Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Äquivalenz Logik-Texte II 131
Bikonditional/Hoyningen-Huene: (Bikonditional, Bisubjunktion) ist ein Zeichen der Metalogik. - Logische Äquivalenz ⇔ steht für eine Aussagenverknüpfung der Objektsprache. >Meta-Sprache, >Objekt-Sprache, >Stufen (Ebenen).
II 133
Äquivalenz/Hoyningen-Huene: Abschwächung der Identität von Aussagen. Äquivalente Aussagen sind nicht in allen Hinsichten gleich, sondern nur in logischer.
Beide haben immer gleiche Wahrheitswerte.
Äquivalente Formeln haben die gleichen Folgerungsmengen und können aus den gleichen Voraussetzungen gefolgert werden.
>Wahrheitswert, vgl. >Implikation, >Konditionen.
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001
Einsetzen Logik-Texte II 133
Einsetzen/Ersetzen/Identität/Wahrheitserhalt: Die logische Äquivalenz ist (...) eine Abschwächung der Identität von Aussagen. Logisch äquivalente Aussagen sind nicht in allen Eigenschaften gleich, sondern nur in logischer Hinsicht. Wenn eine Aussage logisch wahr ist, ist es auch die andere und umgekehrt. Wenn aus der einen eine bestimmte Aussage logisch folgt, dann auch aus der anderen und umgekehrt.
>Substitution, >Äquivalenz, >Logische Wahrheit.
Einsetzungstheorem: Sei FA eine aussagenlogische Formel, die eine Teilform A enthält. Sei FB eine Formel, die aus FA entsteht, wenn man A durch eine aussagenlogische Formel B ersetzt, (nicht notwendig überall). Sei nun A ≡ B, dann gilt FA ≡ FB.

II 134
Logisch äquivalente Formeln haben die gleichen Folgerungsmengen. Logisch äquivalente Formeln können aus den gleichen Voraussetzungen gefolgert werden.

Redundanztheorie/Hoyningen-Huene: daher muss man in der Aussagenlogik auch tatsächlich nicht zwischen "A" und "Es ist wahr, dass A" unterscheiden. (In der Aussagenlogik wird von solchen Eigenschaften abstrahiert.)
>Aussagen-Logik, >Redundanz-Theorie.
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001
Erklärungen Hempel Bigelow I 299
Erklärung/Tradition/Gesetze/Hempel/Bigelow/Pargetter: (Vertreter: Hempel u. Oppenheim 1948(1), Hempel 1965(2), Mill 1843/50(3), Jevons 1877(4), Ducasse 1925(5), Feigl 1945(6), Popper 1945(7), Hospers 1946(8)). Hempel/Terminologie/Schreibweise/Bigelow/Pargetter:
O: Ergebnis
L: Gesetze
C: Bedingungen (Mengen von Sätzen, als Prämissen)
Dann könnte „O“ auch als Menge von Sätzen angesehen werden. Wir sprechen aber von zusammengesetzten Sätzen.
Dann haben wir:
L
C
O.
Anfangsbedingungen/Hempel/Bigelow/Pargetter: Anfangsbedingungen werden manchmal gar nicht gebraucht. Manchmal erklären aber die Gesetze allein den Fall nicht: Bsp Dass Halley’s Komet in 60 Jahren wiederkommt, dazu brauchen wir Informationen über bestimmte Tatsachen, es folgt nicht allein aus den Gesetzen. Die Tatsachen sind natürlich kontingent.
Bigelow I 301
Nichtstatistische Erklärung/Hempel: These: Wenn L und C O erklären, dann müssen sie O logisch implizieren (Englisch: "entail"). Sonst haben wir bestenfalls eine Erklärungsskizze, die weitere Annahmen erfordert. Bigelow/Pargetter: Das drückt aber noch nicht ganz die Idee der Erklärung durch „Ableitung aus Gesetzen“ aus: Die Gesetze müssen gebraucht und nicht nur erwähnt werden, d.h. es muss ein Sichverlassen auf Gesetze geben.
BigelowVsHempel/BigelowVsTradition: Pointe: Das sind dann aber nur Scheinerklärungen!
Bigelow I 302
So wie Quacksalber und Magiere oft eine Erklärung unter Berufung auf angesehene Naturgesetze liefern, die sich bei näherem Hinsehen als zirkulär entpuppt. Lösung/Hempel: Um das auszuschließen verlangt er, dass zusätzlich die Prämissen wahr sein müssen und O nicht gefolgt wäre, wenn C alleine ohne die Gesetze (L) gewesen wäre.
BigelowVsHempel/BigelowVsTradition: Daran muss man noch extrem viele Verfeinerungen vornehmen und Sonderfälle betrachten. Das würde Lewis die „Ein Flicken pro Loch“-Methode nennen.

Statistische Erklärung/probabilistisch/Hempel/Bigelow/Pargetter: (Hempel 1965) Hier ist es unmöglich Gesetze zu finden, die das genaue Ergebnis prognostizieren. Es mag aber in bestimmten Fällen sehr wahrscheinlich sein. Oder wahrscheinlicher, wenn die Gesetz wahr sind, als wenn sie nicht wahr wären.
Bigelow I 303
Die statistischen Erklärungen sind so etwas wie Ableitungen aus dem zu erklärenden Ding. Und zwar solche Ableitungen, die aus ungültigen Schlüssen entstehen. Logische Form: Die Konklusion soll wahrscheinlich sein, gegeben die Prämissen.
Varianten: Man kann hohe Wahrscheinlichkeit von vornherein fordern. Oder sie soll höher sein als die von O ohne die Prämissen oder schwächer: Dass O nur zu einem bestimmten Grad wahrscheinlich gemacht werden muss usw. (Lit: Salmon 1982).
Bigelow/Pargetter: Das unterscheidet sich alles nicht wesentlich von der nichtstatistischen Erklärung. Statistische Gesetze gehören ja auch zur Menge der Gesetze.
Erklärung/Bigelow/Pargetter: Mit Hempels Hilfe können wir jetzt aber unseren Begriff von Erklärung etwas erweitern:
Bigelow I 304
Wenn wir die Wahrscheinlichkeit eines Ergebnisses erhalten, haben wir damit das Ergebnis selbst auch ein wenig erklärt. Statistische Erklärung/Hempel/Bigelow/Pargetter: Letztlich geht es darum, ob ein Ergebnis herauskommt, oder wahrscheinlich ist. Wir können beide Fälle zusammenfassen.
„Statistisch“/Hempel/Bigelow/Pargetter: „Statistisch“ diente bei ihm nur der Abschwächung der Forderung der logischen Gültigkeit.
Erklärung/Hempel/Bigelow/Pargetter: These: Eine Erklärung ist ein offener Prozess. Das ist wichtig. Sowohl die Anfangsbedingungen können variiert werden, als auch die Gesetze von anderen Gesetzen abgeleitet werden.
Bsp Keplers Gesetze wurden von Newton auf tiefere zurückgeführt. Diese implizieren (Englisch: "entail") dann logisch die Keplerschen.
Bigelow I 305
Offenheit/Hempel: Offenheit besteht darin, dass man vielleicht immer tiefere Gesetze finden kann. Bigelow/Pargetter: Das ist eine Stärke seiner Theorie.
>Gesetze, >Naturgesetze.



1. Hempel, C. G. and P. Oppenheim 1948: Studies in the Logic of Explanation, S. 15.
2. Hempel, C. G.: "Aspects of Scientific Explanation", in: Aspects of Scientific Explanation in the Philosophy of Science. New York 1965: The Free Press.
3. Mill, J. St.: A System of Logic, 1843.
4. Stevons, W. J: The principle of science: A treatise on logic and scientific method, 2nd edition London 1877: Macmillan Press.
5. Ducasse, C. J.: Explanation, mechanism and teleology. Journal of Philosophy 22. S. 150-5.
6. Feigl, H.: Operationism and Scientific method. Psychological Review 52, 1945, S. 250-9, 284-8.
7. Popper, K. R.: The Open Society and Its Enemies. London 1945.
8. Hospers, J.: On explanation. Journal of Philosophy 43, 1946, S. 337-56.


Schurz I 224
Erklärung/Gesetz/Hempel: Die Gesetzesprämissen können oft weggelassen werden! Geisteswissenschaften/Hempel/Schurz: beanspruchte, auch für sie Erklärungen liefern zu können, indem er annahm, dass auch hier Gesetze herrschen.
VsHempel: Diese Gesetze sind aber nicht strikt.
Hempel: spät: dafür probabilistische Erklärung.
Schurz I 224
Potentielle Erklärung/Hempel: Hier wird bloß logische Konsistenz der Prämissen verlangt. Das ist wichtig, wenn man Hypothesen in Bezug auf ihre Erklärungskraft bewertet. >Beste Erklärung.
Schurz I 225
Erklärung/Hempel/Schurz: ist die Antwort auf eine Warum Frage. Warum Frage/Hempel:
a) Erklärungs-suchende: fragt nach Ursachen.
b) Begründungs-suchende: fragt nach Glaubensgründen.
>Rechtfertigung, >Ursache.
I 226
Ursachen: können als Rechtfertigungsgrund dienen. (Auch umgekehrt!). Strukturgleichheit/Voraussage/Erklärung/Hempel/Schurz: (früher und mittlerer Hempel): These: Erklärung und Voraussage sind strukturgleich.
Popper: dito: Kausalität = Prognosededuktion.
Erklärung und Voraussage unterscheiden sich nur in den pragmatischen Zeitumständen des Bekanntwerdens von Prämissen und Konklusion. Voraussage: hier sind zuerst nur die Prämissen bekannt. Erklärung: umgekehrt.
(...)
ex ante Begründung/Hempel: = Voraussage, potentielle Erklärung
Erklärung: = ex ante Begründung.
VieleVs: (...)
> href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/gesamtliste.php?thema=Strukturen">Strukturen, >Mikrostruktur, >Kausalerklärung/Schurz, >Erklärung/Schurz.

Hempel I
Carl Hempel
"On the Logical Positivist’s Theory of Truth" in: Analysis 2, pp. 49-59
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Hempel II
Carl Hempel
Probleme und Modifikationen des empiristischen Sinnkriteriums
In
Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich München 1982

Hempel II (b)
Carl Hempel
Der Begriff der kognitiven Signifikanz: eine erneute Betrachtung
In
Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich München 1982

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
Erweiterung Fraassen I 50
Erweiterung/Theorie/Fraassen: verführerisch: anzunehmen, dass Theorien verborgene Stärken haben, in dem sie Erweiterungen für neue Phänomene zulassen - Problem: dann kann es nie zwei empirisch äquivalente Theorien geben, denn sie könnten sich durch mögliche Erweiterungen unterscheiden. >Zusatzhypothesen.
I 51
Erweiterung/Theorie/Fraassen: Bsp angenommen, Experimente hätten (kontrafaktisch) ergeben, dass auch für elektromagnetische Wellen das Zentrum des Gravitationssystem in Ruhe sein sollte - dann wäre die Mechanik erfolgreich auf Elektromagnetismus ausgedehnt. Problem: "siegreiche" Erweiterungen können sie zwischen empirisch äquivalenten Theorien unterscheiden, denn diese haben immer dieselben Ressourcen, um Modelle für Erscheinungen zu konstruieren. - D.h. wenn eine Theorie einen Sieg erringt, dann auch alle die Theorien, die mit ihr empirisch äquivalent sind - Besser: Erweiterungen durch Phänomene, die nicht in eine Theorie passen. - > Abschwächung.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
Gefühl Deacon I 428
Gefühle/Deacon: Man ist versucht zu sagen, das die Entwicklung unserer Sprachfähigkeiten Hand in Hand ging mit einer Abschwächung unserer Sensitivität und Empathie (verglichen mit Tieren). >Tiere, >Tiersprache.
I 429
Das gilt aber nur, wenn man Sprache als ein Medium der Kommunikation von Gefühlen betrachtet. >Kommunikation.
Wenn wir der repräsentationalen Hierarchie folgen, können wir drei Weisen unterscheiden, wie der emotionale Zustand von Individuen mit dem von anderen in Einklang gebracht werden kann.
1. Spontane Mimikry
2. Reaktion auf gemeinsam erlebte äußere Reize (das ist indexikalisch) 3. Repräsentation des Zustands anderer (das ist symbolisch).
>Emotion, >Mimikry, >Reize, >Indexikalität, >Innere Zustände, >Fremdpsychisches, >Repräsentation, >Symbole/Deacon.

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013
Innovation Schumpeter Rothbard III 856
Innovation/Schumpeter/Rothbard : [In seiner Theorie der Konjunkturzyklen] wandte sich Schumpeter einem vierten Element zu, das für ihn der Motor allen Wachstums und auch der Konjunkturzyklen war - der Innovation in den Produktionstechniken. >Konjunkturzyklen/Schumpeter.
Innovationen/RothbardVsSchumpeter: (...) Innovationen können nicht als die treibende Kraft der Wirtschaft angesehen werden, da Innovationen ihre Wirkung nur durch Sparen und Investitionen entfalten können und da es immer eine große Anzahl von Investitionen gibt, die die Techniken im Rahmen des vorhandenen Wissens verbessern könnten, die aber mangels ausreichender Ersparnisse nicht getätigt werden. Allein diese Überlegung reicht aus, um die Schumpetersche Konjunkturtheorie zu entkräften.
>Innovationen/Rothbard.
Cluster von Innovationen: Schließlich setzt Schumpeters Erklärung der Innovationen als Auslöser des Konjunkturzyklus notwendigerweise voraus, dass es eine wiederkehrende Häufung von Innovationen gibt, die in jeder Boom-Periode stattfindet.
RothbardVs: Warum sollte es eine solche Häufung von Innovationen geben? Warum sind Innovationen nicht mehr oder weniger kontinuierlich, wie wir es erwarten würden? Schumpeter kann diese Frage nicht zufriedenstellend beantworten. Die Tatsache, dass einige wenige Mutige mit der Innovation beginnen und ihnen Nachahmer folgen, führt nicht zu einer Anhäufung von Innovationen, denn dieser Prozess könnte auch kontinuierlich verlaufen, wenn neue Innovatoren auf den Plan treten. Schumpeter bietet zwei Erklärungen für die Abschwächung der Innovationstätigkeit gegen Ende des Booms (eine Abschwächung, die für seine Theorie wesentlich ist). Einerseits führt die Einführung neuer Produkte, die aus den neuen Investitionen resultieren, zu Schwierigkeiten für die alten Produzenten und zu einer Periode der Unsicherheit und des Bedürfnisses nach „Ruhe“.
Hansen-Stagnationsthese: Schumpeters zweite Erklärung lautet, dass sich Innovationen in nur einer oder wenigen Branchen häufen und dass diese Innovationsmöglichkeiten daher begrenzt sind. Nach einer gewissen Zeit sind sie erschöpft, und die Häufung von Innovationen hört auf. Dies hängt offensichtlich mit der Hansenschen Stagnationsthese zusammen, in dem Sinne, dass es angeblich immer nur eine bestimmte Anzahl von „Investitionsmöglichkeiten“ - hier Innovationsmöglichkeiten - gibt, und dass, wenn diese erschöpft sind, vorübergehend kein Platz mehr für Investitionen oder Innovationen ist.
Opportunität/RothbardVsSchumpeter: Der gesamte Begriff der „Chance“ ist in diesem Zusammenhang jedoch sinnlos. Es gibt keine Begrenzung der „Chance“, solange die Bedürfnisse unerfüllt bleiben. Die einzige andere Grenze für Investitionen oder Innovationen ist das eingesparte Kapital, das zur Verfügung steht, um die Projekte in Angriff zu nehmen. Dies hat jedoch nichts mit vage vorhandenen Möglichkeiten zu tun, die „erschöpft“ werden; das Vorhandensein von angespartem Kapital ist ein kontinuierlicher Faktor. Was die Innovationen betrifft, so gibt es keinen Grund, warum Innovationen nicht kontinuierlich sein oder in vielen Branchen stattfinden können oder warum das Innovationstempo nachlassen muss.
KuznetsVsSchumpeter: Wie Kuznets gezeigt hat, muss ein Cluster von Innovationen auch ein Cluster von unternehmerischen Fähigkeiten voraussetzen, und das ist eindeutig nicht gerechtfertigt.
VsVs: Clemence und Doody, Jünger Schumpeters, entgegneten, dass sich die unternehmerische Fähigkeit in der Gründung eines neuen Unternehmens erschöpft.(1) Aber Unternehmertum einfach als die Gründung neuer Unternehmen zu betrachten, ist völlig unzutreffend. Unternehmertum ist nicht nur die Gründung neuer Unternehmen, es ist nicht nur Innovation; es ist Anpassung: Anpassung an die unsicheren, sich verändernden Bedingungen der Zukunft.(2) Diese Anpassung findet zwangsläufig ständig statt und erschöpft sich nicht in einem einzigen Investitionsakt.

1. S.S. Kuznets, „Schumpeter's Business Cycles“, American Economic Review, Juni 1940, S. 262- 63; und Richard V. Clemence und Francis S. Doody, The Schumpeterian System (Cambridge: Addison-Wesley Press, 1950), S. 52 ff
2. Insofern Innovation ein regulierter Geschäftsvorgang der Forschung und Entwicklung ist, fließen die Renten aus Innovationen eher den Forschungs- und Entwicklungsmitarbeitern in den Unternehmen zu als den unternehmerischen Gewinnen. Vgl. Carolyn Shaw Solo, "Innovation in the Capitalist Process: A Critique of the Schumpeterian Theory“, Quarterly Journal of Economics, August, 1951, S. 417-28.


Sobel I 9
Erfindung/Innovation/Schumpeter/Sobel/Clemens: Während Erfindung die Schaffung oder Entdeckung eines neuen Produkts oder Verfahrens ist, ist Innovation die erfolgreiche Einführung und Übernahme eines neuen Produkts oder Verfahrens auf dem Markt. Innovation ist im Grunde die wirtschaftliche Anwendung von Erfindungen. Henry Ford hat zwar das Automobil nicht erfunden, aber seine Innovation war der Einsatz des Fließbandes und der Großserienfertigung, die den Preis des Automobils für die Durchschnittsfamilie erschwinglich machte. In jedem dieser Fälle unterscheidet sich der Innovator vom Erfinder, und es ist die Rolle des Innovators, um die es Schumpeter geht. Ein vielleicht noch wichtigerer Faktor bei der Unterscheidung zwischen Erfindung und Innovation ist, dass die meisten Erfindungen nie zu Innovationen werden - das heißt, nicht alle Erfindungen sind profitable Geschäftsideen. Anreize/Schumpeter: In seinem späteren und vielleicht berühmtesten Buch Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie (CSD)(1) schreibt Schumpeter: „[i]n einigen Fällen ist sie jedoch so erfolgreich, dass sie Gewinne abwirft, die weit über das hinausgehen, was notwendig ist, um die entsprechenden Investitionen zu veranlassen. Diese Fälle liefern dann die Köder, die das Kapital auf unerprobte Pfade locken“ (CSD(1): 90). Das heißt, die Verlockung von Gewinnen ist der Anreiz für unternehmerische Entdeckungen und Kapitalinvestitionen. Dies ist ein Grund dafür, dass staatliche Maßnahmen, die die Gewinne aus Innovationen schmälern, für Wirtschaftswachstum und Wohlstand schädlich sein können.
Besteuerung/Innovation/Schumpeter: Wenn Vorschriften oder Steuern die potenzielle Rentabilität künftiger Innovationen verringern, werden weniger Versuche unternommen, sie zu entdecken. Wie Schumpeter in seinem Buch The Economics of Sociology and Capitalism (ESC)(2) feststellt: Der eigentliche unternehmerische Gewinn ... entsteht in der kapitalistischen Wirtschaft immer dann, wenn eine neue Produktionsmethode, eine neue Handelskombination oder eine neue Form oder Organisation erfolgreich eingeführt wird. Er ist die Prämie, die der Kapitalismus der Innovation zuschreibt ... Würde dieser Gewinn besteuert, würde jenes Element des Wirtschaftsprozesses fehlen, das gegenwärtig das bei weitem wichtigste individuelle Motiv für die Arbeit am industriellen Fortschritt ist.
Sobel I 10
Selbst wenn die Besteuerung diesen Gewinn nur erheblich reduzieren würde, würde die industrielle Entwicklung wesentlich langsamer verlaufen, wie das Schicksal Österreichs deutlich zeigt ... Es gibt eine Grenze für die Besteuerung des unternehmerischen Gewinns, über die der Steuerdruck nicht hinausgehen kann, ohne das Steuerobjekt zunächst zu schädigen und dann zu zerstören. (ESC(2): 113-114)
Sobel I 11
Innovation/Wirtschaftspolitik/Sobel/Clemens: Eine wachsende, lebendige Wirtschaft hängt nicht nur davon ab, dass Unternehmer Möglichkeiten zur Schaffung neuer Güter und Dienstleistungen entdecken, bewerten und nutzen, sondern auch davon, wie schnell Ideen vom Gewinn- und Verlustsystem als Erfolg oder Misserfolg eingestuft werden. >Unternehmensversagen/Schumpeter.
Innovation/Schumpeter: „Innovationen im Wirtschaftssystem vollziehen sich aber in der Regel nicht so, dass erst neue Bedürfnisse bei den Konsumenten spontan entstehen und dann der Produktionsapparat durch ihren Druck umschlägt. Wir leugnen das Vorhandensein dieses Nexus nicht. Es ist jedoch der Produzent, der in der Regel den wirtschaftlichen Wandel einleitet, und die Konsumenten werden von ihm gegebenenfalls erzogen; sie werden sozusagen gelehrt, neue Dinge zu wollen, oder Dinge, die sich in irgendeiner Hinsicht von denen unterscheiden, die sie bisher zu benutzen gewohnt waren.“ (TED(3): 65)
„Produzieren heißt, Material und Kräfte, die uns zur Verfügung stehen, zu kombinieren ... Anderes oder dasselbe mit einer anderen Methode zu produzieren, heißt, diese Materialien und Kräfte anders zu kombinieren. Insofern die „neue Kombination“ mit der Zeit durch kontinuierliche Anpassung in kleinen Schritten aus der alten herauswachsen kann, liegt zwar eine Veränderung, möglicherweise ein Wachstum vor, aber weder eine neue Erscheinung noch eine Entwicklung in unserem Sinne. Soweit dies nicht der Fall ist und die neuen Kombinationen diskontinuierlich auftreten, entsteht das für Entwicklung charakteristische Phänomen. Der Einfachheit halber werden wir im Folgenden nur noch den letzteren Fall meinen, wenn wir von neuen Kombinationen von Produktionsmitteln sprechen. Entwicklung in unserem Sinne ist dann durch die Durchführung neuer Kombinationen definiert.“ (TED(3): 65-66)

1. Schumpeter, Joseph A. (1942). Capitalism, Socialism, and Democracy [CSD]. Harper & Brothers.
2. Schumpeter, Joseph A. (1991). The Economics of Sociology and Capitalism [ECS]. Edited by Richard Swedberg. Princeton University Press.
3. Schumpeter, Joseph A. (1934). The Theory of Economic Development [TED]. Harvard University Press.

EconSchum I
Joseph A. Schumpeter
Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung Leipzig 1912

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977

Sobel I
Russell S. Sobel
Jason Clemens
The Essential Joseph Schumpeter Vancouver 2020
Konditional Fraassen I 118
Konditional/Wahrheitswert/WW/Fraassen: der Wahrheitswert eines Konditionals ist teilweise kontext-abhängig. Aber Wissenschaft impliziert nicht, dass der Kontext irgendwie so oder so ist.
Daher impliziert Wissenschaft kontrafaktische Konditionale höchstens in dem Grenzfall, wo ein Konditional denselben Wahrheitswert in allen Kontexten hat. >Kontext, >Wahrheitswert.
In diesem Fall impliziert die Theorie plus Antezedens (Rahmenbedingungen) strikt das Konsequens. - Dann gelten auch die Gesetze der Abschwächung und der Kontraposition - aber dann sind sie nutzlos für unsere Aufgabe, eine Erklärung zu liefern. >Erklärungen.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
Konjunktur Schumpeter Rothbard III 854
Konjunktur/Schumpeter/Rothbard: Die Konjunkturtheorie von Joseph Schumpeter ist eine der wenigen, die versucht, eine Erklärung des Konjunkturzyklus mit einer Analyse des gesamten Wirtschaftssystems zu verbinden. Die Theorie wurde im Wesentlichen in seiner Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung vorgestellt, die 1912 veröffentlicht wurde. Diese Analyse bildete die Grundlage für die „erste Annäherung“ seiner ausführlicheren Lehre, die in dem 1939 veröffentlichten zweibändigen Werk Business cycles vorgestellt wurde.(1) Rothbard: Der letztgenannte Band war jedoch ein deutlicher Rückschritt gegenüber dem ersten, denn er versuchte, den Konjunkturzyklus zu erklären, indem er drei sich überlagernde Zyklen postulierte (von denen jeder gemäß seiner „ersten Annäherung“ erklärbar war).
Periodizität: Jeder dieser Zyklen soll in etwa periodisch ablaufen. Schumpeter behauptet, es handele sich um
- der dreijährige „Kitchin“-Zyklus;
- der neunjährige „Juglar“-Zyklus; und
- der sehr lange (50 Jahre) „Kondratieff“.
Diese Zyklen werden als unabhängige Einheiten betrachtet, die sich auf verschiedene Weise kombinieren, um das gesamte zyklische Muster zu ergeben.(2)
RothbardVsSchumpeter: Ein solcher „multizyklischer“ Ansatz muss als mystische Übernahme des Trugschlusses des Begriffsrealismus abgetan werden.
Vgl. >Begriffsrealismus.
Rothbard III 855
Wirtschaftszyklen: Rothbard: Es gibt keine Realität oder Bedeutung für die angeblich unabhängigen „Zyklen“. Der Markt ist eine interdependente Einheit, und je weiter er entwickelt ist, desto größer sind die Wechselbeziehungen zwischen den Marktelementen. Es ist daher unmöglich, dass mehrere oder zahlreiche unabhängige Zyklen als in sich geschlossene Einheiten nebeneinander bestehen. Es ist gerade das Merkmal eines Konjunkturzyklus, dass er alle Marktaktivitäten durchdringt. Zyklen/Wirtschaftstheorien: Viele Theoretiker sind von der Existenz periodischer Zyklen ausgegangen, wobei die Länge jedes aufeinanderfolgenden Zyklus einheitlich ist, sogar bis auf die genaue Anzahl der Monate. T
RothbardVsWirtschaftszyklen: Das Streben nach Periodizität ist eine Schimäre, die sich nach den Gesetzen der Physik sehnt; im menschlichen Handeln gibt es keine quantitativen Konstanten. Praxeologische Gesetze können nur qualitativer Natur sein. Daher gibt es auch keine Periodizität in der Länge der Konjunkturzyklen.
Es ist daher am besten, Schumpeters multizyklisches Schema ganz zu verwerfen und seine interessantere „Annäherung“ mit einem Zyklus zu betrachten (wie in seinem früheren Buch dargestellt), die er aus seiner allgemeinen wirtschaftlichen Analyse abzuleiten versucht.
Kreislaufgleichgewicht: Schumpeter beginnt seine Studie mit der Wirtschaft in einem Zustand des Kreislaufgleichgewichts, d. h. mit dem Bild einer gleichmäßig rotierenden Wirtschaft.
Rothbard: Das ist richtig, denn nur durch die hypothetische Untersuchung der Störungen eines imaginären Gleichgewichtszustandes können wir die kausalen Faktoren des Konjunkturzyklus gedanklich isolieren. Schumpeter beschreibt zunächst die ERE (Evenly Rotating Economy), in der alle Erwartungen erfüllt sind, alle Individuen und Wirtschaftselemente im Gleichgewicht sind, Gewinne und Verluste gleich Null sind - alles auf der Grundlage gegebener Werte und Ressourcen.
>Gleichmäßig rotierende Wirtschaft/Rothbard.
Veränderungen: Was, so fragt Schumpeter, kann dann Veränderungen in diesem System bewirken?
Die Nachfrage: Erstens gibt es mögliche Änderungen des Geschmacks und der Nachfrage der Verbraucher. Dies wird von Schumpeter leichtfertig abgetan, da es mögliche Veränderungen in der Bevölkerung und damit im Arbeitskräfteangebot gibt; diese sind jedoch allmählich, und die Unternehmer können sich leicht an sie anpassen.
Sparen/Investieren: (...) es kann zu neuem Sparen und Investieren kommen. In weiser Voraussicht sieht Schumpeter, dass Veränderungen der Spar- und Investitionsquoten keinen Konjunkturzyklus bedeuten; neues Sparen führt zu kontinuierlichem Wachstum. Plötzliche Änderungen der Sparquote, wenn sie vom Markt nicht vorhergesehen werden, können natürlich zu Verwerfungen führen, wie jede plötzliche, nicht vorhergesehene Änderung. Aber diese Effekte haben nichts Zyklisches oder Mysteriöses an sich (...).
Rothbard III 856
Innovation: Schumpeter wendet sich einem vierten Element zu, das für ihn der Motor allen Wachstums und aller Konjunkturzyklen ist: der Innovation in den Produktionstechniken. >Technologie, >Erfindungen, >Fortschritt.
Innovationen/RothbardVsSchumpeter:(...) Innovationen können nicht als die treibende Kraft der Wirtschaft angesehen werden, da Innovationen ihre Wirkung nur durch Sparen und Investitionen entfalten können und da es immer eine große Anzahl von Investitionen gibt, die die Techniken im Rahmen des vorhandenen Wissens verbessern könnten, die aber mangels ausreichender Ersparnisse nicht getätigt werden. Allein diese Überlegung reicht aus, um die Schumpetersche Konjunkturtheorie zu entkräften.
>Innovationen/Rothbard.
Cluster von Innovationen: Schließlich setzt Schumpeters Erklärung der Innovationen als Auslöser des Konjunkturzyklus notwendigerweise voraus, dass es eine wiederkehrende Häufung von Innovationen gibt, die in jeder Boom-Periode stattfindet. Warum sollte es eine solche Häufung von Innovationen geben? Warum sind Innovationen nicht mehr oder weniger kontinuierlich, wie wir es erwarten würden? Schumpeter kann diese Frage nicht zufriedenstellend beantworten. Die Tatsache, dass einige wenige Mutige mit der Innovation beginnen und ihnen Nachahmer folgen, führt nicht zu einer Anhäufung von Innovationen, denn dieser Prozess könnte auch kontinuierlich verlaufen, wenn neue Innovatoren auf den Plan treten. Schumpeter bietet zwei Erklärungen für die Abschwächung der Innovationstätigkeit gegen Ende des Booms (eine Abschwächung, die für seine Theorie wesentlich ist). Einerseits führt die Einführung neuer Produkte, die aus den neuen Investitionen resultieren, zu Schwierigkeiten für die alten Produzenten und zu einer Periode der Unsicherheit und des Bedürfnisses nach „Ruhe“.
>Innovationen/Schumpeter.

1. Joseph A. Schumpeter, The Theory of Economic Development (Cambridge: Harvard University Press, 193 6), und idem, Business Cycles (New York: McGraw-Hill, 1939). Nachgedruckt von Porcupine Press, 1982.
2. Warren und Pearson sowie Dewey und Dakin betrachten den Konjunkturzyklus als eine Überlagerung unabhängiger, periodischer Zyklen aus jedem Bereich der Produktionstätigkeit. Siehe George F. Warren und Frank A. Pearson, Prices (New York: John Wiley and Sons, 193 3); E.R. Dewey und E.F. Dakin, cycles: The Science of Prediction (New York: Holt, 1949).



Sobel I 23
Konjunktur/Schumpeter/Sobel/Clemens: „Der Kapitalismus ist im Wesentlichen ein Prozess des (endogenen) wirtschaftlichen Wandels ... Die Atmosphäre der industriellen Revolutionen - des „Fortschritts“ ist die einzige, in der der Kapitalismus überleben kann ... In diesem Sinne ist der stabilisierte Kapitalismus ein Widerspruch in sich.“ „Joseph A. Schumpeter (1939), Business Cycles(1): 405). „Die wiederkehrenden Perioden der Prosperität der zyklischen Bewegung sind die Form des Fortschritts in der kapitalistischen Gesellschaft.“ Joseph A. Schumpeter (1927), The Explanation of the Business Cycle(2): 30.
Sobel/Clemens: Wie viele von Schumpeters Zeitgenossen zeigte er großes Interesse daran, das Wesen und die Ursachen von Konjunkturzyklen zu verstehen, d. h. die Ebbe und Flut der Wirtschaft von Expansion und Wohlstand bis hin zu Rezession und zuweilen auch Wirtschaftskrise und Depression. Schumpeters Arbeit an der Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung (TED)(3) und sein späteres zweibändiges Meisterwerk Business Cycles (BC1)(1) konzentrierten sich auf die umfassende Frage, wie und warum sich Volkswirtschaften entwickeln. Einer der vielen Beiträge von Schumpeters Arbeit auf dem Gebiet der Konjunkturzyklen war die Einführung der Innovation als kausale Erklärung. Ein subtiler Aspekt seiner Argumentation, der jedoch anerkannt werden muss, ist, dass der Konjunkturzyklus oder die Fluktuation zwischen Expansion und Kontraktion natürlich ist oder, wie Schumpeter es ausdrückte, „wie der Herzschlag“ (BC1(1): v).
Sobel/Clemens: Dieser evolutionäre Ansatz zum Verständnis von Konjunkturzyklen und ihrer Rolle für den allgemeinen Aufschwung von Volkswirtschaften stellte Schumpeter in Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen, die glaubten, dass Konjunkturschwankungen von der Regierung gesteuert werden könnten und sollten. Schumpeters Ansichten brachten ihn auch in Konflikt mit der breit angelegten Österreichischen Schule der Wirtschaftswissenschaften, in der ein Großteil seiner Ausbildung stattfand.
>Österreichische Schule.
Um Schumpeters Begriff des Konjunkturzyklus zu verstehen, müssen wir uns zunächst seine Definition von Innovation in The Explanation of the Business Cycle (EBC)(2) in Erinnerung rufen:
„... in erster Linie Veränderungen in den Produktions- und Transportmethoden oder in der industriellen Organisation oder in der Produktion eines neuen Artikels oder in der Erschließung neuer Märkte oder neuer Materialquellen.“ (EBC(2): 30)
Sobel/Clemens: Schumpeters Erklärung für Konjunkturzyklen, die wiederum auf seiner Analyse der Wirtschaftsgeschichte und -erfahrung beruht, beginnt mit einer bedeutenden Innovation von Unternehmern. Die anfängliche Innovation und das Potenzial für Monopolgewinne spornen zu Investitionen in Fabriken, Maschinen, Ausrüstung und vielleicht zusätzliche Forschung an. Für Schumpeter ist es jedoch entscheidend, dass sich diese Investitionen und wirtschaftlichen Aktivitäten in dem einzigen Wirtschaftszweig konzentrieren, in dem die Innovation stattfindet. (EBC(2): 30). Mit anderen Worten: In der ersten Phase der Expansion findet die Prosperität oder die wirtschaftliche Entwicklung nicht in der Breite der Wirtschaft statt, sondern in einem bestimmten Sektor.
>Innovation/Schumpeter, >Wettbewerb/Schumpeter,
>Investitionen/Schumpeter.
Da immer mehr Ressourcen in den expandierenden Sektor umverteilt werden, beginnen die Preise für Ressourcen, einschließlich Rohstoffen, Kapital und Arbeit, zu steigen. Schumpeter beschrieb dies wie folgt: „Das schwarmartige Auftreten neuer Kombinationen erklärt leicht und notwendigerweise die grundlegenden Merkmale von Boomzeiten. Es erklärt, warum steigende Kapitalinvestitionen das allererste Symptom des kommenden Booms sind, warum Industrien, die Produktionsmittel herstellen, die ersten sind, die eine übernormale Stimulierung zeigen ... Sie erklärt das Auftreten einer neuen Kaufkraft in der Masse und damit den charakteristischen Preisanstieg während der Hochkonjunktur, der natürlich nicht allein durch einen erhöhten Bedarf oder erhöhte Kosten erklärt werden kann.“ (TED(3): 230)
Wenn der Sektor mit der ursprünglichen Innovation expandiert und Ressourcen anzieht, beginnen auch die Preise außerhalb des Sektors zu steigen.
Sobel I 24
Konkret beginnen Unternehmen und Unternehmer, in die zusätzlichen Sektoren zu investieren, die aufgrund der steigenden Nachfrage aus dem Sektor, in dem der Innovationsdurchbruch ursprünglich stattfand, expandieren. Dazu können beispielsweise die Anbieter von Rohstoffen und die Lieferanten von Zwischenprodukten und Dienstleistungen gehören. Da immer mehr Unternehmen, sowohl innerhalb des ursprünglich von der Innovation betroffenen Sektors als auch in anderen von der Expansion betroffenen Wirtschaftssektoren, sich um Ressourcen, einschließlich der Arbeitskräfte, und um Investitionen konkurrieren, beginnen die Preise im Allgemeinen zu steigen. In dieser Phase sinkt die Arbeitslosigkeit, während die Löhne steigen, was den allgemeinen Wohlstand in der Wirtschaft während der Expansion erklärt.
>Schöpferische Zerstörung/Schumpeter.
Sobel/Clemens: Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die expansive Phase des Konjunkturzyklus bei Schumpeter mit einer anfänglichen Innovation beginnt, die Ressourcen, insbesondere Unternehmer, in den Sektor zieht, in dem die Innovation stattfindet. In dem Maße, wie Ressourcen in diesen Sektor gezogen werden und neue Unternehmen entstehen, beginnt auch die Wirtschaftstätigkeit in verwandten Sektoren zu expandieren. Letztendlich treibt der Wohlstand in diesen direkt und indirekt betroffenen Sektoren die wirtschaftliche Expansion voran, wodurch die Arbeitslosigkeit sinkt, die Löhne steigen und die Investitionen zunehmen.
Wie Schumpeter es beschrieben hat: „die Freisetzung von Sekundärwellen - die Ausbreitung des Wohlstands über das gesamte Wirtschaftssystem“. (TED(3): 230)
Rezession: Wie die Expansionsphase erklärt Schumpeter auch die Kontraktions- oder Rezessionsphase auf der Grundlage der ursprünglichen Innovation. Wirtschaftliche Kontraktionen und Rezessionen wurden von Schumpeter als Reaktion und Anpassung der Wirtschaft auf die Innovation gesehen. Wie der bekannte Wirtschaftswissenschaftler Alvin Hansen bei der Bewertung von Schumpeters Beitrag zu unserem Verständnis von Konjunkturzyklen formulierte, „ist die Depression ein Prozess der Anpassung an die durch den Boom eingeleiteten veränderten Bedingungen“ (Hansen, 1951(4): 129).
Schrumpfung: Die Anpassung, die Schumpeters Konzept der wirtschaftlichen Kontraktion zugrunde liegt, bezieht sich auf den Wettbewerb zwischen neuen und bestehenden Unternehmen sowohl innerhalb des ursprünglich von der Innovation betroffenen Sektors als auch in den anderen von ihr betroffenen Wirtschaftssektoren. Die Unternehmen sind gezwungen, sich anzupassen, um mit neuen Produkten, neuen Verfahren, neuen Märkten und anderen Innovationen zu konkurrieren. Zu diesen Anpassungen gehören Firmen, die ihre Geschäftstätigkeit aufgeben oder von effizienteren Unternehmen übernommen werden, Entlassungen und massive Anpassungen an neue Produkt- und Dienstleistungsmärkte.
Sobel I 25
Schöpferische Zerstörung: Es ist die „schöpferische Zerstörung“ der unternehmerischen Innovation, die Schumpeter als das grundlegende Merkmal des unternehmerischen Kapitalismus ansah. Insbesondere „[d]ie Auswirkung des massenhaften Auftretens neuer Unternehmen auf die alten Firmen und auf die bestehende wirtschaftliche Situation in Anbetracht der Tatsache ..., dass das Neue in der Regel nicht aus dem Alten herauswächst, sondern neben ihm erscheint und es konkurrierend verdrängt, alle Bedingungen so zu verändern, dass ein besonderer Anpassungsprozess notwendig wird.“ (TED(3): 216) Sobel/Clemens: Konkret beobachtete Schumpeter eine Reihe von Faktoren, die zusammenwirken, um den Übergang von einer Expansionsphase zu einer Kontraktionsphase zu erklären.*
Erstens scheitern, wie bereits erwähnt, viele Unternehmen, da ihre Produkte und Dienstleistungen durch die neuen Produkte und Dienstleistungen der Innovation ersetzt werden.
Zweitens führen die Erfolge der Boomphase zu einem Anstieg der Rohstoff- und möglicherweise auch der Arbeitspreise, was die Rentabilitätserwartungen und damit die Investitionen dämpft.
Drittens sinken durch das Entstehen neuer Unternehmen und mehr Wettbewerb in dem ursprünglich von der Innovation betroffenen Sektor die Preise für die neuen Produkte und Dienstleistungen, die durch die Innovation bereitgestellt werden, was wiederum zusätzliche Investitionen dämpft.
Viertens stellte Schumpeter fest, dass die Unternehmer die Möglichkeiten des Sektors „überschreiten“ und somit möglicherweise zu viel investieren könnten. Dieser letzte Punkt ist wichtig, da er oft übersehen wird, aber Schumpeter hat tatsächlich zugelassen, dass Unternehmer Fehler machen.

* Eine ausführliche Erörterung von Schumpeters Konzept des Grundes für eine Rezession findet sich in Dal-Pont Legrand und Hagemann (2007)(5).

1. Schumpeter, Joseph A. (1939). Business Cycles: A Theoretical, Historical, and Statistical Analysis of the Capitalist Process, Volume 1 [BC1]. McGraw-Hill Book Company.
2. Schumpeter, Joseph A. (1927). The Explanation of the Business Cycle [EBC]. Economica 21: 286-311. Reprinted in Joseph A. Schumpeter (1951/1989), Essays on Entrepreneurs, Innovations, Business Cycles, and the Evolution of Capitalism, Richard V. Clemence, ed. (Transaction): 21-46.
3. Schumpeter, Joseph A. (1934). The Theory of Economic Development [TED]. Harvard University Press.
4. Hansen, Alvin H. (1951). Schumpeter’s Contribution to Business Cycle Theory. Review of Economics and Statistics 33, 2: 129–132. , as of September 4, 2019.
5. Dal-Pont Legrand, Muriel, and Harald Hagemann (2007). Business Cycles in Juglar and Schumpeter. History of Economic Thought 49, 1: 1–18. , as of September 4, 2019.

EconSchum I
Joseph A. Schumpeter
Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung Leipzig 1912

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977

Sobel I
Russell S. Sobel
Jason Clemens
The Essential Joseph Schumpeter Vancouver 2020
Kontinuum Bernays Thiel I 194
Kontinuum/Bernays/Thiel: Bernays vertritt hier den klassischen Standpunkt (Aktualität): Vorstellung des Kontinuums ist zunächst eine geometrische Idee. Die Kritik der Konstruktivisten richte sich "im Grunde dagegen, dass durch den Begriff der reellen Zahl keine restlose Arithmetisierung der geometrischen Vorstellung geliefert wird. Es ist jedoch die Frage, ob sie tatsächlich gefordert wird. >Reelle Zahlen.
Bernays: Es kommt auf die Gesamtheit der Schnitte, nicht auf die einzelnen Definitionen an. Die Mannigfaltigkeit der einzelnen, in einem abgegrenzten Rahmen möglichen Definitionen von Schnitten ist ja gar nicht notwendig dem Kontinuum isomorph. Die Anwendung eines intuitiven Mengenbegriffs sollte als etwas methodisch Zusätzliches gelten gelassen werden.
>Dedekindsche Schnitte.
I 195
Es gilt, statt einer Arithmetisierung der Analysis die klassische Analysis im Sinne einer engeren Verschmelzung von Geometrie und Arithmetik aufzufassen. (Konstruktivisten: Trennung).
Die Gegner behaupten ja nicht die Negate dieser Behauptungen, sondern sie sind der Meinung dass die Begründungspflicht bei demjenigen liegt, der eine Meinung vertritt.
I 196
Bsp Satz von der "oberen Grenze": Alt: jede nicht-leere nach oben beschränkte Menge reeller Zahlen hat eine reelle Zahl als obere Grenze".
Konstruktiv, neu: Jede nicht-leere nach oben beschränkte Menge reeller Zahlen mit definiter Linksklasse hat eine reelle Zahl als Obergrenze.
Def Links-Klasse: Menge der rationalen Zahlen r mit r < x.
Die Neuformulierung ist eher eine Präzisierung als eine Abschwächung und der Einwand der "Unbeweisbarkeit" in konstruktiven Systemen kann nicht länger als gültig betrachtet werden.
Nochmal zur Frage "wie viele" reelle Zahlen es gibt: "halbe " Antwort: es gibt genauso viele reelle Zahlen wie es Dualfolgen gibt. (Thiel I 183f). Das suggeriert geradezu, dass es eine ganz bestimmte Anzahl geben müsse.
Vgl. >Kontinuumshypothese.

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Logik 2. Stufe Field I 37
Logik 2. Stufe/Field: In der Logik 2. Stufe haben die Quantoren kein rekursives Beweisverfahren. >Quantifikation, >Quantoren, >Logik, >Rekursion.
Quantifikation/Field: Daher ist sie hier vage und unbestimmt, aber selbst dann gilt (A >Logwahr(A)) & (~A > Logwahr(~A)) ist immer wahr. Die Vagheit bezieht sich auf das A.
II 238
Referentielle Unbestimmtheit/logische Operatoren/Logik 2. Stufe/Field: Sonderfall: Frage: Können komplexe logische Operatoren - Bsp unbeschränkte Quantoren 2. Stufe ((s) über Eigenschaften) überhaupt bestimmte Wahrheitsbedingungen haben? - Nein, z. B. kann alles was man mit ihnen ausdrückt, mit eingeschränkterer Quantifikation (über Mengen) reformuliert (reduziert) werden. Dabei hilft es nicht zu sagen, Bsp "Mit "für alle Eigenschaften" meine ich für alle Eigenschaften". >"Alles was er sagte", >Wahrheitsbedingungen, >Mengen, >Extension, >Extensionalität.
Alle/Field: Der Gebrauch von "alle" ohne Anführungszeichen ist selbst Gegenstand einer Reinterpretation. ((s) Es könnte eine widersprechende, noch unentdeckte Eigenschaft geben, die nicht unter "alle Eigenschaften" einbezogen werden dürfte.)
Field: Bsp Beschleunigung nahe Lichtgeschwindigkeit - hier würde der definitiv-Operator wiederum helfen.
VsDeflationismus: Der Deflationismus könnte einfach sagen "..alle..." ist wahr gdw. wenn alle... - Vs: Zusätzlich braucht man den definitiv-Operator, der Bedingungen fordert. Problem: Er fordert sie, aber er gibt sie nicht an! Field: Dito - bei Quantifikation höherer Stufe.

III 39
Logik 1. Stufe/2. Stufe/stärker/schwächer/Abschwächung/Field: Um die Logik 2. Stufe zur 1. Stufe abzuschwächen, können wir die Axiome 2. Stufe zu Axiomen-Schemata 1. Stufe abschwächen, nämlich dem Schema der Ersetzung und/oder der Separation. ((s) Statt eines Axioms über eine Menge ein Schema für alle Elemente?) - Problem: damit kommen viele Nicht-Standard-Modelle herein! Nämlich Modelle in denen Mengen, die in Wirklichkeit unendlich sind, die Formel erfüllen die normalerweise gerade Endlichkeit definiert. >nicht-intendiertes Modell.
III 92
Logik 2. Stufe/Field: Wir haben Logik 2. Stufe an zwei Stellen: 1. bei der Axiomatisierung der Geometrie der Raumzeit und der skalaren Ordnung von Raumzeit-Punkten haben wir...
III 93
...die "vollständige Logik der Teil-Ganzes-Relation" bzw. die "vollständige Logik der Goodmanschen Summen" - 2. (im Abschnitt B, Kapitel 8): den binären Quantor "weniger als". Diesen brauchen wir aber nicht, wenn wir Goodmansche Summen haben: Goodmansche Summe: Ihre Logik ist hinreichend, um Vergleiche von Mächtigkeiten zu geben. Aus heuristischen Gründen wollen wir aber eine Extra-Logik für Mächtigkeiten ("weniger als") beibehalten.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Selbstregulation Rizzo Parisi I 64
Selbstregulation/Wirtschaftstheorien/Rizzo/Whitman/Jolls: Die Arbeit von Mario Rizzo und Glen Whitman (2009)(1) zum Thema "Selbstregulation" hebt sowohl den Optimismus von Bibas als auch die Wahrnehmungen im Zusammenhang mit der Verlustaversion in Bibas' Plea Bargaining (dt. Verständigung im Strafverfahren) Treatment hervor. >Optimismus/Bibas, >Verlustaversion/Bibas. "Menschen sind von Optimismus befallen", schreiben Rizzo und Whitman (2009(1), S. 916, Hervorhebung weggelassen), "was sie dazu veranlasst, ihre persönliche Wahrscheinlichkeit zu unterschätzen [und] nachteilige Konsequenzen zu erleiden."
Status-quo: Auch Individuen leiden unter einer Verzerrung im "Status-quo: die psychologische Tendenz von Menschen, aktuelle Arrangements beizubehalten", anstatt von ihnen abzuweichen (Rizzo und Whitman, 2009, S. 915). Wie die Verlustaversion ist die Tendenz, "aktuelle Arrangements" beizubehalten, mit einer Rolle für Veränderungen von Zuständen verbunden, anstatt nur Endzustände zu erreichen, und diese Tendenz markiert somit einen ähnlichen Fall von Nicht-Optimierung innerhalb der oben angegebenen Definition.*
Lösung/Rizzo/Whitman: Als Antwort auf diese Formen begrenzt rationalen Verhaltens betonen Rizzo und Whitman (2009, S. 943), dass Menschen "zahlreiche Mittel zur Verfügung haben, um die Auswirkungen" eines solchen Verhaltens abzuschwächen - Mittel zur Abschwächung, die die Autoren als "'self-debiasing' oder 'Selbstregulation' bezeichnen.”
Verzerrung: Wie in der Arbeit von Bibas - hier allerdings auf das Selbst und nicht auf das Rechtssystem angewandt - bezieht sich Rizzo und Whitmans Darstellung von "debiasing" sowohl auf Maßnahmen, die versuchen, optimismusbasiertes Nichtwissen zu reduzieren, als auch auf Maßnahmen, die das Entscheidungsverhalten von nicht-optimierenden Individuen formen. ((s) Zu Nicht-Optimierung und Nichtwissen siehe >Begrenzte Rationalität/Jolls.)

* Siehe Kahneman, Knetsch und Thaler (1991)(2) für eine weitere Diskussion der Beziehung zwischen Verlustaversion und Status-quo-Verzerrung.


1. Rizzo, Mario J. and Douglas Glen Whitman (2009). “The Knowledge Problem of New Paternalism.” Brigham Young University Law Review 2009: 905–968.
2. Kahneman, Daniel, Jack L. Knetsch, and Richard H. Thaler (1991). “Anomalies: The Endowment Effect, Loss Aversion, and Status Quo Bias.” Journal of Economic Perspectives 5: 193–206.


Jolls, Christine, „Bounded Rationality, Behavioral Economics, and the Law“. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press.

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Stärke von Theorien Stärke von Theorien, Philosophie: Theorien und Systeme können in Bezug auf ihre Stärke verglichen werden. Mit zunehmender Ausdrucksstärke eines Systems, z.B. der Möglichkeit, dass Aussagen auf sich selbst Bezug nehmen, wächst allerdings die Gefahr von Paradoxien. Stärke und Ausdrucksfähigkeit gehen nicht Hand in Hand. So ist z.B. das modallogische System S5, das stärker als das System S4 ist, nicht in der Lage, eine eindeutige temporale Ordnung herzustellen. Aspekte von Stärke und Schwäche sind u.a. die Menge der ableitbaren Sätze oder die Größe des Gegenstandsbereichs einer Theorie oder eines Systems. Siehe auch Theorien, Systeme, Modallogik, Axiome, Axiomensysteme, Erweiterung, Abschwächung, Bereiche.
Stärke von Theorien Fraassen I 114
Abschwächung/Gesetz der /Logik/Konditional/Fraassen: 1. A > B - 2. A u C > B. Dagegen Alltagssprache: hier gibt es keine Abschwächung: Bsp wenn das Streichholz zusätzlich in Wasser getaucht worden wäre... - (stillschweigende ceteris-paribus-Bedingung).
Abschwächung/(s): was aus n Prämissen folgt, folgt auch aus n+1 Prämissen - gilt in der Logik, aber nicht in der Alltagssprache.)
>Formale Sprache, >Alltagssprache, >Ideale Sprache.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
Terminologien Goodman I 88
Kunst: Es gibt Charakteristika zur Definition einer Symbolisierungsweise, die anzeigt, ob etwas ein Kunstwerk ist. 1. Syntaktische Dichte: Bei der syntaktischen Dichte dienen gewisse minimale Differenzen zur Unterscheidung von Symbolen, z.B. ein skalenloses Thermometer (im Gegensatz zu einem digitalen Instrument).
2. Semantische Dichte: Bei der Semantischen Dichte stehen Symbole für Dinge bereit,die sich nur durch minimale Differenzen voneinander unterscheiden, z.B. nicht nur das erwähnte skalenlose Thermometer, sondern auch gewöhnliches Deutsch, sofern es nicht syntaktisch dicht ist.
3. Relative Fülle: Bei der relativen Fülle sind vergleichsweise viele Aspekte eines Symbols signifikant, z.B. die aus einer einzigen Linie bestehende Zeichnung eines Berges von Hokusai bei der jede Eigenschaft wie Linie, Dicke, Gestalt, usw. zählt. Im Gegensatz zu der gleichen Kurve als Darstellung des Börsenverlaufs eines Tages, bei der allein die Höhe der Werte über der Basis zählt.
4. Exemplifikation: Bei der Exemplifikation ist ein Symbol, ob es denotiert oder nicht, dadurch symbolisiert, dass es als Probe von Eigenschaften dient, die es buchstäblich oder metaphorisch besitzt.
5. Bei der multiplen und komplexen Bezugnahme, erfüllt ein Symbol mehrere zusammenhängende und aufeinander einwirkende Bezugnahmefunktionen, einige direkte und andere durch andere Symbole vermittelte.
---
III 128
Def Symbolschema: Ein Symbolschema besteht aus Charakteren. Def Charaktere sind bestimmte Klassen von Äußerungen oder Inskriptionen. Ein Merkmal des Charakters in einer Notation besteht darin, dass seine Elemente frei untereinander ausgetauscht werden können, ohne syntaktische Auswirkungen. Das ist eine Klasse von Marken. Die Partitur erfordert eine Trennung der Charaktere. Ein Charakter in einer Notation ist eine Abstraktionsklasse von Charakter-Indifferenz unter Inskriptionen.
Def Inskription: Inskription schließt Äußerungen ein. Eine Inskription ist jede Marke visuell, auditiv etc. die zu einem Charakter gehört. Eine Inskription ist atomar, wenn sie keine andere Inskription enthält, andernfalls ist sie zusammengesetzt, z.B. einen Buchstabe sieht man einschließlich der Zwischenräume als atomar an. In der Musik lässt sich die Trennung in atomar/zussammen nicht immer sofort erkennen, sie ist komplexer. Man sortiert die Atome am besten in Kategorien: Schlüsselzeichen, Zeitzeichen, Tonhöhenzeichen.
III 128/129
Def Marke: Die Marke ist ein Einzelfall eines Charakters in einer Notation. Sie schließt Inskriptionen ein. Tatsächliche Marken werden selten bewegt oder ausgetauscht. Alle Inskriptionen einer gegebenen Marke sind syntaktisch äquivalent. Und dies ist eine hinreichende Bedingung, dass sie "echte Kopien" oder Replikas von einander sind, bzw. in derselben Weise buchstabiert werden. Keine Marke darf zu mehr als einem Charakter gehören (Disjunktivität). Eine Marke die unzweideutig eine Inskription eines einzelnen Charakters ist, ist dennoch ambig, wenn sie zu verschiedenen Zeiten oder in verschiedenen Kontexten verschiedene Erfüllungsgegenstände hat. Def Typ (Gegensatz: Verwendung, Peirce): Der Typ ist das Allgemeine, oder die Klasse, deren Einzelfälle oder Elemente die Marken sind. Goodman: Ich ziehe es vor auf den Typ ganz zu verzichten, und stattdessen die Verwendungsfälle eines Typs Replikas voneinander zu nennen.
Def Verwendungsfall: Der Verwendungsfall ist die Replika eines Typs ("echte Kopie").
Es gibt keinen Grad von Ähnlichkeit, der für Replikas notwendig oder hinreichend ist.
Def echte Kopie: Eine echte Kopie einer echten Koopie einer echten Kopie... muss immer eine echte Kopie von "x" sein. Wenn die Relation, eine echte Kopie zu sein, nicht transitiv ist, verliert die ganze Notation ihren Sinn (s.u.: streng genommen darf eine Aufführung dann keinen einzigen falschen Ton enthalten). Eine Partitur erfordert die Trennung der Charaktere.
Def Notation: 1. Bedingung ist die Charakter-Indifferenz unter den Einzelfällen eines jeden Charakters. Charakter-Indifferenz ist eine typische Äquivalenzrelation: reflexiv, symmetrisch und transitiv. (Keine Inskription gehört zu einem Charakter, zu dem die andere nicht gehört.)
2. Zweite Forderung an Notation: Die Charaktere müssen endlich differenziert oder artikuliert sein. Für jede zwei Charaktere K und K' und jede Marke m, die nicht tatsächlich zu beiden gehört, ist die Bestimmung, dass entweder m nicht zu K gehört oder m nicht zu K' gehört, theoretisch möglich.
3. Das (erste) semantische Erfordernis für Notationssysteme besteht darin, dass sie eindeutig sein müssen.
Def Ambiguität (Mehrdeutigkeit): Ambiguität besteht aus einer Vielzahl von Erfüllungsklassen für einen Charakter.
Def Redundanz: Redundanz besteht aus einer Vielzahl von Charakteren für eine Erfüllungsklasse.
III 133
Def syntaktisch dicht: Ein Schema ist syntaktisch dicht, wenn es unendlich viele Charaktere bereitstellt, die so geordnet sind, dass es zwischen jeweils zweien immer ein drittes gibt. Solch ein Schema weist immer noch Lücken auf. Bsp Wenn die Charaktere die rationalen Zahlen sind, die entweder kleiner als 1 sind, oder nicht kleiner als zwei. In diesem Fall wird die Einfügung eines Charakters, das der 1 entspricht, die Dichte zerstören. Def durchgängig dicht: Wenn keine Einfügung weiterer Charaktere an ihrer normalen Stelle die Dichte zerstört.
Def syntaktisch geordnet: Etwas kann z.B. durch das Alphabet syntaktisch geordnet sein.
Def diskret nicht überlappend: Man beachte, wie abwegig die übliche Vorstellung ist, dass die Elemente einer Notation diskret sein müssen. Erstens müssen Charaktere einer Notation als Klassen vielmehr disjunkt sein! Diskretheit ist eine Beziehung unter Individuen. Zweitens brauchen Inskriptionen einer Notation keineswegs diskret zu sein. Und schließlich brauchen selbst atomare Inskriptionen nur relativ zu dieser Notation diskret zu sein.
Def disjunkt/Disjunktivität: Keine Marke darf zu mehr als einem Charakter gehören. Die Disjunktivität der Charaktere ist deshalb etwas überraschend, als wir in der Welt keine säuberlich getrennten Klassen von sortierten Sphären von Inskriptionen haben, sondern ein verwirrendes Gemisch von Marken.
Semantische Disjunktivität impliziert ebenso wenig Diskretheit der Erfüllungsgegenstände, wie syntaktische Disjunktivität der Charaktere Diskretheit der Inskriptionen impliziert.
Auf der anderen Seite kann ein Schema aus nur zwei Charakteren bestehen, die nicht endlich differenziert sind. Bsp Alle Marken, die nicht länger als ein Zentimeter sind, gehören zu einem Charakter, alle längeren Marken gehören zu dem anderen.
III 213
Def Fülle: Die Symbole in dem pikturalen Schema sind relativ voll. Fülle wird sowohl von der Allgemeinheit des Symbols als auch von der Unbegrenztheit eines Schemas unterschieden. Sie ist in der Tat völlig unabhängig von dem, was ein Symbol denotiert, als auch von der Anzahl der Symbole in einem Schema. Def "Abschwächung". Für das Gegenteil von Fülle gebrauche ich Abschwächung.
Def Dicht: Bsp Reelle Zahlen, wo keine Punktabgrenzung möglich ist, sind dicht. Gegensatz: artikuliert.
Def artikuliert: Artikuliert ist das Gegenteil von dicht.
III 232 ff
Syntaktische Dichte, semantische Dichte und syntaktische Fülle können drei Symptome des Ästhetischen sein. Syntaktische Dichte ist charakteristisch für nicht-sprachliche Systeme; Skizzen unterscheiden sich durch sie von Partituren und Skripten.
Semantische Dichte ist charakteristisch für Repräsentation, Beschreibung und Ausdruck. Durch sie unterscheiden sich Skizzen und Skripten von Partituren.
Relative syntaktische Fülle unterscheidet die repräsentationaleren unter den semantisch dichten Systemen von den diagrammatischen, die weniger von den mehr "schematischen".
Dichte ist alles andere als mysteriös und vage und wird explizit definiert. Sie entsteht aus dem nicht zu befriedigenden Verlangen nach Präzision und hält es am Leben.

III 76ff
Def Schema: Ein Schema ist eine implizite Menge von Alternativen. >Terminologie/Goodman.
III 128
Def Symbolschema: Ein Symbolschema besteht aus Charakteren >Symbole.
III ~140
Def Symbolsystem: Ein Symbolsystem besteht aus einem Symbolschema, das mit einem Bezugnahmegebiet korreliert wird.
III 76
Etikett: Ein Etikett funktioniert nicht isoliert, sondern in seiner Zugehörigkeit zu einer Familie. >Systeme.
III 195
Der Text eines Gedichts, eines Romans oder einer Biographie ist ein Charakter in einem Notationsschema. Als ein phonetischer Charakter mit Äußerungen als Erfüllungsgegenständen gehört er zu einem annähernd notationalen System.
III 195
Als ein Charakter mit Objekten als Erfüllungsgegenständen gehört er zu einer diskursiven Sprache. >Erfüllung.

G IV
N. Goodman
Catherine Z. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989

Goodman I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

Goodman II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

Goodman III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997
Ursachen Fraassen I 25
Prinzip der gemeinsamen Ursache/PdgU/Fraassen: führt letztlich zur Postulierung von unbeobachtbaren Entitäten. - Das Prinzip der gemeinsamen Ursache kann kein allgemeines Prinzip der Wissenschaft sein. >Prinzipien, >Unbeobachtbares, >Theoretische Entitäten.
I 28
Gemeinsame Ursache/gU/Fraassen: zu sagen, dass C die gemeinsame Ursache für die Korrelation zwischen A und B ist, ist zu sagen, dass relativ zu C es keine solche Korrelation gibt. C erklärt die Korrelation, weil wir eine Korrelation nur solange bemerken, wie wir C nicht berücksichtigen. FraassenVsReichenbach: das PdgU regiert nicht die Wissenschaft des 20. Jahrhunderts, weil es deterministische Theorien verlangt.
I 114
Ursache/Erklärung/Theorie: Def Ursache/Mackie: nicht-hinreichender aber notwendiger Teil einer nicht-notwendigen aber hinreichenden Bedingung. Vgl. >INUS/Mackie. FraassenVsMackie: Einschränkung: sonst kann Bsp Wachstum-plus-Tod-plus-Verwesung Ursache für den Tod sein.
1. Nicht jede hinreichende Bedingung ist eine Ursache. - Bsp die Existenz des Messers ist ein notwendiger Teil.
2. Eine Ursache muss auch nicht notwendig sein. - Es kann sein, dass es überhaupt keine vorausgehenden hinreichenden Bedingungen gibt. >Verursachung, >Ursache.
Bsp Radium verursacht das Klicken des Geigerzählers. - Aber die Atomphysik ist damit kompatibel, dass er nicht klickt.
Verursachung/Lösung/Lewis: Kontrafaktisches Konditional: wenn A nicht gewesen wäre, wäre B nicht gewesen. >Kontrafaktisches Konditional.
Fraassen: aber nicht buchstäblich. - falsch: dass ein Kontrafaktisches Konditional einer notwendigen Bedingung entspräche.
Lösung/Fraassen: hier gilt nicht das "wenn/dann" der Logik, denn dort gilt das Gesetz der Abschwächung. - Alltagssprache: hier gibt es keine Abschwächung.
>Alltagssprache.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
Verständigung im Strafverfahren Bibas Parisi I 63
Verständigung im Strafverfahren/Bibas/Jolls: Für strafrechtlich Beschuldigte, so Bibas, ist die "natürliche Ausgangsbasis" bei der Erwägung des Abschlusses einer Verständigung im Strafverfahren oft eher ein Freispruch oder eine Bewährung als eine Gefängnisstrafe (Bibas, 2004(1), S. 2544). Dementsprechend werden Angeklagte dazu neigen, Gefängnisstrafen als "sichere Verluste" (Bibas, 2004(1), S. 2509) zu betrachten, die unter Verlustaversion ein großes Ausmaß annehmen oder, in Simon'schen Begriffen, als "unbefriedigend" angesehen werden. >Beschränkte Rationalität/Simon. Verlustaversion: Ein solche "Verlusteinschätzung" (Bibas, 2004(1), S. 2544) von Angeklagten wird sie natürlich tendenziell davon abhalten, sich auf Verständigungen im Strafverfahren einzulassen. Aus rechtspolitischer Sicht hebt Bibas die Art und Weise hervor, in der Verurteilungsrichtlinien - die den beträchtlichen Ermessensspielraum, den Richter traditionell bei der Strafzumessung ausübten, durch ziemlich genau festgelegte Strafen für Straftäter ersetzen - die Auswirkungen sowohl von Optimismusvoreingenommenheit als auch von Verlustaversion umwandeln können (ob dies insgesamt wünschenswert ist oder nicht). Voreingenommenheit: "[D]as Rechtssystem", stellt er fest, "verwendet allgemeine entlastende Instrumente. ... Wenn ... junge Männer besonders übermütig sind, ... reagieren die Urteilsrichtlinien [darauf], indem sie den Spielraum für übermütige Vorhersagen, wie Richter urteilen werden, verringern" (Bibas, 2004(1), S. 2544).
Optimismusvoreingenommenheit/Verurteilungsrichtlinien: Wie Bibas anmerkt, ersetzen Verurteilungsrichtlinien eine breite Palette möglicher Ergebnisse, deren Wahrscheinlichkeiten von übermütigen Angeklagten tendenziell unterschätzt werden, durch ein relativ bestimmtes Ergebnis, das die Auswirkungen der Optimismusvoreingenommenheit abschwächt.
Verlustaversion: Im Hinblick auf die Verlustaversion können "[R]ichtlinien für die Strafzumessung die Gewohnheit der "Verlusteinschätzung" in Strafsachen durchbrechen, indem sie das Urteil nach dem Prozess zur natürlichen Basis machen" (Bibas, 2004(1), S. 2544).
Verurteilungsrichtlinien: Bibas schlägt vor, dass Verurteilungsrichtlinien den impliziten Maßstab eines Freispruchs oder einer Bewährung zu einer "natürlichen Basis" einer Gefängnisstrafe umgestalten können; wenn dies der Fall ist, dann könnte ein verlustaverser Angeklagter offener für den Abschluss einer Vereinbarung über ein Geständnis sein. In Bibas' Optimismusverzerrung von Verständigungen im Strafverfahren reduzieren Strafzumessungsrichtlinien die Prävalenz empirisch ungenauer Überzeugungen über die Wahrscheinlichkeiten verschiedener potenzieller Ergebnisse; auf diese Weise entschärfen die Richtlinien ein Problem der Nicht-Allwissenheit. ((s) Für Nicht-Allwissenheit: >Beschränkte Rationalität/Jolls.)
Verhalten/Jolls: Beachten Sie jedoch, dass jede Reduzierung der Prävalenz von Fehleinschätzungen hier nicht durch die direkte Abschwächung des Überoptimismus von Individuen erreicht wird, sondern eher durch die Verringerung der Menge möglicher Ergebnisse, auf die Optimismusvoreingenommenheit in erster Instanz wirken könnte. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die normative Analyse der Richtlinien von der normativen Analyse vieler anderer rechtlicher Reaktionen (...).
Parisi I 64
Verlustaversion/Jolls: In der Verlustaversionsrechnung von Verständigungen im Strafverfahren ist die normative Analyse noch schwieriger. Sind Angeklagte, die als Ergebnis des "Reframings" der Richtlinien Angebote zum Abschluss von Strafverhandlungen annehmen, besser dran? Ist die Anwendung der Richtlinien als Reaktion auf Verlustaversion ein "entlastendes Instrument" (Bibas, 2004, S. 2544)? Normative Analyse der Richtlinien: Bibas' eigene normative Diskussion konzentriert sich auf diskrepanzreduzierende Effekte von Verurteilungsrichtlinien. Da z.B. junge männliche Angeklagte besonders wahrscheinlich Optimismusvoreingenommenheit zeigen, wird die Verengung des Bereichs, in dem Optimismusvoreingenommenheit eine Wirkung haben kann, die Unterschiede zwischen den Klassen von Angeklagten ausgleichen, und da die "Verlusteinschätzung" dazu neigt, vom Alter der Angeklagten beeinflusst zu werden, können die Richtlinien willkürliche altersbasierte Strafunterschiede ausgleichen (Bibas, 2004(1), S. 2544).

1. Bibas, Stephanos (2004). “Plea Bargaining Outside the Shadow of Trial.” Harvard Law Review 117: 2463–2547.

Jolls, Christine, „Bounded Rationality, Behavioral Economics, and the Law“. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press.

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017