer derselbe. - Aussage und Behauptung: ändern sich mit der Zeit.

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993
Existenzsätze Millikan I 203
Existenzaussage/Existenzsatz/Nichtexistenz/Existenz/Repräsentation/Millikan: weder Bsp „x existiert“ noch Bsp „x existiert nicht“ ist eine Repräsentation. Lösung: das Attribut „einen Referenten haben“ ist ein Protoreferent von „existiert“.
I 204
Existenzaussage/Existenzsatz/Nichtexistenz/Existenz/Millikan: Bsp „Tiger ohne Streifen existieren“, Bsp „Mädchen, die Mathe, aber nicht Geschichte mögen, existieren“ Bsp Rote Kühe existieren nicht“. real value: solche Sätze haben einen real value, oder sie haben keinen.
real value: Bsp „Albinoschlagen existieren“ der eingebettete Satz „Schlangen sind albino“ hat als real value alle Weltzustände, die darin bestehen, dass eine individuelle Schlange albino ist.
„Albinoschlangen existieren“.: ist ein intentionales Icon, das abbildet, dass der Ausdruck „Albinoschlange“, allein für sich genommen, einen
real value hat: der Ausdruckstyp „Albinoschlange“ ist ein Protoreferent des Tokens von „Albinoschlagen“ (Plural) der in „Albinoschlangen existieren“ vorkommt. Aber dieser Protoreferent wird nicht identifiziert! Es ist nicht seine Stabilisierungsfunktion, in einen inneren Term übersetzt zu werden.
Innerer Satz: letztlich gibt es einen entsprechenden inneren Satz, ungefähr wie „Einige Schlangen sind albino“. Dieser Satz ist dann repräsentational.
Repräsentation; wenn „Albinoschlangen existieren“ repräsentational aufgefasst wird, ist „existiert“ eine Attrappe eines Prädikats (dummy predicate).
I 205
Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl/Millikan: Bsp „Der gegenwärtige König von Frankreich existiert“: ist nicht nur ein falsches intentionales Icon und keine Repräsentation. Es ist falsch, weil es, um seine Eigenfunktion auszuüben es einem Zustand entsprechen müsste, in der „Der gegenwärtige König von Frankreich“ einen Referenten haben müsste, und eine solche Tatsache gibt es nicht.,
Pointe: aber es sagt nicht, „Der gegenwärtige König“ hätte einen Referent. Wie „Der Nikolaus existiert“ sagt es gar nichts. Stattdessen hat es eine Funktion.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Existenzsätze Wittgenstein Hintikka I 72
Wittgenstein geht weiter als Frege: Einzelexistenz ist unausdrückbar, nur durch Existenzquantor (Prädikat höherer Ordnung) erfassbar. - Aber mögliche Sachverhalte werden ins Auge gefasst (Tractatus).
I 126
Disjunktion/disjunktiv/Existenz/Existenzsatz/Ausdrücken/Unausdrückbarkeit/Wittgenstein/Hintikka: da die Existenz eines Einzeldings (Gegenstand) nicht ausdrückbar ist: Disjunktion plus Existenzquantor für Arten.
VII 137
Der gegenwärtige König von Frankreich/Russell/Tractatus/Wittgenstein/Tetens: Lösung: als Existenzsatz ist der Satz nicht sinnlos: - "Es gibt genau einen Gegenstand x für den gilt, x ist der gegenwärtige König ...." - dann ist der Satz einfach falsch. - Fehler: dies als Prädikation aufzufassen. - Logische Form: Fa (statt (Ex)Fx). - Dann müsste der Gegenstand existieren, damit der Satz sinnvoll ist.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Gebrauch Strawson II 261
Gebrauch/Sprache: dadurch dass wir ein Wort verwenden, sagen wir nicht, dass die Bedingungen für den Gebrauch erfüllt sind.
VII 100
StrawsonVsRussell: die Äußerung (Behauptung (> utterance) "Der gegenwärtige König von Frankreich ist weise" kann zu verschiedenen Zeiten wahr oder falsch sein, der Satz ist aber derselbe!
VII 101
Verschiedener Gebrauch: je nachdem, ob zur Zeit Ludwig XIV .oder Ludwig XV. Satz/Aussage/Äußerung/Behauptung/Proposition/Strawson:
Behauptung (assertion): kann zu verschiedenen Zeiten wahr oder falsch sein.
Aussage (proposition): dito
Satz: ist immer derselbe. (Unterschied Satz/Proposition).
VII 102
Satz/Gebrauch/Äußerung/Strawson: zwei Sprecher machen zur Zeit desselben Königs den gleichen Gebrauch!
Ausdruck/Gebrauch/Strawson: hier sind die Unterschiede nicht die gleichen! Man kann nicht sagen der Ausdruck "der König von Frankreich" werde gebraucht, um eine falsche Aussage zu machen!
Nur der Gebrauch von Sätzen kann wahr oder falsch sein.
Statt dessen wird der Ausdruck gebraucht, um auf etwas zu referieren.
Man kann aber einen Satz gebrauchen, um wahre oder falsche Aussagen (statements) zu machen.


Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993
Kennzeichnungen Russell Cresswell I 117
Kennzeichnungen/Russell: sind niemals Namen - Andere Autoren VsRussell: Kennzeichnungen sind doch Namen, aber nicht von normalen Gegenständen, sondern von intensionalen Objekten (verschiedene Gegenstände in verschiedenen Welten). - CresswellVs intentionale Objekte.
Geach I 61
Kennzeichnung/Russell: ist nie ein Name: Bsp Der Herzog von Cambridge ist auch eine Kneipe, aber der Herzog verkauft kein Bier.
Newen/Schrenk I 90
Theorie der Kennzeichnungen/Russell: Bsp 1. Es gibt mindestens einen Autor von "Waverley" (Existenzbehauptung) - 2. Es gibt höchstens einen Autor von "Waverley" (Eindeutigkeitsbehauptung) - 3. Wer immer "Waverley" geschrieben hat, war Schotte (Aussagengehalt) - Bsp Der gegenwärtige König v. Frankreich/leere Namen: mindestens ein König von Frankreich ist kahl - 2. Höchstens ein - 3. wer immer...ist kahl - Bsp Identität: Mindestens einer denunzierte Catilina - 2. Höchstens einer... - 1* mindestens einer schrieb "De Oratore" - 2* höchstens einer... - 3. Wer immer Catilina denunzierte, schrieb... - Bsp negative Existenzsätze: "Es ist nicht der Fall, dass 1. Mindestens einer.. - 2. Höchstens einer...- RussellVsFrege: damit vermeidet man, dass man Fregeschen Sinn als abstrakte Entität annehmen muss.
Wahrheitswert-Lücken/RussellVsFrege: auch sie werden damit vermieden.
I 92
Pointe: Sätze, die von einem Subjekt zu handeln schienen, werden jetzt aber zu allgemeinen Sätzen über die Welt.
Russell I VIII
Bsp Waverley - alle wahren Sätze haben dieselbe Bedeutung - Bsp "Autor v. Waverley" ist keine Beschreibung von Scott - Beschreibung (Kennzeichnung) ist nicht gleich Behauptung - diese bezeichnet kein Objekt. - StrawsonVs - Ein Satz mit "Waverley" sagt nichts über Scott, da er ihn nicht enthält.
I 46
Kennzeichnung/Russell: immer im Singular Bsp "Vater von" aber nicht "Sohn von" (nicht eindeutig - setzt immer Anführungszeichen ohne "das" voraus: "φx": "x ist φ" - statt (ix)(φx) kurz "R'y": das R von y, "der Vater von y" - kennzeichnende Funktion, nicht Aussagenfunktion - alle mathematischen Funktionen sind kennzeichnende Funktionen.
I 96
Kennzeichnung/Principia Mathematica/Russell: "Der Verfasser von Waverley" bedeutet gar nichts - wir können (ix)(φx) nicht definieren, nur seinen Gebrauch - (>Definition, >Definierbarkeit).

Flor III 122
Kennzeichnungen/Russell/Flor: sind keine Namen - Grund: sonst ergäbe sich eine reine Trivialität: "a=a" oder etwas falsches. Bsp "Den Schneemenschen gibt es nicht" ist etwas anderes als zu sagen: "Paul gibt es nicht" -Kennzeichnungen: unvollständige Symbole. - ((s) Wenn Kennzeichnungen Namen wären, könnten sie nicht fehlschlagen.)

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972

Flor I
Jan Riis Flor
"Gilbert Ryle: Bewusstseinsphilosophie"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993

Flor II
Jan Riis Flor
"Karl Raimund Popper: Kritischer Rationalismus"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A.Hügli/P.Lübcke Reinbek 1993

Flor III
J.R. Flor
"Bertrand Russell: Politisches Engagement und logische Analyse"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Flor IV
Jan Riis Flor
"Thomas S. Kuhn. Entwicklung durch Revolution"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993
Korrespondenztheorie Logik-Texte Re III 27
Read: VsWittgenstein: 1. die Korrespondenztheorie ist eine realistische Theorie. Der Realismus der Korrespondenztheorie nötigt uns dazu, das Gesetz der Zweiwertigkeit zu akzeptieren. Es kann Aussagen geben, die über die wir im Prinzip nicht sagen können, ob sie wahr oder falsch sind. (> Bsp Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl.).
Re III 40
VsKorrespondenztheorie: Die Korrespondenztheorie enthält eine Metaphysik von mit Aussagen korrelierten Tatsachen und Sachverhalten. Das ist ihr fundamentales Missverständnis. Das W-Schema ist in dieser Frage neutral.
Re III 242
Korrespondenztheorie: nach ihr ist das Wahrheitsprädikat ein substanzielles Prädikat, das Aussagen eine relationale Eigenschaft zuweist. Wahre Sätze haben dann eine wirkliche Eigenschaft, die sie von falschen Aussagen unterscheidet. Korrespondenztheorie: Ontologie beinhaltet Tatsachen - Aussagen werden durch Tatsachen wahr gemacht, nicht durch Dinge.
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001
Negation Millikan I 221
Nicht/“nicht“/Tractatus/Wittgenstein/Millikan: These: „nicht“ ist ein Operator, der auf dem Rest des Satzes operiert, indem er den Sinn des gesamten Satzes ändert. Negativer Satz/Verneinung/Negation/Existenz/Millikan: negative Sätze können nicht nicht-existente Tatsachen als real value haben.
Begründung: negative Tatsachen haben keine Kausalkräfte, die in einer Normalen Erklärung eine Rolle spielen könnten.
Negativer Satz/Millikan: wir könnten annehmen, dass negative Sätze keine Repräsentationen sind. Bsp „nicht-p“ soll heißen „die Tatsache dass-p existiert nicht“ So hat Wittgenstein es auch
ungefähr aufgefasst.
Pointe: wir hatten oben gesagt, dass Existenzsätze keine Repräsentationen sind.
Abbildtheorie/Bildtheorie/Tractatus/Wittgenstein/Millikan: aber erfasste Sätze der Form „x
existiert nicht“ so auf, dass sie eine nichtexistente Tatsache abbilden. Dann geht die Variable
„x“ in „x existiert nicht“ nicht über Namen von Einzeldingen (Gegenständen, elementaren Objekten) sondern über Repräsentationen möglicher Zustände (möglicher Tatsachen).
Sinn/Nichtexistenz/Negation/Wittgenstein/Millikan: so war es ihm möglich aufrechtzuerhalten, dass Sätze der Form „x existiert nicht“ einen Sinn haben ((s) >Meinong).
Millikan: in unserer Terminologie heißt dass, dass sie Repräsentationen sind (MillikanVs).
I 222
Und gleichzeitig konnte er behaupten, dass die grundlegendsten Elemente aller Propositionen realen Gegenständen entsprechen. Pointe: das machte es möglich, dass er sagen konnte „x existiert nicht“ immer äquivalent ist zu einem Satz der Form „nicht-p“.
Millikan: könnten wir nicht wenigstens eine Hälfte dieser Äquivalenz aufrechterhalten? Die von „nicht-p“ nach „dass-p existiert nicht“?
MillikanVsWittgenstein:; nein, noch nicht einmal dies können wir.
Wenn Wittgenstein recht hätte und „nicht-p“ sagt „dass-p existiert nicht“, dann hieße das für meine Position, dass negative Sätze keine Weltzustände abbilden und keine Repräsentationen sind.
Millikan: statt dessen würden sie sprachliche Tatsachen abbilden, „nicht-p“ wäre dann ein Icon, aber es repräsentiert nicht, wobei ein Weltzustand den Satztyp „p“ als Variante hätte.
Protoreferent/Millikan. „p“ wäre nicht ein repräsentierter Referent von „nicht-p“ sondern ein Protoreferent.
Frage: wäre „nicht-p“ ein Icon von dem das „p ist falsch“ ((s) sprachlich) explizit repräsentiert?.
Vs: dann wäre „nicht“ kein Operator mehr!
Nicht/Negation/Operator/Wittgenstein/Millikan: d.h. die Abbildungsregel für „nicht-p“ ist eine Funktion der Abbildungsregel für „p“.
1. Wenn „nicht“ kein Operator wäre, könnte es vorkommen, dass jemand nicht den Sinn von „p“ versteht, aber dennoch den Sinn von „nicht-p“ Absurd.
2. Wenn „nicht-p“ sagt,“ dass-p existiert nicht“ müsste „nicht-p“ auch wahr sein müssen, wenn irgendeine Variante in „p“ nicht völlig bestimmt ist, also keinen angepassten Sinn hat. Bsp „Pegasus war kein geflügeltes Pferd“ Bsp „Der gegenwärtige König von Frankreich ist nicht kahl“ wären wahre Sätze!
3. Sicher ist es so, dass „“p“ ist falsch“ wenigstens abbildet (icons) dass „p“ keinen real value hat. Entsprechend: „x existiert nicht“ bildet dann die Tatsache ab, dass „x“ keine Referenten hat.
Pointe: wenn nun „nicht-p“ sagt, „dass-p“ existiert nicht“ bildet es immer noch eine negative Tatsache ab. >Tatsachen/Millikan.
I 224
Gegenteil/negativer Satz/Repräsentation/Millikan: These: negative Sätze, deren Gegenteile normale repräsentierende Sätze sind, müssen selbst positive Tatsachen abbilden.
I 224
Negation/Stabilisierungsfunktion/nicht/Repräsentation/Millikan: was ist die SF von „nicht“ in normalen repräsentierenden Sätzen? Es wird jedenfalls nicht gebraucht, um den Rest des Satzes „auszuradieren“. „Ausradieren“: kommt manchmal vor, aber dann heißt es Bsp „Sorry“ oder „das habe ich nicht gemeint“.
Negation/“nicht“: seine Funktion ist es auch nicht, keinen Glauben zu produzieren. Das wäre gar keine Funktion.
Eigenfunktion: von „nicht“ ist relational. D.h. es ist eine (mathematische) Funktion der Eigenfunktion des Satzes ohne „nicht“.
Satz: hat die Funktion, einen Glauben zu produzieren. Ebenso ein Satz mit „nicht“ muss etwas produzieren, das einen möglichen Nutzen hat.
Negativer Satz: vielleicht soll er einen falschen Glauben eliminieren? Aber das wäre so ähnlich wie „existiert nicht“ funktioniert.
I 224
Negativer Satz/“nicht“/Imperativ/Millikan: ein Imperativ wie „bring keinen Dreck ins Haus“ hat sehr wohl eine positive Funktion. Bsp wenn du es doch tust, ist es mit einer Entschuldigung nicht getan „Ich wollte es nicht“ Denn der Befehl war nicht, es ohne Absicht doch zu tun,.
Nicht hinreichend:: „ich habe es nicht beabsichtigt“.
Richtig: ich beabsichtigte, es nicht zu tun.
Nicht hinreichend: „ich wußte nicht, dass ich es tat“
Richtig: man muss wissen, dass man es nicht tut.
Nicht/Imperativ: hier ist der Gebrauch nicht parallel zu der Funktion von „existiert nicht“.
I 257
Negativer Satz/Millikan: bildet eine positive Tatsache (Weltzustand) ab, nicht die Abwesenheit einer Tatsache.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Nichtexistenz Foucault II 128ff
Nichtexistenz/Fiktion/Referenz/ Aussage: Bsp Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl. Man muss wissen, worauf sich die Aussage bezieht und sagen zu können, ob die Proposition einen Referenten hat.
((s) Vs Foucault: das ist zirkulär!
Foucault: man muss einen Rahmen kennen, z. B. das Frankreich eine Republik ist usw.


Foucault I
M. Foucault
Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften Frankfurt/M. 1994

Foucault II
Michel Foucault
Archäologie des Wissens Frankfurt/M. 1981
Quantoren Russell Hintikka I 173
Quantifikation/Quantor/Bekanntschaft/Beschreibung/Russell/Hintikka: bei Russell gehen die Quantoren (bzw. der Bereich der gebunden Variablen) nur über Objekte der Bekanntschaft. ((s) Körperlich präsente Dinge). Kennzeichnung/ThdK/Russell: Kennzeichnungen werden eliminiert im Kontext zugunsten von Quantoren. Es gibt nur noch Quantoren und gebundene Variablen.
Russell/Hintikka: man könnte ihn so paraphrasieren: „der Begriff „ist immer wahr“ kommt als einziges in den Propositionen vor, die ursprünglich bestimmte Kennzeichnungen enthielten.
Kraft/Russell/Hintikka: die Kraft ((s) semantische Kraft) der reduzierten Propositionen hängt vom Individuenbereich der Variablen ab.
Pointe/Hintikka: nun ist es nur ein Teil der Geschichte, dass Russell erfolgreich nicht-existente Objekte eliminiert hat (Bsp Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl). Seine Reduktion geht weiter:
Quantor/Russell/Hintikka: die Quantoren gehen nur über Objekte der Bekanntschaft. ((s) Objekte, von denen wir nur durch Beschreibung wissen, sind nicht zugelassen, über sie darf bei Russell nicht quantifiziert werden. Das ist mehr als die Elimination von nichtexistenten Objekten, denn es gibt auch existierende Objekte, die wir nur durch Beschreibung kennen).
Hintikka I 173
Denotation/Russell/Hintikka: Pointe: ein geniales Merkmal von Russells Theorie der Denotation von 1905 ist, dass es die Quantoren sind, die denotieren! Theorie der Kennzeichnungen/Russell: (Ende von „On Denoting“) These: enthält die Reduktion von Kennzeichnungen auf Objekte der Bekanntschaft.
I 174
Hintikka: dieser Zusammenhang ist erstaunlich, Es scheint auch zirkulär zu sein, nur Objekte der Bekanntschaft zuzulassen. Lösung: wir müssen sehen, was erfolgreich denotierende Ausdrücke (phrases) tatsächlich denotieren: sie denotieren eben Objekte der Bekanntschaft.
Uneindeutigkeit/Eindeutigkeit/Hintikka: es ist eben Uneindeutigkeit, die zum Fehlschlagen der existentiellen Generalisierung (EG) führt.
Bsp Waverley/Russell/Hintikka: dass nur Objekte der Bekanntschaft zugelassen sind, zeigt sein eigenes Beispiel: „Der Autor von Waverley“ in (1) ist tatsächlich ein primäres Vorkommnis d.h. sein Beispiel (2) .
„ob“/Russell/Hintikka: einziger Unterschied: wollte wissen, ob“ statt „wusste nicht“.
Sekundäre Kennzeichnung/Russell: kann man auch so ausdrücken: dass George von dem Mann, der tatsächlich Waverley schrieb wissen wollte, ob er Scott sei.
I 175
Das wäre der Fall, wenn Georg IV Scott gesehen hätte (in der Distanz) und gefragt hätte „Ist das Scott?“. HintikkaVsRussell: warum wählt Russell ein Beispiel mit einem wahrnehmungsmäßig bekannten Individuum? Haben wir nicht normalerweise mit Individuen aus Fleisch und Blut zu tun, deren Identität uns bekannt ist, statt nur mit Wahrnehmungsobjekten?
Wissen wer/Wissen was/Wahrnehmungsobjekt/Russell/Hintikka: gerade bei Wahrnehmungsobjekten scheint es, als sei die Art von Eindeutigkeit, die wir für ein Wissen-wer brauchen, gerade nicht gegeben ist.
Hintikka I 178
Quantor/Quantifikation/HintikkaVsRussell: Russell verwechselt systematisch zwei Arten von Quantoren. (a) der Bekanntschaft, b) der Beschreibung). Problem: Russell hat nicht erkannt, dass der Unterschied nicht allein in Bezug auf die aktuale Welt definiert werden kann!
Lösung/Hintikka: wir brauchen eine Relativierung auf Mengen von möglichen Welten, die mit den verschiedenen propositionalen Einstellungen wechseln.
Hintikka I 180
Elimination/Eliminierbarkeit/HintikkaVsRussell/Hintikka: um bloß scheinbar denotierende Kennzeichnungen zu eliminieren, muss man annehmen, dass die Quantoren und gebundenen Variablen über Individuen gehen, die beschreibungsmäßig identifiziert sind. ((s) Objekt der Beschreibung siehe auch intensionale Objekte). Sonst wäre der reale Bismarck kein zulässiger Wert der Variablen, mit denen wir ausdrücken, dass es ein Individuum einer bestimmten Art gibt.
Problem: dann dürfen diese Quantoren aber keine Konstituenten der Propositionen sein, denn ihre Wertebereiche bestehen eben nicht bloß aus Objekten der Bekanntschaft. Daher war Russells Fehler ein zweifacher.
1.
Quantor/Variable/Russell/Hintikka, 1905 hatte er schon aufgehört zu denken, dass Quantoren und gebundene Variablen echte Konstituenten von Propositionen sind. Def Scheinveränderliche/Russell/Hintikka: = gebundene Variable.
2.
Bekanntschaft/Russell: Werte der Variablen sollten nur noch Objekte der Bekanntschaft sein. (HintikkaVsRussell).
Hintikka I 180
Quantoren/HintikkaVsRussell: jetzt können wir sehen, warum Russell nicht zwischen verschiedenen Quantoren unterschied (Bekanntschaft/Beschreibung): Für ihn waren Quantoren nur notationale Muster, und für sie braucht man den Bereich der möglichen Interpretation nicht festzulegen, daher macht es auch keinen Unterschied, wenn sich der Bereich ändert! Quantifikation/Russell: für ihn war sie implizit objektional (referentiell) jedenfalls nicht substitutional.

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Redundanztheorie Foucault II 115ff
Aussage/Foucault: auf den ersten Blick erscheint die Aussage als letztes, unzerlegbares Element, das isoliert werden kann und in ein Spiel mit anderen Elementen eintreten kann. Ein Punkt ohne Oberfläche. Problem: wenn die Aussage die elementare Einheit des Diskurses ist, worin besteht sie dann? Welches sind ihre unterscheidenden Züge? Welche Grenzen muss man ihr zuerkennen? Bsp Redundanztheorie: die Frage, ob in der Logik »A« und »es stimmt, dass A« austauschbar sind. Foucault: als Aussagen sind sie nicht äquivalent und nicht austauschbar. (FoucaultVsRedundanztheorie). Sie können sich im Plan des Diskurses nicht an der gleichen Stelle befinden.
Bsp Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl: kann nur analysiert werden, wenn man in der Form einer einzigen Aussage zwei verschiedene Propositionen anerkennt, von denen jede für sich wahr oder falsch sein kann. (Strawson: Äußerung, Zeitpunkt).
Bsp »ich lüge«: kann nur wahr sein in einer Beziehung zu einer Behauptung auf niedrigerem Niveau.
Die Kriterien für die Identität einer Proposition gelten nicht für die Beschreibung der besonderen Einheit einer Aussage!

Foucault I
M. Foucault
Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften Frankfurt/M. 1994

Foucault II
Michel Foucault
Archäologie des Wissens Frankfurt/M. 1981
Terminologien Kripke I 125
Schmidentisch/Schidentität: künstliche Identität zwischen Gegenstand und ihm selbst. Kripke: das ist ganz in Orndung und nützlich.
II 232f
Russell-Sprache /Kripke: schwach: wie Englisch, nur Wahrheitsbedingungen (WB) von Russell: Der gegenwärtige König von Frankreich muss existieren, damit der Satz "Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl" wahr ist. - mittlere: Kennzeichnungen haben Russellsche Tiefenstruktur: "Es gibt genau ein..." - stark: keine Kennzeichnungen, nur noch "es gibt genau ein.." - Sekt-Bsp: ("Der Mann mit dem Glas Sekt ist böse" (der Gemeinte hat aber Mineralwasser im Glas) schwache und mittlere: hier denkt der Sprecher (wenn auch irrtümlich), dass die Wahrheitsbedingungen erfüllt sind. Starke: hier könnte der Gebrauch zur Regel werden, weil der bestimmte Artikel verboten ist - da das Phänomen in allen drei Sprachen auftritt, kann es kein Argument dafür sein, dass Englisch keine Russell-Sprache ist.

Newen/Schrenk I 97
Russell-Sprache/Kripke/Newen/Schrenk: enthält nur die attributive Lesart. (~homophone Wahrheitsbedingungen). Dagegen:
D-Sprache/Kripke: enthält referentielle und attributive Lesart.
KripkeVsDonnellan: Bsp "Ihr Ehemann ist nett zu ihr": hier braucht man gleichzeitig (nicht abwechselnd) referentielle und attributive Lesart. - "Er ist nett, aber er ist nicht ihr Ehemann".

Kripke I
S.A. Kripke
Name und Notwendigkeit Frankfurt 1981

Kripke II
Saul A. Kripke
"Speaker’s Reference and Semantic Reference", in: Midwest Studies in Philosophy 2 (1977) 255-276
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Kripke III
Saul A. Kripke
Is there a problem with substitutional quantification?
In
Truth and Meaning, G. Evans/J McDowell Oxford 1976

Kripke IV
S. A. Kripke
Outline of a Theory of Truth (1975)
In
Recent Essays on Truth and the Liar Paradox, R. L. Martin (Hg) Oxford/NY 1984
Überzeugungen Searle I 76
Überzeugungen und Wünsche/Searle: Überzeugungen und Wünsche brauchen nicht postuliert zu werden, sie werden einfach ganz bewusst erlebt und stehen gar nicht in Frage.
II 31
Intentionale Zustände/Searle: Wir müssen ihre logischen Eigenschaften von ihren ontologischen trennen. Tradition: Intentionale Zustände seien Humesche Ideen, oder Modifikationen des cartesianischen Ichs, oder kausale Dispositionen zu Verhaltensweisen (SearleVs).
II 32
Überzeugung/Searle: Geist-auf-Welt-Ausrichtung. Intentionale Zustände/Searle: Intentionale Zustände sind in der Struktur des Gehirns sowohl verursacht als auch realisiert.
II 34
Intentionaler Gegenstand: Nicht jeder intentionale Zustand hat einen intentionalen Gegenstand: Der gegenwärtige König von Frankreich existiert nicht, daher kann der entsprechende Satz nicht wahr sein.
II 261
De dicto/Überzeugung/SearleVsAlle anderen Autoren: Alle Überzeugungen sind de dicto. Natürlich handeln einige Überzeugungen vom Nikolaus und andere von Napoleon, aber de re-Überzeugungen (von Napoleon) sind dann eine Teilklasse.
Quine: viele stärkere These: Zusätzlich zu den vollständig durch Gehalt und Modus (im Kopf) individuierten de dicto Überzeugungen gibt es auch noch Überzeugungen, die zwischen dem Glaubenden und den Gegenständen bestehen. Solche Überzeugungen sind dann keine Teilklasse, sind vielmehr irreduzibel de re.
Gehirne im Tank: Gehirne im Tank könnten Überzeugungen haben, die rein de dicto sind. Sie sind von der tatsächlichen Beschaffenheit der Welt unabhängig.
De re-Überzeugungen: De re-Überzeugungen sind Beziehungen zwischen Personen und Gegenständen. Vorsicht: Wenn sich die Welt änderte, wären die Überzeugungen selbst andere, auch wenn im Kopf alles unverändert bliebe!
II 262
Bsp Angenommen, George Bush glaubt, dass Reagan Präsident der vereinigten Staaten ist. Das ist eine Tatsache über Bush, aber ist es nicht genauso klar eine Tatsache über Reagan? Weiterhin lässt sich diese Tatsache nicht einfach mit Tatsachen über Bush erklären. Quantifikation in »Glaubenskontexte": erlaubt im Falle einer solchen Formulierung:
Bsp de re: »Reagan ist derart, dass Bush von ihm glaubt,...
>de re, >de dicto.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Unvollständige Symbole Grover, D.L. Horwich I 319
Unvollständiges Symbol/Russell/Camp/Grover/Belnap/CGB: Bsp Kennzeichnungen, die bei der Übersetzung nicht eindeutig sind - > Bsp "Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl". Unvollständiges Symbol: ist dann das Fragment der Ausgangssprache - Prosatz-Theorie: es gibt nichts, das "ist wahr" übersetzt, aber es ist möglich, den Sinn der vollständigen Ausdrücke zu erfassen, die "ist wahr" enthalten.
Grover, D. L.

Gro I D. Grover A Prosentential Theory of Thruth Princeton New Jersey 1992

Camp/Grover/Belnap
D. L. Grover, J. L. Camp, N. D. Belnap
Philosophical Studies 27 (1) 73 – 125 (1975)

Es wird auf externe Quellen verweisen.

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Wahrheitswert-Lücke Strawson Schulte III 435
Def "Wahrheitswertlücke"/Strawson): Bsp "Der gegenwärtige König von Frankreich": bezieht sich auf gar nichts.

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Schulte I
J. Schulte
Wittgenstein Stuttgart 2001

Schulte II
J. Schulte
U. J. Wenzel
Was ist ein philosophisches Problem? Frankfurt 2001

Schulte III
Joachim Schulte
"Peter Frederick Strawson"
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke Reinbek 1993