Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Funktionen Parsons Habermas IV 363
Funktionen/Gesellschaft/Systeme/Parsons/Habermas: Weil jede Institution (Unternehmen, Staatsverwaltung, Recht, Kirche, Familie) unter verschiedenen Aspekten allen gesellschaftlichen Subsystemen (Ökonomie, Recht, Erhaltung kultureller Muster) angehört, eignet sich keine als definierendes Merkmal für jeweils eines dieser Subsysteme. Funktionen/Parsons: definiert er nun auf einer verhältnismäßig abstrakten Ebene als Anpassung, Zielerreichung, Integration und Erhaltung von Strukturmuster (Siehe AGIL-Schema/Terminologie). Es sind Produktionsleistungen der Wirtschaft, Organisationsleistungen staatlicher Verwaltungen, Integrationsleistungen des Rechts und die Normalisierungsleistungen der Überlieferung.
Habermas IV 364
Problem: Parsons muss begründen, warum diese vier funktionalen Gesichtspunkte für die Analyse von Handlungssystemen notwendig und hinreichend sind.
Habermas IV 367
Da das Schema der vier Grundfunktionen bei Parsons nun nicht mehr handlungstheoretisch basiert ist und für lebende Systeme allgemein gilt, müssen die analytischen Bestandteile der Handlung nun ihrerseits als Lösung von Systemproblemen begriffen werden.
IV 370
VsParsons: die Aufteilung und Zuordnung der Funktionen in seiner Systemtheorie ist willkürlich. J. Alexander fragt z.B., warum Integrationsprobleme nicht ebenso gut durch universalistische wie durch partikularistische Handlungsorientierungen oder warum Probleme der Erhaltung kultureller Muster nicht genauso gut durch die Orientierung an den Leistungen statt an den intrinsischen Qualitäten eines Gegenübers sollten gelöst werden können.

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Moderne Luhmann Habermas IV 420
Moderne/LuhmannVsParsons/Luhmann/Habermas: Luhmann hebt an modernen Gesellschaften ausschließlich die Züge der Komplexität hervor. Diese verdanken ihre hohe Komplexität der starken Ausdifferenzierung von Teilsystemen, die relativ unabhängig voneinander sind, zugleich Umwelten füreinander bilden und über Medien in einem derart geregelten Austausch miteinander treten, dass Zonen gegenseitiger Durchdringung (Interpenetration) entstehen. Neukantianismus/Luhmann/Habermas: Luhmann räumt mit dem Neukantianismus auf d.h. er verabschiedet die Idee der Werteverwirklichung auf
Habermas IV 421
und fegt den Himmel von kulturellen Werten leer. Er gibt der Theorie der Moderne größere Beweglichkeit zurück, indem er das Korsett des Schemas aus vier Funktionen (siehe AGIL-Schema) aufschnürt. LuhmannVsParsons: Luhmann möchte historisch erklären, was Parsons noch theoretisch voraussagt, z.B. die, dass die Entwicklung moderner Gesellschaften durch genau drei Revolutionen gekennzeichnet ist.
ParsonsVsLuhmann/Habermas: anders als Luhmann kann Parsons den von außen, aus der Beobachtung erfassten Zuwachs an Systemkomplexität in das an die Innenperspektive der Lebenswelt gebundene Selbstverständnis der Systemmitglieder übersetzen.(1)


1.T.Parsons, The System of Modern Societies, Englewood Cliffs 1971, S. 114ff.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Terminologien Parsons Habermas IV 333
Pattern variables/Terminologie/Parsons: da Parsons den Verständigungsmechanismus beim Aufbau seiner Handlungstheorie vernachlässigt, muss er unter anderen Prämissen versuchen, ein Äquivalent zur Lebenswelt mit den drei Komponenten Kultur, Gesellschaft und Persönlichkeit zu finden. Er führt die „pattern variables of value orientation“ ein: (1) Kulturelle Werte fungieren als Muster für eine Wahl zwischen Handlungsalternativen: Sie bestimmen die Orientierungen eines Handelnden dadurch, das sie Präferenzen festlegen, ohne die Kontingenz der Entscheidung zu berühren.
Habermas IV 334/335
Die pattern variables liegen auf den Dimensionen, in denen die ältere Soziologie den Übergang von traditionalen zu modernen Gesellschaften, also die Prozesse gesellschaftlicher Rationalisierung beschrieben hatte.
Habermas VI 336
Habermas: die pattern-variables eigenen sich zur Beschreibung der Tatsache, dass moderne Gesellschaften für verschiedene Lebensbereiche gegebenenfalls konträre Entscheidungsmuster bewusst adoptieren und von einer Präferenzenkombination auf die entgegengesetzte umschalten können. Man soll mit ihnen prüfen können, wie beliebige Kulturelle Werte den Entscheidungsspielraum von Aktoren durch eine der a priori möglichen Kombinationen von Grundentscheidungen strukturieren.
Habermas IV 341
Def Allokation/Parsons: erstreckt sich auf Anpassungs- und Zielerreichungsfunktionen, auf die Beschaffung, Mobilisierung, Verteilung und den effektiven Einsatz knapper Ressourcen. Def soziale Integration/Parsons: erstreckt sich auf Funktionen der Erhaltung und Integration der dem Handlungssystem einverleibten kulturelle Werte. Sie bemisst sich nicht an funktionalen Imperativen, sondern an Konsistenzforderungen.
Habermas IV 361
AGIL-Schema/Parsons/Terminologie/Habermas: (Seit 1953): Adaption (Verhaltenssystem)
Goal attainment (Persönlichkeit)
Latency (Kulturelles System)
Integration (Soziales System).
HabermasVsParsons: damit macht er die Nahtstelle, die durch die Zusammenfügung der beiden Paradigmen „Handlung“ und „System“ entstanden war, unkenntlich gemacht.
Habermas IV 366
Problem: Parsons muss die Bewältigung der Probleme gleichzeitig in den Dimensionen Raum und Zeit analysieren. Ein System muss seinen Bestand zugleich im Verhältnis zur Umwelt und zu sich selbst (innen/außen) wie auch in der Beziehung Anfangs-/Endzustand sichern.

1.Talcott Parsons, The Social System NY 1951, S. 78ff

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981